Was geschehen ist, ist geschehen

Was geschehen ist, ist geschehen

A.N.: Also, tut mir leid, dass ich das vorherige Kapitel einfach so gelöscht habe, aber als ich in mein Manuskript geguckt habe, habe ich gesehen, dass ich etwas vergessen hatte …
Tut mir leid!! Also, an diejenigen, die bereits das Kapitel gelesen haben.
So, jetzt halte ich meine Klappe, es geht los
Nur kurz zur Info: Dieses Kapitel ist nicht so gut gelungen, wie ich gehofft hatte, und ich entschuldige mich dafür.

Edward

Noch nie war ich so glücklich gewesen. Ich hielt Bellas Hand in meine, und ich spürte, wie sie sie zärtlich drückte. Mein Mund formte sich zu einem Lächeln.
Ich wusste, dass ich sie wohl nicht wie eine normale Freundin behandeln konnte.
Ich wusste, dass ich sie nicht länger ignorieren konnte.
Und ich wusste, wie sehr ich sie mochte. Viel zu sehr.
Der Drang, bei ihr sein zu wollen, war zu stark. Es war nicht normal, für eine „einfache" Freundin. Wie kompliziert Liebe manchmal sein konnte …
Bella sagte nichts, hielt einfach meine Hand, und strich zärtlich mit ihren Fingern darüber.
Ich hielt vor ihrem Haus an, und beugte mich zu ihr herüber, um ihr einen Gutenachtkuss zu geben. Ich wollte es aber nicht zu überstürzen, also blieb ich mit meinem Gesicht nur wenige Zentimeter von ihrem entfernt, um ihre Reaktionen zu prüfen. Sie schaute mich mit einem solchen Blick an, dass ich dachte, ich würde nun einfach dahin schmelzen. Sanft drückte ich meine Lippen auf ihre, sie erwiderte den Kuss. Als ich mich wieder zurückzog und ihr eine Gute Nacht wünschte, stieg sie lächelnd aus dem Auto, schlug die Tür wieder zu, und winkte mir dann noch zum Abschied. Breit grinsend fuhr ich dann zu mir nach Hause. Wie erwartet waren die Anderen nicht da.
Bevor sie gegangen waren, hatte mir Alice lächelnd auf die Schultern geklopft und gemeint, dass es wirklich schön sei, dass ich so eine nette Freundin wie Bella gefunden hatte. Sie hatte es bereits kommen sehen – dass ich es Bella sagen würde, dass sie alle Vampire waren. Sie alle waren sogar erpicht darauf, die Gegend für ein paar Tage zu verlassen. Und ich konnte mich sehr gut an das breite Grinsen erinnern, mit dem sie durch die Tür schritten. Anscheinend waren sie aus einem anderen Grund abgehauen …
Was soll's, dachte ich mir.
Schnell erledigte ich meine Hausaufgaben, und arbeitete noch ein wenig an meinem Referat, ehe ich schlafen ging.
Doch ich war viel zu aufgeregt, um einschlafen zu können. Unruhig wälzte ich mich in meinem Bett hin und her. Ich stand auf, ging nach unten in die Küche, um mir Kaffee zu machen. Schlafen konnte ich ja sowieso nicht. Aus einem Regal neben der Arbeitsfläche holte ich irgendein Buch hervor und begann darin zu lesen. Das Koffein hielt mich wach, und es war bereits drei Uhr morgens, als meine Augenlieder sich endlich schließen wollten. Also schlurfte ich wieder nach oben, und legte mich ins Bett. Dieses Mal war es einfacher einzuschlafen.
Jede Nacht hatte ich von Bella geträumt.
Jede Nacht sah ich ihr Gesicht vor Augen.
Und jede Nacht wusste ich nicht, wie sehr ich mich in sie verliebt hatte.

Als ich am nächsten Tag meine Augen wieder aufschlug, schien draußen die Sonne. Ich sprang aus dem Bett und machte mich für die Schule fertig. Das Koffein hatte immer noch seine Wirkung beibehalten – ich war hellwach, doch das lag wohl eher daran, dass ich gleich Bella wieder zu Gesicht bekommen würde. Mein Gesicht war schon ganz verkrampft vom vielen Lächeln. Ich ging in den Flur, nahm meine Autoschlüssel und ging nach Draußen.
Es war wärmer als gedacht, und ich kurbelte in meinem Auto die Fenster runter, ehe ich losfuhr.
Bella wartete wie erwartet an ihrem Haus, und kam sofort zum Auto gesprintet, als sie mich sah. Sie drückte mir einen flüchtigen Kuss auf die Wange.
„Guten Morgen", begrüßte ich sie. „Wie war deine Nacht?"
„Ich konnte nicht schlafen." Sie lächelte.
„Und warum nicht?" Doch an ihrem Blick konnte ich bereits die Antwort erkennen.
„Weil ich an dich gedacht habe", sagte sie und gähnte herzhaft. Ich musste lachen.
„Da geht es mir nicht anders."
„Und was hast du gestern noch gemacht?", fragte sie.
„Hauptsächlich habe ich an meinem Referat gearbeitet. Und du?"
„Hauptsächlich habe ich an dich gedacht. Na ja, und nicht zu vergessen, habe ich noch an meinem Referat gearbeitet, was mir dann doch nicht so leicht fiel.", sagte sie und kicherte.
„Tja, warum wohl ..." Ich schaute sie breit grinsend an.
„Warum? Weil du einfach nicht aus meinem Kopf verschwinden willst!", erwiderte sie lachend. „Ich komme mir vor, als würdest du dort sitzen und Kaffee trinken, und mich verschmitzt angrinsen, und so tun, als wäre es da viel zu gemütlich für dich, um abzuhauen."
„Also, der Punkt mit dem Kaffee stimmt schon mal"
Mittlerweile waren wir an der Schule angekommen. Ich griff nach Bellas Taille und setzte sie auf meinem Schoß.
„Ach ja, und du bist viel zu gemütlich, als dass ich jemals vor dir abhauen könnte.", fügte ich breit grinsend hinzu. Sie legte ihren Kopf an meine Schulter und seufzte.
„Ich wünschte, ich könnte immer bei dir sein", sagte sie flüsternd.
„Ich bleibe immer bei dir, solange du willst."
„Versprichst du es?", fragte sie und schaute mir abermals in die Augen.
„Ja. Ich verspreche es.", sagte ich, küsste ihre Stirn und machte die Tür auf. „Komm, wir müssen zum Unterricht."

Bella

Doch kurz nachdem wir aus dem Auto stiegen, sank Edward auf seine Knie, und nahm meine Hand. Ich war völlig überrascht, verdutzt schaute ich ihn an. Und auch etwas verwirrt. Seine Augen glühten.
„Isabella Swan", sagte er. Ich schaute mich auf dem Parkplatz um – niemand war da. Er schien es zu wissen, und tat auf ernst. War es nicht etwas zu früh, um mir einen Heiratsantrag zu machen?
„Du bist etwas ganz Besonderes. Deswegen frag ich dich hier und jetzt – willst du mit mir zusammen sein?" Mein Hirn brauchte erst mal ein wenig, um zu kapieren, was er da meinte. Dann warf ich mich wie von allein in seine Arme.
„Das heißt dann wohl Ja", murmelte er in mein Ohr. Edward half mir hoch und Hand in Hand gingen wir über dem Parkplatz zur Klasse.

Edward

Wir zogen wahrhaftig Blicke auf uns, und überall wo wir hingingen, fing man an, über uns zu tuscheln. Die Mädchen durchbohrten Bella mit einem hasserfüllten Blick. Mike Newton, der über dem Flur sauste, weil irgend so ein Idiot ihm die Tasche weggeschnappt hatte, konnte seinen Augen kaum trauen, als er uns so sah, und knallte dabei gegen die Tür. Bella fing an zu kichern, und auch ich musste mir ein Lachen verkneifen.
Die erste Stunde hatten wir zusammen. Gemeinsam betraten wir die Klasse, und setzten uns auf die Plätze.
Politik. Ugh.

Bella

Mrs Cramer kam in die Klasse, schaute nochmals zu Tür und signalisierte jemanden mit einer Handbewegung hereinzukommen. Ein neuer Student? Hm, könnte interessant werden.
Als der Neue den Raum betrat, stockte mir der Atem. Edward versteifte sich auf seinem Stuhl.
Was hatte er denn? Doch als ich meinen Blick wieder nach vorne richtete, fiel mir die außergewöhnliche Schönheit des Mädchens auf. Sie war groß, hatte eine top Figur, ihr Haar war glatt und rotblond, es reichte ihr bis zur Hüfte. Ihre Augen fielen mir zuletzt auf, doch dann erstarrte ich genauso wie Edward neben mir.
Ihre Augen – sie waren golden. Sie war ein Vampir.
„Das ist Lucia Sovereign. Sie kommt aus England. Seid freundlich zu ihr.", sagte Mrs Cramer. Ich hörte die Jungs nach ihr pfeifen. Vorsichtig lugte ich zu Edward, der sich teilweise wieder beruhigt hatte.
„Lucia, setz dich doch neben Edward. Letzte Reihe links." Das Mädchen nickte, und schaute zu uns nach hinten. Ihr Blick kreuzte sich mit meinem, dann traf sie Edwards. Dort verharrte sie, und mit langsamen Schritten stolzierte sie zu ihrem Platz – ohne Edward aus ihren Augen zu lassen. Mrs Cramer begann mit ihrem Unterricht und ich hörte Lucia sprechen.
„Hi, ich bin Lucia. Nett, dich kennenzulernen." Edward wandte den Kopf zu ihr hinüber. Er nickte, und schien ebenfalls mit ihr zu reden. Plötzlich überkam mich das Gefühl der Eifersucht. Zudem spürte ich auch etwas anderes. Ich wusste nicht was, aber es fühlte sich falsch an. Ich redete mir ein, dass Edward sich halt der Neuen vorstellte, mehr nicht, doch ich bekam das Gefühl nicht los, dass hier etwas nicht stimmte. Er redete die ganze Stunde mit mir, und ignorierte mich völlig. Nun gut, ab und zu schaute er zu mir und lächelte mir zu. Wahrscheinlich übertrieb ich wohl etwas mit meiner Reaktion, aber das merkwürdige Gefühl blieb. Als es klingelte stand er auf, verabschiedete sich, küsste mich auf dem Mund und ging. Ich schaute kurz in seine Tasche auf seinen Stundenplan und sah, dass er jetzt Biologie hatte. Ein erleichterter Seufzer entfuhr meinem Mund, dann begegnete ich dem Blick von Lucia, die mich musterte. Sie lächelte nicht, sondern schaute mich ausdruckslos an. Plötzlich grinste sie verschlagen, und das merkwürdige Gefühl kam wieder in mir hoch. Verängstigt wandte ich mich dem Unterricht zu. Mir ging Edwards Reaktion einfach nicht aus dem Kopf – wie er erstarrt war, nachdem diese Neue die Klasse betrat. Kannte er sie etwa? Ja aber, dann würde er mir sie doch wenigstens vorstellen, oder? Aber warum tat er es dann nicht?
Ein Bild schoss mir durch den Kopf.
Ich hatte es immer und immer wieder vor Augen gehabt – Edward mit goldenen Augen. Er als Vampir. Und dann, wie Lucia ihn umarmte, und wie er das zuließ. Ich blieb allein zurück. Edward ließ mich im Regen stehen, und ging mit ihr fort. Ich kämpfte innerlich mit den Tränen und erschrak plötzlich, als der Lehrer vor meinem Pult stand, und mich ziemlich ärgerlich anschaute.
„Miss Swan, ich erwarte, dass Sie sich gefälligst dem Unterricht hingeben, und mir antworten, sobald ich Sie aufrufe. Haben Sie mich verstanden?" Der bedrohliche Ton in seiner Stimme jagte mir ein Schauer über dem Rücken. Ich hörte Lucia neben mir kichern. Ich nickte schnell.
„Ja, Mr Banner", murmelte ich. Dann ging er zurück zur Tafel. Zornig schaute ich zu Lucia, die meinen Blick genauso zornig erwiderte. Doch ich verlor das Blickduell. Mike drehte sich zu ihr um, und sprach sie an, doch sie ignorierte ihn.
„Willst du mit mir gehen?", fragte er.
„Sorry, aber ich bin schon mit Edward verabredet." Diese Worte brannten wie Säure in meinen Adern. Verdutzt schaute Mike mich an, ehe er sich niedergeschlagen wieder umdrehte. D-Das konnte doch nicht sein! Der Schmerz flammte erneut auf, und ich merkte nicht, wie ich anfing zu schluchzen. Lucia seufzte genervt, und verdrehte die Augen.
„Jammerlappen", hörte ich sie sagen.
Es klingelte zur großen Pause, und sie stand auf, beugte sich zu mir herunter und flüsterte mir verschwörerisch ins Ohr: „Edward gehört mir."
Dann stolzierte sie aus dem Raum. Wie versteinert saß ich auf meinem Stuhl und traute meinen Ohren nicht.
Sie wollte ihn.
Sie wollte die Person, die ich gerade erst gewonnen hatte.
Sie wollte Edward. Und ich wusste, dass ich nur verlieren konnte. Sie war einfach wunderschön, und ich nur durchschnittlich. Mein Herz begann zu rasen, und ich wurde das Gefühl einfach nicht los, dass etwas mit ihm, mit Edward passierte. Mein Kopf sank auf den Tisch, alles drehte sich auf einmal. Wieso, wieso fühlte ich mich denn so mies? Das war ungewöhnlich. Diese Reaktion war einfach nicht üblich, jedenfalls nicht jetzt.
Es war, als würde man mich kontrollieren.
„Bella? Alles okay?" Beim Klang seiner Stimme seufzte ich erleichtert, und mit einem Mal vergaß ich alle Sorgen und nahm Edwards Hand, die er mir hinhielt. Ich versuchte so munter wie möglich zu klingen.
„Ach, Edward, wer ist denn die Neue? Du scheinst ja mit ihr verabredet zu sein." Edward schien nicht aufzufallen, wie misstrauisch ich eigentlich war.
„Das ist Lucia. Sie wollte sich im Unterricht unbedingt mit mir unterhalten", seufzte er genervt. Dann sah er mich entschuldigend an. „Sorry, Bella. Ich werde wohl nach dem Unterricht verschwinden müssen." Er wollte also nichts mit ihr zu tun haben. Das war ein gutes Zeichen.
„Schon okay", sagte ich, und probierte zu Lächeln. Dann nahm er meine Hand und führte mich aus dem Raum. Lucia kam uns auf dem Flur entgegen. Ihre Hüfte bewegte sich hin und her, und sie schaute nur Edward an, der sie ignorierte. Für kurze Zeit formten sich ihre Augen zu Schlitzen, dann erwiderte er ihren Blick auf einmal. Doch er war leer. Völlig ausdruckslos schaute er ihr nach, bis ich ihm am Arm berührte.
„Edward?" Verwirrt schüttelte er den Kopf.
„Mir geht's gut, Bella. Lass uns gehen." Misstrauisch behielt ich Edward im Auge, doch als er meinem Blick erwiderte, versuchte ich zu lächeln. Was war bloß mit ihm los?
Lucia richtete ihre volle Aufmerksamkeit auf Edward, und er erwiderte sie. Ein schmerzhafter Stich durchfuhr meine Brust, mir wurde schwindelig. Entsetzt sah ich zu, wie Lucia versuchte, mit Edward zu flirten – mit Erfolg. Aber irgendetwas war anders.
Er war wie … kontrolliert.
Und die Angst blieb.
Angst, dass ich Edward verlieren würde.
Du musst kämpfen, Bella!, schrie die Stimme in mir. Doch hatte ich überhaupt die Kraft dazu? Ich fühlte mich doch schon jetzt so leer, so einsam. Ich fühlte mich … wehrlos.
Ich hatte nichts, womit ich Edward hätte halten können. Nichts.
Als würde irgendetwas mich lahmlegen. Das Einzige, was mich in diesem Moment nicht im Stich ließ, waren meine Sinne. Sie sagten mir, dass etwas ungewöhnliches hier war.
Und es war etwas Schlechtes. Für mich … und Edward.
Und ich spürte, wie es versuchte, uns auseinander zu bringen.