Verschwunden

A.N.: Aaalso, diese (wundervolle) Idee stammt immer noch von Vampyre. Nicht vergessen. Ich habe sie schon umgesetzt, und an manchen Stellen (ein ganz kleines bisschen) verändert. Danke, Madlen!!

Vielen Dank für die ganzen Favoriteneinträge schnüff Ich habe echt nicht damit gerechnet.

Ein ganz besonders großes Dankeschön geht an:

-jey- (stehst gleich an erster Stelle, kleine Punkgöre! Hdggg…dl)

Vampirromantikerin (Danke für deine lieben Mails!)

Thunderbird (mein kleines chicken Hdl! Deine Ausraster sind echt unterhaltsam gg)

Cococookie (Ja, Coco, lieb dich auch! Ich hab dich nicht vergessen! )

GenevieveDerVampir (Hey Kathi, alles klar?)

Twilight2 (Danke für die vielen lieben Mails!! Komm mich doch mal besuchen xD)

Mare (als fleißige Review Schreiberin muss man dich einfach loben!)

flupsi (Danke für die lieben Reviews!)

CullenFan (Auch ein Dankeschön an dich! lolli geb)
kaddel (Danke für die vielen Reviews!)

MissKara (Auch an dich ein großes Dankeschön!)

Phantasia (Das Gleiche ggg)

Huuuui, das wird ja noch ne lange Liste! Ich könnte den ganzen Tag so weitermachen, ich hoffe, ihr seid mir nicht böse, wenn ich einige von euch nicht erwähnt hab ;;

Oh ja, an die Schwarzleser geb ich natürlich auch ein großes Dankeschön! Auch wenn ihr nicht immer Reviews schreibt … heul

Und das größte Lob kriegt Vampyre. Danke für deine Mühe, meine Kapitel zu prüfen. Und für dein großes Verständnis für meine Schusseligkeit …

Sooo, genug davon, ich wünsch euch viel Spaß!

Eure Steph

Verschwunden

Bella

Die Sehnsucht nach ihm brannte immer noch in mir. Ununterbrochen wanderten die Tränen herab, ich konnte das Fließen des Wassers nicht stoppen. Auch wenn ich bewusstlos war, war ich noch wach genug, um weinen zu können. Mein Magen krampfte sich schmerzhaft zusammen, bei dem Gedanken, dass ihn etwas zustoßen könnte. Ich war mir sicher: Er war in Gefahr.

Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich einmal um Jemanden kämpfen würde. Und jetzt stand es mir bevor. Und dieser Jemand war wertvoller als alles andere. Und nun hatte ich ihn verloren. Nicht die leiseste Spur ist von ihm zurückgeblieben, die mich hätte zu ihm führen können. Das einzige, das von ihm geblieben war, war die Leere, die er hinterließ. Sie ließ mich innerlich brennend zurück.

Ob ich ihn wohl je wieder sehen würde?

Ich schwor mir, dass ich alles daran setzen würde, um ihn zu finden. Doch alle möglichen Wege, die ich gehen könnte, um dies zu schaffen, blieben mir versperrt. Ich hatte keine Ahnung, was ich tun sollte. Übermenschliche Kräfte hatte ich ja keine. Nun stand ich hilflos da. Verzweiflung überkam mich, und ich hatte das Gefühl, in ihr zu ersticken.

Ob ich wohl immer noch im Auto saß? Ich wusste es nicht. Doch plötzlich spürte ich einen eisigen Hauch auf meiner Haut, der mich erzittern ließ. Kalte Finger strichen über meinen Puls. Ich hörte Stimmen.

„O Mein Gott! Carlisle! Sind wir zu spät gekommen?!" Es war die Stimme von Alice, sie kam von neben an. Der sonst so warme Klang ihrer Stimme, die einer Sopransängerin nahe kam, war jetzt eher schrill und panisch. Jetzt tasteten Finger über meinen Kopf.

„Nein, Alice. Sie ist wohl auf. Die Wunde an ihrem Kopf ist nicht so tief, wie ich befürchtet hatte. Aber wir sollten sie von hier wegbringen."

„In Ordnung." Zwei Arme schlangen sich um meinen Körper, und ich flog. Es war, als würde ich schweben. Ich fühlte den Wind, der mir ins Gesicht peitschte, und meine Haare nach hinten wehte. Als würde jemand daran ziehen. Das Gefühl war berauschend.

Wenig später hörte ich, wie eine Tür sich öffnete, wie jemand die Treppe hinaufstieg und mich dann sanft wieder ablegte. Kurz darauf spürte ich erneut Finger an meinem Kopf, dann an meinen Armen.

„Esme, reichst du mir bitte meinen Koffer?", fragte Carlisle sie. „Danke." Ich spürte fast kaum etwas von der Behandlung. Carlisle ging sehr vorsichtig und sorgfältig um.

„Sie ist bereits wach, sie hört uns.", sagte Alice leise. „In weniger als dreißig Sekunden wird sie ihre Augen öffnen.", fuhr sie fort. Wenig später öffneten sich meine Augen wie von allein. „Sag ich doch.", meinte Alice und lächelte zufrieden, doch ihre Miene veränderte sich plötzlich; Sorgenfalten bildeten sich auf ihrer porzellanfarbenen Stirn, sie sah besorgt aus.

„Bella?" Ich richtete meine Augen auf Esme. „Bist du in Ordnung?", fragte sie.

„Ja", krächzte ich. „Was ist passiert?" Sie zögerte mit der Antwort. Alice schloss die Augen, öffnete sie wieder, und nickte anschließend. Esme richtete ihren Blick wieder auf mich.

„Wir haben dich hierher gebracht, nachdem dir und Edward dieser Unfall passiert war." Sie pausierte. „Wo ist er eigentlich?" Ich erstarrte und senkte den Kopf.

„Ich weiß es nicht.", flüsterte ich leise. Langsam trat sie näher, und legte ihren Arm um meine Schultern.

„Das macht nichts, Liebes. Wir werden ihn schon finden." Ihre Stimme klang gelassen, doch tiefe Sorge lag in ihrem Blick. Verzweifelt schaute sie wieder zu Alice. Nun erstarrte auch sie.

„Diese vermaledeite" Alice beendete den Satz nicht, sondern starrte nur zornig zu Boden. „Esme? Carlisle? Ich glaube, wir haben es hier mit einer ziemlich harten Gegnerin zu tun." Während sie sprach heftete ihr Blick auf mir. „Bella, dieser neue Vampir … Sie heißt Lucia, nicht wahr? Lucia Sovereign." Ich nickte benommen. „Und – sie hat sich an Edward rangemacht, oder?" Wieder nickte ich. „Da haben wir das Problem. Ich weiß, was ihre Fähigkeit ist." Ihre Miene verdüsterte sich gewaltig. „Sie kann Menschen, als auch Vampire manipulieren, und sie so zu Sklaven machen. Bella, sie wollte dich damit provozieren. Sie wusste, dass du so stark für Edward empfindest. Und um daraus ein kleines Spielchen zu machen, hat sie ihn entführt." Mein Herz zog sich bei dieser Feststellung zusammen. Meine Vermutung war also richtig. Alle um Alice herum erstarrten.

„Vielleicht könnten wir ihre Fährte aufnehmen", schlug Emmett vor, und in seinen Augen funkelte es vor Begeisterung. Er konnte es schon gar nicht mehr abwarten, Lucia hinterher zu jagen und sie aufzuspüren.

„Vielleicht, vielleicht auch nicht.", erwiderte Jasper. „Ihre Spur könnte jetzt schon wieder verschwunden sein."

„Darf ich euch mal etwas fragen?", sagte ich leise. Alle drehten sich zu mir um und schauten mich neugierig an.

„Ja klar, nur zu.", antwortete Alice, die meine Frage wohl schon zu wissen schien.

„H-Haben Vampire besondere Fähigkeiten?" Ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus.

„Ja."

„Wie … wie funktioniert so was? Seid ihr so etwas wie Superhelden?" Alice, Emmett, Jasper und Rosalie warfen ihre Köpfe nach hinten und lachten.

„Nein, Superhelden sind wir ganz bestimmt nicht.", antwortete Alice, und in ihrer Stimme lag ein Ton, den ich nicht verstand. Ihre Zähne blitzten. „Aber ich habe auch keine Ahnung, wie wir die Fähigkeiten bekommen. Meine Theorie basiert darauf, dass wir unsere Eigenschaften, die sich in unserem Leben als Mensch besonders ausgeprägt hatten, mit in unser neues ‚Leben' nehmen."

„Was ist deine Fähigkeit?", erwiderte ich neugierig.

„Ich kann Visionen sehen", antwortete sich schlicht. „Schon als Mensch konnte ich Dinge sehen, die andere nicht sehe konnten. Diese Fähigkeit hat sich wohl verfeinert, als ich verwandelt wurde."

„Und du, Jasper?"

„Ich kann Gefühle manipulieren." Meine Neugier verwandelte sich in Erstaunen.

„Echt? Wie geht das?" Statt zu antworten, dauerte es nur einen kurzen Moment, und ich fühlte mich unbeschreiblich wütend. Dann wurde ich wieder normal. „Wow", stieß ich hervor. Alice ergriff das Wort.

„Emmett hat seine Stärke mitgebracht, Rosalie ihre … ähm … Sturheit" Rosalie warf ihr einen finsteren Blick zu. „Carlisle das Mitgefühl, und sein großes Verständnis, und Esme besitzt die Fähigkeit, leidenschaftlich zu lieben." Stille erfüllte den Raum.

„Habt ihr noch irgendwelche Eigenschaften?", flüsterte ich. Alice nickte kurz.

„Ja." Sie und Carlisle wechselten schnell den Blick, dann fuhr sie fort. „Nun", begann sie, kam auf mich zu, und setzte sich neben mich. „Wir sind unbeschreiblich schnell, und wir sind sehr stark. Als Vampir muss man ungeheuer aufpassen, um den Körper eines Menschen nicht aus versehen zu zerschmettern." Mich schauderte bei der Vorstellung. „Wie du sicher mitbekommen hast, wirken wir auf euch Menschen sehr attraktiv." Alice lächelte leicht. „Unsere Sinne sind außerdem noch besonders gut ausgeprägt. Unser Blick reicht meilenweit. Und ich höre gerade, wie dein Herz anfängt unregelmäßig zu schlagen." Sie lächelte wieder. Ich nickte kurz.

„W-Wie", stammelte ich, und zog so alle Blicke auf mich. „Wie sollen wir Edward finden?" Alice Miene verdüsterte sich.

„Das wird schwer werden. Wir brauchen mehr Informationen. Und die kriegen wir nur, wenn ich auf eine Vision abwarte. Lucias Geruch ist bestimmt schon vom Regen weggespült worden." Alice schaute gedankenverloren aus dem Fenster, während sie sprach.

„Kann ich euch denn nicht irgendwie helfen?", fragte ich verzweifelt. Sie alle blieben ratlos.

„Wir müssen abwarten.", sagte Rosalie. „Und wir können in der Zwischenzeit nichts anderes tun, als hoffen, dass ihm nichts Schlimmes passiert.", beendete sie leise. Langsam bekam ich Panik.

„Aber sie ist gefährlich! Sie könnte ihm doch in jedem Moment etwas antun! Wer weiß, was sie gerade im Schilde führt! Wieso hat sie ihn überhaupt entführt?!" Meine Stimme schraubte sich immer mehr Oktaven höher, je hysterischer ich wurde. Alice ergriff mich an den Schultern und fing an mich zu schütteln.

„Jetzt beruhige dich doch, Bella!", rief sie. Ihre goldenen Augen sprühten Funken. „Ich bin genauso besorgt wie du! Wir alle sind besorgt! Und wir wissen, was auf uns zukommt! Lucia ist mit Sicherheit gefährlich. Edward ist für sie verwundbar. Aber wir können im Moment nichts tun, verstehst du? Sosehr wir es auch wollen, wir müssen abwarten und sehen, was passiert. Bitte beruhige dich, Bella. Ich weiß, dass du ihn – dass wir ihn – wieder heil zurückbekommen werden. Ich habe es im Gefühl." Ihre Hände weilten sanft auf meinen Schultern, während ihr wissender Blick sich immer weiter in meinem bohrte. Ich nickte zögernd, Alice umarmte mich. „Alles wird gut", flüsterte sie. Ich blickte mich im Zimmer um, und sah, dass alle bis auf wir Zwei, weg waren.

„Wo sind denn die anderen?", fragte ich. Alice lächelte.

„Sie sind raus gegangen, um uns ein wenig allein zu lassen. Jasper hatte gespürt, dass du etwas auf dem Herzen hast. Also, raus damit." Ich überlegte kurz.

„Woher weißt du das mit mir und Edward …?" Sie lachte.

„Das war nicht schwer zu erraten.", erwiderte sie und tippte sich mit dem Zeigefinger an den Kopf. „Ich bin eine Hellseherin, schon vergessen?" Ich musste lächeln.

„Bist du dir auch immer sicher, bei dem, was du siehst?" Ihr Blick wurde traurig, sie schüttelte den Kopf.

„Nein, leider nicht. Sobald die Person einen anderen Weg einschlägt, verändert sich somit auch ihre Zukunft. Sie ist halt nicht in Stein gemeißelt, verstehst du? Es ist nicht immer sicher. Aber sicher war ich mir, als ich dich kommen sah. Ich habe gesehen, dass zwischen dir und meinem Bruder etwas Besonderes läuft. Und jetzt hat sich dies bestätigt." Ich wurde rot.

„Wissen die anderen davon?", fragte ich leise. Sie grinste.

„Klar" Mein Kopf schoss hoch. „Wir haben keine Geheimnisse voreinander. Esme zum Beispiel war überglücklich, als ich ihr die Beziehung zwischen dir und Edward vorhergesagt habe." Ihr Blick wurde liebevoll. „Weißt du, Bella, mein Bruder war die ganzen vier Jahre über allein, seit Carlisle ihn aufgenommen hat. Als ich in die Familie eintrat, konnte ich seinen traurigen Blick nicht vergessen. Er tat mir so leid. Damals habe ich dich noch nicht kommen sehen. Und als ich ihn mit Margo sah, dachte ich, dass er endlich jemanden gefunden hätte, der zu ihm passte. Aber ich habe mich geirrt. Er wurde nur noch trauriger, ich konnte das nicht länger mit ansehen. Er fühlte sich einsam. Immer wieder, wenn er sah, wie glücklich ich mit Jasper war, oder Rosalie mit Emmett, oder Carlisle mit Esme … Er fühlte sich halt allein. Und dann hat er ich getroffen. Seitdem hat er sich wirklich verändert. Er ist so um vieles lebhafter geworden! Und nun so was." Sie seufzte. „Ich bin wirklich froh darüber, dass ihr zueinander gefunden habt. Und weißt du, je mehr ich dich kennen lerne, desto mehr mag ich dich. Für mich bist du schon fast wie eine Schwester." Diese Worte machten mich sprachlos. Alice lächelte nur noch breiter. Sie fasste mich an der Schulter. „So, genug davon. Möchtest du etwas essen?", fragte sie.

„Nein, danke. Ich gehe dann mal nach Hause." Ich wollte schon aufstehen, doch sie hielt mich mit einem eisernen Griff fest.

„Mir und den anderen wär es lieber, wenn du hier bleiben würdest. Zumindest so lange, bis wir Edward wieder gefunden haben. Aus Sicherheitsgründen …"

„Na gut", seufzte ich. „Aber ich möchte meine Sachen holen." Sie nickte.

„Kein Problem. Komm dann aber wieder, ja?"

„Ja." Alice ließ mich los, und ich stürmte nach draußen. Die Luft war kalt, und ich rannte rüber zu meinem Haus. Ich drehte den Schlüssel zweimal, machte die Tür einen Spalt auf und lugte hinein. Alles war so, wie ich es hinterlassen hatte. Ich atmete erleichtert auf. Keine Lucia in Sicht. Schnell stieg ich die Treppen empor, in mein Zimmer. Hastig packte ich meine Sachen ein. Wie lange ich wohl bei den Cullens bleiben würde? Ich wusste es nicht. Deshalb packte ich vorsichtshalber mal den halben Kleiderschrank zusammen. Ich schnappte mir meinen Kulturbeutel, und schmiss ihn ebenfalls in meine Tasche. Etwas knallte zu Boden, ich erschrak. Es war mein Handy. Seufzend bückte ich mich nach unten, um es aufzuheben. Plötzlich kam mir eine Idee. Sollte ich ihn anrufen? Was würde mir das bringen? Zitternd wählte ich seine Nummer. Ich hielt mir das Handy ans Ohr.

Tuuut … Tuuut … Tuuut …

Jemand hob ab. Mein Herz schlug mir bis zum Hals.

„Hallo, Bella", hörte ich Lucia sagen. Sie klang amüsiert. „Naaa? Vermisst du deinen kleinen Eddie schon?"

„Was hast du mit ihm vor?!", schrie ich. Edward rief verzweifelt im Hintergrund nach mir.

Bella!!"

„Aber, aber. Wir wollen doch höflich zueinander sein, nicht wahr?", schnurrte Lucia.

Scheiße!! Bella, hörst du mich?" Ja, wollte ich rufen. Doch mir blieb nur ein fetter Kloß im Hals stecken.

„Edward gehört zu mir. Nicht wahr, Ed?"

Pah, das würde dir wohl so passen!", fauchte er sie an.

„Ach ja? Sag, Ich liebe dich, Lucia Na los, sag es!!" Mit einem Schlag war es still.

Ich liebe dich, Lucia", echote Edward. Diese Worte – sie waren wie brennende Säure.

„Ha, siehst du?", lachte Lucia. „Bella, du wirst mich nie und nimmer finden. Wenn ich Edward erst einmal gebissen habe, wird er immer an mich gebunden sein."

„Was heißt gebissen?"

„Ach, du weißt davon ja noch gar nichts, Schätzchen. Das heißt, ich mache ihn zu einem Vampir. Er trägt dann mein Gift in seinem Körper, und wird so auf eine Weise immer an mich gebunden sein. Und was willst du kleines Mädchen schon ausrichten, hm?", höhnte sie. Vielleicht könnte ich ja einen der Cullens überreden, mich zu verwandeln …

Bella!!" Edward schrie nun wieder nach mir.

„Na dann, man sieht sich!!", rief Lucia, und die Leitung war abgebrochen. Versteinert stand ich da – und traute meinen Ohren kaum. Sie wollte ihn verwandeln. Mir blieb keine Zeit mehr, zu handeln. Ich riss meine Tasche vom Bett und stürmte nach unten, schloss die Haustür ab, und rannte zurück zum Haus der Cullens. Außer Atem stand ich vor Alice, während ich ihr erzählte, was vorgefallen war. Sie riss entsetzt die Augen auf, und sagte, sie müsse mit Carlisle reden. Noch heute wollten sie sich auf die Suche machen. Aber davor wollten sie noch jagen gehen. Alice, die darüber fluchte, dass sie nicht bei mir sein, und auf mich aufpassen konnte, entschuldigte sich, und befahl mir, ja nicht aus dem Haus zu gehen, während sie alle weg waren. Ich wollte sie dazu überreden, mitzukommen, doch sie schickte mich einfach ins Bett, ohne auf meinen Widerspruch zu warten.

Rosalie brachte mich in ein Zimmer – Edwards Zimmer. Wütend machte ich mich fertig und schlüpfte ins Bett. Alice kam noch einmal nach oben, um sich zu verabschieden.

„Wir sind in ein paar Stunden wieder da. Mach ja keinen Unsinn, hörst du?" Sie sprach sehr ernst. Ich nickte. „Es geht hier schließlich um deine Sicherheit." Für kurze Zeit schloss sie die Augen, dann öffnete sie sie wieder. „Ja, dir passiert nichts.", sagte sie, mehr zu sich selbst. Dann gab sie mir einen flüchtigen Kuss auf die Wange, machte das Licht aus, und schon war sie weg. Ich legte mich hin, zog die Decke hoch, kugelte mich zusammen, und schloss die Augen. Statt zu schlafen, bekam ich Alpträume. Wenn es überhaupt welche waren. Ich sah Edward und Lucia in einem dunklen Raum. Er saß gefesselt auf einem Holzstuhl und regte sich kaum. Lucia hielt ein Handy in der Hand, das sie wieder ablegte. Langsam tänzelte sie um Edward herum, und betrachtete ihn. Der Raum verschwand, und ich sah einen abgelegenen Ort, in der Nähe vom Campus …

Erschrocken fuhr ich aus dem Schlaf. War es vielleicht möglich, dass das eine Art Vision war? Konnte Edward vielleicht dort sein? Ich sprang vom Bett, schlüpfte in meine Sachen, dann ging ich nach unten. Sie waren bereits weg.

Das ist jetzt die Gelegenheit! Ich rannte in die Garage, wo ich Edwards Motorrad vorfand. Vorsichtig schob ich es nach draußen, setzte mir anschließend den Helm auf, und setzte mich aufs Motorrad. Der Motor sprang an, und ein donnerndes Geräusch erfüllte die Luft. Ich hoffte nur zu sehr, dass die Zeit ausreichte, bis Alice wieder zurückkommen, und nach mir suchen würde. Doch das war mir in dem Moment egal. Dieses Risiko musste ich einfach eingehen, um Edward zu helfen. Irgendwo in der Nähe vom Campus musste es sein. Ich war mir nicht sicher, ob es stimmte, aber ich musste es einfach versuchen. Ob Alice jetzt wohl sah, dass ich mich nun mehr oder weniger in Gefahr begab? Bei dem Gedanken schaltete ich nur noch einen Gang höher, und ließ das Haus der Cullens hinter mir.

Alice, verzeih mir …