Rache kann schön sein, genauso wie das Tanzen

A.N.: Hallo ihr Lieben!

Okay, hier kommt nach langer Zeit das nächste Kapitel! Tut mir leid, dass ich so lange gebraucht habe … Ich hatte lange Zeit keine Lust zum Schreiben, doch jetzt werde ich mich wieder mehr anstrengen!

Trotz allem vermisse ich eure Reviews. Von vielen von euch. Echt schade, schreibt mir doch mal wieder welche, ich würde mich wirklich freuen!

Genug der Rede, genießt das Kapitel!

Eure Steph

Rosalie

Argh! Manchmal war dieses Spiel wirklich unausstehlich! Wer hatte sich dieses Spiel überhaupt ausgedacht?! Demjenigen war wohl langweilig … Na ja, egal. Erst mal musste ich ein nächstes Opfer wählen.

Als wir uns alle wieder im Wohnzimmer versammelten, fiel mein Blick auf die Zwei, die noch eine Aufgabe erfüllen mussten; Edward und Jasper. Eine sehr schwere Wahl, so fürchtete ich, aber da das ja alles mit Alice abgesprochen war, und ich geschworen habe, Jasper zu nehmen, da das Beste immer zum Schluss kam (Edward tat mir jetzt schon leid), blieb mein Blick auf unserem Möchtegern Gefühls-Kontrolleur haften, der mich misstrauisch beäugte. Allerdings hatte er nicht Angst, drangenommen zu werden, da er das ja schon wusste, sondern er hatte Angst vor der Aufgabe, die ich ihm bald erteilen würde. Ich spürte, wie mein rechter Mundwinkel sich zu einem verschlagenen Grinsen hob; Jasper schluckte.

„Jasper, ich weiß, dass dir diese Aufgabe nicht besonders gefallen wird, aber ich habe einen guten Vorwand, um dir das anzutun."

„Ich weiß gar nicht, wovon du redest", murmelte er trocken. Und ob er das wusste! Schließlich hatte er mich bis heute noch damit aufgezogen!

Er schien wohl meine Gefühlsregung zu spüren, denn sein Gesichtsausdruck veränderte sich schlagartig. Emmett lachte.

„Du willst dich wegen damals an ihn rächen? Oh Rose, das waren doch nur ein paar Brote!"

Alice grinste über beide Ohren, ebenso wie Edward, Bella allerdings war verwirrt.

„Damals? Brote? Hä? Edward, was war denn damals?", fragte sie ihn neugierig, er lachte leise.

„Rosalie musste bei einem früheren Spiel widerwillig hundert Knoblauchbrote verschlingen. Sie hat's voll abgekriegt. Die Arme roch gleich mehrere Tage danach. Widerlich. Emmett konnte sie dann anschließend nicht mehr küssen, weil ihm ihr Mundgeruch den Atem verschlagen hatte." Er verkniff sich ein Grinsen. Wütend griff ich nach hinten, nahm ein Kissen vom Sofa und warf es ihm an den Kopf.

„Das ist nicht witzig!", meckerte ich ihn an. „Ich habe Emmett hinterher vollgekotzt, weil mir so schlecht war!"

„Oh ja, das auch noch", sagte er amüsiert und nickte zustimmend mit dem Kopf. Emmett verzog bei der Erinnerung das Gesicht.

„Ugh!", machte ich nur und verdrehte die Augen.

Dann knöpfte ich mir Jasper vor.

„Also, du darfst eine Woche lang das Schulessen aus der Caféteria zu dir nehmen. Und damit meine ich alles, was zur Verfügung steht. Das heißt, alle Getränke, Vor- und Hauptspeisen, sowie Desserts und andere Kleinigkeiten. Und da ich so gütig bin, komme ich für die Kosten auf."

„Was bringt dir das Rose–", versuchte Edward zu sagen, doch ich schnitt ihm das Wort ab.

„Verstanden, Jazz?"

„Rose, ich glaub, das ist wirklich zu viel für ihn!", rief Alice besorgt. Wo ich ihr eigentlich auch Recht geben müsste, aber ich war in dem Moment viel zu stur, um genauer darüber nachzudenken was ich tat. Jasper fielen fast die Augen aus dem Kopf, sosehr schockierte es ihn.

„Aber, ich kann das nicht! Ich muss mich doch schon unter Kontrolle halten, wenn ich unter Menschen bin! Ich kann doch nicht gleichzeitig essen!" An der Art wie seine Wortwahl gerade klang musste ich lächeln.

„Ach komm, das schaffst du schon. Im Notfall können wir die Aufgabe auch abbrechen. Aber wehe du rennst gleich am ersten Tag aus der Caféteria, nur weil du dich drücken willst!" Nach langem Überlegen nickte er schließlich und gab sich geschlagen. Ich nickte triumphierend.

Bella

Und so musste Jasper schließlich Rosalies Anforderung nachgehen, und sich alles in sich hineinstopfen, was momentan auf der Speisekarte war. Und das ganze fünf Tage lang. Es war lustig ihm zuzusehen, wie er zögerlich das kleine Stück Pizza nahm, und es sich in den Mund schob. Er kaute kurz, schluckte, und schauderte vor Ekel.

Ich wusste nicht, wie lange Jasper eine Frikadelle angestarrt hatte. Er berührte sie noch nicht einmal mit der Gabel. Jedes mal, wenn er den Geruch scharf einzog, bekam er eigenartigerweise sofort einen Brechreiz.

„Was ist los?", fragte ich ihn. Na ja, ich konnte mir ausmalen, was er gerade empfand. Es war sehr unangenehm für ihn. Und so neu.

„Ich kann das Ding nicht essen! Das riecht so … so … nach Fleisch!"

„Äh, das ist auch Fleisch." Ich verdrehte die Augen.

„Ja, aber das hier ist so fettig und riecht ekelig!"

„Iss es trotzdem", wandte Rosalie ein. „Für mich waren die Knoblauchbrote auch kein Vergnügen!" Sie schielte kurz zu Emmett. „Und für Emmett sowieso nicht", fügte sie noch hinzu.

Jasper nickte kurz und angespannt. Dann nahm er die Gabel fest in die Hand und schnitt ein kleines Stück der Frikadelle ab.

„Alice, vergib mir", murmelte er, bevor er sich das Stückchen in den Mund schob. Es dauerte nicht lange, dann rannte er aufs Klo.

Rosalie seufzte. „Was für ein Weichei."

Die Woche neigte sich ihrem Ende zu, und mit jedem Tag meisterte Jasper seine Aufgabe immer besser. Natürlich machte er hinterher einen Gang zur Männertoilette, aber Rosalie meinte, dies sei in Ordnung. Sie hatte es ihm ja nicht verboten. Es war immerhin besser, als wenn er das Essen woanders wieder hochwürgen würde.

Das große Finale kam; Edward war der Letzte, der eine Aufgabe erfüllen musste, und ich war äußerst gespannt, was er tun musste. Aber als ich an Alice' verschlagenes Grinsen dachte, und an ihr Verhalten in den letzten Wochen, verschwand das gute Gefühl sofort. Was, wenn diese Aufgabe auch etwas mit mir zu tun hatte?

Auweia.

Edward

Jasper sah mich mit einer Mischung aus Freude und Mitleid an, als wir uns alle wieder zu einer letzten Versammlung im Wohnzimmer trafen. Er und die anderen, außer Bella, da sie genauso wenig wusste wie ich, was jetzt geschehen würde, blockierten ihre Gedanken, sodass ich sie nicht entziffern konnte. In letzter Zeit verschwieg Alice ihre Visionen vor mir, das verhieß nichts Gutes. Es hieß bei ihr immer, dass sie etwas vorhatte. Doch dieses Mal schien es etwas Größeres zu sein. Wie auch immer, ich wollte diesem Spiel so schnell wie möglich ein Ende bereiten.

„Okay, Edward", begann Jasper und holte tief Luft. Alice quietschte vor Aufregung und hüpfte wie ein Flummi auf und ab.

„Jetzt sag es doch endlich, Jazz!", rief sie ungeduldig.

„Ja, wie denn?", konterte er daraufhin zurück. „Ich hatte noch nicht einmal eine Gele–"

„Jasper, nun mach schon!!" Genervt verdrehte er die Augen und wandte sich wieder mir zu.

„Also schön, Ed. Da dies ja das große ‚Finale' ist, machen wir alle bei dieser Aufgabe mit, aber du spielst dabei die Hauptrolle." Ich nickte kurz und knapp und wartete auf die Fortsetzung.

„Alice hat Tickets zu einem Konzert gekauft. Die Mitglieder der Band, die dann dort auftreten wird, haben unter einer kleinen Bestechung eingewilligt, uns auftreten zu lassen. Zumindest zu einer bestimmten Zeit. Wir alle werden dann auf die Bühne gehen, und mit dir Saturday Night Fever tanzen. Allerdings werden wir dich in ein Kostüm stopfen. Na ja, und was danach passiert, wirst du ja selber sehen."

Ich traute meinen Ohren kaum. Wie in Trance saß ich da und starrte ihn an. Genauso wie Alice, deren Augen immer noch begeistert Funken sprühten. Die Aufgabe an sich war ja nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Außer natürlich, dass ich mich vor der ganzen Bevölkerung Alaskas demütigen werde, aber das war ja egal. Der Grund, weshalb ich wirklich ein wenig Angst hatte war was Jasper vorhin gesagt hatte.

Na ja, und was danach passiert, wirst du ja selber sehen."

Und das hieß dann ja wohl, dass es nicht nur bei diesem Tanz bleiben würde, zumindest nicht, wenn Alice diese Aufgabe, oder sogar das ganze Spiel geplant hatte.

Tja, das war dann wohl mein Untergang …

Bella

Das besagte Konzert, zu dem wir alle gehen sollten, fand genau drei Tage später statt. Natürlich hatte Alice mich nicht eher aus dem Haus gehen lassen, ohne mich wie eine Barbiepuppe frisiert und geschminkt zu haben. Der ganze Schaumfestiger, so nannte sie das Zeug, was sie mir ins Haar geklatscht hatte, klebte so ekelig, dass ich schon wieder nach Hause gehen, und mich duschen wollte. Doch Edwards flehender Händedruck und die Intensität seines Blickes hinderte mich daran auch nur einen Schritt in die entgegengesetzte Richtung zu wagen.

Als ich die vielen Lichter und das ganze Publikum sah, wurde mir schwindelig.

„Edward … Ich weiß nicht, ob ich das kann!" Vor Panik überschlug sich meine Stimme. Ich konnte es noch nie leiden, im Mittelpunkt zu stehen, und schon gar nicht dort oben auf einer Bühne, wo ich später auch noch einen Tanz hinlegen sollte! Zum Glück hatten Alice und Rosalie mit mir die Choreographie in den letzten Tagen geübt, sonst hätte ich wahrscheinlich schon längst vor Angst und Lampenfieber abgesagt.

Doch jetzt fühlte ich mich auch nicht gerade besser. Im Gegenteil, ich fühlte ich immer schlechter, und wurde mit jeder Minute nervöser. Edward redete beruhigend auf mich ein, und küsste mich auch ein paar Mal sanft auf den Mund, aber meine Aufregung legte sich nicht.

Genau in diesem Moment erinnerte ich mich, wie Rosalie und Alice mir beibrachten andere Tanzrichtungen wie Mambo, Salsa zu tanzen. Edward half mir dabei. Als ich daran dachte, wie sicher ich mich immer in seinen Armen beim Tanzen fühlte, beruhigte ich mich wieder ein wenig. Vielleicht würde es ja später doch nicht so schlimm werden, wie ich anfangs befürchtet hatte.

Edward schien zu merken, wie meine Aufregung nach und nach abkühlte; er lächelte mein allerliebstes schiefes Lächeln.

Carlisle und Esme versprachen zu dem Konzert zu kommen, um uns (beziehungsweise Edward) anzufeuern, falls mal was schief laufen, und er von der Bühne fallen sollte, oder irgendetwas in der Art.

Mir war aufgefallen, dass Esme in letzter Zeit ziemlich beschäftigt war, und Alice ihr dabei half. Beide waren mehrere Male in Stoff- und Bastelläden. Später wusste ich, dass sie das Kostüm für Edward kreiert hatten.

Gerade als ich tief in meinen Gedanken versunken war, kam Alice auf uns zugehüpft.

„Hey, es ist bald soweit!" Schlagartig war wieder das ungute Gefühl zurück. „Bella, ganz ruhig. Es wird dir nichts passieren."

„Alice, ich trau dir nicht", murmelte Edward argwöhnisch.

„Das musst du auch nicht!", antwortete sie fröhlich. „Mach einfach deine Aufgabe, und genieß die Show! Du wirst mir noch dafür danken!"

„Also hast du das alles geplant?!" Er war außer sich. Aber irgendetwas brachte ihn zum Nachdenken.

„Mhm", machte Alice nur. „Oh, Edward? Beinahe hätte ich es vergessen! Du musst mit mir mitkommen, damit du das Kostüm anziehen kannst. Ich glaube nicht, dass hier der passende Ort dafür ist." Sie wies mit dem Daumen auf die Eingangshalle, wo wir uns gerade befanden.

Edward schaute mich beunruhigt an, nickte aber und folgte ihr; er schleppte mich hinter sich her, auch in den Umkleideraum.

„Äh, Edward, ich glaub, ich gehöre nicht hierher", stammelte ich und betrachtete verlegen Edwards Kostüm, das an der Garderobe hing. Es war schlicht und weiß, ein typisches Diskooutfit, das man aus den Siebzigern kannte. Es hatte einen Kragen und einen großen V-Ausschnitt, das einen großen Teil Edwards Brust später entblößen würde. Ich wurde rot, als ich mir das vorstellte. Plötzlich spürte ich seinen kalten Atem in meinem Nacken.

„Schließ einfach deine Augen", flüsterte er in mein Ohr. „Aber bleib bitte bei mir."

Ich gehorchte ihm. Und dennoch beobachtete ich ihn heimlich durch eine kleine Lücke meiner Handfläche; wie er das Hemd langsam aufknöpfte, und ich so seine perfekt geformte Brust zu sehen bekam. Es war fast wie ein Geschenk für mich; er war einfach perfekt. Zu perfekt. Und nicht für mich bestimmt. Seine unglaubliche Schönheit stimmte mich traurig, auch wenn ich genau wusste, dass ich ein Vampir war, und ich mich nicht mehr zu schämen brauchte, was meine Minderwertigkeit anging. Doch dieses Gefühl kam immer wieder, sobald ich sein bezauberndes Antlitz zu Gesicht bekam. Und ich wusste nicht, warum.

Ich beschränkte mein Blickfeld einzig und allein auf meine Hände, und wartete, bis Edward fertig angezogen war. Ich spürte, wie er meine Hände vom Gesicht nahm und mir hinterher einen leichten Kuss auf die Stirn drückte.

Ich betrachtete ihn von Kopf bis Fuß. Auch in diesem noch so komischen Outfit sah er immer noch perfekt und wunderschön aus. Und auch … übertrieben sexy. Natürlich wurde ich wieder einmal rot, was Edward zum Lächeln brachte. Es freute ihn wohl, dass er einen solchen Effekt auf mich zu haben schien.

Als wir anschließend aus dem Umkleideraum traten, warteten alle bereits auf uns. Bald würde es los gehen. Doch plötzlich packte Alice mich am Arm, zurück in die Umkleide.

„Wir müssen dir auch was Passendes zum Anziehen geben", erklärte sie. Und da schaute ich genauer hin, und sah, dass auch sie ein anderes Outfit trug. Es war ein sehr kurzes, silbernes Kleid, dazu passende Schuhe. Alice öffnete den Kleiderschrank, und holte ein knielanges, dunkelblaues Kleid hervor, das einen, für mich jedenfalls, tiefen Ausschnitt hatte. Es war mit kleinen Steinchen besetzt, sodass der Stoff im Licht schimmerte. Es sah wunderschön aus. Und ich war diejenige, die es tragen sollte!

„Los, zieh es an, ich weiß, es wird dir perfekt stehen!" Ihre Augen funkelten aufgeregt. „Bella, mach schon!"

Ich zog das Kleid in Vampirgeschwindigkeit an, Alice machte das Kleid noch an einigen Stellen etwas zu Recht, trat zurück und starrte mich mit offenem Mund an.

„Oh Mann! Es steht dir einfach perfekt, Bella! Ich bin so stolz auf mich!"

„Wie … Heißt das, du hast das Kleid selbst genäht?", fragte ich verblüfft. Sie nickte glücklich. Jetzt lag es an mir, erstaunt zu sein.

„Oh Alice, das Kleid ist wirklich traumhaft, ich danke dir!"

„Edward müsste dich erst einmal so sehen!", antwortete sie. Ich wurde rot.

Ungeduldig zerrte sich mich nach draußen, wo mich alle bewundert anschauten. Edward konnte seinen Augen nicht trauen; fassungslos betrachtete er mich und mein Kleid, dann trat er näher und flüsterte: „Du siehst so verführerisch aus – das ist schon ziemlich unfair."

Irgendetwas an diesen Worten brachte Alice zum Kichern, sie lächelte uns zu, dann zerrte sie mich und Edward in Richtung Bühne.

Auf dem Weg dorthin hörte ich ein leises Wimmern und Hämmern. Ahnungslos drehte ich mich in die Richtung, aus der diese Geräusche kamen, und entdeckte vier Personen die gefesselt und geknebelt Backstage hockten. Meinem Anschein nach, war es die Band, die heute eigentlich auftreten sollte. Alice bemerkte meinen Blick und kicherte wieder.

„Sag mal, warst du das?", fragte ich sie argwöhnisch.

„Nö, das waren Emmett und Jasper." Ihre Antwort war schlicht und einfach, und sie klang dabei so unschuldig, dass ich ihr fast glaubte. Wie gesagt – fast.

Ungläubig ließ ich mich weiterzerren, bis wir die Bühne erreicht hatten. Für kurze Zeit verschwand Alice, dann tauchte sie wieder auf, die Musik von Saturday Night Fever begann, und wir alle sprangen auf die Bühne. Ich rechnete mit einem Wutausbruch des Publikums, doch die waren sogar ganz begeistert. Wahrscheinlich lag es daran, dass Edward, der ganz vorne stand, eine ausgezeichnete Show vorführte. Ich hatte ihn noch nie so tanzen sehen; jeden Moment würden meine Knie nachgeben. Seine weiblichen Fans würden ihm wahrscheinlich nachher hinterherrennen …

Alice, die uns das alles anscheinend eingefädelt hatte, stand ganz hinten. Dort, wo man sie kaum sah, und dann verschwand sie auch noch. Nun verstand ich gar nichts mehr.

Alice

Ha! Jetzt war Showtime! Ich musste zugeben, dass Edward ausgezeichnet tanzte, aber es war mir einfach noch nicht genug. Zum Glück hatten ich und Esme sein Kostüm kreiert, der uns bei meinem Plan helfen sollte. Carlisle wusste natürlich auch davon, und wie erwartet wartete er im Backstage auf mein Signal. Alles lief nach Plan. Edward würde mir dafür noch danken, das wusste ich. Mein Plan sollte ja nicht nur ihn und Bella beeinflussen, sondern auch das Publikum. Edward hatte ja eine Art Wunsch, und den werde ich für ihn erfüllen.

Carlisle war schon dabei, die nächste CD aufzulegen.

„Alice, bereit? Du rennst vor, dann spiele ich das Lied ab, okay?"

„Genau, so soll es ablaufen." Ich nickte ihm zu, und rannte wieder in Richtung Bühne. Hinter mir hörte ich, wie Carlisle auf PLAY drückte. Das besagte Lied startete. Ich gab Jasper, Emmett und Rosalie das Signal, und alle drei sprangen rechtzeitig von der Bühne, während ich mich immer näher an Edward anpirschte – und ihm das Outfit vom Leib riss.

Und so sein neues entblößte.

Es war ein klassisches Latino Outfit. Ein schwarzes Hemd mit V-Ausschnitt, dazu eine schwarze Hose. Es ging alles so schnell, sodass das Publikum dachte, es wäre einfach von alleine wie durch Zauberei von einem zum anderen gewechselt.

Esme und ich hatten das Discokostüm über dem Latino Outfit mit Klettverschlüssen zusammengeklebt, sodass ich es problemlos runter reißen konnte.

Wie ich es erwartet hatte, stand Edward da, und wusste nicht, was er machen sollte. Schließlich erkannte er, so wie ich es vorausgesehen hatte, noch rechtzeitig die Musik im Hintergrund – es war Time Of My Life vom Film Dirty Dancing. Schnell hatte er einen Arm um Bella umschlungen, auch sie verstand, und beide tanzten.

So leidenschaftlich, dass ich leise zu schluchzen anfing. Edward hob Bella hoch und wirbelte sie im Kreis herum; ihr Kleid schillerte im Rampenlicht, es war einfach wunderschön mit anzusehen.

Jasper und Emmett fügten im Backstagebereich noch ein paar Nebeneffekte ein, sodass unterschiedliche Lichter auf der Bühne aufflammten, und Bella und Edward mit ihren Farben durchtränkten. Ihre weiße Haut reflektierte all das Licht, was das Publikum faszinierte. Wie erwartet sah ich die halbe Universität im Zuschauerbereich, darunter auch Mike Newton und der Rest der Truppe, auch sie waren berauscht von dem Tanz, den Bella und Edward vorführten. Beide berührten sich Mund an Mund; sie tanzten wie das Feuer und das Eis, vereint in leidenschaftlichen Bewegungen. Als das Lied schließlich ausklang, applaudierte das Publikum wie wild.

Jetzt nur noch ein Gedanke an Edward: „Küss sie!"

Und er tat es. Vor all den Leuten küsste er sie, und das mit so viel Hingabe, dass das Publikum noch lauter aufschrie vor Begeisterung. Edward lächelte wie ein Engel, überglücklich, dass er jedem zeigen konnte, wie sehr er Bella liebte, und dass sie ihm gehörte. Und er ihr.

Jeder hatte es gesehen, jeder wusste nun vom neuen Paar. Es war Edwards Wunsch von damals. Ich hatte es in einer Vision gesehen, als er mit Bella alleine war.

Flashback

Sind wir jetzt nun offiziell ein Paar, oder nicht?"

Offiziell? Ein Paar?"

Ja."

Ich hab dir doch gesagt, dass ich mich auf eine Beziehung mit dir einlasse."

Ich weiß. Ich aber, meine mit ‚offiziell', dass unsere Klasse zum Beispiel auch von unserer Beziehung weiß. Das würde Mike sicher daran hindern, dich weiterhin so anzustarren."

Eifersüchtig?"

Ja. Ja, ich bin eifersüchtig."
„Aber warum? Ich gehöre dir. Nur dir."
„Na ja, das kommt mir manchmal aber nicht so vor."
„Willst du etwa sagen, dass ich dich betrüge?"

Nein. Das meinte ich nicht. Bella, hast du überhaupt eine Ahnung, wie viele Verehrer du auf der Uni hast?"
„Kann ich mir nicht vorstellen."
„Das solltest du aber. Vielleicht sollte ich eine Unterschriftsaktion machen, damit du siehst, wie viele es sind. Einige unter ihnen kennst du schon, andere würden dich hingegen überraschen."
„Woher willst du das wissen?"

„Alice hat's vorausgesehen. Weißt du, es kommt mir vor, als würden sie alle hinter mir Schlangestehen, und mich von dir wegzerren. Du kannst dir ja gar nicht vorstellen, wie sich das für mich anfühlt. Wenn ich sehe, wie sie dich alle anstarren …"

Flashback Ende

„Ich danke dir, Alice", flüsterte Edward, an mich gewandt. Ich wusste, dass ihm diese Aktion ihn letztendlich nun doch glücklich gemacht hatte. Und wenn er glücklich war, so war ich es auch. Nein – wir alle waren es. Für ihn. Und für Bella.

A.N.: Ich hoffe, das Kapitel hat euch gefallen! Bitte schreibt mir wieder ein paar Reviews!

Und nein, die FF geht noch weiter ;)

Eure Blood Freesia

Links:

Bellas Kleid:

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Edwards Oberteil:

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