A.N.:

So, hier ist das nächste Kapitel! Ich bin eigentlich ziemlich zufrieden mit dem Endergebnis. Ich hoffe, dass ihr das genauso seht, wie ich!

Viel Spaß ;)

--Steph

There's absolutely no way to stop us now

Edward

„Bella? Geht es dir gut?"

„Sehe ich so aus? Ugh." Sie sah gar nicht gut aus. Ich legte einen Arm um sie und setzte auf meinem Schoß. Meine Finger strichen behutsam über ihr Gesicht, das seit kurzem noch blasser zu sein schien als üblich.

„Was sollen wir machen, Edward?", wisperte sie erschöpft. „Zwar bin ich anscheinend die Einzige, die es mit ihr aufnehmen kann, aber das ist alles zu viel. Ich kann nicht die volle Verantwortung für dich und deine Familie tragen."

„Das hat doch niemand behauptet", beschwichtigte ich sie. „Ich wünschte nur, Alice könnte uns helfen." Bella hob ihren Kopf und sah mich verwundert an.

„Was ist mit ihr?"

Ahnungslos schüttelte ich den Kopf. „Wenn ich das wüsste. Alice kann Visionen sehen, wie immer. Aber sobald wir sie danach fragen, schweigt sie. Sie kriegt einfach den Mund nicht auf. Ich habe auch versucht, ihre Gedanken zu lesen, aber sie stemmte sich mit ganzer Kraft dagegen, so dass ich keine Chance hatte."

„Aber warum?"

Ich zuckte die Schultern. „Glaub mir, ich weiß es nicht."

„Vielleicht sind die Visionen so schlimm, dass sie sie uns nicht verraten will?"

„Bella, denk doch mal nach. Genau dann muss sie sie uns sagen, damit wir uns darauf vorbereiten können."

„Ah, richtig. Tut mir leid." Sie senkte ihren Blick. Lächelnd gab ich ihr einen kleinen Kuss auf die Schläfe.

„Schlaf doch ein bisschen", sagte ich zu ihr. Sie musste sich ein wenig erholen, da die ganzen Strapazen bestimmt eine große Last für sie war. „Ich weck dich dann." Zuerst zögerte, dann nickte sie. Ich nahm sie hoch und legte sie sanft aufs Bett, deckte sie zu und gab ihr einen langen Kuss auf den Mund. Bella wollte den Kuss vertiefen, doch ich löste mich schnell von ihr, bevor mein Verlangen noch zu groß wurde.

„Ich liebe dich", sagte ich flüsternd.

„Ich dich auch", erwiderte sie und schloss die Augen. Ich machte das Licht aus, verließ das Zimmer und ging hinunter zu den anderen.

Emmett und Jasper spielten wieder an ihrer Konsole, Alice und Rosalie lasen zusammen in irgendwelchen Zeitschriften, Esme und Carlisle unterhielten sich.

„Hey Edward! Lust, mitzumachen?", hörte ich Emmett rufen.

„Nein, danke, ich passe." Er machte ein ‚Dann-halt-nicht-Gesicht' und wendete sich wieder dem Spiel zu. Wenig später dröhnte das vertraute Game Over aus dem Fernseher. Wie immer war Emmett derjenige, der verloren hatte. Und natürlich ging es, so wie bei jedem Spiel um irgendeine Wette, die er und Jasper vereinbart hatten. Grinsend verdrehte ich theatralisch die Augen, als Emmett versuchte, Jasper umzustimmen. Vergebens. Jasper sauste, mit Emmetts Autoschlüssel in der Hand, zur Tür raus, Emmett gleich hinterher. Bei dem Anblick fing ich lauthals an zu lachen und verstummte abrupt. Ich wollte Bella ja nicht aufwecken.

„Edward? Kommst du mal bitte her?", rief Carlisle und winkte mich zu sich. Schweigend folgte ich seiner Bitte. Er gestikulierte mir mit einer Handbewegung, mich zu setzen.

„Worum geht's?", fragte ich, nachdem ich Platz genommen hatte. Esme knetete nachdenklich ihre Hände, während sie sprach.

„Es gibt da ein paar Dinge, die wir klären müssen."

Ich nickte stumm. „Die wären?"

„Ich habe gehört, dass Lucia wieder hier ist?" Sie klang besorgt. „Stimmt das?"

„Ja", bestätigte ich.

„Und genau deswegen machen wir uns Sorgen", sagte Carlisle und nahm Esmes Hand. „Wir glauben nämlich, dass eine Gefahr von ihr ausgeht."

„Nun, sie hat einen anderen… Ernährungsplan als wir." Ich schluckte.

„Mag sein, aber auch solche Vampire erregen meistens kein Aufsehen."

Verwirrt schaute ich ihn an. „Du meinst doch nicht etwa…?"

„Sieh dir das mal an, Edward." Er reichte mir einen Zeitungsartikel. Mein Atem stockte, als ich die Schlagzeile las.

Massenmord in Juneau

Der Schlimmste Vorfall seit Jahren

Immer mehr Menschen verschwinden spurlos, andere werden ermordet wiedergefunden. Da die Geburtenrate in diesem Jahr nicht sehr hoch ist, wird befürchtet, dass die Anzahl der Bevölkerung um Weiteres sinken wird.

Die Autopsieberichte aller bisher gefundenen Leichen wurden miteinander verglichen und es wurde festgestellt, dass die Ermordeten kleine Einstichlöcher an unterschiedlichen Körperstellen besaßen. Man geht von Spritzen aus, aber es wurden keine uns bekannten Gifte o.Ä. gefunden. Die Gerichtsmediziner wissen weder noch, wie das Opfer getötet wurde, noch was die Mordwaffe war.

Um die Identität des Täters wird weiterhin spekuliert. Momentan stehen vier Verdächtige zur Verfügung, die sich laut Zeugenaussagen an den Tatorten befanden.

„Das ist ja furchtbar", flüsterte ich geschockt. „Wenn Lucia so weitermacht, werden die Menschen hier bald aussterben."

„Und das ist noch nicht alles", erwiderte Carlisle. „Sie ist nicht nur eine Gefahr für die Menschen, sondern auch für uns."

„Was?" Ich ballte meine Hände zu Fäusten.

„Weißt du, Edward, ich glaube nicht, dass Lucia alle Betroffenen umbringt. Eher fürchte ich, dass sie eine Art Armee mit ihnen aufbaut."

Ich bekam es mit der Angst zu tun. „Woher willst du das wissen?", fragte ich argwöhnisch.

„Ich hatte da so eine Vorahnung. Alice hat mir nämlich erzählt, dass Lucia die Fähigkeit besitzt, andere zu kontrollieren. Dich hat's ja auch schon erwischt." Wie wahr. Ich erinnerte mich nur sehr ungern an diesen Vorfall, als ich damals von ihr entführt wurde. Das war ein Horrortrip schlechthin – die reinste Tortur.

„Hoffentlich weißt du, dass diese Fähigkeit das Aus für unseren Clan bedeuten könnte?" Besorgt richtete Esme ihre goldenen Augen auf mich. Mit einem Mal wurden sie immer dunkler, dann waren sie schwarz. „Sie ist eine Gefahr für uns alle."

Aus dem Wohnzimmer waren plötzlich laute Schreie zu hören. Erschrocken schaute ich nach und erblickte Alice, die sich vor Schmerzen auf dem Boden krümmte. Sofort waren alle alarmiert und versammelten sich. Bella war ebenfalls eingetroffen.

„Was hat sie?", fragte Jasper beunruhigt, er war außer sich. Auch er musste die Schmerzen, die von Alice ausgingen, ertragen. Ich versuchte ihre Gedanken zu lesen, doch ich wurde von Alice' Willen abgeblockt. Doch ich gab nicht auf. Ich konzentrierte mich und bündelte meine Kraft und nahm einen weiteren Anlauf. Aber es half wieder nichts; ich wurde zurückgeschleudert. Die Wucht dieses Aufpralls war sogar so stark, dass ich zu Boden fiel und mich aufrappeln musste. Da wurde mir bewusst, dass es nicht allein Alice sein konnte, die gerade versuchte, mich zu blocken. Eine weitere Kraft musste wohl von außen kommen.

Leichtfüßig ging Bella auf Alice zu, berührte ihre Stirn und schloss die Augen. Das Mädchen mit den schwarzen Stachelhaaren verstummte und kam zur Ruhe. Es herrschte Todesstille. Bellas Adern traten aus der Haut hervor, so stark konzentrierte sie sich. Sie baute eine Art Schutzwall auf – sie war ja immun gegen alle Fähigkeiten, die ein Vampir überhaupt besitzen konnte. Momentan war es die effektivste Waffe, die wir ausspielen konnten, um Lucia außer Gefecht setzen zu können.

Langsam öffnete Alice wieder ihre Augen. Jasper schloss sie erleichtert in seine Arme, dann bedankte er sich bei Bella für ihre Hilfe.

„Sieht so aus, als hätte Bella eine sehr nützliche Fähigkeit entwickelt", stellte Carlisle nachdenklich fest.

„Sie hat drei, na ja, genau genommen vier, wenn man diese Eigenschaft hinzuzählt", korrigierte ich ihn.

„Ein Multitalent, wie?" Fragend hob er eine Augenbraue.

„Ich denke schon", erwiderte ich.

„Zähl die Fähigkeiten mal auf", bat Esme.

„Sie kann sich unsichtbar machen, einen Schutzschild aufbauen, und sie kann Menschen oder Gegenstände mit ihrem Willen kontrollieren. Plus, sie hat menschliche Eigenschaften übernommen, z.B. kann sie schlafen."

„Oh Mann, das ist ne ganze Menge", murmelte Emmett vor sich hin, er war sichtlich beeindruckt.

„Allerdings." Carlisle war mit ihm einer Meinung. Nachdenklich fasste er sich ans Kinn. „Bella, könntest du einen Schutzschild aufbauen, damit Alice von ihrer Vision erzählen kann?" Alle Blicke ruhten nun auf ihr.

Sie nickte. „In Ordnung." Wieder legte sie eine Hand auf Alice' Stirn und konzentrierte sich. Nach einer Weile bestätigte sie, dass der Schutzwall errichtet war.

„Sehr gut. Alice, kannst du uns jetzt verraten, was du gesehen hast?" Fragend blickte Carlisle sie an.

„Ja."

„Dann leg los."

„Ich kann allerdings nichts genaues sagen", warnte sie.

„Das macht nichts. Sag uns einfach, was du gesehen hast." Sie gehorchte.

„Alles war verschwommen, ich konnte nicht viel erkennen, was heißt, dass es noch ziemlich unklar ist, ob diese Zukunft überhaupt eintreten wird." Sie pausierte kurz. „Aber ich sah uns – unsere Familie, dich natürlich auch, Bella. Und diese Lucia sah ich auch. Hinter ihr waren Personen zu erkennen. Womöglich eine Art Armee? Ich weiß es nicht. Allerdings befürchte ich, dass es einen Krieg zwischen ihr und unserem Clan geben wird."

„Ein Krieg?", wisperte Rosalie. „Bist du dir auch ganz sicher?"

„Sicher nicht, Rose, aber wir sollten uns auf alles Mögliche gefasst machen."

„Was sollen wir nur tun?", fragte Esme verzweifelt. „Sollten wir von hier flüchten?"

„Auf keinen Fall!", rief ich. „Wenn wir das tun, kommen immer mehr Menschenleben auf ihre Kosten. Falls Lucia wirklich vorhat, so einen grauenvollen Plan umzusetzen, dann müssen wir sie aufhalten, bevor sich die Anzahl ihrer Armee vergrößert. Denn nur so haben wir eine Chance, sie zu besiegen. Je weniger Leute sie hat, desto leichter wird es für uns."

„Edward hat Recht, Esme. Wir müssen hier bleiben, auch wenn es noch so gefährlich für uns ist. Wir sollten zumindest versuchen, die übrigen Menschen zu retten. Momentan sehe ich nur einen Ausweg. Und zwar müssen wir jeden Tag auf dem neuesten Stand sein. Ich würde vorschlagen, dass Bella Alice dabei hilft, uns ihre Visionen zu übermitteln. Vielleicht könnten wir so die nächsten Opfer, die in Lucias Visier gekommen sind, ausfindig machen."

Wir alle waren uns einig. So würden wir es machen.

Mit jedem Tag veränderte sich Lucias Aussehen schlagartig. Mit jedem Tag nahmen ihre Augen ein noch tieferes Rot an. Zwar konnten meine Familie und ich Menschen von ihr fernhalten, doch sie fand jedes Mal einen Weg, um an ihr Blut ranzukommen. Menschenblut machte uns Vampire deutlich stärker als Tierblut. Carlisle, der im Krankenhaus arbeitete, machte eine böse Entdeckung; Blutkonserven wurden gestohlen. Mit Sicherheit war das Lucias Werk und so hatte sie es auch geschafft, Menschenleben auszurotten. Je weniger dieser Blutkonserven vorhanden war, desto schwieriger war es für die Ärzte, den Patienten im Falle eines Notfalls zu retten. Sie starben dann, weil sie verbluteten.

Bella

Alle Studenten, Studentinnen und die Lehrer bangten um ihr Leben. Auch sie hatten Angst, dass jede Minute ihre letzte wär. Dem Harry erging es nicht gerade anders.

Die Lage auf der Uni war kritisch. Die Security wurde weiter ausgebaut und ein massiver Drahtzaun wurde rund um den Campus errichtet. Dazu wurden überall auf dem Gelände Kameras installiert. Den Studenten war es nicht mehr erlaubt, in den Pausen unbeaufsichtigt rauszugehen. Die Sicherheitsregeln wurden verschärft und in die Stadt durften sie erst recht nicht fahren, weil dort die meisten Morde verübt wurden. Einige zogen sogar in eine andere Gegend. Nach Europa beispielsweise, oder nach Asien, Hauptsache, sie waren in Sicherheit. Was mich, Edward und die anderen betraf, so mussten wir hier wachen und Lucia weiterhin auf den Fersen bleiben.

Die Nachricht, dass hier in Alaska ein Serientäter/in sein Unwesen treibt, ging um die ganze Welt. Nur dass sich dieser Massenmörder hier in meinem Kurs befand, ahnte niemand. Lucia, die damit für Furore sorgte, schien das alles zu gefallen. Sie amüsierte sich einfach köstlich.

Die Professoren trauten sich nicht mal mehr, normalen Unterricht zu machen. Sie waren so verängstigt, dass sie uns Freistunden gaben. Ich werde nie vergessen, was in jener Freistunde geschah.

Flashback

Bella", hörte ich Harry meinen Namen flüstern. Nachdem ich sichergestellt hatte, dass der Professor in dem Moment nicht zu uns rüber sah, drehte ich mich zu ihm um.

Ja?"

Weißt du, mir ist gerade ein Gedanke gekommen. Du hast mir mal gesagt, dass man jede Sekunde des Lebens nutzen sollte, etwas Sinnvolles zu tun, nicht wahr?"

Das habe ich gesagt, stimmt. Was ist damit?"

Nun", er zögerte. „Ich muss dir halt was sagen. Denn falls ich der Nächste sein sollte, dann hätte ich meine Chance verpasst."

Sag das nicht! Du wirst nicht der Nächste sein! Ich würde sogar persönlich dafür sorgen!"

Er lachte leise in sich hinein. „Das ist wirklich sehr lieb von dir, Bella."

Entschuldigung? Du bist doch mein Freund! Freunde sind nun mal füreinander da, oder nicht?"

Natürlich", erwiderte er. „Ja, Freunde... das sind wir." Er wirkte nachdenklich.

Stimmt was nicht?"

Nein, nein, alles in Ordnung. Wir kommen nur vom Thema ab."

Ah, tut mir leid. Was wolltest du mir sagen?"

Ich… ich wollte dir nur für alles danken. Du warst für mich da und hast mir zugehört, als ich über meine verstorbene Verlobte geredet habe." Er zögerte und schaute mir tief in die Augen, bevor er weitersprach. „Ich weiß, dass ich für dich nicht mehr bin, als ein guter Kumpel. Aber ich muss es dir sagen. Edward wird mich dafür hassen." Er lachte unsicher. „Ich sage dies nur, damit du davon weißt, und damit ich ruhigen Gewissens den Rest meines Lebens leben kann. Bella, ich habe dich, je mehr Zeit ich mit dir verbracht habe, tief in mein Herz geschlossen. Ich habe mich in dich verliebt."

Was?", keuchte ich. „Das heißt, du warst die ganze Zeit über in mich verliebt, aber hast kein einziges Wort gesagt?"

Ich wollte deine Beziehung mit Edward nicht ruinieren. Vor allem nicht, nachdem ich gesehen habe, dass ihr füreinander bestimmt seid. Daher dachte ich, es sei besser, wenn ich es dir nicht sage."

Und was… was soll ich jetzt deiner Meinung nach erwidern?"

Dass du mich auch liebst – das würde ich mir wünschen. Aber ich weiß, dass du jemand anderes liebst. Ich wünsche mir einfach nur, dass du mit Edward glücklich wirst, das ist meine einzige Bitte an dich."

Harry Brown starb noch an diesem Tag. Er wurde in seinem Garten gefunden. Sein plötzlicher Tod war ein besonders schmerzvoller Verlust. Und ich fühlte mich dafür verantwortlich, auch wenn ich eigentlich keine Schuld trug. Von diesem Moment an wusste ich, dass ich Lucia mit eigenen Händen ausschalten musste. Wenn nicht, würden ihr noch andere zum Opfer fallen. Womöglich sogar diejenigen, die ich am Meisten liebte. Harrys letzter Wunsch würde dann unerfüllt bleiben und das könnte ich mir nie verzeihen.

Flashback Ende

Drei Tage später nach Harrys Tod flüchteten Edward, ich und die anderen in eine abgelegene Gegend, wo die Cullens ein Ferienhaus besaßen. Wir nutzten die verbliebene Zeit, um unseren Plan genauestens durchzudenken und auszubauen und vor allem aber, um über den Tod Harrys in Ruhe trauern zu können. Carlisle überredete die Gerichtsmediziner Harrys Leichnam mitnehmen zu dürfen, um ihn an einem angemessenen Ort beerdigen zu können.

Edward und die anderen fühlten sich recht hilflos, da ich als Einzige imstande war, Traurigkeit mittels Tränen zeigen zu können.

Die Cullens waren anschließend außer Haus, weil sie auf die Jagd gehen mussten. Edward und ich waren allein.

Arm in Arm lagen wir da und trösteten uns gegenseitig.

„So viel Schlimmes ist passiert", sagte ich leise, Edward hörte mir zu. Er hatte immer ein offenes Ohr für mich. „Ich habe Angst." Mein ganzer Körper zitterte, die Furcht alleingelassen zu werden war einfach zu groß.

„Schhh, Bella."

Ich brach in Tränen aus. „Was ist, wenn ich dich auch noch verliere?", schluchzte ich verzweifelt. „Ich könnte dann nie wieder bei dir sein, Edward. Nie wieder."

„Bella, das wird nicht passieren", versuchte er mich zu beruhigen, aber ich wusste, dass er seinen eigenen Tod nicht für ausgeschlossen hielt. „Ich werde bei dir bleiben, egal, was passiert."

„Das wird nicht möglich sein." Er schwieg. Stattdessen nahm er mein Gesicht in seiner großen Hände und küsste mich. Und ich küsste ihn. Keiner von uns beiden wollte aufhören, wir wollten jeden Moment voll und ganz auskosten.

„Verlass mich nicht, Edward", flüsterte ich und ich merkte, wie eine Träne an meiner Wange herablief. „Halt mich in deinen Armen. Ich möchte, dass wir… zusammen bleiben." Ich sah, wie mein Schmerz sich in seinen Augen spiegelte. Es zerriss ihn. Es zerriss ihn und machte sein Verlangen nach mir größer. Das sah ich nun in seinen Augen.

Edward gehorchte und hielt mich fest umschlungen, während er mir einen leidenschaftlichen Kuss schenkte. Dieser Kuss war anders. Er ließ mich die Sehnsucht und die Begierde spüren, die Edward für mich empfand. Seine rechte Hand umfasste meine Hüfte und presste mich noch fester an sich. Seine Liebkosungen machten mich schon fast wahnsinnig, ich wollte mehr. Er platzierte kleine Küsse auf meine geschlossenen Augenlider, seine Lippen wanderten an meinem Hals entlang zu meinem Schlüsselbein, dann berührten sie sanft mein entblößtes Dekolleté.

Gierig, wie ich nun war, knöpfte ich sein Hemd auf und strich über seine durchtrainierte Brust. Edward legte mich vorsichtig hin und küsste mich ein weiteres Mal.

Was wir nun taten… Es würde gewiss nichts ändern. Stattdessen nahmen nun unsere Gefühle, die sich in unseren Herzen gestaut hatten, freien Lauf. Jetzt, da sie vollkommen ausgereift waren… gab es nichts und niemanden, der uns jetzt noch stoppen konnte.