Kapitel 5 Die Gerüchteküche brodelt

Etwa drei Wochen nach dem Treffen mit Lydia, saß Harry im dunklen Keller und las, trotz der Dunkelheit, seine Bücher. Die Fähigkeit im Dunklen zu sehen hatte sich stark verbessert und er hatte noch ein paar andere ungewöhnliche Fähigkeiten entwickelt, er konnte mit jedem einzelnen Auge 3D sehen, zoomen und bekam langsam einen siebten Sinn für Magie, so konnte er praktisch Magie sehen. All diese Fähigkeiten entwickelten sich automatisch, ohne dass Harry es gewollt hätte, für ihn war es einfach natürlich, deshalb stellte er diese Fähigkeiten auch nicht in Frage.

Zum Glück hatten die Dursleys Harry noch nicht im Dunkeln gesehen, seine Augen leuchteten wie zwei kleine Schwarzlichtlampen, allerdings ohne den bekannten Effekt, das Licht wurde nirgendswo reflektiert, da war nur dieses schwache Leuchten seiner Augen. Diese Besonderheiten erwarb Harry nur, durch den exzessiven Gebrauch an Magie. Dies war normal für Zauberer oder Hexen, die früh anfingen Magie auszuüben. Jeder Zauberer entwickelte andere Eigenschaften, manche wurden sehr schnell, andere wieder sehr stark, einige entwickelten Telepathie und noch viele andere Eigenschaften. Aus einem unbekannten Grund, ist dieses Wissen leider verloren gegangen.

Er las gerade Onkel Vernons Schulbücher, siebtes Schuljahr, als er ein Rascheln hörte. Mit einem Auge scannte er nach der Ursache des Geräusches. Mit dem Anderen las er seelenruhig weiter. Plötzlich bewegte sich etwas, er zoomte sofort heran und sah dann den Übeltäter, es war nur eine Maus. Harry hatte keine Angst mehr vor den Tieren im Keller. Er wusste, dass sie harmlos waren.

Gegen Mitternacht ging Harry schlafen. Morgens wachte er auf, als seine Tante das Frühstück durch die Klappe schob. Er aß hastig sein mageres Essen, zwei Brötchen, die anscheinend noch von Gestern waren, Eins mit Marmelade das Andere mit Leberwurst, und eine Tasse kalten Pfefferminztee. Seine anderen Mahlzeiten waren auch nicht viel üppiger, für sein Alter war er ziemlich klein und mager, aber er sah nicht kränklich aus.

Er war gerade vertieft in seine Studien, als die Stimmen der Dursleys hörte, die anscheinend dir Treppe herunter kamen. Er fragte sich, was nun wieder los sei?

"Vernon! Wir hatten das Thema gestern ausführlich diskutiert. Du kennst meine Meinung dazu.", vernahm Harry seine Tante ereifern.

Dann öffnete sich die Kellertür und die Dursleys standen vor Harry. Harry fixierte jeweils einen Dursley mit einem Auge und die Dursleys starrten erschrocken zurück. Onkel Vernon brach als erster die unbequeme Stille.

"Junge! Hier! Zieh die an", befahl Onkel Vernon und gab Harry eine billige Spiegelbrille, sie war viel zu groß für ihn. Sein Onkel hatte vorsorglicher Weise schon ein Gummiband an die Bügel befestigt, so das sie nicht herunterrutschen konnte.

"Komm mit!", orderte ihn sein Onkel.

"Wohin gehen wir?", fragte Harry besorgt.

"Du bekommst ein neues Zimmer."

"Warum?"

"Stell nicht so viele Fragen, sonst überlege ich es mir, doch noch anders. Sei froh, dass wir dich aus dem Keller lassen!"

Er folgte stumm den Dursleys in den ersten Stock und betrat sein neues Zimmer.

Was war geschehen?

Acht Tage zuvor. Onkel Vernon saß gemütlich in seinen Lieblingssessel und las Zeitung. Er hörte Jemanden die Tür hektisch aufschließen, dies müsste Petunia sein die vom Einkaufen wiederkam. Sie kam schreiend ins Wohnzimmer gelaufen, "Vernon! Vernon! Die Nachbarn haben es herausgefunden!"

"Wovon sprichst du?"

"Von dem Freak im Keller! Ich hab zufällig ein Gespräch im Supermarkt mitbekommen und sie haben eindeutig über uns gesprochen. Sie haben sogar seinen Namen erwähnt.", erklärte sie verzweifelt, "Was sollen wir nur tun?"

"Petunia! Beruhig dich! Es sind nur Gerüchte! Du weist genauso gut wie ich, dass wir ihn nicht gemeldet haben, also kann uns Niemand etwas beweisen. Und wie in den Brief stand, mit elf sind wir ihn so gut wie los.", belehrte er Petunia selbstgefällig. Wenn er nur wüsste wie Falsch er dort lag, denn Schulleiter, Albus Dumbledore, hatte Harry vorsorglich angemeldet, um sicherzustellen, dass er eine normale Schulausbildung bekam.

Ein paar Tage später, die Dursleys Frühstückten gerade, als die Post kam. Vernon schickte Dudley die Post zu holen. Er kam mit drei Briefen und einer Postkarte zurück. Vernon las zuerst die Postkarte.

"Sie ist von Magda, sie schreibt das 'Sir Niclas' den ersten Preis in der nationalen Pudelschau gewonnen hat."

Er öffnete den ersten Brief und verkündete stolz," Dudley! Dies ist die Anmeldung für die Schule, die nächstes Jahr beginnt, dann kannst du allen zeigen wie Intelligent ein Dursley ist." Dudley saß da mit schwellender Brust und versuchte so intelligent wie möglich zu gucken, insofern dies möglich war.

Beim zweiten Brief handelte es sich um die Telefonrechnung und beim Dritten spottete er " Computer! Angeblich unfehlbar und nun schaut her, sie haben tatsächlich eine zweite Anmeldung für Dud…", plötzlich wurde er kreideweiß und lies die Kaffeetasse fallen.

"Was ist los, Vernon?", fragte Petunia besorgt.

Aber Vernon stammelte nur, "Wie ist das möglich? Wie ist das möglich?"

"Wie ist 'was' möglich, Vernon?"

"Irgendjemand hat den Freak angemeldet, dies hier ist seine Schulanmeldung.", erklärte er ungläubig. Dudley hörte interessiert zu, seine Eltern hatten bisher noch nie über den Freak mit Dudley gesprochen und er hatte ihn bisher nur einmal gesehen und dies war schon etwas her. Petunia stieß einen spitzen Schrei aus und murmelte vor sich hin, "Oh Gott! Oh Gott! Was werden nur die Nachbarn denken!"

Dudley starrte nur dümmlich herum, er wusste absolut nicht was vor sich ging.

Die Dursleys schickten Dudley, der heftig protestierte, ins Bett und hatten danach eine hitzige Diskussion, was sie nun tun sollten. Sie kamen zu der Folgerung, dass es das Beste sei, Harry das kleine Gästezimmer zu geben und ihn rauszulassen. Sie taten dies nur, damit die Nachbarn nicht mehr über sie redeten. Das größte Problem waren Harrys Augen, wie sollte man dieses freakische Verhalten verbergen? Onkel Vernons Gesicht strahlte auf einmal auf, "Petunia kannst du dich noch an unseren ersten Urlaub erinnern, insbesondere an meine Brille?"

"Ja! Wie könnt ich dieses hässliche Ding nicht vergessen, aber was hat das mit unserem Problem zu tun?"

Onkel Vernon gluckste, "Worüber hast du dich immer beschwert wenn wir uns geküsst haben?"

Bei Tante Petunia dämmerte es," Ja! Genau! Ich hab mich immer beschwert, dass ich dir nicht in die Augen gucken kann."

"Siehst du! Wer hätte gedacht, dass dieses hässliche Ding noch einmal von Nutzen sein könnte."

(AN: Ja, auch die Dursley mussten wohl ein Liebesleben gehabt haben, wenn auch dieser Gedanke eine leichte Übelkeit verursacht und wenn ich erst an die Nacht denke in der Dudley 'Gemacht' wurde –Grusel- nun genug Horror und weiter mit der Geschichte :)

Gegenwart

Harry scannte sein neues Zuhause, es bestand aus einem Bett, einem Schreibtisch, einem großen Kleiderschrank und einem leeren Bücherregal, die Brille behinderte ihn zum Glück nicht im Geringsten.

Onkel Vernon meldete sich wieder zu Wort, "Hör zu Junge ich sag dies nur einmal. Es gibt gewisse Regeln die du einhalten musst! Erstens! Trag diese Brille IMMER wenn du das Zimmer verlässt, wenn wir dich ohne Brille erwischen, geht's wieder ab in den Keller, wenn dich einer fragt warum du diese Brille trägst, sagst du einfach du hättest ein Augenleiden und musst diese Brille tragen. Zweitens! Entweder du bis in deinem Zimmer oder Draußen, im restlichen Haus wollen wir dich nicht sehen, Hauptsache du bist abends zu Hause. Und Drittens! Geh Dudley aus dem Weg, wir wollen nicht, dass du ihn mit deinem freakieschen Verhalten ansteckst! Alles verstanden?" Harry nickte kurz und Tante Petunia ergriff das Wort, "Hier sind neue Sachen für dich, aber bevor du die anziehst, gehst du erst einmal baden. Du bist ja ganz schmutzig.", und sie schaute ihn verabscheuend an.

Das Baden war einer der seltenen schönen Ereignissen bei den Dursleys, obwohl das Wasser kalt war. Zu Tante Petunias Verwunderung, stieg Harry, ohne zu schaudern, in das kalte Wasser und fing vergnügt an zu plantschen. Harry war Kälte gewöhnt weil es im Keller keine Heizung gab. So wurde er, auf ganz natürlicher Weise, kälteunempfindlich. Er vernahm seine Tante so etwas wie "Freakiesches Verhalten" murmeln. Nach dem Bad saß er auf seinem Bett und schaute sich um, in diesem Zimmer gab es kein Spielzeug und vor allem keine Bücher. Harry empfand zum ersten Mal so etwas wie Langeweile und er wünschte er wäre wieder im Keller.

Er sah aus dem Fenster und sah zum ersten Mal, bewusst, wie die Welt dort Draußen aussah. Die Langeweile verflog augenblicklich, dort Draußen gab es sicher viel Neues zu entdecken. "Morgen!", dachte Harry, "Morgen wird ich nach Draußen gehen!" Er wurde Plötzlich aus seinen Gedanken gerissen, als sein Onkel mit einem Karton hereinkam.

"Hier! Das sind Bücher! Die kannst du in das Regal stellen damit es nicht so leer aussieht. Allerdings glaube ich kaum, dass du diese Bücher jemals verstehst!", verkündete er höhnisch. Würde Harry nicht seine Spiegelbrille tragen, hätte sein Onkel das Leuchten in seinen Augen gesehen, als er den Karton erkannte, es waren genau die Bücher die er brauchte. Er sortierte die Bücher ins Regal und ging danach schlafen. Er freute sich schon auf Morgen, dann würde er erstmal seine neue Umgebung erkunden.

AN: Sorry, das es so lange gedauert hat aber ich musste das Kapitel neu schreiben weil die alte Variante hätte zu einem Dead-End geführt und das wollen wir doch alle nicht!

Natürlich bedanke ich mich bei allen Reviewern und hoffe das euch die Story weiterhin Gut gefällt.