Kapitel 9 Hurra! Endlich Schule?

Die Zeit verging wie im Fluge, ehe er sich versah, waren es nur noch ein paar Tage bevor die Schule begann. Harry kam mit dem Buch langsamer voran als ihm lieb war. Um die speziellen Fähigkeiten eines Magiers zu erlangen, musste er viel meditieren. Er begriff langsam die Grundsätze der Magie, wie er zum Beispiel seinen 'Magie-Tank' erweitern konnte oder das er durch die Meditation seine magischen Sinne aktivierte, deshalb wurde es für ihn immer leichter Magie wahrzunehmen.

Das Beste was er gelernt hatte, war, wie man sich unsichtbar macht. Allerdings konnte er diesen Zustand nur für eine halbe Minute beibehalten. Diese Zeit reichte aber aus um dich in das ortsansässige Kino zu schleichen, in dem jeden Sonntagvormittag alte Karatefilme gezeigt wurden. So konnte Harry das erste Mal Kampfsport in Aktion sehen. Bruce Lee war einer seiner Favoriten. Obwohl Jackie Chan hatte ihn am Meisten inspiriert, da er in seinen Filmen aus allem eine Waffe mache was gerade so rum lag. Ob Fisch, Stuhl oder Lenkrad, alles lies sich irgendwie benutzen um Feinde anzugreifen oder abzuwehren.

Harry wünschte er hätte einen Sparingpartner mit dem er trainieren könnte, aber er glaubte kaum, das ihn die Dursleys einen Kursus bezahlen würden. Da er keine andere Alternative hatte, konnte er nur aus den Filmen neue Move's lernen.

Trotz seiner Intelligenz und Belesenheit, entging Harry ein wesendlicher Faktor, dass viele Karatefilme schneller abgespielt werden als sie gedreht werden. Harry nahm es nur deshalb nicht wahr, weil er sich selber so schnell bewegen konnte.

Die Magie kam ihm bei seinem Training sehr gelegen, da er dich bei seinen Fallübungen ab und zu ein paar Kratzer oder Schürfwunden holte. Er hatte einige nützliche Heilzauber gelernt, allerdings nur für kleinere Wunden, Knochenbrüche oder ernsthafte Verletzungen konnte er noch nicht heilen.

Harry hatte gerade ein Kapitel beendet und schlug das Inhaltsverzeichnis auf. Eine neue Kategorie wurde dem Inhaltsverzeichnis zugefügt,

'Aktives Training'

Er blätterte gerade um, als sein Onkel ihn rief, "Junge! Komm runter!"

Völlig überrascht klappe Harry das Buch zu. Er fragte sich was nun schon wieder los sei.

Als ei in die Küche kam, sah er schon was los war. Auf dem Tisch stand Onkel Vernon's alter brauner lederner Schulranzen, vor dreißig Jahren war er bestimmt voll in Mode, aber heutzutage?

"Junge, am Montag beginnt die Schule und das hier.", er zeigte auf den Schulranzen, ein paar abgewetzte Bücher und ein paar billigen Kugelschreiber und Bleistiften, "sind deine Schulsachen."

"Danke.", entgegnete Harry und pachte die Bücher und Stifte in den Ranzen.

"Und zieh dir vernünftige Sachen an", belehrte ihn seine Tante, "Und benehme dich anständig, wir wollen schließlich nicht das du uns blamierst!"

"Ich werde 'Alles' tun, um gut auszusehen", frohlockte Harry und verlies die Küche mit einem Grinsen, bevor die Dursleys fragen konnten was er mit 'Alles' meinte.

In seinem Zimmer angekommen, machte er sich an die Arbeit. Er hatte einen Plan. Endlich konnte er mit seinen magischen Fähigkeiten mal etwas Praktisches schaffen.

Als erstes nahm er sich den Ranzen vor. Harry fand braun einfach abscheulich und die Form gefiel ihm auch nicht. Er machte ihn zuerst etwas größer und eckiger, so wie es im Moment modern war.

Er überlegte in welche Farbe er ihn färben sollte. Nach einigen Minuten entschied er sich für Neongelb, er begann zu zaubern und schaute auf das Ergebnis.

"Wow", war die einzige Bemerkung die Harry dazu machen konnte. Mit der neuen Form und Farbe, sah der ehemalige Nachkriegsschulranzen aus wie ein Hightech Produkt, nur die messingfarbenen Schnallen und Verschlüsse musste er noch ändern. Er konzentrierte sich auf das Ergebnis und machte eine kleine Handbewegung als er die Magie fließen lies, darauf hin verwandelten sich die Messingteile in sandgestrahltes Titan. Der farbliche Kontrast war einfach genial. Er versah die ganze Sache noch mit einem schmutzabweisenden Zauber, dann wollte er noch den Innenraum vergrößern, entschied sich aber dagegen, weil bei einer Taschenkontrolle sich die Leute wundern würden, warum die Tasche innen größer ist, als außen. Es würde ihn sehr schwer fallen diese Diskrepanz vernünftig zu erklären und er wollte nicht direkt im Rampenlicht stehen, dafür liebte er sein ruhiges leben zu sehr. Wenn Harry nur wüsste das sein ruhiges Leben bald ein jähes Ende haben würde.

Er modifizierte noch den Rest seiner Sachen übers Wochenende, sodass sie farblich zusammen passten und betrachtete sich im Spiegel. Er war höchst zufrieden mit dem was er geschaffen hatte.

Montags Morgen Harry hatte gerade gefrühstückt und sich angezogen, als er Onkel Vernons Stimme hörte.

"Junge komm runter, wir haben keine Zeit zum Trödeln. Piers und seine Eltern sind auch schon da."

Harry schulterte seinen Ranzen und machte sich auf den Weg nach unten und hörte noch den Rest des Gespräches zwischen seiner Tante und Mrs. Polkiss, "…wie seine Eltern, ein Taugenichts, wie aus dem Bilderbuch."

Nach diesem Kommentar schoss Harry eine Idee durch den Kopf, nun konnte er endlich sein gelerntes Wissen anwenden und da er die Dursleys wohl oder übel ausspionieren musste, um ihnen so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen, lernte er noch nebenbei ihre Gepflogenheiten und Vorlieben.

Als die Anwesenden Harry sahen, verstummten alle Gespräche. Harry hatte seine Hose und Jacke pechschwarz gefärbt, während seine Turnschuhe und Hemd schneeweiß waren. In Verbindung mit seiner ungewöhnlichen Brille, dem kurzen Haarschnitt und seiner markanten Narbe, sah er 'gefährlich cool' aus.

Unbeeindruckt von der Reaktion der Anwesenden ging er auf Mrs. Polkiss zu und begrüßte sie freundlich, "Guten Tag Mrs. Polkiss! Ich bin erfreut sie kennen zu lernen! Ich hab nur gutes über sie von meiner Tante gehört."

Mrs. Polkiss schaute Petunia fragend an, seine Tante zuckte nur mit den Schultern. Harry tat so als ob er von Alledem nichts mitbekam.

"Obwohl meine Tante eine sehr gute Köchin ist, ist sie ein wenig neidisch auf ihren Apfelkuchen. Haben sie sich nie gewundert warum sie immer einen Apfelkuchen zu Dudleys Geburtstag mitbringen sollten?" Fragte er in einer verschwörerischen aber freundlichen Weise.

"Stimmt das, Petunia? Warum hast du denn nie etwas gesagt? ich hätte dir das Rezept doch liebend gern gegeben."

Harry musste sich mir aller Gewalt zusammenreißen um nicht loszulachen. Tante Petunia war völlig geschockt, nicht wegen Mrs. Polkiss Äußerung sondern wegen Harrys Verhalten.

Anscheinend unbeeindruckt, begrüßte Harry Mr. Polkiss, während Piers und Dudley mit offenen Mündern Harry beobachten.

Kurz darauf waren alle auf dem Weg zur Schule. Mrs. Dursley und Mrs. Polkiss diskutierten über Kochrezepte, Mr. Dursley unterhielt Mr. Polkiss mit ein paar amüsanten Anekdoten aus seiner Firma und Piers und Dudley trugen stolz ihre Schultüten. Harry hatte natürlich keine Schultüte und trottete gelangweilt hinterher.

An der Schule angekommen sah Harry die Heerscharen von Schülern, an einer Seite trafen sich die Erstklässler mit ihren Eltern, während sich die anderen Schüler angeregt über ihre Ferien unterhielten.

An dieser Schule wurde ein neues Schulsystem praktisiert, dort wurde von der Ersten bis zur Zehnten Klasse unterrichtet und ab der vierten klasse bekam jeder Schüler seinen eigenen Stundenplan entsprechend seines Leistungstandes. So wurde jeder Schüler optimal gemessen an seinen Neigungen und Interessen unterrichtet. Ein Schüler der Sprachbegabt war, nahm so automatisch, an den Sprachleistungskursen teil, während ein naturwissenschaftlich Interessierter natürlich andere Leistungsfächer belegte.

Nach einer Einweisung in der Schulaula wurden die Erstklässler in einzelne Klassen aufgeteilt. Unglücklicher Weise kamen Harry und Dudley in dieselbe Klasse.

Die Lehrerin stellte sich vor, "Guten Tag! Ich bin Mrs. Avino."

Sie hatte einen leicht französischen Akzent. Beim durchgehen der Namensliste blieb sie bei Harry stehen und fragte, "Warum trägst du hier im Unterricht eine Sonnenbrille?"

"Ich habe eine seltene Augenkrankheit und bin deshalb etwas Lichtempfindlich, außerdem sehen meine Augen ohne Brille etwas merkwürdig aus." Antwortete Harry ein bisschen verlegen. Die anderen Schüler hörten neugierig zu.

Die Lehrerin rief noch die restlichen Schüler auf und beschrieb den Unterrichtsstoff der ersten Klasse. Harry stöhnte leise auf als er hörte dass er noch einmal das Einmaleins und das ABC lernen musste, seine Vorfreude auf die Schule verflog von einer Sekunde zur anderen. Er hatte völlig vergessen dass er von seinem Wissensstand, schon in der zehnten Klasse war.

"Was für eine Zeitverschendung!", dachte er sich.

Als Harry am Nachmittag wieder bei den Dursleys eintraf, wurde er mit wüsten Beschimpfungen empfangen.

"Was fällt dir ein uns so vor den Polkiss zu blamieren und woher hast du die neuen Sachen" ,schnauzte Vernon

"Womit soll ich euch vor den Polkiss blamiert haben? Ich war nur höflich zu ihnen und ich hab keine neuen Sachen, ich hab nur die Alten verändert"

"Was meinst du damit? Verändert?" fragte sein Onkel misstrauisch.

"Ein bisschen Magie hier und da." antwortete Harry schelmisch, er wusste das er sich mit dieser Antwort auf dünnen Eis bewegte, aber er hatte genug gelesen um sich nicht von den Dursleys einschüchtern zu lassen.

Vernon lief rot an und Petunia wurde kreidebleich.

"Wir werden dein freakisches Verhalten in diesem Haus nicht dulden!", wetterte Vernon.

"Und was wollt ihr dagegen unternehmen?" zischte Harry nun leicht verärgert.

Nun schaltete sich Petunia ein, "Das was wir von Anfang an hätten tun sollen, dich in ein Heim stecken."

Harry lachte nur, " Das möchte ich sehen, was wohl eure geschätzten Nachbarn dazu sagen würden?"

Vernon platzte der Kragen "Was fällt dir ein in diesem Ton mit uns zu reden?", und holte zu einer Ohrfeige aus, aber kurz bevor er Harry traf wurde seine Hand von einer unsichtbaren Kraft gestoppt.

Die Dursleys sprangen erschrocken zurück.

"Genug jetzt!", meldete sich Harry, "Ich mach euch einen Vorschlag! Ich werde mein 'freakisches Verhalten' nicht vor fremden Leuten zeigen und ihr ignoriert mich einfach und so können wir hoffendlich alle friedlich unter einen Dach leben."

Den Dursleys gefiel es zwar nicht Harrys Vorschlag zu folgen aber stimmten erst einmal zähneknirschend zu, weil nachdem sie Harrys Fähigkeit gesehen hatten, waren sie etwas eingeschüchtert.

Als er wieder in seinem Zimmer saß, widmete er sich seinem Zauberbuch.

Aktives Training war nichts anderes als Verzauberungsbeispiele mit denen man Magielesen üben konnte. Dort waren Kästchen mit verschiedenen Zaubern belegt mit einer Beschreibung was diese Zauber bewirkten. So konnte Harry später magische Artefakte untersuchen und ihren Zweck bestimmen.

Momentan konnte er zwar noch nichts damit anfangen, weil er noch keine Artefakte besaß, aber später würde es sich als sehr nützlich erweisen.

So lernte er noch bis spät in der nach bevor er schlafen ging.

Am nächsten Morgen in der Schule, passierte etwas das seine schulische Karriere drastisch verändern sollte und alles nur weil die Lehrerin ihre Brille verlegt hatte. Anstatt des Eignungstests für Erstklässler, verteilte sie den Test für die Siebte Klasse weil sie die 1 mit der 7 verwechselte.

"Macht euch keine Sorgen.", erklärte die Lehrerin beruhigend, "Ich weis dass viele von euch noch nicht Lesen und Schreiben können und die, die schon lesen und schreiben können, für die werden viele Fragen viel zu schwer sein.

Dies ist nur ein Versuch um den Leistungsstand der Klasse festzustellen und wird nicht benotet."

Völlig geschockt starrte über die Hälfte der Klasse auf den Test ohne damit etwas anfangen zu können, während wenige versuchten die Fragen zu beantworten. Der Einzige der alle Fragen ohne Probleme beantworten konnte war natürlich Harry.

In der großen Pause durchstreifte Harry das Gebäude bis er zum schwarzen Brett kam. Auf diesem fand er allerlei interessante Informationen, die seine Augen aufleuchten ließen. An den Nachmittagen wurden kostenlos Zusatzkurse angeboten und einige AG's, wie zum Beispiel Kunst, Kochen, Nachhilfe, aber auch Sachen die Harry sehr interessierten wie Informatik, Elektronik, Fremdsprachen und sogar einen Kurs für Selbstverteidigung.

Er schaute wo er sich anmelden müsste, denn er dachte, besser länger in der Schule, als bei den Dursleys.

Er meldete sich bei mehreren Kursen und AG's an, so dass er jeden Tag immer bis circa fünf bis sechs Uhr in der Schule blieb.

Der Rest des Tages verging ohne weitere Besonderheiten und die Zusatzkurse fingen auch erst eine Woche später an damit genug Zeit blieb, für die Schüler, um sich anzumelden.

Der nächste Tag barg eine angenehme Überraschung für Harry.

In der ersten Stunde erklärte die Lehrerin ihr Missgeschick mir den Eignungstest und wies darauf hin das Harry der einzige war der alle Fragen fehlerfrei beantwortet hatte.

"Woher wusstest du alle Antworten, Harry?", fragte sie ihn, wobei alle Augen der Klasse auf ihn gerichtet waren.

Da er nun sowieso die ganze Aufmerksamkeit der Klasse hatte beschloss er nichts von seinem Können zurückzuhalten und antwortete in Französisch, "Ich weis nicht hoch mein Wissensstand ist, weil ich hatte nur die alten Schulbücher meines Onkel zur Verfügung und weis nicht wie viel sich in der Zwischenzeit verändert hat. Wenn sich nicht viel verändert hat müsste ich auf den stand eines neun bis zehnt-Klässler sein."

Mrs. Avino starre Harry unverstohlen an als ob er von einem andern Stern wäre, genauso wie der Rest der Klasse.

Nachdem sich Mrs. Avino wieder im Griff hatte sagte sie; "Ich weis nicht ob du mehrere Klassen überspringen kannst, das müssten wir mit den Rektor und deinen Eltern besprechen."

Harry korrigierte sie nicht in Bezug auf seine Eltern, das würde er später erledigen. Er hatte allerdings Zweifel was die Dursleys betraf, aber mit ein bisschen 'Überzeugung' dürften sie keine all zu großen Probleme machen.

Seine 'noch' Klassenkammeraden sahen ihn mit gemischten Gefühlen an, aber Harry kümmerte das nicht.

In der Pause irrte er gedankenverloren über den Schulhof, bis er in einer Ecke, die von allen anderen Schüler gemieden wurde, jäh von ein paar Schulrüpeln in die Realität zurückgeholt wurde.

"Schaut, schaut was sich in unser Revier verloren hat? Ein kleiner Hosenscheißer!", tönte ein circa 13 Jahre alter Junge, die anderen lachten.

Harry überlegte was er tun sollte, sie einfach ignorieren und weglaufen oder ein Exsample statuieren. Er wusste, wenn er weglief würde sich das Szenarium früher oder später wiederholen, also entschloss er sich für die zweite Lösung.

In Harrys Kopf formte sich eine Idee und er begann zu grinsen, was die anderen verunsicherte. Dies war nicht die Reaktion, die sie erwartet hatten.

Er hatte vor kurzem ein Zauber gelernt mit dem man einen Muskel entspannen konnte, wenn man einen Krampf hatte.

Harry fragte in einen sarkastischen Ton, "Wenn ich der Hosenscheißer bin, warum riecht es hier auf einmal so streng von deiner Seite aus?" und führte gleichzeitig ohne das eine etwas sah den besagten Zauber auf dessen Schließmuskel aus, worauf man das Geräusch eines feuchten Furz vernahm. Die anderem sahen ihren Anführer verunsichert an, während dieser verzweifelt versuchte das schlimmste zu verhindern, aber es war zu spät.

"Ich weis nicht wie du das gemacht hast, aber das nächste Mal wenn ich dich erwische wirst du dafür teuer bezahlen!" zischte er unter Tränen erniedrigt hervor.

Mit beiden Händen am Po und zusammengekniffenen Pobacken verließ er gedemütigt das Feld. Seine Kumpels folgten mit größerem Abstand wegen des Geruchs.

Nach Schulende besuchte Harry die Schulbibliothek, dort befand sich nur eine Person, aber diese erweckte Harrys Neugier. Es war ein Mädchen mit braunem buschigem Haar. Aber das war nicht was seine Neugier erweckte, sondern ihre Aura. Sie musste wie er eine Zauberin sein.

AN: sorry fürs sehr lange warten und für alle die nach dem letzten Absatz aufstöhnen Ich hab noch kein pairing geplant :)