„Ähm, gerne...", stammelst du.
Charlie nickt und geht voran in sein Zimmer. Verwirrt läufst du ihm nach.
In seinem Zimmer schaust du dich erstmal um. Das Zimmer ist mehr oder weniger quadratisch. Ein Bett steht in der rechten hinteren Ecke. Direkt rechts neben der Tür steht eine Kommode, links an der Wand ein Schrank und daneben in der Ecke ein Tisch. An der Wand dir direkt gegenüber hängen ein paar Poster, sowohl von Drachen als auch von einer Quidditchmannschaft. An jeder Wand gibt es ein Fenster. Die Möbel sind bunt zusammen gewürfelt – dunkelbraun, Haselnuss, Eiche - und die Wände sind in einem Rotton gestrichen. Auf dem Boden liegt ein roter Fusselteppich mit dem Gryffindorwappen in Gold drauf gestickt. Überall liegen Dinge herum; ein Besen, ein paar Bücher, eine Miniaturausgabe eines grünen Drachen und ein T-Shirt.
Zitternd streichst du dir eine Haarsträhne aus der Stirn. Charlie beobachtete dich die ganze Zeit, ohne etwas zu sagen.
„Also... was gibt`s?", fragst du mit leicht zittriger Stimme. Charlie lächelt dich an und kommt auf dich zu.
„Ich wollte reden."
Du nickst. Das hatte er vorhin schon mal gesagt. Charlie mustert dein Gesicht; deine großen grünen Augen, deine vollen Lippen, das kleine Muttermal an deinem Hals. Nervös schluckst du und starrst an die Wand hinter ihm. Ab und an huscht dein Blick zu seinem Augen.
„Ich... also, wegen... ähm...", stammelst du, wobei du immer leiser wirst. Wie peinlich!
„Gestern?", hilft er dir auf die Sprünge.
„Hm... Ich weiß nicht, warum ich das gemacht habe. Ich war total überladen und, und.. ääähm..."
Er sieht dir bei deiner unverholfenen Antwort die ganze Zeit tief in die Augen. Fasziniert von diesem Braun hörst du einfach auf zu reden und starrt zurück. Deine Atmung beschleunigt sich. Er kommt einen Schritt näher und hebt seine rechte Hand. Langsam und sanft streicht er dir über die Wange. Eine Gänsehaut überzieht deinen Nacken und jagt deinen Rücken runter. Sein Atem streicht über dein Gesicht. Tief atmest du den Minzgeschmack ein. Dein verschleierter Blick hängt noch immer an ihm. Sein Körper strahlt eine unglaubliche Wärme aus. Er beugt sich leicht runter und streicht sachte mit seinen Lippen über deine. Erwartungsvoll steckst du dich ihm entgegen, aber er rückt von dir ab.
Enttäuscht öffnest du deine Augen und musterst die seinen, die liebevoll strahlen.
„Ich mach das nur, wenn auch du das willst. Ich will dich nicht zwingen, nur weil ich älter bin", erklärt er, als er deinen Blick sieht.
„Natürlich will ich", meinst du nur und drückst deine Lippen auf seine.
Er grinst in den Kuss hinein und erwidert ihn. Warm bewegen sich seine Lippen auf deinen, bringen sie zum Kribbeln, versüßen dir den Tag. Erst, als euch die Luft weg bleibt, löst ihr euch von einander. Er lächelt dich sanft an und streichelt dir kurz über den Rücken.
„Wollen wir runter gehen?"
Du nickst und legst deine Hand in seine. Sein Lächeln wird breiter, als er dich zur Tür raus zieht. Unter angekommen schlängelt ihr euch an der wand entlang an den anderen vorbei, setzt euch an den Tisch und trinkt etwas. Da erst werden die anderen auf euch richtig aufmerksam.
„George? Siehst du, was ich sehe?"
„Du meinst..."
„...Caro und Charlie..."
„...Händchen haltend..."
„...und breit grinsend?"
Du schüttelst den Kopf über diese Sprechweise. Das ist fast schon gruselig.
Ginny quiekt und hüpft auf ihrem Stuhl herum. Ihr Blick schreite gerade zu 'Erzähl's mir! Erzähl's mir!'. Du siehst ihr in die Augen und dann kurz nach oben, gen Decke. Immerhin willst du deiner Freundin nicht vor allen anderen erzählen, wie süß ihr Bruder doch ist. Sie zuckt kurz mit dem Kopf, was wohl 'ja' heißt, trinkt ihren Orangensaft zu Ende und steht auf. Du küsst Charlie kurz auf den Mund, wobei es in deinen Bauch gewaltig kribbelt, und läufst ihr unauffällig hinterher.
Oben knallt sie die Tür hinter dir zu und strahlt dich an.
„Du hast es geschafft! IHR habt es geschafft!"
„Ich weiß! Ich war dabei", grinst du überglücklich.
„Habt ihr euch ausgeredet?"
„Kann man so sagen. Wir haben nur... etwas wenig geredet."
„Owh! Und, kann er gut küssen?"
„Ginny!", stößt du hervor und bekommst leicht rosa Wangen. Sie kichert nur.
„OK, ich will es gar nicht wissen. Ich bin nur heilfroh, dass ihr es geschafft habt. Das wären Sommerferien geworden."
„He!" Du schmeißt ihr ein blaues Kissen an den Kopf. Sekunden später kommt die Rache. Ein rotes Kuscheltier trifft dich seitlich am Hals, als du dich weg drehen willst. Zum Glück oder leider Gottes ist Ginny eine echte Kissenfanatikerin. Flauschiges jeder Form und Farbe stapelt sich auf ihrem Bett, Boden, Stuhl...
Du machst ein magisches Radio an, das auf Ginnys Nachttisch steht. Musik dröhnt aus den Lautsprechern.
In the day, in the night
say it right, say it all
either got it or you don't
you either stand or you fall
when your will is broken
when it slips from your hand
when there's no time for joking
there's a hole in the plan
Lautstark singt ihr mit, falsch und lachend. Kissen fliegen durch die Luft und treffen alles, was nicht sicher ist.
Oh you don't mean nothing at all to me
no you don't mean nothing at all to me
but you got what it takes to set me free
oh you could mean everything to me
Es entwickelt sich eine Kissenschlacht, bei der keine von euch beiden gewinnen kann. Zwei Kissen zerreißen. Federn fliegen durch die Luft, bleiben in euren Haaren hängen, versperren euch die Sicht. Lachend versteckst du dich hinter einem Stuhl. Du wirfst ein gelbes Kissen, das Ginny mitten ins Gesicht trifft.
I can't say that I'm not lost and at fault
I can't say that I don't love the light and the dark
I can't say that I don't know that I am alive
and of all what I feel I could show you tonight, you tonight
Oh you don't mean nothing at all to me
no you don't mean nothing at all to me
but you got what it takes to set me free
oh you could mean everything to me
from my hands I can give you, something that I made
from my mouth I can sing you another brick that I laid
from my body (from my body) I can show you (I can show you) a place (a place) god knows (only god knows)
you should know space is holy, do you really wanna go?
Nach einer erschöpfenden halben Stunde liegt ihr beide auf dem Rücken zwischen haufenweise Federn und Kissen und schnauft vor Anstrengung.
„Ich bin glücklich mit ihm", wisperst du ihr zu.
