Die Wochen vergehen langsam, aber doch zu schnell. Ferienwochen vergehen deiner Meinung nach an und für sich viel zu schnell. Drei Tage, nachdem Charlie und du zusammen gekommen seit, war ihr in einem kleinen Dorf in der Nähe des Fuchsbaus; Ottery St. Catchpole . Ihr seit etwa eine halbe Stunde mit alten Fahrrädern aus dem Schuppen der Weasleys geradelt und habt sie dann am Anfang des Dorfes abgestellt. Ihr habt euch die Läden angeschaut, also einen Schuhladen und zwei Klamottenläden, mehr gibt es nämlich nicht, und habt euch dann in ein Café gesetzt. Dein Freund hat dir einen Eiskaffee ausgegeben und die ganze Zeit geflirtet und dir kleine Küsse gegeben. Kichernd habt ihr euch über die Leute lustig gemacht, die an euch vorbei geschlendert sind. Ihr müsst gewirkt haben wie ein typisches Teeniepaar.

An einem anderen Tag wart ihr alle picknicken. Die Chaoszwillinge haben Percy einen Regenwurm in den Salat geschmuggelt. Gemerkt hat er es erst, als sich alle tot gelacht haben. Du musstest so arg lachen, dass du geweint hast. Nur Mrs. Weasley hat die beiden angeschrien und sie zum Abwasch des Picknickgeschirrs verdonnert.

Da du aber nicht die gesamten Ferien über bei den Weasleys bleiben kannst oder darfst, steht dein gepackter Koffer an der Haustür neben den Gummistiefeln bereit. Deine Eltern wollen dich abholen, allerdings dauert das etwas. Sie sind Muggel und müssen daher mit dem Auto anreisen.

„Ich werde dich vermissen", flüsterst du traurig. Du stehst direkt vor Charlie und lehnst deine Stirn gegen seine. Er seufzt niedergeschlagen auf.
„Ich dich auch", wispert er so leise wie der Wind. „Aber du bleibst ja nur bis zur Meisterschaft. Das sind nur noch drei Wochen."
„Hm."
Tief atmest du seinen Duft ein. Ein markantes Aftershave steigt dir in die Nase. Er hat dir mal erzählt, dass er es auf einem Basar in Rumänien, wo er arbeitet, gekauft hat. Es riecht nach Zederholz, Melisse und einem Gewürz, das dich seltsam beruhigt. Bitter schmunzelnd legst du sanft deine Lippen auf seine. Wie du das vermissen wirst! Sein Geruch, die weichen Lippen, sein lautes und raues Lachen...
„Ich schreib dir spätestens übermorgen."
„OK", kommt es von ihm, als er dich nochmal küsst, diesmal gieriger. Seine muskulösen Arme umschlingen deine Taille und deine seinen Hals. Drei Wochen Trennung Dieser Gedanke schießt dir durch den Kopf. Traurig lehnst du dich an deinen Freund. Du hast das Gefühl, als wollte dein Herz aus deiner Brust springen und sich mit seinem verhaken. Dein Bauch kribbelt unangenehmen, als wollte er dich bestrafen. Bevor du melancholisch wirst hörst du etwas Schweres über die Einfahrt rollen und kurz darauf eine Autotür zuschlagen. Deine Eltern.

Seufzend nimmst du Charlies Hand und ziehst ihn mit. Deine Mutter und dein Vater reden mit den Mr. Und Mrs. Weasley. Als sie dich sehen, strahlen sie übers ganze Gesicht und kommen dir entgegen.
„Carolina! Kleines!", ruft dein Vater und umarmt dich. Du hast Charlies Hand los gelassen und erwiderst die Umarmung. Dein Vater ist ziemlich groß und überragt dich um etwa einen Kopf. Seine Haare, die in einem dunklen Grau strahlen, waren einst wunderschön schwarz. Eben dieses Schwarz hast du von ihm geerbt. Seine Augen sind ebenfalls grau, haben allerdings vereinzelt eisblaue Sprengel.
„Nenn mich nicht immer Kleines. Ich hab dich fast schon eingeholt."
„Carolina!", ruft jetzt auch deine Mutter, umarmt dich und drückt dir einen Kuss auf die Wange.
„Mama!" Auch sie ist größer als so mache ihrer Generation, allerdings fast einen halben Kopf kleiner als du. Von ihren blonden Locken hast du wirklich absolut nicht abbekommen, dafür fühlst du dich an einen Spiegel erinnert, wenn du in ihre ebenfalls grünen Augen schaust.
„Wieso ist sie bei dir immer so glücklich?", will dein Vater belustigt wissen.
Schnaufend schüttelst du den Kopf.
„Mama, Papa, das ist Charlie. Mein Freund."
Schockiert mustern sie ihn. Charlie hat ein weißes T-Shirt und dazu eine braune Permudashorts an. Seine doch etwas längeren Haare hingen ihm leicht ins Gesicht. Noch waren sie nicht lang genug, um sie in einen Pferdeschwanz zu binden.
„Hallo. Wir sind Carolinas Eltern", kommt es schließlich höflich von deiner Mutter.
„Guten Tag Mrs. Bilston", meint Charlie nett, als er ihre Hand schüttelt. Dein Vater streckt ihm ebenfalls seine Hand entgegen und verwickelt ihn in ein kurzes Gespräch über sein Leben, was fast an ein Einstellungsgespräch mit Lebenslauf erinnert.. Nach etwa fünf Minuten will deine Mutter gehen. Charlie nimmt deinen Koffer und trägt ihn zum Auto. Deine Eltern steigen schon mal ein und lassen die Klimaanlage laufen. Mr. Weasley unterhält sich begeistert über das geöffnete Fenster über das Auto und seine ganzen Funktionen. Du nimmst nochmal alle in den Arm und verabschiedest dich. Am Schluss küsst du nochmal Charlie und steigst dann hinten ein.
Winkend fahrt ihr die Einfahrt entlang und fahrt Richtung London. Erst, als der Fuchsbau nicht mehr zu sehen ist, drehst du dich nach vorne und achtest auf das Gespräch deiner Eltern. Sie reden über die Nachbarn und was sie mal wieder alles machen. Deine Mutter ist immer über alles informiert.

„Schatz, wegen deinem Freund... wie alt ist er eigentlich?"
„21", nuschelst du leise.
„21?! Findest du das nicht ein bisschen alt für dich? Was, wenn er dich verletzt? Du bist doch noch ein halbes Kind!"
„Mama! Ich weiß schon, was ich tue. Und natürlich könnte er mich verletzten. Aber das wird er nicht. Das weiß ich einfach."
„Sei bitte nicht naiv."
„Ich. Bin. Nicht. Naiv", knurrst du.
„Du weiß, was deine Mutter meine", mischt sich nun auch dein Vater ein.
„Schön! Ich pass auf."
„Gut. Also, wie war dein Schuljahr?"
Schockiert über den Themawechsel glotzt du sie erstmal beide stumm an. Dann fängst du an zu erzählen.
„Es war toll! Unser neuer Verteidigungslehrer Professor Lupin war echt brilliant, aber leider hat er gekündigt. Oh, und ihr habt ja von Sirius Black gehört. Dem Schwerverbrecher. Der war ja auch in den Mugg... den Nachrichten. Den haben sie immer noch nicht gefasst." Eigentlich wolltest du ihnen von der ganzen Geschichte erzählen. Dass Sirius unschuldig ist. Das Peter Pettigrew Harrys Eltern verraten und die ganzen Menschen ermordet hat. Dass er euch alles in der Vollmondnacht in der Heulenden Hütte erklärt hat. Aber du bist dir nicht sicher, ob sie es verstehen würden. In ihren Augen ist Sirius ein Massenmörder. Sie würden dir verbieten, etwas mit ihm zu tun zu haben.

Nach zwei langwierigen Stunden Fahrt – schade, dass du noch nicht apparieren kannst – stehst du vor eurem Haus. Es steht in einem kleinen Vorort von London, in dem jeder einen kleinen Garten hat. Viele Paare mit Kindern leben hier, da es wenig Verkehr gibt und die Kleines deshalb auch unbeaufsichtigt draußen spielen können. Es gibt eine Busverbindung in die Stadt, eine kleine Bäckerei mit dem besten und knusprigsten Brötchen, die du kennst, und einen Spielplatz mit zwei Schaukeln, einem Sandkasten, einem Karussell und einer Rutsche. An den Spielplatz grenzte ein Fußballplatz an, der im Sommer bis spät in die Nacht besetzt war. Wenn man stadtauswärts fährt kommt man an einigen Wiesen, Feldern und einem kleinen Bach vorbei. In Sichtweite eures Hauses gab es außerdem ein paar kleine Berge, die von einem einzigen riesigen Laubwald überzogen waren. Die Wände eures Hauses sind weiß und unten ziehst sich ein etwas fünfzig Zentimeter hoher dunkelgrauer Streifen lang. Die Ziegel sind rot und so sauber, dass sie zu leuchten scheinen. Ihr habt außerdem einen Garten mit einem Apfelbaum und ein paar anderen Pflanzen; Erdbeeren, Heidelbeeren, Gurken, Tomaten, Erbsen, Basilikum... Der Rasen ist gepflegt und kurz gemäht und neben der Terrasse steht eine Hollywoodschaukel. Die Garage hängt am Haus, sodass ihr durch eine Tür direkt in den Windfang gehen könnt. Auch dort sind die Wände weiß. Eine Garderobe und zwei Schuhschränke aus Fichtenholz stehen in den kleinen Raum.

Du gehst eine Treppe aus Marmor hoch und dann einen Gang entlang. Das letzte Zimmer links gehört dir. Du machst die Tür auf und lässt alles auf dich wirken: Wie du das vermisst hast! Die Wände sind in einem wunderschönen Gelbton gestrichen. Leider kann man bei Gelb viele Fehler machen. Zu schwammig, zu grell, zu sehr in eine andere Farbe übergehend... Aber deine Wände sind strahlend gelb, wie die Sonne.

Dein Zimmer ist rechteckig. An der hinteren und der rechten Wand ist je ein Fenster, wobei das an der rechten etwas großer ist. In der linken hinteren Ecke ist die Fenstertür zum Balkon.
Direkt rechts neben der Tür, die ziemlich weit links der Wand ist, steht ein Regal mit lauter würfelförmigen Löchern, also quasi ein Gitterregal. In denen stehen entweder Erinnerungen an Urlaube, Fotos mit deiner Familie und Freunden, Kerzen oder einfach gar nichts. An der linken Wand steht nichts außer dein Schreibtisch, auf dem ein Laptop liegt. Da du nur in den Ferien da bist hast du nicht das Neueste vom Neuen, aber das ist dir egal. Etwas links von der Mitte der hinteren Wand steht dein Bett. Es ist relativ breit, zumindest breiter als ein Durchschnittsbett, was du echt toll findest. Hinter dem Kopfteil ist eine Lampe an der Wand montiert und rechts vom Bett steht dein Nachttisch. Unter dem Ganzen liegt ein gelber Teppich.
Direkt an den Nachttisch angrenzend steht ein riesiges, mit der Vorderseite nach rechts abgeneigtes Bücherregal, das bis zur Decke reicht und echt alt aussieht. An der Hinterseite des Regals hat dein Vater mal ein Regal gebohrt, auf dem deine Boxen und dein CD-Player steht. Da es ziemlich lang ist, teil es das Zimmer so zu sagen in zwei Hälften. Du liebst Bücher; Krimis, Fantasie, Erotik, Albernes... Da das Bücherregal so hoch ist, ist eine Leiter eingebaut, die man an einer Querstange herum schieben kann. In der rechten Ecke genau gegenüber des Regals steht ein gemütliches Sofa mit lauter Kissen und Decken, unter anderem auch eines deines Hogwartshauses. Unter dem Sofa liegt ein echter Kuschelteppich in Rot. Die Füße des Sofas und einige Teile des Bücherregals – wie die Querstange, die Halterungen der Treppe für eben diese und die Rollen der Treppe – sind in Gold gehalten, sodass dich in deiner 'Chillecke' alles an Gryffindor erinnert. Fast in der vorderen rechten Ecke des Raums steht dein Schminktisch mit Spiegel.

Rechts neben dem Gitterregal ist noch eine Tür. Diese führt in deinen Schrank. Eigentlich war das Haus nämlich zu groß für euch drei, aber da du schon immer einen begehbaren Kleiderschrank haben wolltest, hast du ihn bekommen. Die Wände sind weiß, sodass der Raum nicht einengend wirkt. Links an der gesamten Wand sind all deinen Klamotten aufbewahrt. Rechts vorne deine Schuhe mit, wenn vorhanden, passenden Handtaschen und weiter hinten ist der Schrank so gebaut, dass du Schubladen herausfahren kannst, in denen dein Schmuck liegt. An der hinteren Wand, also gegenüber der Tür, steht ein riesiger Spiegel, der wie in der Wand eingebettet liegt; als hätte ihn jemand in den noch nassen Beton gedrückt. An den Rändern sind antike weiße Schnörkelornamente zu sehen. Da so kein Fenster vorhanden wäre, besteht die Decke teilweise aus Fensterglas, das den Raum nicht überhitzen lässt. Du kannst also auch im Hochsommer hier stundenlang sein.

Gegenüber deiner Zimmertür ist noch eine Tür, die in dein Bad führt. Die Wandfliesen sind blau und mit aufgeklebten Muschelornamenten Bodenfliesen sind blauweiß und mit einer Bodenheizung ausgestattet. Rechts in der Ecke steht eine große Dusche mit Brausen und einem Wasserfallduschkopf. Daneben an der rechten Wand ist ein weißes Keramikwaschbecken. An der Wand darüber hängt ein ausklappbarer Schrank, dessen Türen je ein Spiegel ist, und ein in die Wand gebohrter Ständen für das Handtuch. An der linken Wand relativ weit vorne ist das Klo, ebenfalls aus weißem Keramik. In den Raum ragt eine weiße Keramikbadewanne, die nicht mit der Wand verbunden ist. Du hast so eine mal in einem alten Schwarzweißfilm gesehen und überall danach gesucht. Die Hähne sind golden gestrichen und sehen extrem edel aus. Daneben steht ein kleines Tischchen mit zwei Abstellmöglichkeiten; unten für die Handtücher und oben für das Shampoo und so. Darunter liegt ein blauer Teppich, ebenso wie ein passender kleiner Teppich vor dem Klo liegt.

Lachend lässt du deinen Koffer in einer Ecke stehen, ziehst dir ein neues Top an und rennst in die Küche. Der Geruch von Nudeln steigt dir in die Nase