Am nächsten Morgen sitzt ihr in Verteidigung gegen die dunklen Künste. Du redest mit Hermine neben dir. Der gesamte Raum hat sich mal wieder verändert, wie bei jedem neuen Lehrer. Plötzlich schwingt die Tür auf, knallt gegen die Wand und lässt alle Schüler verstummen. Mad-Eye Moody betritt das Klassenzimmer uns stellt sich vorne an die Tafel. Er mustert euch mit seinem seltsamen Auge, dann dreht er sich um und schreibt seinen Namen an die Tafel.
„Alastor Moody; Ex-Auror, Dorn im Auge des Ministeriums und euer Lehrer in Verteidigung gegen die dunklen Künste. Ich komme nur auf Bitten von Dumbledore. Und Schluss. Punkt. Ende. Noch was unklar?" Keiner sagt ein Wort, einige scheinen sogar den Atem an zu halten. Moody hat eine unglaubliche Präsens, der man sich nicht widersetzen will oder kann.
„Beim Herangehen an die dunklen Künste glaube ich an die praktische Methode. Aber zuerst eine Frage: Wer kann mir sagen, wie viele Unverzeihliche Flüche es gibt?"
„Drei, Sir." Hermine ist die einzige, die sich traut, etwas zu sagen.
„Die so heißen, weil..." Er schreibt dick und fett das Wort UNVERZEIHLICH an die Tafel.
„Weil es unverzeihlich ist, sie zu benutzen. Wer auch nur einen davon anwendet..."
„Bekommt eine Reise ohne Wiederkehr nach Askaban, korrekt. Das Ministerium sagt, ihr seit zu jung um diese Flüche kennen zu lernen. Ich sag was anderes. Ihr müsst wissen, was euch erwartet." Er knallt seine Kreide auf den Tisch, sodass ihr zusammenzuckt. „Ihr müsst vorbereitet sein." Wieder schreibt er etwas an.
„Sie müssen sich einen anderen Platz für ihren Kaugummi suchen als die Unterseite ihres Pultes, Mister Finnigan!"Du drehst dich überrascht zu Seamus um wie fast alle in der Klasse.
„Das ist doch nicht wahr. Der alte Sack kann offenbar nach hinten sehen", flüstert der seien Nachbarn zu.
Moody dreht sich um, schmeißt seine Kreide nach hinten und donnert los. „Und quer durchs Klassenzimmer hören! So, welchen Fluch sollen wir uns zuerst vornehmen. Weasley!"
„Ja..?"
„Aufstehen. Nenn uns einen Fluch."
Ron steht alleine vor ihm und scheint unglaublich nervös zu sein. Obwohl sie etwa gleich groß sind wirkt Moody, als hätte er alle Macht der Welt. Du hast Mitleid mit Ron; so käsig, wie er im Gesicht ist, hast du ihn seltenst gesehen.
„Nun ja, ich äh weiß nur einen, von meinem Vater. Der Imperius-Fluch."
„Oh ja, den kennt dein Vater ja bestens. Der hat im Ministerium vor ein paar Jahren viel Kummer gemacht. Ich werd euch jetzt den Grund dafür zeigen." Während Moody zurück nach vorne geht, setzt Ron sich erleichtert hin. Du lächelst ihm leicht zu um ihn auf zu muntern. Vorne hantiert Moody mit einem der Gläser rum. Er nimmt eine Spinne heraus und macht sie mit einem Engorgio bestimmt zehn Mal größer. Dir läuft es kalt den Rücken runter. Dann, nach einem Imperio, lässt er sie auf das erste Pult, direkt vor Dean Thomas lachen ein paar, als Dean erschrocken nach hinten weicht. Du zitterst, obwohl sie nicht mal in deiner Reichweite ist. Deine Spinnenphobie ist genauso schlimm wie die von Ron, wenn nicht sogar noch ausgeprägter.
„Keine Sorge, sie ist völlig harmlos." Er lässt sie auf Crabbes Kopf hüpfen. In dir spannt sich alles zusammen, während jetzt wirklich alle lachen. Hoffentlich lässt er sie nicht zu mir kommen!
Jetzt schickt er die Spinne zu Padma. Sie krabbelt ihren Arm hoch.
„Außer wenn sie beißt. Dann ist sie tödlich."
Zuerst schwebt sie nur über Rons Kopf, dann lässt er sie runter. Links hörst du das tiefe, verächtlich Lachen von Draco. Moody bemerkt es auf.
„Was gibt's da zu lachen?"
Mit Schwung schickt er sie zu ihm rüber, genau auf Malfoys Gesicht. Du brichst ihn schallendes Gelächter aus, als er ängstlich rumquieckt. Harry klatscht in die Hände und sogar Moody lacht.
„Hat Talent, die Kleine, nicht? Was soll ich sie jetzt tun lassen? Aus dem Fenster springen? Sich ersaufen?"
Er lässt sie gegen ein Glas klatschen und über einem Wassereimer schweben. Keiner lacht mehr, euch ist klar, dass er die totale Macht über die Spinne hat. Dass ein schwarzer Zauberer die gleiche Macht über euch haben könnte. Dass er euch dazu bringen könnte, euch umzubringen oder jemand anderen zu töten und ihr könntet nichts dagegen tun. Er lässt sie wieder zu sich zurück schweben und sieht jeden einzelnen von euch gespannt an, durch forscht euch mit seinen Blicken. Ihr dreht euch wieder nach vorne.
„Unmengen von Hexen und Zauberern haben behauptet, sie hätten nur deshalb den Befehlen, die ihnen Ihr-wisst-schon-Wer gegeben hat, Folge geleistet, weil sie unter dem Imperius-Fluch standen. Aber hier wird's knifflig: wie finden wir die heraus, die lügen?"
In deinem Kopf breitet sich diese Frage aus wie schwarzer Rauch. Denn er hat vollkommen Recht, so etwas ist quasi unmöglich.
„Noch ein Fluch, noch ein Fluch. Auf, auf, kommt."
Diesmal melden sich mehr Leute. Vorne streckt Neville zögernd seine Hand nach oben.
„Longbottom, oder? Aufstehen. Pofessor Sprout sagte mir, du hättest wohl eine besondere Begabung für Kräuterkunde."
Neville nickt ruckartig und schluckt. Er ist nicht besonders gut in der Schule, außer in Kräuterkunde, aber er ist unglaublich nett und loyal.
„Da ist noch der Cruciatus-Fluch."
„Korrekt, korrekt. Komm, komm." Begeistert winkt er Neville mit seinem Zauberstab nach vorne und setzt dort die Spinne auf den Tisch. „Besonders grässlich. Der Folter-Fluch. Crucio!"
Die Spinne windet sich und gibt komische Geräusche von sich. Alle in der Klasse starren nach vorne. Wenn da jetzt ein Mensch liegen würde, würde er sich die Seele aus dem Leib schreien, schießt es dir durch den Kopf. Du kannst nicht hinsehen, es ist einfach zu grauenhaft, aber gleichzeitig kriegst du deine Augen nicht davon los. Es ist wie bei einem Autounfall, es ist schrecklich unmenschlich und trotzdem starren alle hin.
„Aufhören! Sehen Sie nicht, wie sehr ihn das quält? Aufhören!" erst durch Hermines Zwischenruf merkst du, dass Neville am ganzen Leib zittert und die Augen zusammenkneift. Eine Welle des Mitleids überrollt dich. Er hat so etwas nicht verdient. Moody lässt von der Spinne ab und räuspert sich. Dann trägt er sie zu Hermine und legt sie vor sie auf ihr Buch.
„Vielleicht kannst du uns den letzten Unverzeihlichen Fluch nennen, Miss Granger. Nein?"
Hermine schüttelt mit Tränen in den Augen den Kopf. Sie sieht noch nicht mal nach unten, was du ihr nicht verübeln kannst. Dir dreht sich der Magen um, als Moody mit einem „ Avada Kedavra!" die Spinne tötet. Beim grünen Licht presst du die Lippen zusammen und drückst Hermines Hand unter dem Tisch.
„Der tödliche Fluch. Es gibt nur einen Menschen, der ihn überlebt hat. Und der sitzt hier unter uns."
Moody humpelt direkt vor Harrys Platz und sieht auf ihn herab. Harry erwidert den Blick. Dann wendet sich Moody leicht ab und nimmt einen kräftigen Schluck aus seinem Flachmann. Als endlich die Schulglocke ertönt seit ihr alle heil froh, verschwinden zu können. Du packst schnell deine Sachen in deine Tasche und ziehst leicht an Hermines Ärmel um ihr zu zeigen, dass du fertig bist. Dann verlasst ihr zusammen mit Harry und Ron den Verteidigungsraum.

„Super der Typ, oder? Absolut übergeschnappt natürlich. Niemand, mit dem man in einem Raum seien will. Aber der weiß, wovon er redet. Er hat dem Bösen ins Auge gesehen." Ron scheint richtig begeistert zu sein und auch du bist beeindruckt von dem Typen. Aber gleichzeitig möchtest du weit weg von ihm. Er ist dir nicht ganz geheuer.
„Diese Flüche sind nicht ohne Grund unverzeihlich. So etwas vor einer Klasse zu machen. Habt ihr Nevilles Gesicht gesehen?"
Harry stößt sie an und ihr bleibt stehen. Neville lehnt seine Stirn gegen eine Fensterscheibe und starrt mit verschleiertem Blick nach draußen. Du machst dir Sorgen. Es scheint ihn wirklich getroffen zu haben.
„Neville?" Du willst ihn gerade an tippen als Moody sich an euch vorbei drängelt. Er packt seine Schulter und dreht ihn zu sich um. „Junge? Alles klar?"
Neville blickt nach unten und nickt kaum merklich. Es ist offensichtlich, dass er schnell weg möchte.
„Komm, wir trinken einen Tee, ich möchte dir was zeigen."
Ganz langsam folgt Neville Moody die Treppen wieder hoch. Hermine und du tauscht einen Blick aus; auch sie scheint sich nicht wohl in seiner Nähe zu fühlen.

Als nächstes steht Verwandlung auf dem Stundenplan. Ihr setzt euch auf eure Plätze und hört MrGonagall zu, wie sie euch ermahnt, ja auf zu passen und alles richtig zu machen. Dann fangt ihr mit dem neuen Stoff an. Inzwischen bist du schon ganz gut darin, eine Schildkröte in einen Suppenteller zu verwandeln. Nur, dass das Porzellan wie schildkrötenpanzerähnliches Material aussieht.
„Du, Hermine", wisperst du zu deiner Freundin hinüber. Die brummst um zu zeigen, dass sie zu hörst.
„Was machen eigentlich die Französinnen und Bulgaren jetzt?"
Hermine hört auf, ihr Tier hin und her zu verwandeln und überlegt. Dann zuckt sie widerwillig mit den Schultern. „Weiß ich nicht."
Du brummst und starrst konzentriert deinen Suppenteller an. „Wollen wir's herausfinden?"
Hermine verzieht das Gesicht, so als würde sie in eine saure Zitrone beißen. Harry, der genau vor dir sitzt, dreht sich um und grinst dich an.
„Wenn nicht wir, wer dann?"
„Mr. Potter, haben sie bereits eine anständige Keksdose zu Stande gebracht?" McGonagall, die grauen Haare streng nach hinten gebunden, fixiert ihn aus ihren Katzenaugen heraus. Harry dreht sich ertappt nach vorne und tippt seinen Maulwurf mit der Zauberstabspitze an. Das Tier hat bereits ein graues Fell, das wie Blech aussieht, und auch die Form erinnert entfernt an eine Dose. „So gut wie, Professor."
„Das ist nicht gut genug. Anstatt mit Miss Bilston zu reden, könnten Sie sich auf ihre Aufgabe konzentrieren."
Harry nickt und murmelte den passenden Zauberspruch. Auch du gibst Ruhe, aber die Idee, sich mit Hilfe des Tarnumhangs zu der Kutsche und dem Schiff zu stehlen, bleibt in einem hinteren Winkel deines Kopfes bestehen.

Nach einer Doppelstunde Kräuterkunde und Geschichte lauft ihr zur Großen Halle. Draußen regnet es in Strömen und du bist froh, dass es nach Kräuterkunde noch trocken war. Der Feuerkelch steht in der Mitte des Raumes, über ihm die blaue Flamme und um ihn herum ein blau leuchtender Ring. Du siehst ihn dir stirnrunzelnd an. Du musst noch nicht mal fragen, Hermine beginnt sofort mit einer Erklärung.
„Das ist eine Altersgrenze. Nur, wer ein bestimmtes Alter erreicht hat kann unbeschadet hinüber."
Du nickst. Wahrscheinlich ist Dumbledore dafür verantwortlich. Du denkst daran, wie Fred und George gestern Abend noch verkündet haben, dass sie den Kelch austricksen werden. Jetzt kommt dir das ziemlich naiv vor. Im regelmäßigem Abstand werfen Schüler ihre Namen in den Kelch, einige kennst du mit Namen. Hermine setzt sich auf eine Bank am Rand der Halle und lässt Harry und Ron über das Turnier reden. Du setzt dich zu Hermine und denkst nach. Du hast Charlie gestern noch gesehen, trotzdem vermisst du ihn schrecklich. Inzwischen müsste er wieder in Rumänien sein. Du denkst daran, wie ihr Hagrid in der ersten Klassen geholfen habt, mit seinem Drachen Norbert auszukommen. Ron hatte dafür gesorgt, dass er abgeholt wurde. Hagrid war danach am Boden zerstört gewesen, aber er hat eingesehen, dass es nicht anders ging. Man kann einen Drachen nicht in einer kleinen Hütte auf einem Schulgelände großziehen.
Auf einmal kommen laute Rufe von der Tür her auf euch zu. Du schaust hin und siehst einen klitschnassen Cedric Diggory, der, von seinen Freunden angefeuert, zum Feuerkelch läuft. Er läuft durch die blaue Linie und wirft ein Stück Pergament in den Kelch. Als der Zettel im Feuer verbrennt, fangen alle zu klatschen und pfeifen an. Du lächelst nur schwach. Dir kommt er nicht wie ein Champion vor. Hermine meinte mal, dass er ganz gut in der Schule seien soll, und du weißt, dass er Vertrauensschüler ist, aber du siehst ihn einfach nicht gegen Monster kämpfen oder um sein Leben rennen.
Mit lautem Lachen verschwinden er und eine Freunde wieder.
Ron und Harry laufen am Rand der blauen Linie entlang. Diesmal hörst du ihn zu.
„Nie endender Ruhm, das wär doch was, oder? In drei Jahren, dann, wenn wir alt genug sind fürs Turnier."
„Ich lass dir gern den Vortritt." Harry krempelt sich die Ärmel hoch. Er ist auch so schon berühmt genug. Genau da laufen Fred und George mit lauten JA! Rufen in die Halle. Lautes Klatschen und Rufen brandet auf; die beiden sind sehr beliebt und egal, ob es nun klappen wird oder nicht, es wird auf jeden Fall eine Show. Du klatscht laut und jaulst herum. Genauso wie Hermine glaubst du nicht, dass schlichter Alterungstrank sie weiter bringen wird. Sie kommen auf eure Seite und klatschen die Leute der Reihe nach ab.
„Tja, Leute, wir haben es geschafft."
„Heute morgen zusammengebraut."
„Das wird nur nicht funktionieren", trällert Hermine neben dir. Du grinst in dich hinein. Natürlich hat sie Recht, aber dass sie es ihnen auch noch so unter die Nase reibt... Fred und George setzten sich natürlich prompt neben euch. Fred sitzt rechts von dir und George links von deiner besten Freundin.
„Ach nein?"
„Und wieso nicht?"
„Könnt ihr das da sehen?" Du zeigst auf die magische Linie. Schließlich musst du deine beste Freundin unterstützen. „Das ist eine Alterslinie. Sie ist von Dumbledore persönlich gezogen worden", beendet Hermine deine Erklärung.
„Na und?"
„Na und? Ein Genie wie Dumbledore überlistet man auf einen Fall mit der peinlich unterbelichteten Idee, Alterungstrank zu benutzen."
„Das macht ja die Nummer so genial."
„Dass sie so peinlich unterbelichtet ist."
Mit einem breiten Grinsen stehen sie auf, stellen sich auf eine Bank und schütteln die Reagenzgläser.
„Bereit, Fred?"
„Bereit, George."
„Wohl bekomm's." „Wohl bekomm's."
Die beiden verhaken die Arme ineinander, schlucken den Inhalt der Gläser in einem Zug und hüpfen von der Bank direkt über die Linie. Alle sind leise, doch als sie drüber sind brandet Applaus auf. Auch du klatscht beeindruckt in die Hände. Trotzdem hast du das Gefühl, dass da noch was kommt. Die Zwillinge hingegen sind schon siegessicher, und nachdem sie und die Menge sich etwas beruhigt haben, stellen sie sich gemeinsam direkt vor den Kelch. Nach einem gemeinsamen „Bereit?" werfen sie ihre Namenszettel gleichzeitig in die Flamme. Du hältst den Atem an und auch sonst rührt sich kein Mensch. Dann, als nichts passiert, fangen alle an zu jubeln. Du spitzt die Lippen. Das war zu einfach!, hörst du eine Stimme in deinem Kopf schreien. Und tatsächlich,nach etwa fünf Sekunden schießen Ausläufer aus der blauen Flamme. Alle gehen erschrocken einen Schritt zurück. Zwei der Ausläufer treffen die Zwillinge genau in der Brust, sodass sie mit einer ungeheuren Wucht nach hinten geschleudert werden. Die anderen versperren dir die Sicht. Du stehst auf und drängelst dich vorbei. Noch bevor du sie siehst fangen die ersten das Lachen an. Als du die beiden mit grauen Haaren, Bärten und buschigen Augenbrauen siehst, musst du aus vollem Hals lachen. Die beiden fangen an, sich zu raufen und gegenseitig zu beschimpfen. Um dich herum feuern die anderen sie an.

Dann werden alle leise. Die beiden streiten sich noch immer, doch auch sie verstummen, als sie zum Eingangstor schauen.
Viktor Krum läuft mit kräftigen, selbstbewussten Schritten auf den Feuerkelch zu und wirft seinen Namen hinein. Als er sich umdreht ziehen sich Hermines Mundwinkel leicht nach oben und sie blickt verlegen nach unten. Dein Blick huscht zu Viktor zurück, doch der ist schon fast wieder weg. Keiner scheint etwas zu bemerken, deshalb sagst du auch vorerst nichts. Wahrscheinlich hast du es dir auch nur eingebildet.