Nachdem Harry, Ron, Hermine, Dean und du euch noch etwas unterhalten und Karten gespielt habt stehst du auf und streckst dich.
„Ich glaube ich geh schlafen. Gute Nacht Jungs."
Hermine schiebt ihre Bücher zusammen und steht ebenfalls auf. Du wartest auf sie und winkst deinen Freunden, als ihr nach oben verschwindet. Du schnappst dir deine Schlafsachen und huscht ins Bad. Dort duscht du ausgiebig im heißen Wasser. Trotzdem ist dir die ganze Zeit so komisch kalt, als würde ein Eisblock in deinem Inneren liegen und alle Wärme abblocken. Du schüttelst über diesen Gedanken den Kopf und rubbelst deine Haare vorsichtig trocken. Dann ziehst du dich an und schlüpfst mit einem letzten „Schlaf gut" in dein Bett. Deine immer noch leicht feuchten Haare liegen dabei wie ein Fächer um deinen Kopf.

Als du aufwachst spürst du es – ein Kratzen im Hals. Langsam atmest du ein und zuckst zusammen. Ja, es tut eindeutig weh. Verdammt.
Langsam setzt du dich auf und fasst dir an den Hals. Du tastest ihn ab, überprüfst alles soweit es geht. Dein Hals fühlt sich von außen geschwollen an, doch du merkst, wie staubtrocken er von innen ist. Vorsichtig schluckst du und musst anfangen zu husten. Schlimmer als Staub, eher wie ein ganzer Kiesstrand. Du willst dich gerade selbst bemitleiden, als du merkst, dass du kein Wort raus kriegst.
„Caro? Alles in Ordnung?" Hermine schaut besorgt zu dir, wie du im Bett sitzt und deinen Hals abtastest. Du schüttelst deinen Kopf und deutest auf deinen Hals.
„Mein Hals", krächzt du leise.
„Oh nein, du bist erkältet." Besorgt setzt sie sich zu dir und legt ihre Hand auf deine Stirn. „Ja, eindeutig. Du bist ganz heiß. Und du zitterst."
Du schaust an dir runter. Tatsächlich, dein ganzer Körper schlottert. Aber Fieber? Schwachsinn, dir ist eiskalt! Also schüttelst du deinen Kopf.
„Ich glaube, du solltest zu Madam Pomfrey. Das scheint eine ziemlich schlimme Erkältung zu sein"; meint die besorgt.
„Schwachsinn. Das ist nur ein normaler Schnupf...", der Rest des Satzes geht in einem Hustenanfall unter. Entschlossen schnauft Hermine und will dir deine Sachen von gestern holen.
„Meine Güte, die sind ja ganz feucht", meint sie entrüstet. Natürlich, du warst gestern Abend noch am Eulenturm. Alles ist vom Schnee durchweicht. Hermine macht deine Schranktür auf und holt dir deine erstbeste Hose und einen warmen Pulli raus. Sie legt dir alles zusammen mit frischer Unterwäsche auf deine Bettdecke.
„Zieh das an, wir gehen zu Madam Pomfrey."
Du nickst. Eigentlich hat sie ja auch Recht. Schnell ziehst du dir alles an und nimmst dir auch noch einen Schal mit. Der Großteil des Schlosses ist eiskalt, immerhin gibt es keine Heizungen. Zusammen lauft ihr direkt zum Krankenflügel.

„So meine Liebe, was kann ich für dich tun?"
„Sie ist erkältet und hat Fieber."
Mit fachmännischen Blick checkt Madam Pomfrey dich durch und läuft dann in ein Nebenzimmer. Zurück kommt sie mit einem Fläschchen, in dem eine komisch braune zähflüssige Substanz vor sich hin schwabbt. Du verziehst den Mund und presst deine Lippen zusammen.
„Sie müssen gar nicht so gucken. Es hilft und darauf kommt es an."
Sie zieht ein bisschen davon in einer Pipette auf und befiehlt dir den Mund auf zu machen. Du kneifst die Augen zusammen als sie dir die Flüssigkeit in den Rachen tröpfelt und es langsam den Weg deine Kehle runter fließt. Das ungewohnte Gefühl bringt dich zum Husten. Du krümmst dich zusammen und versuchst, deine Atmung wieder unter Kontrolle zu bringen, während Hermine dir über den Rücken streichelt. „Geht schon", würgst du krächzend hervor.
„So, das wärst dann auch schon wieder. Ich würde empfehlen, Sie bleiben noch im Bett liegen, und zwar hier. Dann habe ich Sie immer im Auge. Und Sie", Madam Pomfrey wendet sich mit in die Seiten gestemmten Händen an Hermine, „Sie gehen jetzt wieder. Erstens haben Sie Unterricht und zweitens braucht ihre Freundin Ruhe."
Du lächelst Hermine dankbar an, als sie aufsteht und zur Tür hinaus verschwindet. Dann legst du dich in da Bett, dass Madam Pomfrey dir zugewiesen hat. Langsam merkst du, wie dein Hals sich besser anfühlt. Wie ein inneres Feuer brennt die Medizin das schlechte Gefühl weg.
„So, Sie sollten eigentlich bald wieder fit sein. So etwas geht ruckzuck. Ich habe Ihnen nur etwas leichtes gegeben, damit Sie nicht gleich ausgelaugt werden. Trotzdem werden Sie müde sein, also schlafen Sie ein wenig. Schlaf ist die beste Medizin."
Mit diesen Worten verschwindet die Krankenschwester wieder in ihren Nebenraum. Du ziehst dir gehorchsam die Bettdecke bis ans Kinn und schließt die Augen. Schon bald bist du wieder weg gedöst.

Vorsichtig lugt Ron zur Tür hinein. Als er sieht, dass Madam Pomfrey nicht da ist, macht er die Tür ganz auf und deine drei besten Freunde schlüpfen zur Tür hinein.
„Hey Caro! Wir haben gehört, du bist krank. Kannst du schon reden?"
„Ja", meinst du immer noch sehr leise.
„Trotzdem solltest du nicht reden", ermahnt Hermine dich, wirft aber den beiden Jungs ein paar böse Blicke zu.
„Wann darfst du den wieder raus?"
„Später."
Ron nickt und kramt in seiner Schultasche, die er über seine Schultern geworfen hat. Er zieht einen Schokofrosch raus und legt ihn dir auf die Decke.
„Hier, Schokolade tut gut."
„Ach ja, da fällt mir ein", meint Hermine und stellt dir deine Tasche neben dein Bett.
„Ich hab dir deine Schulsachen gebracht und Pergamentzettel mit allen Einträgen und Hausaufgaben. Damit du auch nichts wichtiges verpasst. Wahrsagen musst du dir aber bei Harry oder Ron holen."
„Danke", flüsterst du.
„Keine Ursa..."
„Was machen Sie den hier? Die Besucherzeit beschränkt sich auf fünf Minuten. Wann sind Sie her gekommen?" Madam Pomfrey steht da und schüttelt den Kopf. Harry schluckt sichtbar.
„Ähm, wir, also..." Ron kratzt sich im Nacken, während du geradezu die Räder in seinem Kopf rattern hören kannst.
„Miss Bilston braucht Ruhe, wenn ich Sie also bitten darf jetzt zu gehen."
Hermine nickt stellvertretend für alle packt ihre eigene Tasche etwas fester. „Wann kann sie den entlassen werden?"
„Heute Abend."
„Na dann, bis später Caro."
Deine Freunde winken dir zu und gehen zur Tür hinaus. Du machst deinen Schokofrosch auf, während Madam Pomfrey kopfschüttelnd in ihrem Zimmer verschwindet.

„Na, das sieht doch ganz gut aus." Madam Pomfrey schaut auf ihr Thermometer. Anscheinend hat sich dein Fieber wieder verzogen und auch den Hals fühlt sich an wie normalerweise.
„Also ich glaube, Sie können wieder gehen. Aber nichts kaltes trinken!"
„Nein, bestimmt nicht", winkst du ab und schulterst deine Tasche. Vor lauter Langeweile hast du dir tatsächlich kurz die Sachen angeschaut, die Hermine dir gebracht hat, aber irgendwann war es dir doch zu dumm. Hermine wird es dir sowieso erklären. Schnell läufst du vom Krankenflügel aus zum Gemeinderaum, doch dort ist keiner deiner Freunde zu sehen. Also gehst du in dein Zimmer und wickelst dir einen Schal um deinen Hals. Draußen ist es bereits dunkel, also beschließt du, nichts mehr zu machen und dich einfach runter in den Gemeinderaum zu setzen. Dort wartest du so lange, bis sich Harry, Hermine und Ron schließlich zum Potraitloch reinkommen und sich zu dir setzten.
„Du bist wieder da! Wie geht es dir?"
„Ganz gut, nur immer noch etwas kalt."
„Das ist normal. Am besten legst du dich noch etwas hin."
„Ich war heute den ganzen Tag im Bett gelegen."
„Das wäre besser als Schule finde ich", wirft Ron ein und Harry nickt dazu.
„Ich bleib jetzt hier unten, basta. Ron, wie wärs mit etwas Zauberschach?"
„Gerne, wenn du verlieren willst." Feixend holt Ron sein Schachbrett und zusammen spielt ihr drei Runden, wobei er dich am Ende eindeutig gewinnen lässt. Du kicherst, als du merkst, wie offensichtlich er das macht. Trotzdem ist es wirklich nett von ihm.