Die Zeit verstreicht. Der Januar vergeht und der Februar bricht an, ungewöhnlich kalt und windig. Harry kommt nicht mit seinem Eierrätsel weiter und deine Bedenken wegen deiner Fernbeziehung werden immer schwerwiegender. Du schaffst es jedoch, nicht die ganze Zeit vor dich her zu jammern.
Inzwischen ist der Tag der zweiten Aufgabe fast schon gekommen und sogar Harry wird langsam nervös.
„Weißt du, vielleicht ist es ja nicht mal wirklich wichtig, was da drin steht. Ich meine, nur weil es einer nicht schafft, kann er ja trotzdem noch teilnehmen, oder?", versuchst du, Harry zu beruhigen.
„Du meinst, wenn ich es nicht schaffe", meint Harry und lässt den Kopf auf den Tisch knallen. Du schluckst und sagst nichts. „Ich geh ein bisschen raus", brummt er dann und steht auf. Du nickst und zeigst auf dein Zaubertränkebuch. „Ich mach meine Hausaufgaben fertig, ja?" Du siehst, dass er alleine seien will und Snape muss schließlich auch noch gefüttert werden.
Also geht Harry alleine los, doch anstatt endlich in Ruhe arbeiten zu können, setzt sich Hermine auf einmal neben dich.
„Hey", meinst du seufzend und schließt dein Buch schon mal.
„Sag mal, weißt du wo Harry ist? Ich muss dringend wegen dem Eierrätsel mit ihm reden. Kannst du dir vorstellen, dass es morgen schon so weit ist? Und er hat immer noch keinen Anhaltspunkt, was die Aufgabe angeht! Also ich hab ihm ja gleich gesagt, dass er sich sofort darum kümmern sollte, aber auf mich hört ja keiner bis jetzt schließlich zu spät ist. Was ist, wenn es etwas gefährliches ist?"
„Hermine, ich bin mir sicher, dass Harry es auch so hinkriegt. Wer weiß, vielleicht wissen die anderen auch noch nicht, worum es geht! Hast du Krum schon mal gefragt?"
„Nein, ich rede mit Viktor nicht wirklich viel, weißt du? Und er würde es mir bestimmt nicht verraten, also lasse ich es lieber gleich."
„Also wenn er es jemandem verraten würde, dann dir", ziehst du sie auf und siehst zu, wie sie langsam rot wird. „Und Harry ist erst vor kurzem raus gegangen."
„Mh, ok... oh, du hast den Aufsatz noch nicht geschrieben? Also ich hab ja zwei Pergamentseiten mehr geschrieben als vorgesehen, aber mir ist dazu einfach soviel eingefallen, weißt du?"
„Warum? Snape wird dir sowieso kein O geben, wahrscheinlich wird er noch rummäckern, dass du dich nicht an seine Seitenanzahl gehalten hast, der Idiot."
„Deshalb muss ich meine Leistung ja nicht gleich runter fahren."
„Na wie du meinst", sagst du und zuckst mit deinen Schultern, bevor du dein Buch wieder aufmachst und deine Feder in ein Fässchen voll schwarzer Tinte tauchst.
„Ich hab es, ich hab es!" Lange nach dem Abendessen kommt Harry auf euch zugelaufen. Seine Haare kleben klatschnass an seiner Stirn und in seiner Hand schwenkt er das Goldene Ei. Nur ein paar Siebtklässler sitzen an ihren Hausaufgaben. Harry setzt sich zu euch und fängt an zu erzählen, wie Cedric ihm einen Tipp gegeben hat als Ausgleich für Harrys Hilfe bei der ersten Aufgabe.
„Na das ist ihm aber auch nicht früher eingefallen", brummst du, obwohl du froh bist, dass er überhaupt etwas gesagt hat.
„Was haben die Stimmen aus dem Ei den gesagt?"
„Komm, such, wo unsere Stimmen klingen,
denn über dem Grund können wir nicht singen.
Und während du suchst, überlege jenes:
Wir nahmen, wonach du dich schmerzlichst sehnest.
In einer Stunde musst du es finden
und es uns dann auch wieder entwinden.
Doch brauchst du länger, fehlt dir das Glück,
zu spät, 's fort und kommt nicht zurück. "
„Ähm ok, wow. Das ist mal wieder hilfreich unhilfreich."
„Also ich finde, das klingt ziemlich logisch, alles in allem. Du hast eine Stunde Zeit für die Aufgabe. Du musst etwas suchen. Und zwar wahrscheinlich im Schwarzen See, immerhin hast du die Stimmen erst unter Wasser gehört."
„Vielleicht musst du ja etwas beim Kraken finden", meint Ron grinsend.
„Das ist nicht lustig, Ronald, morgen fängt es schon an und wir haben gerade mal die kleinsten Kleinigkeiten herausgefunden."
„Wir sollten in die Bibliothek, dort gibt es bestimmt Bücher über den Schwarzen See."
„Die hat schon geschlossen, Hermine."
„Kein Problem", meint Harry beschwichtigend, als euer Optimismus zu sinken droht, „dann gehen wir morgen. Die Aufgabe fängt erst kurz nach dem Mittagessen an, Vormittags ist noch genug Zeit übrig."
„Siehst du Hermine, das wird schon", stimmst du Harry zu und siehst auf deine Armbanduhr, „und ich geh jetzt schlafen. Ich will morgen vor Müdigkeit nicht aus Versehen in den See fallen."
