Kurz nach eurem Besuch in Hogsmeade kommt wieder ein Brief von Sirius. Er schreibt nicht, wo er jetzt ist oder ob er noch immer in Hogsmeade ist, stattdessen bittet er Harry wachsam zu sein und euch um ihn keine Sorgen zu machen. Harry scheint das aber nur noch mehr Sorgen zu bereiten, denn obwohl er nichts sagt, kannst du den ganzen Tag lang eine Sorgenfalte auf seiner Stirn sehen. Es wird sehr langsam wärmer, und so beschließt ihr, Hagrid einen Besuch abzustatten. Nach dem Unterricht lauft ihr direkt runter bis zu seiner Hütte, aus deren Schornstein Rauch hochsteigt und ein kuscheliges Feuer ankündigt.
„Oh, hallo! Was macht ihr den hier unten, habt ihr keinen Unterricht?"
„Schon fertig! Ach, schön warm hier drin. Ich wünschte, der Frühling würde nicht so lange brauchen, um es endlich wirklich warm werden zu lassen." Fröhlich wirfst du deine Tasche auf einen der riesigen Stühle und läufst auf den riesigen Kamin zu. Hagrid kocht gerade etwas Undefinierbares in einem Topf, der größer ist als sein Hund.
„Stimmt, aber wir sind hier in Schottland, da ist das nun mal so", mischt sich Hermine ein, die sich hinsetzt. „Was machst du eigentlich so, Hagrid? Außerhalb vom Unterricht sehen wir dich ja kaum noch."
„Ach, wisst ihr", grummelt er in seinen zotteligen Bart, „eigentlich nichts besonderes. Auf meine Tiere und die Pegasi von Maxime aufpassen..."
„Ah, Madme Maxime also." Ron hatte ein breites Grinsen im Gesicht und du könntest schwören, dass Hagrid leicht rot wurde, aber bei all den Haaren in seinem Gesicht bist du dir nicht sicher.
„Also, ja, einer muss sich ja um die Viecher kümmern, nich' wahr?"
„Natürlich." Ron zwinkerte in die Runde und setzte sich mit Schwung neben Hermine.
Hagrid räusperte sich und ging zum Kamin, um im Kessel umzurühren. Es roch nicht besonders lecker, aber immerhin lagen keine Steinkekse herum, die er euch anbieten könnte.
„Also, Harry, schon eine Ahnung, was die dritte Aufgabe sein wird?"
Ihr blickt zusammen zu Harry, der fasziniert zu sein schien von der Holzmaserung des massiven Tisches.
„Nicht direkt, aber ich arbeite dran. Ich hab ja auch noch Zeit, nicht wahr?"
Hagrid nickte aufmunternd und grummelte vor sich hin, bevor er anfing, euch eine selbstgemachte Steinpilzsuppe auszuteilen, die ihr mit einem starren Lächeln runterwürgt.
Nur zwei Wochen nach dem Besucht bei Hagrid, wird Harry von Dumbledore in sein Büro beordert. Das erfahrt ihr allerdings erst, als er sich nach dem Abendessen mit euch zusammensetzt.
„Ich weiß jetzt, was die dritte Aufgabe ist!", flüstert er leise.
„Was? Woher?"
„Dumbledore hat..."
„Das geht nicht! Er kann dich nicht bevorzugen, das wäre unfair den anderen gegenüber", fällt ihm Hermine sofort ins Wort und runzelt die Stirn, als würde sie überlegen, sich über den Schulleiter zu beschweren.
„Jetzt hör doch mal zu. Er hat uns alle zu sich rufen lassen und es uns dann allen gesagt. Morgen zeigt Filch uns, wo es gebaut wird."
„Was interessiert uns das? Na los, jetzt sag schon, was ist es denn? Ein Monster? Ein Zauber?", wedelt Ron Harrys Ausführungen ab.
„Ein Labyrinth, aber mit zusätzlichen Gefahren. Verschiedene Tiere, die man besiegen muss, während man zum Ziel zu gelangen versucht. Und am Ende wartet dann der Pokal."
„Magische Tiere? Das ist gut, wirklich. So musst du dich auf verschiedene Situationen einstellen können und flexibel sein. Und dein Orientierungssinn wird gefordert. Wirklich eine gute Idee." Hermine nickt, doch du schüttelst den Kopf.
„Ja, aber vergiss nicht, die anderen können mit mehr Wesen fertig werden als du. Immerhin haben sie drei Jahre mehr Verteidigung gegen die Dunkle Künste hinter sich als du. Was nicht heißt"; fügst du bei Harrys Blick hinzu, „dass du es nicht schaffen kannst. Ich meine, wer weiß? Professor Lupin hat uns echt viel gezeigt, was Tiere angeht. Irrwichte, Grindelos, damit kennst du dich aus."
Ron und Hermine nickten zustimmend.
„Und", fügt Ron hinzu, „und du kannst dich darauf schon vorbereiten. Ein bisschen üben, etwas über typische Kreaturen lernen, die drankommen könnten, sowas. Hermine findet da bestimmt etwas, was dir hilft."
Hermine nickt kräftig. „Genau, wir können dir dieses Mal helfen."
Harry lächelt euch alle dankbar an.
Am nächsten Tag wirnkst du Harry zu, als du ihn ein paar Meter entfernt dabei siehst, wie er mit Filch, Fleur, Viktor und Cedric Hogwarts durch das Hauptportal verlässt. Er lächelt dich an und schlüpft dann durch die offene Tür nach draußen in den relativ warmen Frühlingsnachmittag. Du rückst deine Tasche zurecht und steuerst die Bücherei an, um deine Hausaufgaben zu machen, die du heute bekommen hast.
Du setzt dich an einen leeren Tisch und holst deine Sachen hervor. Gelangweilt suchst du alle wichtigen Informationen aus einem drei Seiten langen Text heraus, die du in einen ein Pergament langen Aufsatz zusammenfassen und dann auf einer weiteren halben Seite erklären musst. Erklären. Wie unnütz. Es steht doch alles da, also warum solltest du dir über die Ursache der Wirkung Gedanken machen? Wichtig ist, was hinten raus kommt, und sonst nichts.
Seufzend reibst du dir über deine müden Augen. Es hat keinen Sinn, anscheinend ist sowas wichtig für den werten Herrn Snape. Notgedrungen ziehst du das Buch näher und beugst dich über den Text.
Als du in den Gemeinderaum kommst, wird bereits aufgeregt getuschelt. Da du dir nicht erklären kannst, was los ist, gehst du erstmal hoch in dein Zimmer und ziehst dir etwas gemütlicheres an als deine Schuluniform. Doch bevor du ganz fertig bist, kommt Hermine rein gestürmt.
„Caro! Crouch ist tot!"
„Was?" Verwirrt hörst du auf, deine Hose anzuziehen und siehst sie perplex an. Hermine fuchtelt mit den Armen.
„Harry hat ihn gefunden, als er von der Labyrinthbesichtigung zurückkam, zusammen mit Viktor. Er kam aus dem Wald und als Harry zu Dumbledore gegangen ist, wurde Viktor durch einen Fluch bewusstlos und Crouch ist tot!"
„Aber, Moment... er kam aus dem Verbotenen Wald? Wieso? Er war doch schon lange nicht mehr in Hogwarts, was macht er den hier? Und wo ist Harry?"
„Bei Dumbledore, er will wissen, was er genau gesehen hat. Viktor ist im Krankenflügel. Oh nein, was, wenn es etwas schlimmes ist." Erschrocken hält Hermine ihre Hände vor ihren Mund, du kannst in ihren Augen sehen, dass es sie mitnimmt, was passiert ist.
„Hermine, jetzt hör mal", Du knöpfst deine Hose schnell zu und nimmst sie in den Arm, „Krum geht es bestimmt gut, den haut doch so ein kleiner Fluch nicht dauerhaft um. Und Crouch... du kennst ihn ja nicht mal persönlich, also warum solltest du dich darüber so aufregen? Ok, es ist zwar alles echt seltsam, aber Dumbledore ist ja hier, ja? Also, beruhige dich und atme tief durch. Du kannst Krum sicher morgen besuchen, mh?" Du lächelst, als du siehst, dass Hermine sich wieder ein kriegt und nimmst sie dann mit nach unten. Ron wimmelt ein paar Erst- und Zweitklässler ab, die ihn mit Fragen bombardieren.
„Woher wissen die es eigentlich alle?", fragst du.
„Ich weiß nicht, sie wissen es eben. Das ist Hogwarts, wahrscheinlich hat Peeves etwas gesehen oder Fred und George oder so."
Du nickst, immerhin klang das absolut typisch für diese drei Spaßvögel. Just in dem Moment kommt Harry durchs Portaitloch und wird natürlich sofort angestarrt. Er kommt direkt auf euch zu und zieht euch hoch in das Zimmer der Jungs der vierten Klasse.
„Und, was ist los?", fragst du, während du mit Schwung auf Deans Bett landest.
„Nichts, ich musste nur sagen, was passiert ist, aber ich hab ja nichts gesehen. Krum liegt noch im Krankenflügel, auch wenn es nichts schlimmes ist. Sonst nichts." Kraftlos zuckt er mit den Schultern und lehnt sich an einen Pfosten seines Himmelbettes.
„Das wars? Aber... aber Crouch ist tot! Gestorben am Rande des Verbotenen Waldes, hier in Hogwarts! Obwohl er gar nicht hier seien sollte! Man kann doch nicht einfach nichts machen."
„Dumbledore hat mir auch nicht mehr gesagt, tut mir Leid, Hermine. Aber ich bin sicher, das wird geregelt."
„Und was bedeutet das für das Turnier?", fällt dir ein, „Immerhin war Crouch dafür mehr oder weniger verantwortlich, oder?"
„Ähm... nichts schätze ich."
„Wie, nichts?"
„Dumbledore hat nichts davon gesagt, dass es ausfällt. Und ich gehe auch nicht davon aus."
„Harry", Hermine lehnt sich vor und auch du setzt dich jetzt zu deinen drei Freunden, „der, der Crouch getötet hat – und das ist klar, Viktor hat sich schließlich kaum selbst verflucht – könnte die Person sein, die deinen Namen in den Kelch geworfen hat, oder? Hast du den gar keine Angst?"
„Doch, ja"; murmelt Harry, „aber was soll ich machen? Es ist nur noch eine Aufgabe, das schaffe ich schon. Ich kann jetzt nicht aussteigen."
„Das ist doch dumm! Das ist gefährlich! Harry, du musst mit Dumbledore reden und ihn bitten, damit aufzuhören. Wer weiß, was sonst noch passiert." Du redest gut auf ihn ein, aber Harry schüttelt nur den Kopf.
„Tut mir Leid, Leute, aber ich kann da nicht weg."
Bleierne Stille breitet sich aus, bis die anderen Jungs kommen und Hermine und du schließlich schlafen geht.
