Chapter 9
Nach ein paar Tagen klingelte Sara's Telefon im Krankenzimmer.
"Sidle".
"Hi Sara, Grissom".
Sara Bauch zog sich schmerzhaft zusammen. Was wollte er, ihr noch mehr weh tun? Oder sagen, sie solle nach dem Krankenhausaufenthalt zurück nach Vegas kommen. Nein, so schätzte sie Grissom nicht ein, er war immer um das Wohlergehen der Kollegen besorgt. Kollegen. Ja Kollegen, keine Gefühle, keine Regung nichts zeigen, dass war Gil Grissom.
"Hi Grissom" sagte sie tonlos.
"Wie geht es dir Sara?" fragte er vorsichtig.
Sara wusste irgendwie, er wollte sich nicht nur nach ihrem Wohlbefinden erkundigen.
"Was interessiert es dich denn noch", gab sie schnippisch zurück.
"Sara bitte, es ist nicht leicht für mich".
"Ach ja für dich ist es nicht leicht, verstehe, aber denkst du auch mal an andere, z.B. an mich? Meinst du ich bin genauso Gefühlskalt wie du?", Sara schrie fast ins Telefon, sie hatte Tränen in den Augen.
Das hatte gesessen, Grissom saß in seinem Büro am Telefon, und fühlte sich, als hätte ihm jemand mit kaltem Wasser überschüttet. Grissom wollte sich doch nur bei Sara entschuldigen, dass sie ihn so anfährt, hätte er nicht gedacht. Er wusste er konnte kaum Gefühle zeigen, dafür verfluchte er sich manchmal, gerade gegenüber Sara Sidle.
"Sara, ich..." er holte Luft ".. ich wollte mich entschuldigen. Ich hätte nicht einfach so gehen sollen."
"Grissom, was erwartest du von mir, dass ich sage ist ok, wie jedes Mal, wenn du mich verletzt. Nein, aber Vergebung findest du diesmal nicht bei mir. Ich habe es satt immer von dir verletzt zu werden.
"Sara, bitte lass mich erklären..."
"Nein danke Grissom, ich verzichte auf deine Erklärungen, die kenne ich ja schon zu genüge!" fiel sie ihm ins Wort.
"Sara, bitte hör mir doch zu, du hattest mich total überrumpelt, mit dem was du gesagt hast."
"Grissom ich überfordere dich immer wenn ich etwas zu dir sage. Dabei habe ich nur gesagt, dass ich dich brauche. Ich habe nicht gesagt dass ich dich liebe und das würde ich auch nie zu dir sagen. Und jetzt lass mich zufrieden, wir sehen uns in ein paar Wochen in Las Vergas. Bye Gil", Sara legte wutentbrannt auf.
Grissom starrte auf das Telefon in seiner Hand, hatte Sara gerade gesagt, dass sie ihn liebte. Nein sie hat gesagt, dass sie es nicht sagen würde.
Sara saß auf ihrem Bett sie war so wütend auf Gil Grissom. Hatte sie eben wirklich gesagt, dass sie ihn liebt? Nein, das war ja ganz anders ausgedrückt. Sie sagte, sie würde ihm nie sagen, dass sie ihn liebt.
Zwei Wochen später war sie aus dem Krankenhaus entlassen. Sie beschloss noch nicht direkt nach LV zurückzukehren, sondern noch ein paar Wochen Urlaub am Strand von Miami zu machen. Vom Crime-Lab in Miami hatte ihr Horatio sein Strandhaus zu Verfügung gestellt. Du kannst so lange bleiben, wie du willst, hatte er gesagt.
Sara hatte sich den Schlüssel bei Horatio abgeholt und fuhr nun ins Strandhaus. Außer Nick und Cath wusste keiner wo sie war. Sie hatte schriftlich bei Grissom noch Urlaub eingereicht. Sie hatte seit dem Telefonat nichts mehr von Grissom gehört. Sie wollte ihn auch vergessen. Sie wollte die Liebe zu ihm vergessen, bevor sie nach Vegas zurückging.
Sie fuhr mit ihrem Leihwagen zum Strandhaus von Horatio. Es war ziemlich abgelegen, in einer Strandhaussiedlung, 50 Meilen von Miami entfernt. Es war traumhaft. direkt an einer Bucht gelegen. Sie betrat das Haus und erkundete es. Es war ein Bungalow mit 3 Schlafzimmern und 2 Badezimmern. Eine riesige Terrasse natürlich mit Blick zum Meer. Das ganze in hell gehalten, die Einrichtung war sehr modern. Horatio hatte Geschmack, stellte Sarah fest.
Sie ging auf die Terrasse uns setzte sich auf einen Liegestuhl. Sie war noch etwas erschöpft von der Fahrt. Sie musste hier unbedingt zu Kräften kommen, dachte sie bevor sie einschlief.
Zur gleichen Zeit in Vegas.
"Nick kommst du bitte mal in mein Büro!",
"Grissom was gibt es?", fragte Nick als er im Büro von Grissom saß.
"Ich habe einen Brief von Sara bekommen", Grissom war aufgebracht.
Nick nahm den Brief und lass ihn, er konnte sich schon vorstellen was drinnen stand. Denn er wusste von Sara, wo sie war.
Grissom,
ich nehme mir noch 4 Wochen Urlaub, um auf die Beine zu kommen.
In Notfällen bin ich über Horatio zu erreichen, er weiß wo ich bin!
Sara
Nick musste sich sein Lachen verkneifen, dass war typisch Sara Sidle. Kurz und schmerzlos.
"Was hältst du davon?", Grissom schaute ihn über den Rand seiner Brille an.
"Was soll ich davon halten? Sara macht Urlaub, hat sie doch geschrieben", Nick musste sich jetzt erst recht beherrschen um nicht laut loszulachen.
Grissom war geschockt,
"Sara nimmt nie Urlaub", sagte er entsetzt.
"Grissom, Sara muss nach dem Überfall wieder auf die Beine zu kommen, lass ihr den Urlaub" sagte Nick entnervt.
"Natürlich kann sie Urlaub haben, aber ich habe nicht damit gerechnet, da Sara fast nie Urlaub nimmt", sagte Grissom entrüstet.
"Weißt du wo sie ist?", fragte er Nick.
"Ja sicher, sie ist in Miami!" sagte Nick.
"Wo genau?"
"Ich glaube wenn sie wollte, dass du es weißt, hätte sie es dir selber gesagt, Grissom. Es tut mir leid, ich kann es dir nicht sagen", antwortete Nick ernst.
"Ok, dann müssen wir warten, bis sie wieder zurück kommt."
"Wenn ich ihr etwas ausrichten soll, oder etwas geben soll, sag bescheid, ich fahre nächste Woche, für ein paar Tagen zu ihr in meinem Urlaub".
"Ok Nick, danke dann weiss ich Bescheid", sagte Grissom.
Als Nick zurück zu Cath ins Büro ging, überfiel sie ihn direkt.
"Hast du ihm etwas gesagt?" fragte Cath Nick durchdringend.
"Nein, für wen hältst du mich denn?" sagte er entrüstet.
"Ok schon gut, du weißt sie wollte nicht, dass wir ihm etwas sagen, sagte Cath wieder in einem ruhigem Ton.
"Ich weiß und er wird es von mir auch nicht erfahren, obwohl ich es besser fände, wenn sie es ihm gesagt hätte. Wovor hat sie Angst, dass Grissom wieder nach Miami kommt?"
"Ja wie ich Gil Grissom kenne, hätte er es gemacht." sagte Cath.
Nick schüttelte den Kopf "erst haut er ab um dann wieder zu ihr zu fahren, der Mensch ist echt seltsam", sagte Nick kopfschüttelnd.
"Nick dass ist kein Mensch, das ist Gil Grissom", entgegnete ihm Cath grinsend.
"Du hast recht. Und ich glaube auch nicht wirklich, dass er uns dazu braucht um Sara zu finden", sagte er mit einem lustigen Unterton.
"Ja du hast recht, auf die Idee bin ich noch nicht gekommen. Griss ist mit Leib und Seele ein CSI, er wird sie schneller finden, als uns recht ist." sagte Cath.
Sarah wachte früh auf. Sie genoss es den Sonnenaufgang hier in Miami zu sehen. Sie wünschte nur, sie könnte all diese Eindrücke mit Grissom teilen.
Sie beschloss Joggen zu gehen, wie jeden Morgen in den fast 2 Wochen wo sie hier war. Inzwischen, hatte sie fast wieder in ihre "alte Form" gefunden.
Die Wunden verheilten gut, so dass sie nach ein paar Tagen schon wieder Laufen gehen konnte. Das gab ihr die Möglichkeit jeden Morgen zu Joggen und schwimmen zu gehen. Sie hatte schon viel von Miami gesehen, in den letzten Wochen, wo sie hier war. Sie fühlte sich ausgeglichen und bereit in ein paar Wochen zurück nach Vegas zu gehen.
Dort, hatte sie beschlossen würde sie kündigen und nach Miami gehen. Sie hatte sich mit Horatio lange darüber unterhalten, dass sie gerne nach Miami kommen würde und er nahm das mit Freuden auf. Sara Sidle war eine sehr gute CSI und eine Bereicherung für das Team in Miami. Sara war froh, dass Horatio sie nicht nach ihren persönlichen Gründen fragte, warum sie Las Vegas verlassen wollte. Sie konnte nicht mehr mit Grissom zusammen arbeiten. Die Entscheidung war ihr schwer gefallen, denn schließlich waren in Vegas ihre Freunde. Aber sie musste es tun, es war die einzige Möglichkeit Gil Grissom zu vergessen.
Noch hatte sie ja ein paar Wochen vor sich und bald würden auch Cath, Nick, Warrick und Greg kommen um mit ihr ihren Geburtstag zu feiern, der bald war. Sie verbrachte viel Zeit mit Calleigh und Horatio und dessen Freundin. Sie waren wirklich sehr nett, deshalb war der Abschied von Vegas ein klein wenig leichter.
Sie joggte am Strand ca. 3km bevor sie ins Meer zum Schwimmen ging. Die Sonne brannte inzwischen schon heiß vom Himmel und sie freute sich auf das kühle Nass. Hatte sie sich letzte Woche mit Calleigh beim Shoppen einen neuen Bikini gekauft, den sie nun das erste Mal trug. Sie wollte ihn erst anziehen, wenn die Narben von der Sonne etwas verblasst waren. Der Bikini war in einem dunklen blau, mit weißen Umrandungen an den Träger und am Bund. Sara gefiel sich gut darin, mit ihrer von der Sonne inzwischen gut gebräunten Haut und den dunklen Haaren, sah sie sich sogar sexy darin.
Als sie wieder im Haus war, duschte sie sich und zog sich eine weiße enge Kniehose an, ein enges Camouflage-Top in braun und blau darüber und sie gefiel sich sehr gut darin, als sie sich im Spiegel ansah. Etwas Mascara, Lipgloss und fertig war ihr Make-up. Sara hielt nicht viel vom schminken, Natürlich war sie sich am liebsten.
Sara wollte Frühstück holen, sie schnappte sich ihre Autoschlüssel und ging die Tür raus. Es war noch früh am morgen, es war erst 9 Uhr. Sie stoppte plötzlich. Vom Parkplatz kam ihr eine sehr bekannte Gestalt entgegen. Sara hatte Panik, sie erkannte den Mann, es war Grissom.
