Chapter 20


Als sie nach nebenan gingen, trafen sie auf Horatio und Calleigh, die ein ernstes Gesicht machten.

Sara und Gil setzten sich zu den anderen beiden.

„Wir haben soeben vom State-Prison in Miami eine Nachricht bekommen.", Horatio holte Luft.

„David Carter hat sich heute Mittag in seiner Zelle erhängt.", fuhr Horatio fort.

Sara zog hörbar den Atem ein.

„Das ist aber nicht alles…", Calleigh suchte nach den richtigen Worten „… Bobby Carter hat Rache gegenüber dir geschworen, Sara."

Stille im Raum, Sara war kreidebleich geworden. Sie hatte das blanke Entsetzen im Gesicht. Grissom nahm ihre Hand.

„Sara, wir werden Bobby Carter überwachen lassen, er wird dir nichts antun.", sagte Grissom und hoffte, dass er Sara etwas beruhigen konnte.

„Griss, ich muss nach Hause.", Sara stand auf und verließ ohne sich umzudrehen oder ein Wort zu sagen die Hochzeit.

Grissom ging ihr hinterher und sie fuhren nach Hause.

„Nick wenn wir irgendetwas für euch tun können, lasst es uns wissen.", sagte Horatio und ließ Nick und Calleigh alleine.

„Danke Horatio, ich melde mich.", sagte Nick.

Greg wusste nicht was er sagen oder tun sollte. Er kam sich hilflos vor.

„Ich weiß nicht wie ich reagiert hätte, Sara tut mir so leid. Es ist nicht leicht für sie.", sagte Greg geschockt.

„Ich weiß Greg, das ist glaube für uns alle nicht leicht, wir müssen sie so gut es geht unterstützen!", antwortet Nick.

„Aber Cath und Warrick sollten davon erst mal nichts erfahren, lasst sie erst mal ihre Flitterwochen genießen!"

Nick stimme Greg zu, er wollte ebenfalls dass die beiden ihre Flitterwochen geniesten. Danach konnte man sie immer noch mit der unschönen Nachricht konfrontieren.

„Ich gehe dann auch mal, wir sehen uns hoffentlich bald wieder und unter besseren Umständen Calleigh!", Greg versuchte ein Lächeln zustande zubringen.

„Ja Greg, war nett dich wieder zu sehen, bye.", Calleigh lächelte ihm aufmunternd zu.

„Wir sehen uns morgen in der Nachtschicht Nick, wenn etwas ist, du weißt wo ich zu finden bin!", sagte Greg.

„Ja bist morgen Greg und danke!", Nick lächelte leicht.

Nick hatte geahnt wie Sara reagieren würde. Er war nur froh, dass sie Grissom an ihrer Seite hatte, der das mit ihr durchstand.

Er war am überlegen ob er Calleigh sagen sollte, was er für sie empfindet.

„Nick es tut mir leid, was Sara durchmachen muss. Erst wird sie vor einem halben Jahr niedergestochen und jetzt das.", Calleigh blickte traurig zu Nick.

„Hey ist ok, Calleigh.", Nick nahm sie behutsam in die Arme.

Er schaute Calleigh lächelnd an.

„Ich wollte dir schon vor längerem sagen, dass ich dich unheimlich gerne hab."

So, jetzt war es raus. Nick schaute Calleigh fast ein wenig ängstlich an.

„Nick, ich habe mich nicht getraut, weil es doch schwierig ist eine Beziehung über diese Entfernung aufzubauen. Willst du wirklich?", fragte sie und lächelte ihn an.

Nick nahm Calleigh in die Arme und küsste sie.

„Beantwortet das deine Frage?", fragte er grinsend.

Calleigh nickte und zog Nick an sich ran und diesmal küsste sie ihn leidenschaftlich.

Als Sara und Grissom im Haus von Griss angekommen waren, flüchtete Sara auf die Couch. Sie war nicht ansprechbar. Der Schock stand ihr noch immer ins Gesicht geschrieben.

„Hey Darling, ich bin für dich da, wenn du reden willst, rede. Ansonsten sitze ich mit dir auch einfach nur da." Grissom nahm sie in die Arme.

Sara lehnte ihren Kopf gegen Grissom's Schulter.

„Ich habe einfach nur Angst, dass dir oder mir, oder sogar einen meiner Freunde etwas passieren könnte.", mehr sagte sie nicht.

Nach einer Weile gingen sie zu Bett. An Grissom geschmiegt, schlief sie ein. Sie hatte in dieser Nacht wieder Alpträume, die Ersten seit sie mit Griss zusammen war.

„Darling, wach auf, ich bin bei dir!", Grissom versuchte sie in der Nacht aufzuwecken, da sie weinte.

Sara wachte auf und war schweißgebadet von den Alpträumen. Grissom ging in die Küche und holte ihr ein Glas Wasser.

„Hier Darling, trink erst mal und beruhige dich!"

„Sorry Honey, ich glaube das war einfach zu viel für mich heute. Die Nachricht von Carter hat mich doch etwas mehr mitgenommen, als ich geahnt habe. Ich hatte das letzte Mal vor einem halben Jahr Alpträume.", Sara versuchte sich zu fangen.

„Ich weiß Sara, du liegst ja jede Nacht neben mir.", Grissom versuchte sie mit einem Lächeln aufzumuntern.

„Ich glaube wir sollten wieder schlafen", murmelte Sara, die schon fast eingeschlafen war.

Grissom nahm sie in den Arm und versuchte auch zu schlafen.

Grissom war schon eine Weile vor Sara wach. Er sah sie mit glänzenden Augen an. Sie war so wunderschön. Er strich ihr eine Haarsträne aus dem Gesicht. Er war sehr glücklich aber auch gleichzeitig besorgt. Es war für sie keine einfache Zeit. Aber er würde ihr helfen, wo er konnte. Grissom wollte für sie da sein!

Sara blinzelte und sah in ein paar strahlend blaue Augen.

„Guten Morgen Honey, noch gut geschlafen?" murmelte sie noch etwas verschlafen.

„Guten Morgen Darling, ja habe noch gut geschlafen, mit dir in den Armen schläft man einfach sehr gut!", sagte er und lächelte.

„Ich denke mir geht es auch wieder gut, war eben gestern nur der Schock.", sie lächelte Grissom an und küsste ihn.

„Werde jetzt erst mal unter die Dusche springen und dann Frühstück machen!", sagte sie und stand auf.

Sie drehte sich um und schenkte Grissom ein erotisches Lächeln.

„Honey, wie wäre es mit einer gemeinsamen Dusche?", hauchte sie ihm ins Ohr und lächelte.

Grissom lies sich das nicht 2mal sagen und folgte ihr.

Als sie später am Frühstückstisch saßen, sah Sara Grissom immer wieder verliebt an.

„Was ist los Sara?", fragte er amüsiert.

„Nichts, ich betrachte dich nur. Ich bin glücklich Gil!", sagte sie.

„Ich bin auch sehr glücklich! Ich liebe dich Sara!", sagte er sanft.

„Ich liebe dich auch!", Sara sah ihn strahlend an.

„Wird heute wohl wieder eine lange Schicht werden."

„Ja Warrick und Cath sind ja nicht da, wie lange machen sie eigentlich Flitterwochen?", fragte Sara.

„Sie wollten in einer Woche wieder zurück sein. Sie wollten wenn Lindsay Ferien hat noch mal fahren."

„Geht es dir gut Sara, schaffst du es auf der Arbeit?", fragte Grissom besorgt.

„Ja Griss, mir geht es gut. Sei unbesorgt, ich kann das!", sagte sie lachend.

Mittags fuhren sie gemeinsam zum Crime-Lab, als sie ausstiegen kam ihnen Nick entgegen.

„Hi Nicky, schön dich zu sehen, wie war es gestern noch auf der Hochzeit?", Begrüßte Sara ihren besten Freund mit einem breiten Grinsen und küsste ihn auf die Wange. Nick strahlte Sara an und küsste sie ebenfalls zur Begrüßung auf die Wange.

Grissom der das sah, war nicht begeistert von dieser Prozedur. Er war immer noch ein wenig eifersüchtig auf Nick. Nick war schon seit so vielen Jahren Sara's bester Freund und manchmal kam es Grissom so vor, als ob sie mit ihm vertrauter umgeht als mit ihm.

„Sar, ich erzähle dir alles später im Aufenthaltsraum, ich muss noch mal telefonieren.", sagte er und zog schon sein Handy aus der Tasche.

„Ok Nicky, wir sehen uns später", grinste sie wissend.

Sie hackte sich bei Grissom unter und ging mit ihm ins Crime-Lab.

„Was grinst du eigentlich so?" fragte Grissom, etwas brummig.

„Ach Griss, hast du es nicht gemerkt, dass Nicky total strahlt?", sie schaute ihn fragend an und blieb stehen.

„Ähm nein, eigentlich nicht", er schaute Sara murrend an.

„Darling bist du immer noch eifersüchtig?", fragte Sara lachend.

„Du hast überhaupt keinen Grund. Du bist mir das Wichtigste in meinem Leben, ich liebe dich so sehr Gil. Nicky und ich sind die besten Freunde und er strahlt so wegen Calleigh. Er hat ihr wohl gestern gesagt, wie sehr er sie mag.", sie sah Grissom aufrichtig in die Augen.

„Jetzt küss mich und lass uns reingehen.", neckte sie ihn.

Grissom küsste sie und sie gingen Arm in Arm ins Lab.

Der Tag war stressig für beide. Sie hatten kaum Zeit miteinander zu sprechen.

„Sieht heute wieder nach einer Doppelschicht aus.", sagte Greg, der mit ihr im Pausenraum einen Kaffee trank. Es war mittlerweile schon 23 Uhr und für beide war es die erste Pause seit Schichtbeginn um 16 Uhr.

„Ja wir haben heute wieder jede Menge Fälle.", antwortete Sara ihm gedankenversunken.

„Hey Sar, träumst du schon wieder?", Greg grinste breit.

„Ja klar Greggo nur von dir!", lachte sie und schaute auf.

„Hm wenn das nur wahr wäre, bald bist du verheiratet und dann ist es ganz aus.", jammerte er.

„Oh Greggo, Darling, du wirst immer was besonderes für mich bleiben!", sagte sie und umarmte ihn leicht.

„Hey ihr beiden, wir haben alle einen Fall zusammen. Also hört auf zu turteln und schnappt euch eure Koffer", sagte Nick lachend, der die beiden schon gesucht hatte.

„Sara, Grissom ist schon am Tatort, er meint er braucht euch ebenfalls. Ich habe auch schon ein paar Insekten mitgebracht zur Untersuchung.

Sara, Greg und Nick stiegen in ihren SUV und fuhren zum Tatort. Es handelte sich um einen Mord an einem jungen Mann. Er wurde erdrosselt in einer Seitenstraße eines Casinos gefunden.

„Hey Griss, Nick sagt, du brauchst uns.", Sara ließ ihre Augen über den Tatort wandern, während sie mit Grissom sprach.

„Ja, wir haben hier einen Mann, Alter ca. 23 Jahre. Er scheint hier in dem Haus gewohnt zu haben und mit Chemikalien experimentiert zu haben. Er wollte wohl irgendwelche Pillen herstellen.", klärte er Sara kurz auf.

„Hm da hat wohl entweder jemand was dagegen gehabt, oder die Pillen waren nicht rein.", stellte Sara fest, als sie den Beutel mit den Pillen auf dem Boden aufhob.

„Könntest du ins Haus gehen und die Chemikalien einpacken und nach Spuren suchen?", Grissom sah sie fragend an.

„Ja ich schaue mal was ich finden kann." Sara war schon auf dem Weg ins Haus.

Sie packte die Pillen und Chemikalien sorgfältig ein. Sie untersuchte vorher alle Behälter nach Fingerabdrücken oder irgendwelche Spuren, die auf den Täter schließen konnten.

Sie war so vertieft in ihre Arbeit, dass sie nicht hörte wie Greg herein kam.

„Sara, weiß du wo Grissom ist, ich habe da was gefunden.", fragte er sie.

„Nein Greg, tut mir leid, als ich ihn das letzte Mal sah, war er bei der Leiche draußen und hat die Larven untersucht.", sagte sie leicht grinsend.

„Ich komme mal mit und schaue es mir an."

Sie ging mit Greg, ein paar Meter die Straße entlang und pfiff anmerklich durch die Zähne, als sie sah, was er gefunden hatte.

Es war eine abgetrennte Hand, die noch etwas in den Fingern hielt.

„War David schon da, und hat die Hand sich angeschaut?", fragte sie Greg.

„Ja, deswegen suche ich ja Grissom, weil David die Hand mit in die Pathologie nehmen will."

„Hm eigenartig, dass er hier nirgends ist. Vielleicht ist er kurz ins Lab zurück gefahren um eine seiner Insekten zu untersuchen, die Nick von Tatort mitgebracht hatte.", sagte sie schmunzelnd.

„Hast du schon versucht der Hand den Zettel zu entnehmen?", fragte Sara Greg.

„Nein, ich wollte auf einen von euch warten", sagte er.

Sara fotografierte die Hand noch mal zur Sicherheit.

„Ok, dann probieren wir mal der Hand ihr Geheimnis zu entlocken", sagte Sara scherzhaft.

Sie versuchten es ein paar Minuten ohne Erfolg. Aber dann gelang es ihnen doch, die Hand zu öffnen. Sie erhielt einen Zettel auf dem stand:

Die Rache ist bittersüß!

Sara und Greg starrten sich an, sie konnte damit nichts anfangen. Sara fotografierte auch den Zettel und ließ ihn in eine Beweistüte verschwinden.

„Ich gehe mal wieder zurück zum Haus, warte du hier auf David, er kann die Hand dann mitnehmen.", sagte sie und drehte sich um.

Sie untersuchte das Haus noch eine Weile nach Spuren, bis sie ein Geräusch hörte. Sie ging dem Geräusch, dass sich anhörte wie ein Weinen nach, weiter nach oben ins Haus. Das Weinen kam immer näher und Sara rief:

„Hallo ist hier jemand?"

Stille! Sie dachte schon das Weinen hätte aufgehört. Als sie es wieder hörte, ging sie ihm nach in ein Zimmer und sah ein kleinen Jungen auf dem Boden sitzen, der weinte.

„Hey ich bin Sara Sidle, es ist alles ok, du bist in Sicherheit!" sagte sie.

Plötzlich spürte sie einen Schmerz am Kopf und es wurde Schwarz um sie.

Greg wunderte sich wo Sara blieb. Sie war schon über eine Stunde im Haus. Er ging ins Haus um sie zu suchen.

„Sara, hier ist Greg, wo bist du?", rief er ungeduldig.

Es kam keine Antwort. Greg ging nach oben um nachzusehen ob sie dort war. Aber auch oben fand er sie nicht. Greg schüttelte den Kopf. Man, jetzt ist auch noch Sara wie vom Erdboden verschluckt, dachte er und ging wieder nach draußen, wo er auf Nick traf.

„Gott sei Dank Nick, wenigsten du bist noch da.", sagte er scherzhaft.

„Warum was ist los, wo sind Grissom und Sara.", fragte er.

„Also Grissom suche ich schon seit 2 Stunden und Sara ist auch schon seit einer Stunde im Haus verschwunden."

Er erzählte Nick von der Hand und dem Zettel, den sie gefunden hatten.

Nick wurde kreidebleich. „Wann und wo habt ihr den Zettel gefunden und wo war Grissom zu der Zeit.", fragte Nick panisch.