Chapter 46

Nick wandte seinen Blick nicht von ihnen ab. Er stand auf und begann damit, im Zimmer auf und ab zu gehen, ehe er sich wieder so weit im Griff hatte, dass er mit fester Stimme reden konnte. Die Sache nahm ihn stärker mit, als er sich eingestehen wollte.

"Sara muss ab sofort strengste Bettruhe einhalten, vermutlich bis zum Ende der Schwangerschaft. Es war verdammt knapp. Sie hat jede Menge Blut verloren. Wenn das Baby nicht so eine Kämpfernatur wäre, wäre die Geschichte höchstwahrscheinlich anders ausgegangen. Gil und Sara sollen jede Aufregung vermeiden. Die Ärzte hatten Mühe, sie zu beruhigen."

Sie beobachteten Nick, während er sprach.

"Dann ist es wohl besser, sie noch nicht zu besuchen."

"Nein, sie soll sich ausruhen und wieder zu Kräften kommen."

Und das hatte Sara auch bitter nötig. So leichenblass wie sie da gelegen hatte. Das war ja zum fürchten. Nick lief es bei dem Gedanken eiskalt den Rücken runter.

"Fragt am besten Grissom, wann ihr sie besuchen könnt. Er wird morgen früh wieder hier sein."

"Machen wir Nick.", sie saßen alle betroffen da und wussten nicht was sie sagen sollten.

Cath ergriff das Wort.

„Wir sollten jetzt alle zusammen arbeiten und den Fall Carter so schnell wie möglich zu Ende bringen. Grissom und Sara haben jetzt langsam genug mitgemacht, es muss endlich abgeschlossen werden."

Die Anderen nickten zustimmend und machten sich wieder dran, die Arbeit aufzunehmen.

"Wartet, einen Moment noch." Sie drehten sich wieder um und sahen Nick an.

"Nick?"

"Das, was ich eben über den Zustand von Sara gesagt habe, bleibt unter uns."

"Aber sicher, Nick.", sie nickten verständlich.

Grissom saß noch immer neben Saras Krankenbett und beobachtete sie beim Schlafen, als die Tür einen Spalt aufging und Cath zaghaft ihren Kopf hereinsteckte. Leise trat sie näher. Sie wusste nicht so recht, was sie zu Gil sagen sollte. So ängstlich hatte sie ihn noch nie gesehen. Cath legte ihm eine Hand an die Schultern. Sie hatte Tränen in den Augen.

"Wie ist es passiert?", fragte Cath ihn mit erstickter Stimme.

„Greg und sie waren in ihrem Büro und besprachen den Fall, als sie plötzlich inne hielt und Schmerzen hatte. Nicht nur am Rücken, sondern auch am Bauch. Ich setzte sie auf einen Stuhl und Greg hat wohl den Notarzt gerufen. Dann kam auch schon Nick hinzu und Greg meinte dann, dass es wohl besser wäre wenn wir sie auf die Couch legen würden. Als Nick und ich Sara aus dem Sessel hochhoben, sahen wir an ihrer Hose, dass sie Blutungen haben musste. Wir sagten ihr nichts und legten sie auf die Couch." Gil versagte die Stimme.

Cath strich ihm tröstend über den Rücken. Sie selber weinte immer noch.

"Während der Fahrt, wurde es immer schlimmer, und ich hab die ganze Zeit ihre Hand gehalten."

"Dann weißt du gar nicht, warum es passiert ist?"

Grissom sog tief die Luft ein.

„Nein. Ich will es auch gar nicht wissen. Wichtig ist, dass das Baby gerettet werden konnte."

"Du musst jetzt gut auf Sara aufpassen, hörst Du, Gil?"

"Das werd ich, glaub mir, das werd ich. Sie wird keinen Schritt ohne Aufsicht machen, wenn sie hier raus kommt. Wann auch immer das sein wird."

"Und ich helfe Dir dabei."

Die beiden sahen sich jetzt direkt in die Augen, als sie Saras schwache Stimme vernehmen konnten.

"Hey Cath, schön dass du da bist, ich versetze wohl mal wieder alle in helle Aufregung.", versuchte sie zu scherzen

Aber Grissom ging gar nicht darauf ein.

"Gut geschlafen?"

"Ja." Sara lächelte während Gil ihre Hand nahm und sie zärtlich streichelte.

"Wie geht es dir?", fragte Cath.

"Besser. Die Schmerzen sind weg."

Sara schloss erneut ihre Augen.

"Brauchst du irgendwas? Soll ich dir etwas von zu Hause holen, Sara?" Grissoms Tonfall lies sie ihn ansehen.

"Durst. Ich habe Durst."

Sofort griff er nach dem Becher auf dem Nachttischchen und beugte sich über sie. Nachdem sie einige Schlucke getrunken hatte, legte sie ihren Kopf zurück und umfasste sein Handgelenk.

"Gil, bitte geh jetzt nach Hause. Du brauchst deinen Schlaf genau so dringend wie ich." Saras braune Augen sahen ihn eindringlich an.

Aber er brachte nur ein halbes Lächeln zustande.

"Ich hab dir doch versprochen, immer für dich da zu sein."

"Das hast du, aber du hilfst mir nicht, wenn du einen Schwächeanfall bekommst." Sara streichelte zärtlich über seine Hand.

"Aber... .", weiter kam er nicht, da er von Cath unterbrochen wurde.

"Sie hat Recht. Es bringt keinem was wenn du dir hier die Nacht um die Ohren schlägst."

Grissom senkte den Kopf und murmelte dann kaum hörbar:

"Also gut, wenn ihr meint." Cath blickte Sara an als sie ein leises Klopfen vernehmen konnte.

"Herein?" Saras Stimme war noch immer schwach. Die Tür öffnete sich und zum zweiten Mal an diesem Tag kam Nick herein. Alle drei sahen ihn überrascht an.

"Nicky?", kam es fragend von Sara.

Nick trat ans Fußende des Bettes und blieb dort stehen. Er betrachtete die Szenerie schweigend. Cath hatte noch immer die Hand an Gils Rücken, und Sara hielt seine Hand umklammert.

"Ich wollte mich noch mal nach dir erkundigen Sweety, bevor ich nach Hause fahre. Und ich soll dir die herzlichsten Grüße von den beiden Teams ausrichten. Sie haben sich alle mehrmals nach dir erkundigt."

"Danke, Nicky."

Nick grinste, dann fiel sein Blick auf Grissom.

"Gil, es ist besser du gehst jetzt auch nach Hause."

"Mache ich Nick. Das haben mir Sara und Cath auch schon gesagt."

"Dann nehme ich dich mal mit. Dein Auto steht ja noch am CSI-Labor."

„Danke Nick, das ist nett von dir.", sagte er.

Nick und Cath verabschiedeten sich von Sara und warteten vor der Tür auf Grissom.

Grissom war wieder alleine mit seiner Sara.

"Schlaf gut, Darling." Er beugte sich über sie und küsste liebevoll ihre Lippen.

"Du auch, Gil."

"Und vor allem, träum was süßes, Specialgirl.", grinste er.

Sara wunderte sich, warum er sie Specialgirl nannte. Ihr gefiel es, sie musste unweigerlich ebenfalls ein wenig grinsen.

Dann hob er vorsichtig die Decke an, schob sie zurück, streifte ihr das Krankenhausnachthemd etwas nach oben und küsste ihren nackten Bauch.

"Und du kleine Kämpferin da drin, schlaf auch gut. Deine Mami wird auf dich aufpassen."

Sara wurde von einer Welle des Glückes überschwemmt, die sie so noch nicht kannte. Es war wunderschön, dieses Gefühl. Grissom deckte sie wieder zu und küsste sie noch einmal, bevor er endgültig aufstand, zur Tür ging, und sich noch mal umdrehte. Sara lag da und war in diesem Moment einfach nur unendlich glücklich. Dann riss er sich von ihrem Anblick los und trat auf den Flur hinaus.

Grissom tastete verschlafen mit der Hand nach dem Radiowecker, der einen Rocksong zum Besten gab, und versuchte ihn auszuschalten. Dann drehte er sich auf die Seite um Sara zu wecken, aber sie war nicht da. Er riss die Augen auf, ehe ihm einfiel dass sie ja im Krankenhaus lag. Grissom drehte sich auf den Rücken und schloss seine Augen noch mal kurz.

Sofort kam all die Angst in ihm wieder hoch, die er gestern gehabt hatte. Danke, lieber Gott, dass alles gut ging, schickte er ein leises Stoßgebet gen Himmel.

Er stand auf und ging unter die Dusche. Als er geduscht und angezogen war, packte er für Sara noch ein paar Sachen zusammen, er wollte noch mal, bevor er ins Labor ging bei Sara im Krankenhaus vorbeischauen und ihr ein paar Sachen vorbeibringen.

Es klingelte an der Haustür. Als er aufmachte, blickte er Cath und Warrick fragend an, die in der Tür standen.

„Guten Morgen.", begrüßten die Beiden ihn.

„Morgen ihr zwei, was macht ihr denn hier?", er stand etwas verwirrt in der Tür.

„Schon vergessen, dein Auto steht noch am Labor.", sagte Warrick.

„Ach so, ja stimmt, das hatte ich total vergessen. Ich wollte eigentlich noch mal bei Sara vorbei, ihr ein paar Sachen bringen."

„Wir nehmen dich mit ins Labor, dann kannst du ja gleich weiterfahren, Cath hält unser Team schon bei Laune und Calleigh hat Sara's Team sehr gut im Griff", antwortete Warrick mit einem leichten Grinsen.

„Ok danke Warrick, aber ich würde vorschlagen, wir frühstücken erstmal etwas, wir haben ja noch ein wenig Zeit.", damit bat er dann auch endlich die Beiden rein, die ja immer noch vor der Tür standen.

Eine halbe Stunde später saßen sie beim Frühstück, aber es schmeckte den Dreien nicht so wirklich. Nach wenigen Bissen und einem kräftigen Schluck Kaffee räumte Grissom den Tisch wieder ab. Während er das Geschirr in die Spülmaschine räumte, kam in ihm wieder die ganze Angst vom gestrigen Tage hoch. Ruhig, Gil. Es ist alles gut gegangen. Beruhig dich wieder. Sara und das Baby schaffen das, versuchte er sich wieder in den Griff zu bekommen, aber erneut schossen ihm die Tränen in die Augen.

Cath fand ihn so, auf die Spüle gelehnt.

"Alles in Ordnung?" Sie legte ihm die Hand auf die Schulter.

Ein gepresstes "Ja" war die Antwort. Er richtete sich auf, wischte sich die Tränen aus den Augen und sah sie an.

"Schon gut. Es geht schon wieder. Ich hol Saras Tasche."

Grissom brauchte einige Minuten für sich alleine.

Cath sah ihm mit traurigen Augen nach. Ist wohl besser ich lass ihm seine fünf Minuten. So ein verdammter Mist. Mir kommen jetzt auch schon wieder die Tränen, dachte sie. Hastig griff sie nach einem Tempo in ihrer Hosentasche und schnäuzte hinein bevor sie zu Warrick ging.

Grissom stand im Schlafzimmer am Fenster und starrte hinaus. Er war total aufgewühlt und weinte. Warum kann nicht einmal etwas normal laufen? Dürfen wir nicht glücklich sein zusammen? Warum trifft es immer uns? Zuerst der Überfall auf Sara, dann unsere Entführung und jetzt Sara und das Baby. Das ist einfach nicht fair. Er wurde von einem heftigen Schluchzer geschüttelt. Gil Grissom reiß dich gefälligst zusammen und hör auf wie ein Schlosshund zu heulen. So hilfst du keinem. Sara braucht dich jetzt. Und dein Baby auch, versuchte er sich wieder zu beruhigen, aber das klappte nur bedingt. Er ging ins Badezimmer hinüber, um die Spuren seiner Tränen aus seinem Gesicht zu waschen.

Das eiskalte Wasser tat ihm gut und er schloss kurz seine Augen. Mit so verweinten, geschwollenen Augen kann ich mich nicht blicken lassen, stellte er nach einem Blick in den Spiegel fest. Aber ihm fiel auch kein wirklich wirksames Mittel dagegen ein. Dann schaute er auf seine Armbanduhr und geriet beinahe in Hektik.

Grissom klopfte leise an Saras Zimmertür bevor er eintrat. Sie lag im Bett und schaffte es, ein Lächeln auf ihr blasses Gesicht zu zaubern, als sie erkannte, wer da in ihrer Tür stand. Grissom trat näher, stellte die Reisetasche ab, beugte sich über sie und hauchte ihr einen liebevollen Kuss auf die Lippen.

"Guten Morgen, Specialgirl. Gut geschlafen?"

Ihre Gesichter waren nur Zentimeter voneinander entfernt. Sara legte beide Hände auf seine Wangen und antwortete leise:

"Du hast mir gefehlt. Es war so einsam hier." Dann trafen sich ihre Lippen erneut zu einem Kuss, der etwas inniger geriet als Gil das eigentlich geplant hatte.

Atemlos löste er sich von ihr und setzte sich auf den Besucherstuhl, den er ganz eng ans Bett heranzog. Er griff nach ihrer Hand und verflocht seine Finger vorsichtig, um die Infusion nicht herauszuziehen, mit den ihren, während er seine linke Hand unter die Decke schob um sie auf ihrem Bauch zum liegen zu bringen.

"Und du? Wie hast du geschlafen, Honey?"

Sara musterte ihn aufmerksam. Die Augen waren noch etwas verquollen und es zeichneten sich leichte Ränder an seinen Unterliedern ab. Er hat eindeutig geweint, stellte sie für sich fest.

"Ich lag die halbe Nacht wach.", kam die ehrliche, aber beinahe kaum hörbare Antwort von ihm.

Saras Augen begannen feucht zu schimmern.

"He, ist ja gut. Es ist alles in Ordnung.", versuchte er sie zu trösten, aber da kullerten schon die ersten Tränen über ihre Wangen.

"Es, ich, es tut mir leid. Ich wollte das nicht.", begann sie sich Vorwürfe zu machen.

"Komm her." Gil hatte sich auf die Bettkante gesetzt und zog sie äußerst vorsichtig zu sich hoch um sie in seine Arme zu schließen.

Sara schmiegte sich dankbar an ihn.

"Ist alles gut. Du kannst da nichts dafür, Sara. Das kriegen wir schon wieder hin. Schschscht.", er strich ihr beruhigend über den nackten Rücken, der aus dem Krankenhausnachthemd herauslugte.

Tief sog sie seinen Duft ein und genoss das Gefühl, dass sie nicht alleine war mit ihren Sorgen und Problemen und die Sicherheit, die er ihr gab. Ihm ging es nicht anders.

So saßen sie eine ganze Weile da, ihr Kopf an seiner Brust vergraben und seine starken Arme um ihren Körper geschlungen als eine Schwester hereinkam, die nach dem Rechten sehen wollte da es ein Alarmsignal gegeben hatte, weil Gil aus Versehen eines der EKG-Plättchen von Saras Brustkorb gezogen hatte während er sie so hielt.

Die Schwester blieb mit etwas Abstand stehen und betrachtete das Bild dass sich ihr da bot. Es berührte sie zutiefst. Da sie bei Saras Einlieferung keinen Dienst gehabt hatte, kannte sie nur den Bericht und aus den Erzählungen der gestrigen Schicht, dass es etwas Besonderes sein musste, die Geschichte zwischen den beiden hier.

"Sir, Ma´am. Dürfte ich kurz unterbrechen?" Sara löste sich nur widerspenstig aus der Umarmung und Gil drehte sich kurz zu der Schwester um, um dann etwas zurückzutreten.

"Sicher.", er lächelte Sara an, die sich zurück ins Kissen sinken lies.

"Sir, würden sie bitte kurz draußen warten?", kaum hatte sie den Satz ausgesprochen, fuhr Sara, zwar noch etwas schwach aber dennoch bestimmt, dazwischen:

"Er bleibt hier. Ich hab nichts zu verstecken."

"Aber das geht nicht, Ma´am."

Sara wurde es bei diesem Einwand zu bunt. In ihr kam wieder die CSI Sara zum Vorschein.

"Hören sie, denken sie er hat mich noch nie nackt gesehen? Ich bin mit diesem Mann verheiratet, und er ist immerhin der Vater des Babys hier drin! Also machen sie schon."

Sara sah sie mit einem Blick an, den sie sonst nur Verdächtigten schenkte, die das Blaue vom Himmel runter erzählten, während Grissom trotz der Situation, in der sie beide sich befanden, grinsen musste. Meine CSI. Man legt sich besser nicht mit ihr an, wenn sie sauer ist, dachte er. Er ging um das Bett herum auf die andere Seite und augenblicklich griff Sara nach seiner Hand und strahlte ihn an.

Die Schwester stand etwas ratlos herum und beschloss dann, da ihr ja wohl eh nichts anderes übrig blieb, sich an die Arbeit zu machen. Sie schlug die Decke zurück, schob Sara das Nachthemd nach oben und justierte die EKG-Dioden neu auf ihrem Brustkorb. Grissom beobachtete das ganze Geschehen interessiert, was der Schwester offensichtlich nicht so behagte und sie sich beeilte, aus dem Zimmer zu kommen.

"Der hast du es aber gegeben, Sara.", sagte er belustigt als er sich wieder neben sie setzte.

"So ein Affenzirkus, den die hier veranstalten wollte."

"Sara, ich hab dir einige Sachen von zu Hause mitgebracht."

"Danke. Würdest du das bitte gleich in den Kleiderschrank räumen, Gil? Ich darf doch noch nicht aufstehen." Sara hatte ihre Augen wieder geschlossen und klang müde.

"Sicher.", sagte er und stand auf und begann die Tasche auszupacken.

"Honey?"

"Ja?"

"Musst du eigentlich nicht im Labor sein?

"Nein. Cath hat mir sozusagen den Befehl gegeben, mich erst um dich zu kümmern.", sagte er und drehte sich mit einem Grinsen zu ihr um.

„Aha, Cath gibt dir also schon Anweisungen, interessant.", schmunzelte sie.

„Was gibt es da zu lachen Sara."

„Na wenn Catherine Brown dir Gil Grissom Anweisungen gibt, dann musst du ja ganz schön widerspenstig gewesen sein."

„Na ja du kennst ja Cath.", sagte er betreten.

„Ja eben genau deswegen.", lachte Sara.

Grissom setzte sich wieder zu ihr ans Krankenbett und nahm ihre Hand. Eine ganze Zeit verweilten beide schweigsam. Sara schloss immer wieder die Augen, sie war erschöpft und müde.

„Ich denke, ich werde jetzt mal ins Labor fahren und nach dem Chaos schauen.", sagte Grissom lächelnd.

„Mach das Honey, ich bin sehr müde, ich schlafe erstmal ein wenig."

„Schlaf gut Specialgirl, ich liebe dich.", sagte er und gab seiner Frau einen innigen Kuss.

„Danke Honey, ich liebe dich auch."

Grissom betrat das CSI-Gebäude und ging in sein Büro. Als er die Tür schloss atmete er erstmal tief aus. Die letzten 24 Stunden, hatten ihn ganz schön mitgenommen. Aber Sara war jetzt in guten Händen und er musste schließlich einen Fall zum Abschluss bringen.

Cath und Calleigh hatten ihm die Unterlagen zum Fall Carter auf den Tisch gelegt. Er nahm sich als erstes die DNS-Proben von den Mordopfern vor und las Sara's Bericht, den sie kurz vor ihrem Zusammenbruch noch geschrieben hatte. Sie hatte recht gehabt, die DNS waren identisch. Die Frage war nur, von wem war die DNS. Er beschloss Greg anzurufen, der mit Sara die Hautproben untersucht hatte.

„Sanders", erklang es an der anderen Leitung.

„Greg hier Grissom, könntest du bitte mal zu mir ins Büro kommen wegen dem Fall Carter."

„Hey Grissom, ja ich komme gleich.", sagte Greg und legte auf.

Zehn Minuten später saß Greg bei Grissom im Büro. Gemeinsam rollten sie den Fall von Anfang an noch mal auf. Inzwischen waren auch Calleigh und Cath in seinem Büro. Die 4 überlegten und mutmaßten die verschiedenen Variationen.

„Calleigh, könntest du bitte einem von deinem Team beauftragen, nach einem weiteren Verwandten von den Carters zu suchen.", sagte Grissom plötzlich, als er Sara's Bericht noch mal durchging.

„Ähm ja klar, aber warum?", fragte sie erstaunt.

„Na ja die DNS-Proben haben zwar keine Übereinstimmung mit der DNA von den Carters, aber es gibt auffallende Ähnlichkeiten, die Sara schon festgestellt hat."

„Hat das Sara im Bericht geschrieben?", Greg wunderte sich, denn er hatte den Bericht mehrmals durchgelesen.

„Nein Greg, aber sieh mal hier."

Grissom zeigte auf den Rand des Blattes vom Bericht. Sara hatte einige Bemerkungen dazu geschrieben unter anderem eine Abkürzung.

„Oh man, warum habe ich das nicht schon eher gesehen.", sagte er.

„Weil das Sara's Kopie ist und sie die Bemerkung für sich gemacht hat.", sagte er schmunzelnd.

„Klar, kein Wunder warum ich das nicht gesehen habe."

„Ich denke auch nur wir 3 wissen, das die Abkürzung eine Bemerkung sein sollte, dass die DNA vielleicht ähnlich mit der DNA von den Mordopfern ist. Sara hatte das damals bei mir in San Fransisco gelernt. Sie macht sich immer gewisse Abkürzungen auf ihre eigenen Kopien, wenn sie sich noch nicht sicher ist.", gab Grissom schmunzelnd zurück.

Cath und Calleigh saßen verwirrt auf ihren Stühlen und wussten nicht, worüber die Beiden sprachen. Grissom erklärte ihnen kurz, dass Sara, er und auch Greg bestimmte Abkürzungen für bestimmte Wörter benutzten. Damit konnten aber nur die was mit anfangen, die es wussten. Es war für sie eine Art, wenn sie sich nicht sicher waren ob es wirklich zutraf.

„Und da Sara mein Mentor war, hat sie es an mich weitergegeben, was ihr Grissom damals in San Fransisco beigebracht hatte.", schloss Greg.

„Ok dann werde ich mal unsere beiden „Jüngsten" im Team drauf ansetzen, Raph und Hodges.", sagte Calleigh und ging mit den Proben aus dem Büro.

Die Stunden rannten gerade so dahin. Als sie wieder zu 4. im Büro bei Gil saßen warteten sie ungeduldig darauf, dass Hodges und Raph was fanden. Damit hätten sie wenigstens eine Spur.

Es hatte sich Enttäuschung breit gemacht, als Hodges ihnen sagte, dass er nichts gefunden hatte. Verzweifelt untersuchten beide Teams fieberhaft nochmals die Beweise, in der Hoffnung auch nur einen kleinen Hinweis auf Sara's Vermutung zu finden.

Grissom wusste instinktiv, dass Sara recht hatte. Er musste es nur noch beweisen. Aber wie? Wenn die Beweise nichts Eindeutiges ergaben?

TBC