Chapter 48
Grissom nickte nur stumm. Das alles war ein schrecklicher Alptraum. Wie soll ich das bloß Sara beibringen? Weiß sie es überhaupt schon, was mit ihr los ist? Der Arzt schien seine Gedanken erraten zu haben.
„Mr. Grissom, natürlich weiß ihre Frau von all dem noch nichts. Dr. Kennedy und ich hielten es für besser, ihr vorläufig noch nichts zu sagen. Erst wenn sie wieder bei Kräften ist, werden wir ihr es behutsam beibringen."
„Natürlich. Aber warum hat sie solche Probleme? Ich meine, sie ist doch kerngesund." Grissoms Stimme war voller Verzweiflung.
„Das kann ich ihnen auch nicht genau sagen. Körperlich ist mit ihr alles in Ordnung. Wir haben jeden erdenklichen Test gemacht, und konnten nichts entdecken, dass die Wehen ausgelöst hat. Ich hab mir ihre komplette Krankengeschichte angesehen, und dort ebenfalls nicht gefunden."
Grissom wusste nicht was er sagen oder denken sollte. Sein Kopf war leer.
Wie ich schon sagte, dann ist es eine Laune der Natur. Dagegen können wir nichts machen. Außer schonen wo es geht."
„Wann kann ich sie nach Hause bringen?"
Jetzt sah ihn der Arzt entsetzt an.
„Dr. Grissom, schlagen sie sich das aus dem Kopf. Die nächsten vier Wochen überhaupt nicht. Wir müssen sie und das Baby unter Beobachtung halten, um sofort eingreifen zu können falls etwas passieren sollte."
„Verstehe. Dann würde ich jetzt gerne zu ihr gehen."
„Sicher. Entschuldigen sie mich." Der Arzt stand auf und verlies sein Büro, da er das Gefühl hatte dass er Grissom jetzt einige Minuten alleine mit sich lassen musste. Er muss das jetzt erst mal verdauen., dachte der Arzt als er sein Büro verlies. Grissom saß da und dachte nach. Das eben gesagte kreiste in seinem Kopf herum. Er verstand das alles nicht. Warum kann nicht einmal etwas normal laufen? Warum immer wir? Was haben wir getan, um so bestraft zu werden?, fragte er sich immer wieder.
Grissom lies es nicht zu, dass er erneut in Tränen ausbrach. Das konnte er jetzt nicht. Nicht, wenn er Sara noch besuchen wollte. Er hatte einmal in ihrer Gegenwart geweint und sich dabei so elend gefühlt. Sie würde sofort merken dass etwas nicht in Ordnung war. Verdammt Gil, reiß dich zusammen. Und geh sie jetzt endlich besuchen, sonst denkt sie sich doch noch, das irgendwas passiert ist.
Grissom straffte sich, stand auf und verlies das Büro. Vor Saras Zimmertür atmete er nochmals tief durch und setzte sein schönstes Lächeln auf eh er eintrat. Sara unterhielt sich mit Cath blendend, als sie ihren Mann in der Tür stehen sah.
Grissom lief zu ihr und beugte sich Sara entgegen um ihr einen Kuss zu geben.
„Was machen meine Frau und mein Baby?"
„Frühsport." Sara bekam einen ganz besonderen Glanz in ihre Augen, den Grissom noch nie an ihr gesehen hatte.
Sie nahm seine Hand und legte sie sich auf den Bauch. Durch die Decke hindurch konnte er es spüren.
„Ganz schön munter, was?"
„Ja."
„He ihr zwei, ich bin auch noch da.", beschwerte sich Cath.
„Keine Sorge, wir vergessen dich nicht, Cath."
„Das will ich auch hoffen.", sie sah ihren Freund forschend an und stellte dann fest:
Was ist denn? Warum war er so lange weg? Irgendetwas stimmt doch da nicht. Ich muss der Sache mal auf den Grund gehen.
Wieder küssten sie sich. Sara bemerkte dabei, dass Gil irgendwie anders war. Sie löste sich von ihm und meinte:
"Gil, ist irgendetwas los mit dir?"
Es war nur ein kurzes Aufflackern in seinen Augen gewesen, aber es hatte gereicht um Sara zu alarmieren.
„Was stimmt nicht?"
Mist. Ich kann es ihr doch nicht erzählen. Noch nicht.
„Keine Sorge. Ich überleg mir nur gerade, ob ich die Kinderwiege in rosa oder gelb kaufen soll." Okay okay, Gil. Dass war nur die halbe Wahrheit. Aber anders geht es nicht.
„Ich bin für gelb." Irgendwas hat er. Sara legte sich wieder zurück und schloss die Augen.
„Bist du müde?", fragte Gil, der mittlerweile auf der Bettkante saß.
„Ein bisschen. Der Besuch hat mich schläfrig gemacht."
Er strich ihr zärtlich mit der Hand über die Wange.
„Dann schlaf ein bisschen, Sara. Ich komme später wieder. Ich kümmere mich erst mal um unsere CSI's."
„Du hast recht." Sara fiel es zunehmend schwer, ihre Augen offen zu halten.
Cath lauschte nur verwundert dem Gespräch der beiden. Sie würde nachher Gil eine Menge Fragen stellen müssen.
„He Specialgirl, ich lass dich jetzt alleine. Schlaf gut und träum was Schönes."
„Mach ich." Grissom küsste sie erneut bevor er sie noch sorgsam zudeckte und mit einem Lächeln und Cath aus dem Zimmer ging.
„Gil, was ist los? Warum hat der Arzt so lange mit dir geredet?", kam es augenblicklich von Cath, nachdem die Zimmertüre ins Schloss gefallen war.
„Nicht hier, Cath. Sara darf es nicht wissen. Noch nicht." Grissom war zusammengesunken und verlies eiligen Schrittes das Krankenhaus. Er konnte keine Minute länger mehr hier sein, da er das Gefühl hatte, ansonsten zusammenzubrechen. Aber seine Freundin und Kollegin lies nicht locker. Sie fing ihn auf dem Parkplatz ein und drehte ihn zu sich um.
„Gil Grissom, zum letzten mal, was ist los?"
Sein Gesicht hatte den Ausdruck eines gejagten Tieres angenommen.
„Die Ärzte sagen, dass sie das Baby früher holen müssen. Sie hoffen, dass sie es bis Dezember raus zögern können. Sara wird wohl die Schwangerschaft nicht bis zum Ende durchstehen können. Es wäre zu gefährlich. Je länger sie aber das Baby tragen kann, desto besser. Sonst ist die Gefahr da, das es behindert ist." Nun rannen ihm erneut die Tränen über die Wangen.
„Was soll ich tun, Cath? Sara weiß von all dem nichts. Sie haben es ihr nicht gesagt, da sie Angst vor Depressionen haben, die sie bekommen könnte. Sie ist ja so schon eh deprimiert genug."
Cath tat ihr Freund leid. Er weiß überhaupt nicht mehr, was er tun soll. So durcheinander hab ich ihn noch nie gesehen.
„Komm, Gil. Wir fahren erst mal ins Labor. Du hast dich um die CSI's zukümmern und ein Fall muss gelöst werden.", Cath stellte das in nüchtern-sachlichem Ton fest. Cath versuchte ihn jetzt abzulenken.
"Gil, egal was ist, du kannst dich auf mich verlassen!", sagte sie und legte ihre Hand auf seinen Rücken.
Was kommt noch alles auf ihn zu? Die arme Sara. Hoffentlich geht alles gut.
Ein paar Tage später waren Nick und Warrick mal wieder dabei, Bekannte und Freunde zu sprechen, ob sie ihnen mehr über David Carter und dessen Freundin sagen konnten.
Aber leider, waren die nicht wirklich gesprächig oder wussten nichts genaueres.
„Scheint so als ob die beiden Einzelgänger waren.", sagte Warrick zu Nick.
"Ich glaube wir sollten für heute wieder zurück ins Labor gehen, bevor Greg noch den Aufstand probt, weil er im Labor versauert.", sagte Nick und sah Warrick grinsend an.
Außer Reena waren alle im Labor. Reena war durch Sasha am Morgen ausgewechselt worden, der die ganze Nacht geschlafen hatte. Reena und Sasha wechselten sich ab, so dass jeder von ihnen genug Schlaf bekam. Ebenso wie die anderen sich gegenseitig abwechselten.
Greg sprintete wie von einer Tarantel gestochen ins Büro von Grissom.
„Grissom wir haben einen 911 Lake Mead, Boulder Harbour."
„WARRICK, CALLEIGH, nehmt eure Westen, wir haben einen 911. Greg du kommst auch mit", rief Grissom durchs halbe Labor.
Die 4 machten sich auf den Weg nach Boulder Harbour."
Dort angekommen, waren die Sanitäter schon vor Ort. Ein Hafenarbeiter hatte die junge schwerverletzte Frau gefunden. Sie hatte einen Bauchschuss und war nicht ansprechbar.
Die Sanitäter brachten sie gleich ins Krankenhaus und Warrick fuhr mit, um die Beweise an ihr zu sichern.
„Ok Leute, dann werden wir mal den Tatort untersuchen.", sagte Grissom.
„Greg, du schaust dich bitte in der Lagerhalle um und sicherst die Spuren."
„Ich befrage mal den Hafenarbeiter, und suche nach der Waffe.", sagte Calleigh.
„Gut und ich werde mich vor der Lagerhalle und Umgebung ein wenig umsehen.", gab Grissom zurück.
Grissom untersuchte die Umgebung der Lagerhalle, er nahm mit, was ihm irgendwas an Beweisen bringen konnte. Viel konnten sie vermutlich nicht verwenden, wenn sie die Waffe nicht finden konnten. Er ging zu Greg in die Lagerhalle um herauszufinden, ob er etwas Brauchbares gefunden hatte.
„Greg, konntest du etwas finden, vielleicht die Waffe?", fragte er seinen jungen Kollegen.
„Nein, leider nicht. Außer ein paar blutige Fußabdrücke, die aller Wahrscheinlichkeit nach dem Opfer gehören, nichts was brauchbar für uns wäre.", sagte er matt.
„Konntest du etwas finden, dass uns das Motiv erklärt, warum der Täter das Opfer angeschossen hat.", Greg sah Grissom fragend an.
„Nein, auch dafür habe ich keine Hinweise finden konnte. Ich hoffe, Warrick kann etwas aus dem Opfer rausbringen.", Grissom sah gerade Calleigh in die Lagerhalle kommen.
„Also von dem Hafenarbeiter habe ich erfahren, dass sie die junge Frau hier schon öfters gesehen haben. Scheint wohl mit Drogen gedealt zu haben oder so."
„Na dann wird sie wohl ihrem „Kunden" die „Ware" verweigert haben."
„Und er wollte sie erschießen, weil er nichts bekommen hat.", beendete Greg für Grissom den Satz und grinste als ihn Grissom in seiner typischen Art, mit hochgezogener Augenbraue ansah.
„Ja, scheint danach auszusehen, jetzt müssen wir nur noch die Waffe finden, und hoffen, der Täter hat sie nicht mitgenommen.", sagte Calleigh.
Grissom's Handy klingelte, es war Warrick am anderen Ende. Das Opfer war nicht ansprechbar, würde aber durchkommen, erklärte Warrick ihm.
Als er aufgelegt hatte, machten sie sich dran, die Umgebung nach der Waffe abzusuchen.
„Greg, Griss, ich habe sie gefunden", rief Calleigh eine Weile später, als sie schon einiges abgesucht hatten.
Grissom und Greg sahen sich erleichtert an. Sie waren froh, wenigstens die Waffe gefunden zu haben, wenn sie sonst schon keine brauchbaren Beweise hatten.
„Ich nehme sie mit ins Labor, und untersuche sie dort gleich.", sagte Calleigh.
„Ok Calleigh, nimmst du Greg bitte mit, ich fahre noch mal zu Sara ins Krankenhaus. Bevor es zu spät wird.", es war mehr eine Feststellung als eine Frage von Grissom.
„Ok Grissom, bis später.", verabschiedete sich die blonde Frau von ihm.
Grissom hatte auf dem Weg ins Krankenhaus noch Reena angerufen, er war der Meinung Sara freute sich über ihren Besuch.
Sara hatte ziemliche Depressionen. Und wenn die Ärzte ihr noch sagten, dass sie mindestens noch ein paar Wochen im Krankenhaus bleiben musste, würde sie es sicher nicht so gut aufnehmen.
Reena, hatte freudig zugestimmt, sie war gerade dabei sich für die Arbeit fertig zu machen. Grissom hatte sie ins Vertrauen gezogen, damit Sara sich nicht aufregte.
Reena lief voller Vorfreude neben Grissom den Krankenhausflur her, als er vor Sara's Zimmertür stehen blieb und meinte:
"Reena, einen kleinen Moment bitte. Ich will sie überraschen und weiß auch nicht, ob der Arzt bei ihr ist."
„Sicher.", Reena lächelte verständnisvoll als Grissom in der Tür verschwand.
Sara lag im Bett und las in einer Zeitung. Als sie Gil sah, lächelte sie augenblicklich.
„Na, was hast du den ganzen Nachmittag getrieben, Specialgirl?"
„Geschlafen und gelesen. Krieg ich keinen Kuss?"
„Doch." Grissom legte sanft seine Lippen auf die ihren und küsste sie zärtlich.
Sara erwiderte den Kuss augenblicklich und trennte sich erst, als sie keine Luft mehr bekam.
„Ich hab dir jemanden mitgebracht, Darling.", Gil grinste sie an.
„Wen?"
„Kleinen Moment." Grissom zupfte ihr das Krankenhausnachthemd etwas zurecht da es verrutscht war und ging dann zur Tür.
Sara's braune Augen verfolgten ihn aufmerksam. Er öffnete die Tür und lies Reena herein.
„Wie geht es Dir Sar?"
Sara bekam strahlende Augen.
„Reena! Schön dich zu sehen."
„Mir gehts ganz gut. Zumindest besser als vor ein paar Tagen."
Grissom schob Reena den Stuhl zu Recht und setzte sich selber mit seinem Stuhl auf die andere Seite des Bettes.
„Die Überraschung ist dir geglückt, Honey."
Die drei unterhielten sich angeregt und Sara und Reena blödelten herum.
Reena scheint ihr gut zu tun. Ich glaube sie sollte sie öfters besuchen, dachte sich Grissom.
„Autsch!", gab Sara dann plötzlich mit schmerzverzerrtem Gesicht von sich.
Sofort änderte sich Gils Mienenspiel von ausgelassen-fröhlich auf ernsthaft-besorgt.
„Was ist? Hast du Schmerzen? Oder wieder Wehen?", fragte Grissom sie.
„Nein, nur die Kleine da drinnen hat mich getreten. Voll in die Rippen. Habe das Gefühl die kommt ganz nach ihrem Vater. Wer weiß, vielleicht wird es ja kein Mädchen, sondern ein Junge, das wäre typisch für Männer!", sagte Sara grinsend.
„Natürlich! Heißt das, wir Männer sind nur dafür da, euch zu quälen?"
„Weißt du, Gil. Ihr seid ja schließlich dafür verantwortlich, dass wir uns bei der Geburt stundenlang herumplagen müssen. Das ist kein Spaß."
„Aber ihr gehört ja wohl auch dazu. Alleine sind wir da ja auch nicht dran beteiligt!", stellte er dann fest.
„Punkt für dich, Gil."
„Wenigstens hatten wir ja immerhin auch unser Vergnügen dabei.", warf Sara noch dazwischen, bevor sie wieder errötete als ihr klar wurde, was sie da gerade von sich gegeben hatte.
„Da hast du auch wieder Recht, Sara.", stimmte ihr Reena grinsend zu.
Sara griff nach Grissoms Hand und verflocht ihre Finger in die seinen als sie kurz ihre Augen schloss.
„Griss, ich glaube wir sollten besser gehen. Sara scheint müde zu sein."
Ein Blick auf Sara in ihrem Bett bestätigte Gil, dass Reena wohl Recht hatte.
„Stimmt. Schlaf gut, Sara. Und mach mir keine Dummheiten, ja?"
„Sicher. Gute Nacht, Gil."
Ein sanfter Kuss folgte ihren Worten, was Reena mit Genugtuung beobachtete. Grissom stand auf, drückte noch mal kurz ihre Hand und folgte dann Sara's Freundin aus dem Krankenzimmer. An der Tür drehte er sich noch mal um und lächelte sie an, bevor er endgültig hinausging. Er war froh darüber, dass Sara soviel gelacht hatte.
„Reena, würde es dir etwas ausmachen wenn du Sara öfters besuchen würdest?"
„Nein. Das würde ich sogar sehr gerne machen. Ich glaube es hat ihr gut getan."
„Sehr sogar. Sie war wie ausgewechselt."
Währenddessen war im Labor Calleigh mit der Waffe beschäftigt. Sie hatte zwei verschiedene Fingerabdrücke gefunden, aber bis jetzt noch beide unbekannt. Sie hoffte, dass sie gleich im Computer was finden würde.
Die blonde Ballistikerin saß vor einem Computer und durchsuchte die Datenbank. Als Grissom und Cath hereinkamen, drehte sie sich um und meinte:
„Ich habe bei der Waffe die Fingerabdrücke untersucht. Ich habe zwei verschiedene gefunden. Die einen sind unbekannt, habe nichts in der Datenbank gefunden, habe auch die Datenbank der Toten durchforstet, aber leider nichts!", sagte Calleigh und sah die beiden CSI's an.
„Und von wem stammen die Fingerabdrücke, die du feststellen konntest?", fragte Cath.
Die gehören einem Mann, der einen Waffenladen in Henderson besitzt.", gab Calleigh zur Antwort.
„Na dann lasst uns mal dem netten Herrn im Laden einen Besuch abstatten Lady's.", sagte Grissom.
Sie waren gerade bei dem Laden des Waffenhändlers angekommen, als Grissom's Handy klingelte.
„Grissom", meldete er sich.
„Dr. Grissom, hier ist Dr. Pierce. Bitte kommen sie sofort ins Krankenhaus. Ihrer Frau geht es nicht gut.", sagte der Mann am Telefon.
„Ja, ich mache mich sofort auf den Weg.", zu mehr war Grissom nicht in der Lage am Telefon zu sagen.
Er murmelte zu den anderen Beiden nur, dass er ins Krankenhaus müsse, wegen Sara und war auch schon verschwunden.
Er wusste nicht wie viel rote Ampeln er überfahren hatte, als er endlich am Krankenhaus ankam.
Ihm schien der Weg unendlich lang zu sein, bis ins Zimmer von Sara. Er hoffte nur, dass es nichts Schlimmes war, er hoffte, dass Sara und dem Baby nichts passiert war.
Als er ins Zimmer kam, blieb er plötzlich stehen, das Zimmer war leer. Die Panik wuchs, er war verzweifelt, wo war Sara?
Er rannte fast aus dem Zimmer den Gang entlang zum Schwesternzimmer. Da kam ihm schon Dr. Pierce entgegen.
„Dr. Grissom, gut dass sie da sind.", sagte Dr. Pierce ernst.
„Was ist los, wo ist Sara? Was ist mit dem Baby.", fragte er voller Angst.
„Kommen sie bitte mit in mein Büro Mr. Grissom.", Dr. Pierce hielt ihm die Tür zu seinem Büro auf, vor dem sie gerade standen.
Als sich Grissom setzte begann Dr. Pierce.
„Ihre Frau, hatte wieder heftige Schmerzen, welches Wehen waren. Sie blutete sehr stark, wir mussten handeln. Es tut mir leid, Dr. Grissom, aber wir konnten ihr Kind nicht retten, wir mussten uns entscheiden, ihre Frau oder ihr Kind.", schloss Dr. Pierce traurig.
Grissom war schlecht. Er sank in seinem Stuhl zusammen. Sein Kopf war leer, er konnte nichts denken, er fühlte eine unendliche Leere in sich. Er wusste nicht was er sagen sollte. Sein Kind war tot, er konnte es nicht richtig realisieren, was in ihm vorging. Genau davor hatte er Angst gehabt. Wie musste Sara sich jetzt fühlen. Er musste unbedingt zu ihr!
„Wie geht es Sara, weiß sie es?", fragte er mit monotoner Stimme.
„Ja, Mrs. Grissom weiß es und sie können gerne zu ihr, ich denke sie braucht sie jetzt.", sagte er.
Grissom stand auf und folgte Dr. Pierce zu Sara auf die Intensivstation. Als er das Zimmer betrat, erschrak er. Sie saß auf dem Bett und starrte aus dem Fenster, keine Tränen, keine Regung, nichts von ihr. Sie drehte sich nicht mal um, als er an ihr Bett kam.
„Hey, Darling wie geht es dir?", fragte er vorsichtig.
„Gil, wo warst du?", das war das Einzige was sie zu ihm sagte und starrte ihn mit eiskalten Augen an.
„Ich hatte einen Fall Sara, das weißt du doch.", sagte er verwirrt.
„Du hast versprochen, immer für mich da zu sein, warum warst du es nicht?", sagte sie leise.
„Sara, es…."
„Ach vergiss es Gil, vielleicht war es besser so, dass unser Kind starb."
„Sara, du weißt nicht was du sagst, ich weiß wie schlimm es für dich ist, aber glaube mir, für mich auch. Hätte ich dir vor ein paar Wochen den Fall nicht weggenommen, hätten wir uns nicht gestritten und du hättest keine Wehen bekommen.", Grissom hatte Tränen in den Augen und sah Sara an.
Sara aber blickte ihn immer noch mit eiskalten Augen und ausdruckslos an.
„Gil, bitte lass mich jetzt alleine, ich bin müde.", sagte sie in einem Ton, den Grissom nur zu gut kannte.
Es war der gleiche abweisende Ton, den sie immer hatte, wenn sie meinte er hätte sie verletzt. Grissom gab Sara einen Kuss, aber er landete nur auf der Wange, da sie den Kopf wegdrehte.
„Schlaf gut mein Specialgirl!", sage er kaum hörbar, und ging aus dem Zimmer.
Grissom konnte nicht denken und kaum etwas fühlen, er fuhr zurück ins Labor. Wo er noch auf die zwei Teams traf.
„Gil, was ist passiert?", fragte Cath, als sie ihn sah.
Grissom erzählte ihnen, dass Sara, das Baby verloren hatte. Aber nicht von dem wie Sara im Krankenhaus gewesen war.
Die Teams waren geschockt. Sie wussten nicht, was sie sagen sollten. Es tat ihnen so unendlich leid.
Als Grissom wieder in seinem Büro war unterhielt sich Nick mit Cath, Warrick und Calleigh darüber.
„Es ist so ungerecht, was soll den Beiden eigentlich noch passieren, bis sie endlich glücklich werden können.", sagte er mit Tränen in den Augen.
„Ich weiß es nicht Nicky. Wie es wohl Sara jetzt geht?", Cath sah ihre Freunde an, die total geschockt waren.
Die Stimmung im Labor war drückend, keiner wollte irgendetwas in der Gegenwart von Grissom falsch machen. Er selber vergrub sich in seine Arbeit, denn Sara wollte ihn im Krankenhaus nicht sehen. Er wusste nicht, was er machen sollte. Er liebte sie doch, und er vermisste sie so sehr. Jedes Mal wenn er im Krankenhaus anrief, legte sie nach wenigen Sekunden wieder auf und sagte vorher immer, dass sie ihn nicht sehen wollte.
Nach ein paar Wochen wurde Sara entlassen. Sie war immer noch so kalt gegenüber Grissom. Er versuchte das Beste, aber Sara ließ ihn einfach nicht an sie ran. Sie wollte im Krankenhaus kaum Besuch haben. Nick und Greg waren die einzigen, die ab und zu mal bei ihr waren. Aber auch die Beiden wussten nicht was mit ihr los war.
Eines Morgens kam Grissom müde und blass von der Schicht nach Hause. Er hoffte, dass Sara bald mit ihm reden würde. Da wusste er noch nicht, dass es ihm lieber gewesen wäre, sie hätte nicht geredet.
Sara stand in der Küche und trank Kaffee.
„Morgen Darling, du bist schon wach?", fragte er erstaunt.
„Ja Gil, ich muss mit dir reden.", sagte sie.
„Komm lass uns ins Wohnzimmer gehen und in Ruhe reden.", sagte er freudig.
Grissom war froh, dass Sara nun endlich reden wollte. Seit Wochen hatten sie kaum miteinander gesprochen. Sie hatte niemals wieder seit dem Tag, an dem sie das Baby verloren hatte, mit ihm darüber gesprochen.
„Gil, ich werde dich und Las Vegas verlassen.", sagte sie und schaute ihn an.
„Was, Sara warum? Liebst du mich nicht mehr.", Grissom sah sie geschockt an.
„Doch, genau deshalb mache ich es.", sagte sie ohne auch nur ihr Gesicht zu verziehen.
Grissom hatte sie seit es passiert war, kein einziges Mal mehr weinen gesehen. Auch jetzt nicht. Ihr Gesicht war ausdruckslos, der Schmerz stand ihr ins Gesicht geschrieben.
„Sara das kannst du nicht machen, ich liebe dich, ich bin immer für dich da! Rede mit mir.", flehte er sie an.
„Nein Gil, es ist zu spät. Erinnerst du dich noch an meine Worte vor einigen Jahren. Bist du weißt was du willst ist es zu spät. Jetzt ist es zu spät! Ich habe allein unser Kind tot auf die Welt gebracht, ohne dich. Du warst nicht da, als ich diese Schmerzen hatte. Du warst in Wirklichkeit nie für mich da, als ich dich gebraucht habe.", Sara sah ihn schmerz- und hasserfüllt an.
„Sara! Nein! Bitte gehe nicht!", Grissom liefen nun die Tränen, er konnte seine Emotionen nicht mehr zurück halten.
„Ich gehe nach Miami, wie ich es schon vor 2 Jahren hätte tun sollen. Dann wäre das alles nicht passiert! Mein Flug geht in 2 Stunden.", sagte sie.
Es klingelte an der Tür. Es war das Taxi, das sie zum Flughafen bringen sollte. Jetzt erst entdeckte Grissom Sara's Koffer.
„Hier sind die Scheidungspapiere. Von mir schon unterschrieben. Du musst nur noch unterschreiben und schicke sie dann meinem Anwalt zu. Die Adresse steht auf den Papieren.", sprach sie weiter.
„Leb wohl Gil, ich möchte dich nie wieder in meinem Leben haben. Ich habe dich zu sehr geliebt!", sagte sie und ging ohne, sich noch einmal umzudrehen aus der Tür.
Grissom sank in sich zusammen. Er wusste nicht was er tun sollte. Er hatte begriffen, dass er seine Sara verloren hatte. Er wusste, dass sie es ernst meinte. Warum nur war ihm die Arbeit wieder wichtiger als seine Sara. Seine Sara, sie würde nie wieder zurückkommen, das wusste er.
Er ging ins Schlafzimmer und fand auf dem Nachttisch von ihm den Ehering von Sara. Er nahm ihn an sich und brach unter Tränen zusammen. Sein Blick viel auf das Medaillon, das auf Saras Nachttisch lag. Jetzt wusste er sicher dass sie nie wieder zurück kam. Der Schmerz über den Verlust war zu stark. Der Schmerz überwältigte ihn um ihn herum wurde es dunkel.
… TBC
