Chapter 55
„Sara was ist los, bitte rege dich nicht auf, du weißt das das nicht gut ist", sagte er beruhigend.
„Gil, ich rege mich auf und zwar jetzt und hier und ich sage dir, es ist mir egal, weil es unserem Baby gut geht!"
Grissom sah sie fragend an, er wusste nicht, was seine Frau so wütend gemacht hatte.
„Was ist das hier? Unser Haus, oder ein Stundenhotel?", sie sah ihn wütend und mit funkelnden Augen an!
„Sara, bitte ich weiß nicht was du meinst. Was ist los?", fragte er sie erneut.
„Was los ist? Du fragst mich noch was los ist? Wie in aller Welt kommst du dazu Hodges zu mir zu schicken?", zischte sie ihren Mann an.
„Warum musst du es so übertreiben, ich fühle mich in unserem eigenen Haus wie eine Gefangene. Die Leute geben sich hier jeden Tag die Klinke in die Hand. Ich halte das nicht mehr aus. Ich fühle mich hier einfach nicht mehr zu Hause. Ich habe nichts gegen Gesellschaft, aber irgendwann ist es genug.", sagte sie immer noch verärgert.
Grissom wusste jetzt, was sie meinte. Er wusste es war an der Zeit ihr einiges zu erzählen.
„Sara bitte, jetzt bleibe mal ruhig und höre mir mal zu.", sagte er in einem ernsten Ton.
Sara setzte sich neben ihren Mann und atmete tief ein. Sie wusste sie musste jetzt Ruhe bewahren und ihm zuhören.
„Darling, ich habe immer noch Schuldgefühle wegen unserem Streit im Büro, weil ich dir den Fall weggenommen habe. Es war meine Schuld, dass du im Labor zusammengebrochen bist. Ich habe einfach Angst, dass noch mal so etwas passiert.", sagte er und versuchte an Sara vorbeizuschauen.
„Griss, ich verstehe dich, glaube mir, ich habe mir im Krankenhaus nicht weniger Gedanken gemacht. Es war für mich ein Schock, dass du mir den Fall weggenommen hast. Ich war der Meinung du schätzt meine Arbeit nicht.", sagte sie und senkte ihren Kopf.
„Das ist nicht wahr Sara, ich glaube ich habe dir in den vergangenen Jahren mehr als einmal gesagt und auch gezeigt, wie sehr ich deine Arbeit schätze. Ich hätte dich nicht nach Las Vegas geholt, wenn ich weder dich noch deine Arbeit gutheißen würde."
„Aber das berechtigt dich noch lange nicht, dass du mir hier die ganze Meute aufdrückst. Verstehe doch bitte, dass ich mich nur noch eingeengt fühle. Ich habe gerne meine Freunde um mich rum, aber nicht so und nicht jeden Tag.", sagte sie immer noch ein wenig gereizt.
Grissom wusste nicht, wie er ihr von seinem Alptraum erzählen sollte. Damit sie verstand, welche Ängste und Sorgen er hatte. Er beschloss einfach anzufangen.
„Sara, ich muss dir aber noch etwas sagen.", begann er leise.
Er schluckte, als Sara ihn mit ihren braunen Augen gespannt ansah. Er liebte diese Frau so sehr und seine Ängste und Sorgen hatten die Überhand gewonnen.
Sara wusste sie musste ihm jetzt zuhören, so war sie erstmal ruhig und schluckte ihren restlichen Ärger hinunter. Sie war der Meinung ihr Mann versuchte ihr etwas Wichtiges zu sagen.
„Als du im Krankenhaus warst, hatte ich in der Nacht, bevor ich mich entschloss, bei dir im Krankenhaus zu schlafen, einen furchtbaren Alptraum.", er holte Luft und fuhr mit erstickter Stimme fort: „Sara, ich habe geträumt, dass du unser Baby verloren hast, und mich und Vegas verlassen hast. In meinem Traum war es so, dass du mir schwere Vorwürfe gemacht hast, dass ich nicht bei dir war, als es passierte und du das Baby alleine tot zu Welt bringen musstest. Du hattest dich dann von mir scheiden lassen und bist nach Miami gegangen. Du wolltest mich nie wieder in deinem Leben haben.", endete er.
Grissom hatte Tränen in den Augen und musste schlucken, er wollte nicht, dass Sara sah, dass der Traum ihn immer noch so mitnahm. Es war als wäre er gerade erst von diesem Alptraum aufgewacht.
Sara sah ihren Mann an, sie konnte nicht glauben was er da sagte. Sie verstand auf einmal, warum er zu ihr ins Krankenhaus gezogen war und warum er ihr die Teams geschickt hatte. Sara nahm Grissoms Hände und sagte:
„Gil, sieh mich bitte an. Warum hast du mir das nicht eher erzählt? Honey, das muss furchtbar gewesen sein. Jetzt verstehe ich warum du so reagiert hast."
Grissom sah Sara an, sie sah, dass er Tränen in den Augen hatte. Sie musste nun ebenfalls schlucken, da ihr die Tränen auch schon hoch kamen.
„Dazu kam noch, dass mir ein paar Tage vorher, Dr. Pierce sagte, dass sie das Baby eventuell vorher holen müssen. Sie wollten jede Aufregung vermeiden, dass es nicht noch zu mehr Komplikationen kam. Ich war irgendwie am Ende meiner Kräfte, und wollte und durfte dir auch nichts erzählen, da jede Aufregung zu viel für dich gewesen wäre."
Sara war jetzt völlig geschockt. Sie wusste im ersten Moment nicht was sie sagen sollte. Sie hatte nur noch Tränen in den Augen, die sie tapfer versuchte wegzublinzeln. Gil sah es und nahm sie sanft in den Arm.
„Hey ist ok Specialgirl, weine nur. Ich weiß, dass das ein Schock für dich sein muss, aber ich musste dir das jetzt alles erzählen, sonst wäre ich verrückt geworden."
„Honey, bitte höre mir jetzt zu, denn ich sollte dir auch einiges erzählen. Ich wusste, dass etwas nicht mit dir stimmt, ich habe es an dem Tag gemerkt, als du von Dr. Pierce kamst und ich habe es gemerkt, als du ins Krankenhaus kamst um bei mir zu bleiben."
Sie atmete tief durch, denn Baby Grissom meldete sich gerade wieder mal. Grissom bemerkte es und legte seine Hand zärtlich auf ihren Bauch. Augenblicklich war die Kleine ruhig in Sara's Bauch. Sara sah ihren Mann an, der genauso wie sie schmunzeln musste, als er es merkte.
Aber Sara wurde wieder ernst und sah ihren Mann wieder an. Sie schaute ihm ernst in seine eisblauen Augen. Das Gefühl das sie bekam, war das gleiche, als sie damals in San Fransisco ihm zum ersten Mal näher kam.
„Gil, ich weiß, dass du mir nichts sagen konntest. Aber glaube mir, ich habe im Krankenhaus selber gelitten, vielleicht habe ich mich zuviel um mich und Baby Grissom gekümmert. Es tut mir leid, dass ich nicht für dich da war, als du mich gebraucht hast.", sagte sie traurig.
„Sara es ist und war niemals deine Schuld. Es ist selbstverständlich, dass du dich in dieser Situation mehr um dich und unser Baby kümmerst. So sollte es ja auch sein!", sprach Grissom.
„Ich möchte dir noch etwas sagen, Honey. Egal was auch immer in Zukunft sein sollte. Auch wenn es so sein muss, dass unser Baby krank oder gar tot auf die Welt kommt. Ich werde dich niemals verlassen. Es würde sehr schwer für uns sein. Aber wir haben geheiratet weil wir uns lieben und nicht, dass wir uns trennen wenn schwierige Zeiten auf uns zukommen. Wenn es so sein soll, wobei ich bete, dass es nicht passiert, dass mit Baby Grissom etwas passiert, dann war es leider so gewollt und wir müssen da durch. Es wird das schlimmste sein was wir durchmachen müssen. Aber nur gemeinsam schaffen wir es. Ich liebe dich Gil, und ich bin fest davon überzeugt, dass unsere Liebe stark genug ist um jedes Hindernis, egal wie schwer es auch immer sein mag, zu überwinden."
Grissom sah seine Frau an, sie hatte Tränen in den Augen als sie gesprochen hatte. Auch er konnte es sich nicht verkneifen und ließ seinen Tränen freien Lauf.
„Sara, ich verspreche dir, ich werde dich auch nie verlassen. Auch wenn das schlimmste eintritt, wovor wir Angst haben. Gemeinsam werden wir es schaffen, ich schwöre dir, dass ich immer an deiner Seite bin. Da kann kommen was will!"
Als Grissom geendet hatte, legte Sara ihre Arme um seinen Hals und zog ihn sanft an sich ran. Sie küsste ihren Mann mit einer solchen Sanftheit und Zärtlichkeit, dass es ihm die Luft nahm.
„Sara Grissom ich liebe dich!", sagte er, als sie sich voneinander gelöst hatten.
„Ich dich auch Gil Grissom.", sagte sie liebevoll.
„Honey es ist ok, wenn das Team sich weiterhin abwechselt und bei mir ist, aber vielleicht können wir einen Kompromiss eingehen, dass sie nur ein paar Stunden am Tag hier sind."
„Ist ok Sara, ich werde mich zurückhalten. Am besten du nimmst das in deine Hände, denn du weißt selber am besten, wann du deine Ruhe haben willst."
„Danke Honey, ich weiß, dass es nicht einfach für dich ist.", sagte Sara und blickte ihren Mann lächelnd an.
Sara schmiegte sich eng an Grissom und er nahm sie fest und zärtlich in den Arm. Beide hatten keine Worte mehr. Sie hatten alles gesprochen, was sein musste.
„Honey, Luka kommt gleich vorbei um sich zu verabschieden, er fliegt heute Abend noch zurück nach Europa.", sagte sie nach einer Weile Stille.
„Hm, muss es sein, dass er noch mal vorbeikommt, kannst du dich nicht am Telefon von ihm verabschieden.", sagte er murrend.
„Gil, bitte, Luka ist nur ein Freund, mehr nicht, du hast doch gar keinen Grund eifersüchtig zu sein.", sagte sie lachend.
„Ich weiß Darling, aber ich mag ihn trotzdem nicht. Allein schon wie er dich ansieht…. ."
„Gil Grissom es ist jetzt genug, du willst mich doch nicht schon wieder wütend machen.", sagte Sara lachend.
Sie hatte sich aufgesetzt und zog Grissom an sich ran und umschloss seinen Mund mit einem aufregenden Kuss.
„Sorry Specialgirl, ich verspreche dir, ich benehme mich, wenn er kommt.", sagte Grissom nur noch leicht murrend.
„Braver Ehemann, so gehört es sich.", neckte Sara ihren Mann.
„Nein, im ernst Honey, ich glaube du hast schon vor ein paar Wochen im Labor gemerkt, dass ich ihm zu verstehen gegeben habe, dass ich zu dir gehöre!"
Sara sah Gil an, der zustimmend nickte und leicht grinste.
„Aber ich glaube wir sollten jetzt erstmal essen, denn ich habe wahnsinnig Hunger.", fuhr sie fort und stand auf.
„Na, da hast du ja Glück gehabt, dass ich nicht gesagt habe, dass ich die Gemüse-Lasagne fliegend haben wollte.", jetzt neckte Grissom seine Frau.
„Ach Honey, es gibt immer noch einen Pizza-Dienst, ich wäre schon nicht verhungert. Also wenn du möchtest, kannst du gerne das Essen immer noch fliegend haben.", grinste sie frech.
Grissom hatte seine Frau gepackt und in die Arme gezogen.
„Nur nicht frech werden Mrs. Grissom. Ich habe da gewisse Methoden um es dir auszutreiben.", feixte er.
„Uhm, diese Methoden möchte ich gerne mal kennenlernen.", sagte sie lachend und wand sich mit einem leichten Kuss auf seine Nase aus seinen Armen und ging in die Küche um das Essen zu holen.
Eine Stunde später stand Luka vor der Tür, der sich verabschieden wollte.
Sara bat ihn herein und sie gingen ins Wohnzimmer.
Gil und Luka gaben sich die Hand, diesmal ein wenig abschätzender als vor ein paar Wochen. Sara hätte schwören können ein leichtes Lächeln auf dem Gesicht ihres Mannes gesehen zu haben.
Luka und Grissom tranken ein Bier und Sara hatte sich von ihrem Mann, einen Eistee aus dem Kühlschrank geben lassen. Sie unterhielten sich noch kurz über den abgeschlossenen Fall.
„Sara, wenn das Baby da ist, musst du versprechen mir bescheid zu sagen, ob bei Euch alles in Ordnung ist."
„Ist versprochen Luka.", antwortete sie lachend.
„Wann soll das Baby eigentlich kommen?", fragte er neugierig.
„Baby Grissom soll, wenn es nach Plan geht am 07. April auf die Welt kommen.", sagte Sara.
„Na ich hoffe mal, dass eure Kleine das auch ausnutzt und solange wartet.", sagte er lächelnd.
Luka wusste bescheid, was Sara's Schwangerschaftsprobleme betraf. Sie hatte es ihm erzählt.
„Ich hoffe, ich kann euch 3 dann irgendwann mal in Italien begrüßen.", sagte Luka und sah dabei Grissom an.
„Ja, ich denke wenn die Kleine alt genug ist, werden wir sicherlich mal nach Europa kommen.", antwortete Grissom, sehr zum Erstaunen von Sara.
„Du hörst es und ich kann meinem Mann nur zustimmen.", sagte Sara zu Luka, sah aber ihrem Mann mit einem dankbaren Lächeln an.
„Ja, ich danke euch für eure Gastfreundschaft, aber für mich wird es Zeit, zum Flughafen zu fahren. Mein Flieger geht in 2 Stunden.", sagte Luka.
„Nichts zu danken, du kannst dich ja revanchieren, wenn wir dich besuchen kommen.", lachte Sara.
Luka stand auf und umarmte Sara und gab ihr einen Kuss auf die Wange.
Er gab auch Gil die Hand.
„Passen sie bloß auf sie auf, sie hat einen verdammten Sturkopf. Aber sie kennen sie vermutlich besser als ich.", sagte er lachend.
„Keine Sorge, ich passe schon auf sie auf. Ich kenne Sara glaube ich manchmal besser als sie sich selbst.", lachte nun auch Grissom.
„Hey redet mal nicht so schlecht über mich, wenn ich anwesend bin.", scherzte sie.
Sara begleite Luka Dacanti zur Tür.
„Pass auf dich auf Sara und mach es ihm nicht so schwer, er ist ein feiner Kerl. Er liebt dich wirklich sehr.", sagte er und umarmte sie nochmals.
„Ich weiß Luka, ich ihn auch. Und ich passe auch auf mich auf, versprochen.", sagte sie und erwiderte die Umarmung und küsste ihn ebenfalls auf die Wange.
Sara hatte leichte Tränen in den Augen, als Luka ging. Sie wusste, sie würde ihn vermissen. Er war damals in Italien schon, ein guter Freund gewesen.
Als Sara die Tür geschlossen hatte, drehte sie sich um und ging zurück ins Wohnzimmer. Gil ging auf sie zu und nahm sie ohne ein Wort zu sagen in die Arme. Sara begann zu weinen. Sie wusste sie würde Luka so schnell nicht wiedersehen. Auch Grissom wusste, dass Sara Luka sehr als Freund schätzte.
„Er fehlt dir jetzt schon, habe ich recht?", fragte er nach eine Weile.
„Ja! Bist du mir böse?", fragte sie erschrocken.
„Nein Darling, wie könnte ich. Ich weiß, dass es ein Freund für dich ist. Und von Freunden Abschied zu nehmen ist immer schwer.", sagte er sanft und sah sie lächelnd an.
„Oh man Gil Grissom, manchmal verstehe ich dich einfach nicht. Du bist für mich auch nach so vielen Jahren manchmal ein Mysterium.", lachte sie.
„Das liebe Sara Grissom, kann ich nur zurückgeben.", Grissom's Augen blitzten ihr frech entgegen.
Die folgenden 1 ½ Monate hatte Grissom wieder die Nachtschicht übernommen, und alles ging seinen gewohnten Gang. Sara hatte entschieden, morgens ein paar Stunden ins Labor zu gehen und dort den Papierkram oder den Innendienst zu übernehmen, um ihr Team ein wenig zu entlasten. Sie würde noch früh genug nach der Geburt ausfallen.
Baby Grissom wurde immer aktiver von Woche zu Woche. Heute Mittag hatte sie wieder einen Termin bei Dr. Kennedy. Sie fuhr rechtzeitig nach Hause, um sich zu duschen und sich umzuziehen. Sie konnte Nachts kaum noch schlafen, da ihre Kleine meinte Nachts wäre die beste Zeit um Turnübungen zu veranstalten.
Als sie zu Hause ankam, schlief Grissom noch, er hatte wieder die letzten zwei Tage Doppelschicht schieben müssen. Sie beschloss sich in Ruhe fertig zu machen und dann erst ihren Mann zu wecken. Sie bereitete, als sie geduscht war, anschließend noch eine Kleinigkeit zu Essen für Grissom vor. Dann ging sie rauf ins Schlafzimmer um ihren Mann zu wecken.
Leise ging sie ins Schlafzimmer und blieb erstmal stehen um Gil zu betrachten. Sie konnte einfach die Augen nicht von ihm lassen. Er war so Attraktiv und so Stark. Aber dennoch gleichzeitig so verletzlich. Sie hatte viel über ihren Mann in den letzten 2 Jahren herausgefunden, dass sie noch mehr davon überzeugte, dass sie den richtigen Mann gefunden hatte. Er hatte sich ihr, für seine Verhältnisse, schon sehr viel geöffnet, was nicht leicht für jemanden wie Gil Grissom war. Sie war froh, über das, was sie sich teilten. Auch sie hatte gelernt nicht gleich davon zu rennen, sondern mit ihrem Mann darüber zu sprechen, was sie beschäftigte. Sie ging an die Seite des Bettes, auf der Gil schlief und strich ihm Zärtlich über die Wange.
„Hey Honey aufwachen.", sagte sie sanft.
„Hmm Specialgirl, lass mich noch etwas schlafen, es war eine harte Nacht.", murmelte er, noch immer im Halbschlaf.
Sara sah auf die Uhr, sie beschloss ihren Mann noch eine halbe Stunde zu geben. Es tat ihr leid, ihn wecken zu müssen. Leise und ohne ihn zu wecken, legte sie sich zu ihm ins Bett und umarmte ihren Mann. Ohne zu merken schlief sie ebenfalls ein. Als 45 Minuten später der Wecker klingelte, erschrak sie. Sie stellte den Wecker aus und schaute Grissom an, der noch immer tief und fest schlief. So leid es ihr tat, sie musste ihn jetzt wecken.
Sanft hauchte sie ihm Küsse auf seine Wange und seine Schultern. Grissom wurde dadurch wach und drehte sich zu ihr um.
„Hey Specialgirl, kannst du mich so nicht immer wecken?", grinste er sie aus seinen eisblauen Augen an.
Sara sah ihn verliebt an und küsste ihn erneut, aber diesmal hauchte sie die Küsse nicht, sondern knabberte leicht an Grissoms Unterlippe und drang mit ihrer Zunge zwischen seinen Zähnen in seinen Mund vor. Grissom stöhnte leicht auf, als sie noch seinen nackten Oberkörper streichelte.
Sara löste sich von ihm und grinste ihn an.
„Bist du jetzt wach?", fragte sie ihn kess.
„Ja, obwohl, wenn ich jetzt sage nein, machst du dann weiter?", fragte er lachend.
„Nein, tut mir leid Gil, dafür ist jetzt keine Zeit. Ab mit dir unter die Dusche und etwas zu Essen steht auch auf dem Tisch. Ich weiß nicht, ob Dr. Kennedy dafür Verständnis hätte, wenn ich ihr erzähle, warum wir zu spät kommen."
Mit einem Seufzer stand Grissom auf und ging unter die Dusche. Sara betrachtete ihn als er aufstand. Er hatte nur seine Shorts an. Egal, wie oft er auch immer wieder sagte, wie alt er doch schon wäre. Er war verdammt sexy und attraktiv.
Als sie bei Dr. Kennedy saßen, war Baby Grissom wieder ziemlich aktiv. Sara hatte ein paar Mal Mühe zu atmen, da sie die Kleine heftig trat. Dr. Kennedy aber beruhigte sie und erklärte ihr, dass das normal sei. Und das manche Babys sehr empfindlich auf Ultraschall reagieren würden.
„Bis auf die Lunge sind alle Organe bestens entwickelt und arbeiten selbständig. Ihr Kleines ist jetzt schon ein Daumenlutscher. Es nuckelt und übt so für das spätere Saugen an der Brust. Das Baby nimmt an Gewicht zu, vor allem setzt es Fettgewebe an. Jetzt ist es etwa 40 Zentimeter lang und wiegt 1900 Gramm.", erklärte ihnen Dr. Kennedy.
Sara und Gil freuten sich, dass soweit mit dem Baby alles in Ordnung war.
„Mrs. Grissom für sie ist jetzt absolute Schonung angesagt. Sie sollten sich mit ihren Bedürfnissen in Sachen Sex auch zurückhalten. Es könnte vorzeitig Wehen auslösen.", sagte die Ärztin erneut.
Sara wurde ein wenig rot, als Dr. Kennedy ihr Sexleben ansprach.
Die Ärztin sagte ihr noch, dass sie nun alle 2 Wochen zur Untersuchung kommen musste. Danach verabschiedeten Gil und Sara sich von Dr. Kennedy und fuhren nach Hause.
Sara war froh, dass ihr Mann heute Off-Night hatte. Sie hatten beide morgen Früh einen Gerichtstermin zum Fall Carter/Krotzki. Als Supervisor, mussten beide ihre Aussage gegen Ivan Krotzki machen.
Den Nachmittag verbrachte Sara lesend in ihrem Schaukelstuhl. Grissom war im Arbeitszimmer und brütete über seine Insekten.
Es klingelte an der Tür und Cath und Warrick kamen zu Besuch. Sie hatten sich heute Morgen verabredet, denn Cath wollte Sara einige Bilder für das Kinderzimmer bringen.
Warrick tauchte hinter Cath auf und schleppte eine Babywiege herein.
„Warrick was willst du damit?", fragte Gil, der aus dem Arbeitszimmer kam.
„Das ist die Kinderwiege von Lindsay, ich dachte ihr könnt sie gut gebrauchen, denn ich denke Vanessa wird ja zuerst bei euch im Schlafzimmer schlafen.", sagte Cath.
„Ja stimmt Cath, danke dir, ich hatte daran noch gar nicht gedacht.", sagte Sara erschrocken.
„Ist nicht schlimm Sara, dafür hast du ja mich.", Cath grinste sie an.
Sara ging mit Cath, die die Bilder dabei hatte nach oben. Sie verbrachten einige Stunden im Kinderzimmer. Cath erzählte ihr, wie es ihr mit Linds in der Schwangerschaft erging. Sie hatten nach 2 Stunden letztendlich ein paar Bilder für die Wand rausgesucht.
Sie gingen gemeinsam wieder nach unten zu Grissom und Warrick, die sich gerade angeregt über Baseball unterhielten.
Cath und Warrick blieben noch zum Abendessen und verabschiedeten sich dann, da Warrick sich für die Schicht umziehen wollte. Cath hatte ebenfalls morgen einen Gerichtstermin somit heute Off-Night.
Sara kam aus der Küche als sie das Geschirr abgeräumt hatte und setzte sich seufzend auf die Couch.
„Honey ich bin froh, dass du heute Off-Night hast. Es ist beruhigend, wenn ich neben dir abends einschlafen kann.", sagte sie und lehnte sich an Grissom, der sich ebenfalls zu ihr gesellt hatte.
„Ich bin auch froh, endlich mal wieder nicht alleine im Bett zu schlafen.", sagte er.
„Können wir ins Bett gehen, ich bin total erledigt, nach dem Tag.", sie sah ihren Mann bittend an.
„Klar Specialgirl, ich bin auch froh, heute ins Bett zu kommen, auch wenn ich so nett geweckt wurde.", gab er grinsend zurück.
Grissom half Sara aufzustehen. Arm in Arm gingen sie nach oben. Mit einem Stöhnen lies sich Sara aufs Bett fallen und entledigte sich ihres Pullovers und des BHs. Gil fand sie so als er aus dem Bad kam.
„He. Willst du so schlafen?"
Sara drehte ihren Kopf in seine Richtung, griff nach seinem Handtuch dass er trug und zog es ihm von den Hüften.
„Wer sagt denn dass ich schlafen will?"
Ihre Augen funkelten so seltsam während sie Grissom von oben bis unten musterte. Er sieht schon verdammt gut aus, dachte sie sich.
Dann trafen sich ihre Lippen zu einem innigen Kuss. Grissom konnte nicht widerstehen und biss ihr zärtlich in die Oberlippe während er mit seinen Händen vorsichtig über ihren Körper strich. Als er ihre Brüste berührte, zuckte Sara kurz zusammen.
„Was ist?" Grissoms Augen zeigten wie besorgt er war.
„Das tat gerade weh. Sie sind größer geworden."
„Das ist doch normal, nach allem was ich gelesen habe."
Wieder trafen sich ihre Lippen zu einem Kuss, den Sara atemlos unterbrach.
„Honey, ich glaube wir sollten hier aufhören. Ich bin einfach zu dick dafür."
Sara und dick? Das ist ja wohl der Witz des Jahrhunderts, dachte er und grinste vor sich hin!
„Du bist nicht dick, Spezialgirl, nur schwanger und wunderschön."
Eine leichte Röte überzog daraufhin Saras Gesicht.
„Danke. Aber ich bin doch dick."
„Hör zu, Sara. Ich sage, du bist nicht dick. Also glaub mir."
Gil lag mittlerweile neben ihr im Bett und hatte sich an sie geschmiegt während er ihren Körper weiter mit seinen Händen und ihr Ohr und ihre Lippen mit seinen Lippen liebkoste.
„Und die Jeans hier muss auch runter. Das schläft sich total unbequem."
Damit öffnete er den Knopf und den Reißverschluss und streifte ihr die Hose ab um augenblicklich die Decke über sie beide zu breiten.
Seine Hände wanderten an Saras empfindlichste Stelle um sie auch dort zu streicheln. Ihr Slip störte ihn etwas, worauf er ihr diesen zärtlich mit beiden Händen nach unten streifte. Beide lagen nun vollkommen nackt im Bett. Als Gil sie dort berührte, drückte sich Sara beinahe sofort noch enger an ihn. Er konnte spüren, wie sich ihr Herzschlag beschleunigte und auch bei ihm wurden gewisse Gefühle geweckt.
Sara hatte ihre Hände um seinen Arm gelegt und hielt sich daran fest. Mit heißerer Stimme flehte sie beinahe:
„Griss, bitte. Weiter dürfen wir nicht. Dr. Kennedy und Dr. Pierce haben es mir verboten."
„Hmhm. Ich hab auch nicht vor weiter zu gehen, Specialgirl.", murmelte er von ihrem Ohr hervor, an dem er gerade knabberte.
Sara begann unter seinen Berührungen zu zittern und zu beben, und stöhnte leise auf. Grissom drückte ihr schnell einen Kuss auf die Lippen und lächelte sie gespannt an.
„Du bist gemein.", brachte sie keuchend hervor als sie langsam wieder zu sich kam.
„Ich hab gar nichts gemacht, Sara."
Sara lächelte schelmisch als sie hinter sich griff und ihn ebenfalls zu streicheln begann. Gil hatte die Augen geschlossen und genoss ihre Zärtlichkeit. Sein Blut kochte, aber er durfte nicht weiter gehen. Das wusste er. Irgendwie schaffte es Sara aus seiner Umklammerung zu kommen, ihn auf den Rücken zu drehen und ihm tief in seine Augen zu sehen. Dann begann sie zarte Küsse auf seinen Oberkörper zu hauchen, während sie mit ihren Lippen abwärts glitt. Jede Stelle die sie berührte, brachte ihn nur noch mehr zum Zittern. Wenn sie so weitermachte, würde er sich nicht länger beherrschen können.
Grissom hatte die Hände neben sich liegen und stöhnte immer wieder leise auf. Was Sara mit ihm anstellte, war einfach nur unglaublich. Sie blickte ihm direkt in seine blauen Augen hinein, als er wieder einmal dieses seltsame Funkeln darin bemerkte dass sie immer bekam, wenn sie beide auf diese Art und Weise beieinander waren.
„Aber das haben mir die Ärzte nicht verboten, Honey."
Grissom schrie leise auf, als er fühlte was sie tat. Er lies sie gewähren, auch wenn er Sara sich jetzt voll und ganz überlassen musste.
Seine Hände spielten mit ihrem Haar während er sich tief in die Kissen drückte. Nach einigen Minuten bäumte sich Gils Oberkörper auf und ein lautes Stöhnen entfuhr ihm während er schwer atmend zurück ins Bett sank. Sara schob sich etwas nach oben, damit sie ihren Kopf auf seinen Brustkorb betten und ihn umarmen konnte. Langsam beruhigte er sich wieder. Sie schob ihm die Decke nach oben und deckte sie beide so zu, dass nur noch die Köpfe heraus schauten. Immer wieder hauchte sie Küsse auf seine breite Brust während er ihr sanft über ihre Schulter strich. Selig schliefen die beiden ein.
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Sara saß in ihrem Büro und wartete auf ihren Mann, der noch im Gerichtssaal war. Sie hatte ihren Termin schon hinter sich, der ganz gut verlief. Sie hatte es sich mit einer Tasse Tee bequem gemacht und las in einer der Akten. Nicht schon wieder. Baby Grissom scheint heut irgendetwas dagegen zu haben, dass ich mich mehr als 10 Minuten von der Toilette fernhalte. Ächzend stand Sara auf und ging zur Tür hinaus, als sie plötzlich einen markerschütternden Schrei von sich gab.
Sofort blickte das ganze Labor auf sie und Nick sowie Cath kamen aus den Büros gestürzt. Sara stand da, hielt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht am Schreibtisch fest und hatte die rechte Hand auf ihren Bauch gelegt. Tränen standen ihr in den Augen. Nein, nicht. Es ist doch noch zu früh. Verdammt tut das weh. Nick hatte als erster die Situation erfasst. Er fasste Sara am Arm, führte sie zu einem Stuhl und gab seine Anweisungen.
„Raph, sie gehen und holen Dr. Grissom, Hodges, sie rufen einen Krankenwagen. Aber bitte vorgestern!"
Beide CSI's stürzten davon.
„Sara, ganz ruhig. Es ist alles in Ordnung. Atme ganz ruhig weiter.", versuchte Cath sie zu beruhigen, obwohl sie selber alles andere als ruhig war. Auf ihrer Stirn hatte sich eine tiefe Sorgenfalte gebildet.
„Es tut so weh, Cath."
„Ich weiß Sara, ich weiß. Ganz ruhig. Wir kriegen das in den Griff. Der Arzt ist unterwegs."
Nick nahm ihre Hand in die seine. Sara nickte nur und warf den Kopf nach hinten während sie vor Schmerzen aufstöhnte.
Raphael Thomson riss derweil die Türe zum Gerichtssaal auf und rannte hinein.
„Was zum Teufel soll das?", fragte ihn der Richter ärgerlich.
„Entschuldigen sie, Sir. Aber CSI Nicholas Stokes schickt mich."
Ohne den Richter weiter zu beachten wandte sich Raphael Thomson nun direkt an Grissom.
„Dr. Grissom, Sir. Bei ihrer Frau haben die Wehen eingesetzt."
In Grissom stieg Panik auf. Er lies alles stehen und liegen, schwang sich über den Tisch der Anklage und spurtete aus dem Saal in Richtung Treppe davon.
Mit viel Schwung riss er die Glastüren zum Labor auf und sah Sara, Cath und Nick auf den Stühlen an der Wand sitzen. Seine Augen blieben auf ihrer eigentlich hellblauen, aber jetzt dunkel gefärbten Jeans haften. Nein. Das darf nicht sein. Das ist viel zu viel Blut. Grissom lief es kalt den Rücken hinunter und er begann zu schwitzen. Er hatte Angst. Angst um Sara und das Baby. Er trat auf die beiden zu und umfasste Saras freie Hand.
„He Darling. Ich bin da. Was ist passiert?"
„Ich weiß nicht. Ich bin aufgestanden, weil ich zur Toilette wollte, und dann war da.....aaaaaahhhh.", Sara verzog erneut schmerzhaft das Gesicht und schrie auf während sie die Hände von Griss und Nick fest drückte.
„Alles okay, Sara." Grissom strich ihr zärtlich eine Haarsträhne hinter das Ohr zurück.
„Das tut so höllisch weh, Griss. Ich kann es gar niemand sagen.", presste sie hervor.
„Ist der Krankenwagen unterwegs, Nick?"
„Das habe ich veranlasst, Griss."
„Sara, was war dann als du zur Toilette wolltest?"
Sara atmete tief ein ehe sie antwortete:
"Dann war da dieser stechende Schmerz. Ich konnte nicht anders, ich musste einfach schreien. Tut mir leid."
Saras Tränen liefen nun endgültig in Strömen über ihre Wangen hinab.
„He, schon gut. Es wird alles in Ordnung kommen, hörst du?"
Grissom blickte an ihr hinunter als er feststellte, dass sich an ihren Füßen eine kleine Lache gebildet hatte. Die Augen von Cath und Nick trafen die seinen und die drei sahen sich mehr als besorgt an.
Okay okay, keine Panik Gil. Behalt wenigstens du die Nerven. Das ist alles halb so schlimm. Mist, das funktioniert nicht. Nein, Sara. Bitte nicht.
„Sara, hey, Specialgirl. Hiergeblieben!", rief er dann laut aus als Saras Kopf zur Seite fiel und sie die Augen geschlossen hatte. Nick war nun auch endgültig alarmiert.
... TBC
