Chapter 62
Grissom verließ mit Cal und Nick das Zimmer, da er zu Dr. Kennedy wollte, um mit ihr über Nessi zu sprechen, wegen der Untersuchung, die anstand. Nessi hatte er auf Wunsch von Sara bei ihr im Zimmer gelassen.
Cal und Nick machten sich auf den Weg nach Hause, denn sie hatten noch einiges vor. Nick musste sich erstmal von dem schönen Schock erholen, dass er Vater wurde! Er konnte es selbst kaum glauben, er freute sich sehr darüber dass er Vater wurde. Er würde einen Sohn/Tochter bekommen und seine Cal heiraten. Das Leben konnte nicht schöner sein….. und Sara geht es auch wieder besser!!
Sara saß auf ihrem Bett und betrachtete das schlafende Baby in ihren Armen. Sie war überwältigt von den Gefühlen zu ihrer Tochter. Langsam bahnten sich die Tränen über ihre Wangen.
„Ich werde dich nie wieder alleine lassen Prinzessin.", sagte Sara mehr zu sich selbst als zu ihrer Tochter.
Vanessa hatte nun ihre Augen weit offen und blickte Sara mit ihren eisblauen Augen an. Sara hob sie hoch und drückte sie sanft an sich. Die Tränen, die für einen Moment versiegt waren, rannten nun erneut ihre Wangen hinab. Die kleinen Händchen von Nessi krallten sich sofort an ihren Haaren fest. Langsam versiegten auch diese Tränen und Sara nahm ihr Töchterchen so, dass sie ihr direkt in die Augen schauen konnte.
„Und du kleine Maus, ärgerst deinen Daddy nicht zu sehr und lässt ihn mal schlafen."
Sara lächelte Vanessa an und die kleine Maus gluckste, als ob sie verstanden hatte was ihre Mommy ihr sagen wollte.
Langsam wurde Nessi unruhig. Sara wiegte sie hin und her, so gut sie es im Bett konnte. Sie verfluchte sich dafür wieder einmal, dass sie in einer Situation war, in der sie abhängig von anderen war. Sie hoffte nur, dass ihr Mann bald wieder kommen würde, denn Nessi fing richtig an zu schreien. Sara legte sie neben sich ins Bett und strich ihr vorsichtig über ihr kleines Köpfchen, zwar hörte sie nicht ganz auf, aber sie wurde ruhiger. Hoffentlich kann ich bald aufstehen und nach Hause, damit ich mich richtig um meine Nessi kümmern kann.
Plötzlich klopfte es leise und zaghaft an der Tür.
„Herein", rief Sara.
„Hallo Sara, störe ich?", Hodges hatte den Raum betreten.
„Hey Hodges, nein du störst nicht. Ganz im Gegenteil, ich freue mich über deinen Besuch.", antwortete Sara wahrheitsgemäß.
„Danke. Wie geht es dir?"
„Geht schon wieder aufwärts. Ich habe gehört, meine Tochter hat dich ins Herz geschlossen.", Sara lächelte Hodges an.
„Ja und ich sie, sie ist wirklich eine ganz süße Maus und auch ein kleines Monster.", grinste er.
Wie auf Kommando begann Nessie wieder zu schreien. Sara nahm sie vom Bett hoch und wiegte sie wiederum in ihren Armen. Sara war erschöpft und sie wäre am liebsten aufgestanden um Nessie umherzutragen, aber sie durfte und konnte auch noch nicht aufstehen. Es waren erst 8 Tage vergangen seit sie aus dem Koma erwacht war.
„Darf ich Sara?", fragte Hodges und hielt seine Hände ihr entgegenstreckt.
„Ja, versuche du dein Glück, ich kann leider noch nicht aufstehen um sie herumzutragen."
Hodges nahm die weinende Vanessa aus Saras Armen und legte sich die kleine in seine Arme.
„Hey Nessi, kleines Monster, erinnerst du dich noch an Onkel Hodges.", begann er sanft und leise zu sprechen.
Dabei wiegte er sie immer wieder in seinen Armen hin und her. Augenblicklich war Vanessa still und schaute ihn mit ihren blauen großen Augen an und gluckste vergnügt auf.
Sara saß in ihrem Bett und beobachtete das Szenario staunend. Hodges hatte angefangen Nessi Einschlaflieder zu singen. Sara musste zugeben, Hodges machte das ausgesprochen gut. Ein Grinsen zeichnete sich auf ihrem Gesicht ab, als sie Nessi bald darauf friedlich schlummernd auf Hodges Armen sah.
„Hodges du hast echt ein sehr gutes Gespür für kleine Babys, ich bin mir sicher du kannst sehr gut mit Kindern umgehen.", sagte sie und grinste ihn an.
„Ja, ich habe schon immer ein Händchen dafür gehabt, hat mir meine Schwester immer gesagt, als ich ihre Kinder zum Babysitten hatte. Ich habe eben auch andere Talente als nur die Arbeit!", sagte er stolz.
„Die haben sie wirklich, daran habe ich nie gezweifelt.", antwortete Grissom hinter ihm.
Er war unbemerkt von Hodges, der mit dem Rücken zur Tür stand, hereingekommen. Sara hatte ihm ein Zeichen gegeben, er solle ruhig sein, als Hodges gesprochen hatte.
„Oh hallo Grissom, habe sie gar nicht hereinkommen hören.", sagte Hodges.
"Wie ich sehe, haben sie wieder mal Nessi beruhigen können.", er grinste Hodges an.
„Ja, ich scheine eine ganz gute Wirkung auf ihre Tochter zu haben.", sagte nun Hodges und grinste breit.
„Die Frage ist nur wer hier die Wirkung auf wen hat. Nessie auf Hodges oder Hodges auf Nessi.", lachte Sara.
Jetzt begannen alle 3 im Zimmer zu lachen. Aber Baby Grissom schien das nicht zu stören, sie schlief ruhig und friedlich in Hodges Armen weiter.
Die drei unterhielten sich noch eine Weile über Hodges Kindererfahrungen, bis Sara langsam müde wurde und immer wieder mal die Augen schloss.
Hodges, der das Wort taktvoll wohl nicht kannte, redete immer wieder auf Sara ein, die halb abwesend nickte. Sie sah Grissom bittend an, er solle doch etwas unternehmen, deutete ihr Blick. Grissom hatte aber auch so verstanden, dass seine Frau Ruhe brauchte.
„Ich glaube ich sollte Vanessa jetzt mal wieder in ihren Maxicosi legen, damit wir nach Hause gehen können. Sara braucht ein wenig ihre Ruhe.", sagte Grissom und nahm Hodges die schlafende Vanessa ab und legte sie in den Maxicosi.
Er zog ihr Jäckchen und Mütze an, auch dabei rührte sich Nessi nicht. Als Grissom sie festgurtete schaute sie ihn kurz mit ihren großen blauen Augen an, um aber sofort wieder die Selbigen zu schließen und weiter zu schlummern.
Hodges unterdessen erzählte Sara Geschichten von seinen Neffen und Nichten. Sara wollte und konnte nicht mehr zu hören, ihre Augen konnte sie kaum noch offen halten. Aber Hodges schien es nicht zu bemerken. Nach einigen weiteren Minuten wurde es Sara zu bunt, sie hatte nur noch einen Wunsch, nämlich endlich zu schlafen.
„Hodges, bitte, ich glaube ich sollte jetzt schlafen.", sagte sie und versuchte dabei zu lächeln.
Doch Hodges war so in seinem Erzählen, dass er Sara nicht hörte. Also, dachte Sara, muss sie lauter und deutlicher werden. Grissom, der noch mit Nessi beschäftigt war, wollte gerade etwas sagen, als Sara mit lauter Stimme fast schrie.
„Hodges, schön dass du hier warst, aber ich will jetzt schlafen und du solltest gehen!"
Er schaute Sara entgeistert an. Sie hatte es in einem Ton gesagt, den selbst ihren Mann hatte aufsehen lassen. Sie muss wohl sehr müde und wütend sein, sonst würde sie nicht so reden, dachte Grissom sich.
„Ähm ja Sara, Grissom, schönen Tag noch, bis später!", sagte Hodges, als er seine Worte wieder gefunden hatte.
Als er draußen war ging Grissom zum Bett seiner Frau, setzte sich noch mal zu ihr und nahm ihre Hand. Tränen liefen ihr den Wangen runter.
„Hey Darling, was ist los? Hat dich Hodges so sehr genervt?"
„Ja und nein, ich bin so müde und mit tut noch alles weh. Er wollte einfach nicht gehen, das war einfach zu viel für mich."
Grissom setzte sich auf die Bettkante und nahm Sara zärtlich in seine Arme.
„Honey, ich will hier raus, ich will nach Hause zu dir und Nessi. Ich fühle mich so elend. Ich kann nichts machen. Ich schaffe es nicht einmal Nessi zu beruhigen, wenn sie schreit."
Das Schluchzen von Sara verstärkte sich. Sie war am Ende mit ihren Kräften, die 2 Monate im Koma, hatten ihr ganz schön zugesetzt und dazu kam noch, dass sie sich nicht um ihre Tochter kümmern konnte, weil sie noch nicht aufstehen konnte. Grissom hielt die weinende Sara in seinen Armen und strich ihr sanft über die Haare.
„Hey Specialgirl, das wird wieder, in ein paar Wochen bist du wieder zu Hause, und dann werden wir eine richtige Familie, wie du dir das vorstellst."
„In ein paar Wochen, ich will jetzt hier raus und will endlich wieder aufstehen und mich um meine Tochter kümmern, ich bin ihre Mutter!"
„Ich weiß, Sara, aber du musst dich eben gedulden. Ich habe das mit Nessi ganz gut im Griff und du siehst ja wie sie auf dich reagiert, wenn wir hier sind. Sie weiß, dass du ihre Mommy bist. Mach dir nicht so viele Gedanken."
„Weißt du, als ich im Labor diese Schmerzen hatte, habe ich gebetet, dass sie Vanessa am Leben erhalten und wenn sie sich entscheiden müssen, dass sie sich für sie entscheiden!"
Sara sah Grissom nun direkt an, sie hatte immer noch oder schon wieder Tränen in den Augen, er konnte es nicht zuordnen. Auch Gil hatte glasige Augen, aber schluckte um seine Tränen nicht laufen zu lassen. Er musste jetzt für Sara da sein. Das was sie gesagt hatte, war für ihn ein Schock, oder viel mehr, das was er nie gewagt hatte auszusprechen, als sie die 2 Monate im Koma lag. Er wollte nicht entscheiden zwischen Sara und Vanessa. Er konnte gar nicht.
„Sara hör' mir zu, es ist alles gut gegangen und ihr beide, du und Vanessa lebt. Nessi ist gesund und munter und du wirst es in einigen Wochen auch wieder sein. Ich liebe dich mein Specialgirl und möchte dich nie verlieren! Wir schaffen das schon, erinnere dich an deine eigene Worte, als ich dir mein Traum erzählt habe, ich wiederhole sie nur!"
Grissom hatte seine Frau vorsichtig an sich ran gezogen und gab ihr einen langen zärtlichen und sanften Kuss. Sara erwiderte den Kuss mit ganzer Liebe! Sie war froh, dass ihr Mann bei ihr war. Sie klammerte sich regelrecht an ihn. Als sie sich voneinander gelöst hatten, hatte Sara ein Lächeln auf den Lippen.
„So, gefällt mir das schon besser Darling. Ich liebe es wenn du lächelst.", Grissom grinste sie ebenfalls an.
„Danke Honey, ich liebe dich auch! Ich werde jetzt ein wenig schlafen.", gähnte Sara.
„Schlaf gut Darling, ich komme später wieder mit Nessi!", sagte Grissom und gab Sara noch einen letzten leidenschaftlichen Kuss.
Er nahm den Maxicosi mit der schlafenden Nessi und stellte ihn noch mal kurz aufs Bett, so dass sich Sara von ihr verabschieden konnte. Sara küsste ihre Tochter zum Abschied auf die Stirn und lies sich mit einem leichten Seufzen zurück ins Bett gleiten. Grissom küsste Sara noch mal auf die Stirn und strich ihr liebevoll über den Kopf, bevor er sich umdrehte und das Zimmer verließ.
Zu Hause angekommen, legte er die immer noch schlafende Nessi ich ihr Bettchen. Grissom war gerade dabei ins Arbeitszimmer zu gehen, als es an der Tür läutete.
Grissom, dachte sich schon, dass es Sam sein musste, sie wollte wieder auf Vanessa aufpassen, während er zur Schicht musste.
„Hey Sam, schön dass du da bist, Nessi schläft noch, sie ist oben in ihrem Bett."
„Hey Gil, wie geht es Sara? Ich werde sie später mit Nessi mal besuchen gehen. Soll dir von Horatio sagen, du sollst mal bei ihm vorbeikommen, wenn du im Lab bist.", Sam sah Grissom grinsend an.
„Oh sag mir nicht, wir haben schon wieder so einen Fall zusammen, der uns den letzten Nerv kostet.", sagte Grissom etwas zerknirscht.
„Nein, er hat nur eine Frage an dich, wegen des Falles, ich konnte ihm da nicht viel weiterhelfen, es geht wohl um ein paar Insekten, die du analysieren sollst."
Sam schlängelte sich an ihm vorbei und ging geradewegs nach oben zur schlafenden Vanessa. Sanft strich sie ihr über ihren Kopf. Vanessa schlief tief und fest weiter.
„Die Milch für Nessi steht im Kühlschrank, Sara hat sie mir mitgegeben. Ach und wegen deiner Frage, Sara geht es den Umständen entsprechend gut, aber du kennst sie ja, sie will unbedingt nach Hause."
„Na ja ich wäre auch nicht anders, wenn ich so lange im Krankenhaus liegen würde und mein Kind kaum sehen könnte. Ich werde später auf jeden Fall mit Nessi zu ihr gehen."
„Mach das Sam, ich bin dann mal weg, bis morgen früh!"
Als Grissom sein Büro betrat klingelte auch schon sein Telefon.
„Grissom"
„Mr. Grissom hier ist Luka Dacanti, Nick Stokes hat mich versucht zu erreichen, schon vor Monaten. Aber ich war auf Undercover-Einsatz, bin erst vor ein paar Stunden davon zurück. Tut mir leid, wenn ich sie mitten in der Nacht störe, aber Mr. Stokes hatte sich sehr dringend angehört. Ist mit Sara alles in Ordnung?", er hatte gesprochen, ohne viel Luft zu holen.
„Erst einmal, haben wir in Las Vegas, gerade mal fünf Uhr Nachmittag, ich glaube sie sind mit ihrer Zeitrechnung etwas durcheinander Agent Dacanti. Und Sara geht es inzwischen wieder besser."
„Was heißt wieder besser? Was ist passiert? Hören sie Mr. Grissom, Sara ist eine Freundin und ich will nur wissen was mit ihr ist. Ich habe nicht die Absicht ihnen Sara abspenstig zu machen, auch wenn ich wollte, ginge das nicht, denn Sara würde das nie zulassen. Und bitte sagen sie mir jetzt was mit Sara los ist.", Luka war inzwischen sehr ärgerlich geworden.
„Ok Special Agent, Sara hat vor 2 Monaten unsere Tochter Vanessa zur Welt gebracht, und dabei viel Blut verloren, dabei ist sie ins Koma gefallen und erst seit 8 Tagen wieder bei Bewusstsein, aber es geht ihr noch nicht so gut. Sie macht sich schreckliche Vorwürfe, dass sie nicht für Vanessa da sein kann."
„Als erstes bitte nennen sie mich Luka, Special Agent bin ich nur während der Arbeit. Wie geht es ihrer Tochter Vanessa? Ist mit ihr alles ok? Ist sie gesund?", Luka war entsetzt über das was er hörte.
„Vanessa geht es gut, sie ist inzwischen zu Hause. Sie ist ….., ach wissen sie was, kommen sie einfach nach Vegas. Sara, glaube ich, wird sich sehr freuen, wenn sie kommen. Natürlich nur, wenn sie können. Sie können gerne bei uns im Gästezimmer wohnen, solange sie in Vegas bleiben.", Grissom war über seinen eigenen Schatten gesprungen, Sara zuliebe.
Er wollte, dass Sara wieder neuen Mut bekam. Es war ihm irgendwie nicht möglich Sara aufzumuntern. Er hoffte auf die Unterstützung von Luka dabei. Nick war zurzeit sehr eingespannt, sie hatten einige Fälle zu lösen. Und da er auch noch Vater wurde, konnte und wollte er Nick nicht darum bitten mit Sara zu reden. Vielleicht konnte ja Luka etwas erreichen, schließlich war er neben Nick und Greg ein guter Freund von ihr.
„Gut Mr. Grissom, ich komme mit dem nächsten Flug nach Amerika."
Als Luka aufgelegt hatte, fühlte sich Grissom etwas besser, er hoffte, Luka würde Sara ein wenig aufmuntern können.
Die Fahrstuhltüren gingen auf und Dr. Melinda Kennedy stieß mit einem großen dunkelhaarigen Mann zusammen. Die Patientenakten, die sie in der Hand hielt fielen bei dem kleinen Schock zu Boden.
„Oh entschuldigen sie Mrs…..", begann der Mann.
„Ms. Dr. Kennedy.", unterbrach sie ihn.
Der Mann nickte ihr zu und half ihr die Patientenakten aufzuheben.
„Können sie mir sagen, wo ich Mrs. Sara Grissom finde?"
„Ja, sie liegt am Ende des Ganges, Zimmer 410.", sagte sie und verschwand im Aufzug.
Der Mann hatte seinen Eindruck bei ihr hinterlassen. Irgendwas hatte er an sich, dass sie faszinierte!
Luka hatte ungläubig der Frau hinterher gestarrt, als sie in den Aufzug ging. Sie hatte ihn in ihren Bann gezogen, diese unglaublich braunen Augen strahlten etwas Magisches auf ihn aus.
Er schüttelte den Kopf. Luka Dacanti, vergiss es, so wie sie aussieht ist sie sicher schon längst in festen Händen. Außerdem wäre eine Beziehung mit deinem Job nicht zu vereinbaren, dachte er, aber starrte immer noch auf den geschlossenen Aufzug.
Der einzige Grund, warum er Sara damals nicht hatte umstimmen wollen, als sie ihm einen Korb gegeben hatte, war dass sein Job zu gefährlich war, außerdem war er ständig unterwegs auf Undercover Einsätzen, das war der Killer in jeder Beziehung. Aber wenn er jetzt mitbekam wie glücklich Sara war, wusste er, er hätte niemals gegen ihren Mann konkurrieren können.
Endlich schaffte er es, sich aus seiner Erstarrung zu lösen und seinen Weg zum Zimmer von Sara fortzusetzen. Er fand das Zimmer gleich. Als er anklopfte, rief eine Stimme „Herein". Luka betrat das Krankenzimmer und erschrak, als er Sara blass und erschöpft im Bett liegen sah. Er nickte den beiden Personen, die im Zimmer waren kurz zu und ging an Saras Bett und nahm ihre Hand.
Saras Augen strahlten, als sie Luka erkannte. Aber Luka erkannte, dass sie schweres durchgemacht haben musste oder noch immer machte, denn das Strahlen verbarg nicht die Traurigkeit in ihren Augen.
„Luka, wie schön, dass du da bist.", Sara lächelte ihn leicht an.
„Sara, wie geht es dir? Du machst mir ja Sachen.", Luka sah sie forsch, aber auch lächelnd an.
„Mir geht es noch nicht so gut. Entschuldige bitte, ich kann noch nicht aufstehen und dich zu begrüßen.", gab sie traurig zurück.
Luka beugte sich zu ihr hinab und küsste sie auf die Wange. Sara schlang die Arme um seinen Hals und drückte ihn, als würde sie ertrinken.
Als Sara sich von Luka wieder gelöst hatte, ging er auf die anderen beiden zu und begrüßte sie.
„Ms. Procter, soweit ich mich erinnern kann.", sagte er streckte ihr die Hand entgegen und lächelte sie an.
„Ja, richtig, aber nennen sie mich ruhig Reena", Reena himmelte Luka fast an, mit ihrem Lächeln.
„Hallo Mr. Sanders, wie geht es ihnen?", Luka war inzwischen auf Greg zugegangen, dem nicht verborgen blieb, wie Reena Luka immer noch anhimmelte.
„Danke, Special Agent Dacanti, mit geht es gut.", sagte er etwas zynisch.
Reena und Greg, hatten Sara das erste Mal besucht, seit sie wieder bei Bewusstsein war. Es hatte Reena sehr mitgenommen, wie schrecklich Sara aussah. Auch Greg machte sich Sorgen, nicht nur um Sara, er hatte auch bemerkt, dass Reena den Tränen nahe war.
„Sara, ich denke wir verabschieden uns dann mal, wir kommen Morgen wieder, bitte gib Nessi einen Kuss von uns und knuddel sie mal.", begann Greg die kleine Stille zu durchbrechen.
Greg und Reena, wussten, dass Sara und Luka jetzt Zeit für sich alleine wollten und sie verstanden es, sich taktvoll zu verabschieden.
Als die beiden vor dem Krankenhaus waren, setzte sich Reena gedankenverloren an den Springbrunnen, der vor dem Haupteingang war. Der Besuch bei Sara hatte bei ihr alte Erinnerungen wachgerufen. Vor fast 11 Jahren, hatte sie eine Affäre mit Sasha gehabt und wurde schwanger. In der 27. Schwangerschaftswoche, brachte sie ihr kleines Mädchen tot zur Welt. Für sie und Sasha war es ein schwerer Schicksalsschlag gewesen. Sie hatte sich damals sofort entschlossen, als sie erfuhr, dass sie schwanger war, das Kind zu bekommen, es war weder für sie noch für Sasha eine Frage gewesen. Es zerrte immer noch an ihr. Außer Sasha und Sara kannte niemand die Wahrheit. Beim CSI in San Francisco, hatte sie damals offiziell einen Zusammenbruch erlitten, der sie mehrere Wochen außer Dienst setzte. Es war das Schlimmste, was sie je in ihrem Leben durchgemacht hatte, ihre kleine Marie, sah so friedlich aus, als sie auf die Welt kam. Nie hatte sie den Anblick ihres toten Babys vergessen. Auch 11 Jahre danach nicht!
Durch Sara war alles wieder in ihr hervorgekommen, sie saß nun an dem Springbrunnen wie ein Häufchen Elend. Sie würde gerne Greg alles erzählen, doch hatte sie Angst vor seiner Reaktion. Das mit Sasha war schon längst vorbei, ihre Beziehung hatte dem nicht Stand gehalten und war daraufhin bald zerbrochen. Doch hatte sie alles längst mit Sasha geklärt, sie waren nur noch gute Freunde und Kollegen, auch war sie froh, dass er mit nach Las Vegas gekommen war.
Reena saß nun am Brunnen und ihr rannen die Tränen nur so übers Gesicht. Greg war besorgt, er wusste nicht was mit ihr war. Stumm und ohne etwas zu sagen, nahm er sie in den Arm. Er wollte jetzt keine Fragen stellen, er wollte nur für sie da sein. Er vermutete, dass es etwas war, worüber sie im Moment nicht sprechen konnte und wollte.
„Greg, es tut mir leid….", begann sie schluchzend.
„Ist schon gut Engel, du musst nichts sagen, wenn du nicht willst."
Reena war dankbar, dass Greg keine Fragen stellte, und sie einfach nur festhielt.
„Danke, Greg, bitte halte mich einfach nur fest!", sagte sie.
Reena konnte ihr Weinen nicht mehr stoppen und sie saßen einfach nur da und Greg hielt sie fest.
„Engel, lass uns gehen. Du kommst jetzt erstmal mit mir nach Hause, dann trinken wir einen Kaffee und du beruhigst dich wieder.", sagte Greg nach einer Weile.
Greg nahm Reena, nachdem sie aufgestanden hatten wieder in den Arm und führte, die immer noch weinende Reena zum Auto und sie fuhren zu Greg nach Hause.
