Chapter 64
Luka und Sam machten sich auf den Weg in die Cafeteria. Auf dem Weg dorthin begegneten sie Mel.
„Hallo Luka, so sieht man sich wieder!", Dr. Kennedy lächelte Luka an.
„Ähm … ha … ha.. hallo Mel.", entgegnete Luka und wurde sogar rot dabei.
Sam konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Gegenüber ihr war er wie der große Macho aufgetreten und jetzt stand er da, wie ein kleiner, schüchterner Schuljunge.
Beide waren in kurzer Zeit in ein Gespräch über die kleine Nessi vertieft, und himmelten sich gegenseitig an.
Sam stand daneben und beobachtete die Beiden, sie waren völlig miteinander beschäftigt, dass sie Sam nicht mehr bemerkten.
„Ich will euch ja nur ungern unterbrechen, aber Luka wollten wir nicht einen Kaffee trinken gehen?", Sam holte damit beide wieder zurück auf den Boden der Tatsachen.
„Oh ja, sicher, Sam."
„Einen schönen Tag noch Luka, war nett sich noch mal zu treffen.", verabschiedete sich Mel.
„Danke, das wünsche ich dir auch Mel.", sagte er und lächelte sie an.
Als sie ihren Weg in die Cafeteria fortsetzten und endlich mit Kaffee in einer Ecke saßen, grinste Sam ihn breit an.
„Was grinst du so? Habe ich irgendetwas im Gesicht?", Luka wischte sich verwirrt mit der Hand im Gesicht umher.
„Nein, du hast nichts im Gesicht. Sag mal, du willst doch was von Dr. Kennedy, oder täusche ich mich da?"
„Wie kommst du darauf, natürlich nicht.", entgegnete er etwas zu schnell und entrüstet.
„Ach so, dann hast du sie wohl beim ersten Treffen, auf die gleiche charmante Art begrüßt wie mich.", Sam grinste ihn immer noch an.
„Jetzt grins nicht so. Mel ist schließlich Saras Ärztin und ich habe mich nur mit ihr unterhalten.", er zuckte verteidigend mit den Schultern.
„Na dann, das ist natürlich was völlig anderes.", Sam musste sich beherrschen, um nicht laut loszulachen.
Das Luka in Mel verliebt war und umgekehrt, sah selbst ein Blinder mit Krückstock.
Sara saß in ihrem Bett, sie hatte sich das T-Shirt ausgezogen und an ihrem Still-BH, den einen Träger aufgeknöpft, sodass Nessi an ihre Brust kam, um zu trinken.
Sie beobachtete ihre Tochter mit einem stolzen Lächeln. Sie lehnte sich vorsichtig zurück an das aufgestellte Kopfteil ihres Bettes. Sie fühlte sich schon viel besser nach dem Gespräch mit Luka. Sie hatte beschlossen sich durchzubeißen, ihrer Tochter zu liebe und sie wollte auch Grissom damit überraschen. Es tat ihr leid, dass er so viel Stress hatte. Er musste sich alleine um Vanessa kümmern und nebenbei noch arbeiten. Und das alles nur, weil sie ins Koma gefallen war während der Geburt. Nein, Sara, du hörst jetzt auf, dir Selbstvorwürfe zu machen, reiß dich zusammen und arbeite dran, dass du bald wieder deine kleine Familie unterstützen kannst! Sie war völlig in Gedanken und zuckte zusammen, als Nessi ihr ein wenig fester in die Brust kniff.
„Hey Prinzessin, du hast wohl noch Hunger?", sprach sie zu ihrer Tochter.
Sie löste Nessi vorsichtig von ihrer Brust und knöpfte ihren BH wieder zu und löste den anderen Träger am selbigen und legte sie an die andere Brust. Und wie sollte es auch nicht anders sein, die kleine Maus fing sofort wieder an, gierig zu trinken.
Als sie fertig war, nahm Sara sie hoch und legte sie an ihre Schulter, sodass Vanessa aufstoßen konnte. Was daraufhin auch gleich erfolgte. Sie ließ ihr Kopfteil wieder etwas runter und kaum hatte sie Vanessa neben sich gelegt und sanft zugedeckt, war sie schon eingeschlafen. Sara musste lächeln, sie war ihr wirklich ähnlich, sie wusste aus Erzählungen ihrer Familie, dass sie immer schon sehr hungrig gewesen war und nicht wenig gegessen hatte. Sara verbannte sofort wieder die Gedanken an ihre Familie. Sie war jetzt glücklich, wie es jetzt war, sie hatte ihre eigene Familie und mehr brauchte sie nicht.
Sie beugte sich zu Nessi runter und küsste sie vorsichtig und sanft auf die kleine Wange. Eine Welle der Zuneigung und Wärme durchflutete sie. Sie legte sich ebenfalls neben sie und legte den Arm um ihre kleine Tochter, gemeinsam machten Grissoms Ladys ein Nickerchen, bis Sara durch eine Berührung geweckt wurde.
Sie blinzelte etwas und sah direkt in ein paar eisblaue Augen, die sie anstrahlten.
„Hey Specialgirl, wie geht es dir?", fragte Grissom.
„Hey Honey, du bist hier? Musst du nicht im Labor sein?", fragte Sara erstaunt.
„Ich hatte einen Fall, der mich ins Krankenhaus geführt hat, ich dachte ich schaue mal kurz bei meinem beiden Ladys vorbei.", sagte er und grinste Sara an.
„Das ist schön, Honey, ich habe dich vermisst.", sagte Sara und zog ihren Mann an sich ran und küsste ihn zärtlich.
Als sie keine Luft mehr bekamen, lösten sich beide voneinander und Grissom setzte sich vorsichtig zu Sara an die Bettkante und nahm sie in den Arm. Er betrachtete die schlafende Nessi.
„Hat sie wieder viel Ärger gemacht, oder war unser kleines Monster mal zahm?"
„Nein, wir hatten mal ausnahmsweise eine ganz brave Tochter. Sie hat mal wieder gut getrunken und dann ist sie eigentlich sofort eingeschlafen.", schmunzelte Sara.
„Na ja, dass sie gut trinkt, ist mir nicht neu, sie trinkt zu Hause fast die doppelte Portion. Wenn sie weitermacht, holt sie die Wochen, die sie zu früh kam, innerhalb eines Jahres auf.", Grissom musste nun auch lachen.
„Ich habe dich auch vermisst Specialgirl, aber jetzt sag mir bitte, wie es dir geht.", begann Grissom erneut.
„Es geht schon, dank Luka, er hat mich ein wenig zurechtgestutzt.", lachte Sara.
„Wo sind eigentlich Luka und Sam?"
„Sie sind in der Cafeteria, sie wollten mir beim Stillen, ein wenig Ruhe mit Nessi gönnen.", sagte Sara.
„Darling ich bin so froh, wenn ich dich auch endlich wieder bei mir zu Hause habe. Ich vermisse dich so schrecklich. Ohne dich einzuschlafen, ist schwer. Aber wenigstens weiß ich jetzt, dass du wieder auf die Beine kommst.", sagte Grissom etwas nachdenklich.
„Gil, ich bin auch sehr froh, wenn ich endlich wieder zu Hause bin. Endlich wieder neben dir schlafen und mich endlich richtig um Nessi kümmern und dich entlasten. Es tut mir leid, dass du soviel Stress hast."
„Darling, den Stress nehme ich gerne auf mich, du weißt, in meinem Leben gab es vor Dir und Vanessa fast nur solche Tage. Ich bin froh, dass sich das geändert hat, aber jetzt ist es anders, es ist zwar anstrengend, gerade wenn Nessi nicht schlafen will, aber es ist auch schön, wenn ich sie so betrachten kann und wenn ich hier bei dir bin und dich in meinen Armen habe und mit dir reden kann."
Er zog Sara noch ein wenig an sich ran und küsste sie, sodass ihr fast die Luft wegblieb. Dieser Kuss regte in Sara Gefühle, die sie, seit Nessi auf der Welt war, nicht mehr hatte. Sie presste sich enger an Grissom und auch sie spürte in dem Kuss, dass er die gleichen Gefühle hatte wie sie.
„Ich liebe dich Sara.", sagte er, als er wieder Luft holen konnte.
„Ich dich auch Gil, und ich bin glücklich!", sagte Sara und lächelte ihren Mann an.
Grissom durchflutete eine Welle des Glücks. Dieses Lächeln an ihr hatte er so sehr vermisst! Die zwei Monate waren schrecklich gewesen, umso glücklicher waren beide jetzt, dass alles wieder aufwärtsging.
Als Grissom vorhin das Zimmer von Sara betreten hatte, hatte er seine Frau und seine Tochter schlafend vorgefunden. Er hatte beide eine Weile voller Stolz und Liebe beobachtet, bis er nicht anders konnte und seine Frau weckte, er wollte ihr sagen, wie glücklich er war.
„Darling, ich bin auch sehr, sehr glücklich!"
Jetzt war auch Nessi wach geworden, sie lag auf dem Rücken und hatte ihre Augen aufgerissen und gluckste vergnügt vor sich hin, als Grissom sie am Bauch kitzelte. Sie strampelte mit ihren kleinen Beinchen und ruderte mit ihren Ärmchen umher, als nun Sara sich zu ihr beugte und ihr einen kleinen Kuss gab.
Grissom ging auf die andere Bettseite, um mit Nessi rumzualbern. Er prustete ihr immer wieder auf den Bauch, das Nessi vor Vergnügen aufjuchzen lies. Sara sah den Beiden mit einem Lächeln zu und schloss noch mal für einen Moment die Augen.
„Soll ich Nessi mitnehmen und Sam und Luka suchen gehen.", fragte Grissom etwas besorgt.
„Nein Honey, lass Nessi nur bei mir, schlafen kann ich später immer noch. Ich genieße es nur gerade euch beide rumalbern zu sehen."
„Bald bist du wieder zu Hause Specialgirl, dann holen wir alles nach. Dann siehst du mal, wie gerne Nessi badet.", Grissom musste grinsen, er erinnerte sich an das Badvergnügen, als Warrick und er versucht hatten Nessi zu beruhigen.
Grissom erzählte Sara von dem Erlebnis mit Warrick und Nessi in der Wanne. Sara konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Zu gerne hätte sie Warrick dabei gesehen.
„Sara komm schon, du schaffst das, du willst in ein paar Tagen Grissom entgegenlaufen.", Luka und Sara waren mal wieder, wie in den letzten 2 Wochen so oft, im Physio-Raum und sie versuchte, ohne Hilfe zu gehen.
„Oh man Luka, ich schaffe das nicht mehr, ich bin völlig fertig, die letzten Wochen waren verdammt anstrengend.", Sara keuchte, als hätte sie gerade einen Marathonlauf hinter sich.
„Jetzt reiß dich mal zusammen, noch ein paar Schritte, dann hast du es geschafft!", Luka versuchte ihr gut zuzureden.
Sara nahm all ihre Kraft zusammen und setzte einen Fuß neben den anderen, es ging schon recht gut das Laufen, aber weite Strecken waren noch recht schwierig für sie. Als sie endlich bei Luka ankam, lies sie sich kraftlos in seine Arme sinken.
„Na also Kleine, du hast es geschafft! Es wird immer besser, wenn du hier rauskommst, kannst du ohne Rollstuhl das Krankenhaus verlassen."
„So schlimm war es nicht Mal, nachdem ich niedergestochen wurde. Da war ich nach 3 Wochen wieder fit.", sagte Sara etwas zerknirscht.
„Du warst ja auch keine 2 Monate im Koma gelegen und hast so viel Blut verloren wie bei der Geburt von Vanessa."
„Ja du hast ja recht, aber ich wünschte, es würde schneller gehen, dass ich wieder in Form bin, ich will ja schließlich in ein paar Monaten wieder arbeiten gehen."
„Jetzt mach mal einen Punkt Sara, bis du wieder arbeiten gehst, wird es Juli und jetzt haben wir April, also du hast noch genug Zeit um dich in Form zu bringen. Komme hier erst einmal auf die Beine und lass es langsam angehen. Du sollst dich nicht übernehmen, sonst bringt mich dein Mann um.", Luka grinste sie an.
„Nein, ich übernehme mich nicht, ich pass schon auf."
„Ja ist klar Sara, genauso wie du unbedingt beim Carter Fall dich zurückhalten wolltest und dann hast du ihn gestellt.", Luka konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
„Omg… komm lass uns zurück ins Zimmer gehen, Grissom wird sicher gleich auftauchen und sich dann wundern, wo ich bin.", sagte sie, zog sich an Luka hoch und stand auf.
Sie wollte gerade loslaufen, als Luka sie festhielt.
„Nix da Miss Sidle, in den Rollstuhl mit ihnen!", sagte Luka und grinste frech.
„Also erstens heiße ich seit über einem halben Jahr Sara Grissom und zweitens, ich laufe in mein Zimmer zurück.", sagte sie und reckte kess ihr Kinn in die Höhe.
„Ok, aber wenn es nicht mehr geht, dann setzt du dich bitte in den Rollstuhl."
„Ja ist ok, mache ich Mr. Dacanti.", lachte sie.
Sara schaffte es tatsächlich, den ganzen Weg zurück in ihr Zimmer zu gehen. Sie verabschiedete sich von Luka und lehnte sich erschöpft aber glücklich in ihrem Bett zurück.
Sie hatte vergessen, dass sie ja noch duschen wollte, bevor Grissom kam. Sie hoffte, sie schaffte es noch, bevor er kam, denn sie hatte ihm von ihren Fortschritten nichts erzählt. Er kam in letzter Zeit selten ins Krankenhaus, wenn Sara Glück hatte, alle 2-3 Tage. Es hatte wieder viele Doppelschichten zu machen. Sara war traurig, denn auch heute wusste sie nicht, ob er vorbeikam. Wie oft in den letzten 2 Wochen hatte er kurz vorher angerufen, dass er es nicht schaffe. Sie war froh, dass Sam sich so um Nessi kümmerte, so gelang es ihr wenigstens ihre Tochter zu sehen. Sara litt fürchterlich darunter, dass sie ihren Mann so selten sah. Aber ihr war auch klar, dass es eben ihr Beruf mit sich brachte. Sie setzte sich in den Rollstuhl und fuhr zum Bad, das dafür ausgebaut war, dass man den Rollstuhl direkt neben der Dusche abstellen konnte.
Als sie sich geduscht hatte und sich angezogen hatte, saß sie mit einem Buch auf ihrem Bett und las. Sie schaute immer wieder auf die Uhr und war nervös. Sie hatte Sehnsucht nach Grissom. Manchmal wünschte sie, er würde ein klein wenig kürzertreten. Es waren schon wieder 4 Tage vergangen, seit sie ihn das letzte Mal gesehen hatte. Sie sah Luka mehr als ihren Mann, das machte ihre Stimmung nicht gerade besser, wenn sie daran dachte. Sie sah auf die Uhr, es war inzwischen 21Uhr, sie nahm den Telefonhörer und rief bei Sam an um sich zu vergewissern, dass mit Nessi alles klarging. Sam konnte sie beruhigen. Nessi schlief satt und zufrieden seit 2 Stunden schon.
Sara wurde langsam müde, sie stellte ihr Kopfteil runter und schaltete das Licht aus. Die Hoffnung, dass Grissom heute noch kommen würde, erstarb in ihr. Sie schluckte ihre Tränen runter. Sie vermisste ihn schrecklich. Warum hatte er nicht angerufen und gesagt, dass er nicht kommen würde. Sara ertappte sich bei den Gedanken, ob es Grissom zu viel wurde, dass sie immer noch im Krankenhaus lag. Sie nahm sich vor am nächsten Tag noch mehr daran zu arbeiten, dass sie wieder fit wurde. Traurig und doch mit Tränen auf der Wange schlief sie ein. Sie hatte das erste Mal seit der Hochzeit wieder Alpträume.
Daher merkte sie nicht, wie die Tür aufging und jemand an ihr Bett trat. Die Person betrachtete sie kurz und lächelte, bis sie merkte, dass Sara wohl schlecht träumte. Sanft rüttelte sie sie an der Schulter, doch Sara wachte nicht auf. Der Alptraum schien sich zu verschlimmern.
„Hey Sara, aufwachen!", sagte die Person.
Doch Sara wachte nicht auf, im Gegenteil, sie wand sich immer mehr im Bett unter den Alpträumen. Die Person machte sich Vorwürfe, Sara alleine gelassen zu haben. Sie setzte sich neben Sara und hielt ihre Hand, sanft strich sie mit der Hand über ihren Kopf und versuchte immer wieder auf sie einzureden, doch Sara wachte nicht auf. Nach einer Weile war der Alptraum wohl vorbei. Die Person beschloss Sara schlafen zu lassen, sie sah wieder schlimm aus. Schlimmer, als sie sie in Erinnerung hatte. Die Person legte sich zu ihr, hatte aber ihre Hand noch immer und strich ihr sanft mit dem Daumen über ihren Handrücken. Ihr Handrücken war übersäht mit Narben von den Infusionen, genauso wie ihr restlicher Arm, fiel der Person nach näherem Betrachten auf. Es durchzuckte sie ein Schmerz, als sie sich an die letzten 2 Monate erinnerte. Sie war froh, dass Sara lebte, auch wenn sie womöglich noch lange brauchte, bis sie wieder auf die Beine kam.
Die Person war ebenfalls sehr müde und entschloss sich, wieder zu gehen und erst einmal zu schlafen und morgen wieder zu kommen. So wie Sara aussah, brauchte sie ihren Schlaf. Ein letzter Blick auf die schlafende Sara und dann drehte sie sich um und ging wieder.
Greg war in seinem Appartement und grübelte über Sara, warum waren sie nie zusammengekommen. Ok, Sara war seine Mentorin und auch zugleich beste Freundin, und er war zwar in sie verliebt, aber auch nur am Anfang, irgendwann hatte er eingesehen, dass sie und Grissom zusammengehören. Er verfluchte immer wieder Grissom dafür, dass er über Jahre hinweg Sara so verletzte, aber Sara gab nicht auf, für sie war es der Mann, den sie liebte und wollte. Genauso ging es ihm mit Reena, er würde warten und wenn es noch so schwer war. Der einzige Trost war, dass sie sich nicht häufig über den Weg liefen, da Reena andere Schichten hatte wie er.
Es klopfte an seiner Tür. Er wunderte sich, wer jetzt noch so spät ihn aufsuchte, insgeheim hoffte er, es wäre Reena. Aber es war nur Nick.
„Hey Nick, was verschafft mir die Ehre zu später Stunde?", fragte Greg erstaunt.
„Cal!", sagte Nick nur und rollte die Augen.
„Komm erst mal rein, dann kannst du mir alles erzählen.", sagte Greg mit einem Grinsen im Gesicht.
„Hast du was zu trinken für mich?", fragte Nick, als er bei Greg auf der Couch saß.
„Ja sicher, Wasser, Cola, Bier…."
„Ich brauch was Härteres!", unterbrach ihn Nick.
Greg schmunzelte, wenn Nick schon nach was Härterem verlangte, war wohl eine heftige Auseinandersetzung mit Cal daran schuld.
„Ich schaue was ich da habe.", sagte Greg und verschwand in seiner Küche.
Er machte den Küchenschrank auf und sah, dass er noch Whiskey und Martini hatte.
„Whiskey oder Martini?"
„Beides", antwortete Nick.
Greg nahm zwei Gläser und stellte sie auf den Wohnzimmertisch und schenkte beiden je ein Glas Whiskey ein. Die Whiskeyflasche war noch fast voll, er hatte nur ein Schluck getrunken, als Reena ihn damals einfach so in seinem Appartement hatte stehen lassen.
„Nick warst du mal wieder bei Sara?", fragte Greg ihn.
„Ja, wieso?"
„Es macht mir Angst, sie sieht schlecht aus und Grissom war auch schon seit Tagen nicht mehr bei ihr."
„Ich weiß Greg, Sara macht sich fürchterliche Vorwürfe, dass sie nicht nach Hause kann. Sie denkt, dass Griss überfordert ist, mit den ganzen Dingen.", Nick sah seinen Freund deprimiert an.
„Das ist doch absoluter Blödsinn, sie hat fast für ihr Kind ihr Leben gelassen. Oh man das ist wieder typisch Sara, sich die Schuld an allem zu geben.", Greg war laut und wütend geworden.
Er nahm das Glas Whiskey und stieß mit Nick an.
„Auf Sara.", sagte er.
„Auf Sara, dass wir hier bald mal wieder zu dritt sitzen.", antworte Nick.
Beide gönnten sich ein Glas nach dem anderen und schütteten es in sich hinein. Als der Whiskey all war, vergriffen sie sich an dem Martini, den Greg noch hatte. Er entdeckte auch noch einen Bourbon, den er ebenfalls auf den Tisch stellte.
Nick hatte noch kein einziges Wort über Cal gesagt, Greg wusste, dass Nick schon noch mit der Sprache rausrücken würde, was los war. Aber sie waren beider zu deprimiert über Saras Zustand.
„Was denkst du, können wir für Sara tun?", fragte Nick seinen Kumpel.
„Ich weiß es nicht, Nick. I …I..Ihr helfen, aber ich weiß nicht wie.", lallte Greg.
„Können wir das überhaupt? Ich mmmmeine sie hat doch Luka, der jeden Tag um sie herumschwänzelt, kein Wunder, dass Griss nicht mehr zu ihr ins Krankenhaus will.", jetzt war es an Nick der nicht weniger lallte als Greg.
„Zum Teufel mit diesem Dacanti, der bringt nur Ärger, seit er hier ist.", rief Greg.
„Warum, hat er sich an Sara rangeschmissen?", Nick war mit einem Schlag, fast wieder nüchtern.
„Nein, aber Reena vergöttert ihn!", murrte er.
„Oh Gott, das ist also dein Problem du bist in Reena verschossen und bist eifersüchtig auf Luka.", lachte Nick etwas schief.
„Ja, und ich habe auch mit Reena geschlafen, doch sie sagt mir, sie wäre nicht bereit für eine Beziehung. Kannst du dir das Vorstellen Nick, Reena und ich hatten absolut fantastischen Sex, mal abgesehen, den Besten, den ich je hatte und dann sagt sie mir am nächsten Morgen, sie will keine Beziehung, wir sollen Freunde sein."
Nick saß da und starrte Greg mit offenem Mund an.
„Du hast was? Du hast mit Reena geschlafen?", fragte Nick ungläubig.
„Ja, warum, was ist daran so schlimm, meinst du ich habe kein Privatleben?", entrüstete sich Greg.
„Doch sicher, aber ich dachte immer, sie hätte was mit Sasha."
„Omg ich hoffe doch nicht, sonst mache ich Damien kalt.", Greg wusste nicht mehr, was er sagte, er war einfach schon zu betrunken.
Inzwischen hatten sie den Martini auch schon völlig gelehrt. Beide konnten sich kaum noch auf den Beinen halten, geschweige dem richtig sitzen. Aber sie vergriffen sich noch an dem Bourbon.
„Weißt du, als ich Cal den Antrag gemacht hatte, war ich der glücklichste Mann auf der Welt. Als sie mir dann noch sagte, sie sei schwanger, hätte es nichts Schöneres geben können. Gerade jetzt, wo Sara wieder wach ist.", begann Nick zu erzählen.
„Und was ist dann passiert, hat dich Cal vor die Tür gesetzt.", unkte Greg.
Nick wurde wütend und musste sich zusammenreisen, damit er Greg nicht irgendetwas tat.
„Nein, hat sie nicht, zumindest nicht so wirklich.", sagte Nick kleinlaut.
„Ha, habe ich es doch gewusst. Stokes, was hast du wieder angestellt, damit dich eine Frau wie Cal vor die Tür setzt.", lachte Greg komisch.
„Ich habe nichts gemacht. Ich habe ihr nur gesagt, dass ich nicht weiß, wann ich sie heiraten will. Sie wollte von mir, dass ich einen Termin bestimme."
„Wo liegt das Problem Kumpel? Du hast ihr doch schließlich einen Antrag gemacht und nicht umgekehrt.", Greg verstand nicht, wo das Problem lag.
„Na ja ich dachte nicht daran, schon so schnell zu heiraten, schließlich ist sie erst seit ein paar Monaten hier in Vegas. Ich dachte so in zwei, drei Jahren, aber doch nicht gleich nächstes Jahr.", gab Nick aufbrausend zurück und griff nach seinem Glas, dass er in einem Zug lehrte.
„Und dann hat sie dich rausgeschmissen, als du ihr das gesagt hast?", Greg war jetzt neugierig geworden.
„Ja und nein, ich habe gesagt, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich nächstes Jahr schon heiraten will. Sie hat mir dann an den Kopf geschmissen, ob ich mir überhaupt sicher wäre, dass ich ein Kind möchte, noch wäre Zeit. Na ja ich habe nur gesagt, dass ich das Kind schon will, aber das mit der Hochzeit mir noch mal durch den Kopf gehen lassen muss und meine Freiheit dazu brauche."
„Das hat Cal als Grund genommen und dich vor die Tür gesetzt, richtig?", hakte Greg nach.
„Ja, ich wollte eigentlich nur etwas an die frische Luft, vor die Tür, auf jeden Fall, hat sie mir dann meine Jacke nachgeschmissen und gesagt, ich solle erst wieder kommen, wenn ich wüsste, was ich will.", Nick senkte den Kopf, er hatte Kopfschmerzen, was er aber nicht auf den Alkohol schob, sondern eher auf den Streit mit Cal.
„Nick du bist doof, warum machst du ihr einen Antrag, wenn du sie noch jahrelang warten lassen willst? Ich verstehe dich wirklich nicht.", Greg schüttelte den Kopf.
„Ich weiß es auch nicht Greggo, ich weiß nur ich liebe Cal, und will sie auch heiraten. Aber nicht gleich nächstes Jahr."
„Nick, du kannst zwar viel sagen, der Tag, bzw. die Nacht lang ist, aber irgendetwas anderes steckt dahinter, was ist los, raus mit der Sprache.", drängte ihn Greg.
„Na ja ich will erst genug Geld zu Seite gelegt haben für das Kind und für Cal, falls mal wieder etwas schief geht, und ich nicht mehr lebend von einem Einsatz zurückkomme, dass für Cal und mein Kind gesorgt ist.", sagte er leise.
„Hast du das auch Cal gesagt?"
„Nein, ich möchte nicht, dass sie meint, ich könnte nicht für die Beiden sorgen."
„Nicholas Stokes, du bist der größte Idiot, den es gibt. Sprich mit Cal, und heirate sie nächstes Jahr. Versöhne dich mit ihr. Denke nicht immer nur an die Vergangenheit. Du bist damals lebend rausgekommen. Sicher hat es seine Spuren hinterlassen, es war keine einfache Zeit, weder für dich noch für das Team, aber das ist vorbei. Nehme dir ein Beispiel an Sara und Grissom, sie lassen sich auch nicht unterkriegen, ganz im Gegenteil, sie leben ihr Leben und sind glücklich.", als Greg geendet hatte, sah ihn Nick irritiert an.
„Seit wann bist du so ernst geworden? Aber du hast recht, ich werde Cal ihren Wunsch erfüllen und sie nächstes Jahr heiraten. Das hätte ich ihr gleich sagen sollen, das mit Sara und Grissom war schlimm genug für uns alle. Ich bin mir ja sicher, dass Calleigh die Frau ist, die ich für immer an meiner Seite haben will."
„Und jetzt rede du nicht so geschwollen daher, sage es lieber Cal und nicht mir. Ich bin nicht ernst, ich habe mir nur nach der Geschichte mit Reena geschworen, dass ich sicher nicht mehr so einfach in den Tag lebe. Wenn es sein muss, warte ich wie Sara 10 Jahre auf sie, dass sie einsieht, dass ich der Richtige für sie bin.", Greg sprach mit einem Enthusiasmus über Reena, das Nick lachen musste.
„Man, Junge dich hat es aber ganz schön erwischt. Willkommen im Club.", lachte Nick und Greg stimmte in das Lachen mit ein.
Beide tranken die ganze Flasche Bourbon noch aus und Nick schlief bei Greg auf der Couch ein. Während Greg es gerade noch so ins sein Bett schaffte. Nick schrieb Cal noch eine SMS, dass er bei Greg übernachtete, da sie sich sicher Sorgen machte, auch wenn sie ihn rausgeschmissen hatte.
