Chapter 67
Zu Hause angekommen wartete ein Begrüßungskomitee auf Sara. Sam, Horatio, Cath, Warrick, Nick, Cal, Reena, Sasha und auch Greg und natürlich auch Luka waren anwesend. Die Tagschicht hatte sich kurz vom Labor davongeschlichen, als Grissom von unterwegs aus anrief. Offiziell waren sie unterwegs zu einem Tatort!
Sie hatten die Eingangstür mit einem schönen Plakat mit der Aufschrift „Willkommen zu Hause Sara" geschmückt. Auf dem Plakat waren, wie nicht anders zu erwarten, Bilder von all ihren Freunden und natürlich ein Bild von Grissom und Nessi.
Sara war sprachlos, als sie es sah.
„Hast du es gewusst?", fragte sie entzückt, als sie die Sprache wiedergefunden hatte.
„Ich habe zwar gewusst, dass sie was machen wollten, aber was, wusste ich auch nicht genau. Aber die Überraschung ist ihnen gelungen.", sagte Grissom und nahm seine Frau in den Arm, und sie gingen gemeinsam mit Nessi ins Haus.
„Willkommen zu Hause Sara.", sagten sie im Chor, als die drei Grissoms das Haus betraten.
„Oh das ist ja mal eine Überraschung und was für eine Schöne!", rief Sara, als sie alle sah.
Sie umarmte einen nach dem anderen. Sie war happy, dass sie wieder zu Hause war.
Lange blieben sie aber nicht, da die einen wieder zurück ins Crime-Lab mussten und die anderen noch etwas Schlaf bekommen wollten vor der nächsten Schicht. Nur Cath und Warrick blieben noch, sie wollten ein leckeres Mittagessen kochen.
Sara und Grissom gingen nach oben um Nessi schlafen zu legen. Nessi schlief noch immer und Sara nahm sie vorsichtig aus dem Maxicosi gab ihr einen leichten Kuss auf die Stirn und legte sie in die Wiege.
Sara ließ sich mit einem Seufzen auf das Bett fallen.
„Hey alles in Ordnung, Sara?", fragte Grissom, der gerade aus dem Bad kam.
„Ja Gil, alles in Ordnung ich bin nur sehr glücklich, endlich wieder zu Hause zu sein.", sagte sie und küsste ihren Mann zärtlich.
Sara spürte, als Grissom sie an sich ran zog wie erregt er war. Auch bei ihr regten sich Gefühle. Als sie einen kurzen Moment gestoppt hatten, sahen sich beide tief in die Augen. Sie erkannten in den Augen des anderen, wie groß das Vertrauen und die Liebe waren.
„Jetzt wird alles gut werden, Honey.", flüsterte Sara leise, als sie sah, dass Grissom den Tränen nahe war.
„Ja, ich weiß, Sara!", mehr brachte er nicht raus.
Er schaute Sara immer noch wie gebannt in die Augen. Er wollte sie im Moment einfach nur festhalten. Zu lange hatte er Angst gehabt, dass sie nicht mehr aufwachen würde. Er spürte irgendwie, dass Sara etwas verwirrt war. Gott Gil, sie weiß ja nicht, was in den 2 Monaten alles passiert ist, wie kurz davor sie war zu sterben. Du musst es ihr sagen, aber nicht jetzt, lass sie erst einmal richtig zu Hause sein, dachte er sich.
Sara hatte sich wieder in Grissoms Arme geschmiegt und strich mit ihrer Hand, sanft seinen Arm. Es prickelte in Grissom, die Berührung war die reinste Wohltat. So lange hatte er sich danach gesehnt, endlich in Ruhe mit seiner Frau wieder alleine zu sein. Seine Hand streichelte sanft Saras Rücken, auch er merkte, wie sie sich sofort vor Erregung versteifte und leicht seufzte. Grissom legte die andere Hand unter ihr Kinn schob ihren Kopf so, dass sie ihn nun mit ihren tiefbraunen Augen ansah. In ihnen spiegelten sich das Glück und das Verlangen wieder. Sanft küsste er Saras Lippen und entlockte ihr somit ein leichtes Stöhnen.
Sara blickte Gil immer noch in seine eisblauen Augen, langsam drang sie mit ihrer Zunge in seinen Mund vor. Wie lange war es her, dass sie ihn so leidenschaftlich geküsst hatte! Sie streichelte sanft über Grissoms Arme und seinen Rücken und merkte, dass er sehr erregt war.
Gerade als sie Gil sein Hemd ausgezogen hatte und er ihr das Shirt, begann Nessi zu quäken. Sara und Grissom lächelten sich an.
„Soviel zum guten Timing unserer Tochter.", sagte Gil lachend.
Sara ging zur Kinderwiege und nahm die jetzt lautstark schreiende Nessi raus.
„Hey Prinzessin, wer wird denn hier so schreien?", sagte Sara zu ihrer Tochter.
„Ich glaube da hat wer Hunger.", sagte Grissom, als er sie Sara abnahm, damit sie sich besser ins Bett setzen konnte.
Es klopfte an der Tür und Cath steckte nach einem herein den Kopf ins Zimmer.
„Wollte nur Bescheid sagen, dass Warrick und ich, Luka beim Mittagessen helfen. Ich hoffe ihr habt Hunger!?", sagte sie und grinste über das ganze Gesicht.
Wie zur Bestätigung fing Vanessa wieder an zu schreien, diesmal noch lauter als vorher!
"Na, dann füttert mal den kleinen Nimmersatt hier, während wir das Essen fertig machen.", kommentierte Cath die Störung ihres Patenkindes.
"Das werden wir, Cath.", stimmte ihr Grissom zu.
"Ist das schön, endlich wieder Daheim zu sein." Ein Lächeln umspielte bei diesem Satz Saras Lippen, ehe sie den linken Träger ihres Still-BHs öffnete, ihn herunter klappte und ihr Shirt, welches sie beim Klopfen von Cath, schnell wieder angezogen hatte, nach oben schob.
Grissom reichte ihr die schreiende, kleine Lady und Sara legte sie sich an die Brust. Grissom saß neben ihr und beobachtete die beiden voller Stolz, als er bemerkte, wie sich Saras Haltung zunehmend verkrampfte, da diese Position wohl ziemlich unbequem für sie sein musste. Er griff nach seiner Nackenrolle hinter seinem Kopfkissen und schob sie vorsichtig unter den Po seiner trinkenden Tochter, sodass diese etwas gestützt war und Saras Arme entlastet wurden.
"Danke, so ist es viel besser."
Grissom schenkte ihr, zufrieden mit seinem Werk, sein schönstes Lächeln.
"Für dich doch immer, Sara." Ein sanfter Kuss folgte seinen Worten.
Zärtlich strich er Nessi über die Wange, während diese schmatzend an Saras Brust saugte.
„Es scheint ja wirklich so zu sein, dass der liebe Luka bis über beide Ohren verliebt ist.", sagte Sara.
"So wie ich auch. Und zwar in die schönste Frau der Welt."
Sara strahlte bei dem Kompliment über das ganze Gesicht.
"Danke.", murmelte sie etwas verlegen hervor, bevor Nessi ihre Aufmerksamkeit voll und ganz durch ein lautes Aufstoßen, gefolgt von einem Laut, der sich wie ein langer Seufzer anhörte, auf sich zog.
Sara löste sie vorsichtig von ihrer Brust, hielt sie unter den Achseln fest und hob sie so in die Luft um ihr in die großen, blauen Augen zu schauen.
"Weißt du eigentlich, dass du mit diesem Blick deine Mommy um den kleinen Finger wickeln kannst, Prinzessin?"
Ein Glucksen und Strampeln mit allen Vieren war die Antwort.
"Das weiß sie, Specialgirl. Aber nicht nur ihre Mommy kann sie damit einwickeln, bei Daddy funktioniert das genauso, nicht wahr Prinzessin?", flüsterte Gil leise mit ihr, während er seinen Zeigefinger in die rechte, kleine Faust des Babys schob und dieses sich sofort daran fest hielt.
"Ja, an Daddy kann man sich schön festhalten, nicht wahr?", stellte Grissom dann mit einem liebevollen Lächeln fest.
Sara unterdessen änderte die Haltung der Kleinen etwas, indem sie Nessi, sich an die Schulter legte. Sara konnte, als sie so an sie gekuschelt war, einfach nicht widerstehen, sie musste Nessi einfach sanft auf das winzige Ohr küssen, während sie voller Glück strahlte.
In diesem Moment klopfte es an die Tür und gleich darauf steckte Lindsay ihren Kopf in das Schlafzimmer hinein.
"Ich wollte euch nur sagen, dass das Essen fertig ist. Mum hat gemeint, wenn ihr Nessi satt bekommen habt, sollt ihr kommen." Der Teenager grinste dabei von einem Ohr zum anderen, während sie näher an das Bett herankam, auf welchem Grissom, Sara und das Baby saßen.
Zuerst betrachtete sie die Szene mit einem Lächeln, bevor sie schüchtern fragte:
"Darf ich sie auch mal halten, Sara?"
Die Gefragte schaute Lindsay lächelnd an, bevor sie meinte:
"Sicher. Komm her."
Lindsay ging daraufhin um das Bett herum auf Saras Seite und nahm die Kleine entgegen. Ganz vorsichtig begann sie Nessi in ihren Armen hin und her zu wiegen. Nessi schaute sie nun mit großen Augen an, bevor sie wieder zu Glucksen begann.
"He, du, kleines Monster. Ich bin es, Linds. Kennst du mich denn nicht mehr? Ich hab dich doch auch schon sauber gemacht.", begann der Teenie leise mit dem Baby zu reden.
Sara und Gil sahen sich belustigt an.
Cath hatte ein fantastisches Mittagessen gekocht. Eine Gemüse-Quiche und anschließend einen leckeren Obstsalat als Nachtisch.
Sara genoss es in der Gegenwart von Cath, Warrick, Lindsay und Luka.
Der Teenager kümmerte sich rührend um klein Nessi, die immer wieder vor Vergnügen gluckste.
„Sag mal stimmt das Luka, du hast dich in die liebe Dr. Kennedy verguckt?", brachte Cath zur Sprache.
Luka sah Sara und Cath an und wurde rot.
„Nein meine liebe Cath, ich würde eher sagen, sie ist mir sehr sympathisch.", sagte Luka und versuchte ruhig zu bleiben.
„Oh komm schon Luka, das kannst du deiner Oma erzählen, aber nicht uns. Die Blicke kenne ich nur zu gut mein Lieber, da kannst du mir nichts vormachen.", wandte sich nun Sara an ihn, während sie ihrem Mann sanft die Hand drückte.
„Ja… Nein.. Ich meine doch, Mel ist schon ganz nett, aber….."
„Nichts aber Luka, entweder du empfindest was für sie, oder nicht?", unterbrach ihn Cath.
„Das ist nicht so einfach Cath.", Luka sah Hilfe suchend zu Grissom, der ihm gegenübersaß.
„Luka sieh mich nicht so an, ich kann dir auch nicht helfen. Ich weiß nur, was mir Sam erzählt hat, und das hörte sich ziemlich eindeutig an.", lachte Grissom.
„Special Agent Luka Dacanti, hat nämlich keinen Ton rausgebracht, als er vor Melinda stand.", setzte Sara hinzu und grinste.
Luka hätte Sara am liebsten unterm Tisch getreten, aber er unterließ es, er war ja schließlich Gentleman.
„Echt? Luka ist das wahr?", nun hatte Warrick das Wort ergriffen und grinste ihn an.
„Na ja ich war etwas mit den Gedanken abwesend. Und sie ist mir auf dem Flur im Krankenhaus begegnet. Sie hat mich eben überrascht.", gab Luka lautstark zu Protest.
„Also du bist ja besser als ein Teenie. Selbst Lindsay ist nicht so verklemmt wie du.", lachte Warrick erneut.
„Ich bin nicht verklemmt, ich lasse es eben nur langsam angehen."
„Also doch… ich wusste es doch.", rief diesmal Lindsay vom Boden her.
„Was wusstest du?", Luka sah Lindsay irritiert an.
„Na, dass du in Dr. Kennedy verknallt bist. Sam hatte recht gehabt!"
„Wenn du Sam triffst, dann sage ihr Mal, dass sie eine Plaudertasche ist.", sagte Luka scherzend.
„Nun Luka was ist nun, hast du Mel schon gesagt, was du für sie empfindest?", fragte Cath.
„Nein und ich werde es auch nicht, weil es nicht geht, und bitte, lasst mich jetzt in Ruhe damit.", sagte Luka etwas gereizt und stand auf um den Tisch abzuräumen.
Sara verbrachte den Nachmittag damit sich auszuruhen und sich, um Nessi zu kümmern. Das Essen und der Tag war für sie schon anstrengend genug. Sie hatte sich, nachdem alle gegangen waren ein wenig hingelegt, aber als Nessi wach war, hatte sie sie gefüttert, angezogen und in den Kinderwagen gepackt und war mit ihr Spazieren gegangen. Grissom hatte sie mit Luka zum Einkaufen geschickt. Sie wusste, dass das Einkaufen für sie noch zu anstrengend war, sie blieb lieber bei Nessi zu Hause.
Als sie mit Nessi spazieren ging, fühlte sich Sara etwas komisch. Sie hätte vor ein paar Jahren nie daran gedacht Mutter zu sein, geschweige denn mit Grissom verheiratet zu sein. Es war alles so kompliziert gewesen in der Vergangenheit. Umso glücklicher war sie, jetzt Mrs. Grissom zu sein. Manchmal erschien es ihr alles wie ein Traum, wenn sie Vanessa anschaute und die Kleine sie mit den Augen ihres Vaters groß anschaute. Sie war froh, dass sie jetzt eine Tochter hatte. Aber eines war sie sich bewusst, es hätte auch anders ausgehen können. Diese Gedanken konnte sie einfach nicht verdrängen. Vielleicht war es aber auch gut so, denn es war schließlich ein Teil ihres Lebens, egal wie schrecklich es war. Sie hatte zu viel in der Vergangenheit verdrängt und sie wusste, dass das nicht gut gewesen war.
Sara ging fast eine Stunde lang mit Nessi im Kinderwagen spazieren. Als ihr Blick auf die Brosche fiel, die Grissom gestern am Kinderwagendach befestigt hat, musste sie schmunzeln und auch daran denken, dass Vanessa zu Hause am liebsten mit dem Schmetterlings-Mobile spielte. Was man doch alles auf die Kinder übertragen kann, dachte sie sich.
Vanessa war jetzt fast 4 Monate alt, und Sara begann jetzt erst richtig ihre Tochter kennenzulernen. Sie hatte 2 Monate verloren, die ihr keiner wiedergeben konnte. Das war alles andere als leicht. Hatte sie es sich doch ganz anders vorgestellt. Sie wollte gleich ihre Tochter in den Armen halten und sie stillen und mit ihr gemeinsam nach Hause gehen. So hatte sie es sich vorgestellt und auch gewünscht. Dass alles anders gekommen war, war nicht gerade leicht gewesen und wird es nicht sein, sie hätte so gerne die ersten 2 Monate von ihrer Tochter live miterlebt, aber sie musste sich jetzt damit abfinden, es war nicht zu ändern. Sie versuchte das Beste daraus zu machen und weiterzumachen, jetzt war sie für Vanessa da und konnte für sie sorgen.
Sara holte tief Luft, ehe sie weiter lief, sie war etwas außer Atem, war etwas schnell gelaufen. Wie gut, dass ich den Kinderwagen dabei habe und Nessi schläft, dachte sie. Langsam ging sie weiter und genoss die noch etwas kühle Luft. Sie war sehr froh, als sie zu Hause ankam und Grissom und Luka schon zu Hause waren. Grissom sah sofort, dass Sara erschöpft war, und nahm Nessi aus dem Kinderwagen um sie auszuziehen.
„Sara, alles in Ordnung mit dir?", fragte Gil besorgt.
„Ja, alles ok, bin nur etwas erschöpft.", gab Sara müde zurück.
Nachdem Grissom Vanessa ihr Jäckchen und Mützchen ausgezogen hatte, bestand Sara darauf, sie ins Bett zu bringen. Sie ging mit ihrer Tochter nach oben und gab ihr, wie immer wenn sie sie schlafen legte, einen Kuss auf die Stirn und legte sie sanft in die Wiege.
„Ich glaube ich werde jetzt erst einmal in die Wanne gehen und ein wenig relaxen, der Tag war ganz schön anstrengend.", sagte sie als Grissom zu ihr nach oben ging.
„Ist ok Darling, ich lass' dir mal das Wasser ein. Übrigens, ich soll dir Grüße von Luka sagen, er wird heute Nacht in Bakerfield bleiben, er wollte dort noch ein paar Freunde besuchen."
„Danke Darling, ist er denn bis morgen Abend wieder zurück? Wegen dem Essen mit Mel?"
„Ja er hat gesagt, dass er morgen Spät-Nachmittag wieder da ist."
„Gut, ich dachte schon, dass er flüchten will.", sagte Sara lachend.
Sara verzog sich ins Badezimmer und legte sich in die Wanne. Das warme Wasser tat gut, sie schloss für einen Moment die Augen.
Grissom war wieder nach unten gegangen und war im Arbeitszimmer. Er wollte noch ein paar Fälle durchgehen, die er aus dem Labor mitgenommen hatte. 15 Minuten später begann Nessi zu quäken. Er wärmte die Milch, die Sara abgepumpt hatte auf, da er Sara ihre Ruhe in der Wanne lassen wollte, und ging nach oben und fütterte seine Tochter. Gierig nuckelte diese wieder an der Flasche. Grissom war erstaunt, wie unkompliziert es für Vanessa war. Ihr war es, egal ob sie die Brust oder die Flasche bekam, die Hauptsache war, sie hatte etwas zu essen.
Anschließend zog Grissom seine Tochter aus, um mit ihr zusammen Sara einen kleinen Besuch abstattete. Als die beiden das Badezimmer betraten, lag Sara bereits mit geschlossenen Augen in der großen Wanne und genoss das warme Wasser um sie herum.
"Hey Darling. Hier ist jemand, der unbedingt mal mit seiner Mami baden will."
Wie zur Bestätigung fing Nessi an mit glucksen und strampeln. Sara öffnete ihre Augen und lächelte ihren Mann und ihre Tochter an.
"Na dann, gegen so lieben Besuch in meiner Wanne habe ich nichts einzuwenden."
"Hast du gehört? Die Mami hat nichts dagegen, wenn du sie in der Wanne besuchst.", meinte Grissom zärtlich zu seiner Tochter, bevor er sie aus der weichen Babydecke wickelte und ihr Sara in die Wanne reichte.
"Ja wen haben wir denn da? Eine pudel nackte Nessi! Na komm her, du kleine Prinzessin."
Sara hielt sie gut fest, während sie sie mit den Füßchen ins Wasser tauchte. Sofort begann sie wieder mit Armen und Beinen zu strampeln und vor sich hin zu glucksen.
"Baden scheint ihr zu gefallen, Honey." Grissom hatte sich mittlerweile an den Wannenrand gesetzt und schaute den beiden fasziniert zu.
"Ja, sie liebt es von der ersten Stunde an. Eine richtige Wasserratte. Sie hat noch nie Theater gemacht, wenn ich sie gebadet hab."
Sara tauchte Nessi immer wieder bis zum Bauch ins Wasser, und jedes Mal strampelte sie voller Begeisterung und spritzte herum, was ihren Eltern Gelächter entlockte. Dann legte Sara die Kleine an ihre Schulter, und sofort hörte sie auf mit Strampeln und kuschelte sich eng an sie.
Gil, der diese Szene aufmerksam beobachtete, schenkte ihr ein Lächeln und fragte sie dann beinahe schüchtern:
"Sara, wäre es dir recht wenn ich ein Foto von euch beiden mache wie ihr so in der Wanne liegt und kuschelt?"
Gil und schüchtern. Das gibt's auch nicht oft. Aber es ist so süß, dachte sie und grinste.
"Nein.", lächelte sie übers ganze Gesicht. "Mach ruhig. Aber ich will dann auch mal eines von dir und Nessi haben, wenn du das nächste Mal mit ihr badest."
"Gerne.", lächelte er zurück, bevor er aufstand, um die Kamera zu holen.
"So, und jetzt alle schön lächeln." Dann hatte er auch schon den Auslöser betätigt und betrachtete sich das Foto ausgiebig auf dem Display.
"Und? Wie ist es?"
"Einfach nur genial. Hier.", Gil kam wieder auf sie zu und hielt ihr die Kamera vors Gesicht.
"Ja, das ist wirklich schön. Aber ich glaube ich komm jetzt besser aus der Wanne raus, bevor deine Tochter und ich total verschrumpelt sind. Nimmst du sie?"
"Sicher. Kleinen Moment."
Grissom legte die Kamera auf den Boden, weit außerhalb der Wanne ab und griff nach einem Handtuch, um Nessi darin einwickeln zu können. Er lächelte Sara noch glücklich zu, ehe er mit dem Baby im Kinderzimmer verschwand um es zu wickeln und ihr einen Schlafanzug anzuziehen. Als er ins Schlafzimmer kam, lag Sara bereits im Bett.
"Willst du sie ins Bett bringen?"
"Ja.", Sara stand auf, nahm Vanessa entgegen, gab ihr einen Gute-Nacht-Kuss auf die Stirn und legte sie in ihr Bettchen, bevor sie sich an Gil schmiegte, der wie sie einfach nur da stand und das Baby beobachtete, wie es am Einschlafen war.
„Bist du glücklich, Sara?", murmelte er in ihr Ohr, bevor er damit begann, sie dort sanft zu küssen.
Sara war zwar eigentlich todmüde, neigte aber ihren Kopf etwas zur Seite, damit er besser mit seinen Lippen an ihr Ohr kam. Sie hatte die Augen geschlossen, als sie antwortete:
"Ja, das bin ich. Gil, was tust du da?"
„Nichts.", kam es unschuldig von ihm. Sara hatte sich gegen die breite Brust ihres Mannes gelehnt und genoss seine zärtlichen Berührungen unter ihrem Schlafshirt auf ihrer nackten Haut.
„Lass uns ins Bett gehen, Specialgirl. Wir sind beide ziemlich erledigt und so wie ich die kleine Prinzessin hier kenne, wird sie nicht die ganze Nacht so friedlich durchschlafen."
„Hmmhm. Aber nur, wenn du mir versprichst, dass du mich die ganze Nacht im Arm halten wirst."
„Versprochen.", Gil drückte ihr noch einen sanften Kuss auf die Schläfe, bevor er sich etwas von Sara löste und sie sanft in Richtung Bett schob.
Kaum lag er bequem unter seine Decke gekuschelt, rutschte Sara auch schon zu ihm rüber und schmiegte sich seitlich so eng es ging an ihn. Grissom legte beide Arme um sie und küsste ihre Lippen erneut. Wie hat mir das gefehlt, diese Zweisamkeit vor dem Einschlafen. Einfach nur daliegen und schmusen und meine Sara im Arm halten, dachte er mit geschlossenen Augen.
Ich habe ihn vermisst. Seinen Duft, seine starken Arme und dieses Gefühl des völligen Geborgenseins in seiner Gegenwart. Heute Nacht werde ich bestimmt gut schlafen. Und Gil hoffentlich auch, war Sara im Gedanken.
„Gil?"
„Ja?"
„Kann ich dich mal was fragen?"
„Sicher. Frag ruhig."
Sara schmiegte sich etwas enger an ihn und legte ihm einen Arm über seinen Bauch.
„Hast du eigentlich noch Albträume?" Im Schlafzimmer herrschte jetzt eine gespannte Stille.
Gil hatte ihr auf Rat der Ärzte nichts von seinen Problemen erzählt gehabt, damit sie sich nicht aufregte, und wusste daher jetzt nicht, was er ihr antworten sollte. Sara bemerkte natürlich seine Unschlüssigkeit und beschloss, nicht locker zu lassen.
Irgendwas ist doch da. Warum antwortet er nicht? Und warum klammert er sich jetzt an mir fest?
„Hey Honey, was ist los?", Sara hatte sich etwas aufgerichtet und sah ihm nun direkt in seine eisblauen Augen, die ihr im Moment mehr sagten, als er.
„Hast du Probleme, Gil?"
Ein unmerkliches Nicken bestätigte ihr die Frage.
„Willst du drüber reden?", Sara stellte die Frage einfach nur so in den Raum.
Sie wollte ihm alle Zeit geben, die er für eine Antwort benötigte.
„Sara, es gibt da etwas das du wissen solltest.", begann er mit zögerlicher Stimme zu erklären.
„Du warst einige Tage im Koma, als ich neben deinem Bett zusammengebrochen bin."
In Grissoms Augen begannen sich die Tränen zu sammeln aber Sara wusste, dass sie ihn jetzt nicht unterbrechen durfte.
„Warrick und Calleigh haben mich gefunden. Ich bin erst zu mir gekommen, als Dr. Pierce mir eine Infusion gelegt hatte. Er hat mich dann gleich da behalten, und am nächsten Morgen hat mich Nick aus einem Albtraum geweckt, da ich sonst wahrscheinlich aus dem Bett gefallen wäre. Da bin ich völlig zusammengebrochen. Ich hab geheult wie ein Schlosshund, während er mich einfach nur im Arm gehalten hat."
Das hat er getan? Gil hat sich so geöffnet? Das kann ich jetzt gar nicht glauben, dachte Sara.
„Er war es auch, der darauf bestanden hatte, dass ich mit einem Psychologen rede. Genau genommen hat er mir den dann organisiert. Jetzt bin ich bei Professor Watson in Behandlung. Einmal in der Woche. Die ersten paar Male waren verdammt schwer und die Gespräche haben auch ewig gedauert."
Gil rannen mittlerweile die Tränen in Sturzbächen über die Wangen hinab.
„Es war einfach alles ein bisschen viel für mich. Da kam soviel zusammen, ich konnte einfach nicht mehr."
Sara, die leicht geschockt über dieses Geständnis ihres Mannes war, streichelte ihm beruhigend über die Wangen und wusste nicht so recht, was sie sagen sollte.
„He, du brauchst dich doch dafür nicht zu entschuldigen, Honey. Jeder kommt mal an einen Punkt, wo es einfach nicht mehr geht.", versuchte Sara dann ihm Mut zu machen.
„Hilft dir dieser Professor Watson wenigstens?"
Gil nickte nur, ehe er mit erstickter Stimme antwortete:
"Ja. Ich habe über so vieles geredet, was in der Vergangenheit passiert ist, und sehe jetzt manches in einem anderen Blickwinkel. Momentan sind wir dabei, die Entführung aufzuarbeiten. Aber das dauert noch."
Verlegen wischte sich Gil Grissom übers Gesicht. Sara sollte mich doch nicht so sehen, verdammt, schalt er sich selber. In Saras Kopf arbeitete es währenddessen.
„Wer weiß alles von deinen Problemen, Gil? Ich meine jetzt außer mir.", Sara sah ihm dabei tief in seine eisblauen Augen hinein.
„Nur Cath, Warrick, Cal und natürlich Nick. Er hat gemeint, ich soll mir dafür alle Zeit der Welt nehmen. Bei ihm hätte es fast zwei Jahre gedauert, bis er drüber hinweg war, damals. Von ihm würde niemand etwas erfahren, und das ist mir auch recht so. Ich merk ja auch, wie es mir hilft."
Sara hörte mit immer größer werdendem Erstaunen zu. So kannte sie Gil nicht. Dass er sich ihr so offen anvertraute, war ein ganz neuer Wesenszug an ihm. Aber sie wusste, dass ihm das große Überwindung gekostet haben musste.
Da er sich nun etwas beruhigt hatte, kuschelte sie sich wieder mit dem Kopf an seine Schulter und zog die Decke etwas höher.
„Gil?"
„Ja?"
„Danke, dass du es mir gesagt hast. Du weißt du kannst immer mit mir reden, wenn etwas ist, Honey."
„Ja Sara, ich weiß, auch wenn es für mich nicht leicht ist, tut es gut mit dir darüber zu reden. Die Qualen der letzten Monate waren schrecklich. Als du im Koma gelegen hast, die ersten Tage dachte ich, ich halte das alles nicht aus. Da war Nessi, die mich gebraucht hatte und du …"
Grissom musste kurz unterbrechen, denn ihm liefen nun erneut die Tränen über die Wangen.
„Ich konnte dir nicht helfen, ich war machtlos! Es waren die schlimmsten 2 Monate in meinem ganzen Leben!", fuhr er fort.
„Honey, ich weiß, wie sehr es dich mitgenommen hat. Ich weiß auch, dass wir einiges aufzuholen haben, aber vertrau mir einfach, das werden wir schon gemeinsam schaffen.", sagte sie und strich ihm zärtlich mit der Hand über seine Wange.
„Ich weiß Sara, deswegen bin ich jetzt glücklich, jetzt wo du endlich wieder zu Hause bist. Gott Sara du glaubst nicht, wie sehr ich dich vermisst habe."
„Ein wenig kann ich es dir nachempfinden, bei mir waren es nur 1 ½ Monate, die ich dich so vermissen musste. Aber es war bei mir auch das Schlimmste, was ich mir vorstellen kann. Für mich ist es schwer zu begreifen, dass ich Vanessas erste 2 Monate verpasst habe. Ich weiß, ich kann nichts dazu, aber ich fühle mich, als hätte ich sie im Stich gelassen.", sagte sie leise.
Sara kuschelte sich wieder eng an ihren Mann, der ihr die Hand unters Kinn legte und sie damit zwang ihn anzuschauen. Langsam näherte er sich ihrem Gesicht und küsste sie sanft.
„Es wird alles wieder gut werden! Ab jetzt denken wir Positiv, Specialgirl!", sagte er und lächelte sie an.
„Du hast recht, die Zeiten sind vorbei. Nessi geht es gut und mir soweit auch, in ein paar Wochen bin ich auch wieder ganz fit!", lächelte sie zurück.
Es ist glaub ich besser, wenn wir jetzt schlafen. Wer weiß, wann Nessi uns weckt."
„Hmmhm. Schlaf gut, Honey. Ich liebe dich!"
„Ich dich auch mein Specialgirl! Schlaf gut!"
Grissom beugte sich zu Sara runter, die inzwischen vor Müdigkeit fast ganz ins Kissen gesunken war, küsst sie nochmals zärtlich, bevor er sich ebenfalls ins Kissen legte und die Augen zu machte
