Chapter 69
Viel später, als Nessi im Bett war und sie gegessen hatten, saßen alle auf der Terrasse zusammen. Luka war inzwischen auch wieder besserer Laune und sie hatten viel zu lachen.
Luka und Mel hatten sich den ganzen Abend nicht aus den Augen gelassen und alle hatten auf das Du mit Melinda angestoßen. Auch Luka bot Mel das Du an.
„Cal, ich muss dich um was bitten. Ich habe schon mit Sara gesprochen, es geht um Reena.", fing Grissom an.
Greg war hellhörig, es ging um Reena, was war los? Es war ihr doch nichts passiert. Er hatte seit der Nacht nicht mehr mit ihr gesprochen oder sie gesehen.
„Ich müsste dich bitten mit Reena zu sprechen, ob sie für eine paar Monate in die Nachtschicht kommt. Unsere neue CSI kommt erst Anfang nächstes Jahr, und da Sara ja nicht mehr da ist, fehlt uns jemand. Wir haben zurzeit eine ganze Menge zu tun. Wäre das ok für dich, könntest du Reena entbehren?", Grissom sah Cal erwartungsvoll an.
„Ja, also von mir aus gerne! Ich müsste eben erst einmal mit Reena sprechen, aber ich denke sie wird dem zustimmen. Sara bist du auch mit einverstanden?", Cal sah von Grissom zu Sara.
„Ja sicher Cal! Ich bin immer noch im Erziehungsurlaub, ich werde erst in eins bis zwei Monaten zurück ins Labor kommen, bis dahin bist du immer noch Supervisorin in der Tagschicht.", ließ Sara verlauten.
„Ok danke Sara.", sie sah wieder zu Grissom „Ich werde dann gleich morgen mit Reena sprechen, aber da sie ja heute schon in der Nachtschicht arbeitet, denke ich, dass sie kein Problem damit hat.", endete Cal.
Nick hatte sich zu Greg gewandt, der ihn mit weit aufgerissenen Augen anstarrte. Reena sollte in die Nachtschicht kommen? Es war schon so schwer genug nicht an sie zu denken, jetzt musste er auch noch jeden Tag mit ihr zusammen arbeiten. Er musste augenblicklich an Sara denken. Was hatte er immer Scherze über sie gerissen und sich gewundert warum sie noch immer in der Nachtsicht arbeitete, als Grissom sie immer wieder verletzt und abblitzen lassen hatte. Und jetzt war er, Greg Sanders in einer ähnlichen Situation.
Nick musste wohl geahnt haben was Greg dachte. Er legte ihm beschwichtigend die Hand auf den Arm und schaute ihn an.
„Das wirst du schon schaffen.", sagte er leise zu Greg, damit es niemand verstand.
Doch Sara hatte es gehört, ihr war eben schon aufgefallen, dass Greg ganz blass wurde, als Reena erwähnt wurde.
Aber die Gedanken von ihr wurden durch Vanessa unterbrochen, die angefangen hatte zu quäken. Sara schaute auf die Uhr und sah, dass es Zeit wurde sie zu stillen.
„Ich gehe mal nach oben und stille Nessi.", sagte sie und wollte aufstehen.
„Hast du was dagegen, wenn ich dich begleite.", fragte Sam.
„Nein, im Gegenteil du kannst gerne mit nach oben kommen."
Sara und Sam gingen nach oben, Sara nahm ihre Tochter aus dem Bettchen und drückte sie leicht an sich. Sie war ganz heiß und völlig verschwitzt.
„Oh du arme Maus, bist ganz nass. Dann wollen wir dich mal umziehen, bevor wir dich füttern.", sagte Sara liebevoll.
„Sam, würdest du sie schon mal ausziehen, ich hole ihr einen frischen Body und einen Schlafanzug.", Sara sah Sam fragend an.
„Ja aber sicher, ob sich Nessi wohl noch an mich erinnert?", Sam nahm Nessi entgegen.
„Hallo Nessi, kleines Monster, erinnerst du dich noch an Tante Sam?"
Nessi schien ihre Antwort durch ein lautes vergnügliches Glucksen zu bestätigen.
Im Garten unten hatten sich alle ein wenig verteilt Horatio, Grissom, Nick und Greg hatten sich ins Arbeitszimmer zurückgezogen. Während Luka mit Mel noch immer im Garten saß und sich unterhielt.
„Bist du hier geboren Mel?", fragte Luka sie neugierig.
„Nein, ich bin in Tennessee geboren, bin nur wegen dem Job hier nach Las Vegas gekommen."
„Wo genau bist du geboren, ich meine Italien ist ja weder zu übersehen noch zu überhören, bei deinem Akzent.", lachte sie.
„Ich bin auf Sizilien geboren, einem kleinen Fischerstädtchen namens Marzamemi, das liegt im Südosten der Insel. Meine Eltern leben inzwischen wieder dort."
„Ist sicher schön dort. Ich war bisher zwar ein paar Mal in Sizilien in Palermo, aus beruflichen Gründen.", sagte Mel nun.
„Du warst schon in Italien, und auch schön öfters?", Luka war erstaunt, nicht viele Amerikaner zog es auf die unterste Insel Italiens.
„Ja, warum erstaunt es dich so. Meinst du, nur weil ich Amerikanerin bin, habe ich nicht das Recht nach Italien zu reisen?", fragte sie etwas irritiert.
„Doch, so habe ich es nicht gemeint. Entschuldige, Mel. Es ist nur erstaunlich, denn die meisten Amerikaner fahren eher in das Landesinnere Rom, Neapel und so weiter. Eben die Touristenstädten.", sagte Luka.
„Nein ich war zwar ein paar Mal beruflich auch in Neapel und Rom gewesen, aber mich zieht es immer wieder nach Sizilien, auch privat fahre ich gerne dorthin um Urlaub zu machen. Die Strände sind weiser als im nördlichen Teil Italiens.", sagte Mel etwas verträumt.
„Aha du bist also eine Romantikerin.", lachte Luka.
„Ja, ab und zu schon, ich glaube das muss man in meinem Beruf einfach sein, sonst würde man den Stress nicht standhalten.", sagte sie ernst.
„Kann ich verstehen. Mein Beruf ist manchmal auch nicht gerade leicht.", gab er zurück.
Luka und Mel unterhielten sich noch eine ganze Weile über alles Mögliche. Luka war es als würde er Melinda Kennedy schon ewig kennen. Er konnte sich mit ihr auf eine Art und Weise unterhalten, wie es ihm bisher nur mit Sara gelungen war.
„Sara, kann ich Euch mal stören.", Nick war gerade an der Tür erschienen.
„Klar Nicky, komm nur rein.", sagte Sara.
„Hey Prinzessin, na geht es dir gut?" Nick war zu Sara getreten, die Nessi auf dem Arm hatte,
„Sara darf ich mein Patenkind mal nehmen?", fragte er etwas zaghaft.
„Ja Nicky, sicher, aber pass auf, dass du sie nicht fallen lässt und …."
„Sara ich halte nicht zum ersten mal ein Baby.", unterbrach Nick sie lachend.
„Uhm.. ja schon gut."
Nick nahm sein Patenkind hoch und Nessi strampelte mit allen Vieren gleichzeitig.
Er nahm Nessi unter den Achseln und wirbelte sie umher. Vanessa gluckste vor Begeisterung.
„Nicky bitte, ich habe sie gerade erst gefüttert und frisch angezogen.", gab Sara besorgt zurück.
Sam legte die Hand auf Saras Schulter und sah sie lächelnd an.
„Sara bleibe ruhig, du musst Vanessa mal loslassen. Ich weiß, wie schwer es ist, ich habe bei Tim auch lange gebraucht, aber glaube mir, es ist besser jetzt schon damit anzufangen. Sonst ist es für dich extrem schwer, wenn Nessi zur Tagesmutter muss."
„Ich weiß Sam, aber ich möchte es noch nicht, sie ist noch so klein……"
„Sara, Nessi ist jetzt fast 4 Monate alt. Ich weiß es war schwierig für dich, gerade wegen der Geburt. Aber du sollst sie ja nicht weggeben, sondern nur mal ein wenig aus den Händen lassen.", unterbrach sie Sam.
Sara seufzte leicht auf.
„Du hast recht Sam, ich versuche mein bestes. Es ist eben sehr schwer für mich loszulassen."
Nick merkte, wie sehr Sara an ihrer Tochter hing, er fragte sich, ob es bei Cal genauso sein würde und was seine Verlobte dazu sagen würde.
Als er Sara Vanessa wieder zurückgab, strahlte Sara wieder über das ganze Gesicht. Was fast nicht auffiel, Sara hatte Tränen in den Augen, als sie ihre Tochter in den Arm nahm.
Nick erschrak, er wollte Sara nicht wehtun. Man Nick du hättest dir ja auch denken können, dass Sara so reagiert, schließlich hat sie ihre Tochter erst seit gestern so richtig, schalt er sich selber.
„Ich geh mal wieder nach unten. Ich muss mal für kleine Mädchen.", sagte Sam.
Als Nick und Sara wieder alleine waren, nahm Nick Sara unvermittelt in die Arme.
„Sar-Honey, ist alles ok bei dir?", fragte er sie.
„Ja, Nicky ist schon ok. Ich bin vielleicht nur ein wenig zu viel Mutter.", sagte sie mit eine Spur Traurigkeit.
„Sara, du weißt genau, dass das nicht stimmt! Was ist los mit dir? Raus mit der Sprache!", sagte Nick.
„Nicht hier Nicky, Nessi soll schlafen, lass uns rüber ins andere Gästezimmer gehen."
Sara gab ihrer Tochter noch einen Gute-Nacht-Kuss und legte sie wieder in ihr Bettchen. Anschließend ging sie mir Nick ins das 2. Gästezimmer, das mit einigen alten Möbeln von Grissoms Wohnung eingerichtet war.
„Jetzt sag mir bitte, was dich so beschäftigt.", verlangte Nick, als sie sich auf die Couch gesetzt hatten.
„Nicky es ist alles nicht so einfach. Ich habe Angst etwas falsch zu machen bei Nessi. Ich habe zwei Monate verloren und das bringt mich in sehr starke Gewissenskonflikte. Gestern Nacht habe ich mich restlos übernommen und wäre beinahe wieder zusammengebrochen. Ich würde gerne mehr für sie tun, mehr für sie da sein, aber ich schaffe es einfach nicht. Ich dachte es wird alles anders, wenn ich zu Hause bin, ich hatte mich so auf meine Familie gefreut.", begann Sara und ihr liefen als sie es gesagt hatte die Tränen über die Wangen.
„Oh Honey, Kleines, mach dich doch nicht so fertig! Du bist einfach super als Mutter, schon die ganze Zeit, als du noch im Krankenhaus gelegen hast. Du gehst so sanft und fürsorglich mit Vanessa um, besser kannst du es nicht machen. Sara, sie ist noch ein Baby, sie hat die 2 Monate nicht so empfunden wie du oder Gil. Außerdem war Gil jeden Tag bei dir und Nessi war auf deinem Bauch gelegen. Gil hat von Anfang an dafür gesorgt, dass die Bindung zu deiner Tochter nicht verloren geht. Und man merkt es doch auch, dass ihr beide eine extrem starke Bindung habt!"
Greg war auf der Suche nach Sara gewesen, da er sich gewundert hatte, wo sie so lange blieb. Grissom hatte zwar gesagt, dass sie sich um Nessi kümmern würde, doch so recht glauben wollte er es ihm nicht. Jetzt hörte er Stimmen aus dem Gästezimmer und trat ein, als Nick die letzten Worte gesprochen hatte.
„Sar, hör auf Nick! Er hat recht mit dem, was er sagt! Sei nicht so stur, und versuche wieder mal alles im Alleingang zu regeln. Du bist nicht mehr Sara Sidle, die alles alleine bewältigen muss, du bist Sara Grissom und dein Mann ist Gil Grissom, für den Gefühle ein Fremdwort waren. Du hast ihm in den letzten 2 ½ Jahren gezeigt, dass man auch mal ruhig Gefühle zeigen kann. Sara, ihr habt beide sehr viel erlebt und das nicht nur Gutes, ihr seid durch alles gemeinsam durchgegangen, egal ob er nach Miami geflogen ist, um dich zu suchen, oder das Verständnis, das er bei der Entführung aufgebracht hatte, als du nicht mehr wusstest, was du überhaupt willst. Dann die Geburt von Nessi, meinst du nicht, er macht sich große Sorgen um dich!?", Greg saß mittlerweile neben Sara und hatte ihre Hand genommen, während Nick den Arm um sie gelegt hatte.
„Ich weiß ihr beide habt recht. Aber ihr seid keine Mutter. Ihr habt nicht die Gefühle, versagt zu haben bei eurer Tochter, sie im Stich gelassen zu haben."
Sara konnte nicht mehr, sie war nah an einem Zusammenbruch. Das merkten nun auch Greg und Nick, die sich schweigend ansahen. Beide wussten, wie sehr Sara litt, doch sie wussten nicht, wie sie ihr helfen konnten.
„Honey du hast nicht versagt bei Nessi, schau sie dir doch mal an, wie sie sich freut, wenn du sie in den Arm nimmst!", Nick versuchte sie zu beruhigen, wusste aber auch, dass er dazu keine Chance hatte.
Sara war mal wieder völlig von sich überzeugt und gab sich die Schuld an den vergangenen schlimmen Monaten.
„Sar, es ist wahr, du hast eine wunderbare Tochter. Nessi ist glücklich, das sieht jeder der sie betrachtet. Sie würde niemals so glucksen, wenn du sie hast, oder sich von dir stillen lassen, wenn sie dich nicht annehmen würde. Honey, ich bin zwar keine Frau oder keine Ärztin, aber das, was du gerade durchmachst, machen viele Mütter nach der Geburt durch.", sagte Greg mit voller Überzeugung und hoffte Sara würde darauf eingehen.
„Oh Greggo, Nicky, ich weiß nicht was ich machen soll, ich will doch auch Gil entlasten, er hat sich zwei Monate alleine um Nessi kümmern müssen. Ihr versteht das nicht, ich war nicht da, er hatte Angst, ich würde nicht mehr aufwachen. Er ist an meinem Bett zusammengebrochen. Ich möchte ihn jetzt nicht noch mehr zumuten. Es ist ja auch meine Tochter! Nicky, Greggo ich liebe beide viel zu sehr, ich möchte keinem von beiden schaden!"
„Du belastest mich nicht Sara, ich habe dir gesagt, dass ich für dich und Nessi da bin, immer und zu jederzeit. Ja es ist richtig, ich hatte Angst, du würdest nicht mehr aufwachen und der Zusammenbruch war ein Zeichen dafür, dass es noch Nessi gibt, um die ich mich kümmern muss. Ich musste auch erst lernen damit umzugehen. Auch wenn die 2 Monate die Schlimmsten waren, die ich je in meinem Leben hatte, belastest du mich nicht, wenn wir uns nachts abwechseln, um uns um Nessi zu kümmern!", Grissom war unbemerkt ins Zimmer getreten, er hatte Sara gesucht.
Nick und Greg standen auf und nickten Grissom wortlos zu, der sich zu Sara setzte. Die anderen beiden gingen wieder nach unten. Das mussten jetzt die beiden klären. Sie hatten ihr Nötigstes getan, aber sie machten sich große Sorgen um Sara.
„Sara, bitte sieh mich an! Was zur Hölle denkst du dir, weiß du eigentlich welche Sorgen ich mir heute Mittag um dich gemacht habe. Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich dich mit Nessi einfach alleine gelassen habe.", Grissom hatte Saras Hände gefasst und sah ihr direkt in die Augen.
„Honey, das musst du nicht haben. Ich gebe zu, ich habe mich vielleicht ein wenig übernommen heute, aber ich muss es ja in Zukunft auch wieder hinbekommen, wenn du wieder arbeiten gehst.", Sara sah nun ihren Mann ebenfalls direkt an.
„Oh Sara was soll ich nur mit dir machen, so stur kann doch kein Mensch sein! Du bist gestern aus dem Krankenhaus entlassen worden, du brauchst deine Zeit, du kannst nicht sofort wieder alles an dich reißen wie vorher. Du bist noch nicht wieder 100% gesund. Sara es war sehr, sehr knapp, dass du dem Tod entkommen bist. Du musst dich schonen. Ich will dich nicht jetzt doch noch verlieren. Ich habe zwei Monate um dich gebangt, glaube das reicht locker für ein ganzes Leben, oder meinst du nicht?"
Als Nick und Greg wieder im Garten waren, sprach Nick mit Melinda darüber, er hoffte von ihr etwas Wissenswertes zu erfahren, wie man Sara helfen konnte. Aber wie schon vermutet mussten das Gil und Sara alleine regeln. Nick und Greg konnten nur auf das Vertrauen der Beiden hoffen, dass sie füreinander hatten.
„Lasst Sara Zeit, sie wird sich schon damit zurechtfinden. Ihr müsst sie verstehen, es ist keine einfache Situation für sie. Aber so wie ich sie einschätze, wird sie das gemeinsam mit ihrem Mann schon meistern.", sagte Mel und lächelte die beiden aufmunternd an.
„Sie klang so verzweifelt eben.", sagte Greg noch etwas ungläubig.
„Sie redet sich ein, dass sie nicht für Vanessa da sein kann.", Nick hatte ebenfalls noch Zweifel in seiner Stimme.
„Nick, Greg, lasst Sara damit in Ruhe, sie findet schon den richtigen Weg mit Gil.", sagte nun Cal, die zu den drei getreten war.
„So wie ich Sara kenne, hat sie sicher versucht sich wieder alleine durchzubeißen? Richtig?", begann nun Luka, der das Gespräch ebenfalls mitbekommen hat.
„Ja, ich glaube wir alle kennen Sara und wissen, wie sie ist, aber ich bin auch Cals Meinung und auch als Mutter sage ich. Sie wird das schon meistern. Gil ist für sie da und die beiden haben weit aus Schwierigeres schon geschafft.", sagte Sam, die sich dazugesellte.
„Da hört ihr es Jungs, wir Frauen wissen schon, was los ist. Also lasst sie am besten in Ruhe, sie regelt das schon mit ihrem Mann. Das ist eine Sache, die nur die beiden etwas angeht. Ich als Ärztin habe mit Sara schon gesprochen und ich weiß, sie schafft das.", sagte Mel.
Mel ging nach drinnen um sich etwas zu trinken zu holen, als Nick ihr folgte.
„Oh hallo Nick, habe dich gar nicht bemerkt.", begann Melinda, als sie aus der Küche mit dem Eistee kam und fast mit Nick zusammenstieß.
„Ich weiß es geht mich ja nichts an, aber was ist nun mit dir und Luka?", fragte er neugierig.
Er hatte Mel damals im Krankenhaus bei Gils Zusammenbruch versprochen sie hatte etwas gut bei ihm. Er war der Meinung es war an der Zeit etwas zu unternehmen. Er hatte über dieses Thema auch schon mit Sara gesprochen.
„Da liegst du richtig Nick, das geht dich wirklich nichts an. Aber lass dir gesagt sein, mit Luka ist nichts und wird auch nichts sein. Obwohl ich ihn ja schon gerne habe, aber die Entfernung ist einfach zu groß, um uns kennenzulernen. Also daher, es gibt sicher auch noch andere Männer, und irgendwo ist auch jemand dabei der für mich der Richtige ist.", Melinda versuchte ihre Unsicherheit mit einem Lachen zu verbergen.
Doch Nick wusste intuitiv, dass sie gerne Luka kennenlernen würde. Doch sie hatte recht, durch die Entfernung würde das nichts werden. Nick beschloss irgendetwas zu unternehmen. Er wusste noch nicht wann und was, aber mit Sara zusammen würde ihm schon etwas einfallen.
Sara musste schlucken sie sah Grissom entsetzt an. Bis jetzt wusste sie nichts davon, dass sie fast gestorben wäre. Sie wusste nur, sie hatte etwas viel Blut verloren.
„Ist das wahr, Gil?", Sara sprach es leise und langsam.
„Ja Sara, es ist wahr. Kannst du jetzt verstehen, warum ich solche Angst um dich hatte. Ich habe sie noch immer. Jeden Tag, den ich ins Krankenhaus kam und dich gesehen habe, wenn es dir schlecht ging, hatte ich Angst, dass du dich überanstrengst. Und heute Mittag, als du nicht ans Telefon bist, habe ich mir wieder große Sorgen gemacht."
Sara wusste nicht, was sie sagen sollte. Der Schock über das gehörte, hatte ihr die Sprache verschlagen.
„Sara du musst mir versprechen, es langsam angehen zu lassen. Ich bin immer für dich und Vanessa da. Ich habe dir damals schon, als ich dich im Krankenhaus in Miami besucht hatte, nach deinem Überfall, versprochen, dass ich ab jetzt immer für dich da bin. Damals wusste ich noch nicht, dass wir beide jemals so glücklich sein würden. Darling, ich bin so unendlich glücklich, dass du wieder zu Hause bist, und dass wir eine so wunderbare Tochter haben. Wir sollten jetzt endlich mal die Vergangenheit ruhen lassen und einfach leben."
Sara sah ihren Mann fassungslos an, war das wirklich der Gil Grissom, der noch vor 3 Jahren alles Emotionale von sich ferngehalten hatte. Sara seufzte leicht auf, ihr war nicht gut. Das alles hatte sie leicht überfordert.
„Gil, ich wusste nicht, dass es so ernst bei mir war. Das Ganze schockt mich ziemlich. Ich weiß, dass du für uns da bist. Ich verspreche dir auch, dass ich es langsam angehe, lasse, vielleicht habe ich auch wieder ein wenig übertrieben. Aber bitte verstehe du mich auch, dass auch ich Zeit brauche, um darüber hinwegzukommen. Ich erfahre erst nach 2 Monaten, nachdem ich wieder aufgewacht bin, dass es so ernst war. Meinst du nicht, ich hätte das Recht gehabt es zu erfahren. Wann hättest du es mir erzählt? Vielleicht nie?.", Sara war verletzt und traurig.
Grissom sah es seiner Frau an, was in ihr vorging. Vorsichtig nahm er sich in die Arme.
„Sara, ich hätte es dir nicht vorher erzählen können. Du hättest es nicht verkraftet, du warst einfach noch zu schwach. Bitte klage mich nicht dafür an, dass ich dich beschützen wollte. Ich hätte es dir erzählt, aber nicht heute und auch nicht gleich Morgen, sondern dann, wenn ich gewusst hätte, dass es dich nicht mehr so sehr mitnimmt. Du hast zurzeit Schlimmes durchzumachen und alles was ich will, ist dir beistehen und dir helfen. Und Gott, Sara, nimm diese Hilfe endlich an und sei nicht so stur.", Grissom wusste sich jetzt keinen Rat mehr, denn Sara hatte völlig zu gemacht und sich richtiggehend versteift, als er sie in die Arme nahm.
Sara lag mehr oder wenig in Grissoms Arme und wusste nicht, was sie sagen sollte. Das war alles zu viel für sie. Sie hatten den Wunsch und Drang davonzulaufen, aber sie wusste davon würde es auch nicht besser werden. Das, was Sara nun sagte, fiel ihr sehr schwer, doch sie wusste, sie musste einen Schritt vorwärts tun, auch wenn es für sie eines der schwierigsten Sachen in ihrem Leben war.
Sara setzte sich gerade hin und nahm Gils Hände, sie schaute ihn voller Liebe an.
„Gil, ich kann dir im Moment nicht versprechen, wie es weitergeht, wie ich mich verhalten werde, aber ich möchte, dass du mir hilfst, weil ich es alleine nicht schaffe. Ich liebe dich und Nessi über alles. Du hast recht, lassen wir die Vergangenheit hinter uns und schauen in die Zukunft unserer Familie!", Sara atmete tief aus, als sie gesprochen hatte.
Nun war es an Grissom, der seine Frau verwundert anschaute. Er hatte mit vielem gerechnet aber nicht damit, dass Sara sich wirklich darauf einlassen, würde sich helfen zu lassen. Er war angenehm überrascht und freute sich.
„Sara ich verspreche dir, ich werde dir immer helfen, wenn du es zu lässt. Und du wirst sehen, wir schaffen das auch noch. Es ist normal, dass du total fertig bist, aber du wirst dich auch wieder erholen, dafür sorge ich schon.", beendet Grissom seinen Satz und lächelte seine Frau mit dem Lächeln an, dass sie so an ihm liebte.
Sara schmiegte sich jetzt wieder in Grissoms Arme und küsste ihn zärtlich.
„Danke Gil, für deine Hilfe. Du hast recht, wir schaffen das schon. Mit dir an meiner Seite, kann es ja nicht noch schlimmer werden.", als sie sprach, hatte sie ein freches Blitzen in ihren Augen.
„Sara Grissom du bist ein kleines Biest, das muss ich dir immer wieder sagen.". Lachte Grissom und war froh, als er Saras Kuss erwidern konnte.
Sie saßen noch eine kleine Weile ohne ein Wort zu sagen auf der Couch im Gästezimmer und genossen die Zweisamkeit, bis Sara die Stille unterbrach.
„Ich bin froh, dass ich dich habe Honey, ich liebe dich mehr als ich dir sagen kann."
„Darling, das kann ich nur zurückgeben. Ich liebe dich mehr als alles andere!"
Grissom hatte seine Frau erneut sanft an sich gedrückt und umschloss ihren Mund mit einem erregenden Kuss.
Als sie sich voneinander gelöst hatten, gingen sie wieder nach unten in den Garten zu den Anderen. Sara hatte noch immer ein Lächeln im Gesicht, welches die anderen sofort bemerkten und froh darüber waren.
Sara erwischte Greg und Nick gerade, als die Beiden sich im Garten unterhielten.
„Hey Jungs, darf ich euch mal stören?", fragte sie.
Nick und Greg drehten sich um grinsten sie an und nickten.
„Danke euch, dass ihr versucht, habt mich aufzumuntern.", sagte sie.
„Sara wir haben dich nicht nur versucht aufzumuntern.", sagte Nick.
„Wir haben nur versucht dir klar zu machen, dass du nicht immer alles alleine bewältigen musst", schloss sich Greg an.
„Ich weiß, auf jeden Fall danke dafür, dass ihr so tolle Freunde seid.", Sara umarmte ihre beiden besten Freunde.
„Haben wir gerne gemacht, dafür sind Freunde da.", sagte Greg und Nick stimmte ihm mit einem Nicken zu.
„Ihr müsst mich mal entschuldigen, ich muss mal wieder zu meiner Verlobten, bevor die sich einen anderen angelt.", lachte Nick und ging zu Cal, die sich gerade mit Luka und Horatio unterhielt.
Sara und Greg konnten sich ein Grinsen nicht verkneifen.
Greg erzählte Sara, dass Cal Nick vor ein paar Wochen vor die Tür gesetzt hatte. Sara hörte sich die Geschichte an und auch das mit der falschen SMS. Als Greg ihr alles erzählt hatte, konnte sich Sara vor Lachen kaum noch halten.
„Oh man Greggo, wie viel habt ihr denn an dem Abend getrunken gehabt, dass Nick schon die SMS an Cath schickt. Aber ich denke mir Cath, hatte sicher genauso ihren Spaß, oder vielmehr, sie hat immer noch ihren Spaß, wenn sie Nicky damit aufzieht.", lachte Sara.
„So wie ich Cath kenne, mit ziemlicher Sicherheit.", stimmte Greg Sara zu.
Jetzt mal zu dir Greggo, was ist zwischen dir und Reena passiert? Du warst vorhin sehr blass, als Griss sagte, dass er Reena haben wollte.
Greg hatte jetzt nicht wirklich die Absicht darüber zu reden. Aber irgendwie wusste er, dass er gegen Sara keine Chance hatte, wenn sie etwas wissen wollte.
„Greg, wenn du mir nicht sagst, was los ist, gehe ich eben zu Reena. Sie wird mir schon sagen, was los ist.", sagte Sara ernst.
Greg schaute sie erschrocken an. Alles bloß nicht Sara zu Reena gehen lassen, dachte er sich……
