Widerstand?

*

Diesmal ist wieder einmal eine Figurenliste nötig, da ich ja nicht erwarten kann, dass ihr alle die Vornamen kennt.

*

Im Schuljahr, in dem dieser Oneshot spielt besteht das Personal von Hogwarts aus folgenden Leuten:

Albus Dumbledore (Professor), Schulleiter

Aurora Sinistra (Professor), Astronomie

Argus Filch, Hausmeister

Batusheda Babbling (Professor), Alte Runen

Charity Burbage (Professor), Muggelkunde

Cutubert Binns (Professor), Geschichte der Zauberei

Dolores Umbridge (Professor), Verteidigung gegen die dunklen Künste

Filius Flitwick (Professor), Zauberkunst und Hauslehrer von Ravenclaw

Irma Pince (Madam), Bibliothekarin

Minerva McGonagall (Professor), Verwandlung und Hauslehrerin von Gryffindor

Pomona Sprout (Professor), Kräuterkunde und Hauslehrerin von Hufflepuff

Poppy Pomfrey (Madam), Krankenschwester

Rolanda Hooch (Madam), Quidditchschiedsrichterin und Flugunterricht

Rubeus Hagrid (Professor), Pflege magischer Geschöpfe und Wildhüter

Septima Vektor (Professor), Arithmantik

Severus Snape (Professor), Zaubertränke und Hauslehrer von Slytherin

Sibyll Trelawney (Professor), Wahrsagen

Wilhelmina Raue-Pritsche (Professor), Vertretung Pflege magischer Geschöpfe

*


In der Mittagspause eines schönen Märztages schien die Sonne angenehm warm ins Gesicht der Astronomielehrerin, die in einem Sessel am Fenster des Lehrerzimmers schlief. Auf der anderen Seite des Raumes blätterte der Geist von Professor Binns hin und wieder leise raschelnd eine Pergamentseite seiner Aufzeichnungen um. Das Feuer im Kamin knisterte und knackte, während es die Anstrengungen der Frühlingssonne unterstützte und half, den Raum warmzuhalten.

Alles war still und friedlich – abgesehen von vier Lehrern, die an einem Ende des langen Tisches die Köpfe zusammensteckten. Sie sprachen zwar gedämpft, um Aurora und Cutubert nicht zu stören, doch ihr aufgeregtes Getuschel ließ keine friedliche Stimmung zu.

„Sie hat jetzt nicht mehr nur Sibyll auf dem Kieker."

„Ja, ich habe gehört, Hagrid macht ihr den ersten Platz auf der Abschussliste streitig", bestätigte Filius Pomonas Beobachtung. Septima murmelte: „Hat sie schon verdrängt, da bin ich mir sicher."

„Ich glaube nicht. Wenn ich diese Frau richtig einschätze, wird –"

Charity verstummte schlagartig, als die Tür schwungvoll aufgestoßen wurde und ihr Gesprächsthema höchstpersönlich hereinspaziert kam. Noch bevor die zuckersüß lächelnde Kröte ihren breiten Mund öffnen konnte, war Septima aufgesprungen, hatte eine hastige Entschuldigung hervorgestoßen („Ähm – ich muss Batusheda bei der Hofaufsicht ablösen.") und war an Umbridge vorbei aus dem Zimmer gestürzt.

Pomona hätte es ihr am liebsten gleichgetan. Stattdessen machte sie noch etwa eine Minute gezwungene Konversation, bis Dolores sich endlich der inzwischen aufgewachten Aurora zuwandte: „Haben Sie eigentlich jemals eine Stunde, die vor zehn Uhr abends beginnt?"

Währenddessen hatten Charity und Filius, die das Glück hatten, nebeneinander am Tisch zu sitzen, so getan, als seien sie schon stundenlang in ein intensives Gespräch vertieft. Offenbar war das nicht nur Schauspielerei, denn keiner der beiden schaute auf, als sich die Kräuterkundelehrerin lautstark verabschiedete und betont langsam zur Tür ging, in der Hoffnung, jemand würde sich ihr anschließen.


Doch nichts dergleichen geschah und nun war Pomona schon zwei Stockwerke tiefer, nach wie vor ohne die leiseste Ahnung, wie und wo sie den Rest ihrer Pause verbringen wollte. Bisher war das noch nie ein Problem gewesen, aber in letzter Zeit war das Lehrerzimmer nicht mehr der Ort, der es einmal gewesen war... Genauer, seit Umbridge in der Schule weilte.

Nun, immerhin war Pomona nicht die einzige, die von der Großinquisitorin auf den Flur geekelt wurde, und das machte die Sache gleich viel erträglicher: Am Fuß der Marmortreppe entdeckte die Kräuterkundelehrerin Minerva, die sich mit Severus unterhielt. Sie brauchten nicht lange, um Pomona zu sehen und zu ihr hinaufzukommen. Diese informierte die beiden sofort über den Stand der Dinge: „Das Lehrerzimmer könnt ihr vergessen."

Mehr musste sie nicht sagen. Die drei Lehrer nahmen wie selbstverständlich ihre alternative Pausenbeschäftigung auf, die langsam zur Gewohnheit wurde: Sie flanierten durchs Schloss und verbanden so den üblichen Pausenplausch im Lehrerzimmer mit einem Kontrollgang und körperlicher Betätigung. Als Severus sie in sarkastischem Tonfall darauf hinwies, wie sinnvoll diese erzwungene neue Tätigkeit sei, meinte Pomona nur missmutig: „Ich vermisse meinen Tee."

„Also bitte, das sollte nun wirklich keine Schwierigkeit darstellen, wenn sogar Sibyll sich in irgendeiner Ecke ungestraft mit Kochsherry volllaufen lässt." Die Verachtung in Minervas Stimme war nicht zu überhören.

„Ja, vielleicht sollte ich auf in Flaschen abgefüllte Getränke umsteigen, die kann man im Gehen trinken!"

Nachdem sie jedoch kurz darauf eine unablässig vor sich hinmurmelnde Wahrsagelehrerin passiert hatten, war Pomona nicht mehr nach Scherzen zumute.

Severus flüsterte: „Die ganze Angelegenheit scheint sie schwer zu schaffen. Sie ist ja ganz durch den Wind..."

„Sie meinen, mehr als sonst", bemerkte Minerva trocken, aber sie klang nicht mehr ganz so herablassend.

„Mal ehrlich, wie würdet ihr euch an Sibylls Stelle fühlen? Nach dem, was man von den Schülern hört, sind die Unterrichtsinspektionen bei ihr der reine Psychoterror. Ich persönlich bin ja noch gut weggekommen; abgesehen vom „Gestank" und meinem Aussehen hatte sie an nichts etwas auszusetzen. Und zu sehr auf die Pelle gerückt ist sie mir auch nicht..."

„Wollte sich wohl die Strickjacke nicht mit Drachenmist schmutzig machen", warf Minerva ein.

„Jedenfalls haben wir vorhin darüber geredet, wer wohl als erster rausfliegen wird – Hagrid oder Sibyll. Und Charity wollte uns gerade erklären, warum Sibyll wahrscheinlicher ist, als Umbridge reinkam. Natürlich hat sie mitgekriegt, worüber wir gesprochen hatten", antwortete sie auf die fragenden Blicke ihrer Kollegen, „wenn plötzlich alle stumm und wie versteinert dasitzen... Septima hat die Nerven verloren und ist mit einer fadenscheinigen Ausrede rausgerannt – sehr unauffällig. Ich meine, man kann ihnen keinen Vorwurf machen, aber wärt ihr dabei gewesen... Einer von euch hätte das Gespräch gerettet, ihr kriegt in solchen Situationen doch immer noch die Kurve.

Tja, so jedenfalls dreht Umbridge uns irgendwann einen Strick draus. Obwohl – eine gesetzliche Grundlage hat sie ja noch gar nicht. Ich frage mich, wann sie das Redeverbot fürs Lehrerzimmer amtlich macht. Das wäre dann Ausbildungserlass Nummer...siebenundzwanzig?"

„Achtundzwanzig", korrigierte Minerva prompt, „Der letzte kam heute Vormittag – das Klitterer-Verbot. Dieses Interview hat Potter schon wieder eine Woche Nachsitzen eingebracht, aber dieses Mal muss ich sein Verhalten befürworten." Sie klang richtig stolz, als sie das sagte. Snape hüstelte, doch Pomona, die den Artikel mit Begeisterung gelesen hatte, stimmte ihr zu.


Den ganzen Nachmittag über beschäftigte sich die Kräuterkundelehrerin mit der Frage, wie sie den Ausbildungserlass Nummer 26 umgehen und Potter ihre Anerkennung bekunden konnte. Wenn es nach Umbridge ging, bekäme der Junge als Lohn für seinen Mut nichts als fünf Abende Nachsitzen. Und das wollte Pomona nicht zulassen!

Die Gelegenheit kam am nächsten Tag in ihrer zweiten Nachmittagsstunde: „Potter, reichen Sie mir doch mal die Gießkanne dort drüben."


*

Author's Note:

Ihr wisst, wie's weitergeht. Wenn nicht, wär das mal eine einmalige Chance für mich, nen Kommi zu kriegen!