Chapter 70
„Erde an Greggo!", Sara holte Greg aus seinen Gedanken.
„Ja, sorry Sar, ich war gerade in Gedanken.", sagte er.
„Ich habe es gemerkt! Jetzt sag schon, was ist los mit dir?"
Greg seufzte leicht auf und sah Sara ernst an.
„Ach Sar, das ist alles nicht so einfach, ich hatte mit Reena einen One-Night-Stand vor ein paar Wochen.", Greg hatte es vorsichtig und leise gesagt, er wusste nicht, wie Sara darauf reagieren würde.
„Du hattest mit Reena, der Reena Procter einen One-Night-Stand?", fragte Sara ungläubig und hatte die Augen weit aufgerissen.
„Ja Sara, schrei noch lauter, dass es gleich jeder hört.", ärgerte sich Greg.
„Tschuldige Greggo, aber ich kann es nicht glauben. Reena ist nicht der Typ von One-Night-Stands, war sie noch nie. Es muss ihr verdammt viel an dir liegen, sonst hätte sie sich nicht darauf eingelassen.", sagte Sara.
„Na ja ich weiß nicht, sie will nur Freundschaft. Sara ich bin verzweifelt, ich weiß nicht was ich falsch gemacht habe. Ich dachte wirklich nach der Nacht, es könnte sich etwas zwischen uns entwickeln, aber Reena hat total abgeblockt und seitdem habe ich sie auch nicht mehr gesehen.", schloss Greg traurig.
„Oh Greggo, du Armer, ich weiß, wie es dir geht, ich habe fast 9 Jahre lang damit gelebt.", sagte Sara mit einem Anflug von Traurigkeit.
„Sar-Honey tut mir leid, ich wollte dich daran nicht erinnern. Aber vielleicht kannst du mir helfen!", Greg sah Sara bittend an.
„Greggo-Darling, ich würde dir gerne ein Patentrezept geben, aber ich kann es nicht. Das Einzige, was ich sagen kann, gib ihr Zeit, ich denke das braucht sie jetzt. Ich kann dir nicht sagen wie viel Zeit, das musst du für dich selber entscheiden, aber zögere nicht so lange wie ich."
„Hm, ich werde ihr auf jeden Fall Zeit geben, das habe ich mir schon gedacht. Ich weiß, dass irgendetwas sie bedrückt, aber ich möchte sie nicht drängen."
„Greggo, das darfst du auf keinen Fall, wenn Reena so weit ist, wird sie es dir schon sagen. Ihre Vergangenheit ist auch nicht gerade einfach. Deswegen verstehen Reena und ich uns vielleicht so gut.", sagte Sara nachdenklich.
„Ja, ich lasse ihr Zeit, aber es ist schwierig für mich, jetzt noch mit ihr in der gleichen Schicht zu arbeiten."
„Tja Greggo, Willkommen im Club, ich habe es 8 Jahre durchgehalten. Ich hoffe für Euch, dass ihr nicht so lange braucht."
„Gott Sara, ich gehe ein, so lange habe ich keine Geduld, ich weiß nicht, ob ich das verkrafte.", Greg schrie es fast aus.
„Oh man, armer Greggo, dich hat es ganz schön erwischt. Du liebst sie nicht wahr?", fragte Sara und sah Greg direkt in die Augen.
Greg wusste nicht was er sagen sollte. Er stand einfach da und sah Sara entsetzt an, weil sie ihn doch besser kannte, als ihm im Augenblick lieb war.
„Ja, ich liebe Reena. Aber sie mich nicht.", sagte er leise und blickte auf den Boden.
„Greg es tut mir leid, wenn ich irgendetwas für dich tun kann. Helfe ich dir gerne, ich, weiß, wie du dich fühlst, du kannst jederzeit mit mir reden.", sagte sie und umarmte Greg liebevoll.
„Danke Sara, aber im Moment reicht es erst einmal. Ich werde mich im Labor schon irgendwie zusammenreisen.", sagte Greg.
Für Greg war das Thema vorbei. Er wollte nicht mehr darüber reden. Es tat schon genug weh, nur daran zu denken.
Sie unterhielten sich noch ein wenig über ein paar Fälle und Cal. Wer was vermutete, was es gibt. Greg war der Meinung es gibt ein Junge, genau wie Sara.
Es war inzwischen schon 1 Uhr, Sara saß bei Grissom auf der Bank und er hatte den Arm um sie gelegt. Sie waren beide froh, dass Nessi bisher nicht noch mal aufgewacht war.
Greg, Nick, Cal Horatio und Sam wollten sich verabschieden. Sara und Grissom gingen mit ihnen zur Tür. Als Erstes hatten sie sich von Nick, Cal und Greg verabschiedet. Nick und Cal wollten Greg mit nach Hause nehmen.
Sam konnte nicht anders und war noch mal kurz mit der Erlaubnis der Grissoms bei Nessi gewesen und sich leise verabschiedet, da sie morgen nach Miami zurückkehren würden. Sam konnte es nicht abwarten ihren Sohn endlich wieder bei sich zu haben, sie hatte ihn die ganzen Wochen sehr vermisst und viel an ihn denken müssen.
„Ich wünsche euch beiden einen guten Flug und grüßt mir die anderen in Miami.", sagte Gil zum Abschied zu Horatio.
Er gab Horatio und Sam zum Abschied die Hand.
„Machen wir Gil, bitte grüße du uns noch mal Cath und Warrick, schade, dass die beiden heute keine Off-Night hatten.", sagte nun Sam.
„Wird erledigt", sage Sara und grinste Sam an.
„Nochmals vielen Dank für deine Hilfe Sam. Und entschuldige Horatio, dass wir dir deine Frau so lange ausgespannt haben.", sagte Grissom.
„Schon ok habe ich doch gerne gemacht, ihr habt wirklich eine ganz bezaubernde Tochter. Außerdem bin ich froh, dass es Sara wieder gut geht.", sagte Sam und schaute Sara und Gil lachend an.
„Ich denke, dass ich es gerade so verkraftet habe, dass ich Sam entbehren musste. Es war ja nicht ganz so schlimm. Solange ich sie wiederbekomme, leihe ich sie dir gerne wieder aus.", grinste Horatio.
„Mr. Caine, das habe ich jetzt geflissentlich überhört.", sagte Sam und knuffte ihrem Mann in die Seite.
Sara umarmte beide noch zum Abschied, bevor sie mit Grissom, Arm in Arm, wieder zu Luka und Mel gingen. Auf dem Weg dorthin stoppte er plötzlich.
„Was ist los Honey?", Sara sah in erschrocken an.
„Nichts Sara, ich wollte dich nur anschauen und dir sagen, wie sehr ich dich liebe!", sagte er unvermittelt.
„Du bist echt unglaublich, und verwunderst mich jeden Tag aufs neue Mr. Grissom.", lachte Sara.
„Aber ich liebe dich auch Honey.", sagte sie und stellte sich auf die Zehenspitzen und gab ihrem Mann einen zärtlichen Kuss.
Als sie bei Luka und Mel wieder saßen, unterhielten sich die Vier eine ganze Weile, bis Mel offen frage.
„Luka, Sara, wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt?"
Sara und Luka sahen sich an und grinsten von einem Ohr zum anderen.
„Wer fängt an, du oder ich?", fragte Luka und grinste noch immer Sara an.
„Mach du, bin gespannt, welche Version du diesmal von dir gibst", lachte Sara.
„Ok dann fange ich mal an. Also Sara half Interpol bei einem Fall in Europa, genauer gesagt in Italien. Na ja wir mussten uns damals als ein verliebtes Pärchen ausgeben. Aber das war mehr Chaos, als dass es etwas genutzt hat, zumindest am Anfang.", lachte Luka.
„Genau, na ja auf jeden Fall haben wir es doch recht überzeugend gespielt, denn letztendlich haben wir den Täter geschnappt.", sagte Sara.
Sie war sich bewusst, dass ihr Mann sich neben ihr versteift hatte. Er glaubte ihr zwar, dass nie mit Luka gelaufen war, aber die Eifersucht konnte er nicht ganz unterdrücken.
„Warum ausgerechnet Sara, warum hast du Sara nach Italien geschickt, Gil?", fragte Mel.
„Uhm.. na ja Sara ist eine unserer besten CSI und Cath hätte mit den blonden Haaren nicht unbedingt eine gute Südländerin abgegeben.", antworte Gil, dem man anmerkte, dass die Fragen für ihn unangenehm waren.
Er stand auf und ging nach oben, weil Nessi gerade angefangen hat, zu quäken, er legte Sara die Hand auf den Arm, dass bedeuten sollte, sie solle sitzen bleiben.
Luka und Mel hatten schon einiges an dem Abend getrunken, deswegen waren die Gespräche sehr lustig. Denn die Hemmungen der Beiden schienen sich langsam zu legen.
„Warum ist eigentlich nie etwas aus euch beiden geworden.", fragte Mel zwar Luka, aber Sara bekam es mit.
„Ganz einfach Mel, weil Sara mich hat abblitzen lassen.", lachte Luka und Sara musste unweigerlich mit lachen.
„Tut mir ja leid Luka, du warst nun mal nicht mein Typ.", neckte Sara ihn.
„Wer war nicht dein Typ?", fragte Grissom, der gerade wieder kam.
„Luka! Mel hat Luka gerade gefragt, warum Luka und ich nichts miteinander hatten.", klärte Sara ihren Mann auf und legte ihre Hand auf seinen Arm, als er sich gesetzt hatte. Grissom verstand die Geste und lächelte seiner Frau dankend zu.
„Aber ich denke Mel wäre genau dein Typ!", sagte Sara und sah Luka herausfordernd an.
„Uhm Sara, lass das bitte.", wisperte Luka ihr zu.
Mel war rot angelaufen und Grissom und Sara saßen den beiden grinsend gegenüber.
„Ich glaube wir sollten noch mal nach Nessi sehen.", sagte Sara und sah Grissom durchdringend an.
Der hatte sofort verstanden und stand ebenfalls auf um Luka und Melinda alleine zu lassen.
Luka war ebenfalls aufgestanden und hatte sich eine Zigarette angesteckt, die er etwas abseits rauchte.
Er musste den Kopf freibekommen, er fühlte sich zu Mel hingezogen, sie war auch absolut sein Typ, aber es konnte nie gut gehen, sie hier in Amerika und er in Europa.
„Luka, was ist los, habe ich etwas Falsches gesagt oder getan?", Mel war neben ihn getreten und schaute ihn mit ihren rehbraunen Augen an.
„Gott, nein Mel. Du hast nichts Falsches gesagt oder getan, es ist nur……", Luka stockte, als er Melinda in die Augen sah.
Langsam näherte Luka sich Melindas Gesicht. Als er ihr so nahe war, dass sie fast seinen Atem spürte, sagte er
„Du hast gar nichts falsch gemacht Mel, ganz im Gegenteil, du bist wunderschön und genau mein Typ wie Sara es ausdrücken würde.", sagte er mit rauer Stimme.
„Und wie würde sich Luka Dacanti ausdrücken?", fragte sie kess.
„Er würde sagen, dass du die tollste und schönste Frau bist, die ihm jemals begegnet ist."
Nach den Worten presste Luka seine Lippen auf ihre und küsste sie sanft. Zuerst ganz zögernd, bis Mel ihre Arme um seinen Nacken schlang und den Kuss erwiderte. Luka zog sie fester an sich.
Er fühlt sich so gut an, aber es hat keinen Zweck, morgen fliegt er wieder nach Europa und du bist hier in Amerika, dachte sie sich. Aber sie war unfähig sich von Luka zu lösen. Er hatte ebenfalls nicht vor, Mel los zulassen. Er wollte sie am liebsten nie wieder loslassen. Aber er wusste genauso gut, dass es keinen Zweck hatte.
Als sie sich endlich wieder voneinander gelöst hatten, sahen sie sich gegenseitig in die Augen.
„Mel… ich…", versuchte Luka zu sagen.
„Luka, du brauchst nichts zu sagen, ich empfinde dasselbe, lass es uns einfach genießen, solange wir die Möglichkeit haben. Ich erwarte jetzt sicher keinen Heiratsantrag oder so etwas von dir." Unterbrach sie ihn lachend.
„Melinda, du bist echt unglaublich. Schon bei unserer ersten Begegnung hatte ich es gespürt. Zum ersten Mal in meinem Leben bereue ich, dass ich in Europa arbeite.", sagte Luka und küsste Melinda erneut.
Sie küssten sich immer wieder und die Küsse wurden immer leidenschaftlicher und fordernder.
„Wenn ich jetzt nicht nach Europa zurück müsste, würde ich dich darum bitten, mit mir die Nacht zu verbringen, Mel. Aber ich hatte schon zu viel in den letzten Jahren um mich noch mal so etwas auszusetzen. Die nächste Frau, mit der ich die Nacht verbringe, sollte bei mir bleiben."
„Luka das ist in Ordnung glaube mir. Ich würde lügen, wenn es mir nicht genauso ginge, aber der Verstand sagt mir, dass es keine so gute Idee ist. Vielleicht wenn wir uns in ein paar Jahren wieder einmal irgendwo begegnen, wird die Situation eine andere sein. Aber für den Moment ist es einfach so und wir müssen es akzeptieren, denn es würde nicht gut gehen.", sagte Melinda verständnisvoll.
„Ich weiß Mel, ich glaube wir sollten uns jetzt langsam mal verabschieden von Grissom und Sara, sie wollen sicherlich bald schlafen gehen."
Gemeinsam gingen sie zurück zur Terrasse, wo inzwischen Sara und Gil wieder saßen. Mel musste noch mal zu Toilette und Luka hing seinen Gedanken nach.
Sara und auch Gil wussten und spürten, dass Luka nicht über das Geschehene reden wollte. Er würde sicher noch früh genug etwas sagen.
Als Mel sich von allen verabschiedete, ging Luka mit zur Tür und verabschiedete sich von ihr.
„Meinst du es, ist ok, wenn ich dir E-Mails oder Briefe schreibe. Ich würde gerne unseren Kontakt aufrechterhalten, trotz der Entfernung.", fragte Luka zögerlich.
„Sicher kannst du das Luka, aber bist du dir sicher, dass du es einhalten kannst?", fragte sie ihn.
„Mel, ich habe dir vorhin schon gesagt, dass du eine wunderbare Frau bist, die ich gerne näher kennenlernen möchte und ich kann dir versichern, dass wenn ich so etwas sage es ernst meine!"
„Na dann freue ich mich wahnsinnig über jede E-Mail und jeden Brief, Luka", Mel sah ihn mit ihren tiefbraunen Augen lächelnd an.
„Mel, keine Angst, ich enttäusche dich nicht, du bist wichtig für mich!"
Luka küsste Melinda ein letztes Mal voller Leidenschaft.
„Machs gut Luka, wir sehen uns.", sagte sie und strich ihm zum Abschied über die Wange, drehte sich um und ging zum Taxi, welches sie sich zuvor gerufen hatte.
2 ½ Monate später betrat Grissom bedrückt und mit schlechter Laune das Labor. Seit Sara seit einem Monat wieder arbeitete, war es manchmal der pure Stress tagsüber. Er kam morgens von der Nachtschicht nach Hause, legte sich todmüde ins Bett, neben Sara, die entweder schlief oder gerade wieder mal Nessi fütterte. Danach ging Sara aus dem Haus zur Tagschicht. Sie sahen sich abends gerade mal für 4 oder 5 Stunden. In der Zeit war Vanessa der Hauptpunkt in ihrem Leben.
„Hey Grissom, du siehst ja ganz schön mitgenommen aus. Lässt dich Nessi denn tagsüber auch nicht schlafen, wie Sara nachts?", Nick grinste Grissom an.
„Ja, grins du nur Nick, in ein paar Monaten kommst du genauso übernächtigt zur Arbeit.", murrte Grissom.
„Was ist los? Ist Baby Grissom krank?", fragte Nick.
„Nein Nessi geht es gut, nur mir nicht.", sagte Grissom leicht sauer.
Er fühlte sich manchmal schuldig, denn er hatte den Vorteil, er konnte morgens, wenn er von der Tagschicht kam, schlafen. Sara machte Vanessa morgens fertig und brachte sie zur Tagesmutter, wo sie bis um 2 Uhr mittags blieb, bis Grissom sie abholte. Er konnte den ganzen Morgen schlafen, während Sara manchmal nachts keine Auge zutat, weil Nessi wieder mal nicht schlafen wollte.
„Was ist mit dir los? Stress mit Sara?", fragte Nick neugierig.
„Nein, zum Stress mit Sara bleibt keine Zeit Nick. Aber das ist nicht das Schlimme. Wir haben uns an das Arbeiten gewöhnt."
„Grissom, ich weiß ja, du bist nicht der Typ, der alles rauslässt, aber bitte lass dir nicht alles aus der Nase ziehen. Ich spüre doch, dass du mir was sagen willst. Also raus mit der Sprache!", sagte Nick nun auch etwas ärgerlich.
„Na ja Nick, ich liebe ja meine Tochter wirklich sehr, aber ich liebe auch meine Frau.", sagte er etwas zerknirscht.
Nick verstand nicht, was Grissom ihm damit sagen wollte.
„Na ja nur ich würde Sara auch gerne mal wieder lieben, aber meine Tochter hat wohl etwas dagegen.", sprach Grissom weiter, als er sah, dass Nick nicht verstand.
Nun grinste Nick breit von einem zum anderen Ohr. Es wunderte ihn nicht, dass Grissom es ihm gesagt hatte, schließlich hatte sich eine ganz gute Freundschaft zwischen ihnen in letzter Zeit aufgebaut. Aber er hatte auch eine Idee, wie er Grissom aus der Patsche helfen konnte.
„Gil, ich habe eine Idee, aber ich muss erst noch mit Cal darüber reden. Wann hast du die nächste Off-Night und Sara Off-Day?", fragte Nick.
„Ich habe morgen und übermorgen Nacht Off und Sara die Tage darauf Off, wir haben immer zusammen Off-Night/Day, warum?", Grissom sah Nick verständnislos an, er wusste nicht, was Nick vorhatte.
„Also hör mal zu, dann nehmen wir, vorausgesetzt Cal ist einverstanden, was ich sehr stark annehme, morgen Abend über Nacht Nessi zu uns. Und du und Sara macht euch einen schönen Abend zu zweit."
Grissoms Gesicht erhellte sich, dass er daran selbst noch nicht gedacht hatte. Er hatte wohl zu viel nur auf seine Tochter geachtet, als auf die Idee zu kommen.
„Das wäre prima Nick, ich habe auch schon eine Idee, wohin ich Sara sozusagen entführe.", ein Lächeln schlich sich auf Grissoms Gesicht.
„Ich rufe gleich Cal an, aber ich denke sie ist genauso wie ich, begeistert davon Nessi bei uns zu haben. Ich sage dir dann bescheid."
Nick hatte Cal schnell erreicht und sie war ganz begeistert davon, Nessi über Nacht zu haben. Schließlich war es bei ihr in knapp 4 Monaten auch so weit.
Die Nacht verlief ruhig, sodass Grissom in seinem Büro saß und Pläne für morgen schmiedete. Er wollte Sara morgen früh noch nichts sagen, wenn er nach Hause kam, es sollte eine Überraschung für sie sein. Er wollte gleich morgen früh am Lake Mead in einem Hotel ein Zimmer für sie buchen und einen Tisch zum Abendessen. Endlich mal wieder mit seiner Frau alleine zu sein, darauf freute er sich.
Am nächsten Morgen verließ Grissom das Labor mit einem Grinsen auf dem Gesicht. Er hatte mit Nick ausgemacht, dass sie Nessi heute Mittag gleich von der Tagesmutter abholen sollten. Er würde ihnen dann die restlichen Sachen von Nessi vorbeibringen, bevor er selber schon zum Lake Mead vorausfuhr, um auf Sara zu warten.
„Morgen Honey, wie war deine Nacht?", Sara stand schon in der Küche und hatte sich gerade einen Kaffee gemacht.
„Bei mir war es relativ ruhig, und wie war deine Nacht Specialgirl?", fragte er und ging auf Sara zu und küsste sie zärtlich.
„Eigentlich ganz ruhig. Nessi ist nur einmal aufgewacht und jetzt schläft sie auch noch, ich werde sie wohl dann wecken müssen.", antwortete Sara, nachdem sie sich von Grissom gelöst hatte.
„Ist ja unglaublich, unser kleines Monster, hat dich mal schlafen lassen.", grinste Grissom.
„Ja, auch das soll bei Vanessa vorkommen.", nun musste auch Sara lachen, wenn sie an ihre Tochter dachte.
Sie war in den letzten Monaten groß geworden. Sie hatte viel aufgeholt und war Sara immer ähnlicher geworden. Aber sie hatte nicht nur die Augen von ihrem Daddy, sondern auch wohl irgendwie das Interesse an Insekten. Sie hatten schon beobachtet, wie Nessi den Käfern hinterher krabbeln wollte, wohl eher erste Kriechversuche startet und dabei immer wieder vor sich hin brabbelte. Was man eben mit fast 6 Monaten so von sich gab.
Grissom betrachtete seine Frau ausgiebig, als sie ihnen beiden einen Kaffee einschenkte. Die Temperaturen in Vegas stiegen täglich. Heute hatten sie jetzt schon mindestens 30°C draußen. Sara hatte nichts Besonderes an, eine Jeans und ein ärmelloses rotes Shirt. Trotzdem sah sie einfach umwerfend aus. Er trat hinter sie und nahm sie in den Arm, sanft küsste er ihren Nacken.
Sara drehte sich zu ihm um und schlang ihre Arme um seinen Nacken. Sie begann damit ihre Zunge über die Lippen ihres Mannes zu fahren.
„Sara, was tust du schon wieder?", stöhnte Grissom hervor.
„Sorry Honey, aber ich konnte nicht anders.", grinste sie verwegen.
Augenblicklich zog Grissom Sara an sich ran und küsste sie fordernd und erregend. Sara konnte nicht anders und erwiderte den Kuss genauso begehrend.
„Honey, ich muss Nessi wecken, ich wollte heute früher ins Labor. Ich habe im Moment einen wichtigen Fall.", murmelte sie zwischen seinen Küssen.
„Gehe du mal ins Labor, und widme dich deinem Fall, ich kümmere mich heute um Nessi und bringe sie später zu Mrs. Ashleys."
„Danke Honey, du bist ein Schatz. Und das von eben holen wir nach, versprochen", sagte sie und gab ihrem Mann noch einen leichten Kuss, verschwand nach draußen um mit dem Tahoe, mit dem Grissom gerade gekommen war, zum CSI-Labor zu fahren.
Grissom kam es gerade recht, dass er Nessi zur Tagesmutter bringen konnte. Da konnte er ihr persönlich sagen, dass Nessi heute Mittag von Nick abgeholt wurde.
Sara kam gerade von einem Tatort und ging in ihr Büro. Ihr Handy piepste gerade, sie hatte eine SMS von Grissom erhalten.
Hey Specialgirl, ich habe heute Abend eine Überraschung für dich! Nessi wird die nächsten 2 Tagen bei Cal und Nick sein. Du musst sie heute nicht bei Mrs. Ashleys abholen, fahre direkt nach Hause und packe ein paar Sachen für 2 Tage ein. Heute Abend lade ich dich zudem zum Essen ein. Also ziehe dir was Schönes an! Um 19Uhr wird ein Taxi kommen und dich zu mir bringen! Ich freu mich auf Dich Sara!
Love Gil
Sara schaute ungläubig auf ihr Handy, was hatte ihr Mann vor? Sie freute sich darüber, aber Nessi gleich 2 Tage weggeben, irgendwie konnte sie das nicht.
Sie schrieb ihrem Mann zurück.
„Honey, ich kann doch Nessi nicht zwei Tage alleine lassen. Was ist, wenn etwas passiert? Love Sara"
Grissom musste grinsen, als er die SMS las, damit hatte er schon gerechnet, dass Sara Nessi nicht aus der Hand geben wollte. Er hatte sich schon eine passende Antwort zurechtgelegt.
„Doch du kannst das, das weiß ich, Sara. Außerdem willst du mich bestimmt nicht versetzen, oder doch? Also dein Taxi wartet um 19 Uhr vor der Türe und Nessi ist sehr gut bei den beiden aufgehoben! Lass es einfach geschehen, wie schon einmal bei uns beiden. Love Gil"
Als Sara das Handy nahm, um die SMS zu lesen, wusste sie, dass ihr Mann recht hatte. Sie musste Nessi einfach loslassen. Mit einem leichten Seufzer schrieb sie zurück.
„Ich freue mich sehr auf die nächsten beiden Tage! Love Sara"
Den ganzen Tag zermarterte Sara sich den Kopf, wohin ihr Mann sie einladen würde. Sie überlegte, was sie am besten anziehen sollte. In Gedanken wanderte sie durch ihren Kleiderschrank und bekam nicht mit, wie Cal das Büro betrat.
„Hey Sara, freust du dich schon Nessi 2 Tage los zu sein?", fragte Cal grinsend.
„Na ja erst war ich ein wenig skeptisch, wenn ich ehrlich bin, aber im nach hinein freue ich mich auf die 2 Tage mit Griss alleine.", sagte Sara, als Cal sie aus ihren Gedanken geholt hatte.
„Wir passen gut auf Nessi auf, versprochen, mach dir keine Gedanken, wir tun ihr schon nichts. Ich sorge auch dafür, das Nicky ihr keinen Unsinn beibringt.", grinste Cal.
„Das beruhigt mich ungemein Cal, danke.", gab Sara lachend zurück.
„Weißt du schon, wohin es geht? Nick wollte mir nichts verraten, er sagt es wäre eine Überraschung für dich und ich könnte es ja ausplaudern."
„Nein, Cal ich habe keinen blassen Schimmer, ich habe nur eine SMS von meinem Mann bekommen, dass ich mir Sachen für 2 Tage einpacken soll und heute Abend will er mich zum Essen ausführen. Aber wohin und was er vorhat, da habe ich keine Ahnung."
„Na ja dann sie mal zu, dass du loskommst, den Rest schaffe ich auch noch alleine. Ich wünsche euch beiden viel Spaß und du weißt, ich möchte Details, wenn ihr wieder da seid!", lachte Cal.
„Danke Cal, pass mir gut auf Nessi auf und haue Nicky auf die Finger, wenn er Unsinn anstellt.", grinste nun auch Sara.
Darauf kannst du dich verlassen Sara!
Grissom war inzwischen am Lake Mead angekommen. Er hatte für die nächsten zwei Tage eine Suite im Beach Resort Hotel Lake Mead gebucht. Die Suite hatte ein Schlafzimmer mit einem Kingsize Bett, ein Badezimmer und riesiges Wohnzimmer mit angrenzender Küche. Der Balkon im Schlafzimmer sowie im Wohnzimmer hatte jeweils die Sicht zum Lake Mead. Er freute sich hier mit Sara endlich ein paar ruhige Tage zu verbringen.
Er zog sich rasch um und ging auf Erkundungstour, was der Lake Mead alles zu bieten hatte. Er reservierte für den Abend einen Tisch im Hotel. Anschließend ging er zum Strand und schaute sich dort um. Er ging eine ganze Weile am Wasser entlang und hing seinen Gedanken nach, bis sein Handy klingelte. Er sah auf die Caller-ID, es war Nick! Er erschrak, hoffentlich ging alles gut mit Nessi.
„Hallo Nick, ist alles in Ordnung mit Nessi?"
„Hey Grissom, ja mit Nessi ist alles bestens. Wollte eigentlich nur Bescheid sagen, dass alles geklappt hat und ich jetzt Nessi bei mir habe."
„Danke Nick, ich hoffe sie macht euch keinen Ärger!", lachte Grissom.
„Na ja wir werden es schon schaffen, Cal kommt sicher auch bald nach Hause, im Moment schläft Nessi seelenruhig im Reisebettchen, dass ich bei uns im Schlafzimmer aufgestellt habe."
„Sag Cal liebe Grüße von mir, und danke noch mal."
„Keine Ursache Gil, schöne Tage, und wenn etwas ist, ich habe alle Nummern vom Hotel, ansonsten werde ich mich nicht melden. Ihr meldet euch einfach wieder, wenn ihr Nessi wieder haben wollt.", lachte Nick.
„Mache ich Nick. Bye.", sagte Grissom und legte auf.
Er setzte seine Wanderung am Lake Mead fort. Er wusste nicht warum, aber er wurde langsam nervös, wenn er daran dachte, dass Sara bald ankommen würde. Was würde sie dazu sagen? Würde es hier gefallen, konnte sie sich entspannen? Grissom hatte sich vorgenommen, dafür Sorge zu tragen, dass sie sich entspannte.
