Chapter 74
Sara wurde immer ungeduldiger. Dann sah sie Luka um die Ecke biegen. Er kam lächelnd auf sie zu und umarmte sie herzlich.
Er gab auch Grissom die Hand und die beiden Männer schüttelten sich anerkennend die Hand.
„Hallo Sara, du siehst großartig aus, wie geht es dir?", fragte Luka sie.
„Hey Luka, schön dich zu sehen, mir geht es prima! Wir dachten schon, du schaffst es nicht zur Taufe wegen deinem Undercover-Einsatz.", antwortete sie.
„Ja, fast hätte ich es nicht geschafft, aber dann gab es eine gute Wendung in dem Fall und ja nun bin ich hier!", grinste er Grissom und Sara an.
„Das ist schön Luka, freue mich, dass du es rechtzeitig geschafft hast!", antwortete Grissom.
Luka drehte sich um und hielt nach Melinda Ausschau. Er hatte sie die Monate über vermisst. Die E-Mails und Briefe, die sie sich geschrieben hatten, waren immer wieder eine Freude zu lesen. Luka hatte viel über Melinda erfahren. Auch er hatte einiges über sich preisgegeben.
Er sah Mel gleich, zielstrebig ging er auf sie zu und umarmte sie. Mel freute sich Luka zu sehen. Sie begrüßte ihn mit einem Kuss auf die Wange.
„Hey Luka, schön, dass du es geschafft hast. Ich wusste es nicht genau, weil ich schon wochenlang nichts mehr von dir gehört habe. Dachte mir, du wärst in einem Einsatz.", sagte Mel und lächelte ihn an.
„Ja, da hattest du Recht, bis gestern war ich das auch. Ich war in London die letzten Wochen. Aber das was ich dir erzählen kann, erzähle ich dir später, jetzt aber will ich erstmal wissen wie es dir geht!", sagte er lachend.
Sara unterdessen wurde immer nervöser. Luka sah es und ging zu ihr.
„Sara, was ist los? Stimmt irgendetwas nicht?", fragte er besorgt.
„Ich mache mir Sorgen um Cal. Nick ist auch noch nicht aufgetaucht, hoffentlich ist nichts mit dem Baby.", erwiderte sie.
„Sara, wenn was mit dem Baby wäre, hätte Mel doch schon längst eine Nachricht bekommen!", sagte er um sie zu beruhigen.
„Ja, kann schon sein, aber wenn Mel frei hat, wird sie nicht gerufen!", sagte Sara.
„Es wird schon alles gut sein! Sie haben sich bestimmt nur verspätet oder Cal hat irgendwelche Schwangerschaftsgelüste!", sagte er und grinste Sara an.
„Ich hoffe es Luka, so langsam werde ich nervös.", sagte sie.
„Sara, darf ich euch mal stören?", fragte Greg.
„Klar Greggo, was ist? Hast du was von Cal und Nick gehört?", frage sie hoffnungsvoll.
„Ja, Nick hat gerade angerufen, sie hatten eine Reifenpanne unterwegs. Nick hat sein Handy vergessen und Cals Akku war leer. Der Pannendienst war gerade da, und da haben sie angerufen. Ich soll bescheid sagen, dass sie unterwegs sind und alles in Ordnung ist."
„Oh danke Greg, jetzt bin ich echt erleichtert!", sagte Sara freudig.
Nessi schlief noch immer, Sara hatte sie in den Kinderwagen gelegt, als sie aus dem Auto gestiegen waren.
Grissom kam gerade wieder von Cath und Warrick, die schon in der Kirche mit Horatio und Sam und deren Sohn Tim waren.
„Hey, hast du was von Cal gehört, Darling?", fragte Grissom seine Frau.
„Ja, Cal geht es gut, sie hatten nur eine Autopanne und Nicks Handy ist zu Hause und bei Cals Handy war der Akku leer.", entgegnete Sara grinsend.
„Ok, Gott sei Dank, dann wäre das ja geklärt! Sind sie denn unterwegs? Kaplan Turner wird langsam ungeduldig!", hakte Gil nach.
„Ja……….. Oh schau, da sind sie schon!", sagte Sara und zeigte auf die zwei Personen, die gerade um die Ecke kamen.
Jetzt konnte die Taufe beginnen. Cal ging es gut und die Taufpaten und Gäste waren alle da.
Grissom und Sara gingen mit Nessi und den anderen in die Kirche. Sie standen am Kirchenportal und warteten auf Kaplan Turner, der schon den Mittelgang entlang zu ihnen kam.
Die anderen Gäste, außer Cath und Nick saßen alle in den Bänken vorne. Horatio hatte es in die Hand genommen die Taufe zu filmen und war ebenfalls hinten stehen geblieben. Vanessa war inzwischen aufgewacht und strahlte vor gute Laune. Sara hatte den Kinderwagen in eine Seitennische gestellt und hatte Nessi auf dem Arm. Sie brabbelte die ganze Zeit vor sich hin. Als zwischendurch gesungen wurde, war sie still und lauschte. Als alles ruhig war, fing Nessi an, die ganze Kirche zu unterhalten. Sie brabbelte munter vor sich hin und gluckste ab und zu freudig. Keiner, selbst Kaplan Turner konnte sich ein Grinsen verkneifen. Sara war froh, dass sie es geschafft hatten, Kaplan Turner für die Taufe ihrer Tochter zu begeistern. Er hatte sie vor ein paar Monaten im Krankenhaus besucht. Der Kaplan war ein guter Freund von Horatio, und als er gehört hatte, dass Vanessa geboren war, kam er nach Vegas um die Grissoms zu besuchen. Damals hatten Gil und Sara ihn wegen der Taufe gefragt, er hatte sofort zugesagt.
Nachdem das Lied geendet hatte, begrüßte Kaplan Turner, Gil, Sara, die Paten und die Gäste.
Er wendete sich an Gil und Sara.
Liebe Sara, lieber Gil, Ihr bringt euer Kind, damit es in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen wird. Welchen Namen habt eurem Kind gegeben?
„Vanessa Catherine Nicholas!", kam es von beiden gleichzeitig.
Kaplan Turner sah die Grissoms erneut an.
„Was erbittet Ihr von der Kirche Gottes für euer Kind?", fragte Kaplan Turner.
„Die Taufe!", antworteten Gil und Sara wieder.
Sara, Gil, Ihr erbittet für euer Kind die Taufe. Damit erklärt Ihr euch bereit, euer Kind nach besten Kräften im Glauben zu erziehen. Es soll Gott und den Nächsten lieben lernen, so wie Christus es uns gelehrt hat. Seid Ihr euch dieser Aufgabe bewusst?
Beide, Sara und Grissom antworteten mit „Ja"!
Dann wendete sich der Kaplan an Nick und Cath.
Liebe Paten, die Eltern haben euch gebeten, für dieses Kind das Patenamt zu übernehmen. Damit sollt Ihr den Eltern helfen, dass aus diesem Kind ein guter Christ wird. Seid ihr bereit, den Eltern dieses Kindes bei der christlichen Erziehung beizustehen?
„Ja.", antworteten sowohl Cath als auch Nick.
Vanessa schaute dem ganzen Spektakel zu und strahlte übers ganze Gesicht. Ab und zu gab sie einige Laute und ein Glucksen von sich und strampelte mit allen Vieren. Sie wollte unbedingt auf den Boden, da war es wesentlich interessanter als auf Mommys Arm.
Gemeinsam zog die kleine Gruppe durch den Mittelgang nach vorne und alle außer Kaplan Turner, der an den Altar trat, setzten sich in die 1. Bank. Horatio hatte, bevor er sich setzte, die Kamera auf das Stativ gestellt. Er hatte vor dem Gottesdienst schon alles eingestellt. Er setzte sich zu Sam und seinem Sohn in die Bank, der immer wieder unruhig hin und her rutschte.
Der Kaplan fuhr fort und zitierte einen Spruch aus der Bibel.
Als Kaplan Turner geendet hatte, sagte er noch ein paar begrüßende Worte zu dem Rest der Gemeinde. Dann ging er hinunter zu den Bänken, in denen Sara Gil und die Gäste saßen.
„Liebe Eltern, liebe Paten, in unserer Welt und auch in uns selbst gibt es viel Böses, das uns bedrängt und bedroht. Ihr sollt eurem Kind vorleben, wie man in unserer Welt gegen das Böse kämpft und sich auf die Seite des Guten stellt. Seid ihr dazu bereit?", fragte der Kaplan die Grissoms und Nick und Cath.
Alle 4 antworteten: „Wir sind bereit."
„Vanessa, mit großer Freude nimmt dich die christliche Gemeinde auf, und in ihrem Namen bezeichne ich dich mit dem Zeichen des Kreuzes. Deine Eltern und Paten werden nach mir dieses Zeichen Christi auf deine Stirn zeichnen.", sagte nun wieder Kaplan Turner.
Der Kaplan machte Vanessa ein Kreuzzeichen auf die Stirn. Nessi strahlte und lächelte den Kaplan an, als wäre er das Beste, was sie je gesehen hatte. Ein freudiges Glucksen entfuhr ihr dann, als ihre Eltern ihr das Kreuzzeichen auf die Stirn machten und Gil ihr einen kleinen Kuss auf die Nasenspitze gab. Cath und Nick taten es den beiden Grissoms gleich, sie machten ebenfalls Nessi ein Kreuzzeichen auf die Stirn. Als Cath dran war, grapschte Nessi nach Caths Finger und wollte ihn in den Mund stecken. Doch Sara befreite Cath aus Nessis Umklammerung, denn Cath wäre beinahe über Warrick gefallen, der zwischen ihr und Sara saß. Sara und Cath konnte sich beide ein Kichern nicht unterdrücken, als sie Nessis geschocktes Gesicht sahen, als Cath den Finger zurückzog.
Nachdem der Kaplan wieder einige Worte gesprochen hatte, gab er Sara und Gil ein Zeichen, dass sie mit Nessi zum Taufbecken, das an den Altarstufen war, kommen sollten. Cath und Nick gingen ebenfalls mit nach vorne und Horatio, der die ganz Taufe filmte, wollte auch ganz in der Nähe sein.
„Sie können gerne alle nach vorne kommen, wenn Sara und Gil nichts dagegen haben!", sagte der Kaplan.
„Natürlich nicht!", entgegnete Gil.
Sara nickte zustimmend. Sie drehte sich noch mal zu den Gästen im Kirchenschiff um und gab Ihnen ein Zeichen, dass sie doch alle nach vorne kommen sollten.
Nick, der neben Sara stand, hielt die Taufkerze, die er mit Cath zusammen ausgesucht hatte.
Sie hatten sie extra für Vanessa anfertigen lassen. Ein wunderschönes Kreuz, verziert mit Blumen zierte die Mitte der weißen Kerze und oben drüber, mit goldenen Buchstaben stand Vanessa Catherine Nicholas auf der Kerze. Um die Buchstaben herum zierten immer wieder winzige Schmetterlinge die Kerze. Unter dem Kreuz stand, ebenfalls in Gold, das Taufdatum von Vanessa.
Sara hielt ihre Tochter auf dem Arm die über das ganze Gesicht strahlte. Ab und zu kam von ihr ein „ba oder bada", oder sie gluckste freudig und strampelte dabei vor Vergnügen. Mit einem Griff hatte sie gleich darauf Saras Halskette in Besitz genommen, die gerade Gil versuchte von Vanessas festen Griff zu lösen, bevor sie noch abriss. Nach ein paar Sekunden andauernden Kampf hatte es Gil geschafft und Vanessa grinste ihren Daddy mit ihren blauen Augen strahlend an. Grissom selbst konnte ein Lachen nicht unterdrücken. Seine Tochter wurde zwar erst 7 Monate alt, war aber schon extrem ausgebufft. Er sah zu Sara, die ebenfalls grinste. Er warf seiner Frau ein wissendes Lächeln zu, bevor sie sich Kaplan Turner zuwendeten. Cath stand auf der anderen Seite von Sara und hielt Nessis kleines Händchen, die immer noch laut immer wieder gluckste. Sara hatte Vanessa aufrecht auf den Arm genommen, sodass sie alles sehen konnte, was um sie herumgeschah. Mit dem anderen Arm hatte sie Vanessa umschlungen, sodass sie sie gut halten konnte, wenn sie so herumzappelte. Nessi schien es jedenfalls zu gefallen.
„Liebe Sara, lieber Gil, wir wollen nun eure Tochter Vanessa vor Gottes Angesicht taufen.", sprach Kaplan Turner.
Sara legte ihre Tochter in ihre Arme. Grissom hatte ebenfalls seine Hand unter Nessis Rücken geschoben, gemeinsam hielten sie ihre Tochter über dem Taufbecken.
Kaplan Turner nahm nun das Gefäß mit Wasser und sprach, während er es in 3 Zügen Vanessa sanft über den Kopf schüttete:
„Vanessa Catherine Nicholas, ich taufe Dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."
Vanessa gluckste freudig auf, als ihr das Wasser über den Kopf gegossen wurde. Die Anwesenden konnten sich ein Lachen dabei nicht verkneifen.
Kaplan Turner trocknete Vanessa mit einem Tuch ihr braunes Lockenköpfchen ab. Wieder strahlte Nessi den Kaplan an, der es sich nicht verkneifen konnte und ihr mit dem Finger auf die Nase stupste. Er wandte sich an Sara und Grissom:
„Eine sehr lebenslustige und fröhliche Tochter habt ihr aber!", sagte er lachend.
„Oh ja, das ist sie ganz sicher", sagte Sara schmunzelnd.
Der Kaplan salbte nun Nessi mit Chrisam, dabei sprach er ein paar Worte. Nessi gluckste immer wieder auf und wurde wohl von den Umstehenden mehr beachtete, als das was der Kaplan sagte.
Der Kaplan sprach nun weiter:
„Vanessa, du bist eine neue Schöpfung geworden und hast Christus angezogen. Das weiße Kleid ist Zeichen dieser Würde. Mögest du diese Würde makellos für das ewige Leben bewahren. Wort und Beispiel deiner Angehörigen helfen dir dabei."
Cath hatte zuvor das Kleid von Grissom entgegen genommen und versuchte nun zusammen mit Nick ihr das Kleid überzuziehen. Doch jetzt wurde es Baby Grissom zu bunt. Vanessa quäkte leicht vor sich hin und versuchte sich dagegen zu wehren. Als es Cath und Nick endlich einigermaßen geschafft hatten, Nessi das Taufkleid anzuziehen, waren die beiden ganz schön außer Atem.
Sara nahm ihre Tochter wieder an sich und Grissom hatte den Arm um ihre Schulter gelegt. Gemeinsam gingen sie mit den Paten zum Altar nach oben, wo Nick die Taufkerze an der Osterkerze anzündete. Er übergab sie nun Gil. Der Kaplan sprach noch ein paar Worte und gab dann den Segen.
Das Schlusslied ertönte und sie verließen alle die Kirche. Vor der Kirche drehte sich Grissom zu Kaplan Turner um.
„Du kommst doch auch gleich zu uns nach Hause, oder?", fragte Grissom ihn.
„Ja, Horatio und Sam nehmen mich gleich mit.", entgegnete ihm der Kaplan.
Sara, Gil stellten sich kurz im angrenzenden Park noch an einen Baum um Bilder mit den Paten und natürlich Nessi im Taufkleid zu machen.
Danach gab es noch ein paar Bilder nur mit den 3 Grissoms! Auch Kaplan Turner sollte auf einem der Bilder nicht fehlen.
Die Gäste fuhren alle zu den Grissoms. Sara hatte Mrs. Ashleys und ihre Tochter gebeten, sich ein wenig während der Feier um alles zu kümmern. Dass genug zu Trinken im Garten war und das Geschirr abgeräumt wurde. Grissom hatte ihr den Vorschlag gemacht, dann hätten sie beide nicht all zu viel zu tun und könnten sich um die Gäste und auch um Nessi kümmern.
Grissom hatte gestern noch mit Warrick einen Pavillon im Garten aufgebaut. Zudem hatten sie die Tische und Bänke von dem Partyservice reingestellt.
Als alle Gäste da waren, tranken sie erstmal Kaffee. Sara hatte Nessi inzwischen nach oben gebracht und sie zum Schlafen gelegt. Mit dem Babyfon bewaffnet kam sie wieder in den Garten.
Sie ging auf ihren Mann zu und gab ihm einen sanften Kuss auf seine Lippen.
„Schläft Nessi schon, Specialgirl?", fragte Grissom.
„Ja, unsere Prinzessin war wohl wieder sehr müde", erwiderte Sara.
„Dann komm lass uns auch mal Kaffee trinken und ein Stück Kuchen essen, oder sollte ich eher sagen ein paar Stück Kuchen.", neckte er seine Frau.
„Naja ich habe eben Hunger!", erwiderte sie und ging geradewegs zur Kuchentheke.
Grissom stand da und bekam das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Er liebte es so an Sara, sie war eben was ganz Besonderes. Sie aß immer, wann sie Hunger hatte, dachte nie über irgendwelche Figurprobleme nach. Davon abgesehen musste sie es auch nicht, er liebte sie so, wie sie war, sie war einfach perfekt und wunderschön. Sie hatte sich mittlerweile umgezogen und hatte Jeans und T-Shirt an. Grissom konnte kaum die Augen kaum von ihr lassen.
„Hey Reena, sag mal wie gefällt es dir in der Nachtschicht eigentlich?", fragte nun Sasha, der Reena gegenübersaß.
„Eigentlich ganz gut, nur sehr ungewohnt, wenn man jahrelang in der Tagesschicht gearbeitet hat.", sagte Reena.
„Hast du in San Francisco, nur Tagesschicht gearbeitet?", fragte Greg nun, der an ihrer Seite saß.
„Ja, Greggo, ich habe immer nur Tagesschicht mit Sara und Sasha zusammengehabt.", Reena lächelte Greg freundlich zu.
„Oh man, das kann ich mir wiederum nicht vorstellen, ich habe schon immer in der Nachtschicht gearbeitet!", erwiderte Greg.
Reena drehte sich zu Greg um und legte die Hand auf seinen Arm. Greg reagierte mit verwirrten Blick und sah sie an.
„Was ist los Engel, geht es dir nicht gut?", fragte er sie.
„Können wir mal kurz nach draußen gehen, wo nicht so viele Leute sind?", fragte Reena, die etwas blass wirkte.
„Klar doch, komm lass dir helfen, du siehst ja wirklich übel aus!", sagte Greg und packte Reena vorsichtig am Arm.
In den letzten Wochen hatte sich das Verhältnis zwischen Greg und Reena etwas entspannt. Beide versuchten so gut wie möglich auf die freundschaftliche Basis miteinander umzugehen. Sie gingen oft zusammen oder mit Freunden aus, die Atmosphäre war entspannter als noch vor ein paar Wochen.
„Reena Engel, hey was ist mir dir?", fragte Greg besorgt, als sie etwas abseits im Garten waren.
„Mir war gerade etwas zu heiß im Zelt, ich weiß auch nicht, sobald ich in letzter Zeit an meine Vergangenheit erinnert werde, fühle ich mich unwohl!", sagte sie schuldbewusst.
„Reena, ich weiß leider nicht viel von deiner Vergangenheit, aber meinst du nicht, es wäre besser mit jemanden darüber zu reden. Ich meine nicht mich, sondern jemand, der dich damals schon kannte, wie Sasha oder Sara.", sagte Greg, während er sie in den Arm nahm.
Reena wehrte sich nicht dagegen, sie hätte am liebsten mit Greg darüber geredet. Aber er wollte anscheinend nichts über ihre Vergangenheit wissen. Vielleicht wusste er es auch und verachtete sie deswegen. Es tat ihr gut, wie Greg ihr zur Seite stand, als Freund. Egal was zwischen ihnen gewesen war, die Freundschaft wurde dadurch nicht mehr belastet.
„Ja, vielleicht hast du recht und ich spreche mal mit Sasha oder Sara darüber.", sagte sie seufzend.
„Geht es dir wieder besser? Wollen wir wieder rein? Ansonsten bleibe ich gerne bei dir hier draußen.", sagte Greg und sah Reena direkt in die Augen.
Er hoffte, Reena würde sagen, dass sie wieder reingehen sollten, denn er wusste nicht, wie lange er hier stehen konnte und sie im Arm halten konnte, ohne sie zu küssen. Reenas Gesicht kam immer näher, ihr Gesicht war nur noch wenige Zentimeter von seinem entfernt, doch Greg drehte sich im letzten Moment von ihr weg.
Oh man, die Frau bringt mich echt um den Verstand, dachte er. Alles in seinem Körper sehnte sich nach ihr, nach einem einzigen Kuss. Doch er wusste, dass er es nicht durfte, sonst würde er ihre Freundschaft aufs Spiel setzen.
Doch Reena sollte es ihm nicht so leicht machen. Sanft umfasste sie sein Kinn und zwang Greg so, sie anzusehen. Greg schluckte, als er in die grünen Augen schaute.
„Danke Greggo, das ich mich auf dich verlassen kann.", sagte sie und stellte sich auf die Zehenspitzen und gab Greg einen kurzen leichten Kuss auf die Lippen.
Greg hätte sie am liebsten an sich gezogen und sie leidenschaftlich geküsst. Aber er war unfähig irgendetwas zu tun. Er war viel zu überrascht von ihr.
Greg schluckte noch mal, bevor er antworten konnte.
„Du weißt doch Engel, ich bin immer für dich da.", gab er mir rauer Stimme zurück.
„Lass uns wieder reingehen, ich denke die Anderen fragen sich, sicherlich wo wir bleiben.", sagte Reena.
„Ja, eine gute Idee!", sagte er etwas zu euphorisch.
Er schient wohl nicht schnell genug von mir wegzukommen. Dabei hätte ich gerne alles aufgeklärt, was in letzter Zeit gewesen ist zwischen uns. Aber ich habe meine Chance vertan bei Greg, ich habe ihn ja damals nach der Nacht gesagt, es kann nicht mehr werden, was ein Fehler war, dachte sie traurig.
Im Garten herrschte lustiges Treiben. Klein Tim, der Sohn von Sam und Horatio spielte im Sandkasten und war zufrieden. Er fragte Sara immer wieder, wann denn endlich Vanessa aufwachen würde. Er wollte unbedingt mir ihr spielen. Aber Nessi schlief noch immer und Sara war auf froh drum, denn sie hatte im Moment noch alle Hände voll zu tun.
Luka und Mel saßen sich gegenüber und konnten sich nicht aus den Augen lassen. Luka hätte gerne gewusst, wie es Mel ergangen war in den Monaten. Hatte sie ihn genauso vermisst wie er sie. Sie kamen aber nicht dazu sich in Ruhe zu unterhalten. Irgendwann stand Luka auf und ging ein wenig abseits in den Garten, um zu rauchen.
Mel stand ebenfalls auf und ging zu ihm.
„Hey, Mel, vielleicht haben wir ja jetzt Zeit um uns zu unterhalten.", sagte er grinsend.
„Ja, es war uns heute nicht gegönnt, ein paar ruhige Worte zu wechseln.", sagte Melinda lächelnd.
„Aber jetzt sage mir doch mal, wie es dir in den letzen Monaten ergangen ist?"
„Ich hatte viel zu tun in der Klinik, ansonsten habe ich dir ja schon Einiges berichtet in den E-Mails.", sagte sie.
„Ja, ich habe mich immer wieder über die E-Mails und Briefe von dir gefreut, Mel.", Luka sah sie lächelnd an.
Melindas Herz schlug schneller, wenn sie Luka ansah. Doch wusste sie, dass außer einer lockeren Freundschaft nichts draus werden würde. Sie war in den letzten Monaten mit einigen Männern ausgegangen, aber keiner war wie Luka.
„Ich habe mich auch sehr über deine Briefe und E-Mails gefreut. Aber das du es dir gemerkt hast, wegen den Postkarten, hat mich schon erstaunt.", sagte sie lachend.
„Sicher, ich habe dir damals schon zugehört. Wie ging es mit deinen Dates? Ich hoffe doch, sie waren erfolgreich?", fragte er vorsichtig, hoffte aber zugleich, dass sie erfolglos waren.
„Erinnere mich bitte nicht daran, das war teilweise ein einziges Fiasko.", entgegnete sie abwertend.
Luka konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, er war erleichtert über die Worte von Mel.
„Luka Dacanti, du machst dich doch nicht lustig über mich?", fragte Mel gespielt entsetzt.
„Nein, Melinda, das würde ich niemals tun.", grinste er frech.
„Im Lügen bist du sehr schlecht Luka!", erwiderte Mel lachend.
„Wie erging es dir so, hattest du viele Dates in den letzten Monaten?", fragte sie und versuchte es so beiläufig wie möglich klingen zu lassen.
„Um ehrlich zu sein, hatte ich für so etwas gar keine Zeit. Aber wenn ich ehrlich bin, hatte ich auch gar kein Interesse daran! Mich interessiert nur eines, aber das kann ich nicht haben!", sagte er und schaute Mel direkt in die Augen.
„Oh, das tut mir leid!", mehr konnte Mel nicht sagen, denn das Funkeln in Lukas braunen Augen machte sie sprachlos.
„Ähm ich gehe dann mal zu Sara, wollte noch etwas mit ihr besprechen.", sagte Mel und drehte sich um.
„Mel!", rief ihr Luka hinterher.
„Ja?"
„Schön, dass ich dich wiedersehe!", Luka lächelte Mel an, sodass ihr die Knie weich wurden.
„Ich freue mich auch!", sagte sie, bevor sie ihren Weg fortsetzte.
Nick und Cal hatten das kurze Gespräch zwischen Luka und Melinda mitbekommen. Sie saßen hinter einer Abtrennung, wo Grissom und Warrick gestern die Hollywoodschaukel hingestellt hatten. Cal hatte ihrer Meinung nach zu viel gegessen und war ein wenig mit ihrem Verlobten im Garten spazieren gegangen. Nick war der Meinung er musste bald mal mit Sara sprechen. Sie mussten irgendetwas tun, die Spannung der beiden war ja nicht mehr normal. Cal neben ihm seufzte leicht auf.
„Alles in Ordnung Sweety?", fragte er sorgenvoll.
„Ja, Nicky mir geht es gut, nur mein Bauch bringt mich noch um, schau mal, wie hart er wieder ist, der kleine Stokes Junior tritt ganz schön heftig.", sagte sie mit einem Lächeln.
Nick legte die Hand auf Cals Bauch und lächelte verzückt, als er bemerkte, dass sein Sohn wieder mal gerade trat.
„Am besten ist, du setzt dich später ins Haus rein, oder noch besser du legst dich bei Grissom und Sara auf die Couch, damit du dich schonst.", sagte Nick.
„Babe, bitte, fang nicht schon wieder an, ich bin nicht Sara! Mir und Stokes-Junior geht es wunderbar, das hat auch Mel bestätigt."
„Sorry Cal, aber ich mache mir eben Sorgen um dich.", sagte er etwas zerknirscht.
„Ach Nicky, warum machst du dir so viele Gedanken, schon die ganze Schwangerschaft über, bist du gleich so extrem!"
„Sweety mich hat das mit Sara sehr mitgenommen. Ich hätte niemals gedacht, dass eine Geburt, dermaßen schlecht ausgehen hätte, können. Sie wäre fast gestorben. Und dass auch Grissom, der Gil Grissom, dem nichts und niemand zu viel wird, so einen Zusammenbruch erleidet, hat mir zu denken gegeben.", Nick sah Cal ernst und traurig an.
„Oh Nicky ich weiß, wie sehr dich das mitgenommen hat. Ich weiß auch, wie viel dir an Sara liegt und gerade das in Miami, was ihr durchgemacht habt, war nicht leicht. Aber ich bin ich und bei mir und unserem Kleinen ist alles in Ordnung. Ich habe einfach nur ganz einfache Schwangerschaftsprobleme, die völlig normal sind!", sie lächelte ihren Verlobten an.
„Du hast recht Cal, vielleicht denke ich einfach zu viel über das von Sara nach!"
„Wer denkt zu viel über mich nach?", fragte Sara, die gerade grinsend um die Ecke kam.
„Ach Nicky macht sich nur mal wieder zu viel Gedanken um mich!", lachte Cal.
„Warum denkt er dann so viel über mich nach?", fragte Sara verwirrt.
„Das soll dir Cal sagen, ich habe deinem Mann versprochen ihm zu helfen, wenn er das Bierfass anstechen will!", zog sich Nick aus der Affäre.
Nick stand grinsend auf und küsste Cal sanft auf den Mund, eher er sich verzog.
„Jetzt mal raus mit der Sprache, warum denkt Nicky über mich nach?", Sara sah Cal fragend an.
„Wir hatten gerade über die Schwangerschaft gesprochen. Ach Sara, manchmal habe ich das Gefühl er lässt mich nicht mal mehr eine Kaffeetasse hochheben. Er macht sich seitdem das mit dir war sehr viele Gedanken. Und deswegen ist er auch damals umgekippt, als ich ihm gesagt habe, dass ich schwanger bin.", sagte Cal ein klein wenig traurig.
„Cal, das tut mir wirklich leid! Ich wusste nicht, dass es Nicky immer noch so mitnimmt, soll ich mal mit ihm reden?", fragte Sara.
„Ja, das wäre gut, vielleicht kannst du ihn ja mehr davon überzeugen, dass es mir gut geht und er nichts zu befürchten hat!", sagte Cal dankbar.
„Dir geht es wirklich gut?", hakte Sara noch mal nach.
„Ja, mir geht es sehr gut Sara, die üblichen Schwangerschaftsprobleme.", sagte Cal.
„Wisst ihr eigentlich jetzt, was es gibt?", fragte Sara neugierig.
„Ja, wir wissen es seit gestern. Stokes-Baby hat sich endlich mal von der guten Seite gezeigt.", lachte Cal.
„Oh schön, und sagst du mir auch, was es ist, oder soll ich Ratespielchen machen!"
„Ja, schon, aber ich denke doch eher Nick will es dir sagen. Er platzt vor Stolz!", sagte Cal.
„Ok, dann hoffen wir mal, dass die beiden Männer endlich in Schwung kommen da vorne. Ich würde vorschlagen wir setzen uns in Bewegung und gehen mal wieder vor. Ich platze nämlich vor Neugierde!", grinste Sara.
„Bevor wir vorgehen, wollte ich dir noch sagen, dass ich ab Mitte Oktober in Mutterschutz gehe. Reena wird dann wieder in die Tagesschicht kommen, so dass ihr nicht ganz so wenige habt. Und wenn alles klappt, wie ich es mir vorstelle, bin ich Anfang März wieder zurück im Labor.", sagte Cal noch.
„Ok Cal, das wird schon, ich bin länger ausgefallen als du, und ihr habt es ohne Probleme gemeistert. Denke wir werden es ohne dich schon hinbekommen, wobei du mir allerdings fehlen wirst. Sag es nicht Gil, aber so gut wie mit dir, konnte ich mit ihm nicht zusammenarbeiten!", lachte Sara.
„Nein ich verspreche dir, ich sage nichts. Aber danke für das Kompliment, kann ich gerne zurückgeben, neben Horatio war es nicht annähernd so entspannend zu arbeiten.", lachte nun auch Cal.
„Na ja lag vielleicht daran, dass es Männer sind!", grinste Sara und stand auf.
Sie reichte Cal die Hand zum Aufstehen und sie gingen gemeinsam zurück zu den anderen Gästen.
… TBC
