Chapter 75

Cal und Sara standen inzwischen wieder bei Nick und Gil, die mit mehr oder weniger Erfolg das Bierfass angestochen hatten.

„Sag mal Nicky, war da nicht was, was du mir sagen wolltest!", stichelte Sara.

„Ich dir sagen?", Nick war verwirrt.

„Ja sicher, oder willst du mir vorenthalten, was das Stokes-Baby für ein Geschlecht hat!", grinste Sara.

„Achso, nein natürlich nicht, also es gibt einen Jungen!", sagte Nick stolz und zog seine Cal zu sich ran und küsste sie sanft.

„Hey das ist ja super, gratuliere euch Calleigh und Nick!", Sara umarmte zuerst Cal und dann Nick.

Grissom umarmte ebenfalls beide. Nick und Sara konnten sich ein Grinsen nicht verkneifen. Sie mussten immer wieder daran denken, wie Grissom noch vor ein paar Jahren war.

„Was habe ich gehört? Du bekommst einen Stammhalter Nick?", Greg, Warrick und auch Cath waren zu den vier dazu getreten.

„Ja, Greg da hast du richtig gehört. Wir bekommen einen Stokes-Junior!", antwortete Nick.

„Wow warte mal Nick, das kann überhaupt nicht sein!", begann nun Warrick.

„Was? Warum nicht?"

„Na ja du und Cal seid noch nicht verheiratet, wenn euer Sohn auf die Welt kommt. Also heißt er noch Duquesne!"

Grissom grinste und Nick nickte nur geistesabwesend. Daran hatte Nick noch gar nicht gedacht.

In dem Moment gab Nessi lautstark zu hören, dass sie aufgewacht war und vermutlich Hunger hatte.

Grissom ging nach oben um seine Tochter zu holen und Sara bereitete ihr Mittagessen vor. Heute gab es Püriertes Spaghetti Bolognese für das kleine Monster.

Cath bot sich an, Nessi zu füttern. Sara stellte den Kinderstuhl in den Garten und Grissom setzte seine Tochter rein. Der Anblick von Nessi brachte viele zum Lachen. Sie saß in ihrem Stuhl mit einem Lätzchen um den Hals und blickte gierig auf ihr Essen, welches Sara noch ein wenig entfernt von ihr auf den Tisch gestellt hatte. Denn wenn Nessi Hunger hatte, war nichts mehr vor ihr sicher, besonders nicht jegliches Essen.

„So, Nessi lässt du dich mal von deiner Patentante füttern? Na, hast du Hunger, kleine Maus?", fragte Cath.

Als Antwort bekam sie ein lautes Glucksen und Heftiges wedeln mit den Armen. Als Cath Nessi den ersten Löffel in den Mund steckte, schmatzte sie laut und ein Laut wie „Mhmm" entfuhr Nessi. Die Gäste konnten sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

„Man, Sara, Nessi ist ja fast so gut wie du, wenn es um das Essen geht!", lachte Warrick.

„Oh ja, das ist sie. Den Appetit hat sie eindeutig von Sara geerbt!", sagte Grissom und lächelte aber seiner Frau zu.

Nessi hatte schnell ihre Portion verputzt und nach einer weiteren Portion, die Sara warm machte, was sie dann auch satt.

Sara hatte inzwischen eine Decke auf der Wiese ausgebreitet, auf die sie Nessi setzte. Nessi saß seit ein paar Tagen ohne Hilfe. Das Krabbeln klappte jetzt auch schon perfekt.

„Ich glaube jetzt können wir Nessi mal ihre Geschenke geben!", sagte Cath.

Warrick stand auf und holte das Geschenk für Nessi. Er gab es Nessi, die sofort neugierig danach grapschte. Aber sie konnte es ja noch nicht alleine halten. Cath kniete sich neben sie und half ihr beim Auspacken, wobei Cath das Geschenk eher alleine auspackte. Nessi hatte mehr Interesse an der Geschenkschleife als an dem Geschenk selber. Doch, als sie sah, was es ist, drehte sie es neugierig in ihren Händchen rum. Es war ein Bilderbuch mit Insekten. „Mein erstes Käfer- und Insektenbuch" lautete der Titel. Vanessa schaute das Buch einige Sekunden an, grinste den Marienkäfer auf der Titelseite an und warf es beiseite, krabbelte los um das nächste lebende Insekt einzufangen.

Sara und Gil mussten lachen, als sie sahen, was Cath und Warrick ihr geschenkt hatten. Cath hatte Sara noch eine Karte in die Hand gedrückt, in der nochmals 200 Dollar für Nessi waren.

„Hey kleine Nessi, schau mal was ich hier für dich habe!", sagte Horatio.

„Sara, es tut mir leid, ich konnte Horatio nicht davon abhalten!", sagte Sam lachend, die neben Sara und Gil stand.

Horatio zog eine Mini-Sonnenbrille aus der Tasche und setzte sie Nessi auf. Nessi fing wieder an zu glucksen und wackelte mit dem Kopf hin und her, bis die Sonnenbrille endlich runterfiel. Sie nahm sie in ihre Händchen und grinste die Sonnenbrille an, als wäre sie ihre beste Freundin.

„Das hätte ich mir ja denken können Horatio, das du es einfach nicht lassen kannst, Nessi eine Sonnenbrille zu schenken. Danke Euch!", lachte Gil. Auch er bekam von der Familie Caine eine Karte mit Geld enthalten.

Horatio rückte seine Sonnenbrille zurecht, die verrutscht war, als er sich zu Nessi gebeugt hatte, und schaute Gil lachend an.

„Na ja, eure Tochter sollte schon bewaffnet sein, gegen die Sonne und gegen Las Vegas. Aber besser als eine Waffe! Meinst du nicht auch Darling?", Horatio hatte den Blick auf Sam gerichtet, die lachend den Kopf schüttelte.

„Sam, jetzt sag mir nicht, dass Horatio Nessi eine Waffe schenken wollte?", fragte Sara etwas entsetzt.

„Nein, Sara, keine Angst, das habe ich ihm gleich ausgeredet! Spaß beiseite, nein Sara er wollte ihr keine schenken!", lachte Sam.

Als Nächstes kamen Nick und Cal, die Nessi eine Halskette mit Namensanhänger schenkten. Auf diesem Namensanhänger war zudem auf der Rückseite ein Schmetterling eingraviert und Nessis Geburtsdatum.

„Sara, es ist besser, wenn du sie Nessi umziehst, ich glaube ich habe da zwei linke Hände und Cal kann sich nicht so runterbeugen!", sagte Nick.

Sara zog Nessi die Kette an. Sie war zuerst nicht begeistert davon, doch nach einer kleinen Weile, als sie eine Ameise entdeckt hatte, war die Kette schon wieder vergessen. Nick gab Sara ebenfalls noch einen Umschlag, in denen 200 Dollar waren. Sara küsste Nick auf die Wange und umarmte danach Cal.

Später würde sie in Ruhe alles Gil zeigen, denn er bekam im Moment nur die Hälfte mit.

Jetzt kam Hodges aus dem Hintergrund, er hatte mit Sasha zusammengelegt und sie hatten Nessi das Ungeheuer von Loch Ness als Plüschtier besorgt. Hodges war ganz stolz, denn Nessi hatte es sofort gegrapscht und an sich gedrückt. Was manch einen wieder zum Schmunzeln brachte.

Greg und Reena hatten sich für Baby Grissom etwas ganz Besonderes ausgedacht. Sie schenkten ihr eine Sternschnuppe, die Vanessa Glück bringen sollte. Die Idee kam ihnen beim Internetsurfen. Sie dachten sich, es wäre sicher etwas Besonderes, so ein Glücksbringer für die kleine Maus. Sie hatten sich die Sternschnuppe mit dem Namen Campo del Cielo"entschieden. Nessi konnte vielleicht jetzt noch nichts damit anfangen, aber wenn sie genauso eine Wissenschaftlerin werden würde wie ihre Mom und ihr Dad, würde sie es irgendwann sehr zu schätzen wissen.

Mel hatte für Nessi ein weises Kapuzenhandtuch gekauft. Sie hatte von einer Freundin ihren Namen mit Schmetterlingen als Buchstaben einsticken lassen. Sara betrachtete entzückt das Handtuch für Nessi.

„Vielen dank Mel und natürlich auch euch, Greg, Reena, Hodges und Sasha!", sagte Sara mit Freudetränen in den Augen.

Sie freute sich über die Geschenke ihrer Tochter. Grissom hatte sich ebenfalls bei Cath und Warrick herzlich bedankt. Er war fasziniert über das Käferbuch, in dem er völlig vergessen darin herumblätterte.

„Sara, Gil, es ist besser, wenn ich euch Nessis Geschenk gebe! Packt es für sie aus!", sagte Luka.

Sara packte das Päckchen vorsichtig aus und zum Vorschein kam ein kleiner silberner Anhänger in Form eines Schutzengels. Grissom konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. Er freute sich über das Geschenk von Luka für seine Tochter. Sara betrachtete ebenfalls den Anhänger und stellte fest, dass auf de Rückseite folgende Worte eingraviert waren:

Non ti lascieró cadere e non ti abbandoneró!

Per Vanessa, nell'Amore Luka"

Sara schaute Luka lächelnd an.

„Du weißt, was das heißt!", sagte Luka und lächelte Sara an.

„Ja, Luka, es heißt übersetzt: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht! Für Vanessa, in Liebe Luka", sprach sie leise.

Sara umarmte Luka herzlich, sie hatte Tränen in den Augen. Dieser Satz hatte er ihr damals gesagt, als sie abgereist war aus Italien, er hatte ihr versprochen für immer ihr Freund zu sein.

„Danke Luka", sagte sie und blinzelte ihre Tränen weg.

Grissom wusste, was es zu bedeuten hatte, und legte Luka die Hand auf die Schultern.

„Vielen Dank auch von mir, Luka!", sagte Grissom und lächelte ebenfalls.

Danach nahm er Sara in den Arm und strich ihr sanft die Tränen vom Gesicht. Sara sah ihren Mann glücklich an.

Der kleine Tim freute sich, dass Nessi endlich wach war und auch Nessi hatte wohl an Tim Gefallen gefunden. Denn sie brabbelte ihn immer wieder mit etwas Unverständlichem zu. Aber Tim schien es nichts auszumachen. Er und Nessi jagten den Insekten und Ameisen hinterher. Wobei Tim eher das Gras vom Rasen rauszupfte und ständig für seine Mutter Blumen pflückte. Aber Nessi jagte den Fliegen und Bienen hinterher die um sie herumschwirrten.

Grissom war neben Sara getreten, die das Spektakel von Nessi beobachtete. Er nahm sie zärtlich in den Arm und küsste sie zärtlich auf das Haar.

„Schau dir mal unsere Tochter an. Jetzt sag mir nicht, dass sie das mit den Insekten von mir hat!", sagte Sara lachend zu Gil.

„Hm ok ich geb ja zu, das Interesse scheint sie wohl von mir zu haben!", lachte Grissom.

Grissom zog seine Frau an sich ran und umschloss ihren Mund mit einem sanften Kuss. Seine Hände lies er an ihren Po wandern.

„Gil Grissom untersteh dich weiterzugehen und nimm deine Hände von meinem Po!", flüsterte Sara leise zwischen den Küssen hervor.

„Warum Specialgirl? Gefällt es dir etwa nicht?", Grissom hatte ein breites Grinsen im Gesicht.

„Du Schuft!", lachte sie.

Grissom machte keine Anstalten seine Hände von ihrem Po zu nehmen, im Gegenteil, er fasste noch ein wenig fester zu. Sara ergriff nun Maßnahmen. Sie biss Gil sanft in seine Unterlippe. Grissom reagierte sofort und stöhnte leise auf! Sofort lies er seine Hände wieder um ihre Taille wandern und zog sie noch ein wenig enger an sich ran.

„Du kleines Biest!", sagte er und sah ihr in ihre braunen Augen, die vor Schalk blitzten.

„Nein, Honey, ich habe mich nur gewehrt!", entgegnete Sara grinsend, bevor sie ihren Mann noch mal leidenschaftlich küsste.

„Wow wow, Nessi nicht anfassen!"

Eine laute Stimme ließ Sara und Gils Kuss abrupt enden. Angstvoll schaute Sara in die Richtung, aus der die Stimme kam. Jetzt fing auch Nessi an zu schreien.

Warrick hatte die schreiende Vanessa auf dem Arm.

„Was ist passiert?", fragte Sara, als sie ihre Tochter an sich nahm, um sie zu beruhigen.

„Na ja sie wollte gerade eine Biene fangen. Denke sie hat sicher schon zum Stechen angesetzt gehabt, denn Nessi hat sie schon die ganze Zeit geärgert.", sagte Warrick.

„Oh Prinzessin, was machst du nur? Du kannst doch nicht alle Insekten gleich angrapschen!", Sara wusste nicht wie sie einem 7 Monate altem Kind beibringen sollte, dass man mit manchen Insekten vorsichtig umgehen sollte.

„Ich glaube der Bugman sollte seiner Tochter mal ein wenig mehr über Insekten beibringen.", grinste Warrick seinen Chef an.

Grissom warf Warrick seinen typischen Blick zu. Jetzt stimmten auch alle Anderen in das Lachen ein. Alle hatten den kleinen Zwischenfall mitbekommen und waren erleichtert, dass nichts passiert war.

„Ich glaube Gil, da könnt ihr vorerst nichts unternehmen, als ein wenig aufzupassen. Tim hat gerne die Würmer gegessen, wenn wir nicht aufgepasst haben.", sagte Horatio, der zu Gil und Sara rangetreten war.

„Sara komm mal mit Nessi mit, wir gehen mal zu Tim, er soll ein wenig auf sie aufpassen!", sagte Sam und nickte Sara zu.

„Tim hör mal zu, würdest du aufpassen, dass die kleine Vanessa keine Bienen anfasst?", Sam hatte sich zu ihrem Sohn gekniet und sah ihn fragend an.

„Ja klar Mum, ich bin schon groß, ich kann auf Nessi aufpassen!", sagte der kleine Tim stolz.

„Das ist prima von dir Tim, das machst du bestimmt toll!", entgegnete Sam ihrem Sohn.

Sara setzte Nessi wieder auf die Decke und Tim hatte sich sofort neben sie gesetzt und den Arm um sie gelegt.

„Ich pass jetzt auf dich auf Nessi, ich bin nämlich schon großer als du!", sagte der kleine Tim.

Nessi schien die Umarmung überhaupt nicht zu passen, sie ließ sich zur Seite kippen und krabbelte brabbelnd und glucksend davon. Tim ihr hinterher, er war ja schließlich groß und musste auf sie aufpassen.

Die Grissoms und Caines konnten sich ein Grinsen nicht verkneifen.

„Na, dann wird es Zeit, dass ihr euch noch mal um Nachwuchs kümmert!", sagte Horatio scherzhaft.

„Nein! Das wird ganz sicher so schnell nicht der Fall sein Horatio. Ich bin froh, dass Nessi und ich die Geburt überlebt haben!", sagte Sara ernst und verschwand ins Haus.

Sara reagierte sehr allergisch darauf, wenn ihre Freunde sie darauf ansprachen. Sie war froh, dass sie die Geburt überlebt hatte und sie tat alles dafür nicht noch mal schwanger zu werden. Im Moment wollte sie kein zweites Kind.

Grissom war ihr nachgegangen und fand eine verstörte und weinende Sara im Schaukelstuhl im Kinderzimmer.

„Hey, Darling, Horatio hat es doch nicht so gemeint!", sagte er sanft.

„Ich weiß Gil, aber es ist für mich immer noch nicht so leicht!", sagte sie.

„Sara, keiner verlangt von dir, dass du wieder schwanger werden sollst! Vor allem ich nicht. Ich bin glücklich mit meinen beiden Ladies! Wenn du keine Schwangerschaft mehr möchtest, bin ich der Letzte, der das nicht versteht!", sagte er und hatte sich vor seine Frau in die Hocke gesetzt.

Er nahm ihre Hände und strich sanft mit seinen Daumen darüber.

„Wirklich, Honey? Du bist auch glücklich, wenn wir mit Nessi alleine bleiben du vielleicht keinen Sohn bekommst?", fragte Sara noch mal nach.

„Sicher Sara, sehr glücklich sogar!", versicherte er ihr.

Sara schlang die Arme um Grissom und küsste ihn innig. Ihr Mann erwiderte den Kuss genauso sanft und stand auf und zog sie in seine Arme.

„Horatio du Kindskopf, wie kannst du so was sagen?", schellte Sam ihren Mann sanft.

„Entschuldige Sam, aber ich habe daran nicht mehr gedacht! Ich gehe mal zu ihr und entschuldige mich!", sagte er etwas kleinlaut.

„Ja tue das mal Rotschopf. Du musst sie verstehen, nach so einer Geburt würde ich auch nicht so schnell an ein 2. Kind denken.", sagte Sam zu Horatio und gab ihm einen sanften Kuss auf die Lippen.

Horatio ging hinein und fand auch gleich Sara und Gil, die schon wieder auf dem Weg nach draußen waren.

„Horatio, es tut mir leid, dass ich so reagiert habe!", sagte sie gleich, als sie ihn sah.

„Ist schon ok Sara, ich hätte vielleicht erst überlegen sollen, was ich sage, es tut mir ebenfalls leid!", sagte er und umarmte Sara.

„Vergessen wir es! Ich will ja nicht, dass du noch Ärger mit Sam deswegen bekommst!", sagte Sara lachend und zwinkerte Sam zu, die an der Terrassentür stand.

Sam konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als sich Horatio umdrehte. Es kam selten vor, dass Horatio mal unrecht hatte, oder falsch lag, doch wenn war es eher zum Schmunzeln. Typisch CSI eben!

Die Feier verlief weiterhin lustig und friedlich. Sam und Horatio verabschiedeten sich als Erstes am Abend, denn Tim war zum Umfallen müde. Sara und Gil luden sie noch zu Weihnachten ein, doch die Caines lehnten ab. Denn sie wollten über Weihnachten mal wieder in den Urlaub fahren. Horatio hatte es Sam versprochen, als er das letzte Mal wieder am Wochenende ins Labor fuhr, weil er ja der Annahme war, dass Miami ohne Ltd. Horatio Caine nicht sicher war.

Die Nächste, die sich verabschieden wollte, war Mel. Sie musste morgen wieder zum Frühdienst in die Klinik. Doch bevor sie sich verabschiedete, wollte sie noch mal mit Luka alleine reden. Es war inzwischen dunkel geworden, Luka hatte gerne auf Mels bitten reagiert, und war mit ihr ein wenig abseits gegangen, damit sie sich in Ruhe unterhalten und verabschieden konnten.

„Du musst also morgen auch wieder zurück nach Europa?", fragte Mel mit stickiger Stimme.

Ihr war spätestens seit den E-Mails klar geworden, dass sie sich in Luka verliebt hatte.

„Ja, leider Mel. Wäre gerne noch hier geblieben um dich noch ein wenig kennenzulernen! Mein Flug geht um 10 Uhr morgen nach London und von dort aus weiter nach Italien.", sagte Luka.

„Na ja man kann eben nicht alles im Leben haben!", jetzt liefen Mel ein paar Tränen über die Wangen.

Wie gut, dass es dunkel ist und Luka es nicht sehen kann, dachte sie.

„Mel, bitte nicht weinen!"

Luka war auf sie zugegangen und hatte sie in die Arme geschlossen.

„Ich weine nicht Luka!", sagte sie tapfer lächelnd.

„Du bist eine kleine Lügnerin, Sunshine!", sagte er und lächelte.

„Ach Luka, es tut mir leid, ich wollte nicht, dass es so kommt. Verzeih mir!", sagte sie immer noch weinend.

„Mel, du hast dich für nichts zu entschuldigen. Meinst du mir, geht es anders? Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an dich denke!"

Mel seufzte leicht auf und sah Luka an. Von der Terrasse her kam ein wenig Licht, sodass sie sehen konnte, dass auch Luka Tränen in den Augen hatte.

„Luka ich sollte dann mal gehen. Wir schreiben uns, ja?", fragte Mel.

Sie wollte schnellstens weg, bevor sie völlig in Tränen ausbrach.

„Mel, bitte bleib noch!", Luka hielt sie fest und hatte sie am Gehen gehindert.

„Luka mach es uns bitte nicht so schwer. Ich kann das einfach nicht, du in Europa und ich sitze hier!", sagte sie schluchzend.

„Mel, Sunshine, ich kann dich nicht einfach so gehen lassen. Du hast mir sehr gefehlt die letzten Monate."

„Melinda, dein Taxi ist hier!", rief Sara ihr zu.

„Danke Sara ich komme gleich!", sagte Mel und schluckte ihre Tränen runter.

„Machs gut Sunshine! Vergiss mich nicht!", sagte Luka und küsste ihr die Tränen weg.

„Nein Luka, das könnte ich gar nicht!", sprach Mel und küsste Luka zum Abschied sanft auf die Lippen, dann drehte sie sich um und ging zum Taxi.

Sie verabschiedete sich kurz von Sara und auch Grissom traf sie bei Rausgehen und verabschiedete sich von ihm.

Luka stand im Garten und hatte in diesem Moment eine Entscheidung getroffen.

„Luka ist alles ok mit euch beiden?", fragte Sara, die zu ihm gegangen war.

„Ja und nein!", sagte Luka nachdenklich.

Sara merkte, dass Luka nicht reden wollte, also sagte Sara nichts mehr.

Die Gäste verabschiedeten sich dann auch alle nacheinander. Luka stand immer noch im Garten und rauchte inzwischen schon die 10. Zigarette. Ihn beschäftigte irgendetwas, Sara hätte ihm zu gerne geholfen, sie wusste aber nicht wie. Da kam ihr Nick zu Hilfe.

„Schau mal Luka, der ist doch völlig fertig.", sagte Nick.

„Ja ich weiß, aber er wollte nicht reden, Nick."

„Manche Leute sollte man zu seinem Glück zwingen." sagte er und sah sie lachend an.

„Sollte das wieder eine Anspielung sein, Nicky?", lachte Sara.

„Nein Sar-Honey, so etwas würde ich mir nie erlauben. Nun komm schon, geh zu ihm Mrs. Grissom, bevor er sich noch eine Nikotinvergiftung holt!", sagte Nick lachend.

Sara musste über Nick lachen, aber ging zu Luka. Er bemerkte sie kommen und drehte sich zu ihr um.

„Luka ist alles ok mit dir!", fragte sie und sah, dass er übers ganze Gesicht strahlte.

„Ja, Sara mir ging es noch nie besser!", grinste er.

„Verrätst du mir auch den Grund?"

„Sagen wir mal so, es hat mit Mel zu tun.", erwiderte er.

„Oh Luka, jetzt rede nicht in Rätseln, sondern sag mir, was los ist?", sagte Sara ungeduldig.

Luka erzählte Sara die ganze Geschichte.

„Aber ich muss erst einiges in Italien regeln. Ich hoffe es klappt alles, wie ich es mir denke!", sagte er abschließend.

„Ich hoffe es für dich Luka! Sag mir bescheid, dann machen wir das zusammen."

Luka umarmte Sara liebevoll und küsste sie auf die Wange.

„Danke Sara, wenn du nicht gewesen wärst, wäre ich nie nach Las Vegas gekommen und hätte nie Mel kennengelernt!"

„Siehst du es, war doch gut, dass wir uns gegen eine Liebesbeziehung und für eine Freundschaft entschieden haben!", bemerkte Sara.

„Ja das war sogar sehr gut! Sonst hätte mich ja damals Grissom schon in tausend Stücke gerissen.", lachte er.

Sara gab Luka einen Kuss auf die Wange und machte sie auf den Weg ins Haus. Gil hatte gerade Nessi noch gebadet und wollte sie ins Bett bringen.

Sara kam gerade wieder von einem Tatort, sie ging direkt in ihr Büro und rief Cal an, die mit ihr ebenfalls am Tatort war, aber schon etwas eher ins Labor zurückgefahren war.

„Cal, kannst du bitte Hodges und Raph sagen, dass ich das ganze Team im Besprechungsraum sehen will!"

Sara hatte gerade einen Fall rein bekommen, der vermutlich etwas heikel für das ganze Team werden könnte.

Sara gab noch Reena und Sasha bescheid und sie trafen sich alle 10 min später im Besprechungsraum.

„Der Flughafen hat mich gerade angerufen, wir sind alle in Dauereinsatz die nächsten 24 Stunden.", begann sie.

„Ein Flugzeug hat kurz nach dem Start eine Notlandung im Lake Mead hingelegt und dabei sind 3 Menschen ums Leben gekommen und 10 Menschen schweben in Lebensgefahr und 10 werden immer noch vermisst. Die anderen sind leicht verletzt und wurden in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. SASHA, HODGES, ihr werdet mit Cal und mir die Spurensuche am Tatort aufnehmen, also macht euch auf was gefasst! REENA, du und RAPH geht ins Krankenhaus und versucht mit den Opfern zu reden, soweit ihr mit ihnen reden könnt, wenn nicht lasst euch ihre Kleider geben.", sagte Sara ernst.

Das Team wusste, dass es eine Herausforderung für sie war. Denn so einen Fall hatten sie noch nie gehabt.

„Wir werden zusammen mit dem Team von meinem Mann arbeiten. Beide Teams sind zum Lake Mead gerufen worden!", sagte Sara.

Sara war kurz in ihr Büro gegangen. Sie hatte erfahren, dass es die Maschine von Luka war, die abgestürzt war. Luka war nicht bei den Überlebenden. Die Namen der Toten standen noch nicht fest, da sie teilweise entstellt waren.

Es klopfte an ihr Büro. Ihr Mann steckte gerade den Kopf rein.

„Werden wohl wieder lange Tage werden!", sagte Grissom mit einem Lächeln.

„Ja, für mich auch! Außer du hast wieder irgendwelche obskure Einfälle und reist wieder alles an dich, aus Sorge an deinen Kollegen!", stichelte Sara.

„Ist schon ok Sara, ich habe verstanden! Ich werde dir weder den Fall wegnehmen noch dich irgendwie an deiner Arbeit hindern!", sagte Grissom kleinlaut.

„Ich bin nur froh, dass unsere Nanny dafür Verständnis hat!", sagte Sara.

„Du meinst wohl eher, dass unsere Tochter dafür Verständnis hat!", lachte Gil.

Sara war in Gedanken, sie hatte sich in die Akte vertieft und reagierte nicht mehr auf Grissoms Reden.

„Hey Sara, alles in Ordnung?", fragte er.

„Nein ist nicht, das war die Maschine von Luka, Gil", sagte sie und schluckte.

Ihr Mann ging auf sie zu und nahm sie in die Arme.

„Hey, Luka wird es gut gehen, davon bin ich überzeugt. Er ist beim FBI, er weiß, wie man überlebt! Hast du es schon auf seinem Handy versucht?", fragte er.

„Ja, aber da ging nur die Mailbox ran. Oh Gil, ich muss Mel Bescheid sagen.", sagte sie traurig.

„Fahr zu ihr und komme nach, Cal und Cath sind ja dabei und ich bin auch noch da.", sagte er und gab ihr einen Kuss auf ihre Stirn.

„Danke Gil, ich werde gleich mal zu ihr fahren."

Als Sara bei Melinda im Krankenhaus ankam, wunderte sich diese, warum Sara so unverhofft auftauchte.

„Hey, Sara, ist etwas mit Nessi passiert?", fragte sie sorgenvoll.

„Nein Mel, bitte lass uns in dein Büro gehen, ich muss dir etwas sagen.", Saras Tonfall ließ Mel aufhorchen.

Gemeinsam gingen sie in ihr Büro und setzten sich.

„Mel, hast du von dem Flugzeugunglück gehört?", fragte Sara vorsichtig.

„Ja, ich habe es heute Morgen in den Nachrichten gehört? Warum?", fragte sie neugierig.

„Mel, es war Lukas Flug nach London, der verunglückt ist!", sagte Sara geradeheraus.

„OH NEIN!", entfuhr es Mel.

Melinda Kennedy saß kreidebleich in ihrem Stuhl. Ihre Finger umklammerten die Armlehne, sodass ihre Knöchel weiß hervortraten.

„Sara, was hat das zu bedeuten, ist er…… ist er…?", Mel bekam das Wort nicht über die Lippen.

„Mel ich weiß es nicht, es gibt noch viele Vermisste und die Toten konnten noch nicht alle identifiziert werden.", sagte sie ernst.

„Oh Gott Sara!", Mel wusste nicht, was sie machen oder sagen sollte.

Ihr war auf einmal furchtbar schlecht. Alles drehte sich. Sie liebte Luka, das wurde ihr gestern Abend bewusst. Warum nur war sie gegangen. Vielleicht hätte es eine Lösung geben können, aber vielleicht war jetzt alles zu spät.

Sara war inzwischen, mit einem unguten Gefühl am Tatort angekommen. Es herrschte absolutes Chaos. Es wurden weitere Tote gefunden, aber auch Überlebende, die mehr oder weniger schwer verletzt waren.

Sara machte sich auf die Suche nach ihrem Team.

„Hey Sara, du sollst zum Sheriff kommen. Grissom, Cath und Cal sind schon dort.", sagte Greg und deutete auf ein Zelt, das in unmittelbarer Nähe stand.

Sara ging in das Zelt, wo die Verantwortlichen der Fluggesellschaft sowie zwei Leute von der Flughafenaufsicht und eben ihr Mann und ihre zwei Kolleginnen waren.

Als sie eintrat, begegnete sie dem Blick von Grissom. Sie nickte ihm kurz zu und wandte sich an den Sheriff, der sie gerade ansprach.

„Hallo Mrs. Grissom, schön, dass sie auch zu uns gefunden haben. Ihr Mann hat mir schon gesagt, dass sie noch etwas Wichtiges zu erledigen hatten!", die Ironie des Sheriffs lies keinen Zweifel daran, wie die Worte gemeint waren.

„In der Tat Sheriff, ich hatte etwas Wichtiges zu erledigen, es handelte sich um den Absturz, um eine vermisste Person.", entgegnete Sara dem Sheriff mit bestimmter Stimme.

Cath, Cal und auch Grissom wussten, wenn Sara so gelassen und ruhig sprach, kochte sie innerlich. Die Drei konnten sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, als sie sahen, dass Sara den Sheriff zuckersüß anlächelte.

Das war Sara, wie sie nicht anders hätte sein können, dachte Cath und grinste in sich hinein.

Als sie die Besprechung hinter sich hatten und wieder aus dem Zelt waren, stöhnte Sara auf.

„Kann dieser Mann sich denn nicht einmal im Leben kurzfassen? Fast 1 Stunde lang hat er uns von der Arbeit abgehalten. Dann beschwert er sich auch noch, wenn ich 10 Minuten zu spät zu seiner Besprechung komme.", Sara hatte den Ärger in ihr freien Lauf gelassen.

„Frage nicht, wie er versucht, hat mich auszuquetschen, wo du bleibst! Aber Gott sei Dank kam Gil und hat dem Sheriff nur gesagt du hast was Wichtiges zu erledigen, damit war er sofort ruhig gestellt.", sagte Cal lachend.

„Tja, wenn Gil Grissom etwas sagt, dann hat es wohl Bedeutung!", sagte Cath lachend.

Grissom warf ihr den typischen Blick zu, den mit der hochgezogenen Augenbraue.

„Was? Stimmt doch, oder willst du etwas anderes behaupten?", sagte Cath verteidigend.

„Nein, Cath, aber mir ist auch beinahe der Kragen geplatzt da drinnen. Glaube wäre Sara nicht bald aufgetaucht, hätte ich mich vergessen!", sagte Grissom.

„Danke Gil, dass du den Sheriff etwas im Zaum gehalten hast!", sagte Sara und sah ihren Mann dankend an.

„Na ja du hast ihm ja in einem Satz gleich klar gemacht, wo die Fronten liegen!", lachte Grissom.

„Oh ja das stimmt, Sara! Der Sheriff hat bei deinen Worten nur noch geschluckt!", sagte jetzt auch Cath lachend.

Die Vier trennten sich wieder und Sara und Cal und Grissom und Cath gingen zurück zu ihren Stellen, wo sie mit der Arbeit weitermachten.

Man hatte den beiden Teams ein Zelt zur Verfügung gestellt um die Beweise dort zu vorübergehend zu sichern.

Sara war mit Sasha im Zelt und sie untersuchten die Teile vom Cockpit nach möglichen Hinweisen. So sehr sie auch in die Arbeit vertieft war, wanderten ihre Gedanken immer wieder zu Luka. Ob sie ihn inzwischen gefunden hatten. Sie hoffte er würde leben. Der Gedanke an Lukas Tod wollte sie schnellstmöglich verdrängen. Sie hatte vorhin Grissom erzählt, wie Mel reagiert hatte. Grissom hatte sie beruhigt. Sie hatte auch noch mal mit Mel telefoniert. Sie hatte alle Hände voll zu tun im Krankenhaus, wegen den Verletzten, doch sie war fix und fertig wegen Luka. Sara meinte am Telefon zu hören, wie sie leicht weinte.

„Sara, komm schnell, sie haben Luka gefunden!", rief Nick, der gerade ins Zelt gestürmt war.

Sara rannte nicht, sie stolperte aus dem Zelt vor lauter Angst! Nick hatte nicht gesagt, ob sie ihn lebend oder tot gefunden hatten.

„Nick ist Luka … ist er…. ist er tot?", brachte sie schließlich hervor.

„Sara, bleib, wo du bist!", sagte Grissom, der auf sie zukam.

„Was ist los Grissom habt ihr Luka gefunden? Lebt er? Ich will zu ihm!", sie bekam Panik.

„Sara, es ist besser, du gehst nicht zu ihm!", Grissom war inzwischen bei ihr und hatte sie in den Arm genommen um sie daran zu hindern, dass sie auf die Bare zustürmte.

Er zwang Sara, ihn anzusehen, in dem er seine Hand unter ihr Kinn legte, er wollte nicht, dass sie das sah, wen die Helfer auf der Barre wegtrugen.

Sie konnte an Grissoms Gesicht erkennen, das irgendetwas nicht stimmte! Sie wurde von einer Panik erfasst, die sie nur zu gut kannte.

„Er ist tot, oder?", fragte sie mit zitternder Stimme ihren Mann.

Grissom war nicht fähig irgendetwas zu sagen, er konnte nur nicken……

… TBC