Chapter 76

Sara war es als würde man ihr ein Messer in den Bauch rammen. Sie konnte nicht mehr klar denken. Sie war froh, das Grissom sie festhielt, denn sonst wäre sie womöglich umgekippt.

„Ich möchte zu ihm!", sagte sie und schaute ihren Mann direkt an.

„Sara, ich muss dir noch etwas sagen. Luka ist vermutlich nicht durch den Flugzeugabsturz getötet worden. Er hat eine Schusswunde am Kopf. Ihm wurde direkt in den Kopf geschossen. Der Absturz hat das Übrige erledigt. Sein Gesicht ist total entstellt!", sagte Grissom.

„Woher wisst ihr dann, dass es Luka ist? Vielleicht ist es gar nicht Luka!", sagte Sara hoffnungsvoll.

„Wir haben seinen Ausweis in seinem Portemonnaie gefunden!", sagte Grissom und schlang die Arme etwas fester um Sara, da ihre Beine verdächtig nachgaben.

„Ich möchte bei der Autopsie dabei sein!", sagte sie und reckte ihr Kinn in die Höhe.

Jetzt erst sah Grissom, dass sie geweint hatte. Er küsste sie sanft auf ihre Stirn.

„Sara, ich glaube das ist keine so gute Idee!", sagte er vorsichtig.

„Oh doch Gil, das ist eine sehr gute Idee! Luka war mein Freund und ich habe ein Recht darauf!", sagte sie mit einem gewissen Ton in ihrer Stimme, den Grissom nur zu gut kannte.

Er wusste jeglicher Widerspruch war zwecklos. Wenn sie sich es in den Kopf gesetzt hatte, konnte auch er nichts dagegen tun.

„Ok, aber ich werde dabei sein!", sagte er um einen Kompromiss einzugehen.

„Ok soll mir recht sein! Und jetzt fahre ich zu Mel ins Krankenhaus und sage es ihr. Sie sollte es von einer Freundin hören und nicht von der Polizei.", sagte sie feststellend.

Grissom seufzte auf. Er wusste er konnte Sara nicht aufhalten. Also fuhr er schon ins Labor, um mit Doc Robbins schon die Autopsie vorzunehmen.

Sara musste im Krankenhaus erstmal Mel suchen, es war das reinste Chaos. Als sie Melinda endlich gefunden hatte, erschrak sie. Sie kannte Mel eigentlich nur als lebenslustige ausgeglichene Frau, aber jetzt sah sie blass und völlig fertig aus. Mel hatte nun auch Sara entdeckt. Sie sah Sara ins Gesicht und ahnte Schlimmes. Sie nickte ihr zu und Sara folgte ihr ins Büro.

„Mel, bitte setz dich, ich habe dir eine schreckliche Nachricht zu überbringen!", sagte sie und atmete tief ein.

Mel starrte Sara entsetzt an, sie wusste, fast was kommen würde, entweder sie hatten Luka schwer verletzt oder tot gefunden.

„Bitte Sara, sag mir die Wahrheit, habt ihr Luka gefunden?"

„Ja Mel, wir haben Luka gefunden….. es tut mir leid…. er … er ist tot!", brachte Sara schluchzend hervor.

Mel dachte sie würde fallen, ganz tief fallen. So eine Leere, so einen Schmerz hatte sie noch nie gespürt. Die ganzen Jahre als Ärztin hatte sie verschiedenen Menschen die schlimmsten Nachrichten überbracht und das ging nicht spurlos an ihr vorbei. Doch jetzt war sie selber davon betroffen. Melinda hätte am liebsten die Augen geschlossen und hätte sie sie wieder geöffnet, wäre es ein Albtraum gewesen. Aber so war es nicht, es war die bittere Realität. Der Mann denn sie liebte war tot und das Schlimmste war, er hatte es nicht gewusst. Sie war zu feige gewesen ihm ihre Gefühle zu gestehen. Mel konnte nicht weinen. Sie hatte nur einen unsagbaren Schmerz im Inneren.

„Danke Sara, dass du es mir gesagt hast! Es tut mir so leid, dass du deinen Freund verloren hast.", sagte sie geistesabwesend.

„Mel, was redest du? Ja, für mich ist es auch sehr schlimm, dass ich Luka verloren habe, aber du hast ihn geliebt. Stimmt es?", Sara war zu Mel getreten, der nun vermehrt die Tränen liefen.

„Ja, Sara, ich habe ihn geliebt, aber ich habe mich nicht getraut es ihm zu sagen.", traurig senkte sie ihren Kopf.

„Aber er hat es trotzdem gewusst Mel. Luka hat es mir gestern Abend erzählt. Mel er war glücklich!", Sara umarmte ihre Freundin und tröstete sie.

Eine ganze Weile sagte keine von ihnen ein Wort. Sara wollte Mel nicht erzählen, dass Luka erschossen wurde, aber sie musste es ihr sagen, sie hatte ein Recht darauf es zu wissen.

„Mel, Luka ist nicht durch den Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Er wurde vermutlich vorher schon erschossen!", sagte Sara.

„WAS?", Mel schrie es fast.

„Ja, laut FBI war er schon wieder in einem Undercover-Fall unterwegs nach London!", sprach Sara weiter.

„Oh Gott Sara, ich kann nicht mehr! Wie soll ich nur jemals diesen Schmerz los werden.", Mel hatte aufgehört zu weinen.

Sara wusste keinen Rat, sie hatte Mel nur immer noch im Arm und strich ihr tröstend über den Rücken. Sara fühlte sich hilflos. Sie wusste auch nicht, wie sie mit dem Schmerz umgehen sollte. Aber sie hatte noch Grissom. Mels Liebe war tot.

Minuten später kam ein Arzt ins Zimmer und war auf der Suche nach Mel. Sie brauchten sie in der Notaufnahme. Mel machte sich noch kurz am Waschbecken in der Damentoilette frisch und ging auf die Unfallstation. Sara war ihr gefolgt, sie hatte Angst, Mel würde zusammenbrechen. Aber Mel war stärker als sie dachte.

Sie wollte sich gerade von Mel verabschieden, als diese aufschrie.

Mel taumelte gegen die Wand und Sara war sofort bei ihr um sie aufzufangen.

„Mel, ganz ruhig, ich glaube es ist besser, wenn du für heute Schluss machst.", sagte Sara sanft.

„Sara…. Luka!", mehr brachte Mel nicht raus.

„Ich weiß Mel, es ist für mich auch schwer! Es tut mir so unendlich leid!", erwiderte sie.

„Verdammt, nein Sara, schau doch, da vorne ist Luka!", schrie Mel.

Jetzt sah der Mann, den Mel meinte zu den beiden Frauen.

Mel riss sich von Sara los und rannte auf den Mann zu.

Sara konnte ihren eigenen Augen nicht trauen, es war tatsächlich Luka! Er hatte Mel sofort in die Arme geschlossen. Er drückte ihr sanft einen Kuss auf den Mund.

„Hey Mel, ist ja ok, ich bin nicht schwer verletzt! Was ist denn los?", Luka war verwirrt.

Er hatte damit gerechnet, dass Mel froh sein würde, dass er nicht schwer verletzt war, aber nicht damit, dass sie bei ihm weinend in den Armen lag.

„Luka wir…, ich dachte du wärst tot!", schluchzte Mel.

„Na, dafür stehe ich aber viel zu lebendig vor dir!", lachte Luka, der immer noch nicht verstand, was los war.

„Luka, an der Unfallstelle haben sie jemanden gefunden, der deinen Ausweis bei sich hatte. Er war tot, Kopfschuss!", sagte Sara, die nun an die beiden herangetreten war.

Luka wusste nun von, was Sara sprach.

„Mel können wir in dein Büro? Dann erkläre ich euch alles!", Mel nickte und gab einem anderen Arzt bescheid, dass sie kurz Pause machte.

Luka ließ Mel nicht aus seiner Umarmung. Sie zitterte immer noch am ganzen Leib und auch Sara konnte noch nicht so recht glauben, das Luka wirklich lebte. Im Büro angekommen entschuldigte Mel sich kurz, da sie von einem Oberarzt gerufen wurde.

Sara umarmte nun Luka und sah ihn mit Tränen in den Augen an.

„Luka vor 20 Minuten erst habe ich Mel erzählen müssen, dass du tot bist. Für mich selber war es ein Schock am Tatort!", sagte Sara und erzählte Luka, was sich zugetragen hatte.

„Hey Kleine, ich bin am Leben und mir geht es verhältnismäßig gut! Und ich sage dir noch etwas, ich werde Mel nicht aufgeben!", Luka strich Sara sanft die Tränen aus dem Gesicht.

„Das ist gut Luka, es wird Zeit, dass du auch glücklich wirst!", sagte Sara nun lächelnd.

„Ja, Sara, ich denke auch!", sage er glücklich.

„Bitte sag mir jetzt, wer dieser Typ ist, der bei uns im Autopsiesaal liegt?", bohrte Sara nun.

Luka erzählte ihr, dass er im Undercover-Auftrag unterwegs nach London war und einen Ex-Sträfling beobachten sollte. Die Sache eskalierte kurz vor dem Absturz und der Mann wurde von einem anderen FBI-Agenten erschossen. Der Tote war ein Auftragskiller und er sollte Luka umbringen, deshalb hatten sie ihm den Ausweis in die Tasche gesteckt. Falls der Auftraggeber noch an Board sein sollte.

Sara hörte mit wachsendem Staunen seine Geschichte an. Sie musste so schnell wie möglich Grissom Bescheid sagen.

„Gut, ich werde mal wieder ins Labor zu Gil gehen und ihm Bescheid sagen, aber ich denke, sie haben es schon längst rausgefunden! Sag Mel bitte noch liebe Grüße, ich melde mich dann bei ihr!", grinste Sara und küsste Luka zum Abschied auf die Wange.

Als Sara gegangen war, ließ sich Luka in den nächst bestem Stuhl fallen. Kurz darauf kam Mel herein. Sie trat hinter Luka, der die Augen geschlossen hatte. Sanft legte sie ihre Arme um ihn. Er erschrak und fuhr hoch. Als er stand und sich zu Mel umgedreht hatte, schloss er sie sofort in seine Arme.

„Mel, ich möchte dich nie mehr loslassen!", sagt er mit rauer Stimme.

„Luka, ich muss dir was sagen!", sie sah ihn direkt in die Augen.

Luka verlor sich wieder mal in Mels Augen, schon beim ersten Zusammentreffen im Aufzug damals hatten sie ihn in den Bann gezogen.

„Luka ich liebe dich!", eine Träne bahnte sich den Weg über ihre Wangen.

Sanft küsste Luka ihr die Träne weg.

„Ich liebe dich auch Melinda, ich weiß es ist nicht einfach bei der Entfernung, aber ich möchte nicht mehr ohne dich sein!", sagte er und küsste sie leidenschaftlich.

„Luka die Entfernung ist mir im Moment egal, Hauptsache ist, du lebst!", sagte sie und erwiderte seinen Kuss genauso sanft und leidenschaftlich.

Sanft strich sie ihm über seinen Arm, er zuckte leicht vor Schmerzen zurück. Jetzt erst hatte Mel realisiert, dass er verletzt war.

„Gott Luka, du bist ja verletzt!", sagte sie.

„Ach, das ist nicht weiter schlimm, sind nur ein paar Kratzer!", sagte er.

„Du kommst jetzt mit, wir röntgen deinen Arm und deine Platzwunde am Kopf versorge ich auch gleich, die muss vielleicht genäht werden!", sagte sie sanft aber bestimmt.

„Nein Mel, das ist wirklich nicht nötig, mir geht es gut!", protestierte er.

Mel berührte ihn noch mal am Arm, diesmal etwas fester und er zuckte wieder zusammen.

„Autsch!", entfuhr es ihm.

„So, und jetzt keine Widerrede Mr. Dacanti, sie gehen direkt mit mir zum Röntgen!", sagte Mel ernst.

„Ja, Frau Doktor! Ich habe wohl keine andere Wahl, oder?", Luka sah Mel grinsend an.

„Nein, die hast du nicht!", entgegnete sie ihm lachend und zog ihn sanft an sich ran und küsste ihn erneut.

Sara betrat gut gelaunt das CSI-Labor, sie ging geradewegs in den Autopsieraum, wo sie Grissom und Doc Robbins vorfand. Sie waren gerade mit der Leiche beschäftigt, die Luka sein sollte.

Grissom begegnete ihren Blick und wunderte sich, warum sie sich so gut gefangen hatte. Eigentlich hatte er gedacht, dass er seine Frau irgendwann völlig fertig im Labor auflesen musste, weil sie sich in die Arbeit vergraben hatte.

„Wisst ihr schon, wen ihr auf dem Tisch habt?", fragte sie und sah Doc Robbins und Grissom an.

„Sara, bist du dir sicher, dass du bei der Autopsie dabei sein willst?", fragte ihr Mann sie und schaute sie an, als wäre sie verrückt geworden.

„Ja Gil, ich bin mir sicher, denn ich weiß ganz sicher, dass das nicht Special Agent Luka Dacanti ist!", sagte sie und grinste die beiden verblüfften Männer an.

Grissom dachte nicht, dass es Sara so mitgenommen hatte, dass sie schon fest davon überzeugt war, dass es nicht Luka war, der auf dem Tisch vor ihnen lag.

„Schaut mich nicht so entgeistert an, ich habe gerade im Krankenhaus mit Luka geredet. Er lebt, ist leicht verletzt, aber er lebt!", sagte sie grinsend.

Grissom und Doc Robbins starrten auf den Toten und schüttelten den Kopf.

„Bist du dir wirklich sicher Sara?", fragte Grissom sie.

„Glaubst du etwa ich halluziniere so etwas?", machte sie die Gegenfrage.

„Nein natürlich nicht, es ist nur unglaublich, weil wir sein Portemonnaie bei seinen Sachen gefunden haben!", sagte Grissom.

Sara erzählte nun den beiden Männern die unglaubliche Geschichte.

Als sie wieder in ihrem Büro war, rief sie erstmal die Nanny an um sich zu erkundigen, wie es ihrer Tochter ging. Sie hatte plötzlich unheimliches „Heimweh" nach ihrer Tochter. Als sie aufgelegt hatte, widmete sie noch dem Fall und dann ging sie zu Grissom ins Büro.

„Hey Sara, wie geht es dir?", Gil war aufgestanden und hatte sie in den Arm genommen.

„Ich bin einfach nur müde und ich vermisse unsere Tochter!", sagte sie und schmiegte sich in die Arme von Grissom.

„Du hattest einen schweren Tag Darling und viel zu verkraften. Ich denke wir sollten dann mal nach Hause gehen, wir haben inzwischen 1 Uhr und ich bin auch erledigt. Den Fall lösen wir heute sowieso nicht mehr!", sagte Grissom und machte die Lichter im Büro aus.

Gemeinsam gingen sie zum Parkplatz. Sara war ziemlich erschöpft und müde.

„Am besten, du lässt dein Auto stehen und wir fahren gemeinsam. Wir müssen morgen sowieso wieder zusammenarbeiten!", Grissom sah Sara fragend an.

Er bekam als Antwort nur ein Nicken. Denn Sara war es nur recht, sie war müde und ausgelaugt von dem Tag.

Als sie zu Hause waren, war Sara inzwischen wieder etwas munterer. Sie lies sich trotzdem erledigt auf die Couch fallen und Grissom setzte sich neben sie.

„Hey Specialgirl, ist wirklich alles in Ordnung bei dir?", hakte Grissom noch mal nach?

„Ja, danke Honey, es geht schon wieder, das mit Luka hat mich heute nur sehr mitgenommen!", sagte sie und lehnte sich an ihren Mann.

„Hey, Sara, Luka lebt und ihm geht es gut! Ich kann verstehen, dass es ein schwerer Schock für dich war.", Grissom hatte Sara in die Arme genommen.

„Ja, das war es wirklich. Danke, dass du für mich da warst, Honey, ohne dich, hätte ich es nicht durchgestanden!", sagte sie und gab ihrem Mann einen leichten Kuss.

„Komm lass uns ins Bett gehen, ich schlafe sonst direkt hier ein!", sagte Grissom lachend.

„Gute Idee Honey, wir müssen ja morgen wieder früh im Labor sein!", sagte Sara gähnend.

„Mel ist das wirklich nötig, dass ich die Nacht im Krankenhaus verbringe?", beschwerte sich Luka bei ihr.

„Ja, Luka es ist nötig, es besteht Verdacht auf eine Gehirnerschütterung. Also du bleibst hier schön liegen!", sagte die junge Ärztin schmunzelnd.

„Oh Mel, kannst du wenigstens heute Nacht hier bleiben, damit ich nicht so alleine bin?", fragte Luka scheinheilig.

„Luka Dacanti, du bist ja schlimmer als jedes Kind!", lachte Melinda.

„Nein, ich möchte nur, dass du bei mir bist!", sagte er gespielt beleidigt.

„Luka ich habe heute Nacht Dienst, aber ich kann gerne ab und zu bei dir reinschauen. Fliegst du eigentlich morgen zurück nach London?", fragte sie etwas traurig.

„Ja, Mel, so leid es mir tut, die Arbeit ruft!", sagte Luka.

„Na ja wir haben ja noch die E-Mails und die Briefe!", brachte Mel tapfer hervor.

„Mel, E-Mails und Briefe sind keine Ersatz für dich!", sagte er mit einer Spur Traurigkeit.

„Ich weiß Luka, aber es geht eben nicht anders. Wir wussten beider vorher, dass es so werden wird. Es ist nicht das, was ich wollte, aber ich muss es in Kauf nehmen. Ich hoffe, dass wir uns wenigstens noch einmal sehen werden in diesem Jahr!", sagte Mel.

Luka war in dem Moment verwirrt und traurig. Er wusste, dass es für beide schwierig war, eine Beziehung zu führen. Aber er wollte auch nicht auf Melinda verzichten. Er liebte sie und er würde eine Lösung finden.

Am nächsten Tag war der Abschied schwer für beide. Melinda versuchte ihre Tränen zurückzuhalten, ebenso wie Luka, der immer wieder seine Tränen wegblinzeln musste. So schwer war ihm noch nie ein Abschied gefallen. Sogar damals bei Sara was es etwas leichter. Zumindest musste er damals nicht seine Tränen unterdrücken. Oh Luka, wo hast du dich da wieder reingesteigert, dachte er sich.

„Vergiss mich nicht Mel, und schreibe mir!", sagte Luka zum Abschied.

„Werde ich sicher nicht Luka. Und du pass auf dich auf, ich möchte dich ungern noch einmal als Patient im Krankenhaus haben", sagte sie lächelnd.

Luka küsste Mel innig zum Abschied.

„Wir sehen uns bald wieder, das verspreche ich dir Sunshine!"

Luka nahm Melinda in die Arme und drückte ihr noch mal einen hingebungsvollen Kuss auf die Lippen, bevor aus dem Krankenhaus verschwand und mit dem Taxi zum Flughafen fuhr.

Grissom wurde durch das Klingeln des Weckers am nächsten Morgen geweckt. Sara lag, eingerollt wie eine Katze bei ihm im Arm und schlief noch. Er musste bei dem Anblick lächeln. Obwohl sie tagtäglich das Bett miteinander teilten, war es für ihn doch immer wieder ungewöhnlich, neben Sara aufzuwachen. Aber er war glücklich, er hätte es sich nie träumen lassen, dass Sara mal so selbstverständlich in seinen Armen lag und schlief.

„Specialgirl, aufwachen, wir müssen zur Arbeit!", sagte er, während er sanft ihre Schultern küsste.

„Hmmmm.."

Grissom musste lachen, es war selten, dass man Sara nicht aus dem Bett bekam. Sie musste gestern extrem müde gewesen sein. Er intensivierte seine Küsse und wanderte zu ihrem Bauch, wo das sowieso schon kurze Sleepshirt etwas hochgerutscht war.

„Uhhm Gil, was machst du da?", murmelte Sara verschlafen.

„Ich versuche dich nur zu wecken!", sagte er lachend.

„Hm das ist gut, dann schlafe ich mal weiter, und du kannst versuchen mich zu wecken!", schmunzelte sie.

Grissom ließ von ihr ab und umarmte sie zärtlich. Seine Lippen streiften ihre und er wanderte weiter zu ihrem Hals, dann wieder zurück zu ihrem Mund, wo er sie begehrlich küsste. Sara erwiderte seinen Kuss leidenschaftlich.

„Darling, ich würde ja weitermachen, aber ich glaube wir müssen uns jetzt mal aus dem Bett bewegen und fertig machen.", sagte Grissom, als sie sich vom Kuss lösten.

„Wie wäre es mit einer gemeinsamen Dusche, Honey?", Sara sah ihn mit ihren tiefbraunen Augen lächelnd an.

Grissom konnte, so wie Sara ihn anschaute kaum Nein sagen. Er wusste sie würden sicher zu spät kommen, wenn sie jetzt gemeinsam duschen gingen, aber das war ihm egal. Bei Saras Blick, den sie ihm zuwarf, konnte er einfach nicht widerstehen.

Sara quiekte erschrocken und erfreut auf, als Grissom sie auf den Arm nahm, damit hätte sie jetzt sicher nicht gerechnet. Im Badezimmer angekommen, ließ er Sara wieder runter. Er begann sie zärtlich und sehnsuchtsvoll zu küssen, sodass Sara leise aufstöhnen musste, dabei zog er ihr Shorts und Sleepshirt aus. Anschließend zog er schnell seine Shorts aus und sprang zu seiner Frau in die Dusche, die inzwischen das Wasser angestellt hatte.

Sara sah Grissom in seine Augen und sah dort die Leidenschaft, die ihn im Griff hatte. Sie zögerte nicht lange und schlang ihre Arme um ihn und küsste ihn voller Sehnsucht und bog sich ihm vor Leidenschaft entgegen. Gil nahm sie hoch, Sara schlang ihre Beine um seine Hüfte und sie ließen ihrer Lust freien Lauf.

Später als sie geduscht waren und auch etwas zum Frühstück zu sich genommen hatten, fuhren sie gemeinsam ins Labor.

Sie trafen sich mit beiden Teams etwas später im Besprechungsraum. Sara und Grissom hatten inzwischen in einer Konferenz mit Luka und seinem Vorgesetzten vom FBI gesprochen. Sie mussten Lukas Kollege verhören. Luka hatte seine Aussage gestern noch bei Sara im Krankenhaus gemacht und hatte seine Version der Geschichte erzählt. Aber der Kollege von Luka war noch immer vermisst. Sie hatten wenig Hoffnung ihn lebend zu finden.

Die nächsten Tage arbeiteten die beiden Teams hart an dem Fall vom Flugzeugabsturz. Sie hatten immer noch nicht geklärt, wie es dazu kam, sie hatten zwar die Aussage von Luka, was geschah, aber Luka wurde von dem Täter mit einem Schlag auf den Kopf außer Gefecht gesetzt, sodass er nicht mehr viel mitbekam, nur dass sein Kollege den Auftragsmörder erschossen hatte. Zudem war Luka als Zeuge nicht sehr glaubwürdig, das er ja niedergeschlagen wurde. Die übrigen Beweise reichten auch nicht aus um den Fall zum Abschluss zu bringen.

Als eine Woche später Sara und Grissoms Team inzwischen die 3. Tag/Nachtschicht in Folge hinter sich hatten, kamen sie endlich dazu den Kollegen zu verhören. Er wurde zwar schwer verletzt, aber lebend in einem Krankenhaus aufgefunden.

Das Flugzeugunglück hatte einen traurigen Nachgeschmack. Es waren weitere 2 Passagiere an ihren Verletzungen gestorben. Es hatte sich rausgestellt, dass der Tote von Luka die Schuld am Absturz trug. Er hatte im Cockpit die Piloten bedroht, weil sie sich weigerten, die Maschine zu landen.

Es stellte sich raus, dass der Auftragsmörder ein Ex-Sträfling, den Luka ins Gefängnis gebracht hatte, sich an ihm rächen wollte. Er hatte ihn niedergeschlagen und wollte ihn umbringen. Aber ein FBI-Kollege von Luka hatte mit einem gezielten Kopfschuss den Ex-Sträfling und Auftragsmörder erschossen. Aber es war schon zu spät, das Flugzeug konnte nicht mehr oben gehalten werden. Sie hatten mit ihrem Leben eigentlich schon angeschlossen. Aber wie durch ein Wunder überlebten sie und mit ihnen noch die meisten anderen Passagiere.

Es war 10 Uhr morgens und die beiden Teams saßen völlig übermüdet und ausgelaugt im Besprechungsraum.

„So, nachdem wir endlich den Fall gelöst haben, haben wir uns eine Pause verdient!", sagte Grissom zu den Teams.

„Mein Team sehe ich wie gewohnt morgen früh wieder zur Schicht!", erzählte Sara weiter.

„Juhuu endlich mal wieder einen Tag zum Schlafen!", jubelte Hodges.

Sasha, Reena und Raph nickten nur zustimmend. Reena hatte sich schon in ihren Stuhl gekauert und war fast eingeschlafen. Sasha sah nicht besser aus und Raph war leichenblass und gähnte die ganze Zeit vor sich hin.

„Ja und euch sehe ich morgen Nacht wieder!", sagte Grissom und sah sein Team an.

„Gott sei Dank ich dachte schon ich müsste heute Abend wieder auf der Matte stehen!", stieß Greg erleichtert aus.

Cath, Warrick und Nick sahen nicht besser aus, als die von Saras Team. Cath war schon fast an Warricks Schulter eingeschlafen, während Nick und Cal sich gegenseitig immer wieder wach hielten in dem sie sich gegenseitig leicht anstießen.

Sara ging zurück in ihr Büro und gähnte herzhaft vor sich hin. Cal war ihr gefolgt, sie wollten noch schnell den Papierkram erledigen.

„Oh man du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich auf mein Bett freue!", gähnte Cal.

„Oh doch Cal, denn ich freue mich mindestens genauso!", sagte Sara und sah von ihrem Bericht auf, den sie gerade zu Ende geschrieben hatte.

„Auf was freut ihr euch?", Nick war an der Tür erschienen und sah die beiden Frauen fragend an.

„Wir haben gerade gesagt, wie sehr wir uns auf unser Bett freuen.", wiederholte Sara für Nick.

„Na dann komm Sara, den Papierkram kannst du morgen noch fertig machen, du siehst genauso fertig aus wie die anderen!", sagte Grissom, der jetzt hinter Nick erschienen war.

„Wir sind ja gerade fertig geworden!", sagte Cal und gähnte wieder herzhaft.

„Ich glaube Sweety für dich wird es auch Zeit, nicht dass unserem Kleinen das noch zu viel wird!", sagte Nick und sah Cal besorgt an.

Cal sah Sara an und rollte die Augen gen Himmel.

„So etwas bekomme ich jetzt schon fast jeden Tag zu hören. War Gil auch so schlimm?"

„Schlimmer Cal, er hat mir gleich 2 Teams als Wachhunde zur Seite gestellt!", lachte Sara und sah ihren Mann dabei an.

Grissom stand nur an der Tür und grinste seine Frau breit an. Er wusste, dass Sara es ihm immer noch vorhielt, dass er zu besorgt war, aber er war der Meinung es war gerechtfertigt.

„Nein Nicky, vergiss es, komm noch nicht mal auf die Idee!", sagte Cal, als sie sah, dass Nick gerade ansetzten, wollte, um etwas zu sagen.

„Cal, jetzt lass doch deinen Verlobten mal atmen.", sagte Grissom lachend, der Nicks verblüfftes Gesicht sah.

„Sweety, ich glaube wir sollten nach Hause gehen!", sagte Nick nur kopfschüttelnd.

„Bye ihr beiden!", sagte Sara zum Abschied.

„Kommst du auch, oder muss ich dich hier raustragen?", neckte Grissom seine Frau.

„Ja, gleich ich muss nur noch…."

Weiter kam Sara nicht mehr, denn Gil hatte Sara gepackt und sie hochgehoben und wollte sie gerade aus ihrem Büro tragen.

„Gil, lass mich sofort runter!", entgegnete ihm Sara wütend.

„Nur, wenn du endlich mitkommst. Du solltest auch mal schlafen. Heute Abend willst du Nessi abholen, dann kannst du auch nicht mehr viel schlafen.", sagte er.

„Ja, ich komme ja schon, du hast ja recht!", sagte sie und schloss murrend die Tür von ihrem Büro, als sie draußen waren.

Mel war froh, dass sie endlich Dienstschluss hatte. Es war jetzt einen Monat her, seit Luka zurück in Italien war. Sie schrieben sich regelmäßig. Doch vor ein paar Wochen erhielt sie eine E-Mail von ihm.

Liebste Mel,

du fehlst mir wahnsinnig hier. Ich möchte dich unbedingt bei mir haben. Bald muss ich wieder zu einem Undercover-Einsatz und wie gerne hätte ich die Zeit bis dahin mit dir verbracht. Mein Sunshine, ich kann es kaum erwarten dich endlich wieder zu sehen, aber es wird sicher nicht vor Weihnachten bei Sara und Gil sein. Ich hoffe ich kann dich dann davon überzeugen mit mir zu gehen!

Nell' Amore Luka

Mel war verwirrt, wie konnte Luka von ihr einfach so erwarten ihren Job aufzugeben. Sie liebte Luka, aber einfach so ihren Job aufzugeben, für den sie jahrelang hart gekämpft hatte, zudem noch in ein Land zu ziehen, dessen Sprache sie weder verstand noch selber sprechen konnte. Damit hatte sie keinerlei Aussichten auf einen Job.

Mel hatte es ihm aber noch nicht gesagt. Sie fürchtete sich etwas davor, dass sie dann Luka gar nicht mehr sehen würde. Sie hatte ihm einfach nur geschrieben, dass sie darüber noch mal an Weihnachten sprechen sollten. Seit dieser E-Mail waren, so kam es zumindest Mel vor, die Mails nur noch oberflächlich. Luka ging gar nicht mehr drauf ein, was sie geschrieben hatte. Melinda glaubte und rechnete fest damit, dass sie Luka an Weihnachten entweder gar nicht mehr sehen würde oder er würde die Beziehung, oder was sie auch immer hatten, beenden.

Mit diesen traurigen Gedanken ging sie nach Hause. Seit Wochen schon wünschte sie sich einfach Luka alles erklären zu können, damit er sie verstand. Doch er war wieder auf einem Undercover-Einsatz und sie hatte wieder einmal Angst um ihn. Sie weinte sich in den Schlaf. Noch vor ein paar Wochen war es Luka schwer gefallen mich zu verlassen und jetzt kann er sicher nicht schnell genug von mir loskommen, dachte sich Mel und schlief ein.

….. TBC