Leider besteht die Möglichkeit nicht, mich für Feedback zu bedanken aber trotzdem hoffe ich, dass es einige bis hier her geschafft haben! Ich hatte viel Spaß beim Schreiben dieses Kapitels, jetzt hoffe ich, dass ihr viel Spaß beim Lesen haben werdet^^ Liebe Grüße! Edward Pov

No I don't wanna battle
From beginning to end
I don't wanna cycle or
Recycle revenge
I don't wanna follow
Death and all his friends

Ich war noch klein, als meine Mutter an Krebs starb. Fünf Jahre um genau zu sein. Es war eine schreckliche Zeit, ich konnte damals einfach nicht verstehen, wo sie ohne mich hingegangen war. Warum sie mich nicht mitgenommen hatte und vor allem warum jeder ständig sagte, sie würde nicht wieder kommen. Ich war mir aber ganz sicher, dass sie wieder kommen würden, sie war doch meine Mama; Mamas lassen ihre Kinder nicht alleine, das war eine ganz einfache Tatsache. Punkt.

Aber sie kam nicht wieder. Sie war nach einer Woche nicht wieder da und nach einem Monat. Ich glaubte wirklich, sie würde an Weihnachten wieder da sein, aber sie war es nicht. Ich habe den ganzen Tag geweint.

Das alles ist jetzt zwölf Jahre her und es scheint fast so, als ob ich sie nun endlich wieder sehen würde, denn ein Tumor saß in meinem Kopf, klein, versteckt und unzugänglich.

Jeder Schritt hämmerte in meinem Kopf, als ich die Treppe nach unten stieg. Aber ich brauchte Gesellschaft, mein Zimmer war heute besonders einsam. Am Fuß der Treppe bog ich in die Küche ein und blieb im Türrahmen stehen. Esme war gerade dabei das Abendessen vorzubereiten, sie bemerkte mich nicht.

„Kann ich dir was helfen." Fragte ich und mit einem Schreck fuhr sie zu mir um.

„Um Himmels Willen Edward, du hast mich zu Tode erschreckte," meinte sie und ihre rechte Hand lag auf ihrem Herz. Ich verzog mein Gesicht zu einem Grinsen und nach einem Moment lächelte auch sie.

„Tut mir Leid." Meinte ich und trat jetzt in die Küche herein. Esme kam auf mich zu und blieb vor stehen.

„Wie geht's dir?" ich sah sie kurz an und verzog meinen Mund.

„Besser als heute Morgen. Ich kann die Augen wieder aufmachen ohne zu glauben, dass ich jeden Moment sterbe." Ich grinste um die Situation ins Lächerliche zu ziehen. Leider ohne Erfolg. Esme sah mich aus großen, traurigen Augen an und ich hoffte wirklich nicht jeden Moment mit einem Weinkrampf konfrontiert zu werden.

„Es tut mir Leid Esme, das hab ich so nicht gemeint." Daraufhin nahm sie mich in den Arm und drückte mich fest an sich.

„Kann ich dir nun was helfen?" fragte ich abermals, nachdem sie sich von mir gelöst hatte.

„Nein, setz dich einfach hier zu mir. Dann bin ich nicht so alleine." Meinte sie und diesmal trat ein ehrliches Lächeln auf mein Gesicht.

„Gerne Esme." Ich lief an den Küchentisch und nahm Platz. Für einen Moment sah ich Esme nur dabei zu, wie sie den Salat wusch, dann aber zog ich die Zeitung zu mir: Ich blätterte für einen Moment.

„Der Shife hat angerufen." Ich faltete die Zeitung wieder zusammen.

„Oh... was wollte er denn?" fragte ich und sah Esme in die Augen.

„Er hat gefragt, ob er vorbei kommen könne. Sich bedanken schätze ich." Sie lächelte Aufmunternd.

„Okay. Was hast du gesagt?"

„Dass es im Moment vielleicht keine gute Idee sei."

„Danke." Ich nickte und zwang mir ein Lächeln auf. Dann wechselte ich das Thema.

„Wann kommt Jaspers Flieger an?" Esme schaute auf die Uhr hinter sich und drehte sich wieder zu mir.

„Schon vor über einer Stunde, wenn nichts dazwischen gekommen ist, müssten er und Carlisle gleich hier sein." Meinte sie während sie die Salatsoße mischte.

„Sie werden eine Menge zu erzählen haben."

„Ja, dass werden sie sicher."

In dem Moment wurde die Haustüre aufgerissen.

„Hallo???" es war Alice.

„Jemand zuhause?" Die Tür wurde wieder zugeschmissen, und Sekunden später stand sie im Kücheneingang. Erwartungsvoll schaute sie sich um.

„Sind sie noch nicht da?" fragte sie aufgeregt.

„Hallo erst mal! Und nein, sie sind noch nicht da" Esme legt ihre Arbeit nieder und wandte sich ihrer Tochter zu. Sie schaute kurz zu mir und ich verdrehte grinsend die Augen.

„Ach ja, hey Mum, Edward!" sie kam in die Küche und setzte sich zu mir an den Tisch.

„Ach mann, da hab ich mich so beeilt hier zu sein." Esme lachte auf.

„Sind wir etwa nicht genug?"

Fast selbstverständlich verwirrt schaute sie zwischen mir und ihrer Mum hin und her.

„Ihr seit ja verrückt." Meinte sie nur und zog, wie ich kurz vorher die Zeitung zu sich. Ich und Esme schauten uns an und zogen die Augenbrauen nach oben. Wir stellten uns in dem Moment die selbe Frage. Waren wir verrückt zu glauben nicht genug zu sein oder waren wir verrückt in Frage zustellen, dass es jemanden wichtigeren gab als Jasper.

Für einen Moment war es still.

„Sucht aus, Obstsalat oder Schokokuchen?"

„Obstsalat!" rief Alice während ich für Schokokuchen stimmte.

„Seit ihr heute wieder eine große Hilfe."

„Immer wieder gerne!" meinte Alice und grinste in dem Glauben ihren Obstsalat zu bekommen.

„Ich würde mich wirklich über Schokokuchen freuen." Meinte ich dann zu Esme und Alice sprang von ihrem Stuhl auf.

„Du blöder, gemeiner Hund. Ich will aber keinen Schokokuchen." Sie warf mir vernichtenden Blicke zu.

„Aber ich will welchen." Ich stand ebenfalls auf, was ich schnell bereute, denn wie auf einen Schlag kamen meine Kopfschmerzen zurück, die ich tatsächlich für einen Moment wieder vergessen hatte. Ich drückte meine Hand in meinen Nacken und lies mich zurück auf meinen Stuhl fallen.

„Ach jetzt tue nicht so, du bekommst keinen Schokokuchen."

„Sei still Alice und setz dich. Du bekommst Obstsalat und Edward bekommt Schokokuchen!" bestimmte Esme dann und kam zu uns an den Tisch. Sie stellte sich hinter meinen Stuhl und stellte ein Glas Wasser vor mich.

„Sei so gut Alice, geh in sein Zimmer und hol seine Tabletten." Bat sie Alice und legte eine Hand auf meine. Alice warf mir noch einen entschuldigenden Blick zu bevor sie die Treppe nach oben rannte.

Ich legte meinen Kopf auf meinen Arm auf den Tisch und wartete, hoffte, dass der Schmerz schnell verfliegen würde.

„Es ist gleich vorbei Schatz." Esmes Stimme war leise und ich konnte die Tränen in ihr hören, die über ihr Gesicht liefen. Ihre Hand fuhr Kreise über meinen Rücken.

Ich wollte nicht, dass sie weinte. Ich wollte nicht, dass sie jedes Mal, wenn es mir nicht gut ging, an meinen Tod dachte. Es war nicht fair. Nicht mir gegenüber und nicht ihr selbst gegenüber.

Alice kam wieder die Treppe nach unten gestürmt. Sie schmiss sich auf den Stuhl neben meinem und hielt mir ihre offene Hand vor den Mund. Ich hob meinen Kopf etwas an und Alice schob mir die Tabletten in den Mund, keine Sekunde später hielt sie mir das Glas an den Mund.

„Hier trink." Ich nahm vorsichtig einen Schluck und konzentrierte mich für die nächste Minute nur noch darauf, die Tabletten im Magen zu behalten.

Alice war mittlerweile fast auf meinen Stuhl gekrochen und ihr Arm war um meine Schultern geschlungen. Esmes zitternde Hand fuhr noch immer über meinen Rücken.

Es tat mir so leid, der Grund für ihre Traurigkeit zu sein. Ich wollte wieder, dass alles so wurde wie früher, bevor Dad mich ins Krankenhaus geschliffen hatte, um meinen Kopf richtig zu untersuchen. Zurück zu den Tagen, an denen meinen Schmerzen noch harmlos waren. Damals ging es allen noch gut. Da behandelten mich Rose und Jasper noch wie ihren kleinen Bruder und nicht wie eine Porzellanpuppe. Da raufte ich mich mit Emmett noch, als gäbe es kein Morgen. Da hatte Alice noch kein schlechtes Gewissen, nachdem wir uns gestritten hatten. Da weinte Esme nie. Da hatte Dad nicht diese Sorgenfalte auf der Stirn und diesen hilflosen Ausdruck in den Augen. Damals war alles noch gut.

Irgendwann hob ich meinen Kopf an und öffnete meine Augen.

„Geht's wieder?" flüsterte Alice, ich nickte, auch wenn noch immer alles hämmerte und der Raum noch immer nicht aufhörte zu kreisen.

„Macht euch nicht so viel Gedanken, okay." Ich schaute zu Alice, mich zu Esme umzudrehen, traute ich mich nicht.

„Aber Edward..."

„Nächste Woche beginnt die Therapie wieder. Dann wird alles gut. Diesmal wird es klappen. Okay!" ich starrte meiner Stiefschwester in die Augen und es dauerte eine Weile bis sie nickte. Dann schaute sie von mir weg zu Esme.

„Ich rühr den Teig für den Kuchen, in Ordnung?" Sie stand auf und presste einen Kuss auf meine Schläfe, dann lief sie in die Küche und sammelte sich alles zusammen, was sie für den Teig brauchte. Esme setzte sich auf ihren verwaisten Stuhl und schaute mich an. Ihre Tränen waren getrocknet und die Hoffnung war für den Moment zurück gekehrt.

„Ich bin stolz auf dich, Edward. Du bist stärker, als wir alle."

„Danke." Flüsterte ich und ich war so dankbar, dass alle für mich da waren. Denn ohne sie, wäre ich nicht stark. Ohne meine Familie, hätte ich keine Hoffnung.

Nun stand Esme auch wieder auf, sie drückte mir einen Kuss auf die Wange und fuhr mir behutsam über den Kopf.

„Da kommt Carlisle!" verkündete Alice plötzlich, sie schmiss das Messer auf die Arbeitsplatte und stürmte nach draußen. Esme schaute mich an.

„Gehe ruhig. Ich warte hier." Ich lächelte sie an.

„Okay, ich bin gleich wieder hier." Sie schenkte mir ebenfalls ein Lächeln und verlies dann den Raum, nicht aber ohne sich noch einmal umzudrehen.

„Alles wird gut!" sie lächelte und ging, um meinen Bruder von seiner Unischnupperbesuchswoche in Berkeley willkommen zu heißen.