Hallo alle zusammen, zu erst einmal möchte ich mich bei Dana für das Feedback bedanken! Ich wusste gar nicht mehr, was das für ein schönes Gefühl ist, wem jemand anderen die Geschichten von einem selbst gefallen. Danke!

Zum anderen... mmh mir fällt gerade eigentlich gar nichts anderes ein... nur euch viel Spaß beim Lesen zu wünschen!

( Über FB freue ich mich seit gestern besonders! ; ) )

Liebe Grüße

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Zwei Stunden später saßen wir dann alle am großen, runden Esstisch. Emmett und Rosalie waren inzwischen auch angekommen. Sie hatten ihre Schnupperwoche gemeinsam in Seattel verbracht. Die drei erzählten begeistert von ihren Erfahrungen, von all den neuen Leuten, die sie kennen gelernt hatten und von all den neuen und aufregenden Eindrücken.

Rechts neben mir tuschelten Jasper und Alice darüber, dass Berkeley auch für sie wunderbar sein würde und dass er sich überlegte, vielleicht einfach das nächste Jahr abzuwarten, damit sie zusammen beginnen konnten, er würde für den Übergang sicher etwas finden.

Rosalie währenddessen erzählt Dad begeistert von den Vorlesungen, an denen sie teilnehmen konnte und Emmett hörte mal zu, mal erklärte er mir und Esme, dass ihn die letzte Woche nun entgültig davon überzeugt hat, seinen Bachelor of Engineering zu machen.

Ich hörte lieber zu, als mich selbst in die Gespräche einzubringen. Ich war froh, einmal nicht der Mittelpunkt des Geschehens zu sein. Meine Geschwister verdienten genauso viel Aufmerksamkeit wie ich.

„Ach Dad," Jasper wand sich von Alice ab und schaute über den Tisch zu unserm Vater. Es dauerte einen Moment bis er ebenfalls aufschaute und seine Aufmerksamkeit von Rosalie zu Jasper wand.

„Ich habe eine Professor Martin getroffen, oder besser gesagt er hat mich getroffen." Jasper grinste bei der Erinnerung.

„Professor Henry Martin?" Dad grinste jetzt ebenfalls und Jasper nickte.

„Ja, genau. Ich war auf dem Weg von einer Vorlesung in die andere, da stand er plötzlich vor mir und hat mich angelächelt. Er hat einfach meine Hand geschüttelt und mich gefragt, wie es dir geht und was du machst, er würde all deine Artikel verfolgen." Dad grinste mittlerweile übers ganze Gesicht.

„Er hat erzählt, dass er mich schon gekannt hat, als ich noch ein Baby war. Er war ganz begeistert."

„Ja, dass glaube ich," meinte Dad dann. „ich hätte nicht gedacht, dass er noch unterrichtet."

„Doch anscheinend schon, er hat mich gefragt, ob ich auch Medizin studieren würde, denn wenn ja, dann würde er mich liebend gerne unter seine Obhut nehmen. Als ich ihm sagte, dass ich Psychologie studieren wolle, war er fast enttäuscht." Jasper zog kurz die Augenbrauen hoch und schüttelte dann den Kopf.

„Ich konnte ihn trösten, als ich ihm erzählt habe, dass Rose vorhatte Medizin zu studieren, da hat er wieder gegrinst und mich zu meiner Vorlesung gebracht und persönlich mein zu spätes Kommen entschuldigt."

Ich konnte sehen, wie stolz Dad gerade auf Jazz war.

„Später hat er mich dann noch mal aufgesucht und gefragt, wo Rosalie vorhabe zu studieren, er war ziemlich enttäuscht, dass sie nicht auch nach Berkeley kommt, aber er meinte, er würde mir einem alten Studienkameraden aus Seattel telefonieren." Jasper schaute zu Rose, die in überrascht anschaute dann zurück zu Dad.

„Jetzt stellt sich mir natürlich die Frage Dad, was du mit dem armen Professor gemacht hast, der war ja vor lauter Begeisterung nicht mehr zu halten."

Der ganze Tisch fing jetzt an zu lachen und es dauerte lange, bis sich alle wieder beruhigt hatten. Und gerade, als es wieder still war, fing Emmett erneut an zu lachen. Mein Bauch verkrampfte sich schnerzhaft, ich konnte mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so gelacht habe.

Eine Antwort auf Jazz' Frage bekamen wir nie, es war aber auch nicht so, als würde sich noch irgendwer daran erinnern, nachdem die zweie Runde Lachen vorüber war. Irgendwann stand Alice dann auf und fing an, den Tisch abzuräumen. Ihr Gesicht war rot vom vielen Lachen. Rosalie stand dann ebenfalls auf, wischte sich die Tränen vom Gesicht und half ihr. Jasper stand dann vom Tisch auf und ging das Kärtchen holen, dass ihm Professor Martin mitgegeben hatte damit Dad ihn anrufen könne. Dad nahm sich vor, gleich Montagabend diesen Anruf zu tätigen.

Dann kamen Rose und Alice wieder. Alice hatte eine Schale Obstsalat in den Armen und Rose trug den Schokokuchen zum Tisch.

Ich und Alice nahmen uns von beidem etwas. Esme verdrehte verzweifelt die Augen als sie beobachtete, wie wir uns angrinsten.

Nach dem Nachtisch verabschiedeten sich Rose und Emmett nach Oben und Alice erklärte ebenfalls, dass sie noch etwas für die Schule machen müsse, also blieben Jasper, ich Esme und Dad übrig.

Esme und Dad entschlossen, die Küche auf Fordermann zu bringen und ich und Jasper folgten ihnen, Jasper holte Scrabble aus dem Wohnzimmer und wir setzten uns zu ihnen an die Bar, nachdem die Küche fertig aufgeräumt war, setzten sich die beiden zu uns und tranken ihren Wein, während ich und mein Bruder um den Sieg rangen. Die ganze Zeit redeten wir über alles und nichts und ich fühlte mich so wohl, wie schon lange nicht mehr. Spät am Abend gesellte sich Rose wieder zu uns, Emmett war schon tief und fest am Schlafen. Sie forderte Dad zu einem Spiel heraus und in etwa während der Hälfte des Spieles entschloss ich, ebenfalls schlafen zu gehen.

Esme küsste meine Wange und Dad erinnerte mich wie immer an meine Tabletten. Er würde auch wie immer, wenn er glaubte ich sei eingeschlafen, noch einmal kommen und die Tablettenbox überprüfen. Es sagte, er täte das um sicher zu gehen, aber ich wusste, dass es aus Angst tat, ich würde, wie meine Mum, aufhören sie zu nehmen.

„Gute Nacht." Riefen meine Geschwister im Chor und ich verlies den Raum und stieg die Treppe nach Oben in mein Zimmer. Ich öffnete meine Tür und meine Nachttischlampe war an. Ich war sicher sie nicht angemacht zu haben. Ich schloss die Zimmertür hinter mir.

„Hey Edward." Ich fuhr vor schreck zusammen und da entdeckte ich Bella auf meinem Sofa.

„Mein Gott hast du mich erschreckt. Wie bist du hier rein gekommen?" ich ging etwas in den Raum und schaute sie fragend an.

„Es tut mir Leid, ich wollte euere Familienrunde nicht stören. Ich dachte, ich warte hier oben auf dich." Ich nickte kurz.

„Ihr saht so glücklich aus, ich wollte nicht der Grund sein für einen frühzeitig beendeten Familienabend!"

„Es war wirklich ein schöner Abend." Bestätigte ich dann und setzte mich auf mein Bett, ich schaute hinab auf meine Füße.

„Du hast Angst oder? Ich hätte auch Angst meine Familie zu verlieren, hätte ich eine so wundervolle wie du es hast:"

„Natürlich habe ich angst." Ich schaute sie an, sie lächelte nicht.

„Du fängst die zweite Therapie an. Ich bin stolz auf dich." Meinte sie dann, sie lächelte noch immer nicht.

„Du bist nicht die erste die mir das heute sagt."

„Dann wird es wohl die Wahrheit sein." Jetzt schlich sich langsam wieder ein Grinsen auf ihr Gesicht.

„Du wirst das schaffen Edward, du musst nur an dich glauben!" meinte sie dann und schwang ihre Beine vom Sofa um sich gerade aufzusetzen.

„Ich tu mein Bestes."

„Das Beste ist nicht immer gut genug."

„Ich dachte du willst mich unterstützen?" ich schaute sie an und sie sah so verzweifelt aus, wie ich mich fühlte.

„Das tue ich, aber wenn du nicht selbst an dich glaubst, dann kann ich dir nicht helfen."

„Ich glaub an mich!" dementierte ich darauf hin.

„Du glaubst heute an dich. Heute ist ein guter Tag. Glaubst du auch morgen an dich? Hast du Morgen den selben Willen zu kämpfen als heute?"

Ich stand auf und funkelte sie böse an.

„Natürlich, schließlich bin ich nicht du!" rief ich, fast etwas zu laut, ich bereute es sofort. Bella schaute traurig zu ihren Schuhen.

„Es tut mir leid, Bella!" sie schüttelte nur ihren Kopf und stand ebenfalls auf. Als sie mich an sah lächele sie traurig.

„Ich hätte nicht kommen sollen, Edward. Es tut mir Leid, ich geh jetzt besser."

„Kommst du wieder?"

„Natürlich komm ich wieder. Ich komme solange wieder, wie du mich hier haben willst. Solange du mich brauchst! Das verspreche ich dir!" meinte sie und lief in Richtung Tür.

„Ich werde für dich da sein, wie du für mich da warst!" Damit war sie verschwunden. Ich lies mich auf mein Bett fallen und schloss die Augen. Plötzlich war es viel zu hell in dem Raum. Ich drehte mich auf meinen Bauch und drückte mein Gesicht in das Kissen. Die Schmerzen krochen meinen Nacken nach oben und ich wartete bis sie mich mit voller Bandbreite erwischten. Ich hoffte nur, dass Dad bald hier sein würde.

Danke fürs Lesen!