Ich hab mir überlegt, den Teil zu zwei Teile zu machen, aber ich befürchte, dass dann vielleicht etwas zwischendrin verloren geht, also hier nun ein langer Teil.

Ich hab ziemlich lange heute Morgen/Nacht daran gesessen, ich hoffe ich hab soweit alle Fehler gefunden aber wie gesagt, wenn ihr sie findet lernt draus^^ Aber doch es war sehr spät, als ich mich dazu entschlossen habe den Computer auszuschalten, habe ich einfach nicht mehr verstanden warum das „Windows-Start" Ding nicht mit der rechten Maustaste zu schließen ging... ich hab ernsthaft das „Schließen" Feld gesucht... zu lustig...

Naja, ganz lieben Dank an Dana für ihr Feedback! Hat mich wieder sehr gefreut! Um deine Frage zu beantworten, sie haben sich nicht in der Therapie kennen gelernt. Ich hab mich da wohl etwas falsch ausgedrückt, das tut mir leid, ich bin davon ausgegangen, dass man bei einem Krebspatienten darauf schließt, dass es sich um eine Chemo-Therapie handelt aber das ist ja eigentlich Schwachsinn, gibt ja noch tausend andere Therapien.

Ansich wird aber natürlich das Geheimnis um Bella noch gelöst! ; )

Liebe Grüße!

Carlisle POV

To live in this world you must be able to do three things: to love what is mortal; to hold it against your bones knowing your own life depends on it; and, when the time comes to let it go, to let it go.

Ich nahm die Flasche Wein und teile den letzten Schlug zwischen meinem und Esmes Glas auf. Sie schüttele grinsend den Kopf und flüsterte dann Rosalie ein Wort zu, die sich triumphierend die passenden Buchstaben aus dem Kasten nahm. Ich schaute mit hochgezogenen Augenbraun dabei zu. Als sie mit dem Wort fertig war, hüpfte sie von ihrem Stuhl und nahm sich noch ein Stück Kuchen, Jasper folgte ihrem Beispiel. Ich starrte währenddessen die übriggebliebenen Buchstaben an.

„Sie haben sich zu früh gefreut, Miss!" verkündete ich dann und schnappte mir die übriggebliebenen Buchstaben.

„Ach Dad, ich hatte mich wirklich gefreut!" meinte sie dann und schaute mich an, als ob gerade eine Welt in ihr zerbrochen wäre. Ich setzte den exakt selben Gesichtsausdruck auf.

„Das tut mir wirklich leid, Schatz. Wie kann ich das wieder gut machen." Für einen Moment schaute sie mich irritiert an.

„Das ist ja unglaublich, in diesem Haus wird diskriminiert von der eigenen Familie!" rief sie dann und aß schmollend ihr Kuchenstück auf. Ich stand auf und ging um die Insel herum.

„Ach komm her Schatz." Ich stellte mich hinter sie und versuchte ihr eine Umarmung abzuringen.

„Jetzt brauchst du auch nicht mehr angekrochen kommen Mister!" sprach sie und lehnte ihren Kopf so weit es ging von meinem weg.

„Nein, für heute Abend hast du verloren!" stellte sie fest. Esme kicherte leicht angetrunken und trank den letzten Schluck aus ihrem Glas.

„Dad geh weg! Jasper jetzt helf mir!" verlangte sie. Ich kitzelte sie so im Nacken, dass sie ihren Kopf nach hinten fallen lies und in dem Moment stahl ich einen Kuss auf ihre Wange. Sofort wischte sie sich die Stelle mir ihrem Handrücken ab.

„Ich sagte, heute Abend hast du deine Karten verspielt!" mittlerweile war sie genauso amüsiert wie wir alle.

„Jasper, jetzt tu doch was!" rief sie und machte dann den wohl schlechtesten Zug dieses Kampfes, sie lies sich von ihrem Stuhl gleiten um davon zurennen. Doch sie lief direkt in meine Arme.

„Das ist nicht fair! Hör auf!" rief sie und lachte, als ich sie mit einem Arm fest hielt und mit der anderen Hand kitzelte.

„Dad, hör bitte auf, bitte!" sie lachte, „Mein Bauch tut schon weh!" sie versuchte sich mit aller Kraft von mir zu reisen, als das nicht half, lies sie sich einfach in meine Arme sinken.

„Dad bitte, ich kann wirklich nicht mehr." Mit einem Lächeln lies ich los und Rose sank zu Boden, auf meinen Füßen blieb sie sitzen, sie lehnte sich zurück an meine Beine und rieb sich den Bauch.

„Ich werde solchen Muskelkater bekommen! Hör jetzt auf zu lachen Jazz!" Ich schaute mit einem großen Lächeln hinunter zu meiner Tochter.

„Das war wirklich nicht fair! Ich hoffe du weißt das!" meinte sie dann. Ich lachte und half ihr auf, ich brachte sie zurück zu ihrem Stuhl und dann schaute ich auf die Uhr.

„Ich werde nach Edward sehen." Verkündete ich dann und verlies den Raum. Rosalie forderte ihren Zwillingsbruder zu einer neuen Runde auf.

Ich stieg die Treppen nach oben und lief den Gang hinunter zu Edwards Zimmer, ich konnte nicht aufhören zu grinsen.

Ich war so dankbar für diesen Abend, schon lange nicht mehr war die ganze Familie so gelassen, schon lange nicht mehr hatten wir so viel gelacht, schon so lange nicht mehr hatte ich so sehr gelacht.

Ich machte vor Edwards Zimmer halt, es schien noch Licht unter der Tür hervor, ich überlegte, dass er es sicher vergessen hatte auszumachen, bevor er eingeschlafen war. Ich zog meine Schuhe aus und stellte sie neben den Eingang, dann öffnete ich vorsichtig und leise die Tür. Ich schlupfte in den Raum und sah Edward auf seinem Bett liegen, er hatte sein Gesicht im Kissen vergraben. Seine Hand hielt verkrampft die Decke fest. Er schlief nicht.

„Dad, das Licht!" murmelte er plötzlich und innerhalb von Sekunden eilte ich zu seinem Bett und machte die Nachttischlampe aus. Für einen Moment war der Raum in völlige Dunkelheit gehüllt, es dauerte einen Moment, bis sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Ich suchte seine Hand und löste sie von der Decke, ich nahm sie in meine und mit der anderen Suchte ich nach den Tabletten.

„Sie liegen unten," murmelte Edward nach einem Moment. Er hatten seinen Kopf mittlerweile etwas zur Seite gedreht. Ich wollte schon aufstehen und nach unten laufen, doch Edward hielt meine Hand.

„Bitte bleib hier." Ich konnte die Tränen nicht sehen, aber ich hörte sie. Und in dem Moment überrollte mich eine Welle Hilflosigkeit. Ich wusste nicht wie ich ihm helfen konnte, für ihn da sein und seinen Schmerz lindern. Wenn er jetzt anfangen würde zu weinen, würde dass alles nur schlimmer machen, er würde sich noch weiter in die Schmerzen hinein steigern.

„Gib mir nur einen kleinen Moment, ich geh nur bis an die Tür." Widerwillig lies er meine Hand los, ich hörte wie er sich zurück in sein Kissen drehte. Ich lief zur Türe und öffnete sie einen Spalt.

„Esme? Kannst du mir Edwards Tabletten bringen?" ich hoffte sie konnte mich hören.

„Bin schon auf dem Weg." Es dauerte nur Augenblicke bis ich hörte, dass sie die Treppe nach oben kam. Sie bog in den Flur ein und kam auf mich zu. Sie blickte mich besorgt an, ihr Schwips war verflogen, sie drückte mir die Tabletten in die Hand.

„Ich komm wieder wenn er schläft!" flüsterte ich und verschwand wieder im Zimmer. Ich setzte mich zurück zu meinem Sohn und tastete nach einer Wasserflasche. Als ich eine fand, schraubte ich sie auf und nahm eine Tablette aus der Dose.

„Du musst dich jetzt aufsetzen Edward," flüsterte ich.

„Ich glaub nicht, dass ich sie unten behalten kann." Gab er zu und drehte sich langsam auf den Rücken. Ich würde so viel geben um Edward den Schmerz zu nehmen.

„Ich weiß, dass du das kannst, Sohn."

„Wenn die Wirkung verfliegt wird alles schlimmer." Murmelte er dann und ich hörte den Kloß in seinem Hals. Ich schluckte und fast traten auch mir die Tränen in die Augen.

„Nein Edward, dass will ich nicht hören." Flüsterte ich und hielt ihm die Tablette vor den Mund.

„Schluck sie, bitte." Verlangte ich mit allem Sanftmut, den ich in meine Stimme legen konnte.

„Dad, ich weiß wirklich nicht..." aber dann machte er seinen Mund auf, ich legte die Tablette auf seine Zunge und er schluckte sie, er presste seine Augen zusammen ich nahm seine Hand in meine. Er konzentrierte sich fest die Tablette bei sich zu behalten, zusammen mit dem Abendessen.

„Du kannst das Edward, ich weiß das." Flüsterte ich und fuhr mit meinem Daumen sanfte Kreise auf seinem Handrücken. Es vergingen lange Moment, meine Augen gewöhnten sich langsam aber sicher so sehr an die Dunkelheit, dass ich das Gesicht meines Sohnes sah. Irgendwann entspannte es sich, aber seine Augen blieben geschlossen. Ich nahm einen Zuckerwürfel aus der Nachtischschublade und träufelte ein paar Tropfen für seinen Kreislauf und Magen darauf.

„Hier Zucker." Diesmal öffnete er breitwilliger den Mund aber auch diesmal musste er sich konzentrieren was wiederum auf seinen Kopf schlug. Es war ein endloser Kreislauf. Ein Kreislauf, den ich mit all meiner Macht stoppen wollte, aber nicht konnte.

„Hast du es geschafft, die anderen Medikamente zu nehmen." Er schüttelte vorsichtig seinen Kopf. So etwas in der Art hatte ich schon vermutet. Ich griff nach der vorbereiteten Tablettenbox und nahm die Tabletten für den Abend heraus.

„Die noch und dann lass ich dich in Frieden." Er nickte und eine Träne lief aus seine Augenwinkeln. Ich biss meine Zähne fest zusammen als mein Herz einen Schlag aussetzte und mit einem entsetzlichen Schmerz weiterschlug.

Er öffnete wieder seinen Mund und ich legte jeweils die zwei kleinen auf seine Zunge und dann die größere. Er schluckte sie jedes Mal und hielt danach seine Luft an. Ich legte dann meine Hand auf seine Wange und er lehnte sich in die Berührung.

„Schlaf jetzt mein Junge."

„Geh noch nicht!" ich schüttelte meinen Kopf.

„Ich bleib bei dir, mach dir keine Sorgen." Ich beugte mich über ihn und küsste seine Stirn. Dann fing ich an seine Schuhe auszuziehen und versuchte so vorsichtig wie möglich die Decke unter ihm hervorzuarbeiten.

„Danke Dad." Murmelte er, als ich die Decke über seinen Körper zog.

„Schlaf Edward. Alles wir gut." Doch er öffnete seine Augen wieder.

„Ich wollte dich nicht enttäuschen Dad, ich nehme meine Tabletten, wirklich aber es wird immer härter." Gestand er und der Kloß in meinem Hals löste sich etwas, als schließlich die erste Träne über mein eigenes Gesicht lief, aber die nächsten Schluckte ich hinunter und sprach mit fester Stimme:

„Du enttäuschst mich nicht Edward. Du machst mich stolz. Ich hoffe das weißt du. Ich bin so stolz auf dich!" Ich sah wieder eine Träne sich in seinem kurzem, neu gewachsenem Haar verirren. Mein Brust schnürte sich immer fester zusammen, ich konnte mir nicht erlauben, hier und jetzt zusammen zu brechen. Ich durfte Edward keinerlei Grund dafür geben, sich mir nicht mehr anvertrauen zu können, aus Angst mir weh zu tun. Das war das letzte was passieren durfte. Ich brauchte sein ganzes Vertrauen und dafür musste ich stark sein, denn ich kannte meine Kinder, sie würden fast egal in welcher Situation zurückstecken, wenn das bedeutete, dass es anderen besser ging.

Und würde Edward erkennen, dass ich nicht halb so stark war, wie er mir zuschrieb, dass ich im Mindesten so viel Angst hatte, wie er selbst, dann würde er alles daran setzen so zu tun, als ginge es ihm so gut, als das man sich keine Sorgen um in machen brauchte. Das durfte nicht passieren, das durfte ich nicht erlauben.

Also hielt ich seine Hand und fuhr sanft über seinen Kopf, durch die Haare die all ihren Glanz verloren hatten, nachdem sie durch die erste Chemo ausgefallen waren, bis sein Atmung gleichmäßig war und seine Gesichtszüge sich entspannt hatten. Danach warte ich noch einmal fünf Minuten um wirklich sicher zu gehen, erst dann stand ich auf, küsste noch einmal seine Stirn und ging leise zur Tür. Nicht ohne mich noch einmal umzudrehen verlies ich dann den Raum und lief wie betäubt den Gang entlang. Ich ging die Treppe nach unten und trat zurück in die Küche. Alle Blicke fielen auf mich. Ich versuchte mir ein Lächeln zu entringen. Rosalie saß noch immer auf dem Hocker an der Bar, sie schob Buchstaben hin und her, Gedankenverloren. Und Esme und Jazz sahen fast so aus, als seien sie bis gerade zu Frank Sinatra durch die Küche getanzt.

„Er schläft." Ich ging weiter in die Küche und setzte mich wieder neben Rose.

„Warum waren seine Tabletten hier unten?" die Frage fiel mir spontan ein.

„Kurz bevor du mit Jasper gekommen bist hat er sich mit Alice gestritten, fragt nicht worum, es war absolut albern, aber auf einmal ist er vor lauter Schmerzen auf seinem Stuhl zusammen gebrochen, da ist Alice die Tabletten von seinem Nachttisch holen gegangen." Mit zusammen gebissenen Zähnen nickte ich. Ich spürte Jaspers Blick auf mir brennen. Ich schaute ihn kurz an und er sah mir verzweifelt in die Augen.

„Wie schlimm ist es wirklich, Dad? Er schafft das doch, oder?" fragte er und kam an die Bar, er setzte sich mir gegenüber. Ich wusste nicht wie ich antworten sollte. Ich hatte Angst mit zu viel Ehrlichkeit meine eigene Hoffnung weiter zu zerstören... es war nicht so, als ob ich die Wahrheit nicht kannte, aber sie auszusprechen...

„Wenn die Chemo-Therapie anschlägt und der Krebs noch nicht angefangen hat zu wandern..." ich schluckte, sah meinem Sohn kurz in die Augen und dann wieder zu meinen Händen.

„Wenn er stark genug ist, dann ja, dann schafft er es."

Ich spürte wie Esme hinter mich trat und ihre Arme um mich schlang. Ich brauchte ihren Halt jetzt so sehr.

„Edward ist stark." Verkündete Jasper dann überzeugt.

„Immerhin ist er mit mir und Rose aufgewachsen, da muss man hart im Nehmen sein. Er ist stark." Er nickte um seine Worte zu betonen, aber das schien Rose nicht zu überzeugen, sie fing plötzlich heftig an zu schluchzen. Sie warf sich mir in die Arme und klammerte sich an meinem Hemd fest. Jasper schaute verwirrt zu seiner Zwillingsschwester, dann sah er zu mir und ich konnte nichts mehr tun als ihn traurig anzulächeln.

Es dauerte lange bis Rosalie sich beruhigt hatte, sie hielt mit all ihrer Kraft an mir fest. Ich war wie benebelt, ich streichelt ihr über den Kopf und fuhr Kreise über ihren Rücken, ich murmelte vor mich hin in ihr Ohr.

„Es wird alles gut Schatz, Edward schafft das, wir schaffen das." Ich versuchte ihren Kopf etwas von mir weg zudrücken, ohne Erfolg jedoch.

„Baby, du musst ruhig atmen, hörst du?" Und sie versuchte wirklich ihr Bestes aber auch das reichte nur, um irgendetwas undeutliches vorzubringen.

„Was Schatz, sags noch mal." Flüsterte ich und plötzlich hob sie ihren Kopf an und starrte mir in die Augen.

„Mum war auch stark Dad, sie hat auch gekämpft und jetzt ist sie... jetzt ist sie..." sie sprach ihren Satz nie zuende, stattdessen brachen ihre Beine unter ihr ein, ich gab mein Bestes sie zu halten, aber das Beste war auch hier nicht genug, und so glitt ich mit ihr zu Boden und sie weinte und schluchzte und ich versuchte alles, ich setzte alles daran, mich nicht mitreisen zu lassen. Ich hörte Jasper plötzlich ebenfalls die Fassung verlieren. Es war für einen Moment ein seltsames Geräusch, ich hatte ihn nicht mehr weinen hören, seit er ein kleines Kind war und als mir dieser Gedanke bewusst wurde, wollte ich mich am liebsten zerreisen, meine Kinder brauchten mich so sehr in diesem Moment, so sehr wie ich sie brauchte.

Da bemerkte ich, wie Esme hinter mit verschwand, wie sie hinüber zu Jasper ging, sich neben ihn setzte und ihn in den Arm nahm. Die Erinnerung an seine Mum hatte das Fass zum Überlaufen gebracht. Er versuchte sein Weinen zu unterdrücken und ich hoffte, dass es Esme schaffen würde, ihn aus der Reserve zu locken. Sein Körper und seine Seele brauchten diese Schleuse, sie brauchten diesen Weg um auszubrechen und um zu heilen.

„Alles wird gut Schatz." Hörte ich auch Esme flüstern. „Wir schaffen das."

Und ich hoffte wirklich, dass wir das schaffen würden. Ich hoffte wirklich, dass alles gut werden würde. Ich drückte Rosalie noch fester an meinen Körper. Ich hoffe so sehr, dass Edward das durchstehen würde, dass ihm das Schicksal seiner Mutter erspart blieb. Dass meiner Familie dieses Schicksal erspart blieb.

„Ich liebe ihn so sehr Dad. Ich will ihn nicht auch verlieren, es hat so weh getan damals mit Mum. Ich würde es niemals schaffen ihn auch loslassen zu müssen." Murmelte Rosalie irgendwann, als sie sich beruhigt hatte, ich wischte mit dem Ärmel meines ohnehin ruinieren Hemdes über ihr Gesicht, trocknete ihre Tränen. Von Jasper und Esme war nichts mehr zu hören. Rosalies Worte schwirrten in meinem Kopf. Ich war mir sicher, dass ich es auch nicht schaffen würde, ihn loszulassen.

„Komm Jasper, steh auf, ich bring dich ins Bett." Murmelte Esme dann und ich schaute mich um. Mein ältester Sohn sah plötzlich aus, wie der kleine Junge, der er einmal gewesen war, fast verschämt wischte er sich die Tränen aus dem Gesicht und zog die Nase hoch, er lies sich von seinem Stuhl gleiten und Esme schob ihn vor sich her aus der Küche, die Treppe nach oben. Ich blieb mit Rose allein zurück.

„Ich kann jetzt nicht schlafen Dad." Erklärte sie und schaute mich aus großen, verweinten Augen an. Ich lächelte etwas und nickte.

„Ich auch nicht... leg dich aufs Sofa. Ich geh nach oben. Ich muss noch mal nach Jasper schauen, leg derweil einen Film ein, okay?" Rosalie nickte und krabbelte aus meinen Armen, sie schlurfte durch den Essbereich ins Wohnzimmer, ich stand auf und ging nach oben. Als ich in Jaspers Zimmer kam, saß Esme noch an seinem Bett, ich ging durch den Raum und setzte mich neben sie.

„Es tut mir Leid, Dad." Er schaffte es nicht, mir in die Augen zu schauen.

„Was tut dir Leid." Ich war kurz verwirrt, dann legte ich eine Hand sanft an seine Wange, so dass er in meine Richtung schauen musste.

„Ich wollte nicht so schwach sein. Ich weiß nicht was mich gepackt hat."

„Vielleicht die Trauer um deine Mutter und die Angst um deinen Bruder? Sind dass akzeptable Vorschlage?" Fragte ich ihn, noch immer konnte er mich nicht ansehen.

„Jasper, du bist nicht schwach. Ich dachte ich hätte es geschafft, dir klar zu machen, dass Gefühle zu zeigen, keine Schwäche ist." Er schüttelte schnell den Kopf und sah für einen Augenblick so aus, wie ein Fünfjähriger, der bei einer Tat frisch ertappt wird.

„Du weißt, dass du immer zu uns kommen kannst." Ich schaut kurz zu Esme, die nickte bestätigend.

„Du kannst immer mit uns reden, wenn dir irgendwas zu viel wird, okay. Das musst du mir versprechen."

„Ich versprechs dir Dad." Ich nickte.

„Ich vertrau dir!" meinte ich dann und beugte mich über ihn, ich küsste ihn auf die Stirn und stand auf.

„Gute Nacht Jasper."

„Gute Nacht Dad." Meinte er und Esme blieb noch einen Moment sitzen, dann folgte sie meinem Beispiel und küsste ihn auf die Wange und wünschte ihm ebenfalls eine Gute Nacht.

Als wir aus seiner Tür draußen waren blieben wir für einen Moment stehen, wir nahmen uns in den Arm und tankten Kraft. Irgendwann ging dann die Tür gegenüber von Jaspers auf und Alice streckte ihren Kopf verschlafen nach draußen.

„Was ist den hier los? Ist alles in Ordnung?" fragte sie und rieb sich die Augen. Esme schaffte es ein Lächeln über ihr ganzes Gesicht zu zaubern.

„Es ist alles in Ordnung Schatz, geh nur wieder schlafen!"

„Wirklich?" sie schaute zu mir und ich setzte alles daran, den Schein zu wahren.

„Alles in Ordnung Alice." Sie nickte.

„Na dann, Gute Nacht!" flüsterte sie und schloss die Tür wieder. Wir schwiegen einen Moment weiter.

„Ich muss wieder runter zu Rose, sie wartet auf mich." Esme nickte.

„Ich komm mit dir!" ich küsste sie.

„Das musst du nicht, geh ins Bett ich komme bald!"

„Aber.." ich küsste sie abermals.

„Kein Aber, ich bekomm das hin. Geh schlafen, ich bin bald bei dir." Nach einem Moment gab sie sich geschlagen. Sie streckte sich zu mir hinauf und stahl sich einen Kuss, dann machte sie sich auf den Weg nach Oben in unsere Schlafzimmer.

Ich selbst machte mich auf den Weg nach unten, ich lief ins Wohnzimmer und ich sah Rose zusammengerollt auf dem Sofa liegen. Als sie mich sah erhob sie sich und wartete, dass ich mich setzte, so dass sie sich an mich lehnen konnte.

Nach einem Moment fanden wir die beste Position um bequem in den Fernsehe zu sehen und dann startete Rosalie den Film. Die Kinder des Monsieur Mathieu.

Danke fürs Lesen!!!