Sooo, nach meinem unheimlich langen Schultag, (ich hatte zwei Stunden Spanisch) hab ich mich jetzt dazu entschlossen, den nächsten Teil zu posten, was ich eigentlich gestern Abend schon machen wollte, aaaaber da hat die Technik irgendwie nicht mitgemacht, also auf ein Neues!!!!
Ich danke euch ganz lieb für das FB, vier Kommentare, bisher die meisten für ein Kapitel^^ Danke! Danke! Danke! ....... Daaankeeee .... muchas gracias : )
Liebe Grüße
Carlisle PoV
Da schreit jemand. Weiße, lange Gänge. Er muss hier sein. Durst. Edward. Wieder Schreie. Es ist Rosalies Stimme. Rose? Sie ist Zuhause, ganz sicher. Ich renne, immer weiter. Blind. Eine Tür, endlich. Sie fliegt auf. Edward, zusammengerollt auf dem kalten Boden. Ich atme scharf ein und renne zu ihm. Ich falle neben ihm auf dem Boden. Edward. Meine Schreie hallen an den Wänden zurück. Plötzlich höre ich jemanden lachen. Ich habe dieses Lachen schon so lange nicht mehr gehört. Ich dreh mich um. Nora? Was machst du hier? Das Lachen wird lauter, sie kommt langsam zu uns. Nora? Ich schaute zurück zu Edward, dreh ihn, seine Augen starren mich an. Tot. Leer. Mein Schrei übertönt den, der von Weitem in mein Bewusstsein drang. Lachen. Du bekommst ihn nicht!
Du bekommst ihn nicht. Plötzlich saß ich kerzengerade im Bett. Du bekommst ihn nicht. Ich blinzelte, fuhr mit einer Hand durch mein Haar. Da war nur der eine Gedanke, immer wieder, du bekommst ihn nicht. Tote, leere Augen. Es schüttelte mich am ganzen Körper, mein Kopf zog sich in den Nacken. Gänsehaut am ganzen Körper, ich muss aufstehen, Esme war schon wach, warum war sie schon wach? Gestern hab ich sie auch so früh aufstehen hören. Ich rannte die Treppe nach unten, schaute den Gang entlang, Jasper stand vor der Badezimmertüre. Ich konnte mich wieder an die Schreie erinnern, die Puzzelstücke setzten sich langsam zusammen. Jasper wollte mir irgendwas sagen, ich hob meine Hand, bedeutete ihm zu warten und ging Richtung Edwards Zimmer, ich öffnete die Türe und er lag in seinem Bett, das Gesicht in meine Richtung, die Augen geschlossen. Erneut lief mir ein Schauer über den Rücken, meine Schulterblätter zogen sich zusammen. Plötzlich öffnete er die Augen. „Dad?" fragte er verschlaffen? „Ist alles in Ordnung?" ich musste kurz überlegen, was ich sagen sollte.
„Schlaf weiter, alles gut!" raspelte ich, meine Stimme. Ich war so durstig. Er schaute mich fragend an. Er war wach. Auch das noch.
„Versuch wieder zu schlafen." Dann verlies ich das Zimmer wieder. Ich stellte mich heute Morgen wirklich nicht geschickt an. Kaum schloss ich die Tür, stand Jasper vor mir, mit einem verwirrten, verlorenen Gesichtsausdruck.
„Rose hat sich Badezimmer eingeschlossen!" sprach er und ich glaubte für einen Moment, er wollte meine Hand nehmen und mich zum Badezimmer schleppen, damit ich das Problem für ihn löste. Es gab Tage, da liebte ich dieses Stresse. Heute war keiner dieser Tage.
„Alice köpft mich, wenn ich nicht pünktlich aus dem Badezimmer raus komm!" erklärte er mir. Ich zog die Augenbrauen nach oben und lief an ihm vorbei. Ich stellte mich vor die Badezimmertür und klopfte.
„Rose Schatz, was ist den los?" ich schluckte und sehnte mich nach einer Flasche Wasser.
„Nichts, ich bin jeden Moment draußen, Jasper soll warten, geh wieder ins Bett Dad!" rief sie und warum war ihre Stimme so aufgesetzt. Im nächsten Augenblick, spürte ich wie ich schreckliche Kopfschmerzen bekam. Was war das denn heute für ein Tag? Edward würde heute seine nächste Behandlung beklommen, das hieß, dass ich und wahrscheinlich die ganze Familie einen langen Tag vor uns hatten, das fing ja alles schon gut an. Ich fuhr mir wieder durch die Haare und lies meinen Zeigefinger und Daumen dann auf meinem Nasenrücken ruhen.
„Ist wirklich alles in Ordnung Schatz?" In dem Moment hörte ich eine Tür auf gehen, ich hob schnell den Kopf und sah, dass Edward aus seinem Zimmer geschlurft kam, seine Arme waren um seinen Körper geschlungen. Die Chemo fing langsam an ihm zuzusetzen. So wie sie es beim letzten Mal getan hatte. Plötzlich wurde die Badezimmertüre aufgerissen und ich riss meinen Blick von Edward und erwartete Rosalie vor mir zu sehen, doch plötzlich stand da Esme. Ich war mir ganz sicher mit Rose gerade geredet zu haben, und dann entdeckte ich sie auch schon, sie lächelte mich unsicher an. Hier wurde gerade etwas ausgeheckt. Ich schaute zurück zu Esme und plötzlich, wie auf einen Schlag, bemerkte ich, wie Esme aussah. Meine Augen wurden größer und ich wollte sie in den Arm nehmen doch dann lief Rose zu mir, sie schlüpfte an mir vorbei nach draußen, wobei sie eine Hand auf meine Schulter legte und als sie an mir vorbei war, drückte sie mich in den Raum. Was um Himmels Willen ging hier vor. Ich ging in den Raum und schloss die Tür hinter mir.
Als ich mich wieder zu Esme umdrehte, saß sie auf dem geschlossenen Klodeckel, ihre Beine übereinander geschlagen und ihre Hände lagen so zwischen ihren Beinen, ihr Kopf war gesenkt. Ihre roten, verweinten Augen konnte ich nicht mehr sehen.
„Esme, ist alles in Ornung?" fragte ich und ging einen Schritt auf sie zu, sie schüttelte den Kopf. Noch immer sah sie nicht auf, sondern beobachtete ihre Knie. Panik begann in mir auf zu steigen. Das letzte Gefühl, das ich gerade gebrauchen konnte.
„Esme, was ist los?" Ich ging zu ihr und kniete mich vor sie. Sie hob kurz den Kopf, ihre Lippen warne zusammen gepresst und Tränen standen in ihren Augen. Sie zuckte mit den Axeln und schüttelte dabei den Kopf.
„Esme, bitte, red mit mir! Du kannst mir alles sagen, bitte!" ich bekam immer noch keine Antwort und sie versuchte ein Wort heraus zu krächzen, aber ohne Erfolg. Ich nahm ihre Wangen in meine Hände und versuchte ihren Blick aufzufangen.
„Schatz, wenn dir das hier alles zu viel wird, kann ich das verstehen. Ich... ich weiß, dass die Situation mit Edward gerade sehr schwierig ist, wir können versuchen eine Lösung zu finden, aber ich will nicht, dass er für die Therapie ins Krankenhaus muss, noch nicht jetzt auf jeden Fall, das will ich ihm nicht antun... ich, ich ... oh Gott Esme, es tut mir Leid!" ich fand kein Ende mehr, hätte ich doch nur geahnt, was für eine Belastung das alles wirklich für Esme war. Ich dachte nach dem letzten Mal, da... auf einen Schlag unterbrach sie meine Gedankenkette, sie schlang ihre Arme um meine Schultern und schüttelte vehement, mittlerweile schluchzend den Kopf.
„Nein Carlisle, nein, wirklich nicht, denk das nicht, bitte nicht. Ich tue das gerne, wirklich, Carlisle, wirklich, du musst mir glauben!" sprach sie so schnell, als das ich sie kaum verstehen konnte. Und zu alle dem kam Verwirrung dazu.
„Aber Esme ..." sie schmiegte sich an meinen Körper und zitterte und weinte.
„Esme, rede mit mir, bitte!" Aber ich bekam lange keine Antwort. Ich streichelte Kreise auf ihrem Rücken und versuchte sie so gut es gut zu beruhigen.
„Esme, egal was es ist, wir bekommen das hin, ich versprech es dir!" flüsterte ich ihr ins Ohr.
„Es tut mir so leid Carlisle..." murmelte sie nach einer Weile.
„Was tut dir Leid?" ich versuchte sie von mir weg zu drücken, um ihr in die Augen sehen zu können, aber ich hatte wenig Erfolg. Und so vergingen noch gefühlte Stunden bis sie endlich wieder zu sprechen bekann.
„Du musst mir versprechen nicht sauer zu sein, ja? Ich weiß, dass das wirklich der übelste Zeitpunkt ist, denn man sich vorstellen kann, aber jetzt ist es zu spät." Sprach sie und endlich schaute sie mir in die Augen. Und wenn ich nicht vorher schon verwirrt gewesen war, dann wäre sicherlich jetzt der richtige Zeitpunkt. Ich sah in ihre Augen und auch wenn ihre ganze Erscheinung nach Traurigkeit und Nervosität schrie, so strahlten ihre Augen mich an, sie funkelten und es waren nicht die Tränen, die noch immer leise über ihre Wangen rollten.
„Esme, was ist los?" Ich spürte mein Gehirn im Kopf und das Blut in meinen Schläfen pulsieren. Meine Güte, ich hatte durst.
„Ich denke, also ich glaube, vergiss nicht, dass du ruhig bleibst," plötzlich war Panik in ihrer Stimme und das kannte ich von ihr, mir gegenüber jeden Falls, nicht. Was machte ich den falsch? Ich war doch ganz ruhig.
„Keine Sorge." Murmelte ich, flüsterte ich als ein Gedanke von tief, sehr tief aus meinem Bewusstsein kroch. Oh nein. Nein.
„Also, womöglich könnte es sein, dass ich," sie schaute jetzt wieder weg. Brach unseren Augenkontakt. Nein. Ich hob ihr Kinn so schnell es ging wieder an.
„Na ja, also, dass ich schwanger bin." Am Ende brach ihre Stimme wieder und sie fing erneut an zu schluchzen. Und ich, ich dachte gar nichts, für eine Millisekunde vergas ich meinen Namen, vergas ich wo ich bin, warum ich hier war, doch dann brach es über mir ein. Alles auf einmal und dann begriff ich kurz wieder gar nichts und dann; schwanger. Moment, ein Baby. Ein Kind. Esmes und mein gemeinsames Kind. Das Kind, das wir uns wünschen seit zwei Jahren. Ein Kind. Ein Baby. Wirklich, so ganz wirklich? Aber doch nicht jetzt. Nein. Edward. Das kann jetzt nicht passieren. Nein. Er darf nicht denken, oh Gott nein, wir hatten doch keine Ahnung, wenn er glaubt wir wollen ihn... oh nein oh nein oh nein, oh Gott, wenn er glaubt, wir wollen ihn ersetzen.
Meine Hände zitterten, als ich ihren Kopf zwischen meine Hände legte und sie küsste. Oh Bitte, dass war wirklich, das schlechteste Timing überhaupt. Ich lies meine Augen geschlossen ich meine Stirn gegen ihre legte.
„Esme," flüsterte ich. „Esme, wir bekommen das hin." Ich öffnete die Augen und wir starrten uns an und ich sah in ihren Augen die selbe Angst, die sich auch in mir gerade verbreitete, aber ihre Augen glänzten.
„Deine Augen glänzen." murmelte sie dann und plötzlich musste ich lächeln und dann spürte ich ihre Lippen wieder auf meinen, ich schloss die Augen wieder. Wie ich diese Frau liebte.
