Ohhh je oh je oh je, sorry, dass es so lang gedauert hat, aber ich schreib die Geschichte gerade irgendwie rückwärts, ich komm am Schluss viel eher voran als in der Mitte. Mmmh nachja, aber ich hab mich jetzt dazu entschlossen, wenigstens einen kleinen Teil zu posten, damit ich nicht in Vergessenheit gerate. Also viel Spaß, ich hoffe, der nächste Teil kommt bald^^
Liebe Grüße und vielen Dank für die Kommis, ich hab mich sooo gefreut!!!!
Egal wie müde ich war, Schlaf fand ich erst lange Zeit nachdem mein Vater das Zimmer verlassen hatte. Die ganze Zeit starrte ich dieses Tagebuch an. Ich schlug es nicht auf, ich hielt es nur in meinen Händen. Dies alleine gab mir so viel Stoff zum Nachdenken.
Ich fühlte mich meiner Mutter plötzlich näher als jemals zuvor, na ja zu mindestens seit ihrem Tod. Die ganzen wenigen Erinnerungen waren plötzlich ganz klar und ich hatte das Gefühl, sie würde jeden Moment wieder bei mir sein. Ich fühlte mich wieder wie der kleine Fünfjährige, der nicht begriff was Ewigkeit beideutete... nicht das ich das heute tat, nicht bei weitem, aber vom Tod hatte ich mittlerweile eine ganz gute Vorstellung. Vor allem von dem Schmerz der folgte.
All diese Gedanken wogen mich irgendwann in den Schlaf ohne dass ich das Tagebuch je geöffnet hatte. In dieser Nacht träumte ich das erste Mal seit langem wieder von meiner Mutter und obwohl ich glaubte ihre Stimme lange schon vergessen zu haben, war sie ganz deutlich, sie war so klar, als ob meine Mum an meinem Bett säße und zu mir sprach. Und als ich am nächsten Morgen aufwachte, gehörte mein erster Gedanke wieder ihr. Ich nahm das Tagebuch, das neben meinem Kissen lag wieder in die Hand, doch diesmal zögerte ich nicht ich schlug es auf. Ich blätterte durch die Seiten, die Handschrift war mir fremd und auf einmal hatte ich das Gefühl etwas falsches zu tun, doch gerade als ich das Buch wieder zuschlagen wollte, entdeckte ich meinen Namen. Ich schaute zum Datum, mein Geburtstag. Ich begann zu lesen:
Juni 1994
Heute hat Edward Geburtstag, mein kleines Baby wird vier Jahre alt. Gestern haben sie mir erlaubt, das Krankenhaus für das Wochenende zu verlassen und ich bin so glücklich wieder zu hause zu sein... wenn auch nur bis morgen früh. Heute Morgen standen plötzlich meine Eltern vor der Tür, wirklich die letzten Personen mit denen ich gerechnet hatte. Nachdem ich sie eingeladen hatte zu Jazzys und Rose' erstem Geburtstag und sie diesen gepflegt ignoriert hatten, habe ich im Grunde nichts mehr von ihnen gehörte... eine Karte zu Edwards Geburt... von Mum, das war's. Ich hab lange aufgehört meine Mum zu vermissen, aber als sie heute hinter Carlisle ins Wohnzimmer kam, habe ich angefangen zu weinen, ich hab geweint und geweint und geweint. Ich frage mich, ob Carl ihnen bescheidgegeben hat, ob er sie benachrichtigt hat, ich muss ihn fragen... ich habe das erste Mal seit Jahren mit meiner Mutter geredet, wirklich gesprochen und ich konnte ihr einfach nicht mehr böse sein, es ging nicht. Mein Vater jedoch war eine andere Geschichten, er hat mich die ganze Zeit nur angesehen, er hat nicht gesprochen, ich glaube, er hat Edward noch nicht einmal gratuliert, aber das hat meinen kleinen nicht daran gehindert mit ihm zu sprechen, leider. Er ist zielstrebig auf ihn zugelaufen und wollte ihm eines seiner Geburtstagsgeschenke zeigen, aber Vater hat nur kurz geschaut, genickt und dann wieder weggeguckt. Ich wollte ihn schlagen als Edward mit hängenden Schultern aus dem Raum lief, von Carlisle gefolgt, ich glaub sie haben sich im Bad eingeschlossen, jedenfalls kamen sie erst nach einer halben Stunde wieder. Meine Eltern waren schon gegangen, Mum hat versprochen, mich wieder besuchen zu kommen, Vater hat mir nur zugenickt... er hat mir nie verziehen, dass ich einfach von zuhause abgehauen bin, dass ich geheiratet habe, ohne seine Erlaubnis, dass ich studiert habe, was ich wollte, nicht was er wollte... Oh Gott, ich will nicht daran denken, aber über was soll ich sonst nachdenken? Darüber, dass ich morgen wieder ins Krankenhaus muss? Ich will da nicht hin. Ich will es nicht, ich will hier bleiben. Zuhause!
Ich versuchte mich hart an diesen Tag zu erinnern, aber es kamen einfach keine Erinnerungen. Mein vierter Geburtstag, ich hatte ja keine Ahnung, dass ich an diesem Tag meine Großeltern kennen gelernt habe. Vor allem war mir überhaupt nicht klar, dass sie schon so früh krank war, von diesem Eintrag aus war es noch über ein Jahr bis zu ihrem Tod. Ich kann mich nur an die letzte Zeit erinnern, ab dem Zeitpunkt, da sie uns nicht mehr zu ihr gelassen haben, ich... ich... hatte fast keine Erinnerungen. Es traf mich wie ein Schlag, ich lies das Buch aus meinen Händen gleiten und schlug die Decke zur Seite, dann saß ich da und überlegte. Ich schaute durch mein Zimmer und da stand nur ein Bild von ihr, ich lief dorthin und nahm es, aber es war nur das Bild, ich kannte es in und auswendig, aber mir wurde klar, dass ich mich an nichts sonst erinnern konnte, es bewegte sich nicht, ich konnte sie nicht mehr lebend erfassen, wie es sein würde, wenn sie sich bewegt oder wenn sie ernst schaute, oder traurig oder lachte aus vollem Herzen. Ich entschloss, nach mehr Bildern zu suchen. Nach Erinnerungen zu kramen.
