Today on Stage: Jasper!!!! Say Hi to him^^ Danke für alle die lieben Kommies, ich meine es sind nicht viele, aber ich freu mich über jedes einzelne! Kurze Anmerkung, es kommen noch mehr Tagebucheinträge, aber nicht in diesem Kapitel, sorry

Jasper PoV

Siblings are the people we practice on, the people who teach us about fairness and cooperation and kindness and caring - quite often the hard way

Langsam stieg ich die Treppe nach unten. Meine Augen waren noch halb geschlossen und ich gähnte jeden zweiten Schritt. Als ich in die Küche kam, stellte ich fest, dass wohl noch niemand außer mir wach war. Ich steckte gerade den Kopf in den Kühlschrank, da hörte ich ein Geräusch, ich zog die Augenbrauen zusammen und machte die Kühlschranktür wieder zu.

„Hallo?" ich lief Richtung Wohnzimmer und als ich um die Wecke war, entdeckte ich Edward.

„Edward? Was machst du da?" fragte ich ihn und beobachtet, wie er vor der Kommode saß mit den alten Video und DVDs.

„Ich such Videokassetten!" murmelte er ohne aufzuschauen und durchforstete die nächste Reihe nach bestimmten Titeln.

„Ist das dein ernst?" fragte ich sarkastisch und setzte mich interessiert neben ihn, Edward verdrehte aber nur die Augen und suchte weiter. Ich schaute ihm einen Moment zu, als ich bemerkte, dass er immer frustrierter zu werden schien, entschloss ich meine Hilfe anzubieten.

„Was suchst du denn? Irgend ein bestimmtest Datum? Jahr? Ereignis?" Er schüttelte den Kopf.

„Okay, was dann?" er antwortete nicht.

„Wenn du mir sagst, was du suchst, dann kann ich dir vielleicht helfen!" dann endlich lies er seine Hände sinken, aber er schaute mich nicht an. Er schluckte nur.

„Komm sag schon!" Dann sah er zu mir und ich schaute ihm in die Augen und ich erschreckte nahezu. Er sah aus, als hätte er die ganze Nacht nicht geschlafen und die hälfte davon geheult, außerdem drückten seine Augen Schmerz und vor allem angst aus.

„Edward? Was ist den los?" er schaute mich noch einen Moment an.

„Ich such Videos von früher.... auf denen... auf denen... Mum drauf ist." Flüsterte er und meinen Augen wurden ein deut größer.

„Ohh, okay." Ich wusste, dass da mehr dahinter steckte, aber ich hielt es nicht für klug ihn direkt darauf anzusprechen.

„Emm... mmmh, ich glaube, die sind nicht hier." Ich stand auf und reichte Edward meine Hand, er schaute mich erst ein wenig verwundert, doch dann nahm er sie und ich zog ihn zurück auf seine wackligen Beine.

„Setz dich aufs Sofa, ich hohl sie schnell." Er nickte und ich sprintete aus dem Raum, die Treppen ganz nach oben, bis ich bei Dads Büro angekommen war, ich riss die Tür auf und stürmte hineine.

„Um Himmels Willen, Jasper!" ich blieb zu Tode erschreckt stehen. „Willst du, dass ich an einem Herzinfarkt sterbe?"

„Dad, was machst du den hier?" ich schaute hinter den Schreibtisch und mein Dad war in seinem Schreibtischstuhl zurückgelehnt und hielt seine Hand an die Stelle, wo sein Herz schlug.

„Ich arbeite hier, denn falls du es noch nicht bemerkt haben solltest, ist das hier mein Büro!"

„Aber doch nicht morgens um halb sieben, samstags!" meinte ich und schüttelte den Kopf.

„Irgendwann muss ich es ohnehin tun!" meinte er, dann schaute er mich fragend an und ich schaute in sein müdes Gesicht und zog die Augenbraun erwartungsvoll nach Oben.

„Kann ich dir irgendwie helfen, du hast gerade den Eindruck gemacht, als ob du etwas bräuchtest."

„Naja, em, ich brauch die Kiste, mit den Videokassetten!" meinte ich und schaute in Richtung dem Regal, auf dem diese Kiste stand. Er zog die Augenbraun nach oben und schaute ebenfalls zu dieser Kiste.

„Ohh, okay... nimm sie dir." Ich lief hinüber und nahm sie aus dem Regal und lief wieder zurück zur Tür und gerade als ich wieder verschwinden wollte rief Dad mich zurück.

„Für was brauchst du die denn... samstags Morgens um halb sieben?" ich drehte mich wieder zu ihm um.

„Für Edward, er sitzt unten und wartet auf mich, ich hab ihn erwischt, wie er den Schrank mit den Videokassetten umgekramt hat." Er schaute mich an und ich sah, wie besorgt er war, dann nickte er mir zu und versuchte zu lächeln, ich tat es ihm gleich dann verlies ich den Raum. Ich ging wieder nach unten und Edward lag zusammen gerollt auf der Couch. Ich setzte mich auf dem Boden vor ihm, so, dass ich auf Augenhöhe war und öffnete die Box. Ich überflog die Titel und Daten und schaute ihn dann an.

„Gibt es ein besonderen Wunsch?" fragte ich ihn und er schien zu überlegen, dann aber schüttelte er seinen Kopf.

„Ich will sie einfach nur sehen." Mmmh, ich überlegt und schaute ein zweites Mal genauer über die Daten. Schließlich entschloss ich mich für Mums 24ten Geburtstag, am vierten Januar 1993. Ich nahm die Kassette aus der Hülle und stand auf, stelle die Box neben die Couch und ging die Kassette einlegen. Dann setzte ich mich zu Edward, nahm die Fernbedinung überlegte noch einmal, ob ich es einfach machen sollte, oder ob ich ihn erst einmal fragen sollte, was mit ihm los war. Ich entschloss mich die Starttaste zu drücken.

Für ein paar Sekunden sah man nur Schwarz, dann aber Tisch- und Stuhlbeine. Das Bild wackelte hin und her. Als nächstes konnte man Dad reden hören: „ Rosi, leg die Kamera wieder hin!" – „Ich will aber filmen!" – „Du darfst später filmen, wenn Daddy die Kamera angemacht hat und dir helfen kann, und jetzt leg sie wieder vorsichtig auf den Tisch." In dem Moment schien Rosalie sich umzudrehen, denn auf einmal konnte man nicht nur Tischbeine stehen, sondern auch Schränke und ein paar lange Beine, neben den Beinen stand ein Stuhl, auf dem noch ein paar Beinchen zu sehen war. Das Bild war durchgängig verwackelt.

„Wann war das?" ich schaute zu Edward.

„An Mums fünfundzwanzigsten Geburtstag, ich glaub, das bist du da auf dem Stuhl."

Schatz, pass auf, leg die Kamera bitte hin, mach sie nicht kaputt!" – „Mach ich doch nicht, guck, ich film dich." In dem Moment schwang das Bild nach oben und man konnte Dad sehen, der Obst auf einem Brettchen klein Schnitt, das tatsächlich Edward ihm reichte. „Du musst aber zu aller erst den roten Knopf drücken!" meinte er und schaute jetzt in die Kamera hinunter und Sekunden später sah man nur noch den Boden, Rosalies Schuhe und dann nichts. Das Bild war wieder Schwarz aber nur für knapp eine Sekunde. Dann plötzlich sah man einen hellen, sonnendurchfluteten Raum in der Mitte ein Bett. Das Bild war diesmal viel ruhiger und es war von höher als einem Meter gefilmt. „Können wir singen?" – „Gleich!" Das Bild ging näher an das Bett heran und dann konnte man die Personen sehen, die darin schliefen und ich wollte mir die Hände vor die Augen halten, doch Edward lachte nicht. Man sah eine junge Frau unter cremefarbenen Laken, die einen kleinen, blonden Jungen in den Armen hielt. Mich. Wir schliefen in dem Bild beide. Mums dunkles, rotes Haar war über dem ganzen Kissen verteilt und ihre roten Lippen schienen zu lächeln. Ihre helle Stirn war gegen meine Kopf gedrückt, für einen Moment war ich traurig aber ich schluckte es hinunter und schaute weiter. „Jetzt Daddy?" diesmal fragte Edward und ich musste grinsen als ich seinen junge Stimme hörte. Dad musste genickt haben, denn er fing nachdem er bis drei gezählt hatte an zu singen und dann war für einen Moment Chaos im Bild, Rosalie und Edward waren aufs Bett gesprungen und sagen lauthals Happy Birthday mit ihren Geschenken in den Händen. Mum wachte langsam auf und ich sah mich im Bild wie ich ebenfalls aufwacht und wahrscheinlich bis in die Knochen verschreckt fast anfing zu weinen, ich hielt meine Hände vors Gesicht und lachte ein wenig. „Ohh ihr Süßen, ihr seid wundervoll!" ich schaute wieder zum Fernseher und Mum saß jetzt im Bett und mich konnte ich nicht mehr sehen, ich überlegte wo ich mich hin verkrochen hatte, bis ich mich hinter der Kamera hörte und somit wahrscheinlich auf Dads Arm war.

Ich war viel zu sehr damit beschäftigt, mich darüber verrückt zu machen was ich sah, als das ich bemerkt, was neben mir auf der Couch geschah. Erst nach langen Moment, Mum bewunderte schon das Bild, das Rose ihr geschenkt hatte, schaute ich kurz neben mich und ich erschrak, als ich sah, dass Edward sich ganz in sich zusammen gerollt hatte und er mit Mühe und Not versuchte, nicht zu weinen, er biss sich so fest auf die Unterlippe, dass sie fast weiß war und seine Hand, die er in seinem wenigen Haar, das er noch besaß, vergraben hatte, zitterte ungehalten.

„Heey, was ist denn?" ich rückte näher zu ihm und legte meine Hand auf seinen Schulter. Aber er schaute nicht zu mir, er schaute die ganze Zeit auf den Bildschirm. Ich schaute ihn noch lange Minuten an, das Video vergessen, welches die ganze Zeit weiter lief. Ich nahm irgendwann seine Hand aus seinem Haar und tauschte sie mit meiner aus und seine Hand nahm ich in meine andere.

„Edward, komm, red mit mir." Aber er reagierte nicht. Aber mittlerweile konnte er die Tränen nicht mehr zurückhalten, für einen Moment nahm ich die Hand von seinem Kopf und nahm die Fernbedienung, ich schaltete der Fernseher ab und legte die Bedienung weg, keine Sekunde später lag meine Hand wieder auf seiner Wange. Ich wusste nicht, was ich machen sollte, ich hatte keinen Ahnung, wirklich nicht. Die ganze Zeit waren in solchen Situationen Dad oder Rosalie für ihn da, diesmal jedoch schien es, als ob ich alleine wäre. Dann auf einmal schaute er zu mir, er hatte wohl verstanden, dass der Bildschirm mittlerweile schwarz war. Wir sahen uns für einen Moment an.

„Du..." seine Stimme war rau und leise. „ich meine, du wirst mich nicht vergessen, oder?" ich war baff. Von was sprach er da, warum sollte ich ihn vergessen?

„Edward, was sagst du da?" ich zog meinen Augenbrauen zusammen und schaute ihn verwirrt an und wie auf einen Schlag fing er an zu weinen. Er riss seine Hand aus meiner und schmiss sie vor seinen Mund.

„Jetzt sag, warum sollte ich dich vergessen?" aber er gab mir keine Antwort.

„Ich werden dich nicht vergessen, du bist meine kleiner Bruder, Hallo? Wie soll ich dich denn vergessen?" er schüttelte seinen Kopf und zuckte mit seinen Schultern und ich wollte ihn am liebsten in den Arm neben, aber ich wusste nicht wie, ich war schon lange nicht mehr so hilflos, es machte mir angst.

Dann murmelte er etwas. Aber ich verstand es nicht.

„Wie bitte?" ich lehnte mich über ihn.

„Ich hab Angst Jazzy, ich hab Angst, ich will nicht sterben." Dann erste was ich dachte, war, dass er sich plötzlich wieder anhörte, als sei er sechs Jahre alt, aber verstehen was er da sagte, konnte ich nicht also starrte ich ihn mit großen Augen an und irgendwann, Edward weinte und schluchzte einfach weiter, spürte ich eine Hand auf meiner Schulter, ich schaute nach Oben und da stand Dad und es schien, als würde ich das erste Mal wieder atmen seit einer Ewigkeit. Und ich stand auf und dann erst merkte ich wie sehr ich zitterte und dann stand ich da und beobachtete, wie Dad die Lage übernahm, wie er sich über Edward lehnte und ihn einfach in seine Arm nahm, wie er ihn an sich drückte und zu ihm sprach, er flüsterte ihm ins Ohr und streichelte ihm über den Rücken und ich stand nur da und tat nichts, ich wusste nicht wie ich ihm helfen konnte, als ging ich einen Schritt zurück und noch einen und dann drehte ich mich um und lief aus dem Raum, die Treppe nach oben und rannte in mein Zimmer. Ich schloss die Tür hinter mir und hoffte, dass sie den ganzen Abend nicht mehr aufging.