Haaaaalloho!!! Hab ich mir heute also die Zeit genommen, wieder einen Teil zu schreiben. Unglaublich^^ Naja, ich wünsch euch viel Spaß!!!

Liebe Grüße

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Ich schrie. Ich schreckte aus meinem Traum auf und saß Kerzengerade im Bett. In dem Moment flog meine Zimmertüre auf und mein Magen drehte sich um, mein Kopf fing an zu schwirren und ich wollte aufstehen, rennen, aber ich schaffte es gerade einmal meine Füße aus dem Bett zu bekommen. Ich konnte nicht aufstehen. Dann war Rose plötzlich an meiner Seite.

„Ich muss ins Bad." Murmelte ich und mir wurde kurz schwarz vor Augen. Im nächsten Augenblick stand ich schon auf meinen Beinen und an den Weg ins Badezimmer konnte ich mich schon nicht mehr erinnern, als ich vor der Toilette saß und sich mein Inneres, so fühlte es sich zu mindestens an, nach außen wölbte. Ich konnte mich nicht konzentrieren, konnte nicht klar sehen. Tränen liefen ungehalten über mein Gesicht und meine Muskeln, nicht nur die im Magen, krampften sich immer wieder zusammen. Von meinem Kopf gingen unbeschreibliche Schmerzen aus und wenn ich mich nicht übergeben müsste so würde ich schreien. Dass Rose auf mich einredete bemerkte ich nicht und dass ich mich auf einmal auf den Fließen unseres Badezimmers wälzte, war mir auch nicht klar.

Rosalie PoV

Ich saß gerade hinter meinen Hausaufgaben als ich einen Schrei hörte. Ich fuhr auf und lief nach draußen in den Flur, es kam aus Edwards Zimmer. Ich riss seine Zimmertüre auf und er saß in seinem Bett, zittert und schweißnass. Ich beobachtete wie er versucht sich aus dem Bett zu quälen und wie er auf einmal fast aus seinem Bett fiel. Ich eilte zu ihm, er müsse ins Badezimmer, murmelte er, ich legte seinen Arm um meine Schulter und half ihm aufstehen. Das ganze Gewicht, das er in den letzten Monaten verloren hatte, machte es einfach ihn ins Badezimmer zu manövrieren. Ich schrie nach Dad sobald Edward vor der Toilette in sich zusammen gesungen war und sich anfing zu übergeben. Von unten drang Musik und Lachen das Treppenhaus hinauf und ich wusste nicht, ob ich Edward einfach alleine lassen sollte und es dauerte nur Sekunden, bis ich mich dagegen entschied.

„Edward..." murmelte ich und fuhr ihm über den Rücken. Tränen liefen über sein Gesicht und er zitterte am ganzen Leib. Ich wollte ihm helfen, was konnte ich nur tun? Ich schriee erneut in der Hoffnung, dass jemand kommen würde.

Es dauerte eine Weile, doch irgendwann wurde Edward ruhiger, er stützte seinen Kopf in seinen Händen auf und dann ohne Vorwarnung fiel er zur Seite weg und ich konnte ihn gerade noch greifen, bevor er mir seinem Kopf auf dem Boden aufschlug.

In dem Moment übermannte mich Panik und ich fing an hysterisch nach unserem Vater zu schreien. Ich beugte mich über meinen kleinen Bruder und sein Gesicht war Schmerz verzehrt und er weinte und stöhnte, er umklammerte seine Beine mit einem Arm und seine Hände waren zu Fäusten zusammen geballt.

Ich sprang plötzlich auf meine Beine und rannte hinaus in den Flur, stellte mich an die Treppe.

„Daaaad!!" schrie ich und in dem Moment bemerkte ich, dass auch ich zitterte und weinte.

„Daaaad, bitte, ich brauch dich hier!" und in dem Moment, gerade als ich die Treppe schon nach unten fliegen wollte, da kam er gerade um die Ecke und schaute zu mir nach Oben und seine Augen wurden groß, als er mich sah und dann nahm er mehrerer Stufen auf einmal und rannte mich fast um als er Oben ankam, ich packte seinen Ärmel und riss ihn hinter mir her ins Bad...

In diesem Jahr verbrachten wir Weihnachten im Krankenhaus. In die Kirche ging ich mit Dad alleine. Alle anderen blieben bei Edward, aber er bestand darauf, dass wir gingen. Dass niemand enttäuschte sein würde, weil Dad nicht da war, weil Dad jedes Jahr das Ave Maria sang, seit wir hier in Falks lebten. Mr. Swan war auch da. Als der Gottesdienst vorbei war wand er sich durch die Menschen zu uns und er hatte dunkle Ringe unter den Augen und einen verlorenen Gesichtsausdruck. Er fragte, wie es Edward ging und er bedankte sich wieder bei Dad, wie er es immer tat. Er war so froh, dass seine Tochter nicht alleine war und dass es jemanden gab, der sich um sie gekümmert hat. Die ganze Zeit hielt ich mich an Dads Arm fest und ich wollte nur nach draußen, ins Auto und ins Krankenhaus, aber es schien noch Ewigkeiten zu dauern, bis wir tatsächlich nach draußen kamen. Die Leute schienen darauf zu warten, ein Gespräch mit ihm anfangen zu dürfen. Es war so belanglos, immer wieder die selben Fragen. Ich konnte nicht verstehen, wie ruhig Dad bleiben konnte und wie geduldig er war. Es war unglaublich. Von außen war alles perfekt, von außen wollte er sich nichts anmerken lassen. Von außen sahen wir aus wie die perfekte Familie, die im Moment eine schwere Zeit durchmachte, die trotz allem aber immer das Vorbild war, nach dem alle Strebten. So fühlte ich mich an diesem Abend jedoch nicht, in meinem knielangen, schwarzen Kleid, am Arm meines perfekt gekleideten Vaters war mir elend zu mute. Ich wollte in diesem Moment nicht den Schein wahren, ich wollte, dass die Welt weiß, wie ich mich fühlte, wie es sich anfühlte, einen Bruder zu verlieren. Ich wollte schreien und hier standen wir, an Weihnachten in der überfüllten Kirche und wahrten den Schein.

Esme PoV

Weihnachten war jetzt fast ein Monat her und Edward hielt tapfer durch. Aber seit dem war er nicht wieder zuhause und er fehlte hier. Das Haus schien leer ohne ihn. Vor allem weil wie die meiste Zeit bei ihm im Krankenhaus verbrachten. Und genau das hatte ich jetzt vor, ich wollte mich auf den Weg ins Krankenhaus machen. Mit einer Tasche in der einen Hand und die andere Hand auf meinem Bauch, der langsam Form annahm, machte ich mich also auf den Weg die Treppe nach unten. Hinunter in den ersten Stock und gerade als ich runter kam, bemerkte ich, dass Edwards Zimmertür aufstand. Ich zog die Augenbrauen zusammen und lief auf eben diese Zimmertüre zu. Ich steckte meinen Kopf hinein und erschrak, als ich sah, wer da saß. Mein Mann, mein Carlisle, saß mit zitternden Händen auf Edwards Bett, er hatte ein Buch vor sich liegen, es war aufgeschlagen und er starrte es an.

„Carlisle?" flüstere ich und mit einem Zucken schaute er zu mir auf. Und mir stiegen die Tränen in die Augen als ich seinen Blick sah. Ich schlug mir die Hände vor den Mund. Oh Gott, nein. Er war nicht tot, nein.

In dem Moment schien Carlisle zu bemerken, welcher Gedanke mir gekommen sein musste und schüttelte schnell den Kopf aber genau das schien ihn an den Punkt zu bringen an dem ich ihn schon vor Wochen, ja vor Monaten sehen wollte. Er schlug sich den Handrücken vor den Mund und ich konnte sehen, wie Tränen in seinen Augen aufstiegen und er schüttelte immer weiter den Kopf. Ich lies meine Tasche fallen und rannte hinüber zu ihm. Ich schlang meine Arme um ihn wollte seinen Kopf auf meine Schulter drücken, ich wollte, dass er endlich weinte, dass er endlich alles raus lies, doch er schien das nicht zu wollten, er versuchte mit aller Gewalt sich gegen die Tränen zu wehren und auf einmal riss er sich aus meinen Armen und er stolperte fast über seine eigenen Füße als er los rannte, hinaus auf den Flur und ich sprang ebenfalls wieder auf, schaute noch einmal zurück auf das kleine Buch, das noch immer auf Edwards Bett lag und folgte dann meinem Mann.

Natürlich fand ich ihn im Badezimmer, er lehnte über der Toilette und übergab das wenige Frühstück, dass er sich heute Morgen hinein gezwängt hatte. Das alleine machte mich schon ein wenig sauer neben all meiner Traurigkeit, die ich im Moment verspürte. Ich machte einen Waschschlappen nass und setzte mich auf den Badewannenrand neben ihn, nach einem Moment griff er mit zitternden Händen danach. Ich starrte ihn an, wie er sich mit einer Hand durchs Haar fuhr, wie er die Spülung drückte, ich starrte ihn einfach nur an.

„Warum tust du das?" Fragte ich ihn. Er sah zu mir.

„Warum tu ich was?" fragte er mich und nahm eine Haltung ein, als sei alles wieder gut.

„Na das, warum rennst du vor deiner Trauer weg? Warum lässt du dich nicht einfach gehen?" er stand Wortlos auf, lief zum Waschbecken. Seine Knie zitterten.

„Carlisle! Schau mich an."

„Es gibt nichts vor was ich weg rennen könnte. Edward ist nicht tot, er lebt." Ich schlug meine Hände über meinem Kopf zusammen.

„Mein Gott Carlisle verdammt! Du machst dich kaputt, wenn du wenigstens mehr essen würdest als du wieder rauskotzt!" ich wollte meinen eigenen Worten nicht trauen, ich konnte nicht glauben, welche Worte ich in den Mund nahm. Genau das spiegelte sich in seinem Gesichtsausdruck wider.

„Du schläfst nicht, du isst nichts, du arbeitest wann immer du die Gelegenheit hast! Wann verflucht noch mal denkst du an dich?" die letzten Worte schrie ich.

„In deinem Versuch, für alle da zu sein und alles gut machen zu wollen, vergisst du dass du nicht unsterblich bist. Es gibt Grenzen, okay! Und du hast deine Grenze bald erreicht und dann? Was dann? Hast du darüber schon mal nachgedacht?" erneut liefen mir Tränen übers Gesicht, meine rechte Hand ruhte auf meinem Bauch, meine linke wedelte in der Luft herum.

„Esme," er kam jetzt auf mich zu, als ob er nichts von dem gehört hätte, was ich ihm gerade vorgeworfen habe.

„Beruhig dich Schatz. Reg dich nicht auf." Er wollt mich in seine Arme ziehen. Aber ich drückte ihn von mir weg. Ich wischt meine Tränen aus dem Gesicht.

„Ich reg mich nicht auf. Ich habe einfach nur angst, hörst du?! Ich habe angst, dass ich dich verliere. Dass ich alleine bin. Ich kann das nicht noch mal alleine." Ich stürmte aus dem Zimmer und rannte zurück in Edwards Zimmer um die Tasche zu holen, die ich habe fallen lassen. Carlisle war direkt hinter mir.

„Du wirst mich nicht verlieren Esme, dass verspreche ich dir." Ich hob die Tasche auf und noch einmal fiel mein Blick auf das Buch, welches eben wohl Carlisles Gefühlsausbruch verursacht hatte. Ich lief zum Bett und lies mich sinken, ich nahm das Buch in die Hand, es war noch aufgeschlagen, dann schaute ich zu meinem Mann, der einfach nur so da stand.

„Was ist das Carlisle?" fragte ich ihn.

„Das gehörte Nora, ihr Tagebuch." Meinte er, er flüsterte fast. Ich schaute hinter und wieder zu ihm.

„Ohh, auch so.... Kann ich?" ich hatte das Gefühl ihn um Erlaubnis fragen zu müssen. Er nickte nur und sein Gesichtsausdruck veränderte sich abermals.

Ich begann zu lesen.

September 1995

Er versteht es nicht, warum versteht er mich nicht, ich kann nicht mehr, es geht einfach nicht mehr, ich würde so gerne schreien, aber ich habe die Kraft nicht, ich will weinen. Es geht nicht. Ich will einfach nur, dass es vorbei ist, dass es endlich aufhört. Ich habe keine Kraft mehr. Sie lassen noch nicht einmal mehr meine Kinder zu mir, meine eigenen Kinder, zu meiner eigenen Sicherheit... diese Menschen haben kein Herz. Sie sagen, ich sterbe, warum mich also vor meinen Kindern schützen? Damit ich mehr Zeit habe? Mit was? Mit diesem scheußlichen Raum? Den ganzen Geräten. Carlisle will, dass ich kämpfe. Ich will kämpfen, aber sie sagen ich sterbe. Ich will leben, aber ich will, dass es aufhört... Ich will mein altes Leben zurück. Ich will, dass es weitergeht, wo es aufgehört hat. Ich will meine Kinder aufwachsen sehen, ich muss sie aufwachsen sehen, ich will nicht, dass sie mich vergessen und eine andere Frau mich ersetzt. Ich will Carlisle nicht verlassen, ich liebe ihn so sehr, ich bin egoistisch, aber ich brauche ihn. Ich habe angst alleine zu sterben... um Himmels Willen was schreibe ich, oh Gott, die Kinder, sie brauchen ihn... und mich, was passiert mit mir. Ich kann sie nicht alleine lassen, sie brauchen mich. Rose braucht mich, wenn sie älter wird, wenn Carlisle nicht mehr ihr Held ist, wenn sie sich anfängt für Jungs zu interessieren. Ich will nicht sterben, ich will nicht... aber ich kann nicht mehr. Mein Wille verlässt mich langsam. Es tut so weh.

Als ich am Schluss angekommen war, war es völlig um mich geschehen, ich weinte ungehalten, Carlsile hatte seine Arme um mich geschlungen und ich vergrub mein Gesicht in seiner Schulter. Meine Hände ballten sich auf seinem Rücken zu Fäusten.

„Ich liebe dich, hörst du, ich liebe dich." Flüsterte er mir immer wieder ins Ohr.