Hey Hey Hey!!!! Langsam kommen wir dem Ende der Geschichte immer näher… Langsam fängt sich an alles aufzulösen und vielleicht hat der eine oder andere nach diesem Kapitel verstanden um was es geht?!? Ich hoffe es^^ Mann muss ja nicht so kompliziert denken!!!
Na dann mal viel Spaß hier mit und den Carlisle/Esme Fans unter euch (*in die Luft hüpf und ich schrei/*), hier ist ne Runde Taschentücher^^ * austeil *
Esme PoV
Tränen stiegen in meine Augen als sich der Raum plötzlich mir dem Herzschlag unseres Kindes erfüllte. Carlisle drückte meine Hand fester und ich sah aus dem Augenwinkel, wie er von einem Ohr zum anderen strahlte. Wie beobachteten den Monitor, ich war jetzt im siebten Monat und wir konnten unser Kind ganz deutlich erkennen. In diesem Moment war ich so glücklich, dass ich hätte platzen können.
Wir waren beide so vertieft, dass sich Doktor Turner räuspern musste um unsere Aufmerksamkeit wieder zu gewinnen. Ich riss meinen Blick schwermütig zu meinem Arzt. Er lächelte herzlich von mir, zu Carlisle und zurück.
„Wenn ihr wollt, dann kann ich euch das Geschlecht nennen." Ich zog überrascht die Augenbrauen nach oben, bisher hatte sich unser Baby geweigert sich zu offenbaren. Ich sah zur Seite um Carlisles Meinung in betracht zu ziehen, doch der grinste nur süffisant und zuckte mit den Achseln.
„Du weißt es schon!" ich deutete mit meinem Zeigefinger drohend in seine Richtung, aber er lachte nur und griff nach meiner Hand. Doktor Turner lachte ebenfalls.
„Dann liegt die Entscheidung jetzt wohl bei dir Esme!" lachte der Doktor und ich zog meine Stirn in Falten. Die ganze Zeit wollte ich es wissen aber jetzt war ich mir unsicher.
„Wenn du es nicht wissen willst Schatz, dann verspreche ich dir, dass meine Lippen versiegelt sein werden." Wenn ich eins wusste, dann dass seine Lippen wirklich versiegelt bleiben würden, ohne Erbamen oder Mitleid. Selbst wenn ich auf den Knien betteln würde. Ich schluckte und schaute zurück zum Monitor. Die nächsten zwei Monate würde ich auch überstehen.
„Ich glaube, ich will es nicht wissen." Ich nickte noch einmal nachdrücklich und drehte mich zu meinem Mann. Carlisle lächelte herzlich und legte eine Hand auf meine Wange. Ich schloss meine Augen und Sekunden später spürte ich seine Lippen auf meinen. Doktor Turner lachte leise und verlies dann den Raum und lies uns zurück in unserer Glückseligkeit.
(~Wer sich meinen Tipp zu Herzen genommen hat, der weiß ob es ein Junge oder ein Mädchen wird ; ) ~ )
Jasper PoV
Ich lernte konzentriert meinen Text in meinem Zimmer als von Oben auf einmal ein lautes Rumpeln zu hören war, dann einen wütenden Schrei. Ich zog die Augenbrauen hoch, lies mein Textblatt zu den restlichen am Boden segeln und entschloss mich nach der Ursache zu forschen. Ich lief aus meinem Raum und hinüber zu der Treppe, die nach Oben führte, ich nahm jeweils drei Stufen auf einmal und stand bald vor der Schlafzimmertür meiner Eltern. Ich klopfte.
„Kann ich rein kommen?"
„Nein, noch nicht, warte..." mittlerweile war die Stimme nicht mehr wütend, sondern traurig und ich könnte schwören, dass Esme versuchte, Tränen zu unterdrücken.
„Was ist denn passiert? Kann ich dir helfen?"
„Nein ist schon gut, ist alles gut..." aber in diesem Moment brach ihre Stimme und ich konnte hören wie sie schluchzte.
„Ich komm jetzt rein." Rief ich und öffnete die Türe. Ich betrat den Raum und entdeckte Esme vor einer Kiste Fotos am Boden sitzen, die Bilder waren im Umkreis von einem Meter um sie verteilt und sie hatte die Arme um sich geschlungen und weinte bitterlich. Ich lief zu ihr hin und kniete mich neben sie. Ich schlang meine Arme um sie.
„Hey, was ist den los? Was ist passiert?"
„Nichts..." schluchzte sie, „ich hab nur die falsche Kiste erwischt." Ich zog meine Augenbrauen zusammen und überlegte ein wie großes Drama das war und ob ihre Hormone vielleicht gerade mit ihr durch gingen, aber dann schaute ich mich um und betrachtete die Fotos näher.
Es waren hauptsächlich Bilder von Mum und Dad, Bilder von ganz früher, noch bevor sie geheiratet haben und Bilder als Mum Schwanger war, fast auf jedem war Dad in der nähe. Überall lächelten sie und strahlten und lachten. Sie waren ein glückliches Paar.
„Das ist doch kein Problem, komm ich helf dir sie wieder einzupacken. Welche Kiste wolltest du denn? Ich hol sie dir vom Schrank!" ich ahnte, dass die falsche Kiste im Grunde nicht das Problem waren, dass etwas anderes sie bedrückte und meine Ahnung wurde bestätigt, als sie den Kopf schüttelte und versuchte ihre Tränen vom Gesicht zu wischen. Mit zitternden Händen fing sie an die Fotos einzusammeln und verharrte bei jedem Bild etwas zu lange.
„Komm, ich mach dass." Ich nahm die Bilder aus ihre Hand, doch sofort nahm sie sich neue Bilder vom Boden.
„Sie war eine so wunderschöne Frau. Ich kann nicht verstehen, wie grausam das Leben sein kann." Schluchzte sie und starrte auf ein Bild, in dem Mum am offenen Fenster stand, ihre Hände liebvoll auf einem zu großen Babybauch. Sie lachte und die Sonnenstrahlen überlichten das Foto ein wenig, aber nur so viel um es noch perfekter zu machen.
„Das weiß ich auch nicht. Komm lass uns runter gehen, einen Tee trinken, Dad kommt gleich nach Hause, alles wird gut." Aber scheinbar hab ich die falschen Worte gewählt. Sie konnte einfach nicht aufhören zu weinen.
„Hey, was ist denn los?" ich nahm sie in meinen Arm.
„Du musst dich beruhigen. Du bist ganz aufgeregt, das ist nicht gut für dich." Ich versuchte sie auf ihre Beine zu ziehen, aber sie zitterte so sehr, dass ihre Knie gerade wieder einknickten.
„Es tut mir so Leid Jasper, ich... ich will dir nicht zur Last fallen." Diesmal nahm sie sich zusammen und versuchte alleine aufzustehen. Sofort war ich an ihrer Seite.
„Aber Esme, du fällst mir nicht zur Last. Ich sollte angst haben, dir zur Last zu fallen." Ich versuchte es möglich amüsiert klingen zu lassen. Ich setzte Esme aufs Bett und legte meinen Arm um ihre Schulter.
„Du machst so viel für mich... für uns!" meinte ich und schaute mich um, da lagen Taschentücher.
„Gib mir einen Moment." Ich sah ihr noch einmal kurz in die Augen und erkannte Schmerz und Angst, ich versuchte sie anzulächeln. Ich verstand nicht, was mit ihr los war. Ich ging die Taschentücher holen und reichte ihr eines.
„Danke." Flüsterte sie und versuchte tief ein und aus zu atmen. Sie beruhigte sich endlich etwas.
„Was ist denn los, Esme? Das war doch nicht nur wegen der falschen Kiste oder? Du kannst wirklich mit mir reden! Oder lass mich Dad anrufen, damit er schneller nach Hause kommt!?"
„Nein, nein, ist schon gut. Oh Gott, so kann er mich nicht sehen. Entschuldige mich." Sie stand plötzlich auf und ich konnte nichts weiter tun, als ihr verwirrt hinterher zu sehen.
Ich blieb eine Weile sitzen, bis ich hörte, dass Dad die Auffahrt hinaufgefahren kam, ich stand schnell auf und lief hinüber zu all den Fotos die noch immer am Boden lagen, ich kniete mich neben die Box und fing an, die Bilder wieder einzuräumen.
Erst packte ich sie schnell weg, aber dann fingen mich die Bilder mehr und mehr an zu interessieren, ich schaute mir die Fotos länger an und in meinem Kopf schwirrte Esmes Frage umher. Wie grausam konnte nur das Leben sein?
Ich betrachtete die Frau in denn Bildern. Meine Mutter. Sie wollte nicht sterben, sie hat es bis zum Schluss nicht akzeptiert, dass sie uns verlassen muss, dass man ihr nicht mehr helfen kann, dass sie dem Tod ausgeliefert war. Ich fragte mich, wie das Leben wohl sein würde, wenn sie noch leben würde. Ob wir trotz allem hier in Folks gelandet wären? Ob Dad und Esme trotzdem zusammen gefunden hätten? Ob das Leben andere Menschen aus uns gemacht hätte? Natürlich hätte es das, aber in wie weit? Wäre ich der selbe? Hätte ich Alice trotzdem gefunden? Hätte ich mich in sie verliebt?
Ich mochte das Leben wie es war. War es Selbstsüchtig zu denken, dass ich froh bin, wie es jetzt ist? Würde das bedeuteten, dass ich froh um den Tod meiner Mutter war? Ich schüttelte den Kopf und sah das Bild an, das ich in den Händen hielt. Darauf war ich schon am Leben, ich lag in Mums Armen und schlief selig.
Es war schwer sich ein anderes Leben vorzustellen. Anders herum wäre es sicherlich das Selbe. Andersrum gäbe es diesen Gedanken aber wahrscheinlich auch gar nicht.
Ich sah das Bilde noch einmal an und nahm ein zweites in die Hand, auf dem ich mit Rose auf einer Steppdecke lag. Mich beschlich der Gedanke, dass ich immer daran geglaubt habe, dass jeder Mensch einen Zweck erfüllt und dass nichts durch Zufall geschah. Ich war meiner Mutter wirklich dankbar, dass sie mir Leben schenkte, dass ich Leben durfte... war es jetzt gerechte zu glauben, dass sie nur gelebt hat, um mir und meinen Geschwistern Leben zu schenken? Ich schüttelte geistesabwesend den Kopf.
„Jasper?" ich schreckte auf.
„Was machst du denn hier?" fragte mein Vater, er stand im Türrahmen und schaute mich verwundert aber etwas amüsiert an.
Carlisle PoV
Ich schaute hinüber zu meinem Sohn. Er saß am Boden zwischen einem Haufen von Fotos. Er sah etwas verloren aus.
„Jasper?" er schreckte aus seinen Gedanken auf und sah verwirrt zu mir her.
„Was machst du den hier?"
„Emm, gute Frage... eigentlich wollte ich die her wegräumen..." er hob ein paar Fotos in die Luft und zeigte sie mir.
Ich lief in den Raum hinein und auf Jasper zu. Bei ihm angekommen lies ich mich neben ihm nieder. Er sah mich die ganze Zeit an und schien zu überlegen.
„Und wie kommen die Bilder auf den Boden?" fragte ich ihn und hob ein Bild auf. Als ich sah, was für Bilder es waren, zog sich meine Stirn in Falten.
„Ohhh."
„Ich bin mir auch nicht ganz sicher. Ich war in meinem Zimmer und dann hat es hier oben gerumpelt und geflucht und als ich hier ankam, saß Esme zwischen all den Bildern..."
„Und wo ist sie jetzt?" ich stand wieder auf, lies das Foto in die Box fallen und sah Jasper an, der noch verwirrter schien, als zu Anfang.
„Sie ist ins Bad gelaufen, was ist den los um Himmels Willen? Esme war auch schon so komisch drauf!"
„Ich erkläres dir später. In Ordnung?" Aber ohne auf seine Antwort zu warten, verlies ich den Raum, lief die Treppe nach unten und zum Badezimmer.
„Esme?" ich klopft und versuchte die Türe zu öffnen, sie war verschlossen.
„Schatz lass mich rein!" ich bekam keine Antwort.
„Bitte Esme!?" ich klopfte erneut, wieder kam keine Antwort, diesmal aber hörte ich, wie sie anfing zu weinen.
„Hey, Schatz, bitte, lass mich rein!" ich überlegte hin und her was ich tun sollte, ob ich ihr Zeit geben sollte, oder mir Zugang verschaffen sollte. Noch während ich meine Optionen durchdachte, ging die Tür plötzlich auf und ich fiel nahezu ins Badezimmer.
Da stand sie mit großen, roten verweinten Augen, die Arme um sich geschlungen und die Zähne fest zusammen gebissen. Ich ging auf sie zu und zog sie in meine Arme.
„Es tut mir so leid." Flüsterte ich ihr ins Ohr und streichelte ihr über den Rücken.
„Ich hätte dich das niemals lesen lassen dürfen!." Ich vergrub mein Gesicht in ihren Haaren und atmete tief.
„Es war gut so..." schluchzte sie auf einmal. Aber ich schüttelte den Kopf.
„Nein war es nicht. Was du da gelesen hast, hat eine Frau geschrieben, die verzweifelt war, der das Leben genommen wurde ohne dass sie etwas dagegen tun konnte, sie hatte angst und wusste nicht, was sie tun sollte, sie wollte nicht sterben... meine Güte am Schluss hat sie mit ihrer letzten Kraft geschrieen, gezittert und geweint vor Angst, so etwas hab ich davon und danach nie wieder erlebt... sie war so sehr an das Leben gebunden, sie hat es so sehr geliebt, sie hat ihre Kinder so sehr geliebt... als wir uns kennen gelernt haben, hab ich mich nicht in ihre Augen verliebt, nicht in ihre Schönheit oder in ihren Charakter, ich hab mich in diesen Menschen verliebt, der sein Leben auf eine Art und Weise gelebt hat, wie ich es noch nie gesehen habe. Das wollte ich auch, ich wollte sie und so sein wie sie. Ich war ihr sofort verfallen. Ich war so verliebt, dass ich glaube, dass es an Irrsinn gegrenzt hat... oh Gott... sie wusste einfach nicht was mit ihr geschah, vielleicht wusste sie noch nicht mal mehr was sie da schrieb... aber was ich eigentlich sagen will... sie hat das Leben nicht nur geliebt, sondern auch über alle Maßen geschätzt. Das hat sie wirklich. Darum weiß ich auch, dass sie niemals gewollt hätte, dass ich für den Rest meines Lebens unglücklich bin oder alleine bleibe oder dass die Kinder immer ihrer Mutter hinterher trauern müssen, das wäre Verschwendung, das hat sie immer gesagt, dass man jeden Moment auskosten soll und sich nicht verlieren darf in etwas, was man nicht ist... man soll sich niemals hängen lassen... immer stark sein... kämpfen... sie hatte einfach nur Angst... Angst... oh Gott es tut mir alles so leid, Esme... Esme… ich liebe dich... ich brauche dich... ich hab mich so falsch verhalten, ich war so egoistisch, ich habe nicht... ich habe nicht nachgedacht... ich hätte mich fast kaputt gemacht... Esme.... es tut mir so leid..."
Esme PoV
Erst tat es weh ihm zuzuhören, dann war ich verblüfft, noch nie habe ich ihn so viel reden hören, meine Güte, noch nie habe ich so viel über Nora erfahren, noch nie hat er so viel geredet über sie und am wichtigsten, noch nie hat er geweint... er zitterte in meinen Armen und mein Herz zerriss als er schluchzte und erzählte und als er langsam in die Knie ging. Meine eigenen Tränen und Sorgen lange vergessen. Noch niemals habe ich etwas so schreckliches gehört, wie das Weinen des Mannes der mir so viel bedeutete, den ich so sehr liebte. Es tat so weh, so schrecklich weh. Als er fertig sprechen war, als er sich alles von der Seele geredet hatte, da schluchzte er immer wieder diese kleinen drei Worte. Und sie gaben mir in all der Verzweiflung mehr Kraft als irgendetwas anderes in den letzte Wochen und Monaten. Wir würden das schaffen.
