„Wheeler? Ist alles in Ordnung?" fragte sie besorgt als er aufstöhnte und sich an den Kopf fasste, doch im nächsten Moment gaben seine Beine unter ihm nach. Er sackte auf die Knie und sie tat es ihm sofort nach und fing ihn in ihren Armen auf. Er sackte schwer gegen sie und sie legte die Arme um ihn.„Gi, Kwame, Ma-Ti!" rief sie verzweifelt und sofort kamen ihre Freunde angerannt.
„Lenka, was ist passiert?" fragte Kwame, während er und Mati sie von Wheelers Körper befreiten.
„Ich weiß es nicht. Er ist einfach zusammen gebrochen. Er muss sofort in ein Krankenhaus," erwiderte sie vollkommen verzweifelt.
„Ich bringe ihn in das nächste, die Polizei hat hier jetzt alles unter Kontrolle. Kommt ihr nach." Captain Planet nahm Wheeler auf die Arme und flog so schnell es der Zustand seines Passagiers erlaubte davon.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------„Was soll das heißen, sie können uns nichts darüber sagen? Wir sind seine Freunde. Wo ist er?" brauste Lenka auf, als sich die Krankenschwester zum wiederholten Mal stur stellte.
„Lenka, bleib ruhig. So kommen wir nicht weiter," sagte Gi und legte Lenka eine Hand auf die Schulter.
„Wir leben seit 6 Jahren zusammen, wir sind doch eine Familie," sagte sie nun und wandte sich der Schwester wieder zu, als ihr etwas einfiel.„Sie sagten er liegt auf der Intensivstation. Haben dort nicht nähere Angehörige zutritt?" fragte sie und die Schwester nickte.
„Ja, wieso? Sind seine Eltern oder Geschwister auf dem Weg hier her?"
„Nein. Dürfte ich als seine Verlobte zu ihm?" fragte sie und hörte ihre Freunde hinter sich überrascht Luft holen.
„Ja, aber können sie es auch beweisen, dass sie mit ihm verlobt sind?"
Lenka dankte dem Himmel, dass es immer noch Menschen gab, die nichts vom Planetenteam wussten und hielt ihre Hand mit ihrem Ring hoch. Es funktionierte, denn die Schwester winkte ihr, ihr zu folgen.
Sie folgte ihr bis zu der Tür eines großen Raumes, indem sicher 10 Betten Platz gehabt hätten, aber nur das eine drin stand, in dem Wheeler lag.
„Das ist der Aufwachraum. Gehen sie zu ihm, aber bitte nur ein paar Minuten. Glauben sie nicht, ich hätte nicht gesehen, dass ihr alle vier Ringe habt. Wenn der Chefarzt das rausbekommt bin ich meinen Job los."
„Vielen Dank," erwiderte Lenka.
„Ich werde den Chefarzt suchen und fragen wie es ihrem Freund geht, um ihnen gleich mehr sagen zu können," sagte die Schwester und wandte sich um.
Lenka schloss die Tür hinter sich und trat auf Wheelers Bett zu. Er war an unzählige Geräte angeschlossen und sie lauschte einem Moment dem gleichmäßigen Piepsen, das seinen Herzschlag betonte, während sie die Herzfrequenzen auf einem Monitor und das Tropfen der Infusion beobachtete, ehe sie auf Wheeler nieder sah.
Er schlief tief und friedlich und sie ergriff seine Hand.
„Wheeler?" fragte sie leise, doch er öffnete nicht die Augen. Sie mussten ihm eine ordentliche Dosis Schmerzmittel verabreicht haben.
Sie strich über seine Wange und dachte erneut daran, dass dieser Tag viel schlimmer hätte ausgehen können. Warum war er auch immer so impulsiv und musste den Beschützer spielen?
„Mach mir nie wieder so eine Angst Yankee," flüsterte sie.„Werd schnell gesund, ich brauche dich," seufzte sie dann und küsste ihn sachte auf die Wange, ehe sie sich schweren Herzens abwandte und zu ihren Freunden zurückging.
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„Lenka, alles in Ordnung?" fragte Gi, die ihre Freundin gedankenversunken zurückkommen sah.
„Ja, er sieht ganz gut aus. Hat die Schwester den Arzt gefunden?"
„Er war eben hier," erwiderte Kwame.„Du musst ihm auf dem Gang begegnet sein. Er wollte zu Wheeler, weil er jeden Moment aufwachen müsste. Er sagte, dass es ihm soweit ganz gut gehe. Ist wohl nur eine Gehirnerschütterung. Wenn er wach ist wollen sie ihn zur Sicherheit noch durchchecken. Er braucht aber wohl nur ein paar Tage Ruhe, um sich davon zu erholen," erklärte Kwame weiter.
„Und so wie wir Wheeler kennen hat er sich spätestens eine Stunde nachdem er aufgewacht ist selbst entlassen," sagte Gi grinsend und Lenka nickte lächelnd, froh, dass alles so gut ausgegangen war. Jetzt mussten sie nur noch sehen, wie sie ihn ruhigstellen konnten, was eine schwere Aufgabe werden würde.
„Hey, warum zieht ihr alle so trübe Mienen?"
„Wheeler, was machst du hier?" fragte Gi empört.
„Du solltest noch nicht rumlaufen, Yankee," erwiderte Lenka und ergriff besorgt seinen Arm.
„Hey Babe, es ist alles klar. Der Arzt hat gesagt, dass ich gehen kann."
„Ich habe gesagt sie können gehen, wenn sie sich ausreichend erholt haben. Dass er gleich aufspringt, kaum dass die Anschlüsse und die Nadeln entfernt sind und sich in seine Kleider schmeißt, konnte ich ja nicht ahnen," wandte der Arzt nun ein, als er seinen Patienten endlich eingeholt hatte.
„Wir hätten sie warnen sollen Doktor. Wir haben es schon geahnt," erwiderte Gi grinsend.
„Darf er schon mit nach Hause?" fragte Lenka ihn nun.
„Das ist keine Frage des Dürfens Babe, sondern des Könnens; und wie du siehst kann ich," sagte Wheeler, ehe er sich dem Ausgang zuwandte.
„Sie müssen aber erst noch die Entlassungspapiere unterschreiben. Die Schwester macht sie grade fertig. Und bleiben sie noch ein paar Tage im Bett, trinken sie viel. Grade für die Gehirnerschütterung ist es wichtig, dass sie sich jetzt ausgiebig ruhen; und für die Wunde natürlich auch."
„Alles klar Doc," winkte Wheeler schnell ab, während er das Entlassungsformular unterschrieb, dass die Schwester ihm hinhielt.„Lasst uns gehen, ich will aus diesen Klamotten raus und was vernünftiges Essen," sagte er dann und sah von dem Formular zu Lenka auf, nachdem er unterschrieben hatte. Sie hatte seine Unterschrift gesehen, sah nun überrascht zu ihm auf und sprach stumm das Wort ‚Jayden ' aus.„Uhm Babe, vergiss das bitte schnell wieder, ja?!" raunte er ihr zu.
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12 Stunden waren vergangen, seit sie zu ihrer letzten Mission aufgebrochen waren und auf der Insel der Hoffnung war es bereits dunkel. Das Planetenteam achtete darauf, dass Wheeler auch wirklich ins Bett ging, doch nur eine Stunde später hörten sie ihn in der Küche in der Ecke wühlen. Wenige Minuten später warf er sich neben Lenka auf die Couch, die ihn über den Rand ihres Sudoku-Heftes herankommen sehen hatte.
„Solltest du nicht das Bett hüten?" fragte sie und warf einen Blick auf seine Cornflakes. Wenigstens aß er was gesundes.
„Willst du dass ich verhungere? Willst du was?" fragte er und hielt ihr den gefüllten Löffel hin.
Sie beugte sich vor und nahm den Bissen, bereute es aber sofort und verzog das Gesicht, während sie verzweifelt bemühte es hinunterzuwürgen lachte Wheeler.
„Ich hätte es wissen müssen. Wie viel Zucker hast du da drin? Ein Pfund?"
„Nur ein halbes. Willst du noch?"
„Nein danke. Ich verstehen nicht, wie du so viel Zucker in dich reinarbeiten kannst und weder Zahn- noch Gewichtsprobleme bekommst."
„Gute Erbanlagen." Er grinste und löffelte weiter, während sie sich wieder in ihrem Heft vergrub.
Wheeler beobachtete einen Moment Kwame und Ma-Ti's Fußballspiel auf dem Bildschirm, ehe er satt den Teller auf den Tisch stellte und ihr dann über die Schulter in ihr Rätsel sah.
Sie spürte seinen Atem warm an ihrem Hals. Sofort wurde ihr heiß, sie bekam eine Gänsehaut und in ihrem Bauch kribbelte es unbeschreiblich. Am liebsten hätte sie den Kopf gedreht und ihn geküsst, aber sie war sich den anderen nur allzu bewusst und zwang sich verzweifelt dazu, sich auf ihr Rätsel zu konzentrieren, doch ihr Kopf spielte nicht mehr mit – sie war keines logischen Gedankens mehr fähig, außer denen, die mit ihm zu tun hatten.
„Darf ich?" fragte er, als er sah, dass sie nicht weiterkam und dankbar für die Ablenkung gab sie ihm Heft und Stift. Sofort fing er an zu kritzeln und war nach wenigen Sekunden wieder fertig und gab ihr das Heft zurück. Erstaunt kontrollierte sie schnell seine Lösung und es war offensichtlich richtig.
„Wie machst du das? Das war die schwerste Stufe", sagte sie erstaunt.
„Zucker ist gut fürs Gehirn, Babe. Hast du das noch nicht gewusst?", erwiderte er grinsend und nahm seinen Teller, um ihn in die Küche zu bringen.
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Mitten in der Nacht wachte Lenka auf. Sofort kam ihr Wheelers Verletzungen wieder in den Sinn und so machte sie sich auf den Weg zu seiner Hütte, um nach ihm zu sehen. Als sie durch das Fenster gedämpftes Licht sah, klopfte sie und betrat die Hütte. Wheeler lag in seinem Bett und sah Fern, wandte sich ihr aber nun zu.
„Hey Babe, was führt dich so spät noch zu mir?"
„Ich bin aufgewacht und konnte nicht mehr schlafen, da dachte ich, ich könnte mal sehen, wie es dir geht."
„Also Sehnsucht hätte mir als Antwort besser gefallen," erwiderte er , während er etwas zur Seite rutschte.„Kannst dich gerne setzen."
„Warst du etwa schon wieder auf?" fragte sie tadelnd, ohne auf seine vorige Bemerkung einzugehen, während sie sich setzte und die Chipstüte neben ihm sah.
„Hey, ich konnte nicht schlafen und zu einem guten Film gehören nun mal Chips," sagte er und Lenka schüttelte lächelnd den Kopf.
„Was siehst du dir da an?"
„Einen von den Harry Potter Filmen, frag mich nicht welchen."
„Die haben wir doch alle schon gesehen."
„Deswegen kann man die sich doch noch mal ansehen, oder nicht?" fragte er dann und sie zuckte nur mit den Schultern.„Machs dir bequem und sieh ihn dir an. Man entdeckt jetzt Sachen, die einem beim ersten Mal gar nicht aufgefallen sind."
Lenka dachte nicht lange nach und streckte sich neben ihm aus. Oft schon hatten sie gemeinsam so die Abende verbracht, auch schon in trauter Zweisamkeit. Das es jetzt in seinem Bett war, machte sie nicht bange.
Sie lagen einfach nur da und sahen sich den Film an. Wheeler bot ihr Chips an und als sie kurz vor Kälte zitterte, weil es ihr in ihrer kurzen Hose und dem T-Shirt zu kalt wurde, zupfte er sofort an seiner Decke herum, um auch sie damit zudecken zu können. Es war schön ihm so nahe zu sein, doch schließlich siegte die Müdigkeit und sie schlief ein.
Als der Film aus war, schaltete Wheeler das Fernsehen ab und sah Lenka an. Sie war irgendwann in der letzten halben Stunde eingeschlafen und Wheeler betrachtete sie einen Moment verträumt, ehe er dem Verlangen nachgab, ihr einen Kuss auf die Lippen zu hauchen.
Weder der Kuss noch seine Berührung, als er ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht strich, weckten sie und so legte er sachte einen Arm um sie und schlief mit einem glücklichen Lächeln ein.
