Kapitel 5

„Hey kleiner Kumpel, sitzt du schon wieder an der Playstation?" fragte Wheeler, als er und Kwame in den Gemeinschaftsraum kamen und Ma-Ti spielen sahen. Sofort stellte er auf Pause und begrüßte seine beiden Freunde.

„Ich muss doch in Form bleiben, immerhin hat Kwame die Playstation-Portable mitgenommen."

„Also ihr beide solltet mal etwas damit zurückschrauben. Habt ihr schon mal was von Spielsucht gehört?" fragte Wheeler.

„Wir können immerhin die Schuld auf dich schieben. Du hast uns doch darauf gebracht," sagte Kwame grinsend.„Was ist Ma-Ti? Bereit für ein Spiel?" fragte er dann und der war sofort bereit, während Wheeler genervt die Augen verdrehte.

„Endlich seid ihr wieder da. Lasst mich ja nie wieder mit den beiden allein," sagte Ma-Ti dann, während das Spiel geladen wurde.

„Wieso? Haben sie dich gezwungen dir die Nägel zu lackieren oder ihre Frauensendungen zu sehen?" fragte Wheeler grinsend.

„Du weißt doch genau, wenn sie die sehen wollen, kann sie nichts davon abhalten. Schlimmer, sie haben immer wieder miteinander getuschelt und gekichert wie die kleinen Mädchen. Echt nervig, sag ich euch. So hab ich die beiden noch nie erlebt, vor allem nicht Lenka."

„Warum hast du deinen Ring nicht benutzt, um herauszufinden was mit ihnen los ist?"

„Das war gar nicht nötig. Hin und wieder hab ich doch mal was aufgeschnappt", erwiderte er und warf Wheeler einen wissenden Blick zu.

„Es wird wohl Zeit, dass du und Lenka euer Gespräch fortsetzt, bei dem ich euch vor ein paar Tagen unterbrochen habe", sagte Kwame grinsend und Ma-Ti warf ihm einen ‚erzähl mir alles'-Blick zu.

„Wo sind die beiden Grazien eigentlich?" fragte Wheeler und ignorierte die grinsenden Gesichter seiner Freunde.

„Die haben sich direkt nach dem Essen ihre Yogamatten geschnappt und sind zum Strand runter gegangen," erwiderte Ma-Ti und Wheeler wandte sich zur Tür um.„Du kannst genauso gut hier warten. Wenn die einmal dran sind, kann die beiden nichts von ihren Übungen abhalten. Die haben gestern versucht mir das beizubringen, aber ich komm da nicht mit, was daran so toll ist."

„Vielleicht bist du einfach zu abgestumpft durch die Computerspiele. Ich sehe lieber den beiden zu, als euch."

„Ja, vor allem Lenka," sagte Kwame grinsend und Wheeler schüttelte nur den Kopf, bevor er verschwand.

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Lenka und Gi beendeten grade ihre letzte Übung, als Wheeler zum Strand runterkam.

„Kwame und Wheeler sind wieder da," stellte Gi fest, als sie ihn herankommen sah und Lenka folgte ihrem Blick.„Ich lass euch dann mal allein."

„Gi, was soll ich tun? Er war tagelang fort und unsere Gespräche am Telefon waren so belanglos."

„Wenn du jetzt auf schüchtern machst, verfallt ihr wieder in den selben Trott wie vorher. Tu das, was du machen willst. Sei mal impulsiv", sagte Gi grinsend und ließ sie allein. Auf dem Weg zum Gemeinschaftsraum umarmte sie Wheeler kurz zur Begrüßung.„Schön, dass ihr wieder da seid. Kwame kann mir alles erzählen", sagte sie lächelnd und verschwand.

Wheeler ging zu Lenka hinunter und fuhr sich verlegen durch die Haare. Sie hatten in den letzten Tagen telefoniert, aber ihre Gespräche waren wie immer gewesen. Was wenn sie es sich doch anders überlegt hatte, trotz ihres Versprechens. Er wusste nicht, dass er sie mit seinen Zweifeln genauso unsicher machte.

„Hey Babe", begrüßte er sie, als sie dabei war ihre Matte zusammenzurollen.

„Hey. Wart ihr erfolgreich?" erwiderte sie lächelnd und richtete sich auf.

„Wir haben den Bandenchef überführen können, ja. Aber da er noch jugendlich ist, kommt er wohl mit einem blauen Auge davon. Dafür wird Ratzfatz eine lange Zeit in einem Rattenkäfig vergammeln."

„Ihr habt ihn geschnappt?"

„Ja, und ich hab ihm einen ganz schönen Kinnhaken in deinem Namen verpasst, den spürt der nächste Woche noch."

„Die Hauptsache ist, ihr seid gesund und munter wieder hier. Wie geht's deinem Kopf?"

„Alles prima. Ich hab die Fäden vor ein paar Tagen ziehen lassen, jetzt ist nur noch eine hässliche Narbe übrig."

Ohne zu zögern strich sie ihm die Haare aus der Stirn und in den letzten rötlichen Strahlen der untergehenden Sonne sah sie, dass er recht hatte. Sie würde noch mehr verblassen und bald kaum noch zu sehen sein. Sie konnte nicht wiederstehen und ließ ihre Hand an seiner Wange hinuntergleiten. Ihre Berührung jagte ihm einen Schauer durch den Körper und sie lächelte, als sie es merkte, ließ ihre Hand aber an seinem Hals liegen.

„Ich hab dich vermisst Yankee", sagte sie und wunderte sich, wie einfach es auf einmal war. Ein Blick in seine Augen hatte genügt, um sämtliche Zweifel zu zerstreuen.

Er legte seine Arme um sie, zog sie an sich und sah ihr lächelnd in die Augen.„Ich dich auch. Ich dachte schon, dass du...dass wir..." Sie legte ihm einen Finger auf die Lippen und er verstummte.

„Ich habe es dir versprochen Yankee. Ich wollte noch nie etwas im Leben so wie das...wie dich", erwiderte sie lächelnd und zog ihn zu sich herunter, um ihn zu küssen.„Ich liebe dich", wisperte sie an seinen Lippen, als sie sich trennten.

„Ich liebe dich auch", erwiderte er grinsend und küsste sie erneut.„Was hattest du heute Abend noch vor?" fragte er sie dann.

„Nichts besonderes, warum?"

„Ich dachte, wir könnten vielleicht was unternehmen...ins Kino gehen, oder was essen...nur wir beide."

„Wir haben schon gegessen, Yankee", erwiderte sie lächelnd und sah, wie er noch nervöser wurde.„Aber Kino klingt gut und wenn du noch was essen willst, dann..."

„Nein, Popcorn reicht mir völlig", erwiderte er schnell.

„Welchen Film willst du sehen?"

„Ehrlich gesagt, weiß ich nicht was läuft, aber wir können uns ja überraschen lassen."

„Aber keinen Horrorfilm oder einen mit viel Blut."

„Wir werden schon was finden."

„Gib mir eine halbe Stunde zum duschen, dann können wir los."

„Soll ich mitkommen?" fragte er mit einem anzüglichen Grinsen.

„Natürlich...", sagte Lenka lächelnd und sah, wie sein Grinsen noch breiter wurde.„...nicht!" Sie musste über sein Gesicht lachen, bevor sie sich auf den Weg zu ihrer Hütte machte.

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Wheeler hatte ihr die Entscheidung überlassen, welchen Film sie sehen sollten. Von dem Film selbst hatte er kaum etwas mitbekommen und Lenka auch nicht.

Zurück auf der Hoffnungsinsel half Wheeler ihr aus dem Shuttle wie ein Gentleman und begleitete sie bis zu ihrer Hütte.

„Es war ein wunderschöner Abend, danke Wheeler. Ich bereue es, nicht schon früher mit dir ausgegangen zu sein", sagte Lenka dann.

„Wir können das immer und immer wieder tun, Babe. Also kein Grund, der Vergangenheit hinterher zu trauern", erwiderte er lächelnd, nahm sie in die Arme und küsste sie kurz auf die Stirn.„Es war wirklich schön heut. Wir holen das bald nach, ja?"

„Sehr bald, hoffe ich", erwiderte sie lächelnd und küsste ihn noch einmal.

„Gute Nacht, Babe. Schlaf gut." Er gab ihr noch einen kurzen Kuss und wollte gehen, aber sie hielt ihn zurück. Fragend sah er sie an.

„Warum bleibst du nicht bei mir?" schlug sie leise vor und er sah sie überrascht an.„Die Nacht ist noch lange nicht vorbei, Yankee", wisperte sie an seinen Lippen und küsste ihn.

Sie hatte keine Ahnung woher sie den Mut hatte, so offen zu sein, doch es war das, was sie wollte und es funktionierte. Er küsste sie genauso leidenschaftlich wie sie ihn, während ihrer beider Hände den Körper des anderen erforschten.

Ohne ihre Lippen einmal voneinander zu trennen, schafften sie es in ihre Hütte und Wheeler schloss mit einem Tritt die Tür. Lenka streifte ihm das T-Shirt über den Kopf und ließ ihre Hände an seiner muskulösen Brust hinuntergleiten bis zu seinem Bauch. Er erschauerte unter ihrer Berührung.

Er ließ seine Hände unter ihr Shirt gleiten. Jetzt erschauerte auch sie, als sie seine Finger auf ihrer nackten Haut spürte und seine Lippen an ihrem Hals. Er streifte ihr das Shirt über den Kopf, während sie seine Hose öffnete. Unachtsam ließen sie ihre Kleidung zu Boden fallen auf dem Weg zum Bett und sanken nebeneinander auf die Matratze, als sie sich allem entledigt hatten.

„Bist du dir sicher? Ich meine, wenn du nur den kleinsten Zweifel hast, sollten wir das nicht tun."

„Meinst du wirklich, wir wären soweit gekommen, wenn ich mir nicht sicher wäre? Ich liebe dich Yankee."

„Ich liebe dich auch, Babe."

„Und jetzt hör auf zu reden und küss mich", sagte sie lächelnd und er kam dem unverzüglich nach.

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Lenka erschauerte und öffnete die Augen. Wheeler lag auf der Seite, stützte sich mit einem Arm ab und beobachtete sie lächelnd, während seine Finger hauchzart über ihren Rücken strichen.

„Was machst du?" fragte sie lächelnd.

„Dich beobachten und darauf warten, dass ich aufwache, weil das hier zu schön ist, um wahr zu sein", erwiderte er grinsend.

„Dann muss ich wohl auch noch schlafen", sagte sie und zog ihn zu sich hinunter, um ihn zu küssen.„Nein, ich bin wirklich wach und du auch. Guten Morgen Yankee."

„Guten Morgen, Babe." Er küsste sie wieder, diesmal leidenschaftlicher und ließ seine Hand über ihre Seite gleiten. Ihre Haut war so unglaublich zart und ihr Körper passte so gut zu seinem, als wären sie füreinander gemacht.

„Lenka?" rief Gi von draußen, während sie laut klopfte.„Bist du wach?"

Sie seufzte frustriert, bevor sie antwortete.„Ja Gi", sagte sie nur.

„Ich suche Wheeler. Hast du ihn gesehen?"

„Wieso, was hat er jetzt wieder angestellt?" fragte sie und lächelte, als Wheeler sie fassungslos ansah.

„Er versucht sich wieder vor seinem Putzdienst zu drücken."

Wheeler verdrehte genervt die Augen, als er an die leidliche Arbeit dachte, die ihm bevorstand. Er hasste es so sehr.

„Ich schmeiß ihn sofort aus dem Bett", rief sie lächelnd.

„In seiner Hütte ist er nicht, da hab ich schon..." Gi unterbrach sich, als sie begriff.„Wheeler?!" sagte sie dann.

„Ich bin unterwegs, Gi. Bleib cool", erwiderte er, zog Lenka an sich und begann sanft ihren Hals zu küssen.

„Zehn Minuten! Ich zähl auf dich Lenka."

„Er wird da sein", erwiderte sie und wandte sich Wheeler zu, um ihn kurz zu küssen.„Raus aus den Federn, Yankee. Du weißt, wie gerne Gi dich weckt und ich habe keine Lust, dass sie meine Hütte überflutet."

„Praktisch gesehen, bist du doch jetzt meine Freundin, oder?" fragte er und sie nickte skeptisch.„Bist du dann nicht theoretisch für den Haushalt zuständig?" fragte er grinsend und hatte im nächsten Moment schon ihr Kissen im Gesicht.„Das heißt dann wohl, dass ich bis nach der Hochzeit darauf warten muss."

„Und dann noch nicht."

Er knöpfte sich grade die Hose zu und sah nun grinsend zu ihr auf.

„Na darauf kann ich wenigstens hoffen", erwiderte er grinsend und lachte, als sie ihn überrascht ansah. Er gab ihr einen schnellen Kuss.„Dann fang ich mal mit deiner Wäsche an, Kochwäsche, richtig?" fragte er dann im gehen und ergriff vollends die Flucht, als sie mit dem Kissen ausholte.

Planetenteam, wir haben einen Umwelt-Alarm!" hörte sie dann Gayas Stimme und sprang augenblicklich auf. Der einzige, der sich sichtlich darüber freute, war Wheeler, den sie vor der Hütte jubeln hörte.