Deutsche Übersetzung meiner Story "It's Always Darker In Your Eyes".
Enjoy. =]




Prolog

Jede Facette deiner Existenz,
ob körperlich oder spirituell,
ist eine Verführung,
aus der es keine Befreiung gibt.
Ich möchte für immer darin gefangen sein,
mit dir für alle Ewigkeit.
Unsere Herzen,
für immer eins.

Langsam öffnete Bella ihre Augen. Sie wusste nicht, wie lange sie schon dort saß, auf der kleinen Bank inmitten einer Lichtung im Wald, nahe ihrem Haus, und eigentlich war es ihr auch egal. Der Mond thronte bereits am Himmelszelt über ihr und tauchte die Lichtung in sein schauriges Licht. Seltsame Geräusche kamen aus der Dunkelheit, die tiefer in den Wald führte. Normalerweise wäre Bella zu Tode verängstigt, alleine im Wald bei Nacht, nicht wissend, wer oder was sie beobachten könnte. Aber in diesem Moment fühlte sie nichts anderes als ihr gebrochenes Herz. Es schmerzte so sehr, sie konnte kaum atmen. Die Tränen hörten einfach nicht auf sich in ihren Augen zu bilden und ihre geröteten Wangen hinunterzufließen, und sie hatte schon lange aufgegeben sie wegzuwischen. Sie schloss ihre Augen wieder. Wie im Film spielten sich die Ereignisse des vergangenen Tages vor ihrem inneren Auge ab.

Lass uns spazieren gehen.", sagte Edward, griff nach ihrer Hand und führte sie einen schmalen Pfad entlang in den Wald hinter ihrem Haus. Seine Stimme war ruhig, aber ungewohnt. Bella konnte sich nicht erklären warum seine Stimme anders war, sie bemerkte es nur.
Sie sprachen kein Wort bis sie eine wunderschöne Lichtung erreichten. Eine kleine Bank befand sich in der Mitte und Edward forderte sie auf, sich zu setzen. Er selbst blieb stehen und steckte seine Hände in die vorderen Taschen seiner Hose.

Bella legte die Stirn in Falten.
Was machen wir hier, Edward?", flüsterte sie und sah unsicher hoch in seine goldfarbenen Augen. Er seufzte.

Wir müssen reden, Bella."

Über?"
Sie spürte sofort, dass etwas nicht stimmte. Dieses Verhalten war so untypisch für ihn. Sie hatte ihn noch nie so zerstreut gesehen. Es beunruhigte sie.

Über uns."
Er seufzte erneut und drehte sich um, um in eine andere Richtung zu starren. Er konnte ihr nicht in die Augen sehen, während er die Worte sprach, die er sagen musste.
Bella…ich kann so nicht weitermachen. Ich setze dich einem unnötigen Risiko aus wenn ich dir so nahe bin. Und ich bringe mich selbst und meine ganze Familie in Gefahr, wenn ich dich so nahe bei mir behalte. Es ist verantwortungslos und ich muss damit aufhören."

Bellas Augen füllten sich sofort mit Tränen.
Ich dachte diese ‚Ich bin ein Vampir und es ist gefährlich für dich in meiner Nähe zu sein'-Sache wäre schon lange erledigt und wir hätten beide zugestimmt, dass wir damit leben können. Warum änderst du jetzt deine Meinung?"

Ich habe nie zugestimmt. Ich hätte dich dazu bringen sollen dich von mir fernzuhalten bevor wir uns überhaupt so nahe kommen konnten. Doch ich konnte nicht. Ich war egoistisch genug um dich an meiner Seite zu behalten. Aber ich bin nicht mehr gewillt uns alle in Gefahr zu bringen, nur wegen einer dummen kleinen Emotion.", fauchte Edward. Seine Hände ballten sich zu Fäusten in seinen Hosentaschen, als er Bellas Schluchzen hörte.

Vielleicht solltest du einfach aufhören zu denken, und einmal darauf hören, was dein Herz dir sagt.", flüsterte sie.

Ich habe kein Herz, Bella. Es hat vor langer Zeit aufgehört zu schlagen. Besonders du solltest das wissen."
Seine Stimme war kalt und distanziert, Bella erkannte sie nicht mehr wieder. Sie konnte sich nicht erklären was ihn veranlasste sich so zu verhalten, noch weniger konnte sie es verstehen. Zu diesem Zeitpunkt hasste sie ihn, für die Dinge die er sagte. Sie brachen ihr Herz in zwei Teile.

Was bedeutet das? Machst du Schluss mit mir? Ist es das was du versuchst mir zu sagen?", fragte Bella mit schriller Stimme. Sie erhob sich von der Bank und verschränkte die Arme vor der Brust. Ihr Blick bohrte sich in seinen Hinterkopf. Langsam drehte Edward sich um und sah ihr tief in die verzweifelten Augen.

Ja, Bella. Es ist vorbei."
Seine Stimme war nicht lauter als ein Flüstern, doch sie hörte jedes einzelne Wort das er sagte. Ihre Arme lösten sich aus der Verschränkung und hingen leblos an ihrem Körper hinab, denn die Kraft, sie verschränkt zu halten, hatte sie verlassen. Sie begann zu zittern.

Es tut mir leid dir das sagen zu müssen, doch es wird nie wirklich vorbei sein. Wir sind zu stark miteinander verbunden, um getrennt zu werden. Das hast du selbst gesagt, erinnerst du dich? Ich kann einfach nicht glauben, dass du mir das antust."

Es tut mir leid, Bella. Aber es ist besser so, vertrau mir."
Er wollte sie so sehr in seine Arme schließen, sie ganz fest halten und trösten. Aber er konnte es einfach nicht zulassen, dass seine Emotionen die Kontrolle über seine Handlungen übernahmen und Bellas Leben immer wieder aufs Neue in Gefahr bringen.

Es ist mir egal was besser für mich ist oder was verantwortungsvoller ist. Das Einzige was zählt ist was du fühlst. Liebst du mich? Denn ich liebe dich mehr als alles andere. Würdest du dasselbe für mich empfinden, hätten wir diese Unterhaltung nicht.", schrie Bella.

Ich liebe dich, Bella. Und genau deshalb muss ich dich gehen lassen. Ich würde es mir selbst nie verzeihen, wenn dir etwas zustößt."

Bella überdrehte die Augen und verschränkte die Arme vor der Brust.
Das Schlimmste, das mir passieren könnte, passiert in diesem Moment."

Das ist nicht das Schlimmste das passieren könnte. Es ist etwas, das dir auf lange Sicht das Leben rettet.", sagte Edward bestimmt. Er machte einen Schritt auf sie zu, ließ seine Finger sanft über ihre Wange streichen und starrte das letzte Mal in ihre schokoladenbraunen Augen. Nach einem sanften Kuss auf ihre linke Wange drehte er sich wieder um, sein Blick in Richtung Wald, denn wenn er nur ein bisschen länger in ihre Augen gesehen hätte, hätte er wahrscheinlich seine Meinung geändert.

Edward…das kann nicht dein Ernst sein.", flüsterte Bella. Sie konnte noch immer nicht glauben was sie da hörte. Oder vielleicht wollte sie es auch nicht glauben. „Edward…"

Du wirst mich nie mehr wieder sehen, Bella. Du wirst vergessen und bald darüber hinwegkommen.", sagte er bitterlich, bei dem Gedanken daran, wie viel schwerer es für ihn selbst sein würde, zu vergessen.

Bella lachte hämisch auf und die Tränen bahnten sich wieder ihren Weg ihre Wangen hinab.
Ich werde nie vergessen. Vor allem nicht, wie du mich verlassen hast. Ich werde niemals vergessen."

Edward seufzte erneut, bevor er flüsterte:
Leb wohl, Bella. Ich liebe dich."

Bellas Sicht verschwamm durch die vielen Tränen in ihren Augen und sie musste blinzeln, doch als sie ihre Augen wieder öffnete, war er verschwunden.

Wie lang sie dort stand, seinen Namen rief, sich wünschte, von diesem Albtraum zu erwachen? Sie konnte sich nicht erinnern. Sie wusste nur, dass Edward – Vampir, Liebhaber und ihr persönlicher Grund zu leben – weg war und niemals zurückkommen würde.