VIER - Nicht jede Frau

Schließt an das Ende von 1x04 "Lady In Red" ("Die schöne Witwe") an; wir gehen mal davon aus, dass Lisbon und Jane gemeinsam in einem Auto zurückfahren, während die anderen das zweite nehmen.
Und ich muss mich für die Übersetzungen entschuldigen; das kommt davon, wenn man seine Formulierungen und Wortspiele aufs Englische abstimmt ^^

"Was genau meinten Sie eigentlich, als Sie Rigsby 'Trauen Sie sich endlich' sagten?"

Teresa Lisbon schaute den Berater ihres Teams strengen Blickes an; doch dieser ignorierte ihren Blick und fand offensichtlich alles andere um sie herum viel interessanter als seinen Boss. Diese hatte Cho weggeschickt und gewartet, bis die anderen drei Agenten das zweite Auto erreicht hatten, um mit Jane alleine reden zu können.

"Nichts Besonderes; Sie wissen schon, nur so ein Ding zwischen Männern." Patrick Jane war sich mehr als bewusst, dass Lisbon alles andere als dumm war und es ihm nicht abkaufen würde; das würde viel zu leicht sein. Doch ein Mann konnte sein Glück versuchen, nicht wahr?

"Hat dieses Ding auch einen Namen? Einen grace-iösen vielleicht?" Er wäre auch wirklich überrascht gewesen, wenn sie es nicht herausbekommen hätte.

"Kommen Sie schon, er verdient doch ein wenig... Liebe und Zuneigung", versuchte er es, jedoch schon wissend, dass er diesmal versagt hatte.

"Das ist nicht witzig, Jane. Es gibt Regeln. Sie sollten nicht Agents dazu ermutigen, Beziehungen mit ihren Kollegen einzugehen. Das führt eh nur zu Problemen." Beinahe wäre ihm ein "Ja, Mama" rausgerutscht, doch er konnte gerade noch so an sich halten; es war eindeutig schlauer, den Mund zu halten. Und als er nichts erwiderte, sprach Lisbon einfach weiter. "Und nun sagen Sie mir - worum ging es eigentlich bei dieser 'ich kann jede Frau haben, die ich will'-Sache?"

"Also... eigentlich war es mehr 'ich kann jede Frau verführen, wenn ich es will', wenn Sie es unbedingt wissen wollen, aber auch das war... eine Sache zwischen Männern. Ich wollte Rigsby nur helfen", erklärte er achselzuckend.

"Das funktioniert also bei jeder Frau, sagen Sie?"

"Um genau zu sein - ich habe über die Frauen auf der Beerdigung gesprochen. Aber... ja, so kann man es theoretisch auch sagen."

"Auch bei mir?"

Eine Antwort blieb er ihr vorerst schuldig; er zog lediglich eine Augenbraue hoch und sah zu, wie Rigsby, Van Pelt und Cho in das zweite Auto einstiegen und wegfuhren. Erst dann setzte er zum Sprechen an, wenngleich er sie immer noch nicht ansah.

"Nein. Weil Sie nicht jede Frau sind."

"Ich bin mir noch nicht sicher, ob das wirklich ein Kompliment war, als das Sie es ja scheinbar angedacht haben", stichelte sie - und erlangte damit schließlich seine volle Aufmerksamkeit. Er grinste verschmitzt als er sich ihr zuwandte, doch dann nahm sein Gesicht todernste Züge an, und er stellte sich einen Tick näher vor sie als üblich und angebracht und sah ihr so tief in die Augen, dass sie beinahe zurückgewichen wäre.

"Teresa", begann er, mit einer schmeichelnden, verführerischen Stimme. Und doch sah er, dass sie ihm noch widerstand. "Sie sind nicht wie all die Frauen da draußen, die sich nur danach verzehren, von einem Mann verführt und in Besitz genommen zu werden." Sie schluckte schwer ob seiner Worte, doch gab noch nicht nach. "Sie sind stark, selbstbewusst und Sie sind wunderschön. Sie brauchen keinen Mann, der Sie erobert, weil Sie nie die Kontrolle abgeben würden. Sie wählen den Mann, den Sie wollen, nicht umgekehrt." Sie konnte nicht verhindern, dass sie ein wohliger Schauer durchlief, als er ihre Hände in die seinen nahm und seine Daumen ihre Handrücken ganz sanft streichelten. "Sie wissen, was Sie wollen und Sie würden niemals jemanden gegen Ihren Willen handeln lassen", sprach er weiter und registrierte, dass sie noch immer bemüht war, ihm zu widerstehen, auch wenn es ihr zunehmend schwerer fiel. "Sie bestimmen die Regeln und ein Mann wird ihnen widerstandslos folgen, weil er Ihnen hoffnungslos verfallen wird." Sein Gesicht war von ihrem nur noch Millimeter entfernt und sie war bereit, alle Widerstände fallen zu lassen, als er murmelte: "Du bist nicht wie die anderen Frauen da draußen. Du bist so viel besser, auf mehr als eine Weise." Damit küsste er ihre Nasenspitze, ließ sie los und stieg ins Auto ein.

Sie brauchte einige Sekunden, um sich wieder zu sammeln; dann lächelte sie und schüttelte den Kopf. Was zu beweisen war. Zweifellos, er war ein Verführer, vielleicht der beste weit und breit, und vermutlich würden ihm eine Menge Frauen verfallen und seiner Art, seiner Strategie, erliegen. Und auch wenn sie in der Lage gewesen war, ihm zu widerstehen - mehr oder weniger -, so schwor sie sich doch, dass sie ihn eines Tages seine Fähigkeiten erfolgreich an ihr ausprobieren lassen würde.

ENDE