ELF - Trost

Fügt sich mehr oder minder an die Szene im Motelraum aus "Red John's Friends" ("Der Freund eines Freundes") an. Und wir tun mal so, als hätten der Anruf und zumindest ein kleiner Teil des Gesprächs zwischen den auf dem Bett sitzenden Teresa und Patrick (noch) nicht stattgefunden.

Er war tot. Die eine Person, die in der Lage gewesen wäre, ihm die Chance zu offerieren, endlich den Mörder seiner Familie zu finden, hatte durch ihre eigene Dummheit den Tod gefunden.

Verdammter Idiot.

"Sie können es jetzt sagen", forderte ein sehr frustriert klingender Patrick Jane seine Chefin, Teresa Lisbon, auf.

"Mir ist aber gerade nicht danach, es zu sagen", gab sie zurück. Auf ihrem Gesicht zeigte sich ein dünnes, bitteres Lächeln.

Ja, sie hatte ihm vorhergesagt, dass so etwas passieren würde. Etwas, das er nicht würde vorhersehen und verhindern können. Das hieß aber noch lange nicht, dass sie auch froh darüber war, Recht behalten zu haben. Sie hatte ihm ehrlich gewünscht, dass er Erfolg haben würde; dass er die Geister der Vergangenheit würde vertreiben können. Damit er endlich seinen inneren Frieden finden könnte.

Lisbon wusste, dass es nichts Wichtigeres für Jane gab, als den Mann, der seine Frau und Tochter abgeschlachtet hatte, zu fangen, und auch wenn sie keine eigene Familie hatte, so war dieses Verlangen doch nicht so schwer nachzuvollziehen und zu verstehen.

Vorsichtig schielte sie zur Seite, um einen Blick auf das Gesicht des neben ihr auf dem Motelraumbett sitzenden Mann zu erhaschen. Er wirkte traurig, niedergeschlagen in gewisser Weise; er wusste, dass er dieses Mal verloren hatte, und dieses Wissen zeigte sich nur allzu deutlich auf seinem Gesicht. Und in seinen Augen. Teresa hätte niemals erwartet, solch eine Traurigkeit bei ihm zu sehen. Nicht dass sie glaubte, er war ein glücklicher Mensch; sie wusste, dass er es nicht war. Und doch war er stets bemüht, keine Schwächen zu zeigen; er blieb stets unangreifbar und nach außen hin stark.

Bis jetzt. Jetzt, da sie alleine in dem Raum saßen, alle anderen für den Moment wieder draußen, erlaubte er sich, sich ein wenig gehen zu lassen, sein Schutzschild herunter zu fahren. Sie war die einzige, die bestimmte Details seiner Vergangenheit wusste; Dinge, die er nur ihr anvertraut hatte. Und so machte es ihm nichts aus, dass sie ihn so wie jetzt sah.

Während es ihn nicht störte, war das bei ihr etwas anders. Es brach ihr das Herz, ihn so zu sehen. Und so dachte sie nicht darüber nach, als sie näher an ihn heran rutschte und ihn in die Arme nahm. Er erwiderte die Umarmung und vergrub sein Gesicht in ihrem Haar, das auf ihre Schulter fiel. Liebevoll streichelte Teresa ihm über den Rücken und löste sich dann ein wenig aus der Umarmung, um ihm einen zärtlichen Kuss auf die Schläfe zu geben.

Sie ließen einander nicht los, bevor Rigsby fünf Minuten später hereinkam und ihnen mitteilte, dass sie fertig und bereit zum Aufbruch waren.

ENDE