Disclaimer: Alle Figuren, Orte und wunderbare Welt der Magie gehören natürlich Frau Rowling, ich verdiene damit rein gar nichts und mache das alles nur aus Spaß am Schreiben.
Ansonsten: Viel Spaß mit Kapitel 19! Und über Reviews würde ich mich auch freuen- ich kann Kritik vertragen… Lob natürlich auch… Schreibt mir einfach ein paar Wörter, wie es euch gefallen hat, ja? treuherzigdreinguck
Draco
Gut gelaunt schritt Draco mit wehendem Umhang durch die Korridore. Beinahe ließ er sich von seiner guten Laune dazu hinreißen, vergnügt vor sich hin zu summen. Aber er hatte sich unter Kontrolle. Er war schließlich ein Malfoy. Ein Mafoy war niemals wirklich gut gelaunt und wenn, dann nicht nach außen hin sichtbar. Und eben deswegen würde man einen Spross der ehrwürdigen Familie Malfoy auch nie- nie- unter keinen Umständen- vor Freude summend, singend, pfeifend, springend, hüpfend, tänzelnd durch die Gegend wandeln sehen. Jemand, der einem so bedeutenden Zauberergeschlecht entstammte, hatte die Würde, die ihm durch Zugehörigkeit zu diesem Geschlecht zuteil wurde, stets nach außen zu tragen und durfte sie niemals beflecken. Gefühlsausbrüche waren etwas für Angehörige dieser armseligen, gefühlsduseligen, verweichlichten Zaubererfamilien, Blutsverräter und Schlammblüter, Squibs. Aber Reinblütige verstanden ihre Würde in jeder Situation zu wahren und gaben sich immerzu unnahbar und bar jeglicher Emotion. Und nachdem er ein würdiger Vertreter der Familie Malfoy war und sich der Verantwortung, die er durch diese Tatsache trug, bewusst war, hatte er seine Emotionen vollkommen im Griff und niemand, der ihm nun begegnet wäre, wäre auch nur im Entferntesten auf die Idee gekommen, dass der anerkannte Eisprinz von Slytherin ausgesprochen guter Laune war.
Die Aussicht auf ein weiteres Stelldichein mit Ginny ließ seine Augen vor Vorfreude begierig funkeln. Die geheimen Verabredungen im vierten Stock waren mittlerweile zur Routine geworden und er kam nicht umhin, dass er jedes Mal, wenn sie geräuschlos durch die Tür verschwunden war, ihr nächstes Treffen herbeisehnte und sich wünschte, die Zeit bis dahin würde doch schneller vergehen. Er hatte sich an ihre Gesellschaft gewöhnt, an ihr Lachen, ihre strahlenden grünen Augen, ihr munteres Geplauder. Er musste zugeben, dass er sich in ihrer Nähe wohl fühlte und gerne Zeit mit ihr verbrachte. Und ihre Gespräche waren durchaus interessant und unterhaltsam. Er hätte der kleinen Weasley niemals soviel Weitblick und Tiefsinn zugetraut. Er war überrascht, musste jedoch zugeben, dass sie ihm intellektuell durchaus ebenbürtig war und ihn bisweilen herausforderte. Es erstaunte ihn, dass er sich noch nicht mit ihr langweilte. Normalerweise wurden ihm seine Affären nach einer kurzen Weile- meist ein paar Wochen, er konnte sich nicht erinnern, eine Affäre jemals länger als zwei oder drei Wochen aufrecht erhalten zu haben- lästig und er verzichtete lieber auf regelmäßigen Sex, als sich von dem jeweiligen Mädchen- meist ein hirnloses, durchaus attraktives Geschöpf mit diversen Vorzügen, das ihn grenzenlos anhimmelte- zu Tode fadisieren zu lassen. Auf Dauer konnte der Sex die nervtötenden Attitüden dieser hohlen Zierpüppchen nicht ausgleichen und er beendete das Ganze lieber, bevor er sich vor jedem Stelldichein eine Flasche Antidepressiva- Trank einverleiben musste. Außerdem gab es für den Fall der Fälle, dass er gerade mal kein williges Mädchen zur Verfügung hatte und er sich nicht die Mühe machen wollte, sich auf die Suche nach einer passenden Kandidatin zu machen, Süßholz zu raspeln und das betreffende Mädchen dann langwierig zu verführen, immer noch Pansy, die ihm nur zu gerne ein paar schöne Stunden verschaffte. Pansy war eben Pansy. Er kannte sie seit Kindertagen und gemeinsam hatten sie das jeweils andere Geschlecht entdeckt und auch die verschiedenen Arten der körperlichen Liebe. Sie verbanden keine tiefen Gefühle und das war auch gut so, machte es die Tatsache, dass sie ab und an doch miteinader schliefen, weniger kompliziert. Pansy wusste, dass sie niemals Mrs. Malfoy werden würde und war mit dieser Tatsache auch zufrieden, denn sie war doch nicht verrückt, sich an die völlig veralteten Traditionen einer versnobten Adelsfamilie ketten zu lassen, wie sie es selbst einmal in ihrer direkten Art ausgedrückt hatte. Manchmal zickte sie zwar gewaltig und machte ihm das Leben zur Hölle, aber im Endeffekt söhnten sie sich doch wieder aus und sie akzeptierte seine Affären. Solange er sich nicht mit einer Gryffindor vergnügte, war die Welt für sie in Ordnung.
Doch in letzter Zeit hatte er Pansys Angebote nicht mehr in Anspruch genommen und der unkomplizierte Sex mit ihr fehlte ihm überhaupt nicht. Stattdessen entdeckte er gerade die Vorzüge einer längeren Affäre- er weigerte sich, das Ganze zwischen ihm und Ginny Beziehung zu nennen, dass er es Ron gegenüber damals so deklariert hatte, war eher aus Affekt geschehen, außerdem war die Reaktion des Rotschopfs einfach zu komisch gewesen- und er musste zugeben, dass er es durchaus genoss, treu zu sein und auch kaum vermisste, nicht mehr jede sich bietende Gelegenheit auszukosten. Er hätte es zwar keinesfalls als Betrug betrachtet, wenn er noch das eine oder andere Mädchen neben Ginny gehabt hätte, aber er hatte einfach kein Bedürfnis danach. Zum ersten Mal in seinem Leben war er in einer Affäre glücklich und wollte auf gar keinen Fall etwas daran ändern- außer vielleicht der Tatsache, dass sie sich ruhig öfter sehen konnten, wenn es nach ihm ging. Aber sie blieb beharrlich bei ihrem Standpunkt, dass kein Grund bestand, sich täglich zu treffen, die zwei Stelldichein pro Woche waren völlig ausreichend und angemessen. „Schließlich haben wir uns darauf geeinigt, das Ganze als Affäre zu sehen und nicht als Beziehung.", hatte sie schließlich noch bekräftigt und ihn fest angesehen. Er verstand nicht, wieso sie sich dagegen sträubte, sich öfter zu sehen. Ehrlich gestanden, waren ihm die wöchentlichen zwei Treffen zu wenig, er sehnte sich mehr nach ihrer Gesellschaft, als ihm anfangs bewusst gewesen war. Er stritt sich selbst gegenüber nach wie vor vehement ab, dass er für die kleine Weasley Gefühle entwickelt hatte, doch ganz entsprach das nicht mehr der Wahrheit. Er hatte noch nie zuvor so empfunden und das verwunderte ihn. In ihrer Gegenwart war er nicht mehr der unnahbare Eisprinz, der fern von jeglichen tieferen Gefühlen war und er ließ auch nach und nach seine Maske fallen. Er konnte sich nicht erinnern, jemandem jemals seine weiche Seite gezeigt zu haben.
Es versetzte ihm jedes Mal einen leichten Stich, wenn er daran dachte, wie sie immerzu betonte, dass zwischen ihnen nur eine Affäre war. Ansonsten war immer er derjenige gewesen, der eine Beziehung auf dieser Ebene belassen wollte. Dass dieses Mal die Rollen vertauscht waren, damit konnte er sich nur schwer anfreunden. Offen gesagt, wurmte ihn die Tatsache sogar. Es wäre für ihn einfacher, wenn sie sich so verhalten würde, wie seine anderen Eroberungen- ihn blind anhimmelnd und ihm wie ein Hündchen folgen würde. Dann hätte er all diese Probleme nicht und müsste sich nicht immerzu um sie Gedanken machen. Aber das Schicksal hatte wohl keine Gnade mit ihm und spielte unbarmherzig weiter. Manchmal zweifelte er an seinem Verstand und fragte sich ernsthaft, was zur Hölle in ihn gefahren war, dass er sich auf eine Affäre mit der kleinen Weasley eingelassen hatte und ihr noch dazu erlaubt hatte, ihm so nahe zu kommen, wie ihm zuvor noch niemand gekommen war. Und zu seinem Leidwesen war er meilenweit davon entfernt, dem Ganzen ein Ende zu bereiten, stattdessen hoffte er darauf, dass es sich doch weiterentwickeln würde.
Die Welt ist schon verrückt, dachte er, als er vor dem Porträt mit den leicht bekleideten, albern kichernden Nymphen anlangte. Er nannte in befehlendem Tonfall das Passwort und die Nymphen liefen rot bis zu ihren Haarwurzeln an und zwitscherten ihm Schmeicheleien zu. Er kümmerte sich nicht um ihr Geplapper, sondern stieg das dümmliche Geschwätz ignorierend durch das Porträtloch. Im Kamin prasselte bereits en behagliches Feuerchen- wie gut, dass es eifrige Hauselfen gab, die nur zu gerne eiligst seinen Wünschen nachkamen- und auf einem Beiwagen standen zwei Pokale aus Kristallglas und eine Flasche erlesener Rotwein. Er warf noch einen prüfenden Blick durch den Raum, ließ sich dann in einen der beiden grünsamtenen Armsessel fallen und zog den Tagespropheten hervor. Er begann zu lesen, während er auf Ginevra wartete.
