p data-p-id="8920b85f54c394d243908b69bccb9fde"span style="text-decoration: underline;"strongLily Evans:/strong/span/p
p data-p-id="8a2435fa50e42483ac89e040c65b7bca"Inzwischen war es Winter geworden und draußen tanzten weiße Schneeflocken im Wind. In den Klassen- und Gemeinschaftsräumen war es wohlig warm, doch auf den Fluren herrschte eisige Kälte. Wir hielten uns dort nur auf wenn es sein musste und versuchten so schnell wie möglich von einem Raum zum anderen zu kommen. Besonders schlimm waren Pflege magischer Geschöpfe und Kräuterkunde. Beide Fächer fanden draußen statt und weil wir uns kaum bewegten, froren einem fast die Hände und Füße ab. Ich hatte versucht einen Wärmezauber zu lernen, hatte es aber nur zu einer lauen Wärme gebracht, die nicht mal eine viertel Stunde anhielt. Mein Vorsatz für die Weihnachtsferien lautete also, sich mit diesem speziellen Zauber auseinanderzusetzen, um wenigstens im neuen Jahr nicht frieren zu müssen. br /Über die Ferien waren nur wenige Schüler in der Schule geblieben. Ich hatte damals im Krankenflügel den Entschluss gefasst, nicht nach Hause zu fahren und ich war auch nicht davon abgewichen. In einem kurzen Brief hatte ich meinen Eltern mitgeteilt, dass ich über die Ferien in der Schule bleiben würde, weil ich noch viel zu lernen hätte und dass sie Weihnachten leider ohne mich feiern müssten. Ihre Antwort war ein paar Tage später gekommen. Sie bedauerten es, dass ich nicht kommen würde und fragten, ob ich sie nicht wenigstens besuchen kommen könnte. Außerdem schrieben sie, dass sie immer noch mitten in den Hochzeitsvorbereitungen steckten (Was es so alles vorzubereiten gab. Es ist doch nur ein einziger Tag...). Ich hatte mit ihnen einen Termin zu Beginn der Ferien vereinbart und nun stand ich hier in eine dicke Jacke, Mütze, Schal und Handschuhe eingemummelt und konzentrierte mich auf mein Zimmer. Eigentlich gehörte es sich nicht, mitten im Haus zu apparieren, aber das war mir egal. Es war schließlich mein Zimmer! Nach ein paar Sekunden spürte ich das beengende Gefühl, in einen Schlauch gesogen zu werden und kurz darauf fiel ich mit einem lauten Knall auf mein Bett. Immerhin eine weiche Landung! Ich hörte einen erstickten Schrei aus dem Nachbarzimmer und ein Poltern im Flur. Meine Tür wurde aufgerissen und meine Eltern kamen herein. „Hallo Mäuschen!" Mom trat auf mein Bett zu und schlang ihre Arme um mich. Ich erwiderte die Umarmung etwas zurückhaltend. „Es tut uns leid, dass wir uns nicht persönlich von deiner Gesundheit überzeugen konnten, aber wir hatten an dem Tag einen Termin zur Besichtigung eines Ballsaals", sagte sie entschuldigend. „Ich freue mich ja so, dass Petunia und Vernon heiraten wollen!" Nachdem ich auch Dad umarmt hatte, verließen wir mein Zimmer und gingen ins Wohnzimmer. Petunia hatte sich auch dazu bequemt, ihr Zimmer zu verlassen und leistete uns eisig wie immer Gesellschaft. „Deine Klamotten sind heute ja ganz in Ordnung", erwiderte sie auf meine freundliche Begrüßung. „Aber wenn wir essen gehen sollte es etwas schicker sein. Nicht dass die Leute denken, wir wären arm". Da ich keinen Streit wollte, nickte ich einfach und setzte mich auf das Sofa. Auf dem Stubentisch standen selbstgebackene Plätzchen, Spekulatius und Lebkuchen. Ich griff ordentlich zu, während mich meine Eltern über die Schule ausfragten und zwischen durch immer wieder Petunias Hochzeit mit ins Gespräch mischten. br /„Wo wir gerade schon von Heiraten sprechen. Hast du eigentlich schon einen Freund?", fragte meine Mutter und ich verschluckte mich so heftig, dass ich ein paar Minuten damit beschäftigt war, mich von dem Hustenanfall zu erholen. Petunia, die neben mir auf dem Sofa saß, war natürlich nicht so nett gewesen, mir auf den Rücken zu klopfen. Stattdessen sah sie mich von oben herab an. „Hast du etwa noch keinen Freund? Anscheinend will dich keiner haben. Ist ja auch kein Wunder", sagte sie mit einem gemeinen Funkeln in den Augen. Das war wie ein Boxhieb in die Magengrube. Der Schmerz, den mir diese Worte zufügen, war so heftig, dass ich glaubte, mein Herz sei in der Brust zersplittert. Wie konnte sie so etwas sagen?! Ich war schwer gekränkt. „Natürlich habe ich einen Freund", log ich deshalb und setzte ein künstliches Lächeln auf. Ein Glück, dass ich nicht die ganzen Ferien hier mit Petunia, der Giftspritze verbringen würde. „Oh", seufzte meine Mutter entzückt. „Davon hast du uns ja noch gar nichts erzählt. Wer ist es denn?" „James Potter", hörte ich mich selbst sagen, bevor ich richtig nachdenken konnte. Scheiße! Scheiße, Scheiße, Scheiße! Noch tiefer konnte ich mich gar nicht in die Scheiße reiten! Leider war ausgerechnet das der Name gewesen, der mir als erstes in den Sinn kam und meine eigene Dummheit hatte mich ihn laut aussprechen lassen. „Ist das nicht dieser schwarzhaarige Junge mit der Brille, den du nicht leiden kannst?", fragte mein Dad irritiert. Weil ich jetzt auch keine andere Wahl mehr hatte nickte ich und setzte ein strahlendes Lächeln auf. „Ja!", sagte ich vielleicht ein bisschen zu verträumt. „Er ist mein Schulsprecherpartner und wir sind seit einem Monat zusammen. Ich habe gemerkt, dass er gar nicht so verkehrt ist, wie ich immer gedacht habe". Das war nicht mal gelogen. Außer das mit dem zusammen sein... Meine Mutter seufzte und murmelte etwas, dass wie „Meine Kinder werden erwachsen" klang. Die nächste Stunde verbrachte ich damit, erfundene Storys von James und mir zum Besten zu geben und dabei möglichst überzeugend zu wirken. Als meine Mutter schließlich verkündete, dass sie kurz aufs Klo müsse, atmete ich erleichtert auf. Hoffentlich würde ich, wenn sie wieder kam, das Gespräch in eine andere Richtung lenken können. br /Doch Petunia hatte nicht vor mir eine kurze Pause zu gewähren. „Wie süß!", zwitscherte sie und ich konnte deutlich den Sarkasmus aus ihrer Stimme heraushören. „Wenn ihr euch so sehr liebt, dann macht es dir bestimmt nichts aus, diesen James mit zu unserem Essen zu bringen, oder?" Verdammt! Vielleicht hatte ich bei meinen Erzählungen doch ein wenig übertrieben... Was sollte ich denn jetzt machen? Würde ich Nein sagen, wusste sie sofort, dass ich gelogen hatte, und diese Blöße wollte ich mir nicht geben! Würde ich Ja sagen, hätte ich ein wirkliches Problem was meinen NICHT VORHANDENEN Freund betraf. Ich könnte ja einfach sagen, dass James keine Zeit hatte oder kurzfristig krank geworden sei. Genau, dass war es! Eine weitere Lüge um die erste zu retten. „Ja, gerne doch. James wird sich freuen", erwiderte ich und genoss, wie Petunias Mundwinkel nach unten zuckten./p
p data-p-id="860f46d74a558755b752a1837921decd"Wieder in Hogwarts ließ ich mich entkräftet auf mein Bett fallen. Familie konnte so anstrengend sein! Meine Eltern wiederzusehen war zwar schön gewesen. Meine Mutter hatte mir sogar eine Tüte von ihren selbstgebackenen Plätzchen mitgegeben. Doch Petunia war die Pest auf Beinen. Ich hatte gehofft, dass sie wenigstens in der Weihnachtszeit nett sein würde, doch wie immer war mein sehnlichster Wunsch nicht in Erfüllung gegangen. Santa Claus schien mich echt nicht besonders gern zu haben. Obwohl, noch war ja auch kein Weihnachten. Schade eigentlich. Dann könnte ich mir einen Zeitumkehrer wünschen und mich selbst davon abhalten diese saublöde Geschichte zu erfinden. Dummerweise war das Treffen mit Petunia vor dem 25. Dezember. Das hieß, ich würde mir etwas einfallen lassen müssen. Eine vorgeschobene Krankheit oder einen ausgedachten Termin würde Petunia durchschauen. Nein, ich würde James wohl oder übel fragen müssen, ob er mich begleitete. Bei Merlins rosa Flauschunterhose! James Potter und Lily Evans... klang eigentlich gar nicht mal so schlecht. Lily! Das ist immer noch Potter!br /Als ich am nächsten Morgen zum Frühstück ging, kribbelte alles in mir. Warum wusste ich auch nicht genau. Ich musste doch bloß James Potter fragen, ob er mich zu einem schicken Abendessen begleiten und dabei meinen Freund spielen würde. Wird schon schiefgehen! Ich nahm all meinen Mut zusammen und setzte mich dann so lässig wie möglich neben Sirius und James, die beiden Oberrumtreiber. Beide waren in Hogwarts geblieben, weil Mr. Und Mrs. Potter noch einen Auftrag zu erledigen hatten. Sie waren Auroren und sehr beschäftigt. James und Sirius würden erst in einer Woche nach Hause können und bis dahin waren sie halt in Hogwarts /Die Haustische waren entfernt worden und stattdessen saßen wir alle einem großen Tisch. Es waren wenige, die noch in der Schule /„James", murmelte ich und stupste ihn an. „Ich muss mit dir reden. Kannst du nach dem Essen hier warten?" Etwas verlegen sah ich ihn an und spürte, wie sich mein Puls beschleunigte, doch ich ignorierte es. Er nickte und ich stieß erleichtert die angehaltene Luft aus. Nach dem Essen blieben James und ich sitzen und warteten, bis alle die Große Halle verlassen hatten. Sirius hatte uns einen fragenden Blick zu geworfen und dann anzüglich mit den Augenbrauen gewackelt, doch nach meinem vernichtenden Blick hatte er sich abgewandt und war ebenfalls gegangen. Jetzt saßen nur noch wir auf unseren Plätzen. „Ich habe ein großes Problem", begann ich. „Ich habe echt Scheiße gebaut und nur du kannst mir helfen, da unbeschadet wieder rauszukommen". James lachte. „Das heißt, ich soll den Retter in der Not spielen?". „Ja, so ähnlich", entgegnete ich. „Was hast du denn Schlimmes angestellt?", fragte er. Verlegen wich ich seinem Blick aus und starrte auf einen unbestimmten Punkt neben ihm. „Ich habe meiner Familie erzählt ich hätte einen Freund. Meine Schwester, sie kann Magie nicht ausstehen und mich also auch nicht, hat mich provoziert. Das Dumme ist, ich treffe mich demnächst mit ihr und ihrem Verlobten und sie hat mich gebeten, meinen Freund mitzubringen. Also wollte ich...wollte ich, dich fragen, ob...". „Ob ich mitkommen will?", vervollständigte James meinen Satz und ich spürte, wie mir die Röte in die Wangen schoss. „Ja", piepste ich. „Warum ausgerechnet ich?", fragte er verwundert. „Ich habe einen Namen genannt", nuschelte ich, doch er schien mich trotzdem verstanden zu haben. „Deinen Namen". „Oh", war das einzige, was er sagte. Ich hob den Kopf um ihn anzusehen, wurde aus seinem Gesicht aber nicht schlau. „Da bleibt mir dann ja wohl gar keine andere Wahl", grinste er schließlich, nachdem er sich wieder gefangen hatte. „Mit Vergnügen begleite ich dich zu diesem spießigen Essen mit deiner Schwester und ihrem Verlobten". Erleichterung breitete sich in mir aus. Er hatte mir nicht den Kopf abgeschlagen, Merlin sei Dank! Aber Freunde würden so etwas auch nicht tun./p
p data-p-id="9395ec3b4de5ea5f140151d0952b2b32"span style="text-decoration: underline;"strongJames Potter:/strong/span/p
p data-p-id="cbe583ee506aca6c1293aad8c913f663"Was war das für eine Frage?! Natürlich würde ich mitkommen! Aber das konnte Lily ja nicht wissen. Genauso wenig, wie sie wissen konnte, dass ich es wirklich ernst mit ihr meinte. Wenigstens für einen Abend konnte ich so tun als ob ich mit ihr zusammen wäre. Vielleicht war es ja auch gar kein Zufall gewesen, dass sie ausgerechnet meinen Namen genannt hatte. Ich würde jedenfalls nicht aufgeben und weiter um sie kämpfen! Nur mit anderen Mitteln als vorher. br /Zusammen kehrten wir in den Gemeinschaftsraum zurück, wo Sirius schon auf uns wartete. "Na, was gab es noch zu bequatschen, dass ich nicht mitbekommen durfte?". Lily neben mir lief rot an und vergrub ihr Gesicht in ihrem Wollschal, den sie sich wegen der Kälte umgeschlungen hatte. "Ich warte", verkündete Tatze, als niemand Anstalten machte, ihm zu antworten. "Ich bin mit Lily zum Essen eingeladen", übernahm ich die Sache. "Bei ihrer spießigen Schwester, die alles was mit Magie zu tun hat verabscheut" Lily zog eine Grimasse und nickte dann zustimmend. "Und ihrem Verlobten Vernon Dursley alias das Nilpferd", ergänzte sie und wir mussten alle lachen. "Und warum ausgerechnet Krone eingeladen ist wollt ihr mir nicht verraten, oder?" Ich sah zu Lily, schließlich war das ihre Entscheidung. Sie nickte zögerlich und ich begann zu erzählen. Als ich fertig war, zwinkerte Tatze mir zu, verkniff sich aber einen weiteren Kommentar. br /Weil Lilys Freundinnen alle zu Hause waren, blieb Lily sogar bei uns sitzen und unterhielt sich mit uns. Dieser Vormittag verlief für unsere Verhältnisse sehr normal. Keine dummen Kommentare von Sirius, keine Date-Fragen von mir und kein genervtes Stöhnen von Lily. Nachdem wir Mittag gegessen hatten, beschlossen Tatze und ich rauszugehen und Lily schloss sich uns (zu meiner Freude) kurzerhand an. "Kannst wohl gar nicht mehr ohne uns, Evans", scherzte Sirius und legte einen Arm um ihre Schultern, als wir aus dem Schloss traten. Kalter Wind schlug uns entgegen, Schneeflocken verfingen sich in unseren Haaren und bedeckten unsere Kleidung. Mit großen Schritten stapften wir durch den Schnee in Richtung Quiddichstadion, um Schneequiddich zu spielen. Ein Spiel, dass Sirius und ich vor ein paar Jahren erfunden hatten. Es war fast wie richtiges Quidditch, nur, dass man statt des Quaffels Schneebälle benutzte, die gleichzeitig auch als Klatscher dienen konnten. Einen Schnatz gab es nicht. Es wurde einfach so lange gespielt, wie man wollte. Ich hatte unserem Manschaftskapitän den Schlüssel zu den Umkleiden und dem "Besenschrank" abgeschwatzt und wir konnten uns zwischendurch ein bisschen aufwärmen. Nach zwei Stunden waren wir alle so außer Puste vom vielen Werfen, dass wir beschlossen aufzuhören. Wir schlossen die Besen wieder weg und gingen dann zum Schwarzen See. Lily, die immer noch den Wärmezauber übte, versuchte eine geschlagene viertel Stunde lang, ein Stück Schnee weg zu schmelzen, damit wir uns setzten konnten, gab aber schließlich auf, als nach dem ca. 100. Mal immer noch nicht mehr passiert war, als das sich eine klitze kleine Wasspfütze gebildet hatte. Sirius und ich setzten da etwas erfolgreicher auf die Muggelmethode und schaufelten einen umgekippten Baumstamm mit den Händen frei./p
p data-p-id="4ba9f5c3073c106ea08c16c941636da2"strongspan style="text-decoration: underline;"Lily Evans:/span/strong/p
p data-p-id="0c31d682a2083370351e92282437809f"Es machte echt Spaß mit Sirius und James Zeit zu verbringen. Die beiden konnten echt witzig sein. Das hatte ich die letzten Jahre gar nicht bemerkt. Da war ich meist zu beschäftigt damit, all ihre negativen Eigenschaften aufzuzählen, die sich auch irgendwie verringert zu haben schienen. Es war toll, mit ihnen befreundet zu sein! Es machte mir überhaupt nichts mehr aus, dass die beiden die einzigen aus meinem Jahrgang in Gryffindor waren, die hier geblieben waren. Jedenfalls die erste Woche, danach würde es ziemlich leer im Schloss werden. Auch wenn ich es nicht zugeben würde (so etwas würde eine Lily Evans nicht machen), ich würde sie vermissen. Sehr sogar!br /Nachdem wir noch weitere eineinhalb Stunden am Schwarzen See zugebracht hatten, gingen wir wieder rein, denn es war Zeit fürs Abendessen. Snape hatte uns drei die ganze Zeit über böse angestarrt. Ich wusste, was er jetzt dachte, doch er war selber schuld daran, dass es jetzt so aussah. Und ich bereute meine Entscheidung, ihm endgültig den Rücken zuzukehren überhaupt nicht! br /Inzwischen saßen wir wieder im Gemeinschaftsraum, auf dem roten Sofa vor dem Kamin und spielten Zauberschach. Bessergesagt James und Sirius spielten und ich beobachtete sie dabei. Schach hatte mir noch nie gelegen, während die beiden Reinblüter praktisch damit aufgewachsen waren. Sirius glaubte schon fest daran, dass er gewonnen hatte, da wendete sich das Blatt um 180 Grad und James jubelte triumphierend, nachdem er die Worte „Schachmatt" ausgesprochen hatte. Als ich Sirius Schmollmund sah, musste ich lachen. Es sah einfach zu köstlich aus, wie er da saß und wie ein beleidigtes Kleinkind drein schaute. „Komm schon Lily", sagte James an mich gewandt. „Spiel doch auch mal eine Runde" Augenblicklich verstummte ich und sah ihn entsetzt an. „Ich und Schachspielen?!", keuchte ich./p
p data-p-id="8a2435fa50e42483ac89e040c65b7bca"Inzwischen war es Winter geworden und draußen tanzten weiße Schneeflocken im Wind. In den Klassen- und Gemeinschaftsräumen war es wohlig warm, doch auf den Fluren herrschte eisige Kälte. Wir hielten uns dort nur auf wenn es sein musste und versuchten so schnell wie möglich von einem Raum zum anderen zu kommen. Besonders schlimm waren Pflege magischer Geschöpfe und Kräuterkunde. Beide Fächer fanden draußen statt und weil wir uns kaum bewegten, froren einem fast die Hände und Füße ab. Ich hatte versucht einen Wärmezauber zu lernen, hatte es aber nur zu einer lauen Wärme gebracht, die nicht mal eine viertel Stunde anhielt. Mein Vorsatz für die Weihnachtsferien lautete also, sich mit diesem speziellen Zauber auseinanderzusetzen, um wenigstens im neuen Jahr nicht frieren zu müssen. br /Über die Ferien waren nur wenige Schüler in der Schule geblieben. Ich hatte damals im Krankenflügel den Entschluss gefasst, nicht nach Hause zu fahren und ich war auch nicht davon abgewichen. In einem kurzen Brief hatte ich meinen Eltern mitgeteilt, dass ich über die Ferien in der Schule bleiben würde, weil ich noch viel zu lernen hätte und dass sie Weihnachten leider ohne mich feiern müssten. Ihre Antwort war ein paar Tage später gekommen. Sie bedauerten es, dass ich nicht kommen würde und fragten, ob ich sie nicht wenigstens besuchen kommen könnte. Außerdem schrieben sie, dass sie immer noch mitten in den Hochzeitsvorbereitungen steckten (Was es so alles vorzubereiten gab. Es ist doch nur ein einziger Tag...). Ich hatte mit ihnen einen Termin zu Beginn der Ferien vereinbart und nun stand ich hier in eine dicke Jacke, Mütze, Schal und Handschuhe eingemummelt und konzentrierte mich auf mein Zimmer. Eigentlich gehörte es sich nicht, mitten im Haus zu apparieren, aber das war mir egal. Es war schließlich mein Zimmer! Nach ein paar Sekunden spürte ich das beengende Gefühl, in einen Schlauch gesogen zu werden und kurz darauf fiel ich mit einem lauten Knall auf mein Bett. Immerhin eine weiche Landung! Ich hörte einen erstickten Schrei aus dem Nachbarzimmer und ein Poltern im Flur. Meine Tür wurde aufgerissen und meine Eltern kamen herein. „Hallo Mäuschen!" Mom trat auf mein Bett zu und schlang ihre Arme um mich. Ich erwiderte die Umarmung etwas zurückhaltend. „Es tut uns leid, dass wir uns nicht persönlich von deiner Gesundheit überzeugen konnten, aber wir hatten an dem Tag einen Termin zur Besichtigung eines Ballsaals", sagte sie entschuldigend. „Ich freue mich ja so, dass Petunia und Vernon heiraten wollen!" Nachdem ich auch Dad umarmt hatte, verließen wir mein Zimmer und gingen ins Wohnzimmer. Petunia hatte sich auch dazu bequemt, ihr Zimmer zu verlassen und leistete uns eisig wie immer Gesellschaft. „Deine Klamotten sind heute ja ganz in Ordnung", erwiderte sie auf meine freundliche Begrüßung. „Aber wenn wir essen gehen sollte es etwas schicker sein. Nicht dass die Leute denken, wir wären arm". Da ich keinen Streit wollte, nickte ich einfach und setzte mich auf das Sofa. Auf dem Stubentisch standen selbstgebackene Plätzchen, Spekulatius und Lebkuchen. Ich griff ordentlich zu, während mich meine Eltern über die Schule ausfragten und zwischen durch immer wieder Petunias Hochzeit mit ins Gespräch mischten. br /„Wo wir gerade schon von Heiraten sprechen. Hast du eigentlich schon einen Freund?", fragte meine Mutter und ich verschluckte mich so heftig, dass ich ein paar Minuten damit beschäftigt war, mich von dem Hustenanfall zu erholen. Petunia, die neben mir auf dem Sofa saß, war natürlich nicht so nett gewesen, mir auf den Rücken zu klopfen. Stattdessen sah sie mich von oben herab an. „Hast du etwa noch keinen Freund? Anscheinend will dich keiner haben. Ist ja auch kein Wunder", sagte sie mit einem gemeinen Funkeln in den Augen. Das war wie ein Boxhieb in die Magengrube. Der Schmerz, den mir diese Worte zufügen, war so heftig, dass ich glaubte, mein Herz sei in der Brust zersplittert. Wie konnte sie so etwas sagen?! Ich war schwer gekränkt. „Natürlich habe ich einen Freund", log ich deshalb und setzte ein künstliches Lächeln auf. Ein Glück, dass ich nicht die ganzen Ferien hier mit Petunia, der Giftspritze verbringen würde. „Oh", seufzte meine Mutter entzückt. „Davon hast du uns ja noch gar nichts erzählt. Wer ist es denn?" „James Potter", hörte ich mich selbst sagen, bevor ich richtig nachdenken konnte. Scheiße! Scheiße, Scheiße, Scheiße! Noch tiefer konnte ich mich gar nicht in die Scheiße reiten! Leider war ausgerechnet das der Name gewesen, der mir als erstes in den Sinn kam und meine eigene Dummheit hatte mich ihn laut aussprechen lassen. „Ist das nicht dieser schwarzhaarige Junge mit der Brille, den du nicht leiden kannst?", fragte mein Dad irritiert. Weil ich jetzt auch keine andere Wahl mehr hatte nickte ich und setzte ein strahlendes Lächeln auf. „Ja!", sagte ich vielleicht ein bisschen zu verträumt. „Er ist mein Schulsprecherpartner und wir sind seit einem Monat zusammen. Ich habe gemerkt, dass er gar nicht so verkehrt ist, wie ich immer gedacht habe". Das war nicht mal gelogen. Außer das mit dem zusammen sein... Meine Mutter seufzte und murmelte etwas, dass wie „Meine Kinder werden erwachsen" klang. Die nächste Stunde verbrachte ich damit, erfundene Storys von James und mir zum Besten zu geben und dabei möglichst überzeugend zu wirken. Als meine Mutter schließlich verkündete, dass sie kurz aufs Klo müsse, atmete ich erleichtert auf. Hoffentlich würde ich, wenn sie wieder kam, das Gespräch in eine andere Richtung lenken können. br /Doch Petunia hatte nicht vor mir eine kurze Pause zu gewähren. „Wie süß!", zwitscherte sie und ich konnte deutlich den Sarkasmus aus ihrer Stimme heraushören. „Wenn ihr euch so sehr liebt, dann macht es dir bestimmt nichts aus, diesen James mit zu unserem Essen zu bringen, oder?" Verdammt! Vielleicht hatte ich bei meinen Erzählungen doch ein wenig übertrieben... Was sollte ich denn jetzt machen? Würde ich Nein sagen, wusste sie sofort, dass ich gelogen hatte, und diese Blöße wollte ich mir nicht geben! Würde ich Ja sagen, hätte ich ein wirkliches Problem was meinen NICHT VORHANDENEN Freund betraf. Ich könnte ja einfach sagen, dass James keine Zeit hatte oder kurzfristig krank geworden sei. Genau, dass war es! Eine weitere Lüge um die erste zu retten. „Ja, gerne doch. James wird sich freuen", erwiderte ich und genoss, wie Petunias Mundwinkel nach unten zuckten./p
p data-p-id="860f46d74a558755b752a1837921decd"Wieder in Hogwarts ließ ich mich entkräftet auf mein Bett fallen. Familie konnte so anstrengend sein! Meine Eltern wiederzusehen war zwar schön gewesen. Meine Mutter hatte mir sogar eine Tüte von ihren selbstgebackenen Plätzchen mitgegeben. Doch Petunia war die Pest auf Beinen. Ich hatte gehofft, dass sie wenigstens in der Weihnachtszeit nett sein würde, doch wie immer war mein sehnlichster Wunsch nicht in Erfüllung gegangen. Santa Claus schien mich echt nicht besonders gern zu haben. Obwohl, noch war ja auch kein Weihnachten. Schade eigentlich. Dann könnte ich mir einen Zeitumkehrer wünschen und mich selbst davon abhalten diese saublöde Geschichte zu erfinden. Dummerweise war das Treffen mit Petunia vor dem 25. Dezember. Das hieß, ich würde mir etwas einfallen lassen müssen. Eine vorgeschobene Krankheit oder einen ausgedachten Termin würde Petunia durchschauen. Nein, ich würde James wohl oder übel fragen müssen, ob er mich begleitete. Bei Merlins rosa Flauschunterhose! James Potter und Lily Evans... klang eigentlich gar nicht mal so schlecht. Lily! Das ist immer noch Potter!br /Als ich am nächsten Morgen zum Frühstück ging, kribbelte alles in mir. Warum wusste ich auch nicht genau. Ich musste doch bloß James Potter fragen, ob er mich zu einem schicken Abendessen begleiten und dabei meinen Freund spielen würde. Wird schon schiefgehen! Ich nahm all meinen Mut zusammen und setzte mich dann so lässig wie möglich neben Sirius und James, die beiden Oberrumtreiber. Beide waren in Hogwarts geblieben, weil Mr. Und Mrs. Potter noch einen Auftrag zu erledigen hatten. Sie waren Auroren und sehr beschäftigt. James und Sirius würden erst in einer Woche nach Hause können und bis dahin waren sie halt in Hogwarts /Die Haustische waren entfernt worden und stattdessen saßen wir alle einem großen Tisch. Es waren wenige, die noch in der Schule /„James", murmelte ich und stupste ihn an. „Ich muss mit dir reden. Kannst du nach dem Essen hier warten?" Etwas verlegen sah ich ihn an und spürte, wie sich mein Puls beschleunigte, doch ich ignorierte es. Er nickte und ich stieß erleichtert die angehaltene Luft aus. Nach dem Essen blieben James und ich sitzen und warteten, bis alle die Große Halle verlassen hatten. Sirius hatte uns einen fragenden Blick zu geworfen und dann anzüglich mit den Augenbrauen gewackelt, doch nach meinem vernichtenden Blick hatte er sich abgewandt und war ebenfalls gegangen. Jetzt saßen nur noch wir auf unseren Plätzen. „Ich habe ein großes Problem", begann ich. „Ich habe echt Scheiße gebaut und nur du kannst mir helfen, da unbeschadet wieder rauszukommen". James lachte. „Das heißt, ich soll den Retter in der Not spielen?". „Ja, so ähnlich", entgegnete ich. „Was hast du denn Schlimmes angestellt?", fragte er. Verlegen wich ich seinem Blick aus und starrte auf einen unbestimmten Punkt neben ihm. „Ich habe meiner Familie erzählt ich hätte einen Freund. Meine Schwester, sie kann Magie nicht ausstehen und mich also auch nicht, hat mich provoziert. Das Dumme ist, ich treffe mich demnächst mit ihr und ihrem Verlobten und sie hat mich gebeten, meinen Freund mitzubringen. Also wollte ich...wollte ich, dich fragen, ob...". „Ob ich mitkommen will?", vervollständigte James meinen Satz und ich spürte, wie mir die Röte in die Wangen schoss. „Ja", piepste ich. „Warum ausgerechnet ich?", fragte er verwundert. „Ich habe einen Namen genannt", nuschelte ich, doch er schien mich trotzdem verstanden zu haben. „Deinen Namen". „Oh", war das einzige, was er sagte. Ich hob den Kopf um ihn anzusehen, wurde aus seinem Gesicht aber nicht schlau. „Da bleibt mir dann ja wohl gar keine andere Wahl", grinste er schließlich, nachdem er sich wieder gefangen hatte. „Mit Vergnügen begleite ich dich zu diesem spießigen Essen mit deiner Schwester und ihrem Verlobten". Erleichterung breitete sich in mir aus. Er hatte mir nicht den Kopf abgeschlagen, Merlin sei Dank! Aber Freunde würden so etwas auch nicht tun./p
p data-p-id="9395ec3b4de5ea5f140151d0952b2b32"span style="text-decoration: underline;"strongJames Potter:/strong/span/p
p data-p-id="cbe583ee506aca6c1293aad8c913f663"Was war das für eine Frage?! Natürlich würde ich mitkommen! Aber das konnte Lily ja nicht wissen. Genauso wenig, wie sie wissen konnte, dass ich es wirklich ernst mit ihr meinte. Wenigstens für einen Abend konnte ich so tun als ob ich mit ihr zusammen wäre. Vielleicht war es ja auch gar kein Zufall gewesen, dass sie ausgerechnet meinen Namen genannt hatte. Ich würde jedenfalls nicht aufgeben und weiter um sie kämpfen! Nur mit anderen Mitteln als vorher. br /Zusammen kehrten wir in den Gemeinschaftsraum zurück, wo Sirius schon auf uns wartete. "Na, was gab es noch zu bequatschen, dass ich nicht mitbekommen durfte?". Lily neben mir lief rot an und vergrub ihr Gesicht in ihrem Wollschal, den sie sich wegen der Kälte umgeschlungen hatte. "Ich warte", verkündete Tatze, als niemand Anstalten machte, ihm zu antworten. "Ich bin mit Lily zum Essen eingeladen", übernahm ich die Sache. "Bei ihrer spießigen Schwester, die alles was mit Magie zu tun hat verabscheut" Lily zog eine Grimasse und nickte dann zustimmend. "Und ihrem Verlobten Vernon Dursley alias das Nilpferd", ergänzte sie und wir mussten alle lachen. "Und warum ausgerechnet Krone eingeladen ist wollt ihr mir nicht verraten, oder?" Ich sah zu Lily, schließlich war das ihre Entscheidung. Sie nickte zögerlich und ich begann zu erzählen. Als ich fertig war, zwinkerte Tatze mir zu, verkniff sich aber einen weiteren Kommentar. br /Weil Lilys Freundinnen alle zu Hause waren, blieb Lily sogar bei uns sitzen und unterhielt sich mit uns. Dieser Vormittag verlief für unsere Verhältnisse sehr normal. Keine dummen Kommentare von Sirius, keine Date-Fragen von mir und kein genervtes Stöhnen von Lily. Nachdem wir Mittag gegessen hatten, beschlossen Tatze und ich rauszugehen und Lily schloss sich uns (zu meiner Freude) kurzerhand an. "Kannst wohl gar nicht mehr ohne uns, Evans", scherzte Sirius und legte einen Arm um ihre Schultern, als wir aus dem Schloss traten. Kalter Wind schlug uns entgegen, Schneeflocken verfingen sich in unseren Haaren und bedeckten unsere Kleidung. Mit großen Schritten stapften wir durch den Schnee in Richtung Quiddichstadion, um Schneequiddich zu spielen. Ein Spiel, dass Sirius und ich vor ein paar Jahren erfunden hatten. Es war fast wie richtiges Quidditch, nur, dass man statt des Quaffels Schneebälle benutzte, die gleichzeitig auch als Klatscher dienen konnten. Einen Schnatz gab es nicht. Es wurde einfach so lange gespielt, wie man wollte. Ich hatte unserem Manschaftskapitän den Schlüssel zu den Umkleiden und dem "Besenschrank" abgeschwatzt und wir konnten uns zwischendurch ein bisschen aufwärmen. Nach zwei Stunden waren wir alle so außer Puste vom vielen Werfen, dass wir beschlossen aufzuhören. Wir schlossen die Besen wieder weg und gingen dann zum Schwarzen See. Lily, die immer noch den Wärmezauber übte, versuchte eine geschlagene viertel Stunde lang, ein Stück Schnee weg zu schmelzen, damit wir uns setzten konnten, gab aber schließlich auf, als nach dem ca. 100. Mal immer noch nicht mehr passiert war, als das sich eine klitze kleine Wasspfütze gebildet hatte. Sirius und ich setzten da etwas erfolgreicher auf die Muggelmethode und schaufelten einen umgekippten Baumstamm mit den Händen frei./p
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p data-p-id="0c31d682a2083370351e92282437809f"Es machte echt Spaß mit Sirius und James Zeit zu verbringen. Die beiden konnten echt witzig sein. Das hatte ich die letzten Jahre gar nicht bemerkt. Da war ich meist zu beschäftigt damit, all ihre negativen Eigenschaften aufzuzählen, die sich auch irgendwie verringert zu haben schienen. Es war toll, mit ihnen befreundet zu sein! Es machte mir überhaupt nichts mehr aus, dass die beiden die einzigen aus meinem Jahrgang in Gryffindor waren, die hier geblieben waren. Jedenfalls die erste Woche, danach würde es ziemlich leer im Schloss werden. Auch wenn ich es nicht zugeben würde (so etwas würde eine Lily Evans nicht machen), ich würde sie vermissen. Sehr sogar!br /Nachdem wir noch weitere eineinhalb Stunden am Schwarzen See zugebracht hatten, gingen wir wieder rein, denn es war Zeit fürs Abendessen. Snape hatte uns drei die ganze Zeit über böse angestarrt. Ich wusste, was er jetzt dachte, doch er war selber schuld daran, dass es jetzt so aussah. Und ich bereute meine Entscheidung, ihm endgültig den Rücken zuzukehren überhaupt nicht! br /Inzwischen saßen wir wieder im Gemeinschaftsraum, auf dem roten Sofa vor dem Kamin und spielten Zauberschach. Bessergesagt James und Sirius spielten und ich beobachtete sie dabei. Schach hatte mir noch nie gelegen, während die beiden Reinblüter praktisch damit aufgewachsen waren. Sirius glaubte schon fest daran, dass er gewonnen hatte, da wendete sich das Blatt um 180 Grad und James jubelte triumphierend, nachdem er die Worte „Schachmatt" ausgesprochen hatte. Als ich Sirius Schmollmund sah, musste ich lachen. Es sah einfach zu köstlich aus, wie er da saß und wie ein beleidigtes Kleinkind drein schaute. „Komm schon Lily", sagte James an mich gewandt. „Spiel doch auch mal eine Runde" Augenblicklich verstummte ich und sah ihn entsetzt an. „Ich und Schachspielen?!", keuchte ich./p
