A/N: Anscheinend funktioniert das Hochladen wieder! mal sehen, ob es auch so bleibt... :)

mija-ela: Danke! :) ja, Dumbledore müsste es echt aufgefallen sein, nicht wahr? ;)

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Disclaimer und Zusammenfassung sind immer noch im ersten Kapitel... :)


Kapitel 20: Infinitas Infinitio

„Ich muss mit Ihnen reden, Schulleiter," verkündete Severus dem alten Zauberer, der vor dem Krankenflügel umherstrich.

Sein Tonfall war dringend und bedeutungsschwer. Albus wusste, dass er ihn nicht eher loswerden würde, als dass die Vermutungen und Sorgen des jungen Zauberers geklärt waren.

„Bitte, setz dich Severus." albus ließ sich auf einer Steinbank nieder und winkte seinem Kollegen sich zu ihm zu setzen… so wie er den jungen Potter nicht lange zuvor am Abend gebeten hatte. Oder war es Morgen gewesen? Wie die Stunden verschwanden.

Severus setzte sich nicht neben Professor Dumbledore. Er war zu frustriert und müde um den Wünschen des älteren einfach so nachzukommen. Stattdessen trat er vor Dumbledore, das Buch und die Bilder in seinen Händen hinter dem Rücken.

„Wer ist Mariah Dumbledore?"

Über Albus Gesicht huschten innerhalb weniger Sekunden eine Reihe von Emotionen. Überraschung, Verwirrung, Wut, große Freude und sogar Erleichterung fanden ihren Weg in sein Antlitz. Es waren Jahre vergangen, seit er das letzte Mal den Namen seiner geliebten Nichte vernommen hatte. So viel war passiert in den Jahren seit er ihr fröhliches, lachendes Gesicht gesehen hatte, dass er sich oft daran erinnern musste, dass er sie nicht erträumt hatte, sondern dass sie einst ein großer Teil seines Lebens gewesen war. An sie zu denken trieb ihm Tränen in die Augen und er ließ sie fallen, unbeschämt vor seinem jungen Protegé.

„Sie war meine Nichte," antwortete er in einem leisen, aber festen Flüstern. „Sie starb viele, viele Jahre zuvor… ziemlich genau zu der Zeit, in der ich mich aufmachte Grindelwald zu finden. Ich hatte nie die Gelegenheit sie wieder zu sehen."

„Ich… äh, das tut mir sehr leid," gab Severus zurück, offensichtlich unwohl bei der Darlegung solcher Emotionen durch den Schulleiter. Albus Dumbledore, obwohl exzentrisch und Severus Meinung nach nervtötend, zeigte sich nie so offen und verletzlich gegenüber dem Lehrkörper, selbst jenen, die er als Freunde sah.

„Es ist schon in Ordnung, Severus," entgegnete Albus schließlich nach ein paar angespannten, stillen Minuten. Er zog ein schlichtes – wohl das einzige Schlichte, dass er besaß – Taschentuch aus dem Umhang, um die Tränen abzuwischen. „Sie war eine erstaunliche junge Frau mit einer wundervollen und viel versprechenden Zukunft. Aber leider ist das Leben nicht sicher und häufig ungerecht. Ich habe in meinem Leben viele Unglaubliche Dinge gesehen und getan und Mariah lebte kaum länger als ihr achtzehnter Geburtstag. Das war eine große Ungerechtigkeit."

Erneut entstand eine ungemütliche Pause zwischen den beiden. Da er solch einen Ausdruck von Gefühlen aller Personen über dreizehn Jahren nicht gewohnt war, wusste Severus nicht, wie er die Unterhaltung in der von ihm vorgesehenen Richtung fortsetzen sollte. Albus konnte die Anspannung des Zaubertränkemeisters wie eine Aura um ihn spüren. Leise schnäuzte er sich in sein Taschentuch und blickte dann zu Severus auf.

„Warum fragst du nach Mariah?"

Die Frage war direkt und genauso direkt war auch Severus Antwort. Er hielt Dumbledore das Foto der jungen Mariah Dumbledore, das er in dem alten Zauberbuch gefunden hatte, unter die Nase. Der Schulleiter nahm es ohne ein Wort in die Hand. Beim ersten Blick auf das, was er in Händen hielt, holte Albus scharf Luft. Seine Augen, noch feucht von Tränen, fingen an zu leuchten, als er die lachende Mariah Dumbledore erblickte, die so sehr wie Hermine Granger aussah und ihm Küsse zuwarf und winkte. Neue Tränen rollten dem stolzen Onkel über die Wangen.

„Ich habe seit Jahren kein Foto mehr von ihr gesehen," sagte er und wischte sich erneut über das Gesicht. „Sie anzusehen war immer zu schmerzhaft gewesen."

„Aber…" begann Severus.

„Aber was?"

„Du musst doch sehen, dass…" Oh, es klang so fremd, es auszusprechen, obwohl es so einfach sein sollte.

„Ich muss was sehen, Severus?"

„Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich denken die junge Frau in dem Foto wäre Hermine Granger!" Er stieß es hervor, bevor er sich davon abhalten konnte. Anschließend fühlte er sich als wäre ihm eine große Last von den Schultern gefallen.

„Ja, da hast du wohl recht," seufzte Albus. „Miss Granger ist gerade der Grund, dass ich Mariahs Foto weggelegt habe."

„Entschuldige, aber das ergibt keinen Sinn."

„Vielleicht ergibt die Logik dahinter keinen Sinn für dich oder alle anderen, aber für mich schon," erklärte Albus. „Als ich Miss Granger am Abend ihres ersten Tages in Hogwarts das erste Mal die große Halle betreten sah, konnte ich meinen Augen kaum glauben. Es war als wäre es wieder 1938 und ich sähe meiner Nichte Mariah zu, wie sie in ihr Haus eingeteilt wurde. Ich hätte es beinahe geglaubt, bis Minerva ‚Granger, Hermine' ankündigte und das junge Mädchen, das ich für meine Nichte hielt vortrat…

„Jenen Abend verbrachte ich in meinen Räumen eingeschlossen mit einem Fotoalbum voller Bilder meiner Nichten und Neffen und vielleicht ein wenig zu vielen Gläsern meines starken Brandys. Es war erstaunlich mich an meine Familie zu erinnern. Mein Vater hatte im Laufe seines Lebens zwölf Söhne von drei verschiedenen Frauen bekommen. Meine Mutter war die erste. Sie kannten sich schon in Hogwarts. Ich war das Ergebnis ihrer Union und meine Brüder Aberforth, Alberic und schließlich Angus folgten. Mein Vater mochte Namen mit A. Jedoch mit Angus Geburt starb meine Mutter. Ihr Körper war zu schwach für so viele Söhne. Sie war erst sechsundzwanzig als sie starb… noch so jung. Glücklicherweise überlebte Angus und führte ein sehr langes Leben.

„Aber mein Vater… Mutters Tod zerbrach ihn. Er war ein sehr unglücklicher Mann für den Rest seines Lebens. Bald nach der Beerdigung meiner Mutter schickte er meine drei Brüder und mich, um mit der Familie meiner Mutter zu leben. Wundervolle Leute waren das. Starke Gryffindors, falls du dir das noch nicht gedacht hattest. Wir waren glücklich dort, aber unser armer Vater… Er versank in tiefe Depressionen. Sein Herz war zerbrochen.

„Als ich zwölf Jahre alt war, sechs Jahre nach dem Tod meiner Mutter, heiratete mein Vater erneut. Er sandte nicht nach seinen ersten vier Söhnen… wir trugen für ihn zu viele schmerzhafte Erinnerungen. Diese neue Frau war so verschieden von unserer Mutter, wie nur möglich. Verständlich natürlich… Sie war ehrgeizig und erbarmungslos. Die wenige Male, die ich ihr begegnete, fand ich sie gänzlich unsympathisch.

„Ihre sechs Söhne waren ebenso schlimm. Sie waren so verdorben, wie man es sich vorstellen kann. Zwei, Auberon und Alwyn, starben in Azkaban. Algernon verschwand als er neunzehn Jahre alt war. Die restlichen drei hatten alle Familien… Averill und Arkell besaßen denselben unbeugsamen Ehrgeiz, wie ihre Mutter. Ihre Frauen und Kinder litten darunter. Nur Ashton schien ein normales Leben zu führen, aber schließlich starb er als Alkoholiker. Das Schicksal ihrer Mutter war ebenso schrecklich. Sie wurde ermordet. Bis heute wurde der Täter nicht gefasst.

„Vater heiratete bald darauf erneut. Zu diesem Zeitpunkt waren seine sieben ältesten Söhne bereits aus der Schule und arbeiteten. Seine dritte Frau war eine intelligente, liebevolle Frau. Es hat mich immer überrascht, dass sie geheiratet haben. Die jüngste Tochter einer verarmten Slytherin Familie – der Vater arrangierte die Ehe in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft für seine eigene Familie. Sie gebar einen Sohn nur ein Jahr nach der Hochzeit und ihrem Schulabschluss. Vaters Söhne, die in ihrem Alter waren, behandelten sie schlechter, als ich eine verseuchte Ratte behandeln würde. Sie bekam einen weiteren Sohn, Adeben, und lief dann fort. Sie hinterließ ihre Kinder und ihren Besitz in meiner Familie. Niemand hat sie seither gesehen."

Severus fühlte sich wieder einmal sehr unwohl in der Anwesenheit des Schulleiters. In all den Jahren, die Severus ihn als Schüler, Kollegen und Spion für den Orden gekannt hatte, konnte er an einer Hand abzählen, wie oft Albus freiwillig von der Vergangenheit seiner Familie gesprochen hatte. Professor Dumbledore war ein Mann, der seine Geheimnisse für sich behielt und niemals schlecht über andere sprach. Er war sich bewusst, das Dumbledore ihm mit einer enormen Menge an Wissen über den Dumbledore Klan vertraute.

„Ich sehe an deinem Ausdruck, dass du nicht verstehst, warum ich so… offen über meine Verwandten spreche," sagte Albus kaum einen Moment nachdem Severus es gedacht hatte.

„Ja Schulleiter, ich dachte genau das gerade. In all den Jahren die ich dich schon kenne und für dich gearbeitet habe, habe ich sehr wenig über deine Vergangenheit gehört. Vielleicht hätte ich nicht nach deiner Nichte fragen sollen."

„Glaube mir, ich hätte deine Frage niemals beantwortet, wenn ich nicht wüsste, dass es wichtig für dich ist," fuhr Albus seine Erklärungen fort. Ein Ausdruck der Verwirrung, der ihm nur allzu bekannt wurde, huschte über Severus Gesicht. „Bald nachdem mein jüngster Bruder Adeben geboren wurde, verstarb mein Vater. Ich hatte gehofft meinen jüngsten Brüdern das zu sein, was mein Vater nicht sein konnte. Ihre Mutter war schließlich auch fort.

„Amias und ich kennen uns kaum. Er entschied sich bei der Familie seiner Mutter zu leben. Adeben dagegen wurde beinahe so etwas wie mein eigener Sohn. Wir standen uns sehr nahe. Zu nah für den Geschmack seines Großvaters fürchte ich. Als Adeben zehn war erhielten seine Großeltern mütterlicherseits das Sorgerecht. Wie zu erwarten von einem Mann wie Bernard MacNair wurden alle Verwandten seines Enkels, die er für ungeeignet hielt von ihm fern gehalten. Natürlich führte ich diese Liste an.

„Nach Adebens zwanzigstem Geburtstag erhielt ich eine Einladung zu seiner Hochzeit. Von da an hatten wir wieder regen Kontakt. Jahre unter der Aufsicht der MacNairs hatten ihn verändert, aber ich konnte immer noch den jungen, unschuldigen Knaben in ihm sehen, der er gewesen war.

„Ich habe sechsundsiebzig Neffen und Nichten über die Welt verteilt, Severus. eine erstaunliche Anzahl, wenn man darüber nachdenkt. Viele von ihnen kenne ich, wenn überhaupt, nur flüchtig. Meine mittleren sechs Brüder haben den Namen ihrer Mutter angenommen nach deren Ableben. Amias ging ebenfalls von Dumbledore zu MacNair über. Ich glaube, du kennst seinen Sohn Walden recht gut."

"Ja, natürlich," erwiderte Severus hastig. „Allerdings war mir nicht bewusst, dass er mit dir verwandt ist."

„Ich bin mir nicht sicher, dass er selbst davon weiß. Aber bevor ich ganz abschweife… es gab und gibt immer noch ein paar der Nachkommen meiner Geschwister, mit denen ich einen engen Kontakt habe. Mariah, obwohl ich es niemals sagen sollte, war mir mit Abstand am liebsten. Sie hatte so viel Feuer und Seele, dass es mich an den jungen Adeben erinnerte, bevor er von seiner Familie beeinflusst wurde.

„Miss Granger, sehr zu meiner Überraschung, war genauso wie Mariah damals in ihrem Alter. In Miss Granger sah ich ein Feuer, dass vor langer Zeit ausgelöscht gewesen war. Sie jeden Tag in der Großen Halle und in den Korridoren zu sehen und dann Mariah abends aus den Fotos lachen zu sehen, wurde bald zu traumatisch. Etwa zu der Zeit als Miss Granger in ihrem zweiten Jahr vom Basilisken versteinert wurde, habe ich alles was mich an Mariah erinnert hat weggeräumt. Bis zu dem Zeitpunkt, wenn ich wieder bereit dafür bin."

„Was ist mit Miss Dumbledore geschehen, wenn ich fragen darf?"

Albus hielt inne, bevor er fortfuhr. Es war so lange her, dass er mit jemandem über den Teil seiner Vergangenheit gesprochen hatte, dass er von einem Schwall fast unerträglicher Emotionen übermannt wurde.

„In ihrem siebten Jahr wurde Mariah eine Stelle in der Zaubertränkeabteilung des Zaubereiministeriums angeboten…"

Severus hob bei dieser Information eine Augenbraue.

„Ja, sehr wie Miss Granger. Und noch mehr wie ihre Situation."

Er hielt einen Moment inne, holte tief Luft und ließ sie langsam wieder ausströmen.

„Mariah benötigte eine Empfehlung ihres Zaubertränkeprofessors. Professor Grebe gab nie einfach so etwas ohne Beweis, dass jemand es tatsächlich verdiente und ließ sie einen schwierigen, aber machbaren, Trank brauen."

„Es gab eine Explosion?"

„Unglücklicherweise, ja. Ich wartete einige der längsten Stunden meines Lebens auf Neuigkeiten, dass sie wieder gesund werden würde. Die Explosion hatte sie fast umgebracht. Sie war für einen nicht auszuhaltenden Zeitraum bewusstlos."

„Ist das wie sie gestorben ist?" fragte Severus kaum mehr als flüsternd. Wenn Mariah Dumbledores Situation so sehr wie Hermines war… und sie niemals erwacht war…

„Sie ist schließlich wieder aufgewacht. Es schien als würde es ihr immer besser zu gehen, als ob sie wieder ganz gesund werden würde, aber…"

„Aber was?"

„Am nächsten morgen bin ich aufgebrochen, um Grindelwald zum letzten Mal zu bekämpfen. In meinem Hinterkopf hatte ich das Gefühl, dass etwas Schreckliches passieren würde, wenn ich gehen würde. Natürlich war es gar keine Frage, dass schreckliche Dinge passieren würden, wenn ich nicht gehen würde. Ich bin also gegangen.

„Aber auch als ich auf dem Weg zu Grindelwald war, hatte ich ein tiefes Drängen zurück nach Hogwarts zu gehen. Poppy hatte mir versichert, dass obwohl Mariah noch einen langen Weg der Genesung vor sich hatte, sie gesund genug wäre, dass ich mir keine Sorgen machen müsste. Es kam so, dass ich als ich nach dem Kampf ins Schloss zurückkehrte die tragische Nachricht erhielt, dass Mariah kurz nach meiner Abreise im Schlaf gestorben war."

„Konnte Poppy feststellen was deine Nichte veranlasste zu… zu sterben?"

„Ich fürchte das Mysterium ging mit Mariah ins Grab. Es wurde vermutet, dass ihr Körper einfach aufgegeben hatte. Sie hatte einen schrecklichen Unfall gehabt."

Severus konnte das zweite Foto in seiner Hand hinter dem Rücken spüren.

„Und Edward Canton?"

Dumbledores überraschte Augen flogen hoch und trafen Severus Blick.

„Woher… weißt du…?" stotterte Albus, der große Albus Dumbledore.

Wieder ließ Severus ein Foto für ihn sprechen. Er drückte das zweite Foto in Albus zitternde Hand, behielt das Zauberbuch allerdings hinter seinem Rücken verborgen.

„Edward fiel im Kampf gegen Grindelwald," sagte Albus, seine Augen füllten sich erneut mit Tränen. „Ich habe versucht für seine Sicherheit zu sorgen, aber ich habe versagt. Irgendwann in den letzten Minuten des Kampfes verschwand er. Niemand sah in monatelang. Schließlich fand man seinen gebrochenen Körper. Das einzig Gute an der ganzen Geschichte ist, dass weder Edward noch Mariah wussten, dass der andere tot war."

„Mr. Canton bedeutete deiner Nichte viel?"

„Sehr viel," sagte er mit einer Spur eines Lächelns. „Sie hatten gehofft zu heiraten, wenn sie die Schule verließen."

„Verstehe."

Eine schwere Stille viel übe die beiden. Albus starrte wehmütig auf die Fotos. Severus klammerte das Zauberbuch fester in seiner Hand. Er wollte die Unterhaltung fortsetzen. Es gab noch einige Fragen, die er beantwortet haben wollte. Eine davon schien so offensichtlich, dass es ihn erstaunte, dass Albus nichts sagte.

„Schulleiter…" Er räusperte sich. „Sicherlich ist es dir aufgefallen, dass Mr. Canton erstaunlich stark so aussieht wie…"

„Ja ich weiß, Severus," unterbrach Albus ihn. „Du hast bereits doppelt so lange gelebt, wie Edward und dennoch ist die Ähnlichkeit unmissverständlich."

„Vielleicht könntest du erklären, wie das sein kann?"

„Nicht ganz, nein, Severus. das alles könnte nur ein beachtlicher Zufall sein oder es könnte alles geplant sein."

„Geplant, Sir?"

„Es ist eine Sache, wen sich eine vergangene Handlung in der Zukunft wiederholt. Das geschieht häufig genug. Wir studieren die Geschichte um von vergangenen Fehlern zu lernen, auf dass sie sich nicht wiederholen möge. Alles, von den Geschehnissen bis zu den Mitspielern ist jetzt genauso wie vor fünfzig Jahren. Jemand hat dies geplant. Es wurde geplant, dass du bist wer du bist und dass Miss Granger in dein Leben treten würde. Die Explosion war geplant. Alles scheint mir geplant zu sein."

„Von wem geplant?! Und wie?" Severus Stimme stieg an. „Aber vor allem warum?!"

„Alles sehr gute Fragen, Severus. ich fürchte, dass ich keine richtigen Antworten darauf habe, nur Spekulationen."

Diese Nachricht tat nichts, um Severus Nerven zu beruhigen. Er wandte sich ruckartig ab und fing an im Korridor hin uns her zu laufen. Sein Gehirn schien immer besser zu funktionieren, wenn er sich bewegte. Als er sich umdrehte fiel dem Schulleiter das alte, abgenutzte Zauberbuch ins Auge.

„Severus… was hältst du da in der Hand?"

Der Professor hielt inne. Er hob das Buch um sich den Einband anzusehen.

„Nur ein nutzloses altes Zauberbuch, das ich bei den Muggelstudienklassenzimmern gefunden habe. Es enthielt die zwei Fotographien, die du da in der Hand hältst."

„Wie hast du es gefunden?" Albus Stimme zitterte.

Severus, dankbar, dass er die Geschichte seines nächtlichen Abenteuers erzählen konnte, ließ kein Detail aus. Er erzählte seinem Mentor alles was er gesehen hatte, tat oder hörte. Als seine Sage zum Ende kam, winkte Albus dem jungen Professor erneut sich zu ihm auf die Bank zu setzen. Diesmal gab Severus nach.

„Dieses nutzlose alte Zauberbuch könnte sehr gut die Antworten auf all unsere Fragen enthalten. Ich sehe, ich muss einfach am Anfang der Geschichte anfangen."

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Hermine sah der Szene vor sich mit Erstaunen und Entsetzen an. Wie konnte ein Mann, der behauptete seine Tochter zu lieben, ihr Leben nehmen? Adeben Dumbledore war ein Mann, den Hermine hoffentlich nie verstehen würde. Verständnis kam oft vor Mitgefühl oder Vergebung. Keines der beiden wollte sie dem jüngeren Bruder eines Mannes erweisen, den sie mehr als alle anderen bewunderte. Wie konnte ein Mann das tun? Wie konnte jemand seinem eigenen Kind ins Gesicht sehen und dann seine Existenz vernichten? Die Gedanken die ihren Verstand plagten, waren schwer zu ertragen.

Als Adeben Dumbledore sich sicher war, dass seine Tochter tot war, nahm er das Kissen von ihrem Gesicht. Es hatte eine Farbe, die Hermine nur wenige Male zuvor gesehen hatte. Und jedes Mal war es das Ergebnis von Voldemorts Plänen gewesen.

„Das ist erledigt," murmelte Adeben.

Es war in seinem besten Interesse, dass Hermine in ihrem jetzigen Zustand nicht die Macht hatte ihm Schaden zuzufügen. Sie wünschte sich so sehr, dass sie ihn Reue spüren lassen könnte, dass er je einen Finger an Mariah gelegt hatte. Nach einem sanften Kuss auf die Stirn seiner toten Tochter, der Hermine noch wütender machte, verließ Adeben Dumbledore schnell den Krankenflügel. Kurz nachdem er fort war, kam Madam Pomfrey aus ihrem Büro um nach ihrer Patientin zu sehen.

„Oh nein!" rief Madam Pomfrey aus. Sie fing an im Krankenflügel hin und her zu eilen, aber ihre Versuche blieben vergebens. Ihre Patientin war bereits tot.

Hermine setzte sich auf eines der Betten, schloss die Augen und weinte… schon wieder. Ihr ruhiger Moment endete so schnell wie er begonnen hatte. Der stille Krankenflügel explodierte plötzlich mit dem Lärm umher eilender Schüler. In der Zeit, in der Hermine die Augen geschlossen hatte, war sie vom Krankenflügel in die Einganshalle gelangt. Überall waren Schüler. An jedem Schultag waren die Korridore überfüllt mit den jungen Männern und Frauen, die versuchten zu ihrer nächsten Unterrichtsstunde zu gelangen.

Sie überflog die Gesichter der Menge, konnte aber nicht eines erkennen, das ihr bekannt vorkam. Es war erstaunlich, wie sehr sich die lauten Massen an Schülern von einer Ära zur nächsten ähnelten. Sie konnte sich fast einreden, dass es ein ganz normaler Schultag war und nichts geschehen war. Allerdings nur, bis sie sich selbst, oder zumindest Miss Dumbledore, die ihr so ähnlich sah, auf der Treppe auftauchen sah, die zu den Kerkern führte. Eine Anzahl von Slytherin Mitschülern lachten und redeten aufgeregt um sie herum.

„Meine letzte Zaubertränkestunde… für den Rest meines Lebens… oh du schöne Freiheit," witzelte ein blondes Mädchen.

Die anderen lachten mit ihr, aber es war zu erkennen, dass Mariahs Gedanken woanders waren. Sie hielt plötzlich inne und zog ihre überfüllte Tasche vor sich. Sie griff hinein und zog ein Blatt Pergament heraus. Hermine trat näher heran um zu sehen, was daran so besonders war.

Triff mich… du weißt wo. Fünf Wörter schrieben sich von selbst auf das Papier. Sie wurde unwillkürlich an Harrys Rumtreiberkarte erinnert. Das hier schien etwas Ähnliches zu sein.

„Hey ähmm… ich hab vergessen, ich hab… ich hab noch was zu tun," sagte Mariah zu ihren Freunden. Sie schien etwas nervös in ihrer Gegenwart zu sein. Worum es in der Nachricht auch ging, sie wollte nicht, dass ihre Freunde davon etwas wussten.

„Bist du sicher, Mariah?" fragte das blonde Mädchen.

„Ja… ich treffe euch später in Verwandlung."

Mariah hastete davon in Richtung der Treppen, mit Hermine auf den Fersen. Sie folgte ihr hinauf zum Muggelstudienflur. Ein merkwürdiger Platz um sich mit jemandem zu treffen… und es war niemand zu sehen. Mariah trat an die leere Wand heran und sah sich um, ob jemand in Sicht war. Als sie sicher war, dass die Luft rein war, flüsterte sie zur Wand.

„Celo."

Eine kleine Tür öffnete sich in der Wand. Sie blickte sich noch einmal um und verschwand dann in der Wand. Hermine beeilte sich ihr zu folgen, bevor sich die Tür verschloss. Es war nichts Besonderes an dem kleinen, geheimen Raum, in dem sie sich wieder fand. Er war eher klein und ziemlich schmutzig. Ein merkwürdiger Geruch strömte durch den Raum, aber das war in einem so alten Schloss wie Hogwarts zu erwarten. Wartend saß ein dunkelhaariger junger Mann in einem Sessel neben dem Ofen.

„Ich habe mich gefragt, wie lange es dauern würde, bis du das Pergament überprüfst," sagte er ohne sich zu Mariah umzudrehen.

„Hast du schon lange gewartet?"

„Nein, aber ich hab gehofft, dass es nicht so lange dauern würde, wie letzte Woche."

„Wie oft muss ich mich denn noch dafür entschuldigen?" neckte Mariah. „Professor Grebe hat mich nach dem Unterricht aufgehalten. Es war beinahe unmöglich schließlich loszukommen."

Der junge Mann war zweifelsohne Edward Canton. Als sie Mariah kurz zuvor gesehen hatte, war Hermine mehr als nur überrascht gewesen. Wenige Augenblicke zuvor hatte sie zugesehen, wie sie ermordet wurde. Es war merkwürdig und beunruhigend sie wieder lebendig zu sehen. Offensichtlich war sie jetzt weiter in der Vergangenheit um etwas zu erfahren, dass sie zuvor nicht gewusst hatte.

„Ich habe heute morgen beim Frühstück einen Brief von der Aurorabteilung bekommen," verkündete Edward und nahm die Hand der Frau, die er liebte.

„Wirklich? Was haben sie gesagt?"

"Ich bin angenommen worden. Ich fange nächsten Monat mit dem Training an."

Mariah war offensichtlich sehr erfreut über diese Neuigkeiten. Sie stieß einen aufgeregten Quietscher aus und gab Edward einen Kuss.

„Ich bin so stolz auf dich!" Sie küsste ihn erneut.

„Hast du bereits Rückmeldung?" fragte er, immer noch leicht rot von ihrer Zuneigung.

„Ich muss nur noch eine Empfehlung von Professor Grebe bekommen, dann kann ich anfangen."

„Und jetzt muss ich dir sagen, wie stolz ich auf dich bin." Erküsste sie auf die Stirn.

Mariah zog sich aus der Umarmung ihres Geliebten, um erneut in ihrer Tasche umherzukramen. Sie zog ein altes Zauberbuch hervor und schob es Edward in die Hände.

„Ich hab's gefunden," verkündete sie leise. „Es hat eine Weile gedauert, aber ich habe doch gesagt, dass ich es finden würde."

„Was hast du gefunden?" fragte er, als er das Buch untersuchte.

„Den Infinitas Infinitio Zauber… Ich habe danach gesucht seit… seit du mich gefragt hast dich zu heiraten."

„Den Ewigkeitszauber?" fragte er leise. „Ich dachte der wäre schon vor langer Zeit verschollen."

„Du kennst ihn?"

„Nicht wirklich. Ich habe nur davon gehört. Aber wo hast du ihn gefunden?"

„Ich habe es überall versucht, was mir eingefallen ist: die Bibliothek, Flourish und Blotts, einen ziemlich gruseligen kleinen Laden in der Nokturngasse, die private Bibliothek meines Vaters, die meines ältesten Bruders… schließlich nach einem unerwarteten Besuch auf dem Gut meines Urgroßvaters habe ich es gefunden."

„Die meisten dieser Zauber sind wertlos. Niemand hat den Vereor Zauber in über hundert Jahren verwendet."

„Ich schätze deshalb hat mein Urgroßvater kein Problem damit gehabt es mir zu leihen. Ich habe ihm erzählt ich bräuchte es für ein Schulprojekt. Er hat es mir gestern früh geschickt."

„Aber Mariah… die meisten dieser Zauber sind enorm gefährlich. Hier sind einige sehr mächtige dunkle Zauber. Was könntest du denn nur damit wollen?"

Hermine versuchte sich von ihren zahlreichen Exkursionen in der Bibliothek an den Infinitas Infinitio zu erinnern. Mehrere andere Zauber mit einem ähnlichen Name kamen ihr in den Kopf, aber keiner von ihnen war genau der, von dem Mariah sprach.

„Ich liebe dich Edward," platzte sie heraus, scheinbar unpassend im Gespräch.

„Ich liebe dich auch, aber ich verstehe nicht, was das mit diesen Zaubern zu tun hat."

„Ich fürchte, dass egal was wir tun und versuchen, jemand versuchen wird uns voneinander fern zu halten. Jetzt schon hat mein Vater davon gesprochen, dass ich einen dieser furchtbaren Malfoys heiraten soll. Das will ich nicht."

„Ich auch nicht." Edward legte einen Arm um seine Geliebte.

„Dieser Zauber soll Himmel und Erde bewegen um uns zusammen zu halten. Ich habe von einem Paar gelesen, die es vor einigen hundert Jahren verwendet haben. Der Mann musste sie verlassen um in Übersee in den Krieg zu ziehen. Auf dem Heimweg hat ein Sturm sein Schiff zerstört und er ist an einem verlassenen Eiland gestrandet. Einhundert Jahre lang hat er überlebt und hat es schließlich geschafft nach Hause zu kommen. Ihre Essenzen waren aneinander gebunden. Er durfte überleben, unter den schlechtesten Bedingungen, weil sie am Leben war und auf ihn wartete."

„Tut mir leid, aber ich sehe nicht, wie das irgendetwas mit uns zu tun hat."

„Dieser Zauber wird unsere Herzen verbinden…"

"Wir wissen doch schon, dass wir uns lieben. Ist das nicht genug?"

„Es ist mehr als das. Wir binden unsere Herzen für die Ewigkeit. Ganz egal was einem von uns auch geschieht, der andere wird ihn finden können."

„Hast du Angst, dass ich auf See verloren gehe?" neckte er sie.

„Nein, aber ich meine es ernst. Ich könnte es nicht ertragen dich zu verlieren."

„Noch könnte ich es ertragen dich zu verlieren, aber ich denke trotzdem nicht, dass es eine gute Idee ist. Wir wissen nicht so viel über diesen Zauber."

„Ich habe ihn jetzt für eine lange Zeit erforscht. Ich habe jede einzelne Quelle gelesen, jedes Vorkommnis wenn er ausgeführt wurde. Wir müssen es tun."

Es war zu erkennen, dass Edward den Wünschen seiner Liebe folgen würde, bevor er es tat. Als er schließlich zustimmte, fühlte Hermine, dass es nicht die beste Idee war, die sie hatten. Zauber, vor allem alte, dunkle Zauber, hatten immer irgendwelche Konsequenzen.

„Gib mir deinen Zauberstab," sagte Mariah und streckte Edward ihren eigenen entgegen. Widerwillig tauschte er die Zauberstäbe aus. Sie nahm ein kleines Messer aus ihrer Tasche und schnitt ihre und Edwards Hand.

„Blutmagie, Mariah?" Er war offensichtlich beunruhigt. "Du hast nicht erwähnt, dass Blut im Spiel sein würde."

„Bitte, Edward. Ich weiß was geschehen wird. Es ist alles in Ordnung."

Er gab erneut nach. Nach einem kurzen aber komplexen Ritual, in dem sie das Blut ihrer Hände vermischten, die Zauberstäbe auf das Herz des anderen richteten und einen langen Zauber gemeinsam aussprachen, waren sie fertig. Es war schwierig für einen Unbeteiligten zu erkennen, dass irgendetwas verändert war, aber die beiden waren sichtlich erschüttert.

„Mariah…"

„Ich fühle mich anders… du?" fragte sie.

„Ja, es ist… es ist… ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. Was macht es noch mal?"

„Wenn ich dich verliere oder du mich, dann können wir so ziemlich alles tun, um den anderen wieder zu finden."

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A/N: war es vielleicht doch noch nicht von anfang an vorbestimmt? schließlich haben die anderen Paare lange vor Edward und Mariahs Zeit gelebt... :)

Das letzte Kapitel ist in Arbeit... dann ist es leider vorbei. Aber ich habe schon eine neue Story geplant.. :)

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