Kapitel 6: Persona
Auch am nächsten morgen saßen die drei wieder am Frühstückstisch.
Noch immer schwirrten Minato die Ereignisse der letzten Nacht durch den Kopf. Sobald er mit Seta allein war, würde er ihn darüber befragen, er musste einfach erfahren, was es damit auf sich hatte.
Als sie fertig waren, machten sich die drei auf den Weg, Nanako begleitete sie bis zu ihrer Schule und verabschiedete sich dann von ihnen. Jetzt oder Nie! Wer wusste schon, wann Setas Freunde hier auftauchen würden.
„Du, sag mal," sprach er ihn an, „Was weißt du eigentlich über den Midnight Channel?"
Seta blieb abrupt stehen und sah Minato erschrocken an. Aus seinem Gesichtsausdruck konnte man lesen, dass er sich fragte, woher er zur Hölle er davon wusste.
„Sagen wir mal, ich habe davon gehört und es gestern ausprobiert. Sei ehrlich mit mir! Das ist kein Zufall, dass der Typ, der zuvor noch im Fernsehen zu sehen war, auf einmal dort auftaucht."
„Nein," gab dieser zu, auch wenn er nicht gerade erfreut darüber war, es jemanden, den er erst einen Tag kannte zu erzählen.
Er begann ihm kurz und knapp alles zu berichten, was in den letzten Monaten geschehen war, wie ständig Leute, die zuvor im Fernsehen mehr oder weniger berühmt geworden waren, auf einmal entführt wurden und in die Fernseher geworfen wurden.
Dahinter soll sich eine Welt befinden, die der ihren wohl sehr ähnlich ist, bis auf die Ausnahme, dass dort Schatten zu Hause sind, die durch die Emotionen der Leute immer stärker wurden und diese Leute auch töteten.
Er, zusammen mit einigen Freunden versuchen den Entführungsopfern zu helfen, damit es nicht wieder zu einem Mord kommt, dafür haben sie eine sogenannte Kraft, die sie Persona nennen. So eine Art zweites ich, das hervorgerufen wird, um gegen die Schatten zu kämpfen.
„Oh man, ich weiß überhaupt nicht, warum ich dir das alles erzähle, wahrscheinlich hältst du mich jetzt für vollkommen übergeschnappt..." stöhnte er.
Doch Minato schüttelte nur mit dem Kopf, das ganze Szenario schien ihm so vertraut, dass es ihm schwer fiel, ihm nicht hier und jetzt alles über sich zu erzählen.
„Doch ich glaube dir. Diese Welt, die du erwähnt hast, die würde ich zu gerne mal sehen," noch harmloser konnte er seine Bitte nicht formulieren. Wenn er die Chance hatte, sich diese Welt einmal anzuschauen, vielleicht könnte er dann auch den Zusammenhang mit der Dark Hour verstehen.
Seta kratzte sich am Kopf: „Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist... Es ist wirklich gefährlich! Du könntest sterben!"
Doch Minato schien unbeeindruckt: „Ich kann mich verteidigen, keine Sorge und falls es doch zu gefährlich wird, bleibe ich im Hintergrund."
Noch immer plagten Seta Zweifel, aber wenn Minato meinte, dass er sich verteidigen konnte, wollte er es ihm nicht verbieten, wer wusste schon, was noch alles auf sie zu kam. Sie konnten jede Hilfe gebrauchen, die sie kriegen konnten.
„Also gut," sagte er, „aber du hältst dich zurück."
Mit diesen Worten setzten sie ihren Weg fort. Nur um ein paar Meter weiter auf trafen sie auf Setas Freunde, dieser machte gleich kurzen Prozess und erzählte ihnen von den neu getroffenen Plänen.
„Ist das wirklich so eine gute Idee?" fragte Chie, „Ich meine er hat noch nicht einmal eine Persona."
„Doch hab ich," antwortete Minato in einer etwas gelangweilten Stimmlage.
„Was?!" schrieen sie fast gleichzeitig.
