Kapitel 7: Beyond the TV

"Warum hast du nichts gesagt?" fragte Seta erschrocken, aber Minato zuckte nur mit den Schultern, „Ihr habt mich nicht gefragt."

Yosuke lachte: „Oh man, du bist wirkliche ne Nummer, weißt du das?"

Es war schon seltsam, wie schnell es Minato schaffte, sich mit den anderen anzufreunden.

Wahrscheinlich wurden die Leute einfach von Minatos Art angezogen.

„OK, dann treffen wir uns nachher in unseren speziellen Hauptquartier," sagte Yosuke, als sie das Schultor erreicht hatten, „Teddy freut sich bestimmt, mal wieder jemand neues kennen zulernen."

Der restliche Schultag verlief genauso so wie der erste recht ereignislos und Minato langweilte sich zurecht, denn der zu vermittelnde Stoff unterschied sich kaum von dem, was er zuvor gelernt hatte.

Die Lehrer hatten zwar in ihrem Stoff öfters einen anderen Schwerpunkt gesetzt, aber er konnte sich damit arrangieren. Es musste schon mit dem Teufel zugehen, wenn er das Schuljahr nicht erfolgreich über die Runden brachte.

Nach Unterrichtsschluss führte Seta Minato nach Junes, was für ihn nur recht war, da er dann nicht alleine den Weg hier her finden musste,

Auf der Terrasse, die gleichzeitig auch als Imbiss fungierte, fanden sie sich an einem runden Tische ein.

„So, ich schätze hiermit können wir Minato als eingeweihtes Mitglied unserer kleinen Gruppe willkommen heißen," sagte Yosuke nach einer längeren Pause des Schweigens.

„Nun sollten wir aber wieder zum Hauptthema zurückkehren," sagte Chie dann, „Habt ihr alle den Midnight Channel gestern gesehen?"

Sie nickten.

„Das war definitiv dieser Kanji Typ, den sie im Fernsehen gezeigt haben," meinte Chie, „Also hatten wir Recht mit der Vermutung, dass Leute, die auf dem Midnight Channel erscheinen vorher im Fernsehen gezeigt wurden oder besser gesagt vor kurzem Berühmtheit erlangt haben..."

„Wir sollten ihm im Auge behalten, vielleicht können wir so den Täter endlich stellen," schlug Yukiko vor.

„Aber vorher sollten wir erst mal bei Teddy vorbeischauen, vielleicht hat er ja irgendetwas bemerkt," sagte Yosuke schließlich.

„Ja, vielleicht hat er endlich eine Spur," meinte Seta.

Zusammen machten sie sich auf den Weg in die Elektronik-Abteilung von Junes.

„Das hier ist der Eingang," erklärte Yosuke Minato, „Sei aber vorsichtig, beim ersten mal ist die Reise meist etwas holprig."

Danach trat er an den Bildschirm heran und berührte ihn mit einer Hand. Die Oberfläche schlug Wellen, ähnlich wie bei Wasser.

Mit einem Satz war er im Fernseher verschwunden und Minato musste zugeben, dass ihn dies doch überraschte. Hätte er es nicht mit eigenen Worten gesehen, hätte er es wahrscheinlich nicht geglaubt.

„Wir gehen als nächstes."

Seta nahm vorsichtig seine Hand und zusammen sprangen sie in den Fernseher.

Minato konnte das Gefühl nicht beschreiben, es war, als würde er in ein endloses Loch stürzen. Doch so endlos war sein Fall dann doch nicht, als sein Hinterteil schmerzhaft Bekanntschaft mit dem Fußboden machte, der scheinbar aus dem Nichts erschienen war.

Seta, der immer noch seine Hand hielt, wurde auch zu Boden gerissen und landete neben ihm, während die anderen mehr oder weniger elegant auf ihren Füßen landeten.

„Sensei!" ertönte eine etwas quietschige Stimme und nur einen Moment später stand ein riesiges blaues teddybärähnliches Etwas vor ihnen.

„Wie auf´s Stichwort Teddy!" rief Yosuke.