Kapitel 11: Time Alone

Der Unterricht verlief recht ereignislos und nachdem die Schulglocke die letzte Stunde beendete, fand sich die Gruppe vor dem Schultor wieder.

Yosuke verabschiedete sich von ihnen und zog Minato hinter sich her in die Stadt. Bis sie vor dem Waffenladen standen, den Minato schon vor ein paar Tagen entdeckt hatte.

„Die Auswahl ist ziemlich gut, du findest bestimmt etwas, mit dem du umgehen kannst."

Sie betraten das verhältnismäßig kleine Gebäude und wurden fast augenblicklich von einem älteren Mann begrüßt, der den Laden wohl leitete.

„Willkommen, was kann ich für euch tun?"

„Wir schauen uns erst mal um," sagte Yosuke nur und führte Minato von einem Regal zum nächsten. Yosuke hatte nicht übertrieben, als er sagte, dass sie eine große Auswahl hätten, doch Minato wusste schon, was er wollte.

Zielstrebig ging er zu einem der hinteren Regale und nahm sich eins der Schwerter.

„Gute Wahl," meinte der Verkäufer nur.

„Du bist wie Seta, der hat sich auch gleich das Schwert gegriffen."

„Ich bin es nicht nur gewohnt mit einem Schwert zu kämpfen, aber hiermit fühle ich mit am besten," gab Minato zu.

Sie bezhlten die Waffe und tarnten sie etwas ab, damit sie es sicher wieder zurück zur Schule schafften.

Dort warteten die anderen immer noch auf sie.

„Können wir dann endlich los?" drängelte Chie, die es kaum noch auf der Stelle aushielt.

„Wir sollten uns aufteilen, so eine große Gruppe fällt viel zu sehr auf," schlug Yukiko vor.

„Ich wähle Yukiko in meine Gruppe!" platze es aus Yosuke, bevor einer der anderen auch nur ein Wort sagen konnte.

„Dann komme ich auch mit!" rief Chie, „Auf keinen Fall lasse ich dich mit ihr alleine!"

Somit war es an Seta und Minato, das kleine Textilwarengeschäft zu überwachen. Sie konnten nur hoffen, dass die anderen es nicht vermasselten.

Sie hatten beim Schrein Deckung gesucht, aber bis jetzt war noch nichts ungewöhnliches passiert und Minato musste zugeben, dass er sich ein wenig langweilte.

Seta schien es ebenso zu ergehen, er blickte sich ständig um und trommelte nervös mit den Fingern auf seinem Arm.

„Ob sie aufgeflogen sind?" fragte Minato schließlich.

„Ich hoffe nicht, es ist schließlich auch so schon schwer genug..."

„...sie erinnern mich sehr an meine Freunde..." Minato musste lächeln.

„Es scheint als wären wie in dieser Hinsicht gar nicht so verschieden. Wie waren sie so?"

„Nun, sie waren sicher alles andere als perfekt, aber man konnte sich auf sie verlassen, wenn es darauf ankam. Ich hoffe, dass es vielleicht bald mal die Möglichkeit gibt, sie zu besuchen."

„Das wird es sicher."

Minato war es bis zu diesem Moment noch gar nicht aufgefallen, dass seine und Setas Hand es irgendwie geschafft hatten, sich zu berühren, aber jetzt war es ihm ein wenig peinlich, auch, wenn sein Gegenüber es wohl noch gar nicht mitbekommen hatte.

Es war lange her, dass er sich in der Gegenwart einer Person so wohl gefühlt hatte, wie jetzt mit Seta.

Vielleicht würde dieses Jahr doch interessanter werden, als er bis zu diesem Moment angenommen hatte...