Kapitel II
*
Es war bereits früher Vormittag als Sunny endlich aus einem relativ traumlosen Schlaf erwachte. Normalerweise war die hübsche Blondine ansonsten nicht gerade eine Langschläferin und liebte es sich bereits in den frühen Morgenstunden aktiv zu betätigen, gerade in den Ferien. Aber dadurch dass die Party gestern dann doch ein wenig länger ging und es schon beinah hell am Horizont wurde, als sich die Clique von einander verabschiedet hatte, war es dann doch ziemlich verständlich, dass die Kunststudentin eben mal zu einer etwas späteren Stunde aufstand, als wie es sonst üblich war. Überhaupt blieb sie dann auch noch eine kleine Weile in ihrem Bett liegen und ließ den gestrigen Abend Revue passieren. Sie konnte es noch immer nicht so recht glauben, dass sie wirklich eine ziemlich lange Zeit auf dem Schoß ihres besten Freundes gesessen hatte und das sie es doch mal wieder nicht gepackt hatte Jesse zu gestehen, was sie wirklich für ihn empfand. Was sie eben schon all die Jahre für ihn empfand. Nein, anstatt endlich mal die Gunst der Stunde zu nutzen und das zu beherzigen, was Jude ihr noch auf dem Hinweg nahe gebracht hatte, hatte Sunny es einfach so im Raum stehen lassen, dass da eben zwei gute "Kumpels" ein wenig gekuschelt hatten. Mehr nicht. Dabei wusste der Blondschopf ja auch noch nicht mal mehr, worauf sie eigentlich wartete, denn irgendwann würde es sicher zu spät sein und der Sohn des Bürgermeisters, der sowohl bei der hiesigen als auch bei der Frauenwelt in Pennsylvania sehr begehrt war, würde sein Herz anderweitig vergeben haben und dann war das Geheule auf Seiten der Blonden sicher groß. All das wusste sie natürlich, aber dennoch schaffte Sunny es nicht über ihren Schatten zu springen, also würde es wohl irgendwann mal darauf hinaus laufen, dass sie als alte Jungfer endete, um es mal drastisch zu beschreiben.
Mit einem frustrierten Aufseufzen erhob sie sich dann doch aus dem Bett. Es musste jetzt dringend etwas her, dass sie von ihren Gedanken an Jesse ablenkte und hinüber zu einer Ferienlaune brachte. Immerhin wollten sie heute alle Vier zusammen zum Strand, da war schlechte Laune einfach fehl am Platz. Im Hause der Evans war alles ruhig. Ihr Vater war sicher in seiner Anwaltskanzlei in Midway und ihre Mom wahrscheinlich bei irgendeiner Freundin. Aber das störte Sunny nicht, im Gegenteil sie mochte es wenn sie alles für sich hatte, wenn sie in Ruhe werkeln konnte und daher begab sie sich in ihr eigenes Atelier, dass ihre Eltern ihr zum 18. Geburtstag geschenkt hatten und dass sich im Dachgeschoss des Hauses befand. Hier waren fast alle Kunstwerke aus ihrer Schaffenszeit untergebracht, außer zweien, die sich im Wohnzimmer der Familie befanden und eines, dass sich in ihrem Studentenzimmer in der Uni befand. Auf jeden Fall war für die Kunststudentin der perfekte Start in den Tag hier in diesem Raum und so zog sie sich schon über die Schlafbekleidung einen Kittel und begab sich an die Leinwand um ein neues Bild zu beginnen. Der Urlaub war damit jetzt auch vollends für die junge Frau eingeleitet.
Sunny wusste nicht wie lange sie so vor sich hin gearbeitet hatte, als ihr Magen zu knurren anfing. Es konnte aber noch gar nicht so lange gewesen sein, wie sie anhand des Bildes feststellen konnte. Und im Grunde genommen wollte sie es auch noch nicht weiter unterbrechen, aber ihr Körper sendete so eindeutige Signale, dass er jetzt etwas Essbares wünschte, dass sie dieses einfach nicht überhören konnte. Dementsprechend begab sich die junge Frau in die Küche, wo der Tisch extra noch für sie gedeckt war. Während sie zwei Toasts röstete, nahm sie sich aus dem Kühlschrank noch den frisch gepressten Orangensaft, den ihre gesundheitsbewusste Mum schon seit ewigen Zeiten jeden Morgen aufs Neue selbst zubereitete. Mit diesen Sachen setzte sich Sunny dann an den Küchentisch und begann sich auf ihr Mahl zu stürzen. Dabei fiel ihr Blick auf die Tageszeitung von heute. Achselzuckend zog sie den Stapel an bedruckten Papier zu sich herüber und blätterte ein wenig darin herum. Solange bis sie zu einem Foto kam, dass dafür sorgte, dass sie sich näher mit dem Artikel beschäftigte. Noch während des Lesens fiel ihr die Scheibe Toast, die frisch mit Marmelade bestrichen war, einfach aus der Hand mitten auf den Fußboden, wo sie erstmal völlig ungeachtet liegen blieb. "Das kann doch nicht sein. Das kann einfach nicht sein", murmelte stattdessen Sunny halblaut vor sich hin und erhob sich von ihrem Stuhl. Dann nahm sie sich den Teil der Zeitung und ging damit zum Telefon. Das konnte sie nicht für sich behalten. Das musste sofort raus aus ihr, sonst würde sie platzen. Also wählte sie die Nummer von Jude. Denn weder Tyler noch Jesse hielt sie in diesem Moment für die geeigneten Personen um über einen Mord an einem Mitschüler von ihnen zu reden – nämlich an Paul Hopkins.
"Los geh schon ran", murmelte Sunny halblaut vor sich hin, während es auf der anderen Leitung nur leise vor sich hin tutete. Ungeduldig wippte der Blondschopf auf einem Bein hin und her und zählte dabei die einzelnen Tutgeräusche. Wahrscheinlich schlief Jude noch, wer konnte ihr das auch verdenken, bei der langen Nacht, die die Freunde hinter sich hatten und zudem noch die lange Fahrt um überhaupt erstmal wieder an diese herrliche Küstenstadt zu gelangen. Sie war gerade beim Zwölften läuten angelangt, als tatsächlich eine recht verschlafene Stimme am anderen Ende zu vernehmen war. "Hey, Jude. Ich bin es, Sunny. Hab ich dich geweckt?"
"Nein, nicht wirklich, ich kling immer so. Natürlich hast Du mich geweckt. Hast du mal auf die Uhr geschaut? Es ist gerade kurz vor elf Uhr morgens. Um halb fünf haben sich unsere Weg doch erst getrennt. Also was ist los? Bereitet dir Jesse mal wieder schlaflose Nächte oder gibt es einen wirklich wichtigen Grund weswegen du mich aus dem Bett wirfst?" klang es reichlich genervt von dem anderen Ende des Telefons, was wiederum den Blondschopf dazu veranlasste ihre Augen zu verdrehen. Morgenmuffel waren doch immer so verdammt anstrengend. "Nein, nichts mit Jesse. Das Gleiche wie immer halt. Nein, etwas ganz und gar anderes. Sag mal kannst du dich noch an Paul Hopkins erinnern? Der Dunkelhaarige, der mit dieser Cheerleader Frontfrau Sandy zusammen gewesen war und zwei Klassen über uns war? Kannst du dich an den noch erinnern." In diesem Moment hörte man bereits ein leichtes Aufseufzen aus Reihen von Jude und Sunny ahnte schon, was ihre Freundin nun einwerfen wollte, daher ließ sie ihr gar nicht erst die Chance wieder zu antworten. "Er ist tot. Er wurde gestern bestialisch umgebracht. An einem Bahnhof. Man hat ihm wohl die Kehle durchgeschnitten. So steht es jedenfalls in der Zeitung. Kannst Du Dir sowas vorstellen?" An der Stimme der Kunststudentin konnte man hören, wie sehr sie diese Story mitgenommen hatte. Morde waren in ihren Augen eh schon schlimm genug. Aber Morde an Personen, die sie kannte, waren noch um Längen schlimmer und nicht leicht zu verarbeiten. Vor allen Dingen wenn es bei dem blonden Wesen mal eine Phase gegeben hatte, in der sie für den Sohn des Postboten ein wenig geschwärmt hatte, bevor die Sache mit Jesse angefangen hatte. Nein, so etwas dann aus der Zeitung zu erfahren, war dann doch nicht so leicht zu verkraften und sie hoffte, dass Jude ihr diesen Weckanruf aus diesem Grund verzeihen konnte. Manchmal brauchte man eben einfach wen zum reden und die Männer wären in diesem Fall eindeutig die falschen Ansprechpartner gewesen.
"Ist nicht dein Ernst. Und du bist dir sicher, dass es Paul ist?" erklang es nun hellwach von der anderen Seite des Telfonhörers. "Vielleicht hat sich die Zeitung da vertan oder du irrst dich, Süße." Sunny schüttelte einfach nur ihren Kopf. Klar konnte Jude das auf der anderen Seite nicht sehen, aber es war auch viel mehr nur eine Reaktion für sich selbst, um sich darüber klar zu sein, dass ein Irrtum ausgeschlossen war. "Nein Jude, Schön wärs. Aber er ist es. Ich hab ihn auf dem Foto erkannt. Klar ist er älter geworden, aber er sieht immer noch genauso aus wie früher." Die Kunststudentin musste kurz schlucken. "Nun ja, er sah darauf aus, wie früher, jetzt wohl nicht mehr", erklang es mit einem traurigen Nachklang. "Außerdem stand da der Name Paul H. aus Sunbury. Nun sag mir, ob es noch eindeutiger geht." Ein kurzes Schweigen war nun von der Gegenseite zu vernehmen, dass vielerseits ausgelegt werden konnte. "Dann ist da wohl kein Irrtum möglich." Wieder ein Schweigen, bei dem weder Sunny noch Jude einen Anfang machen wollte, bevor dann doch ein leichtes Aufseufzen von Seiten der Brünetten zu hören war, als hätte diese sich gerade zu einer schweren Entscheidung durch gerungen. "Weißt Du was? Ich spring jetzt schnell unter die Dusche, werf' mich in meine Kleidung und dann komm ich bei dir vorbei. Dann können wir nochmal in Ruhe über alles reden, bevor die Jungs kommen. Was hältst du davon?"
"Würdest Du das wirklich für mich tun?" erklang die Gegenfrage von Sunny. Diesmal war das Augenrollen auf der anderen Seite der Leitung, konnte aber natürlich von der jungen Kunststudentin nicht wirklich gesehen werden. "Klar würde ich das tun. Sonst hätte ich es dir doch nicht angeboten. Ich verlange aber zumindest ein kleines Frühstück." Das Grinsen, dass Jude bei diesen Worten aufgelegt hatte, war nicht zu überhören, also musste auch Sunny ein wenig Schmunzeln, bevor sie sich fürs Erste von ihrer besten Freundin verabschiedete und erleichtert den Hörer auf die Gabel fallen ließ. Sie hoffte nur, dass Jude sich beeilen würde, denn wenn sie ehrlich war, dann fühlte sie sich extrem unwohl in dem riesigen Haus und vor allem mit der Gewissheit ganz alleine in diesem zu sein und, auch wenn es sich paranoid anhören sollte, sie kam sich vor wie in einem Horrorfilm. Wann wurde ein guter Bekannter denn auch schon mal auf bestialische Art und Weise ermordet? Wann erlebte man überhaupt, dass jemand, den man kannte das Leben genommen wurde?
Das Klingeln der Haustür ließ Sunny erleichtert aufatmen und zwang ihren Blick endlich vollkommen von der Uhr weg, die in der Küche über dem Esstisch angebracht war. Sunnys Blick hatte immerzu an der Uhr gehaftet, hatte beobachtet wie die Minuten vergingen und nur sporadisch hatten ihre Augen den Weg von dem Zeitanzeiger weg gefunden um nochmals ein paar Zeilen des Artikels zu lesen, bevor ihr Gefühl oder ihre Ungeduld oder was auch immer sie wieder dazu gezwungen hatte auf die Uhr zu sehen. Eine ganze Viertel Stunde hatte dieses Spiel gedauert bevor der erlösende Gong in Form der Türklingel den Blondschopf aus diesem Zwang befreit hatte.
„Hey Jude", öffnete Sunny die Tür, so dass die Brünette ohne eine weitere Aufforderung das schöne Haus betrat, das momentan allerdings eher den Eindruck einer speziellen Klinik mit nur einem Patienten machte. Jude selbst konnte nicht wirklich verstehen warum sich Sunny so dermaßen über den Tod eines Mannes aufregte, den sie seit über vier Jahren nicht mehr gesehen hatten. Aber vielleicht lag es daran, dass Sunny Paul einst anziehend gefunden hatte und wohl auch weil sie den Artikel noch nicht zu Gesicht bekommen hatte, nahm ihr Vater die Tageszeitung doch stets mit ins Restaurant. Tatsache war jedoch, dass die Ferien wirklich toll anfingen nur weil Paul so blöd gewesen war und sich hatte umbringen lassen und weil Sunny ein absolutes Weichei war. Dass Jude mit solchen Gedanken übertrieb war wohl offensichtlich, für jedermann, doch die Brünette war einfach unausstehlich wenn sie nicht genug Schlaf bekam und dann konnten manche Kommentare aus ihrem Mund auch mal sehr weit unter die Gürtellinie gehen.
Ein kurzes Aufseufzen war zu hören während sich Jude zu der Blonden umdrehte und bereits in der Bewegung inne hielt, war Sunny doch offensichtlich wirklich extrem aufgekratzt. So hatte sie ihre Freundin noch nie erlebt. „Oh mein Gott, du zitterst ja wie Espenlaub", stellte die Brünette fest während sie Sunny eine Hand auf die Schulter legte um sie mit leichtem Druck in die helle Küche zu führen, wo der Frühstückstisch noch gedeckt war und die aufgeschlagene Zeitung zwischen Brötchen, Butter und Marmelade auf eben diesem lag, so demonstrativ als wollte sie jeden zwingen den Artikel über den Mord zu lesen. Ob er nun wollte oder nicht. Vorsichtig ließ Jude Sunny auf einem der Stühle nieder. „Hast du den Artikel schon gelesen?", fragte der Blondschopf die beste Freundin, so als würde sie gar nicht merken, dass es eigentlich nicht normal war wenn sie wie eine alte Frau durch das eigene Haus geführt wurde, aber es war gewiss nur der Schock. Dass Sunny empfindlicher als Jude war war ja nun schon bekannt in der kleinen Stadt unter den Gleichaltrigen. Die Blonde bekam ja schon eine Krise wenn ein totes Tier am Straßenrand lag. Da sollte es eigentlich nicht wundern wenn sie auch bei dem Mord an einer bekannten Person die Krise bekam.
Jude beantwortete die Frage nur mit einem Kopfschütteln während sie Sunny den Orangensaft vor die Nase stellte und sie damit auch wortlos aufforderte etwas zu trinken, wobei sie im Gegenzug von der Blonden die Zeitung gereicht bekam obwohl sie diese so wenig verlangt hatte wie Sunny den Orangensaft, doch das war der Blonden ziemlich normal. Sie wusste, dass Jude keine Zeitung las und so hatte diese auch gewiss noch nicht den Artikel gelesen und sich das Bild angeschaut. Ansonsten wäre die Brünette nicht so ruhig und abgeklärt, denn immerhin war Paul in Sunbury aufgewachsen. Mit ihnen zusammen, obgleich er zwei Jahre älter gewesen war. So etwas steckte niemand einfach so weg. Zumindest ein bisschen Mitgefühl und Erschrockenheit war doch bei jedem drin, und wenn es nur Angst um sich selbst war. Sunny wollte doch nur eine Reaktion, die ihr zeigte, dass Jude verstand warum sie so aufgelöst war.
Mit einem doch ziemlich resignierten Seufzen nahm Jude die Zeitung aus der Hand ihrer besten Freundin entgegen und ließ sich in der gleichen Bewegung auf dem Stuhl neben Sunny nieder, so dass sie die Beine übereinander schlug und anfing zu lesen.
Mann in Bahnhof-Toilette ermordet. Polizei von Hazelhurst ermittelt, bislang noch keine Ergebnisse. Am gestrigen Freitag Nachmittag wurde die Leiche eines Mannes in der Bahnhof-Toilette des Norfolk Southern in Hazelhurst von zwei Teenagern entdeckt. Bei dem Opfer handelt es sich um den 26jährigen Paul H., der offenbar auf der Durchreise war. Laut Pressesprecher der Polizei von Hazelhurst starb das Opfer durch massiven Blutverlust, hervorgerufen durch einen tiefen Schnitt in die Kehle. Weitere Informationen über den Ermittlungsstand wurden nicht an die Öffentlichkeit weiter gegeben...
Jude brach ab. Das was sie gelesen hatte reichte eindeutig aus und das Bild neben dem eigentlichen Artikel machte auch ihr klar, dass es sich dabei um keine Verwechslung handeln konnte, denn auch sie erkannte das charismatische Gesicht Paul Hopkins, auch wenn sie ihn so lange nicht mehr gesehen hatte und er älter geworden war. Genauso wie Sunny es auch schon am Telefon gesagt hatte.
„Wow, das ist ganz schön hart." Sunny konnte bei den Worten ihrer besten Freundin nur mit dem Kopf nicken und diese dadurch bestätigen, doch ansonsten wusste keine der beiden Frauen etwas zu sagen. Was hätte man auch sagen sollen? Naja, kann man nichts mehr dran ändern, also vergessen wir es einfach? Nein, ganz bestimmt nicht. Dafür war eine solche Meldung viel zu schockierend und zur gleichen Zeit auch unwirklich obwohl man genau wusste, dass es real war. Man fragte sich wohl nur wie ein Mensch etwas tun konnte und vor allem auch warum. Immerhin war Paul Hopkins ein wirklich beliebter junger Mann gewesen. Zumindest hatte die Viererclique ihn so noch in Erinnerung und es war einfach undenkbar, dass sich der Sohn des Postboten in dieser kurzen Zeit um 180 Grad gedreht hatte. Es war einfach unmöglich. Es war einfach unverständlich. Es war einfach unfassbar.
Jude ließ die Zeitung wieder auf die Tischplatte fallen. „Geht es dir gut?" Ihre Stimme war gedämpft. Sunny ihrerseits tat nur eine undefinierbare Bewegung, wobei man nicht sagen konnte ob sie nun nickte oder ihren Kopf schüttelte, doch ihre folgenden Worte gaben dann doch Gewissheit: „Ja es geht schon... es ist halt nur..." Ein tiefer Seufzer entfuhr der Blonden. „Warum macht jemand nur so etwas?... Seine Armen Eltern." Ein leicht trauriger Blick traf die Gestalt der Kunststudentin und kurz darauf lag die Hand Judes auf ihrer Schulter, die ihr ein wenig Trost spenden wollte. „Ich weiß es auch nicht. Aber ich bin sicher, dass die Polizei dieses Schwein noch kriegen werden... Ganz bestimmt." Die Brünette schenkte ein aufmunterndes Lächeln, fast zur gleichen Zeit als zum zweiten Mal an diesem Tag das Geräusch der Türklingel durch das Haus der Evans hallte.
„Das ist einfach unglaublich!" Obwohl die Sonne ihr bestes gab und das blaue Meer zum lustigen Planschen einlud, saßen Jesse, Sunny, Tyler und Jude nur am Strand auf einer großen Decke, die immer von Jesse gespendet wurde und redeten über den Mord, der in der Tageszeitung gestanden hatte und schon so viel Aufruhr in der kleinen Stadt verursacht hatte, war Sunny offensichtlich doch nicht die einzige gewesen, die den Artikel entdeckt hatte, denn in der ganzen Stadt hörte man die Leute darüber reden und überhaupt schien das sonst so sonnige Städtchen am heutigen Tag eher trist und trostlos. Auch die Gesichter der Vier auf der Decke am Strand zierte kein Lächeln. Viel mehr hatten alle ein ernstes Gesicht aufgesetzt. Jesse, der seine Beine ausgestreckt hatte und sich mit den Händen abstützte. Sunny, die im Schneidersitz auf der blauen Decke saß. Tyler, der eine ähnliche Haltung wie sein bester Freund eingenommen hatte, nur mit dem Unterschied, dass seine linke Hand auf dem Bauch Judes lag, die wiederum gegen ihren Freund lehnte, ein Bein ausgestreckt, das andere angewinkelt. Alle vier hatten dieses ausdruckslose Gesicht, das deutlich klar machte, dass ihnen der Tod des Sunbury-Bürgers nahe ging.
„Kann mir mal jemand erklären wie so etwas möglich ist? Wie kann am helllichten Tag jemand auf einer öffentlichen Toilette ermordet werden?" Alle schwiegen, so dass Jesse keine Antwort auf seine durchaus berechtigte Frage bekam, aber wie sollte es auch. Wahrscheinlich konnte niemand eine solche Frage beantworten, einfach weil es keine Antwort gab. Dinge passierten. Man konnte nichts daran ändern. Es war frustrierend und man wollte es nicht einsehen, doch es war so und genau das machte das Gefühl von Hilflosigkeit nur noch unerträglicher.
"Ich würde viel lieber wissen, wie jemand so krank im Kopf sein kann und so was einfach so durchzieht", erklang die ziemlich hilflos wirkende Stimme der Blonden, die sich anscheinend von dem kleinen Schock, den sie heute Morgen durch den Zeitungsartikel erlitten hatte, immer noch nicht erholt hatte. "Ich mein, was muss Paul angestellt haben, dass jemand so einen Hass gegen ihn entwickelt haben muss. Das versteh ich nicht. Er konnte doch niemals einer Fliege was zu leide tun." Diesmal brach schon fast die Stimme der sensiblen Kunststudentin ab, so dass Jesse sich veranlasst fühlte, ein Stück zu ihr herüber zu rutschen und die junge Frau einfach nur fest in den Arm zu nehmen und ihr damit ein wenig Geborgenheit zu vermitteln. Das begrüßte Sunny auf jeden Fall und kuschelte sich nur noch ein wenig fester an den blonden Medizinstudenten ran. "Und wenn er nur ein zufälliges Opfer gewesen war?" erklang nun die Stimme von Tyler, der immer noch seine Freundin im Arm hielt und gegen die starke Sonne anblinzelte. "Also ich mein, wenn er niemanden auf dem Schlips getreten war, sondern einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen war und daher sein Leben lassen musste. Was dann?" Soweit hatten die anderen Drei noch gar nicht weiter gedacht. Aber wenn dem wirklich so gewesen war, dann stellten sich gleich ein paar neue Fragen auf. "Hm, keine gute Idee. Das würde dann bedeuten, dass da draußen tatsächlich irgend ein Irrer wahllos Leute abschlachtet, und ob ich das so prickelnd finde wage ich doch stark zu bezweifeln." Jesse hatte bei diesen Worten seine Stirn in Falten gelegt und es schien als würde er sehr stark über die ganze Geschichte nachdenken, während er Sunny beruhigend über ihren schmalen Rücken strich. Die junge Frau bebte schon wieder leicht unter seinen Händen und dementsprechend besorgt schaute er auf Sunny herunter.
"Kommt Leute, lasst uns mal das Thema wechseln. Das Wetter ist so herrlich und unsere Ferien haben gerade angefangen. Also auf zur ersten Wasserschlacht." Mit diesen Worten zog der Sohn des Bürgermeistes auch schon den Blondschopf nach oben und lief mit ihr Hand in Hand in Richtung des kristallklaren Wassers, dass sich vor ihnen auftat. "Hey, wo bleibt ihr?" rief er fragend nochmal in Richtung Decke, wo Jude und Tyler auch lansgam dabei waren sich aufzurichten und den anderen beiden Freunden zu folgen. "Ja, ja immer langsam mit den Pferden. Ist nicht jeder so sportlich angehaucht wie du, Denay. Wir haben vorher noch was zu erledigen" und mit einem frechen Grinsen im Gesicht gab er seiner Freundin erstmal einen langen und beinah nicht enden wollenden Kuss. Denn schließlich gehörte auch das zu anständigen Ferien dazu. Aber auch da hatte das Liebespaar die Rechnung leider nicht mit den Pennstudenten gemacht, die sich von einem kleinen Jungen zwei Eimer ausgeliehen hatten, diese mit Wasser befüllt hatten und dieses nun über Tyler und Jude den Weg zurück zur Erde fand. "Oh ihr verdammten...." Den Rest wollte Jude lieber nicht aussprechen, nicht weil hier Kinder am Strand waren und diese das Wort mit A nicht hören sollten, sondern viel eher, weil sie nun damit beschäftigt war hinter der Blonden hinterher zu laufen, um sich bitterlich für diese Attacke zu rächen. Währenddessen ließ auch Tyler das ganze nicht einfach so auf sich sitzen und jagte Jesse hinterher, der bereits wieder im Wasser stand, so dass es sehr schnell zu einer regelrechten Wasserschlacht kam. Die im Endeffekt, mit dem Ergebnis eines Unentschieden, von beiden Seiten niedergelegt wurde. Wobei sie ihren Sinn und Zweck aber zumindest gut erfüllt hatte. Die gesammelte Meute hatte Spaß und Ablenkung gehabt, wie sich das für die Semesterferien gehörte.
Nachdem sich die Vier in aller Ruhe abgetrocknet hatten, schlug Tyler vor, dass es doch Zeit für ein schönes Eis wäre, also machten sie sich auf den Weg zur nahegelegenen Eisdiele, wobei die Jungs immer noch nur ihre Shorts trugen und die Mädels sich zumindest kurz ihre Röcke übergeworfen hatten um nicht all zu viel Verwirrung wegen ihrer atemberaubenden Figuren zu schaffen. Die Eisdiele, die sie schon seit Jahren kannten, war nicht wirklich weit weg – etwas 200 Meter und von dort hatten sie ihren Strandplatz noch gut im Blick, also war es auch kein Problem ihre Sachen eben bis auf das Geld dort zurück zu lassen ohne Gefahr zu laufen, dass es ein paar Momente später geklaut wurde. Überhaupt war Sunbury was die Kriminalitätsrate anging doch relativ sicher und es kam nur sehr selten mal zu irgendwelchen Diebstählen oder Einbrüchen, von schlimmeren Dingen ganz zu schweigen. Aber hier kannte eben noch jeder jeden und solche Themen wie Nachbarschaftshilfe waren in dem kleinen Küstenstädtchen ziemlich hoch geschrieben. Da tat man sich dann eben auch nicht gegenseitig schlimme Dinge an. So einfach konnte die Gleichung sein, die auch aufging – zumindest bis jetzt.
Nachdem sich alle an einen Tisch gesetzt und ihre Bestellung aufgegeben hatten, war zunächst einfach nur Schweigen. Nicht unbedingt die Art von Schweigen, die man gerne ertrug, aber eben die Art von Schweigen, wenn alle scheinbar die gleichen Gedanken hegten und sich nur keiner traute diese auch auszusprechen. "Ich war mal mit ihm ausgegangen", fing Sunny dann doch an das Wort zu erheben. "Damals, als ich für ihn noch was empfunden hatte. Wir hatten sogar zwei Dates zusammen gehabt, aber dann hat er sich ja leider anderweitig entschieden und ich war über den Liebeskummer recht schnell hinweg gekommen." Woran Jesse sicherlich nicht wirklich unschuldig dran war, denn danach ging sofort ihre heimliche Schwärmerei zu dem Sohn des Bürgermeisters los. Lieblos stocherte sie mit ihrem Löffel in ihrem Eisbecher, während die Blicke von drei Augenpaaren auf ihr lagen. "Oh man, Sunny. Das hast du vorhin aber nicht gesagt. Dass ihr sogar schon soweit gewesen ward." Jude ging kurz hinüber zu ihrer besten Freundin und nahm diese fest in den Arm. Viel mehr konnte sie ja leider auch nicht tun. Über den Verlust würde der Blondschopf schon selbst hinwegkommen müssen.
"Jetzt aber nochmal ehrlich. Wenn der Täter es nicht direkt auf Paul abgesehen hatte, meint ihr wir müssen da mit noch mehr Toten rechnen? Dass das vielleicht so ein irrer Serienmörder ist?" Ein fast tödlicher Blick traf Tyler aus den grün-braunen Augen seiner Freundin, die immer noch dabei war der Kunststudentin bei zustehen. "Na, was denn? Ist doch so, oder? Also wenn da wirklich so ein Irrer herumläuft, dann find' ich das nämlich gar nicht witzig. Wer weiß, worauf der es abgesehen hat? Was der für Kriterien an den Tag legt, die ihm sagen, das ist sein nächstes Opfer oder so. So was würde ich schon ziemlich übel finden." Ein Räuspern war zu hören, dass eindeutig von dem Blonden ausging, der den entsetzten Blick der jungen blonden Frau gesehen hatte und nicht wollte, dass sie neben der Trauer nun auch noch Angst empfinden musste. Sie tat ihm so schon unendlich Leid und am liebsten hätte er ihre Trauer weg geküsst, gezeigt dass sie nicht allein war. Aber die Art wie sich Sunny sonst ihm gegenüber an den Tag legte, hinderte Jesse einfach daran, dass zu tun. "Hazlehurst liegt über drei Stunden von hier weg. Sogar knapp vier Stunden. Da ist es doch absolut unwahrscheinlich, dass wer auch immer diese Tat begangen hatte, sich hier in unser knapp 100 Familien Städtchen aufmacht. Gibt doch gar nicht genug Angriffsfläche dann. Also brauchen wir uns über so etwas erst gar keine Gedanken machen und müssen unsere Mädels nicht noch extra verängstigen", fügte er noch mit ruhiger sachlicher Stimme an, wobei er diesmal Jude im Visier behielt, die auch sogleich etwas zum Thema sie und ängstlich los werden wollte, aber dann doch lieber verstummte. Nicht Jesse zuliebe, sondern Sunny zuliebe. "Und jetzt lasst uns lieber unser Eis essen, sonst ist es bald völlig geschmolzen und darum wäre es doch echt schade", zwinkerte der Blonde seiner besten Freundin zu, die sich langsam wieder von Jude löste, damit diese zurück an ihren Platz gehen konnte. Was für ein Start in erholsame Semesterferien. Es konnte ja nur noch besser werden. Hoffentlich.
Schweigend aßen die vier Freunde den Eisbecher, den sich ein jeder bestellt hatte, denn auch wenn sie sich darauf geeinigt hatten, dass sie das Thema erst einmal ruhen ließen, so dachte doch eigentlich jeder der Vier über den Mord in Hazlehurst nach. Jeder auf seine Weise und wenn man alle Gedanken zusammen getan hätte, dann hätte wohl keiner keinem auch nur ansatzweise geglichen. Viel zu verschieden waren die einzelnen Persönlichkeiten, und auch wenn eben diese Tatsache jene Komponente war, die die Clique so gut zusammen hielt, so war es doch auch gerade diese, die dafür sorgte, dass bei solch ernsten Themen Streitigkeiten entstanden. Zwar waren solche meist recht schnell wieder beigelegt, doch schöne Erinnerungen bildeten sie nicht. Der größte Streit, der innerhalb der Clique stattgefunden hatte, war dabei schon eine ziemliche lange Zeit her. Es war ihr letztes High School Jahr gewesen und die Hauptthematik war das Laster der Eifersucht gewesen. Eigentlich war es nur eine Verkettung von dummen Zufällen gewesen, doch es hatte gereicht um die Clique für eine ganze Woche zu entzweien und das war für deren Verhältnisse schon erstaunlich viel Zeit gewesen. Es war die Feier zu Jesses 19. Geburtstag gewesen als einer der Gäste seine Bowle über Judes Shirt hatte gießen müssen. Jesse war so freundlich gewesen ihr ein Shirt von seiner Schwester zu geben, die, obgleich schon ausgezogen, noch ein paar ihrer Sachen im Elternhaus hatte, und natürlich hatte Jude dies nur zu gerne angenommen. Das Dumme war nur gewesen, dass einer der Jungs ins Zimmer geplatzt war während Jesse ein Shirt rausgesucht hatte und Jude oben herum nur im BH dagestanden hatte. Selbstverständlich hatte sich dies in Windeseile verbreitet und war natürlich auch so dargestellt worden, dass es schließlich hieß Jesse und Jude hätten mehr miteinander getrieben als wie es für Freunde normal war. Das Ende vom Lied war, dass Tyler beinahe vor Eifersucht und Wut geplatzt war. Er hatte Jesse die Freundschaft gekündigt und wollte nichts mehr von Jude wissen. Sunny hatte da hingegen eher die Enttäuschung belastet, hatte Jude damals doch auch schon gewusst, dass die Blonde tierisch in den Bürgermeistersohn verliebt gewesen war und so hatte diese auch nicht mehr mit der Brünetten reden wollen und gegenüber Jesse wurde sie auch distanzierter. Und was Jesse und Jude anging, so gingen sich die beiden bewusst aus dem Weg, vor allem damit auch niemand auf die Idee kam, das da wirklich etwas lief. Es hatte eine ganze Woche gebraucht bis dieses Missverständnis wieder aus der Welt war, waren doch alle Vier extrem eigensinnig, jeder auf seine eigene ganz spezielle Weise, doch letztendlich hatte sich alles wieder eingependelt. So wie es immer gewesen war, und das war auch gut so. Anderenfalls säßen sie nun wohl kaum zusammen an einem Tisch um zusammen ein Eis zu essen und um kurz vor einem nächsten Streit zu stehen.
„Aber vielleicht ist Paul ja gar nicht von einem Irren umgebracht-"
„Tyler, lass es einfach", hatte Jesse den Dunkelhaarigen unterbrochen, wollte er doch auch selber nicht mehr wirklich viel über dieses Thema hören, war er doch eigentlich davon ausgegangen, dass sie sich darauf geeinigt hatten, dass es unwahrscheinlich war, dass der Mörder Pauls seinen Weg nach Sunbury finden würde. „Mich beschäftigt dies aber nun einmal, Denay", schien Tyler die ganze Sache absolut anders zu sehen, und es war wohl auch das antrainierte Verhalten eines Journalisten, das ihn so neugierig und wissbegierig machte. „Und es kann durchaus sein, dass dies eine einmalige Sache war. Vielleicht ist Paul auch einfach überfallen worden und hat sich so sehr gewehrt, dass der Typ ihn umgelegt hat."
„Tyler-"
„Was denn, Sunny? Wäre es dir lieber wenn es ein Psychokiller gewesen ist?!"
„Tyler, bitte." Jude hatte ihrem Freund ihre Hand auf den Unterarm gelegt um ihn etwas zu beruhigen, doch wollte es nicht wirklich funktionieren, was die Brünette nicht wirklich verwunderte. Immerhin kannte sie Tyler mehr als gut, und sie wusste genau, dass der Dunkelhaarige zwar der Spaßvogel schlechthin war, aber genauso wusste sie auch, dass er sich oft zu viele Gedanken über alles mögliche machte und relativ schnell eingeschnappt war wenn man ihm den Mund verbieten wollte. Auf der einen Seite liebte Jude dies an Tyler, dass er immer sagte was er dachte, aber bei solchen Themen wünschte sie sich oft, dass er auch einfach mal den Mund halten könnte, denn man sah ja wie unangenehm das Thema den anderen war.
„Fängt das jetzt schon wieder wie in Oklahoma an?" Einen etwas vorwurfsvollen Blick hatte Tyler aufgesetzt während er seine Freundin anblickte, die ihrerseits kurz Aufseufzen musste, wusste sie doch ganz genau worauf Tyler anspielte. „Das ist doch etwas ganz anderes gewesen", versuchte die Brünette die ganze Situation wieder ein wenig zu entschärfen, wollte sie doch um keinen Preis einen Streit wegen etwas haben was bereits drei Monate in der Vergangenheit lag und schon gar nicht vor Jesse und Sunny.
„Das ist überhaupt nichts anderes, Jude. Da hast du auch nicht hinter mir gestanden. Und ich versteh noch nicht einmal warum." Schon fast entgeistert blickte Jude den Dunkelhaarigen an. Dabei hatte sie gedacht, dass dieses Thema schon längst gegessen war, doch wie es aussah kaute Tyler immer noch daran herum. „Ja, weil eine Einbildung es auch nicht ungeschehen macht." Ein gewisser Trotz bildete sich bei diesen Worten auf Tylers Gesicht, der jedem der Anwesenden schon ankündigte, dass diese Unterhaltung nun vorbei war. „Aber es macht es einfacher." Ein paar Scheine aus Tylers Geldbörse landeten auf dem Tisch neben dem halb aufgegessenen Eis des Dunkelhaarigen, das in der prallen Sonne langsam vor sich hin schmolz, bevor sich die Gestalt des angehenden Journalisten zügig von der Eisdiele in Richtung des Strandplatzes, den die vier ergattert hatten, entfernte.
Jesse und Sunny waren nur sprachlos über das Schauspiel, das sich ihnen dort gerade geboten hatte. Sie kannten Tyler und Jude nun schon so viele Jahre und hatten die beiden in ihrer Viererclique nie anders als als Paar gekannt. Genau genommen war ihre Beziehung eigentlich Schuld daran, dass sich dieser Zusammenhalt gebildet hatte, denn wenn Sunny nicht die beste Freundin Judes gewesen wäre und Jesse nicht der beste Freund Tyler, und aus Jude und Tyler niemals ein Paar geworden wäre, dann hätten die vier jungen Leute bis heute nicht wirklich viel miteinander zu tun, außer eben, dass man sich kannte, weil man nun einmal in dem gleichen Kaff aufgewachsen war. Aber in all den Jahren hatten sie niemals beobachten können wie das Traumpaar schlechthin sich stritt. Es gab ab und zu mal ein paar Neckereien und es hatte ja auch diesen einen Streit gegeben, bei dem die Clique beinahe auseinander gebrochen wäre, aber das war auch nur ein blödes Gerücht gewesen. Dieser kleine Streit zwischen Tyler und Jude hatte jedoch augenscheinlich Hand und Fuß.
„Wovon habt ihr gesprochen", durchdrang die markante Stimme des Blonden die Stille, die sich über den Tisch gelegt hatte, woraufhin er Sunnys Ellbogen in die Seite gerammt bekam, was ihn zu einem leisen Aufstöhnen zwang. „Selbst Schuld", meinte diese nur auf den verblüfften Blick Jesses und funkelte ihn dabei ein wenig mahnend an. Sie mochte ihn ja wirklich sehr, aber manchmal war er einfach völlig unsensibel. Dennoch schien die kleine Meinungsverschiedenheit der beiden blonden Studenten die gemeinsame Freundin eher aufzumuntern als diese zu verschrecken, bildete sich doch ein amüsiertes Schmunzeln auf ihren Lippen. „Ist schon in Ordnung, Sunny", drang ihre etwas belegte Stimme zu den beiden hervor. „Es ist eine dumme Geschichte. Bei uns auf der Uni sind vier Studenten verschwunden. Die vier sind wahrscheinlich nur abgehauen weil sie keinen Bock mehr hatten, aber es geht das Gerücht um, dass jemand sie umgebracht hat, und Tyler ist da natürlich voll drauf eingegangen..." Man merkte schon, dass Jude lieber über schönere Dinge gesprochen hätte, aber die Brünette war ja ohnehin noch nie jemand gewesen der einen großen Hehl um irgendwelche Dinge machte. Aber bedrücken tat sie es schon, was in Sunny eine Spur von Mitleid auslöste, schon alleine weil sie ihre beste Freundin so gar nicht kannte. Ruhig ja, aber niemals unglücklich.
„Und was hat Tyler mit einfacher gemeint?" Erneut wurde Jesse für seine vorlaute Zunge mit einem schmerzhaften Stubser von der Seite belohnt, der allerdings auch nichts mehr daran änderte, dass die Frage gestellt worden war, was sie auch deutlich an Judes Miene zeigte, die ein wenig hilflos erschien und anscheinend nicht so genau wusste was sie auf die Frage erwidern sollte. „Das... ist eine lange Geschichte", kam es etwas stockend von der Brünetten, doch anscheinend war der einzige andere weibliche Part an dem kleinen Tisch die Einzige, die verstand, dass die Architekturstudentin nicht darüber reden wollte und auch anscheinend gar nicht wusste wie sie die Problematik, die dem Streit zu Grunde lag, in Worte fassen sollte, denn von Jesse kam schon direkt der nächste lässige Kommentar, der mal wieder bewies wie wenig Feingefühl manche Männer besaßen, wenn sie etwas in Erfahrung bringen wollten: „Wir haben doch den ganzen Tag Zeit."
„Aber es wäre Tyler gegenüber nicht fair", kam es deutlich gereizt von Jude, noch bevor Sunny wieder einen bestrafenden Stoß ausführen konnte. Aber es war ja auch kein Wunder, denn schließlich würde wohl jeder ziemlich gereizt reagieren, wenn jemand versuchte einen aus zu quetschen. So blieb Jesse und Sunny auch nichts weiter übrig als auch noch zu zusehen wie Jude ihren Platz räumte und in die Richtung ging in die Tyler schon verschwunden war. Zu der großen blauen Decke, auf die sich Tyler schon wieder niedergelassen hatte, wie man es von der Eisdiele aus doch relativ gut sehen konnte.
„Bravo", meinte Sunny sarkastisch zu Jesse und schenkte diesem auch noch einen dementsprechenden Blick, bevor sie ein wenig lustlos in ihrem Eis herum rührte, das auch schon fast vollkommen geschmolzen war und nun wohl am Besten mit einem Strohhalm zu sich genommen werden konnte. Jesse seufzte nur einmal schwer während sein Blick immer noch an der Gestalt Judes hing, die mittlerweile die Decke erreicht hatte und sich neben ihren Freund gesetzt hatte. „Ja, ich weiß. Ich bin ein Idiot."
„Ist zwischen Tyler und dir wieder alles in Ordnung?" Das Sonnenlicht, das durch das geöffnete Fenster fiel kitzelte Sunny ein wenig in der Nase, doch hinderte es die junge Frau nicht daran ihre beste Freundin mitfühlend anzublicken, die neben ihr auf dem großen Bett lag, während die Luft von den Klängen einer Depeche Mode CD erfüllt wurden, die gerade von Judes altem CD-Player abgespielt wurde. Der Abschied am Strand war nicht gerade herzlich gewesen, hatte auf der Heimfahrt doch niemand ein Wort verloren gehabt, was die blonde Kunststudentin ziemlich beunruhigt hatte. Immerhin kannten sie sich untereinander sehr gut und bei einer solchen Reaktion, da musste es sich schon um etwas ernsteres handeln. Das war auch der Grund gewesen warum Sunny, kurz nachdem Jesse sie zu Hause abgeliefert hatte, die paar Straßen zu Jude hinüber gegangen war. Sie machte sich Sorgen und wollte einfach die Sicherheit haben, dass es Jude gut ging und ihr anderenfalls hilfreich zur Seite stehen.
Jude, die im Gegensatz zu Sunny auf dem Rücken gelegen hatte, hatte ihren Blick an die Decke gerichtet, ließ ihn nun aber einfach auf die Seite kippen, so dass der besorgte Gesichtsausdruck der Blonden vor ihren Augen erschien. Leicht seufzend drehte sich sich auf den Bauch. „Ja, es ist alles wieder in Ordnung", kam die positive Antwort, die Sunny gerne hören wollte, doch Judes Tonlage ließ einen, nicht nur die beste Freundin, an dem Wahrheitsgehalt der Worte zweifeln, waren diese doch sehr trist und monoton aus dem Mund der Brünetten geglitten. „Sicher?" Die beiden Freundinnen sahen sich stumm an, die eine mit einem ausdruckslosen Blick, die andere mit einem besorgten. Der Blickkontakt wurde allerdings relativ schnell wieder unterbrochen, von Jude, die sich in eine sitzende Position begab. „Ja, es ist wirklich alles in Ordnung", bestätigte sie nochmal ihre Worte, wobei ihr betrübter Blick allerdings schon auf die folgenden Worte vorbereitete. „Es ist nur..." Wieder blickte Jude die Blonde nur an ohne wirklich von sich zu geben, wo das eigentliche Problem lag, doch der Blick der Brünetten verriet Sunny auch, dass sie es ihr jeden Moment erzählen würde.
Die beiden Frauen gingen durch die kleinen Nebenstraßen der Küstenstadt, die noch vollkommen von der Nacht eingehüllt wurde. Nur die leichte Sichel des Mondes und die Sterne, die am Himmel standen, brachten ein klein wenig Licht über die weiblichen Gestalten, die sich auf den Weg nach Hause machten. Es war eine nette Party gewesen, auf der sie die letzten Stunden verbracht hatten und so schwelgten sie auch gegenseitig noch ein wenig in ihren Erinnerungen. Sunbury schien um diese Uhrzeit menschenleer zu sein. Aber das war auch kein wirkliches Wunder. Immerhin sprach man hier von einer Stadt, wenn sie diese Bezeichnung überhaupt schon verdient hatte, die pünktlich um zehn Uhr abends seine gepflasterten Bürgersteige hochklappte und sich die Bevölkerung des Städtchens spätestens um diese Zeit vor den Fernseher zurückzog um den allabendlichen Fernsehkrimi zu sehen oder sich bereits ins Bett begab um am nächsten Tag wieder pünktlich um sieben Uhr die Beine aus eben diesem zu schwingen und den neuen Tag freudig zu begrüßen. Dementsprechend wurde hier für die Jugend eher weniger geboten, so dass diese eher auf die nahe gelegenen Städte wie Midway oder Savannah auswichen oder eben darauf warteten, dass hier endlich mal etwas passierte. So wie die letzten Stunden zuvor, als Jesse Denay, Sohn des hiesigen Bürgermeisters, eben zu einer seiner legendären Semesterferienwillkommensparties eingeladen hatte.
"Die Nacht ist noch viel zu jung um schlafen zu gehen, lass uns nochmal kurz an den Strand und mit den Füßen ein wenig im Wasser planschen", sprach die eine zur Anderen in der absolute Stille des Ortes hinein und erntete dafür ein bekräftigendes Nicken, während sich die beiden schlanken Gestalten den kleinen Seitenpfad entlang schlichen, der direkt zu einer kleinen gemütlichen Ecke des herrlichen Sandstrandes führte, den die Bewohner des idyllischen Städtchens doch sehr zu schätzen wussten. Die Ecke hier war bekannt für seine Ruhe und Abgeschiedenheit. Hier her kamen oft junge Liebespaare, die sich noch nicht trauten ihren Freund oder Freundin mit nach Hause zu bringen oder die einfach die Möglichkeit suchten dort in Ruhe rumzuknutschen oder ihre erste Fummelspielchen auszuprobieren. Aber momentan waren auch diese brav zu Hause im Bett unter der Fuchtel von Mum und Dad, so dass sich der Strand menschenleer vor den beiden jungen Frauen erstreckte. Ein einfach herrliches Bild lag vor ihnen, wie die Sichel des Mondes und auch die Sterne sich auf dem klaren schon fast schwarz erscheinendem Wasser des Meeres widerspiegelte, dass momentan so völlig ruhig und fast bewegungslos vor ihnen lag. So dass man sogar nur mit einem ganz guten Gehör ein kleines Rauschen der unterschwelligen Meeresströmungen ausmachen konnte. Eine perfekte Nacht also.
"Oh ist das nicht herrlich hier? Ich liebe Sunbury einfach und könnte mir nicht wirklich vorstellen eines Tages nicht mehr hier zu wohnen. Das wäre absolut undenkbar", sprach die eine der jungen Frauen und zog sich ihre Sandalen aus um ins seichte Wasser zu rennen. Nicht wirklich weit, aber doch soweit, dass ihre Unterschenkel gut mit diesem bedeckt war. Neckisch fing sie an die andere Frau mit dem kühlen Nass, dass selbst um diese Uhrzeit aber noch locker 23 Grad aufwies, nass zu spritzen, so dass in kürzester Zeit eine nächtliche Wasserschlacht entstand, welche dafür sorgte, dass die nächtlichen Gestalten doch sehr schnell bis auf die Haut durchnässt waren. Aber der Spaß war es eindeutig wert gewesen und bei den Außentemperaturen, die gerade herrschten, bestand auch sicher nicht die Gefahr sich durch diese Aktion etwas einzufangen, außer vielleicht einen kleinen Lachmuskelkater, aber das war es doch allemal wert gewesen.
"Was für ein passender Abschluss für einen super tollen Abend. So etwas müsste hier in Sunbury echt öfter passieren. Ist echt ein Verlust gewesen, als Jesse doch tatsächlich angefangen hatte zu studieren und auf einmal wurde das Leben hier verdammt öde", erklang es leicht erschöpft von einer der jungen Frau und mit einem dicken Plumps ließ sie sich in den von der Nacht abgekühlten Sand sinken. Entspannt zog sie ihre Knie fest an ihren Körper und legte ihren Kopf drauf. Dieser Friede um einen herum und diese grandiose Stille erfüllte einen doch glatt mit absoluter Zufriedenheit und der Freude einfach auf der Welt zu sein, welches noch nicht mal die paar Wolken am Himmel zerstören konnten, die eben gerade aufgetaucht waren. Aber was wollte man noch mehr im Leben?
Auf einmal spürte sie einen stechenden Schmerz in ihrer rechten Schulter. Überrascht griff sie mit der linken Hand nach hinten und zog diese wieder nach vorne. Es fühlte sich feucht an und sie konnte auch eine dunkle Verfärbung an der Hand erkennen, aber mehr war aufgrund der beschränkten Sichtverhältnisse nicht zu erkennen. Anhand des metallischen Geruchs und des immer noch bestehenden Schmerzes konnte es sich bei dieser Substanz aber einfach nur um Blut handeln. Etwas anderes war gar nichts möglich. Ruckhaft drehte sich die junge Frau um, sprang wieder zurück auf ihre Beine, die sich ein wenig weich anfühlten. "Hey, was soll das? Wer auch immer das war? Bist du verrückt geworden? Du kannst doch nicht einfach so auf Leute einschlagen, die hier einfach nur friedlich ..." Sie kam gar nicht dazu ihre Worte weiter zu sprechen, als sie schon den nächsten stechenden Schmerz fühlte. Diesmal in ihrem linken Arm, so dass etwas warm diesen hinablief. Ein entsetzter Blick traf die Person, die das Ganze verursacht hatte und so langsam wusste sie, dass das Ganze alles andere als ein Spiel war. Dass es da jemand verdammt ernst meinte und dass wenn sie sich nicht schnellstens auf und davon machen würde, sie den nächsten Morgen wohl nicht mehr miterleben würde.
Nachdem sie sich von den kleinen Schock erholt hatte, wollte sie auf den Absatz kehrt machen, sich einfach nur umdrehen und los laufen. So schnell und so weit es eben ging. Sie schaffte es auch – um genau zu sein drei Schritte weit, als etwas sie eingeholt hatte und feste an ihrem langen Haar zog, so dass ihr gar nichts anderes übrig blieb, als stehen zu bleiben und diesem Druck und Schmerz an der Kopfhaut damit nachzugeben, aber nicht ohne noch entsetzt aufzuschreien. "Hiiiiiiiiiiiiiilfe, Hil.." brach schon wieder die Stimme des Opfers ab, als sich das Messer tief in ihre Eingeweide schob und einen höllischen Schmerz hinterließ, was sie hätte zusammen sacken lassen müssen, wenn ihre Haare sich nicht immer noch in der Hand des Täters befunden hätten. Blitzschnell wurde das Messer wieder aus der Wunde gezogen, nur um kurz darauf direkt daneben sich erneut einen Weg durch das weiches Fleisch zu bohren und dabei wichtige Organe zu verletzten. Fassungslos schaute sie einfach nur dieses besessene Gesicht an, nicht mehr in der Lage nur noch irgendwas zu sagen, irgendwas zu machen. Nicht mal in der Lage um ihr Leben zu flehen oder auch einfach nur zu weinen. Einfach nur absolute Fassungslosigkeit, als die Sichel des Mondes wieder zum Vorschein gekommen war und genau das Gesicht des Zustechenden traf und ihr dessen Augen offenbarte, die jede Hoffnung auf ihr Leben dahin schwinden ließ und sie einfach nur das Unvermeidbare ertragen ließen. Nämlich, dass sich das Messer immer und immer wieder in den Körper der jungen Frau bohrte und tiefe Verletzungen hinterließ, wie in einer Art Blutrausch, so lange bis die Augen des Opfers brachen und jegliches Lebenslicht aus diesem erloschen war. Danach wurde der leblose Körper in Richtung Klippen geschleift und letztendlich mit einer kleinen Kraftanstrenung über diese ins Meer geworfen. So konnte es Stunden dauern bis sie wieder an den Strand geschwemmt wurde oder auch Tage, Wochen oder Monate, je nachdem wie stark der Sog aufs Meer hinaus war. Die Schritte entfernten sich wieder in Richtung Strand um das Werk der Gewalt zu vollenden.
Es herrschte einen Moment absolute Stille zwischen den beiden Frauen, die nur von den Klängen der Musik, die durch das hell gestrichene Zimmer hallte gestört wurde, doch war es ohnehin unwahrscheinlich, dass auch nur eine der beiden dies bemerkte. Die großen Augen der Blonden fixierten ihre beste Freundin und voller Unglauben stand ihr Mund leicht offen, so als könnte sie absolut nicht glauben was Jude ihr da gerade offenbart hatte. „Du warst schwanger und hattest eine Fehlgeburt?" Der Unglaube war sogar aus ihrer Stimme heraus zu hören, was Jude dazu veranlasste den Blick von der Blonden abzuwenden, so als hätte sie eine schwere Sünde begangen, die vor allem Sunny geschadet hatte, so dass sie die junge Frau nicht mehr anblicken konnte. Allerdings spiegelte sich in Judes Gesicht weniger Scham als Trauer wieder. „Es war ein Unfall gewesen. Auf einer dieser Studentenfeiern. Du weißt ja wie gerne Tyler auf solche Partys geht." Keinerlei Gefühle schienen die Worte der Brünetten zu beinhalten. Viel mehr glich es einem Sachbericht der ausschließlich Fakten beinhaltete. „Ich bin die Treppe runter gefallen und hab die restliche Nacht im Krankenhaus verbracht." Die langen Braunen Haare verbargen Judes Gesicht vor Sunny mitleidigen Blick, die sich noch nicht einmal vorstellen konnte wie es war ein Kind zu verlieren. Sie hatte ja noch nicht einmal den ersten Schritt hinter sich gebracht, nämlich den richtigen Mann zu finden und an sich zu binden. Der Gedanke an Kinder hatte sie somit noch nie beschäftigt, doch umso schlimmer erschien es der Blonden nun, wo ihre beste Freundin doch so sehr darunter zu leiden hatte.
„Tyler hat sich so gefreut." Jude hatte ihren Blick wieder gehoben und blickt Sunny nun an. Kleine Tränen schimmerten in ihren Augenwinkeln, so wie kleine Diamanten der Trauer, die man sich nur zu gerne weg wünschte, gleich wie viel sie auch wert sein mochten. „Ich hatte sogar schon einen kleinen Bauch." Die erste Träne fand nun ihren Weg Judes Wange hinab, wo sie einen schwach glänzenden Film aus Feuchtigkeit hinterließ, ebenso ein winzigen Fleck auf dem blauen Lacken des Bettes. Unweigerlich legte Sunny der Brünetten einen Arm um die Schulter, zog sie an sich heran um sie in eine tröstende Umarmung zu zwingen und wollte ihr so zumindest ein wenig etwas von der Trauer nehmen. „Warum hast du denn nichts gesagt?" fragte Sunny, wobei die Umarmung noch ein wenig fester wurde um der Brünetten auch deutlich zu zeigen, dass sie nicht alleine war. „Warum hast du nicht angerufen? Wir haben unsere Nummern doch ausgetauscht. So etwas kann man doch nicht alleine durchstehen." Doch alles was an Antwort kam war ein leichtes Kopfschütteln während ein Aufschlurzen laut wurde, was nur noch mehr von den Tränen zeugte, die Jude in Sunnys T-Shirt weinte. Dabei hatten die gemeinsamen Ferien in der kleinen Küstenstadt doch eigentlich schön werden sollen, doch stattdessen hatte sich schon nach 24 Stunden in der Heimat ein absolutes deprimierendes Chaos entwickelt.
