Kapitel 23: The Idol and the Teddy
Das den Jungs der Gruppe die Kinnlade runterfiel, war noch untertrieben, aber Rise zu freizügig zu sehen, war schon etwas, was man nicht jeden Tag zu Gesicht bekam.
Chie und Yukiko brauchten jedoch nicht lange, um sie wieder zur Vernunft zu bringen.
„Männer..." murmelte Chie genervt und beschwörte ihre Persona.
Sie durften sich hier keine Schlappe leisten, schließlich ging es um ein Menschenleben, dass es zu retten galt.
Überraschenderweise war es Minato, der sich in diesem Kampf als überlegen herauskristallisierte und es schaffte Rise´s Schatten in die Knie zu zwingen.
Er hatte es immer noch nicht geschafft sein volles Potenzial zu nutzen und das machte sich jetzt bemerkbar. Er war müde und es fiel ihm sichtlich schwer, sich auf den Beinen zu halten, trotzdem schlug er Yukiko´s Vorschlag, sich nach Hause bringen zu lassen, aus.
Es mochte für die anderen unverständlich sein, aber für ihn war es faszinierend zu sehen, wie sie mit ihren Schatten ins Reine kamen und daraus eine Persona entstand.
Wenn er damals nicht in Iwatodai sondern hier gelandet wäre, wäre es für ihn dann auch so gewesen?
Wie wäre wohl sein wahres Ich?
Am naheliegensten wäre wohl Ryouji gewesen, aber dieser hatte nie versucht ihn umzubringen...
So gesehen konnte er sich wohl glücklich schätzen, dass er sich dieser Sache nicht aussetzen musste, wer wusste schon, wie sich seine innersten Gedanken manifestieren würden. Ob er überhaupt stark genug war, seinem Schatten zu widerstehen?
Bevor er diese Gedanken jedoch weiterführen konnte, wurde seine Aufmerksamkeit wieder zu den anderen Gelenkt, die plötzlich recht laut geworden waren. Die Ursache dafür war schnell entdeckt.
Teddy...
Wie es schien hatte ihr pelziger Freund doch größere Probleme, als sie bisher angenommen hatten. Das jemand wie er einen Schatten besaß...
So gesehen dürfte es ihn nicht überraschen, schließlich war es auch Koromaru, einem Hund, gelungen eine Persona zu beschwören.
Aber das hier schien um einiges schlimmer zu sein und alles gute Zureden half nichts, Teddy konnte seinen Schatten nicht akzeptieren...
Und hier waren sie bereits von dem vorherigen Kampf geschwächt.
„Schaffst du´s?" fragte Seta neben ihm besorgt.
„Kein Problem. Als ob dieses überdimensionale Plüschtier uns von unserer Mission abhalten könnte!" Minato versuchte so zuversichtlich wie nur irgendmöglich zu klingen, aber es war wohl offensichtlich, dass er sich kaum noch auf den Beinen halten konnte, denn Seta schob ihn ein wenig aus der Schusslinie.
„Ich weiß deinen Einsatz wirklich zu schätzen, aber vielleicht solltest du uns diesmal von den hinteren Reihen aus unterstützen."
„Du verdirbst einem aber auch jeden Spaß..."
Etwas wiederwillig zog er sich ein wenig zurück, um nicht von den direkten Treffern erwischt zu werden. Es war seltsam, plötzlich die Rolle des Heilers inne zu haben, wo er sonst immer als Anführer fungiert hatte.
So langsam wurde ihm bewusst, dass diese Zeit wohl endgültig zu Ende war. Er musste seinen Platz für die neue Generation freiräumen...
Aber so sehr er sich auch versuchte sich das einzugestehen, er konnte sich einfach nicht damit abfinden.
