So, hier ist das nächste Kapitel von „Finding Gravity"! Wie auch schon bei den beiden ersten Kapiteln hab ich keinerlei Rechte an den Personen und Orten in Twilight. Ich leihe sie mir nur aus.

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Attraktion

Am nächsten Morgen hatten Charlie und ich uns nicht viel zu sagen.

Er wünschte mir einen guten Morgen und einen schönen „ersten" Schultag. Das war's.

Ich nickte zu beidem nur und machte mir mein Frühstück.

Charlie hatte Müsli besorgt. Es war zwar nicht meine Lieblingssorte, aber trotzdem gut.

Nach dem Frühstück stellte ich meine Schüssel in die Spüle und ließ Wasser reinlaufen.

Zum Spülen war keine Zeit mehr, also beschloss ich dies dann nach der Schule zu machen. Am ersten Schultag zu spät zu kommen würde wohl nicht so gut aussehen.

Ich schnappte mir meinen Rucksack und ging dann zu meinem Auto. Es war sogar sonnig.

Ganz ungewohnt, wenn man in Forks lebte.

Der Weg zur Schule war einfach zu finden. Eigentlich musste ich nur der Straße folgen und mich danach an die Schilder, die die „Forks High School" ausschilderten halten.

Ich war eine der ersten, die an der Schule ankamen. Also hatte ich freie Parkplatzwahl.

Ich wählte einen Parkplatz, der relativ weit vorne war. So müsste ich zwar mehr laufen, war aber nicht im Mittelpunkt mit meinem lauten Auto.

Ich ging in das A-Gebäude, welches als Sekretariat ausgezeichnet war.

In der Mitte stand ein Schreibtisch. Das Namensschild darauf zeichnete die ältere Frau als Mrs. Cope aus.

„Wie kann ich dir helfen, Liebes?", fragte sie als sie mich erblickte.

´Na super, so eine mit Mutterkomplexen!´

„Ich bin Bella Swan", antwortete ich.

„Isabella Swan?"

„Ja."

„Ok. Ich hab hier deinen Stundenplan. Dort siehst du, in welchem Gebäude du unterricht hast. Wann du da sein musst und wie der Lehrer heißt", erklärte sie während sie auf den verschiedenen Zetteln zeigte, was sie meinte.

„Hier hast du noch einen Zettel. Den musst du von jedem Lehrer unterschreiben lassen und heute Nachmittag zurückbringen", fuhr sie fort und reicht mir einen weiteren Zettel. Ich bedankte mich und ging wieder raus. Der Schulhof hatte sich mittlerweile gut gefüllt.

Als erstes hatte ich Geschichte in Gebäude- E bei Mr. Simon.

„Du bist Isabella Swan, richtig?", fragte mich plötzlich ein Mädchen.

„Ja, aber nur Bella."

„Ich bin Jessica. Kann ich dir irgendwie helfen?"

„Ich suche Gebäude- E. Ich hab Geschichte bei Mr. Simon", antwortete ich.

„Das ist einfach zu finden. Ich zeig's dir. Ich muss ins C-Gebäude, die sind nebeneinander."

Sie zeigte mir das Haus und sage dann, dass sie nachher in der Pause auf mich warten würde.

Na wenigstens würde ich nicht wie ein verlorenes Schaf hier herumirren.

Jessica schien wirklich nett zu sein.

Meinen Kurs fand ich einfach. Nachdem der Lehrer meinen „Unterschritten-Zettel"

Unterzeichnet hatte setzte ich mich auf einen freien Platz in der hinteren Reihe.

Für heute sollte ich in das Buch meines Sitznachbarn schauen.

Er stellte sich mir als Mike vor.

Nach der Stunde bestand er darauf, dass er meine Bücher tragen würde und ich später in der Mittagspause bei ihm am Tisch sitzen sollte. Jessica brachte mich zu meinem nächsten Kurs. Sie schien ganz nett zu sein. Sie war eher eines der Mädchen, was perfekt zu meinen Freunden in Phoenix passen würde. Sie stand anscheinend gerne im Mittelpunkt und hatte viel zu erzählen. Mit ihrer Hilfe würde ich wahrscheinlich bald Expertin in Sachen „Wer-mit-Wem" sein.

Tiefgründigere Gespräche kamen mit ihr wohl nicht in Frage. Unsere Interessen waren vollkommen unterschiedlich. Im Grunde war sie eine typische „Kleinstadt-Tussi". Von Party, Drogen oder Alkohol hatte sie wahrscheinlich noch nie etwas gehört. Aber das konnte ich in Forks wohl im Allgemeinen nicht erwarten.

Der Rest des Tages bis zur Mittagspause ging ganz schnell rum. Ich würde nur noch zwei Stunden Biologie haben und dann für heute erlöst sein.

Am Mittagstisch saßen schon einige, als ich mit Mike dazukam.

Er stellte mir alle vor, aber Namen konnte ich mir noch nie gut merken.

Bis auf Mike und Jessica kannte ich niemanden. Ein paar Leute hatte ich schon in anderen Kursen gesehen, aber noch nicht mit ihnen gesprochen.

Auch wenn niemand mich ansprach, merkte ich wie alle ständig über mich gesprochen hatten. Aber das war ja nicht anders zu erwarten gewesen. Ich war die neue Attraktion in Forks. Die Tochter des Polizeichefs, die von ihrer flatterhaften Mutter wegen Problemen in die Kleinstadt geschickt wurde, um wieder „auf den rechten Weg" zu kommen.

Die meiste Zeit während der Mittagspause schwieg ich und hörte zu. Was hätte ich auch sagen sollen? Ich hatte keine Ahnung wovon sie sprachen. Würde wohl einige Zeit dauern, bis ich wusste um was es gerade ging.

„Wie gefällt es dir in Forks? Ist ein ganz schöner Unterschied zu Phoenix, oder?", fragte plötzlich ein Mädchen.

Sie hatte dunkle, lange Haare die ihr bis etwa zur Taille gingen.

Die ganze Aufmerksamkeit war jetzt bei mir. Ich merkte, wie ich rot wurde.

„Ähm…es ist ganz in Ordnung. Schon ziemlich anders", antwortete ich.

Sie nickte.

„Hast du Lust am Wochenende mit uns mit zu kommen?", fragte Mike nach einer Weile.

„Was macht ihr denn?"

„Wir wollten nach Port Angeles einen Film schauen."

„Ja klar, warum nicht? Ich denke, das könnte klappen." ´Muss erst noch um Erlaubnis betteln.´

Hoffentlich würde Charlie den Ausflug erlauben. Wer weiß, wie er nach gestern Abend reagieren würde.

Der Rest der Mittagspause ging schnell rum. Ich versprach Jessica anzurufen um ihr zu sagen, ob ich Samstag mit kommen könnte.

Nach der Mittagspause nahmen Mike und ein Mädchen, Sie hieß Angela, mit. Wir hatten zusammen Biologie.

Bio war sowieso nicht gerade mein Lieblingsfach, obwohl es mir leicht fiel, aber nachdem Mr. Evans darauf bestand, dass ich mich vor der Klasse vorstellte, war meine Abneigung gegenüber Bio besiegelt.

Nachdem Bio (endlich) vorbei war brachte ich den Zettel mit den Unterschriften zurück und fuhr schnell nach Hause.

Dort kochte ich. Ich hatte mich für Hackbraten, Kartoffeln und eine Soße entschieden.

Charlie würde es sicher schmecken. Soweit ich mich erinnern konnte hatte Charlie nie große Ansprüche, ans Essen. Er mochte lieber Hausmannsküche. Als meine Mutter in seinen Ferienbesuchen rumexperimentierte, hatte er es tapfer ertragen. Aber gefallen hatte es ihm nicht. Ihm würden wahrscheinlich jeden Tag Pizza genügen.

Der Hackbraten war recht schnell fertig, und die Kartoffeln mussten auch nur kochen.

Ich nahm meinen Rucksack und ging in meine Zimmer. Dort schaltete ich meinen Laptop an und begann mit meinen Hausaufgaben.

Sie waren schnell erledigt. Zum Glück hatte ich den meisten Unterrichtsstoff schon einmal gehabt.

Danach schaute ich nach Mails.

Ich hatte vier neue Mails, drei davon von meiner Mutter:

Hi Bella,

meld dich, wenn du angekommen bist.

Lieb dich

Mum

´War ja klar. Kaum bin ich weg, bin ich wieder wichtig.´

Ich öffnete die zweite Mail:

Bella,

wie geht es dir? Bist du gut angekommen?

Meld dich.

Mum

Ich war doch gestern erst angekommen, wie konnte sie sich jetzt schon solche Sorgen machen? Aber das lag bestimmt nur daran, dass ich nicht mehr in ihrer Nähe war.

Ich öffnete die dritte Mail. Sie war von Damien.

Hi Bells!

Wie geht's? Gut angekommen?

Ist echt langweilig hier. Du musst unbedingt so schnell wie möglich wieder zurück kommen. Dann machen wir mal wieder richtig Party.

Vermiss dich.

Bis dann.

Damien

Ich begann sofort zu antworten:

Hi Damien.

Ist an sich alles in Ordnung. Ist halt typisch Kleinstadt. Nix los. Die anderen Kids hier sind todlangweilig! Echt nichts interessantes.

Mein Dad hat meinen Notvorrat gefunden. Schickst du mir was? Geld überweis ich…

Würde gerne zurückkommen.

Vermiss euch alle.

Grüß die anderen.

Bella

Ich schickte die Mail ab und las dann die letzte meiner Mutter.

Bella,

Charlie hat mir von deinem "Zusatzgepäck" erzählt. Ich dachte ich hätte mich klar ausgedrückt. Mit dem Zeug ist Schluss!

Wenn das wieder vorkommt, dann wird weitaus mehr passieren, als die bloße Vernichtung.

Du weißt, dass wir dich lieben. Irgendwann wirst du uns drei verstehen.

Hab dich lieb.

Mum

Wenn ich ihnen doch so wichtig war, warum musste ich dann hierher?

Meine Mum würde auch ohne eine Antwort auskommen.

Ich wollte das Laptop gerade schließen, als eine neue Mail kam. Sie war von Damien. Hoffentlich hatte er gute Nachrichten.

Ich öffnete die Mail und begann zu lesen.

Damien schrieb mir, dass er schon ein Päckchen zusammen gestellt hatte und es nur noch zur Post bringen musste.

Ich antwortete ihm schnell und schaltete dann meinen Laptop aus.

Vielleicht würde es ja doch nicht ganz so schlimm werden.

Ich schaute auf die Uhr. 17.25 Uhr!

Noch genug Zeit um früh genug zurück zu sein, ohne das Charlie merkte, dass ich weg war.

Ich schnappte meine Jacke, mein Portemonnaie und meinen Schlüssel. Ich schaltete den Herd und den Backofen aus und ging raus zu meinem Auto.

Ich fuhr nur 10 Minuten, bis ich zu der Abzweigung kam, zu der ich wollte. Ein kleiner Waldweg außerhalb von Forks. Hier würde mich niemand stören.

Ich schaltete den Motor ab und stieg aus. Ich ging einige Meter in den Wald und setzte mich dann auf den Boden. Er war einigermaßen trocken. Die Bäume hielten den ständigen Regen perfekt ab.

Ich kramte mein Portemonnaie raus und nahm meine letzten beiden Pillen. Jetzt, wo ich wusste, dass ich bald Nachschub haben würde, konnte ich mir das erlauben.

Ich fühlte mich total erleichtert, direkt nachdem ich sie genommen hatte. Das war genau das, was ich gebraucht hatte. Ich brauchte eindeutig mehr. Warum auch damit aufhören? Das Hoch-Gefühl war jedes Mal so stark. Ich war frei.

Ganz langsam veränderten sich die Farben des Waldes…

Alles wurde irgendwie…schön!

Das vorher so lästige grün hatte jetzt eine ganz andere Wirkung auf mich. Selbst das sonst so nervende Vogelgezwitscher klang auf einmal toll. So war Forks eindeutig auszuhalten!

Ich stand auf. Ich musste den Wald einfach näher betrachten. Er wirkte ganz anders. Ich weiß nicht, wie weit ich mittlerweile im Wald war. Einige hundert Meter vielleicht?!

Da hörte ich plötzlich Stimmen. Keine bekannten, soweit ich wusste.
Ich setzte mich hin, damit sie mich nicht sahen. Egal wer es war, keiner sollte mich so sehen!

Wer würde soweit in den Wald laufen? Und warum?

Hier wohnte keiner, und für einen Spaziergang war der Ort hier zu weit außerhalb gelegen.

„Das ist ein Mensch, Emmett!", hörte ich eine weibliche Stimme sagen. Sie klang wunderschön – so melodisch.

„Ich weiß", antwortete daraufhin eine männliche Stimme.

„Was willst du denn dann noch? Wir wollten jagen, schon vergessen?"

„Nein, nein, natürlich nicht. Aber vielleicht braucht er Hilfe. Warte hier, ich brauch nicht lange."

Was die beiden sprachen ergab überhaupt keinen Sinn: ´"Das ist ein Mensch."´

„Hey, was machst du denn auf dem Boden? Ist dir etwas passiert? Brauchst du Hilfe?", hörte ich die männliche Stimme plötzlich hinter mir. Ich schaute auf und sah, direkt hinter mir, einen großen muskulösen Mann. Er hätte locker Footballspieler oder so etwas sein können. Er hatte etwas kämpferisches an sich. Und er sah älter aus, als ich. Vielleicht 20 oder 21.
Wie hatte der mich denn gesehen? Ich setzt mich extra hin und er findet mich trotzdem!
`Naja, vielleicht hat er mich vorher schon entdeckt?´, dachte ich.

Er schaute mich fragend an. Seine Augen waren schwarz. Kohlrabenschwarz. So was hatte ich noch nie zuvor gesehen. Und seine Kleidung… Sie passte nicht hierher. Sie war viel zu ordentlich und fein für eine Wandertour durch den Wald. Überhaupt nicht Outdoor-tauglich.

„Nein. Alles in Ordnung", antwortete ich schließlich.

„Steh erst mal auf. Du wirst sonst noch krank." Er reichte mir seine Hand und half mir auf. Hob mich auf, traf es wohl eher.

Seine Hand war ungewöhnlich kühl, aber wahrscheinlich bildete ich mir das nur ein.

„Geht's dir wirklich gut? Du siehst nicht so aus."

„Ja, Alles in Ordnung", antwortete ich. Ich musste ihm ja nicht wirklich sagen, dass ich mir gerade was eingeworfen hatte.

Im Hintergrund sah ich eine blonde Frau auf uns zukommen. Sie sah aus wie ein Topmodel. Eindeutig viel zu hübsch für eine Stadt wie Forks. Solche Frauen sollten in New York oder Los Angeles wohnen. Sie war perfekt! Aber auch ihre Kleidung passte nicht in den Wald. Sie trug einen Hosenanzug und High Heels…im Wald! Ich würde nicht einen Schritt mit denen im Wald machen können, und sie…Sie schwebte förmlich Engelsgleich zu uns.

„Emmett, kommst du?", fragte sie mit ihrer wunderschönen Stimme. Sie konnte nicht von dieser Welt sein.

„Nein. Ich denke, ich bring sie zu Carlisle. Sie sieht wirklich nicht gesund aus."

„Kannst du nicht wann anders den strahlenden Samariter mimen?", entgegnete sei gereizt.

„Geh du schon vor. Ich komm dann gleich nach", erwiderte er.

Die Frau drehte sich um und ging in die entgegengesetzte Richtung weiter.

Schließlich wendete er sich wieder mir zu.

Die Wirkung der Pillen schien nachzulassen. Ich konnte fast alles wieder in seiner tatsächlichen Farbe sehen. Nur seine Augen waren noch immer schwarz.

´Schade´, dachte ich ´Viel zu schnell wieder vorbei.´

„Wie bist du hierher gekommen?"

Statt auf seine Frage zu antworten sagte ich ihm, dass es mir wirklich gut ginge, und ich seine Hilfe nicht bräuchte. Doch er schaute nicht überzeugt aus.

„Ich bring dich zu meinem Vater, der ist Arzt."

´Was? Nein! Das geht nicht. Charlie darf doch nichts mitbekommen. Kannst du nicht irgendwann anders den strahlenden Retter spielen? Geh deiner Freundin hinterher und lass mich in Ruhe!´

„Ist wirklich nicht nötig. Mir geht es wirklich gut."

Er glaubte mir noch immer nicht.

„Wo hast du denn dein Auto? Du bist doch nicht etwa gelaufen, oder?"

Ich zeigte ihm die Richtung, in der mein Auto geparkt war und schon zog er mich dorthin. Widerstand war bei diesem Typen anscheinend zwecklos. Ich konnte nur noch hoffen, dass Charlie nichts mitbekam.

„Ich bin übrigens Emmett Cullen", stellte er sich mir vor.

„Bella Swan", antwortete ich.

Wir brauchten eine Weile, bis wir meine Auto erreicht hatten. Und das, obwohl Emmett mich förmlich hinter sich herzog. Ich war wohl weiter im Wald gewesen, als ich gedacht hatte.

Wie ich schon befürchtet hatte bestand Emmett darauf zu fahren.

Er fuhr wie ein Verrückter!

„Ich hätte gerne, dass mein Auto überlebt", sagte ich leise zu mir. Doch er schien es gehört zu haben und lächelte. Eigentlich war es unmöglich gewesen mich zu verstehen. Der Motor war viel zu laut.

Ich musste wohl jetzt dunkelrot sein. Zum Glück erwiderte er darauf aber nichts.

Er versteifte die Hände am Lenkrad, als ob er Angst hätte, es könnte ihm aus den Fingern gleiten.

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