Hi, hier ist wie versprochen das nächste Kapitel....
Danke für die Reviews an Tearfulness, Sandy und Couchkartoffel. Ich hoffe euch gefällt das Kapitel.
Viel spaß beim lesen....
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Charlie
Ich wurde von einem klopfen an meiner Fensterscheibe geweckt. Wer könnte das denn sein?
"Bella? Geht es dir gut?", hörte ich eine Stimme durch die Scheibe. Ich rieb mir erst mal meine Augen. Und versuchte klar zu sehen. Das war gar nicht so einfach. Ich war immer noch richtig müde. Ich drehte mich um und sah Alice, Carlisle und Esme an meiner Tür stehen. Sie sahen besorgt aus. Weswegen denn? Doch nicht wegen mir, oder doch?
"Bella, mach die Tür bitte auf", sagte Alice und ich tat, was sie wollte.
"Geht es dir gut, Liebes?", fragte Esme als ich die Tür öffnete. Sie umarmte mich. Und gab mir dann eine Decke. Was war denn mit ihr los? Hatte sie denn vergessen, dass ich sie nicht kannte. Ich war ihr doch erst einmal begegnet. Hielt man nicht normalerweise eine Art `Respektsabstand´?
"W..W..Was ..cht i..ihr denn hi..ii..ier?", fragte ich sie. Na ja, versuchte es zumindest.
"Die ganze Stadt ist auf der Suche nach dir. Aber das ist jetzt egal. Du bist total unterkühlt. Wir packen dich lieber warm ein und bringen dich dann nach Hause.
Ja klar war ich unterkühlt. Das wusste ich auch ohne Arzt. Habt ihr schon mal eine Nacht im November im Auto verbracht?
Alice schnappte sich die Decke, und in null-komma-nix war ich darin eingewickelt. Es wurde sofort angenehm warm.
"Es geht mir gut. Ich muss mir lediglich Benzin besorgen. Das ist alles. Ihr braucht euch keine Sorgen um mich zu machen. Ich schaff das allein. Außerdem habe ich nicht vor nach Forks zurückzukehren", erklärte ich, als ich wieder normal sprechen konnte.
"Wir nehmen dich mit!", stellte Alice klar. "Dein Vater braucht dich. Du hättest ihn mal sehen sollen."
"Charlie braucht gar nichts. Und am aller wenigsten mich!", beharrte ich.
"Oh doch. Du kommst mit. Ich weiß sowieso, dass du nachgibst, also mach jetzt kein Theater."
Carlisle versteifte sich auf einmal und Esme sah geschockt aus. Warum denn?
Irgendwas war passiert und ich hatte es nicht mitbekommen. Ich schaute sie fragend an, aber nichts passierte. Es dauerte etwas, bis sie sich wieder normalisierten.
"Was war denn los?", fragte ich, sobald sie sich entspannt hatten.
"Nichts", antwortete Carlisle schnell.
Alice packte mich an den Schultern und schob mich zu einem schwarzen Auto. Ein Mercedes, soweit ich wusste. Aber mit Autos kannte ich mich nicht sonderlich gut aus.
"Alice! Lass mich!", versuchte ich zu protestieren. Aber ich kam einfach nicht gegen sie an. Wie konnte jemand so kleines so stark sein?
Noch ehe ich mich versah, saß ich auch schon im Auto drinnen.
Ich sah, wie Esme etwas aus dem Kofferraum holte. Einen Benzinkanister. Sie ging damit zu meinem Truck und befüllte ihn.
"Alice. Lass mich hier raus. Oder ich fang an zu schreien! Das einzige, was ich brauchte war Benzin. Das hab ich ja jetzt. Also ist das ganze Theater hier sinnlos."
Alice schaute mich an und fing an zu grinsen. Was sollte das denn jetzt?
"Fang nur an zu schreien. Es sind deine Halsschmerzen. Nicht meine. Aber hier wird dich niemand hören", antwortete sie und ihr grinsen wurde immer breiter.
Carlisle stieg auf der Fahrerseite ein, und noch ehe ich protestieren konnte fuhr er los.
Ich drehte mich um und sah, wie Esme in meinen Truck stieg und uns dann hinterher fuhr.
Hoffentlich quälte sie mein Auto nicht so wie Emmett.
Es wurde langsam immer heller. Aber die Sonne konnte man nicht sehen. Aber das wäre ohnehin schwer gewesen. Die Scheiben des Autos waren pechschwarz getönt.
"Müsstest du nicht eigentlich in die Schule gehen?", fragte ich Alice.
"Du nicht eigentlich auch?", entgegnete sie.
Sie schwieg wieder eine Weile.
"Bella. Die ganze Stadt ist auf der Suche nach dir. Dein Vater ist krank vor Sorge. Mein Dad musste ihm ein Beruhigungsmittel geben."
Charlie? Ein Beruhigungsmittel? Ihn konnte doch sonst nichts so leicht schocken, soweit ich mich erinnerte.
"Wo fahren wir hin?", fragte ich, als ich merkte, dass Carlisle nicht zu Charlies Haus fuhr.
"Ich bringe dich in ein Krankenhaus", antwortete Carlisle. "Dort wirst du erst mal gründlich durchgecheckt."
"Nein. Bitte. Bringt mich einfach..." ´Ja, wohin eigentlich?´, dachte ich.
"Ich muss nicht ins Krankenhaus. Es geht mir wirklich gut. Ich fühl mich prima. Ich bin nur müde. Mehr nicht. Bitte?!"
"Tut mir leid Bella. Aber du solltest wirklich untersucht werden."
"Warum müssen alle Cullens denn so starrsinnig sein? Zählt denn gar nicht, was ich will?"
"Du musst. Und du wirst!", antwortete Alice dieses mal.
Widerstand war also wieder zwecklos. Wie immer, wenn ich mich mit einem Cullen anlegte.
Es dauerte wieder eine Weile, bis wir das Krankenhaus erreichten. Es lag sehr weit außerhalb.
Ich wurde von einem Dr. Snow untersucht. Er schien ein guter Arzt zu sein, aber das war mir ab dem Moment egal, als er mir auch noch Blut abnahm. Man konnte mir immer noch nachweisen, dass ich Drogen genommen hatte. Alle meine Proteste schienen ihn nicht zu interessieren.
Als ich endlich fertig war, brachte Carlisle mich nach Hause. Er sagte, dass er noch mal nach mir schauen würde und war dann auch schon verschwunden.
Dann war ich allein mit Charlie.
Er schien ganz ruhig und sprach kein Wort mit mir. Also ging ich in mein Zimmer und legte mich ins Bett. Aber ich konnte nicht einschlafen. Nichts half. Ich war todmüde, konnte aber nicht einschlafen.
Wie sollte man auch einschlafen, wenn man genau wusste, dass man unerwünscht war. Nur ein Problem. Ich wurde aus Charlie einfach nicht schlau. Erst war ich ein Problem für ihn, und dann war es aber Priorität Nummer 1., dass ich da blieb.
Aus ihm sollte mal einer schlau werden. Aber er wusste wahrscheinlich selbst nicht, was er wollte.
Ich wusste, was ich wollte. Ich wollte wieder nach Hause. Allerdings war diese ´Zuhause` nicht bei Renee, oder besser gesagt nicht bei Phil.
Ich wollte meine Freunde wieder sehen. Wieder Abends mit Damien, Joules, Anna, Adrian und den anderen was unternehmen. Und ich wollte, nein, ich brauchte dringend das Päckchen von Damien.
Langsam bekam ich echt Entzugserscheinungen. Ständig wechselte es von zu warm zu, zu kalt. Und das im Minutentakt. Ich hatte Kopfschmerzen. Und nichts wollte dagegen helfen.
Ich kam mir so klein, so hilflos vor. Ich wäre gerne normal. Ohne meine Sucht. Aber andererseits war mein Leben einfacher zu ertragen, wenn ich kaum etwas davon mitbekam. Wenn ich flüchten konnte, wann immer ich wollte. Aber diesen Ausweg hatte Charlie mir ja genommen, zumindest vorerst. Also würde ich noch ein klein wenig länger aushalten müssen. Solange Charlie nichts von dem Päckchen mitbekam, würde es ja nicht so lange dauern.
"Bella, kann ich bitte reinkommen?", hörte ich Charlie vor der Zimmertür fragen.
"Ja."
Charlie öffnete die Tür und kam in mein Zimmer. "Du weißt, ich rede nicht viel. Aber ich muss mich wegen gestern Abend entschuldigen."
´Oh ja! Das musst du eindeutig!´ Ich schaute Charlie nicht an. Warum auch?
"Bells. Könntest du vielleicht antworten?"
"Warum Dad? Sag mir warum!", platzte es aus mir raus. Charlie antwortete nicht, also fuhr ich fort. "Wenn ich ein so großes Problem für dich bin, warum musste ich dann zurück nach Forks kommen? Warum ist es denn dann nicht in Ordnung, wenn ich verschwinden will? Du willst mich nicht hier haben, lässt mich aber auch nicht gehen. Das passt nicht zusammen, Charlie. Ist dir das eigentlich klar?"
"Bells, so meinte ich das gar nicht. Das ist alles falsch gelaufen. Ich meinte, dass doch alles in Ordnung wäre, wenn du freiwillig gekommen wärst. Und nicht, weil deine Mum dich hierher geschickt hat.
Ich meinte, dass wir keine Probleme hätten, wenn ich nicht ständig aufpassen müsste, ob du Drogen nimmst oder nicht. Ach Bells! Du weißt, ich hab keine Ahnung, wie dieses Vater-Zeug läuft. Ich möchte doch nur alles richtig machen."
Darauf wusste ich nichts zu antworten. Charlie sprach nie soviel an einem Stück, vor allem nicht über seine Gefühle. Und er hatte recht. Auch wenn es mir nicht gefiel, aber er hatte recht. Würde ich keine Probleme machen, dann könnten wir viel entspannter miteinander umgehen. Und ich wäre nicht hier.
Aber ich war hier. Und ich brauchte die Pillen. Ich brauchte sie, wie die Luft zum atmen. Ich wusste nicht, wann das angefangen hatte. Am Anfang hatte ich die Pillen und den Alkohol nur ab und zu gebraucht. Aber mittlerweile brauchte ich sie regelmäßig.
"Ich denke, ich lass dich dann mal alleine. Du brauchst deinen schlaf. Morgen ist wieder Schule."
Charlie stand auf und öffnete die Tür. Im Türrahmen blieb er noch mal stehen. "Wo warst du gestern Mittag?"
"Ich hab ein paar aus meiner Schule getroffen. Cullen heißen sie", antwortete ich.
Charlie nickte. "Ja, die Cullens sind wirklich nett. Sind erst vor zwei Jahren oder so hergezogen. Machen nie Probleme, die fünf. Sind wirklich wohlerzogen."
Charlie schloss die Tür hinter sich und ich hörte ihn die Treppe runtergehen.
Ich war wirklich müde, also legte ich mich wieder hin. Dieses mal hatte ich keine Probleme einzuschlafen. Ich schlief nicht gut. Unruhig. Ich träumte von der Begegnung mit Emmett Cullen im Wald und von seinem Bruder Edward. Edward hatte etwas faszinierendes, obwohl ich ihn noch nicht mal 20 Minuten gesehen hatte.
Ich wachte gegen 17.00 Uhr wieder auf. Charlie war mittlerweile auf der Arbeit, also machte ich mir schnell eine Kleinigkeit zu essen und fing dann an zu kochen. Ich machte gleich mehrere Gerichte auf einmal. So konnte ich einiges einfrieren. Gerade, als ich die Lasagne in den Ofen schieben wollte fiel mein Blick auf den Hackbraten, den ich gestern gemacht hatte. Charlie hatte wohl versucht ihn fertig zu machen. So sah er auch aus. Ich konnte mir ein lächeln nicht verkneifen. Typisch Charlie.
Nachdem ich mit dem kochen fertig war schaute ich nach Mails. Ich hatte wieder zwei von meiner Mutter. Sie wollte wieder wissen, wie es mir ging und was hier so passierte. Aber ich hatte keine Lust ihr zu antworten. Es war mir nicht wichtig. Alles, was sie wissen wollte würde Charlie ihr erzählen.
Damien hatte sich nicht wieder gemeldet. Hoffentlich kam mein Päckchen bald.
Es war mittlerweile fast 22.00 Uhr, als ging ich ins Bad und genoss erst mal eine heiße Dusche. Danach wickelte ich mich in ein Handtuch und putzte mir die Zähne. Ich zog mir ein T-Shirt und eine Hose an und ging wieder in mein Zimmer. Meine Haare band ich zu einem einfachen Pferdeschwanz zusammen und dann legte ich mich wieder ins Bett. Charlie musste heute lange arbeiten, also brauchte ich nicht auf ihn warten.
Es dauerte nicht lange, und ich fiel in einen traumlosen schlaf.
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Wie wars? Hat's euch gefallen?
Soll ich auch mal aus der Sicht der Cullens schreiben, oder soll ich bei Bella bleiben.
Bin mir im Moment noch nicht sicher. Hab aber ein paar Ideen...
Das nächste Kapitel ist "etwas" länger...
BlueBloodedVampireAngel
