Vielen Dank für die Reviews von Kakophonie, kadda und Nabbi. Es ist immer toll zu lesen, dass meine Geschichte euch gefällt.
Ich denke ich schreibe erst Mal aus Bellas Sicht weiter.
Ich kanns kaum erwarten, was ihr zu diesem Kapitel zu schreiben habt.
Deswegen lass ich euch jetzt lesen!
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Hilflos
Die nächsten zwei Wochen liefen eigentlich jeden Tag nach dem gleichen Schema ab.
Vier Tage, nachdem Damien das Päckchen losgeschickt hatte, kam es an. Es war ein Freitag gewesen. Diesen Freitag werde ich wohl nie vergessen. So dringend hatte ich noch nie eine Pille nehmen wollen. Es war eine richtige Erleichterung gewesen. Zum Glück hatte Charlie nichts bemerkt. Ich hatte es nicht abwarten können und mir gleich drei bei Charlie im Haus eingeworfen. Im nachhinein war das kindlicher Leichtsinn. Hätte Charlie mich entdeckt wäre die Hölle losgewesen. Ich hatte echt Glück gehabt. Seitdem war ich jedes Mal, wenn ich etwas brauchte vorsichtiger gewesen. Meistens war ich irgendwohin gefahren.
Dieses mal waren die Pillen sicher verstaut. Dort würde sie niemand finden. Hoffte ich.
Montag bis Freitag ging ich in die Schule. Nach meinem "Ausflug" hatte mich komischerweise keiner gefragt.
Die Pausen verliefen auch relativ gleich. Ich saß bei Jessica und Mike am Tisch.
Die Cullens mieden mich seit meinem "Ausflug" die meiste Zeit. Ab und zu hatte ich das Gefühl, sie wollten was von mir, aber in der nächsten Sekunde waren sie wieder eiskalt und taten so, als ob ich nicht existieren würde. Langsam wurde das echt komisch. So benahm sich doch keiner.
Das Wetter blieb auch gleich. Jeden Tag der gleiche graue, wolkenbehangene Forks- Himmel. Zwischendurch immer mal wieder Regen, dann wieder trocken und wieder Regen, aber die Sonne zeigte sich nicht ein einzigstes Mal. Heute war Freitag und es regnete. Aber trotzdem war heute etwas anders...
Alice Cullen sprach wieder mit mir.
Was war passiert? War ihre zweite Persönlichkeit erschienen? War sie deswegen wieder nett?
Sie fing mich nach meinem Matheunterricht ab.
"Hi Bella. Wie geht's?", fragte sie, als ob nichts gewesen wäre. Als ob sie mich nicht zwei Wochen ignoriert hätte.
"Ganz gut", antwortete ich etwas irritiert. "Redest du jetzt wieder mit mir? Die ganze Zeit gar nichts, noch nicht mal ein Blick und jetzt das? Du hättest wenigstens Mal "Hallo" sagen können oder so was", platzte es aus mir raus. Ich war wohl gerade knallrot. Eigentlich wollte ich das nicht sagen. Diese Gedanken sollten eigentlich für immer mir gehören, aber jetzt da ich sie laut ausgesprochen hatte ließ es sich auch nicht mehr ändern.
"Ok. Na ja, da du ja offensichtlich nicht willst. Ich kann's ja auch nicht ändern", antwortete sie und verschwand wieder.
´Was war das denn jetzt?`, fragte ich mich selbst.
"Hi Bella. Was wollte Alice Cullen denn von dir?", fragte Mike, der plötzlich hinter mir auftauchte. Er sprach Alice` Namen schon fast mit erfurcht aus. Echt komisch, welches Theater sie alle um die Cullens machten. Als ob sie Aliens wären. Keiner wollte etwas mit ihnen zutun haben, dabei schienen sie eigentlich ganz nett zu sein, wenn sie einen nicht gerade ignorierten...
"Keine Ahnung, das hab ich selbst nicht so ganz verstanden", antwortete ich ihm.
"Ist ja auch egal", beendete Mike schnell das Thema. "Eigentlich wollte ich dich fragen, was du Samstag vorhast. Ob du vielleicht Lust hättest mit mir ins Kino zu gehen?"
"Mike. Ich kann am Wochenende nicht. Tut mir leid. Ist was wegen Charlie", log ich. Zumindest halb. Seit meinem "Ausflug" hatte ich Hausarrest.
Ich hoffte, dass er mir das glaubte. Mike war wohl der letzte mit dem ich Ausgehen wollte. Nicht, weil er nicht nett war. Ganz im Gegenteil. Er war sogar schon zu nett. In den letzten zwei Wochen hatte ich in der Schule nicht eine Mike- freie Minute gehabt. Es sei denn, ich hatte gerade Unterricht oder war auf der Toilette. Er war wie ein zugelaufener Hund.
Aber ich fand es falsch ihm Hoffnungen zu machen. Außerdem war da ja auch noch Damien. Wir waren zwar nicht wirklich zusammen, aber so was in der Art.
"Oh! Okay", erwiderte er geknickt. "Vielleicht ein anderes Mal. Ich gebe nicht so schnell auf."
`Na super!´ Konnte er nicht einfach aufgeben. Ich wusste, dass Jessica ihn mochte. Kaum zu glauben, dass er das noch nicht gesehen hatte. Denn eigentlich war das nicht zu übersehen.
"Mal sehen. Ich muss jetzt los. Sehen uns nachher. Bye", antwortete ich und ging einen Schritt schneller.
Ich wollte so schnell wie möglich diesem Gespräch entgehen.
Kurz bevor ich um die Ecke bog, um pünktlich in meine Klasse zu kommen stieß ich mit jemandem zusammen.
Meine Bücher fielen, quer über den Boden verteilt, hin.
"Kannst du nicht besser aufpassen?", blaffte ich ihn an. "Oder zumindest entschuldigen?"
Ich sammelte schnell meine Bücher ein und schaute dann auf. `Mist!´, dachte ich und merkte, wie mir die Röte ins Gesicht schoss.
Vor mir stand Edward Cullen und schaute mich mit seinen Rabenschwarzen Augen an. Sofort lief mir ein Schauer über den Rücken. Seine Augen schrieen förmlich "Gefahr", aber das war egal. Sie faszinierten mich. Seine Augen hatten etwas mystisches. Ich hätte ewig in diese Augen schauen können, aber die Schulklingel erinnerte mich daran, dass ich in den Unterricht musste.
"Tut mir leid", sagte Edward plötzlich. Und es klang ernstgemeint. Aber er schien nicht zu meinen, dass er mich über den Haufen gerannt hatte. Er meinte etwas anderes. Oder bildete ich mir das ein?
Ich war total verwirrt.
Seine Stimme! Die hätte ich den ganzen Tag hören können. Sie klang genauso schön, wie die von Alice oder Rosalie. So melodisch und unsagbar schön.
Er schaute mich einen Moment an und verschwand dann. Von jetzt auf gleich war er verschwunden. Eine Angewohnheit, die alle Cullens zu haben schienen.
Auch ich machte mich schnell auf zu meinem Unterricht.
Dort bekam ich erst mal Ärger, weil ich zu spät war. Aber das interessierte mich im Moment nicht. Jetzt gerade wollte ich am liebsten hinter Edward Cullen her. Ich wollte sein wunderschönes Gesicht und seine schwarzen Augen sehen.
`Oh Gott´ Was tat ich hier? Ich kannte ihn doch gar nicht und gab mich hier meinen Tagträumen hin. Aber Edward Cullen hatte eindeutig etwas faszinierendes. Seine Ausstrahlung war anziehend. Auch wenn er gefährlich wirkte, oder gerade deswegen?
Zumindest wirkte er so auf mich. Alle anderen schienen eher abgeschreckt gegenüber den Cullens. Keiner sprach mit ihnen oder versuchte sie irgendwie einzubinden. Und sie blieben immer unter sich. Näherten sich niemandem...
...außer mir.
Ich war anscheinend in der Schule die einzige, die je mit den Cullens außerhalb des Unterrichts gesprochen hatte oder sie gesehen hatte. Das ich sogar schon in ihrem Haus war wusste außer mir keiner. Wie Mike und die anderen wohl reagieren würden, wenn sie das wüssten? Ich musste automatisch lächeln.
"Miss Swan! Würde es sie stören, wenn sie sich an meinem Unterricht etwas beteiligten?", wurde ich gefragt.
Ich schaute auf und sah in das ungeduldige Gesicht meines Lehrers.
"Nein. Entschuldigen sie bitte", antwortete ich. Als ich sah, dass die ganze Klasse mich anstarrte wurde ich rot.
Ich versuchte dem Unterricht konzentriert zu folgen. Aber wie tat man das, wenn man komplett abgelenkt war? Es war gar nicht einfach. Aber ich schaffte es zumindest für den Lehrer konzentriert und interessiert auszusehen.
Der Rest der Stunde zog sich ewig. Ich konnte es kaum noch abwarten, bis ich Biologie hatte und dann neben Edward Cullen saß. Vielleicht würde er ja mit mir reden.
Die letzten zwei Wochen war ich für ihn ja Luft gewesen. Für alle Cullens. Nachdem ich versucht hatte zu verschwinden war bis auf die Heimfahrt mit Carlisle und Alice kein Kontakt zu den Cullens gewesen. Sie hatten mich gemieden. Auch Carlisle, obwohl der doch noch meinte, er würde noch mal nach mir schauen. Aber wer wollte schon etwas mit mir zutun haben? So wie Charlie das letzte Mal von ihnen gesprochen hatte wollten sie wohl keine Probleme haben. Und ich war ja wohl der Inbegriff für Probleme!
Endlich klingelte es.
Ich schnappte mir schnell meine Tasche und meine Bücher und stopfte alles "irgendwie" rein. Egal wie. Hauptsache, die Tasche ging zu. Danach ging ich aus dem Klassenzimmer raus.
"Hi Bella. Setzt du dich heute mit mir an einen Tisch?" Es war Alice.
Wo war sie auf einmal aufgetaucht?
"Okay", war das einzige, was ich rausbrachte. Das plötzliche Interesse, dass sie heute zu haben schien, irritierte mich etwas.
"Keine Angst. Ich weiß genau, dass alles glatt gehen wird", antwortete sie. Und sie hörte sich wirklich an, als ob sie es wusste.
"Du weißt schon, dass dein Satz für mich überhaupt keinen Sinn ergibt?", fragte ich sie und musste dabei lächeln.
"Ja und nein. Ist schwer zu erklären", antwortete sie und zog mich durch die Menge, die versuchte Essen zu bekommen.
Ich konnte durch meine Ärmel ihre eiskalte Hand spüren. Warum war sie nur so kalt? War sie krank oder so?
Plötzlich hörte ich hinter mir ein knurren und dann erschien Edward wie aus dem Nichts.
"Alice! Was soll das?", fragte er wütend.
"Ich weiß genau, dass alles gut gehen wird. Und du auch. Also stell dich nicht so an Edward!", entgegnete sie ihm selbstbewusst. Selbst mir war ein Schauer über den Rücken gelaufen, als er aufgetaucht war. Und Alice? Sie war einfach Alice. Sie klang wieder so, als ob sie wirklich wusste, von was sie sprach. War sie vielleicht verrückt? `Nein´, antwortete mir sofort jede Faser meines Körpers. Da gab es etwas anderes.
"Du weißt überhaupt nicht, wie gefährlich das ist", erwiderte er. "Du kannst dich auch irren. Du weißt, dass das bloß auf den Moment ankommt. Eine kleine Veränderung. Nur eine!", sagte er. "Vor allem, wenn es um Instinkte geht", fuhr er nach einer kurzen Pause fort.
"Glaub mir Edward. Es wird alles gut gehen!"
Wie konnte sie nur so selbstbewusst sein. Sie war sich so sicher in ihren Antworten!
Alice zog mich immer weiter. Mittlerweile waren wir in der Mensa angekommen. Edward ließ sich zurückfallen und ich sah, wie er sich an einen Tisch mit seinen anderen Geschwistern setzte. Sie wirkten alle nicht begeistert.
Alice zog mich an einen Tisch in einer Ecke und setzte sich hin. Ich setzte mich ihr gegenüber.
"Was war das auf dem Weg hierher? Du weißt, das es keinen Sinn ergeben hat?!", platzte es aus mir heraus, direkt nachdem ich mich gesetzt hatte.
Alice lächelte.
"Bekomm ich eine Antwort", hakte ich nach einer Weile nach. Alice lächelte noch immer und schüttelte dann ihre Kopf.
"Was möchtest du denn dann von mir?"
"Erst mal musst du was essen", antwortete sie.
Sie hatte recht, ich hatte Hunger. Ich packte mein Essen aus und begann zu essen. Ich hatte keine Lust auf das Schulessen, und da Abends immer etwas übrig blieb konnte ich das dann am nächsten Tag mitnehmen.
"Hast du keinen Hunger?", fragte ich neugierig.
"Nein. Im Moment nicht", antwortete sie und lächelte als ob ich einen Witz gemacht hätte. Aus ihr wurde ich einfach nicht schlau.
Ich aß weiter und sie schaute mir dabei zu.
"Alice. Es ist etwas... komisch, wenn du mir beim essen zuschaust. Kannst du mir nicht sagen, was du willst?", fragte ich zwischen zwei bissen.
"Ich wollte dich einfach näher kennen lernen", antwortete sie schlicht und einfach.
Wollte sie mich kennen lernen, indem sie mir beim essen zuschaute? Das ergab eindeutig keinen Sinn. Schon wieder!
Ich dachte, es wäre etwas besonderes passiert. Keine Ahnung, was ich genau erwartet hatte, aber das nicht.
"Keine Panik. Hoffentlich wirst du das alles irgendwann verstehen. Den Grund, warum ich das mache. So wie es im Moment aussieht stehen die Chancen dafür ganz gut. Ich denke, du wirst einfach abwarten müssen."
Alice hypnotisierte mich fast mit ihrem Blick. Ihre Augen waren Honigfarben.
Dadurch wirkte sie noch blasser, als sie ohnehin schon war. Alle Cullens waren sehr blass. Aber das lag wahrscheinlich nur daran, dass hier in Forks nie die Sonne schien. Wie sollte man da auch braun werden?
Aber trotzdem waren die Cullens noch blasser, als alle anderen in Forks. Irgendwie hatte ihre Blässe etwas edles, ganz im Gegensatz zu mir. Ich wirkte immer krank.
Die Cullens waren einfach speziell beschloss ich für mich.
"Also, hast du irgendwelche Hobbies, die außergewöhnlich sind?", fragte Alice und unterbrach mich bei meinen Tagträumereien.
"Nein. Nicht wirklich." `Wenn man die Drogen nicht mitzählt.´ "Was wäre denn außergewöhnlich?", antwortete ich verblüfft von der Frage.
"Klippenspringen, oder so was", antwortete sie.
"Nein, definitiv nicht!", antwortete ich nun selbstbewusst auf ihre Frage. Sie zählte Drogenkonsum nicht zu außergewöhnlichen Hobbies, also hatte ich nicht gelogen.
"Warum bist du nach Forks gekommen?"
`Wow! Sie fackelt echt nicht lange.´
"Ich dachte, dass wüsste jeder in Forks. Die Leute sind doch am reden, oder nicht?", versuchte ich die Antwort zu umgehen.
Alice schaute mich unschuldig an. Also hatte ich recht!
"Was erzählt man denn so?", fragte ich ehrlich interessiert. Vielleicht kam ja etwas der Wahrheit nahe - dass ich ein Drogenjunkie war und nach Forks kam als Strafe meiner Eltern, und damit ich von "dem Zeug" loskam.
Ansonsten würde das trotzdem sehr unterhaltsam werden.
Alice zögerte. Sie mochte dieses Thema also nicht. Dann musste die Geschichten ja wirklich schlimm sein.
"Sag schon, Alice!", beharrte ich langsam ungeduldig werdend.
"Vielleicht klären wir das, wenn nicht so viele interessierte Ohren zuhören", antwortete sie in einem gedämpften Ton und beugte sich zu mir rüber.
Ich schaute mich in der Mensa um und sah, dass fast alle unserem Gespräch gelauscht hatten. `Na toll´, dachte ich.
"Bist du dann fertig?", fragte sie nach einer Weile. Wir hatten nichts mehr gesagt, seit wir gemerkt hatten, dass alle zuhörten.
"Ja. Lass uns gehen. Du musst mir noch einige Fragen beantworten."
Alice sah mich zuerst fragend an. Aber dann schien ihr eingefallen zu sein, was ich meinte.
Ich packte meine Sachen zusammen und wir gingen dann gemeinsam raus.
Wir gingen quer über den Schulhof, an den äußersten Rand.
"Also, was erzählt man sich denn so?", fragte ich ungeduldig.
"So einiges. Aber ich denke nicht, dass etwas davon war ist."
"Und was?", fragte ich nun etwas gereizt. Warum sagte sie nicht einfach was man so erzählte. Wenn sie mit Edward sprach hatte sie ja auch kein Problem.
"Na ja, so Sachen wie Strafverbannung. Dass du Ärger in Phoenix hattest, und deswegen nach Forks gekommen bist. In diese Richtung geht es meistens. Stimmt das? Ist es was in der Richtung?"
`Super!´ Konnte sie nicht mal daneben liegen? Ich musste sie irgendwie von diesem Thema wegbringen. Ich hätte nie gedacht, dass sie der Wahrheit so nah kam. Dass die Leute es wussten. Auch wenn sie sich der Tatsache nicht bewusst waren.
Auf der einen Seite war ich geschockt, und auf der anderen erleichtert. Charlie hatte also wirklich nichts erzählt. Aber eigentlich durfte mich das nicht wundern. Er war der Polizeichef. Wie würde das denn aussehen, wenn die Tochter vom Polizeichef ein Problem mit Drogen hatte. Wenn sie süchtig war?
Alice räusperte sich. Sie erwartete ein Antwort. Ich musste wohl schon eine ganze Weile hier gestanden haben und sie einfach nur angeschaut haben.
"Nein", fing ich an und musste erst mal den Kloß in meinem Hals runterschlucken. "Es ist nichts in diese Richtung. Das ist nur Kleinstadtgetratsch."
"Und was ist dann passiert?" Alice Frage überraschte mich. Was sollte ich ihr antworten? Ich konnte noch nie richtig gut lügen. Und die Wahrheit kam definitiv nicht in Frage.
"Also, na ja.... Mein Dad wohnt soweit weg. Ich sehe ihn fast nie. Also...", antwortete ich zögernd.
Ich hatte nicht gelogen. Ich war einfach nicht weiter auf ihre Frage eingegangen. Hoffentlich würde sie es dabei belassen.
Ich schien Glück zu haben. Sie schien zwar nicht völlig überzeugt von meiner Antwort, fragte aber auch nicht weiter.
"Wir sollten uns beeilen. Die Pause ist fast vorbei", sagte Alice und packte mich schon wieder am Arm. Sie zog mich schon wieder hinter sich her. Bis vor dem Biosaal. Dort ließ sie meinen Arm los sagte: "Viel spaß in Bio" und war dann verschwunden.
Es klingelte und ich betrat den Klassenraum. Zum Glück hatte die Stunde noch nicht begonnen. Sonst hätte ich schon wieder ärger bekommen für mein zu spät kommen. Und darauf konnte ich verzichten.
Ich setzte mich auf meinen Platz und wartete drauf, dass der Unterricht begann.
Kurz vor Mr. Evans kam Edward ins Klassenzimmer.
Edward kam immer so knapp vor Unterrichtsbeginn. Und genauso schnell verschwand er auch wieder nach dem Unterricht. Er war komisch. Sprach nie ein Wort mehr als nötig.
Alice schien die einzige zu sein, die sich normal benahm. Na ja, oder zumindest halbwegs normal, wenn sie nicht gerade in Rätseln sprach.
Bio lief wie die Stunden vorher auch schon. Das meiste hatte ich in Phoenix schon gemacht, es war also nicht wirklich schwierig.
Und wie immer war Edward verschwunden, kaum nachdem es geklingelt hatte.
Klar! Jeder freute sich, wenn der Unterricht vorbei war. Aber Edwards Verhalten war wirklich komisch.
Ich packte meine Sachen zusammen und ging zu meinem Auto.
Ich fuhr schnell nach Hause. Dort duschte ich erst mal ausgiebig und nahm meine "Tagesdosis" für heute.
Leider war es viel zu schnell wieder vorbei. Ich musste wohl die Dosis mal erhöhen. Mein Körper schien sich an die Menge zu gewöhnen. Aber dafür hatte ich jetzt keine Zeit mehr. Charlie würde in weniger, als einer halben Stunde wieder da sein. Also sollte ich wohl besser mal damit anfangen das Essen zuzubereiten.
Da mir nichts besseres einfiel entschied ich mich für Spaghetti und Tomatensoße.
Charlie würde das nicht sonderlich interessieren. Solange man es essen konnte war es in Ordnung. Und das war ja der Fall, solange Charlie nicht kochte. Er würde wahrscheinlich Wasser anbrennen lassen.
Ob das der Grund war, warum Mum Charlie verlassen hatte? Wer weiß!? Mum sprach nicht gerne darüber und Charlie mied das Thema auch.
"Hi Bells. Ich bin wieder zu Hause. Mmh, das riecht aber gut. Ich hab einen Bärenhunger", sagte Charlie und hängte seinen Waffengürtel an seinen Platz. Er nahm schnell zwei Gläser und zwei Teller aus dem Geschirrschrank und deckte den Tisch.
Charlie nahm sich einen riesigen Berg Spaghetti.
"Schmeckt genauso, wie es duftet", sagte Charlie nach einigen bissen.
"Danke Dad."
"Also, ich bin gleich bei Billy Black. Weißt du, wir waren früher Fischen. Wir wollten uns gemeinsam das Baseballspiel heute Abend anschauen. Wenn du magst, kannst du mitkommen", begann Charlie nachdem er seinen Teller von sich weggeschoben hatte.
"Nein, nein Dad. Ich denke, ich bleib hier. Hab du viel spaß. Ich hab Tonnen an Hausaufgaben."
"Jacob würde sich sicher freuen dich wieder zu sehen."
"Dad!"
"Ja, ja. Schon klar. Also, ich wünsch dir dann mal viel spaß mit deinen Hausaufgaben. Ich denke, es wird spät werden, also warte nicht auf mich. Nacht."
"Ja, bis dann Dad! Viel spaß."
Es dauerte nur einige Minuten und ich hatte das Haus für mich.
Vielleicht konnte ich so doch noch ausprobieren, wie das mit der Dosis war!?
Ich brauchte nicht lange, um die benötigten Sachen zusammen zu suchen.
Ich kramte die Pillen hervor, suchte danach meinen Schlüssel und holte meine Jacke. Kurz bevor ich das Haus verließ fiel mir das Extra ein, welches Damien mir mitgeschickt hatte. Es waren zwei "Lines". Ich nahm eine und verschwand dann. Wenn ich rumexperimentierte wollte ich das nicht zu Hause machen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Charlie doch früher kam, war zu groß.
Ich fuhr wieder in den Waldweg rein, indem ich schon das letzte Mal gewesen war.
Zuerst nahm ich die Pillen. Dieses Mal verdoppelte ich die Menge. Danach wandte ich mich der "Line" zu. Das war zwar meine erste, aber ich hatte schon gesehen, wie Damien es machte. Es war nicht schwer. Ich rollte einen Geldschein zusammen und brachte das Koks mit meiner Kreditkarte in zwei lange "Linien". Es fühlte sich am Anfang etwas unangenehm in der Nase an, aber Damien hatte gemeint, dass das am Anfang immer so wäre. Man würde sich mit der Zeit daran gewöhnen. Also zog ich mir auch den Rest noch rein.
Es prickelte.
Alleine wirkten die Pillen ja schon super, aber in Verbindung mit einer "Line" war es unschlagbar.
Ich fühlte mich so frei. Seit langem konnte ich mal mehr nehmen, als nur das nötigste. Das tat echt gut.
Am liebsten hätte ich geschrieen oder getanzt. Aber schreien war keine gute Idee.
Wenn mich jemand hören würde, hätte ich ein riesiges Problem.
Also blieb ich in meinem Truck sitzen und genoss einfach das Gefühl von Freiheit noch ein wenig.
Es dauerte nicht lange und ich merkte, wie sie Wirkung sich verstärkte. Das musste wohl das Koks sein. Die Wirkung war echt umwerfend...
Und dann wurde alles schwarz...
Es fühlte sich so an, als ob erst Schmetterlinge in meinem Kopf gewesen wären, die sich in Felsen verwandelten. Dieses Gewicht hielt ich nicht aus.
Ich sank.
Es fühlte sich so an, als ob mich jemand unter Wasser drückte.
Immer weiter.
Immer tiefer. Ich konnte nichts dagegen unternehmen.
Ich konnte mich nicht bewegen.
Ich spürte nichts.
Ich bekam keine Luft...
Ich war hilflos.
Ich brauchte Hilfe.
Aber wie?
Wer denn?
Wann?
Hier würde mich niemand finden. Keiner wusste, dass ich hier war. Es könnte ewig dauern bis jemand nach mir suchte.
Ich merkte, wie ich tiefer ins schwarze gezogen wurde.
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So, das war's erst mal. Sorry, dass das Kapitel so lang ist, aber ich fand, das musste so sein. Hätte ich gekürzt wären die Ereignisse in der Schule und Bellas Gedanken zu kurz gekommen.
Das nächste Kapitel gibt es bald...!
Wie immer freue ich mich natürlich über Reviews…..
BlueBloodedVampireAngel
